Rotatorenmanschettenruptur

Rotatorenmanschettenruptur – Ruptur der Rotatorenmanschette und Video minimalinvasive Rekonstruktion der Rotatorenmanschette

Ich zitiere und verweise auf die Publikationen des Klinikums der Universität München, Klinik für allgemeine Unfall- und Wiederherstellungschirurgie.

In deren Originalbeitrag sind dann auch alle zugehörigen Bilder zur besseren Visualisierung enthalten. Hier nur die Textversion:

Die Rotatorenmanschettenruptur

Als Rotatorenmanschette werden vier Muskeln des Schultergelenks zusammengefasst:
• M. supraspinatus
• M. infraspinatus
• M. subscapularis
• M. teres minor

Teile der Rotatorenmanschette verlaufen in dem begrenzten Raum zwischen Oberarmkopf (Humerus) und Schulterdach (Acromion), dem sogenannten Subacromialraum. Häufig entstehen in diesem Bereich durch Abnutzungsprozesse Schäden an der Sehne. Eine Abnutzung der Sehne mit zunehmendem Alter ist normal und muss nicht zwangsläufig symptomatisch sein.

Diese setzen mit ihren Sehnen am Oberarmkopf an und ermöglichen das Drehen und Anheben des Armes. Außerdem erfüllen diese Muskeln und Sehnen wichtige Aufgaben bei der Stabilisierung des Schultergelenks.

Wenn aber die Qualität der Sehne vermindert ist, kann diese bei Überbelastung oder einem Sturz ganz oder teilweise reißen. Dies kann je nach Ausprägung und Lokalisation zu erheblichen Schmerzen, Bewegungseinschränkungen und Kraftverlust führen. Dabei treten bei vielen Patienten auch nachts Schmerzen auf.

Behandlung
Die meisten Rotatorenmanschettenrupturen können erfolgreich konservativ, das heißt ohne Operation behandelt werden. Die Durchführung von Krankengymnastik über mehrere Wochen hilft vielen Patienten, die Schmerzen zu reduzieren und den Bewegungsumfang zu erweitern.

Bleibt die konservative Therapie allerdings erfolglos, besteht die Möglichkeit, den Sehnenriss in einer Operation zu nähen. Voraussetzung für einen erfolgreichen Eingriff ist eine gute Sehnenqualität, da nur dann die Naht und das Anwachsen der Sehne möglich sind. Wenn der Riss schon länger besteht, kann es sein, dass der Muskel abgebaut wird und sich zurückzieht. Zur Beurteilung der Sehne ist meist eine Ultraschall- oder Kernspinuntersuchung (MRT) der Schulter notwendig.

Welche Therapie am sinnvollsten ist, hängt von den Beschwerden des Patienten, dem Untersuchungsbefund und den MRT-Bildern ab. In jedem Fall muss eine individuelle Lösung mit dem Patienten gefunden werden. Dabei steht der Patientenwunsch im Mittelpunkt.

Operation
Entscheidet sich der Patient mit uns für eine Operation, müssen mehrere Vorbereitungen getroffen werden. Hierfür findet im Vorfeld der Operation ein ausführliches Beratungsgespräch mit Aufklärung über die Details des operativen Vorgehens statt. Die Krankenhausaufnahme ist dann erst am Tag der Operation notwendig. Wir empfehlen einen stationären Aufenthalt für 2-3 Tage nach der Operation, wobei eine Sehnennaht auch als ambulanter Eingriff möglich ist.

Die Sehnennaht wird überwiegend in Schlüssellochtechnik (arthroskopisch) durchgeführt. Hierbei wird eine Kamera in das Gelenk eingebracht, die Sehne an ihren Ansatzbereich am Oberarmkopf zurückgezogen und mit Nahtanker am Oberarmkopf fixiert. Dieses Verfahren ist schonend für den Patienten und erfordert meist nur wenige kleine Schnitte in der Haut. Gleichzeitig kann bei diesem Eingriff der Raum zwischen Oberarmkopf und Schulterdach vergrößert und so mehr Platz für die Sehnen geschaffen werden.

OP Technik: Zunächst wird die Art der Sehnenruptur begutachtet und es wird geprüft, ob sich die Sehne bis an ihren Ursprungsort zurückziehen lässt im Anschluss werden die Sehnenstümpfe am Knochen entfernt und ausgefranste Sehnenanteile geglättet, um das Einwachsen von gesunder Sehne zu ermöglichen. Je nach Rissgröße ist eine Naht mit 1-4 Nahtankern notwendig. Die Nahtanker lösen sich nach mehren Monaten von selbst auf. Das Anbringen von Knoten wird vermieden, da Nahtmaterial im Subacromialraum später zu Irritationen führen kann (Knotenlose Nahttechnik).

Video minimalinvasive Rekonstruktion der Rotatorenmanschette

Nachbehandlung
Nach einer Operation ist eine Ruhigstellung der Schulter für 4-6 Wochen im Abduktionskissen notwendig. Aber schon ab dem ersten Tag nach der Operation wird mit der Krankengymnastik begonnen. In den folgenden 6 Wochen werden mit Unterstützung eines Physiotherapeuten schrittweise Bewegung und Kraft der Schulter gesteigert. Die Heilung der Sehne an den Knochen ist zeitintensiv, so dass im Durchschnitt nach 4-6 Monaten eine volle Funktion des Schultergelenks wiedererlangt wird. Während dieser Zeit finden regelmäßige Routinekontrollen in unserer Sprechstunde statt, um den Heilungsprozess zu überwachen, Fragen zu beantworten und die nächsten Schritte der Rehabilitation einzuleiten.

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