ST
die fittermacher
AAS-Referenzmatrix
Wissen · Stefan Trost
Substanzen · Stoffkunde · Nachschlagewerk

AAS-Referenz­matrix

Die bekannten Anabolik- und Androgenik-Werte aus Steroidtabellen sind keine Messwerte am Menschen. Sie stammen fast alle aus einem Rattentest, den es in dieser Form seit 1953 gibt, und taugen höchstens für eine grobe Rangfolge innerhalb einer Stoffgruppe. Diese Matrix zeigt in 53 Einträgen, was belegt ist und was nicht.

Anabole androgene Steroide, kurz AAS, sind das männliche Sexualhormon Testosteron, seine künstlichen Abwandlungen und einige Vorstufen. Hier stehen sie nach Grundsubstanz geordnet, mit Handelsnamen und pharmakologischen Eigenschaften. Jeder Eintrag trägt seine Evidenzstufe. Die bekannten Kennzahlen stehen mit drin – aber nicht als das, wofür sie im Netz ausgegeben werden.

17
Einträge zum Spritzen
36
Einträge zum Schlucken
15
mit Daten aus Studien am Menschen
28
ohne auffindbare Primärquelle
01Einordnung

Was diese Matrix ist. Und was sie nicht ist.

Dies ist eine Stoffkunde: Welche Verbindungen gibt es, wie heißen sie im Handel, was ist über ihre Eigenschaften belegt und was nicht. Sie dient dazu, Gespräche einordnen zu können, in denen diese Namen fallen – und zu erkennen, wo die kursierenden Zahlen keinen Boden haben.

✕
Keine Dosierungen. Diese Seite enthält bewusst keine Mengenangaben, keine Zyklusschemata, keine Anwendungshinweise. Wer das sucht, ist hier falsch.
✕
Keine Empfehlung. Das Aufführen einer Verbindung ist keine Aussage über ihre Sinnhaftigkeit. Mehrere Einträge sind Substanzen, die ausdrücklich nicht für die Anwendung am Menschen bestimmt sind.
✕
Keine Beratung. Ich behandle nichts. Wer über den Einsatz solcher Substanzen nachdenkt, gehört in ärztliche Hand – nicht in ein Trainergespräch.
✓
Rechtlicher Rahmen. In Deutschland sind diese Stoffe verschreibungspflichtig. Erwerb, Besitz und Weitergabe zu Dopingzwecken sind nach Arzneimittelgesetz und Anti-Doping-Gesetz straf- und bußgeldbewehrt.
Warum sie trotzdem existiert Im Kraftraum und in Foren fallen diese Namen. Wer dann nichts weiß, kann auch nichts einordnen – und überlässt das Feld denen, die Halbwissen für sicher verkaufen. Der Nutzen dieser Matrix liegt weniger darin, was sie behauptet, als darin, was sie als unbelegt kennzeichnet.
02Die Zahlenfrage

Die Anabolik-Werte sind keine Messwerte am Menschen

Jede Steroidtabelle im Netz führt Zahlen wie „Trenbolon 500/500“ oder „Anavar 322/24“. Die erste Zahl soll die aufbauende, die zweite die vermännlichende Wirkung messen. Sie sehen aus wie Messergebnisse. Sie sind keine. Sie stammen fast alle aus einem einzigen Nachschlagewerk und einem einzigen Testverfahren an Ratten – und beides trägt die Last nicht, die ihnen aufgeladen wird.

Woher die Zahlen kommen

Ein Rattentest von 1953

Kastrierten Jungratten wird sieben Tage lang die Substanz gegeben. Dann werden zwei Organe gewogen: ein kleiner Muskel am Beckenboden, der Musculus levator ani, als Maß für die anabole, also aufbauende Wirkung, und die ventrale Prostata, ein Teil der Vorsteherdrüse, für die androgene, also vermännlichende. Das Verhältnis ergibt die Kennzahl.2

Der Großteil der kursierenden Werte stammt aus einem Nachschlagewerk von 1969, das rund 650 Verbindungen zusammentrug – aus Studien verschiedener Labore mit verschiedenen Protokollen.4 Das Verfahren wurde nie formal standardisiert.1

Warum sie nicht tragen

Der falsche Muskel

Der Levator ani ist kaum repräsentativ für normale Skelettmuskulatur. Er trägt den Namen zu Unrecht, hebt den Anus nicht, existiert nur bei männlichen Ratten und ist nur bei der Begattung aktiv. Als Fortpflanzungsmuskel hat er um ein Vielfaches mehr Androgenrezeptoren – Andockstellen für männliche Hormone – als normale Skelettmuskulatur.1

Dass er als Maß für Muskelaufbau untauglich ist, wurde bereits 1957 veröffentlicht – vier Jahre nach Einführung des Verfahrens.3 Benutzt wird er trotzdem bis heute.

Und der Nenner

Die falsche Prostata

Die Rattenprostata wächst dosisabhängig unter Androgenen. Die menschliche tut das nicht: Unter sehr hohen Testosterongaben über 20 Wochen, einem Vielfachen einer Ersatztherapie, blieb das Prostatavolumen in einer Studie unverändert.5

Es gibt zudem keinen empirischen Beleg dafür, dass die Größenänderung eines Rattenorgans überhaupt abbildet, was am Menschen als unerwünschte androgene Wirkung auffällt.1

Der entscheidende Punkt Testosteron steht in jeder Tabelle bei 100 / 100. Das ist kein Messergebnis, sondern der Bezugspunkt: Jede Verbindung wird im Test mit einer Bezugssubstanz verglichen, mit Testosteron, bei Verbindungen zum Schlucken mit Methyltestosteron.1 Alle anderen Werte sind darauf skaliert. Wer mit diesen Zahlen rechnet, rechnet mit einem gesetzten Bezugspunkt.

Was bleibt davon brauchbar? Die grobe Rangfolge innerhalb einer Stoffgruppe und die Aussage „diese Verbindung wirkt überhaupt androgen“. Was nicht bleibt: jede Aussage der Form „Substanz X ist dreimal so anabol wie Testosteron“. Hunderte, womöglich tausende Verbindungen zeigten in diesem Test günstige Verhältnisse – keine einzige erwies sich am Menschen als frei von vermännlichender Wirkung.1 Das ist der empirische Gegenbeweis zum Verfahren, geliefert vom Verfahren selbst.

03Evidenzstufen

Woran Du erkennst, was eine Angabe wert ist

Jede Zeile der Matrix trägt eine Stufe. Sie sagt nicht, ob die Aussage stimmt – sie sagt, worauf sie sich stützt.

HHumandaten
Kontrollierte Studie am Menschen. Die Aussage ist am Zielorganismus geprüft. Gilt in dieser Matrix für wenige Punkte.
TTierdaten oder Zellversuch
Ratte, Zellkultur, isoliertes Gewebe. Aufschlussreich für den Wirkmechanismus, auf den Menschen nicht ohne Weiteres übertragbar.
FFallberichte
Einzelfälle oder Fallserien aus der klinischen Literatur. Belegt, dass etwas vorkommt – nicht, wie häufig oder unter welchen Bedingungen.
SSzenewissen
Kursiert in Foren und Kompendien, Primärquelle nicht auffindbar. Kann richtig sein. Steht hier ausdrücklich ohne Beleg.
Woher die Kennzahlen stammen Die Spalten Anabolik und Androgenik tragen durchweg die Stufe T – sie stammen alle aus dem Rattentest aus Kapitel 02. Wo zusätzlich keine Primärquelle auffindbar war, steht in der Detailansicht ausdrücklich keine Primärquelle. Diese Werte stehen in der Tabelle, weil sie in jedem Gespräch vorkommen – nicht, weil sie belastbar sind.

Ausgezählt über alle 53 Einträge: 15 mit Humandaten, 4 mit Tier- oder Zelldaten, 6 mit Fallberichten, 28 ohne auffindbare Primärquelle. Bei 25 Einträgen ist auch die Kennzahl selbst ohne Beleg – sie kursiert, aber niemand steht dafür gerade.
04Die Matrix

53 Einträge

Klick auf eine Zeile öffnet die Einzelheiten: Handelsnamen, Wirkmechanismus, Quellenlage. Ester – angehängte Seitenketten, die vor allem bestimmen, wie schnell der Stoff aus dem Depot freigesetzt wird – ändern die Kennzahlen nicht. Alle Ester einer Grundsubstanz stehen deshalb in einer Zeile. Manche Wirkstoffe gibt es zum Spritzen und zum Schlucken; sie stehen dann in beiden Reitern.

So liest Du die Spalten: Anabolik und Androgenik sind die Kennzahlen aus Kapitel 02; ein ~ davor heißt ungefähr, ein — heißt, es gibt keine Kennzahl. Aromatisierung heißt, der Körper wandelt den Stoff teilweise in Östrogen um. Progestogen heißt, er wirkt zusätzlich wie das Gelbkörperhormon Progesteron. Wasser steht für Wassereinlagerung, von +++ (stark) über ++ und + bis ~ (kaum) und – (keine); Leber für die Leberbelastung.

Die Spalte Evidenz gilt für den ganzen Eintrag. Die Kennzahlen selbst stammen immer aus dem Rattentest, also aus Tierdaten, auch wo daneben ein H steht. Und eine gute Datenlage heißt nur, dass die Angaben untersucht sind – nicht, dass der Stoff harmlos wäre.

Wirkstoff · Handel Anab. Andr. Aromatisierung Wasser Leber Prog. Evidenz
Zur Spalte Leber Die Leberbelastung folgt überwiegend der 17α-Alkylierung – einer chemischen Änderung, die den Abbau in der Leber bremst und den Stoff zum Schlucken wirksam macht. Unter den Verbindungen zum Schlucken tragen sie zum Beispiel Methenolon-Acetat, Mesterolon und Testosteron-Undecanoat nicht; sie sind deshalb leberschonender. Dass auch gespritztes Stanozolol alkyliert ist, wird häufig übersehen.14
05Bindegewebe

Sehnen und Gelenke: Die Daten zeigen eher das Gegenteil

In Foren gilt Nandrolon oft als beste Substanz für Sehnen, Bänder und Gelenke. Belegt ist das nicht, und die Tierdaten zeigen eher das Gegenteil. Deshalb bewertet diese Matrix die Stoffe nicht nach ihrer Wirkung auf das Bindegewebe.

Was die Tierdaten zeigen

Steifer, nicht stärker

Unter anabolen Steroiden werden Rattensehnen steifer: Sie nehmen weniger Energie auf und reißen bei geringerer Dehnung. Die reine Reißkraft bleibt unverändert. Nach dem Absetzen bildet sich der Effekt zurück.9

Für Nandrolon-Decanoat speziell gilt: Die Sehnen werden weniger nachgiebig – und Training verstärkt diesen Effekt, statt ihn auszugleichen.7 Eine zweite Arbeitsgruppe formuliert es schärfer: Nandrolon kehrt den günstigen Trainingseffekt auf die Mechanik der Sehne um.

Zur Kollagenbildung selbst: Unter Steroidgabe sank bei Ratten die Aktivität eines Schlüsselenzyms der Kollagenbildung, im Muskel vorübergehend, in der Achillessehne bei hoher Dosis. Also eher weniger Kollagenaufbau, nicht mehr.8

Was dagegen spricht

Die Gegenbefunde

In künstlich gezüchteten menschlichen Sehnen verbesserten Nandrolon und mechanische Last gemeinsam den Umbau des Gewebes und seine mechanischen Eigenschaften. Das ist das Gegenteil des Rattenbefunds.

Die große systematische Übersicht von 2018 fand 18 sehr unterschiedliche Studien, fast alle an Kleintieren, mit häufig widersprüchlichen Ergebnissen. Ob anabole Steroide Sehnen rissanfälliger machen, ist danach ungeklärt. Feste Schlüsse lässt die Datenlage in keine Richtung zu.6

Und: Zur Wirkung auf Sehnenbeschwerden beim Menschen gibt es bis heute keine Studie.

Was das für die Praxis heißt Dass sich unter Nandrolon Gelenke besser anfühlen, berichten viele – das bestreite ich nicht. Was bestritten gehört, ist die Erklärung: Es ist kein belegter Kollagenaufbau. Meine Einschätzung, ohne Studie dazu: Wahrscheinlicher sind Wassereinlagerung in der Gelenkkapsel und eine dämpfende Wirkung auf Entzündungszeichen. Beides lindert Beschwerden, ohne die Struktur zu verbessern. Ein Gewebe, das sich belastbarer anfühlt, als es ist, ist in meinem Beruf kein Vorteil – es ist das Risiko.
06Faktencheck

Vier verbreitete Angaben, die so nicht stimmen

Diese vier Angaben kursieren in Foren. Keine davon ist so belegt, wie sie dort steht.

1
„Nandrolon ist das Beste für Sehnen und Gelenke.“ Eher umgekehrt. Die Tierdaten zeigen eher das Gegenteil: geringere Nachgiebigkeit, gesenkte Kollagenbildung, Umkehr des Trainingseffekts. Studien am Menschen fehlen. Einzelheiten stehen in Kapitel 05.
2
„Oral-Turinabol ist bis zu 16 Jahre nachweisbar.“ Falsch um den Faktor 130. In einer kontrollierten Studie mit einer einzigen Gabe ließ sich das langlebigste Abbauprodukt bei einem Teilnehmer 45 Tage lang nachweisen, bei den übrigen kürzer.10 Die Jahre stammen aus einer Verwechslung: Dopingproben lagern jahrelang und werden rückwirkend nachgetestet, wenn die Analytik besser wird. Das ist Probenlagerung, nicht Nachweisfenster im Körper.
3
„Oxymetholon wirkt direkt am Östrogenrezeptor.“ Eine Vermutung, keine Tatsache. Die Verbindung erzeugt östrogenartige Wirkungen, ohne in Östrogen umgewandelt zu werden – das ist unstrittig. Die Erklärung über den Östrogenrezeptor ist eine Hypothese aus Zellversuchen. Eine Bestätigung am Menschen fehlt. In der Matrix steht sie deshalb als Hypothese.
4
„Primobolan ist die sauberste Substanz, ohne Nebenwirkungen.“ Ohne Dosisbezug irreführend. In einer Studie von 1968 mit sehr hoher Dosierung traten Heiserkeit bei 76 %, Haarwuchs nach männlichem Muster (Hirsutismus) bei 52 % und Akne bei 44 % der Frauen auf.13 Mild ist eine Frage der Dosis, keine Eigenschaft des Moleküls.
Muster dahinter Alle vier Angaben folgen demselben Muster: Eine plausible Geschichte wird zur belegten Tatsache, weil sie oft genug wiederholt wird. Genau dagegen sind die Evidenzstufen gebaut. Wo S steht, wurde nach einer Quelle gesucht und keine gefunden.
07Belegt

Worauf sich das stützt

Hier stehen die Arbeiten, auf die sich die Kapitel stützen, nach Thema. DOI und PMID sind Kennnummern, unter denen Du jede Studie im Netz findest. Die Detailansicht der Matrix nennt bei jedem Eintrag seine Quelle, auch Zulassungsunterlagen und Arbeiten, die hier nicht eigens aufgeführt sind. Wo keine Quelle zu finden war, steht in der Matrix die Stufe S.

14 Quellen · hier aufklappenzuklappenGeldgeber und Interessenkonflikte
1Bond P, Smit DL, Verdegaal T, de Ronde W (2025). Selective androgen receptor modulators: a critical appraisal. Frontiers in Endocrinology 16:1634799. DOI 10.3389/fendo.2025.1634799 Grundlage für Kapitel 02: Kritik am Hershberger-Test, Vergleich mit einer Bezugssubstanz (Testosteron, bei Verbindungen zum Schlucken Methyltestosteron), fehlende Übertragbarkeit der Prostatadaten, Dihydronandrolon-Mechanismus. Interessenkonflikt: Drei der vier Autoren erhielten Mittel der niederländischen Doping-Behörde.
2Hershberger L, Shipley EG, Meyer RK (1953). Myotrophic activity of 19-nortestosterone and other steroids determined by modified levator ani muscle method. Proc Soc Exp Biol Med 83:175–180. PMID 13064212 Die Originalarbeit zum Verfahren, aus dem sämtliche Anabolik- und Androgenik-Werte stammen.
3Nimni M, Geiger K (1957). Non-suitability of levator ani method as an index of anabolic effect of steroids. Proc Soc Exp Biol Med 94:606–610. PMID 13408339 Der Einwand gegen das Verfahren — vier Jahre nach seiner Einführung.
4Vida JA (1969). Androgens and Anabolic Agents: Chemistry and Pharmacology. Academic Press, New York. Monografie · rund 650 Verbindungen Die Sammelquelle, aus der die kursierenden Tabellen überwiegend abgeschrieben sind. Zusammengetragen aus Studien verschiedener Labore mit unterschiedlichen Protokollen.
5Bhasin S et al. (2012). Effect of testosterone supplementation with and without a dual 5α-reductase inhibitor on fat-free mass in men with suppressed testosterone production. JAMA 307:931–939. PMID 22396515 Beleg dafür, dass die menschliche Prostata auch unter sehr hohen Testosterongaben über 20 Wochen unverändert blieb.
6Jones IA et al. (2018). Anabolic steroids and tendons: A review of their mechanical, structural, and biologic effects. Journal of Orthopaedic Research 36:2830–2841. DOI 10.1002/jor.24116 Systematische Übersicht zu Kapitel 05: 18 sehr unterschiedliche Studien, ganz überwiegend an Kleintieren, häufig widersprüchlich; keine klare Aussage in eine Richtung.
7Marqueti RC et al. (2011). Biomechanical responses of different rat tendons to nandrolone decanoate and load exercise. Scand J Med Sci Sports 21:e91–e99. PMID 20673248 Nandrolon senkt die Nachgiebigkeit der Sehne, Training verstärkt den Effekt. Einschränkung: Rattenmodell, 24 Tiere in vier Gruppen. Kleine Fallzahl.
8Karpakka JA, Pesola MK, Takala TE (1992). The effects of anabolic steroids on collagen synthesis in rat skeletal muscle and tendon. Am J Sports Med 20:262–266. DOI 10.1177/036354659202000305 Gesenkte Aktivität der Prolyl-4-Hydroxylase, eines Schlüsselenzyms der Kollagenbildung: im Muskel nach einer Woche, nach drei Wochen wieder normal; in der Achillessehne nur bei der fünffachen therapeutischen Dosis. Einschränkung: Von den Autoren selbst als vorläufiger Bericht bezeichnet.
9Inhofe PD et al. (1995). The effects of anabolic steroids on rat tendon: an ultrastructural, biomechanical, and biochemical analysis. Am J Sports Med 23:227–232. DOI 10.1177/036354659502300217 Steifere Sehne, geringere Energieaufnahme, Reißkraft unverändert, Effekt nach Absetzen vollständig reversibel.
10Loke S, de la Torre X, Iannone M, La Piana G, Schlörer N, Botrè F, Bureik M, Parr MK (2021). Controlled administration of dehydrochloromethyltestosterone in humans: Urinary excretion and long-term detection of metabolites for anti-doping purpose. J Steroid Biochem Mol Biol 214:105978. DOI 10.1016/j.jsbmb.2021.105978 · PMID 34418529 Kontrollierte Studie mit einer einzigen Gabe bei fünf gesunden Männern. Längstes Nachweisfenster 45 Tage bei einem Teilnehmer; die letzte eindeutig positive Probe stammte je nach Teilnehmer von Tag 9,9 bis 44,9 — Grundlage für Angabe 2 im Faktencheck (Kapitel 06).
11Schroeder ET et al. (2004). Treatment with oxandrolone and the durability of effects in older men. J Appl Physiol 96(3):1055–1062. DOI 10.1152/japplphysiol.00808.2003 · PMID 14578370 Eine der wenigen echten Humanstudien in dieser Matrix: 12 Wochen Oxandrolon, plus 3,0 kg fettfreie Masse, minus 1,9 kg Fettmasse, nur geringe Laborveränderungen.
12Thompson PD et al. (1989). Contrasting effects of testosterone and stanozolol on serum lipoprotein levels. JAMA 261:1165–1168. DOI 10.1001/jama.1989.03420080085036 Humandaten zum HDL-Einbruch unter Stanozolol als Tablette im direkten Vergleich mit gespritztem Testosteron, 11 Kraftsportler.
13Kennedy B, Yarbro JW (1968). Effect of methenolone enanthate in advanced cancer of the breast. Cancer 21:197–201. PMID 4952912 Hochdosiertes Methenolon: Heiserkeit 76 %, Haarwuchs nach männlichem Muster 52 %, Akne 44 % — Grundlage für Angabe 4 im Faktencheck (Kapitel 06). Einschränkung: 27 Frauen mit fortgeschrittenem Brustkrebs, Dosierung weit oberhalb heutiger Anwendung, Studie von 1968 ohne moderne Kontrollstandards.
14Bond P, Llewellyn W, Van Mol P (2016). Anabolic androgenic steroid-induced hepatotoxicity. Medical Hypotheses 93:150–153. PMID 27372877 Mechanistische Arbeit zur Leberschädigung oral wirksamer Androgene. Einschränkung: Als Hypothesenarbeit veröffentlicht, nicht als Primärforschung. Ein Mitautor ist mit der Anschrift der Firma Molecular Nutrition angegeben; Interessenkonflikte nicht geprüft.
Was fehlt Für die Mehrzahl der Einträge – besonders die Designer-Verbindungen der 2000er Jahre, die veralteten Präparate und die reinen Forschungssubstanzen – ist keine belastbare Primärliteratur zu finden. Diese Einträge tragen die Stufe S und stehen genau deshalb dort.