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die fittermacher
Peptide
Wissen · Stefan Trost
Peptide · Fitness · Abnehmen · Longevity · Beauty

Peptide: Medikament, Kosmetik oder Graumarkt?

„Peptid“ sagt nur, wie ein Stoff gebaut ist – nicht, ob er wirkt, erlaubt oder sicher ist. Das entscheidet sich bei jedem Stoff einzeln.

Peptide sind kurze Ketten aus Aminosäuren, den Bausteinen von Eiweiß. Unter diesem Wort laufen zugelassene Medikamente wie Insulin oder die Abnehmspritze Semaglutid,1, 2 Wirkstoffe in Hautcremes3 – und Stoffe wie BPC-157, die nirgends als Arzneimittel zugelassen sind und trotzdem von Sportlern verwendet werden.4

Hier ordne ich als Personal Trainer – nicht als Arzt – 20 Peptide ein, die in Fitness, Abnehmen und Beauty oft genannt werden, in der Longevity-Szene, der es um ein langes, gesundes Leben geht, und beim Biohacking, also bei Selbstversuchen am eigenen Körper: wie gut sie am Menschen untersucht sind, ob sie in Deutschland zugelassen sind, ob sie auf der Dopingliste stehen – und wie ich das Risiko einschätze, wenn jemand sie ohne Arzt nimmt. Dazu kommt eine Übersicht über 80 Peptide, sortiert von zugelassen bis Graumarkt – Ware, die ohne Zulassung im Netz verkauft wird.

−14,9 %
Körpergewicht in 68 Wochen mit der Abnehmspritze Semaglutid – mit Scheinmedikament −2,4 Prozent5
30
Menschen in den drei veröffentlichten Studien zu BPC-157 – zusammen, alle ohne Vergleichsgruppe6
9 von 80
Peptiden aus der Übersicht sind in Deutschland als Medikament zugelassen – gezählt in Kapitel 062

Peptide in Fragen und Antworten

Auf einen Blick · Einordnung von Stefan Trost

Acht Fragen, kurz beantwortet

Wenn Du nur zwei Minuten hast, reicht dieser Kasten. Alles Weitere steht darunter.

„Was sind Peptide überhaupt?“
Kurze Ketten aus Aminosäuren. Lange Ketten heißen Proteine; meist zieht man die Grenze bei 50 Aminosäuren – eine Festlegung, keine Naturregel.7 Viele Peptide sind Botenstoffe im Körper. Das Hormon Insulin zum Beispiel besteht aus 51 Aminosäuren und gilt deshalb mal als Peptid, mal als Protein.1, 8
„Sind Peptide nicht einfach Eiweiß – also harmlos?“
Nicht unbedingt. Kollagenpeptide als Pulver sind ein Lebensmittel.9 Gespritzte Peptide wirken dagegen oft wie Hormone: In einer großen Studie mit Menschen mit Typ-1-Diabetes kam es unter intensiver Insulinbehandlung zwei- bis dreimal so oft zu schweren Unterzuckerungen wie unter der üblichen Behandlung.10
„Gibt es Peptide, die nachweislich helfen?“
Ja – als Medikamente, für bestimmte Krankheiten. Insulin bei Diabetes, Semaglutid und Tirzepatid bei starkem Übergewicht, Teriparatid bei Knochenschwund: In einer großen Studie mit Frauen nach den Wechseljahren, die schon Wirbelbrüche hatten, bekamen mit Scheinmedikament 14 Prozent neue Wirbelbrüche, mit Teriparatid je nach Dosisstufe 5 und 4 Prozent; gesponsert hat die Studie der Hersteller.11
„Hilft BPC-157 bei Sehnen- und Gelenkverletzungen?“
Beim Menschen ist das nicht belegt. Eine Übersichtsarbeit von 2026 fand drei veröffentlichte Studien mit zusammen 30 Menschen, alle ohne Vergleichsgruppe und nur eine zu Gelenken – zu Knieschmerzen; das Vertrauen in ihre Ergebnisse ist sehr niedrig.6 Fast alles andere stammt aus Tierversuchen.4
„Ist die Abnehmspritze auch ein Peptid?“
Ja. Semaglutid und Tirzepatid sind Peptide und in Deutschland als Medikament zugelassen.2 In einer großen Studie, bezahlt vom Hersteller, nahmen Menschen mit Semaglutid in 68 Wochen im Mittel 14,9 Prozent ab, mit Scheinmedikament 2,4.5 Sie gehört trotzdem in ärztliche Hände: Übelkeit und Durchfall waren die häufigsten Nebenwirkungen.5 Und wer in einer zweiten Studie nach gut zehn Prozent Gewichtsverlust auf Scheinmedikament wechselte, nahm in den folgenden 48 Wochen wieder 6,9 Prozent zu.12
„Im Netz gibt es Peptide ‚nur für Forschungszwecke‘. Kann ich die nehmen?“
Besser nicht. Der Hinweis heißt: nicht für Menschen bestimmt – niemand steht dafür ein, was wirklich in der Ampulle ist. Europäische Kontrolllabore werteten verdächtige Produkte mit nicht zugelassenen Wirkstoffen aus, die Behörden aufgefallen waren: In elf Prozent der Proben steckten solche Forschungspeptide.13 Für die Heilungs-Peptide BPC-157 und TB-500, für KPV, das gegen Entzündungen beworben wird, und für MOTS-c, das auf die Kraftwerke der Zellen zielen soll, fand die US-Arzneimittelbehörde FDA 2026 keine ausreichenden Daten zur Sicherheit am Menschen; geprüft hat sie, ob Apotheken in den USA daraus Arzneimittel herstellen dürfen.14, 15, 16, 17
„Stehen Peptide auf der Dopingliste?“
Viele ja. Die Liste nennt BPC-157 ausdrücklich, ebenso Stoffe, die die Ausschüttung von Wachstumshormon anregen, etwa CJC-1295 und Ipamorelin, dazu TB-500 und MOTS-c. Außerdem verbietet ein Sammelabschnitt der Liste jeden Wirkstoff, den kein anderer Abschnitt erfasst und den keine Behörde der Welt für die Behandlung von Menschen zugelassen hat.18 Semaglutid und Tirzepatid sind erlaubt; die Welt-Anti-Doping-Agentur beobachtet aber, ob Sportler sie missbrauchen – Semaglutid seit 2024, Tirzepatid seit 2026.19, 20
„Helfen Peptid-Cremes gegen Falten?“
Kaum belegt. Von 16 Kosmetik-Peptiden, die ich mir angesehen habe, fand ich nur für vier eine veröffentlichte Studie mit Vergleichsgruppe zum einzelnen Stoff. Die größte kam aus dem Haus eines Creme-Herstellers und zeigte weniger Falten.21 Zu einem Peptid, das als Alternative zu Botox beworben wird, fanden zwei kleine Studien eine glattere Hautoberfläche, eine dritte keinen messbaren Effekt auf die Falten.22, 23, 24
01Gilt das für Dich?

Wo Du auf dieser Seite weiterliest

Peptide kommen aus sehr verschiedenen Ecken: Klinik, Kraftsport, Kosmetik, Altersforschung. Such Dir die Karte, die zu Dir passt – sie sagt Dir, worauf es für Dich ankommt.

Du hast eine Verletzung

Erst Diagnose, dann Plan

Für die bekannten Heilungs-Peptide gibt es am Menschen kaum Daten: zu BPC-157 drei kleine Studien ohne Vergleichsgruppe,6 zu TB-500 laut FDA keine einzige.15 Kapitel 04 zeigt beide im Detail.

Du willst abnehmen

Es gibt zugelassene Mittel

Semaglutid und Tirzepatid sind in Deutschland zugelassen und gut untersucht – mit Rezept und ärztlicher Begleitung.2, 5, 25 Retatrutid, ein neuer Wirkstoff, der an den Andockstellen dreier Hormone ansetzt, ist noch nirgends zugelassen.26

Du startest im Wettkampf

Die Liste ist strenger, als sie aussieht

Verboten sind nicht nur die Stoffe, die auf der Dopingliste stehen, sondern jeder Wirkstoff, der nirgends als Medikament zugelassen ist und in keinem anderen Abschnitt der Liste vorkommt: Das regelt ein Sammelabschnitt, auch wenn die Liste den Stoff nicht nennt.18 Kapitel 06 zeigt den Stand für alle 80 Peptide.

Du bist eine Frau und denkst an die Abnehmspritze

Verhütung und Kinderwunsch

Unter Tirzepatid sollen Frauen verhüten und das Mittel mindestens einen Monat vor einer geplanten Schwangerschaft absetzen.27 Ob es die Pille schwächt, sehen Behörden unterschiedlich: Die EU-Fachinformation – die amtliche Beschreibung des Medikaments für Ärzte – hält den Effekt für klinisch nicht bedeutsam, die australische Arzneimittelbehörde rät zu Beginn und nach jeder Dosiserhöhung vier Wochen lang zusätzlich zum Kondom – oder zu einer Verhütung ohne Tablette.27, 28 Unter Semaglutid wird ebenfalls Verhütung empfohlen; abgesetzt werden soll es mindestens zwei Monate vor einer geplanten Schwangerschaft, die Wirkung der Pille schwächt es laut Fachinformation voraussichtlich nicht.29

Du bist über 50

Muskeln zählen doppelt

Wer abnimmt, verliert nicht nur Fett: In einer Teilauswertung einer großen Abnehmstudie mit Tirzepatid war rund ein Viertel des verlorenen Gewichts fettfreie Masse, zu der Muskeln, Organe und Wasser gehören – mit Scheinmedikament genauso. Die Autoren waren überwiegend beim Hersteller angestellt.30 Eine Übersichtsarbeit nennt höheres Alter als Grund, genauer hinzusehen, wer die Spritze bekommt – wegen des Risikos für Muskelschwund; eine Mitautorin arbeitet bei einer Firma, die Körperanalysen per Kernspin anbietet.31 Wer mit der Spritze abnimmt, sollte deshalb Kraft trainieren – das ist meine Einschätzung als Trainer, keine Studienregel.

Medizinische Vorgeschichte

Erst die Freigabe

Bei Erkrankungen von Herz, Kreislauf, Gelenken oder Stoffwechsel klärst Du vorher mit Deinem Arzt, ob eines dieser Mittel für Dich überhaupt infrage kommt.

Nicht Thema dieser Seite Mengen, Anwendungsschemata, Kombinationen und Bezugsquellen stehen hier nicht – auch nicht für zugelassene Mittel. Bei Medikamenten ist das Sache Deines Arztes, bei allen anderen Stoffen gibt es dafür keine geprüfte Grundlage. Ob Kauf und Besitz einzelner Stoffe in Deutschland erlaubt sind, prüft diese Seite nicht. Sie ordnet ein, was belegt ist, was zugelassen ist, was auf der Dopingliste steht und wo das Risiko liegt.
02So prüfst Du

So prüfst Du ein Peptid, bevor Du einem Versprechen glaubst

Wenn Du nur ein Kapitel liest, dann dieses. Diese Regeln gelten für jedes Peptid – auch für eines, das auf dieser Seite nicht steht.

✓Frag zuerst: Ist es irgendwo als Medikament zugelassen – und wofür? Eine Zulassung gilt für eine bestimmte Krankheit. Tesamorelin zum Beispiel ist in den USA gegen das Fett im Bauchraum bei Menschen mit HIV zugelassen,32 nicht zum Abnehmen im Studio.
✓Unterscheide Creme und Spritze. Das Kupfer-Peptid GHK-Cu ist ein Inhaltsstoff für die Hautpflege;3 in einer Studie mit Vergleichsgruppe wurde es als Creme geprüft.33 Wer es spritzt, nutzt einen Wirkstoff, der dafür nie geprüft wurde.
✓Lass Schmerzen an Sehne oder Gelenk untersuchen, bevor Du an irgendein Mittel denkst. Für die bekannten Heilungs-Peptide BPC-157 und TB-500 fehlen Belege am Menschen.6, 15 Selbst wenn ein Mittel den Schmerz dämpft, beseitigt es nicht die Ursache.
✓Wenn die Abnehmspritze für Dich infrage kommt: mit Rezept, aus der Apotheke, mit ärztlicher Begleitung. Nur dann weißt Du, was in der Spritze ist, und jemand achtet auf Nebenwirkungen wie anhaltende Übelkeit oder eine Entzündung der Bauchspeicheldrüse.5, 27
✕Kauf nichts, was als ‚Forschungschemikalie‘ oder ‚nicht für den menschlichen Gebrauch‘ verkauft wird. Wie wenig man sich auf Ware ohne Kontrolle verlassen kann, zeigen Testkäufe von Semaglutid aus illegalen Online-Apotheken: Drei von sechs Bestellungen kamen nie an; in den drei gelieferten Fläschchen steckte deutlich mehr Wirkstoff als angegeben, und alle enthielten Endotoxine – Giftstoffe aus Bakterienwänden.34 Ein Dopinglabor fand in nur 9 von 17 Produkten, die als „Follistatin“ – ein körpereigenes Eiweiß – verkauft wurden, diesen Stoff; in anderen steckte etwas anderes.35
✕Nimm Tierversuche nicht als Beleg für Menschen. In einer Übersichtsarbeit zu BPC-157 mit Studien bis Mitte 2024 waren 35 von 36 Labor- oder Tierversuche.4
✕Verlass Dich nicht darauf, dass ein Stoff nicht auf der Dopingliste steht. Ein Sammelabschnitt der Liste verbietet jeden Wirkstoff, der nirgends als Medikament zugelassen ist und in keinem anderen Abschnitt vorkommt – auch ohne ihn beim Namen zu nennen.18
Wenn Du nur einen Absatz mitnimmst Frag bei jedem Peptid: Wofür ist es zugelassen? Wie gut ist es am Menschen untersucht? Steht es auf der Dopingliste? Und wer steht dafür ein, was in der Ampulle ist? Kannst Du eine dieser Fragen nicht beantworten, ist das schon eine Antwort. Das ist meine Einschätzung, keine Studienregel.
03Was Peptide sind

Was Peptide sind – und warum das Wort allein nichts verspricht

Ein Peptid kann ein Hormon sein, ein Medikament, ein Inhaltsstoff in der Gesichtscreme oder ein Pulver aus einem Online-Shop. Was es darf und was es kann, hängt davon ab, in welche dieser Welten es gehört.

Welt 1 · Arzneimittel

Zugelassen für eine Krankheit

Ein Medikament braucht eine Zulassung: Der Hersteller muss belegen, dass der Nutzen für eine bestimmte Krankheit die Risiken überwiegt. Gelingt das nicht, gibt es keine – den Antrag für Tesamorelin zog der Antragsteller in der EU 2012 zurück, weil der Fachausschuss der Europäischen Arzneimittel-Agentur die Bilanz vorläufig nicht als positiv belegt sah.36

Welt 2 · Kosmetik

Pflegt die Haut, heilt nicht

Peptide in Cremes sind Kosmetik-Inhaltsstoffe; ein Eintrag im amtlichen EU-Verzeichnis der Kosmetik-Inhaltsstoffe, CosIng, heißt nicht: geprüft oder erlaubt.37 Wer verspricht, Falten zu beseitigen oder die Kollagenbildung zu steigern, macht aus der Creme nach US-Recht ein Arzneimittel.38 In der EU entscheidet darüber die Kosmetikverordnung.37

Welt 3 · Lebensmittel

Pulver, Kapsel, Shake

Kollagenpeptide, Molkeneiweiß oder Kapseln mit Glutathion, einem körpereigenen Schutzstoff der Zellen, werden als Lebensmittel verkauft.9, 39 Gesundheitsversprechen müssen in der EU genehmigt sein – für Kollagen und die Gelenke wurde eines abgelehnt.9

Welt 4 · Forschungschemikalie

Nicht für Menschen bestimmt

Viele Peptide werden im Netz mit dem Hinweis „nur für Forschungszwecke“ verkauft – kein Status als Arzneimittel, Kosmetik oder Lebensmittel steht dahinter. Bei mehreren dieser Stoffe sah die US-Arzneimittelbehörde FDA 2026 ein Risiko durch Verunreinigungen oder bemängelte fehlende Angaben dazu – geprüft hat sie, ob Apotheken in den USA daraus Arzneimittel herstellen dürfen.14, 15, 40

Der Weg eines Wirkstoffs – und wo die bekannten Peptide stehen

Bevor ein Stoff Medikament wird, muss er mehrere Stufen schaffen. Die meisten Versprechen rund um Peptide stammen aus der ersten Stufe – dort, wo noch kein Mensch den Stoff bekommen hat.

Lab

Zellkultur und Tierversuch

Hier entstehen die meisten Versprechen. Bei BPC-157 etwa fand eine Übersichtsarbeit unter 36 Studien bis Mitte 2024 nur eine am Menschen.4 Für TB-500, KPV und MOTS-c fand die FDA 2026 keine einzige Studie, in der Menschen den Stoff bekamen.15, 16, 17 Was in der Ratte wirkt, ist für den Menschen eine Vermutung, kein Beleg.

P1

Phase 1: einige Dutzend Menschen, Frage Sicherheit

An Phase 1 nehmen laut FDA 20 bis 100 Menschen teil; geprüft werden Sicherheit und Dosis. Rund 70 Prozent der Wirkstoffe kommen weiter.41 So wurde zum Beispiel das vollständige Eiweiß Thymosin β4 – TB-500 ist ein Bruchstück davon – im Auftrag eines Herstellers an Gesunden auf Verträglichkeit geprüft.42

P2

Phase 2: bis zu einigen Hundert Menschen, Frage Wirkung

Erst hier zeigt sich, ob ein Stoff bei einer Krankheit etwas bewirkt; rund ein Drittel schafft den nächsten Schritt.41 Ipamorelin scheiterte hier: Gegen die Darmträgheit nach Darmoperationen wirkte es nicht besser als ein Scheinmedikament.43

P3

Phase 3: Hunderte bis Tausende, Frage Nutzen gegen Risiko

Retatrutid steht gerade an dieser Stelle: In der größten bisher veröffentlichten Studie verloren die Teilnehmer in der höchsten Dosisstufe in 80 Wochen im Mittel 25,0 Prozent ihres Gewichts, mit Scheinmedikament 3,9 Prozent; die Studie erschien 2026, bezahlt hat der Hersteller.44 Zugelassen ist der Wirkstoff nirgends; den Antrag plant der Hersteller für Anfang 2027.26

Zul.

Zulassung – für eine bestimmte Krankheit

Semaglutid und Tirzepatid sind in der EU für Diabetes und zum Abnehmen zugelassen.2 Elamipretid, in der Szene als SS-31 bekannt, bekam 2025 in den USA eine beschleunigte Zulassung für eine seltene Erbkrankheit – auf Grundlage eines Ersatzmaßes: Gemessen wurde nicht, ob es den Kranken im Alltag besser geht, sondern die Kraft im Oberschenkel. Eine beschleunigte Zulassung ist vorläufig; eine weitere Studie muss den Nutzen noch bestätigen.45

Von 100 Wirkstoffen am Menschen bis durch Phase 3 · aus Angaben der FDA gerechnet Phase 1 → Phase 2: rund 70 % kommen weiter · bleiben 70 Phase 2 → Phase 3: rund 33 % · 70 × 0,33 = 23 Phase 3 bestanden: 25 bis 30 % · 23 × 0,25 = 5,8 · 23 × 0,30 = 6,9 Von 100 Wirkstoffen, die am Menschen getestet werden, bestehen rund sechs bis sieben auch Phase 3 – erst danach kann die Zulassung beantragt werden

gerechnet Von mir aus den Angaben der FDA gerechnet.41 Die Anteile sind gerundete Durchschnittswerte über alle Arten von Wirkstoffen, nicht nur Peptide. Sie zeigen die Größenordnung: Die meisten Stoffe, die am Menschen geprüft werden, kommen nie in die Apotheke.

Die vier Marker auf jeder Karte

Jedes der 20 Peptide in Kapitel 04 und 05 trägt vier Marker. Die ersten drei beruhen auf überprüfbaren Quellen, der vierte ist meine Einschätzung. Wo beim dritten „meine Einordnung“ oder „unklar“ steht, ist es meine Lesart der Liste. Auch die möglichen Risiken unter jeder Karte schätze ich ein – aus Studien, der Wirkweise und den Befunden zu Graumarktware; für das einzelne Peptid belegt sind sie nur, wo der Text das sagt.

1Evidenz beim Menschen – wie weit die Forschung am Menschen ist, egal mit welchem Ergebnis: ●○○○ präklinisch, nur Zellkultur und Tierversuch · ●●○○ frühe Humandaten, kleine Studien ohne echte Vergleichsgruppe oder nur zu Hormonwerten · ●●●○ kontrollierte Studien: mindestens eine vollständig veröffentlichte Studie, die den Stoff mit einem Scheinmittel oder einem anderen Mittel vergleicht – mit Zufallszuteilung oder verblindet, sodass die Teilnehmer nicht wissen, was sie bekommen – und einen Nutzen zum Ziel hat; ein Kongress-Kurzbericht allein reicht nicht · ●●●● etabliert, zugelassen und mit großer Studienbasis – das heißt nicht, dass jede beworbene Wirkung gesichert ist.
2Status in Deutschland – in Deutschland zugelassen, nur im Ausland zugelassen, nicht zugelassen oder frei verkäuflich als Kosmetik.
3Dopingliste 2026 – „genannt“: Die Welt-Anti-Doping-Agentur WADA nennt den Stoff beim Namen. „Meine Einordnung“: Die Liste nennt ihn nicht; nach ihrem Wortlaut ist er trotzdem verboten – meist über die Klausel S0 für Wirkstoffe, die nirgends zugelassen sind – oder eben nicht. „Unklar“: nicht genannt, und der Wortlaut lässt beides zu. Kürzel wie S0 oder S2.2.4 sind die Abschnitte der Liste. „Wird beobachtet“ heißt: erlaubt, aber im Überwachungsprogramm der WADA.18, 20
4Ampel – meine Einschätzung des Risikos. Die Ampel auf jeder Karte bewertet ausschließlich die Anwendung außerhalb einer ärztlichen Indikation, also ohne ärztlich festgestellten Grund für eine Behandlung – selbst besorgt, ohne Diagnose, ohne Begleitung, ohne Kontrolle. Ein zugelassenes Medikament kann deshalb auf Rot stehen. Das ist kein Urteil über den Wirkstoff, sondern über diesen Weg.
  • GelbNachvollziehbare Datenlage, überschaubares Risiko. Trotzdem nichts, was man ohne Grund und ohne Begleitung anfängt.
  • Gelb-RotEs gibt etwas zu sehen – aber die Lücken sind größer als das Belegte. Ohne medizinischen Rahmen kritisch.
  • RotAußerhalb ärztlicher Indikation nicht vertretbar. Bei Semaglutid und Tirzepatid liegt das nicht am Wirkstoff, sondern am Weg: ohne Diagnose, ohne Kontrolle, aus unklarer Quelle.
  • DunkelrotBeim Bräunungsmittel Melanotan II Warnsignale aus Fallberichten – ein Melanom, auffällig veränderte Muttermale (Kapitel 05) – bei Ware, deren Inhalt niemand prüft; bei Retatrutid ein Wirkstoff, dessen Prüfung noch nicht abgeschlossen ist und den der Hersteller legal nur in Studien und in einem Programm für eine begrenzte Zahl von Kranken abgibt26, 46 – was im Netz unter seinem Namen verkauft wird, kommt also nicht aus legaler Quelle. Hier gibt es nichts abzuwägen.
04Die 20 · Teil 1

Die 20 Peptide im Einzelnen: Heilung, Wachstumshormon, Abnehmen

Jede Karte zeigt, was in der Szene versprochen wird, was belegt ist und wo der Haken liegt. Die vier Marker stehen oben auf jeder Karte; was sie bedeuten, steht am Ende von Kapitel 03.

Die 20 auf einen Blick

PeptidEvidenzStatus in DEDopingliste 2026Ampel
BPC-157●●○○ frühe Humandatennicht zugelassenverboten · S0, genanntRot
TB-500●○○○ präklinischnicht zugelassenverboten · S2.3, genanntRot
CJC-1295●●○○ frühe Humandatennicht zugelassenverboten · S2.2.4, genanntRot
Ipamorelin●●●○ kontrollierte Studiennicht zugelassenverboten · S2.2.4, genanntGelb-Rot
GHRP-2●●○○ frühe Humandatenim Ausland zugelassen (Japan, nur als Testmittel)verboten · S2.2.4, genanntRot
GHRP-6●●○○ frühe Humandatennicht zugelassenverboten · S2.2.4, genanntRot
Sermorelin●●●○ kontrollierte Studiennicht zugelassen (USA bis 2009)verboten · S2.2.4, genanntGelb-Rot
Tesamorelin●●●● etabliertim Ausland zugelassen (USA)verboten · S2.2.4, genanntGelb-Rot
Semaglutid●●●● etabliertin Deutschland zugelassennicht verboten · wird beobachtetRot
Tirzepatid●●●● etabliertin Deutschland zugelassennicht verboten · wird beobachtetRot
Retatrutid●●●○ kontrollierte Studiennicht zugelassenverboten · S0, meine EinordnungDunkelrot
GHK-Cu●●●○ kontrollierte Studien (als Creme)frei verkäuflich als Kosmetikgespritzt verboten · S0, meine EinordnungGelb-Rot
Melanotan II●●●○ kontrollierte Studiennicht zugelassenverboten · S0, meine EinordnungDunkelrot
Epitalon●●○○ frühe Humandatennicht zugelassenverboten · S0, meine EinordnungRot
MOTS-c●○○○ präklinischnicht zugelassenverboten · S4.4.1, genanntRot
SS-31 (Elamipretid)●●●○ kontrollierte Studienim Ausland zugelassen (USA)nicht verboten · meine EinordnungGelb-Rot
Thymosin α1●●●● etabliertim Ausland zugelassen (u. a. Italien)nicht verboten · meine EinordnungGelb
KPV●○○○ präklinischnicht zugelassenverboten · S0, meine EinordnungGelb-Rot
Selank●●○○ frühe Humandatenim Ausland zugelassen (Russland)nicht genannt · unklarGelb-Rot
Semax●●○○ frühe Humandatenim Ausland zugelassen (Russland)nicht genannt · unklarGelb-Rot

Evidenz, Status und Dopingliste beruhen auf Studien, Zulassungsregistern und der Verbotsliste 2026;18 „meine Einordnung“ heißt: Die Liste nennt den Stoff nicht, ich lese ihn aus ihrem Wortlaut ab; Kürzel wie S0 sind Abschnitte der Liste, erklärt am Ende von Kapitel 03. Die Ampel ist meine Einschätzung. Die Belege stehen bei den einzelnen Karten.

Heilung und Verletzungen

BPC-157 und TB-500 sind die lautesten Namen in der Fitness-Szene. Viele Erfahrungsberichte – und eine Datenlage am Menschen, die deutlich dünner ist, als die Versprechen vermuten lassen.

BPC-157

„Body Protection Compound 157“ · Peptid aus 15 Aminosäuren, ursprünglich aus Magensaft beschrieben

  • Evidenz frühe Humandaten
  • Status DE nicht zugelassen
  • Doping verboten · S0, genannt
  • Ampel Rot

Was die Szene sagt: „Heilt Sehnen, Gelenke, Muskeln und Darm.“ Im Netz heißt es oft „Wolverine-Peptid“ – nach einer Comicfigur, deren Wunden von selbst heilen.

Was belegt ist: In Tierversuchen heilten Sehnen, Bänder, Muskeln und Knochen besser.4 Am Menschen gibt es drei veröffentlichte Studien mit zusammen 30 Teilnehmern – zu Knieschmerzen, zu einer chronischen Blasenerkrankung und zur Verträglichkeit. Die meisten Teilnehmer berichteten weniger Beschwerden; aber keine der Studien hatte eine Vergleichsgruppe, und das Vertrauen in ihre Ergebnisse ist sehr niedrig.6

Der Haken: Knapp drei von vier Arbeiten zu BPC-157 stammen aus dem Umfeld einer einzigen Forschergruppe in Zagreb (Rechnung unten).47 Wie viele Studien am Menschen es gibt, hängt davon ab, wer zählt: Eine Übersicht mit Studien bis Mitte 2024 fand eine,4 die neuere drei;6 die FDA kam 2026 auf fünf, weil sie zwei Studien mitzählte, die es nur als Kongress-Kurzbericht gibt. Eine davon verglich bei Menschen mit Darmentzündung mit einem Scheinmedikament – der FDA reichten die Angaben nicht. Für ein Urteil über die Sicherheit am Menschen genügen die Daten laut FDA nicht; sie sieht ein mögliches Risiko für Immunreaktionen.14

Mögliche Risiken: unklare Langzeitsicherheit · unbekannte Qualität aus dem Netz · falsche Diagnose · überdeckter Schmerz · Immunreaktion

Kein Wolverine-Serum. Interessant, aber kein bewiesenes Heilungswunder.

TB-500

künstliches Bruchstück aus 7 Aminosäuren des körpereigenen Eiweißes Thymosin β4

  • Evidenz präklinisch
  • Status DE nicht zugelassen
  • Doping verboten · S2.3, genannt
  • Ampel Rot

Was die Szene sagt: „Beschleunigt Heilung und macht Gewebe wieder belastbar.“ Fast immer zusammen mit BPC-157 genannt.

Was belegt ist: Eine Arbeit, in der Menschen TB-500 bekamen, fand die FDA 2026 nicht.15 Am Menschen geprüft wurde nur das vollständige Thymosin β4, zum Beispiel als Infusion auf Verträglichkeit bei Gesunden,42, 48 in kleinen Studien mit Kranken als Wundgel und als Augentropfen49, 50 und in einer Studie mit Scheinmedikament nach einem Herzinfarkt. Dort war der vom Infarkt geschädigte Bereich des Herzmuskels nach drei Monaten insgesamt nicht nachweisbar kleiner als unter Scheinmedikament, nur in einer Teilgruppe, die die erste Gabe innerhalb von acht Stunden nach der Wiedereröffnung des verschlossenen Herzgefäßes bekam.51 An zwei dieser Studien waren Mitarbeiter einer Firma beteiligt, die Thymosin β4 als Medikament entwickelt.42, 51 Eine Studie am Menschen zu Verletzungen an Sehnen oder an den Muskeln, mit denen Du Dich bewegst, habe ich nicht gefunden.

Der Haken: Thymosin β4 und TB-500 werden ständig verwechselt – Studien zum einen sagen nichts über das andere. Thymosin β4 soll unter anderem die Bildung neuer Blutgefäße anregen;49 was das bei Spritzen in den ganzen Körper bedeutet, ist offen. Bei gespritzten Peptiden wie diesem sieht die FDA ein Risiko für Immunreaktionen; zu Verunreinigungen fehlen Angaben.15

Mögliche Risiken: unklare Wirkung im ganzen Körper · Gefäßneubildung als offene Frage · unbekannte Qualität · Doping

Beliebt in der Kombination, aber schwer sauber zu bewerten.

Wer forscht zu BPC-157? · gezählt am 22.10.2026 in PubMed, der großen Datenbank für medizinische Studien Arbeiten zu BPC-157 in PubMed: 235 davon mit dem Zagreber Pharmakologen Predrag Sikirić als Autor: 175 175 ÷ 235 = 0,74 Knapp drei von vier Arbeiten stammen aus dem Umfeld einer einzigen Forschergruppe

gerechnet Von mir aus zwei Suchabfragen in PubMed gerechnet; die Suchbegriffe stehen im Beleg.47 Gezählt sind Arbeiten aller Art, auch Übersichten und Tierversuche. Wie oft andere Labore die Befunde bestätigt haben, habe ich nicht gezählt.

Meine Einordnung · Heilung Beide Stoffe teilen dasselbe Problem: viele Erfahrungsberichte, aber keine ausreichende Datenlage am Menschen. Das größte praktische Risiko ist die falsche Diagnose – Schmerz überbrücken statt behandeln. Wenn eine Sehne kaputt ist, brauchst Du Diagnose, Belastungssteuerung und Reha. Kein Peptid ersetzt sauberes Training und Geduld.

Wachstumshormon-Achse

Sechs Stoffe, ein gemeinsamer Nenner: Sie bringen die Hirnanhangdrüse dazu, mehr Wachstumshormon auszuschütten – ich fasse sie hier als Wachstumshormon-Freisetzer zusammen. Es gibt zwei Arten: Abkömmlinge des Releasing-Hormons, mit dem das Zwischenhirn die Ausschüttung startet – CJC-1295, Sermorelin und Tesamorelin –, und Stoffe, die das Hungerhormon Ghrelin nachahmen – GHRP-2, GHRP-6 und Ipamorelin. Verkauft wird das oft als „natürliche“ Stimulation. Tatsächlich ist es ein Eingriff in ein Hormonsystem; alle sechs stehen auf der Dopingliste, auch die irgendwo zugelassenen.18 Für GHRP-2 und GHRP-6 nennt eine Übersichtsarbeit von 2026 mehr Appetit und vorübergehend erhöhte Werte der Hormone Prolaktin, das unter anderem die Milchbildung steuert, und Cortisol, das der Körper bei Stress ausschüttet; weil eine anhaltende Anregung der Wachstumshormon-Achse – des Regelkreises aus Gehirn, Hirnanhangdrüse und Leber – den Blutzucker stören kann, rät sie, ihn im Blick zu behalten. Wassereinlagerungen sowie Muskel- und Gelenkschmerzen sind unter diesen sechs Peptiden in Studien am Menschen bisher nur für Tesamorelin beschrieben.52 Beim verwandten Ibutamoren (MK-677), einem Mittel zum Schlucken, traten in einer Studie mit Älteren vorübergehend leichte Schwellungen an den Beinen und Muskelschmerzen auf; die fettfreie Masse stieg, die Kraft nicht.53 Eine andere Studie mit Ibutamoren wurde wegen Hinweisen auf Herzschwäche abgebrochen.54 Bei Wachstumshormon selbst gehören Wassereinlagerungen für Erwachsene zu den häufigen Nebenwirkungen55 – deshalb stehen sie auf den Karten als mögliches Risiko, auch wo sie für das einzelne Peptid nicht untersucht sind.

CJC-1295

abgewandeltes Wachstumshormon-Releasing-Hormon mit langer Wirkdauer

  • Evidenz frühe Humandaten
  • Status DE nicht zugelassen
  • Doping verboten · S2.2.4, genannt
  • Ampel Rot

Was die Szene sagt: „Mehr Wachstumshormon, bessere Regeneration, weniger Fett.“

Was belegt ist: In zwei kleinen Studien mit Gesunden stiegen nach einer Spritze das Wachstumshormon und der Wachstumsfaktor IGF-1 für mehrere Tage an.56

Der Haken: Gemessen wurden nur Hormonwerte; Studien zu Muskeln, Regeneration, Fettabbau oder Langzeitsicherheit habe ich nicht gefunden.56 Eine größere Studie mit Scheinmedikament an Menschen mit HIV und viel Bauchfett wurde 2006 nach dem Tod eines Teilnehmers abgebrochen; ob der Tod mit dem Mittel zusammenhing, war damals offen, Ergebnisse der Studie habe ich nicht gefunden.57

Mögliche Risiken: Wassereinlagerung · Blutdruck · Blutzucker · Anstieg von IGF-1

Die Wachstumshormon-Achse ist kein Wellness-Regler.

Ipamorelin

Peptid aus 5 Aminosäuren, ahmt das Hungerhormon Ghrelin nach

  • Evidenz kontrollierte Studien
  • Status DE nicht zugelassen
  • Doping verboten · S2.2.4, genannt
  • Ampel Gelb-Rot

Was die Szene sagt: „Sanfter Wachstumshormon-Impuls ohne harte Nebenwirkungen.“

Was belegt ist: Bei gesunden Männern löste es eine kurze Ausschüttung von Wachstumshormon aus.58 Im Tierversuch des Entwicklers stiegen – anders als bei älteren Freisetzern – die Stresshormone ACTH und Cortisol nicht.59

Der Haken: In der einzigen veröffentlichten Studie mit Vergleichsgruppe wirkte es gegen die Darmträgheit nach Darmoperationen nicht besser als ein Scheinmedikament.43 Studien mit gesunden Trainierenden über Wochen habe ich nicht gefunden.

Mögliche Risiken: Anstieg von IGF-1 · Hunger · Blutzucker

Milder vermarktet heißt nicht harmlos.

GHRP-2

Wirkstoffname Pralmorelin · älterer Wachstumshormon-Freisetzer

  • Evidenz frühe Humandaten
  • Status DE im Ausland zugelassen
  • Doping verboten · S2.2.4, genannt
  • Ampel Rot

Was die Szene sagt: „Mehr Wachstumshormon, mehr Appetit, mehr Aufbau.“

Was belegt ist: In Japan ist es zugelassen – aber nur als Testmittel, um einen Wachstumshormonmangel zu erkennen.60 In einer kleinen Studie mit gesunden Männern stiegen unter GHRP-2 das Wachstumshormon und der Appetit: Sie aßen im Mittel 36 Prozent mehr.61

Der Haken: Im Tierversuch des Ipamorelin-Entwicklers stiegen mit GHRP-2 auch die Stresshormone ACTH und Cortisol.59 Studien zu Muskeln oder Leistung bei Gesunden habe ich nicht gefunden.

Mögliche Risiken: Prolaktin- und Cortisol-Anstieg · Wassereinlagerung · unkontrollierter Hunger · unbekannte Qualität

Mehr Ausschüttung heißt nicht bessere Steuerung.

GHRP-6

älterer Wachstumshormon-Freisetzer

  • Evidenz frühe Humandaten
  • Status DE nicht zugelassen
  • Doping verboten · S2.2.4, genannt
  • Ampel Rot

Was die Szene sagt: „Wachstumshormon-Schub, Hunger, Massephase.“ Massephase heißt: eine Trainingsphase mit viel Essen für möglichst viel Muskelzuwachs.

Was belegt ist: In einer kleinen Studie mit gesunden Männern hing die Ausschüttung von Wachstumshormon zum größten Teil vom körpereigenen Releasing-Hormon ab – GHRP-6 verstärkt also vor allem das körpereigene Signal.62 Studien zu Muskeln oder Leistung bei Gesunden habe ich nicht gefunden.

Der Haken: Der Hunger-Effekt wird in der Bodybuilding-Szene gefeiert – er kann aber genauso das Problem sein. Im Tierversuch des Ipamorelin-Entwicklers stiegen auch ACTH und Cortisol.59

Mögliche Risiken: Blutzucker-Schwankungen · Wassereinlagerung · unkontrollierter Hunger · unbekannte Qualität

Für Masse verkauft, aber im Stoffwechsel nicht sauber.

Sermorelin

Teilstück des Wachstumshormon-Releasing-Hormons, 29 Aminosäuren

  • Evidenz kontrollierte Studien
  • Status DE nicht zugelassen
  • Doping verboten · S2.2.4, genannt
  • Ampel Gelb-Rot

Was die Szene sagt: „Natürlichere Wachstumshormon-Stimulation.“

Was belegt ist: In den USA war es zugelassen: zur Behandlung von Kindern mit Wachstumshormonmangel und als Test, ob die Hirnanhangdrüse Wachstumshormon ausschüttet. Der Hersteller nahm es vom Markt, die Zulassung erlosch 2009 – laut FDA nicht aus Gründen der Sicherheit oder Wirksamkeit.63 Eine Übersichtsarbeit von 1999 beschreibt, dass es bei einem Teil der Kinder das Wachstum förderte – nach den damaligen Daten weniger stark als Wachstumshormon selbst.64

Der Haken: Die Übersichtsarbeit nennt die Daten bei Kindern selbst begrenzt.64 Bei gesunden Älteren gibt es eine Studie mit Scheinmedikament: Nach rund einem halben Jahr fielen mit Sermorelin einige Denktests besser aus.65, 66 Dazu kommen kleine Studien ohne echte Vergleichsgruppe; in einer verbesserten sich nach sechs Wochen zwei von sechs Kraftmessungen.67 Eine heutige Zulassung habe ich nirgends gefunden.

Mögliche Risiken: Eingriff in die Hormonachse · Blutzucker · Wassereinlagerung · fehlende Indikation

Medizinischer Klang ersetzt keine Indikation.

Tesamorelin

abgewandeltes Wachstumshormon-Releasing-Hormon · Handelsname Egrifta

  • Evidenz etabliert
  • Status DE im Ausland zugelassen
  • Doping verboten · S2.2.4, genannt
  • Ampel Gelb-Rot

Was die Szene sagt: „Reduziert das Fett im Bauchraum.“

Was belegt ist: In den USA seit 2010 zugelassen – nur gegen das Fett im Bauchraum bei Menschen mit HIV, deren Therapie das Körperfett umverteilt.32 In zwei großen Studien mit Betroffenen schrumpfte dieses Fett in 26 Wochen um rund 15 Prozent stärker als mit Scheinmedikament.68

Der Haken: In der EU zog der Antragsteller 2012 seinen Zulassungsantrag zurück. Der Fachausschuss der Europäischen Arzneimittel-Agentur hielt die Wirkung auf das Bauchfett vorläufig für klinisch nicht bedeutsam und den Anstieg des Wachstumsfaktors IGF-1 für ein Sicherheitsproblem.36 Ohne HIV gibt es nur kleinere Studien, etwa bei Menschen mit viel Bauchfett und bei Älteren;69, 70 zugelassen ist es dafür nirgends.32, 36

Mögliche Risiken: falsche Zielgruppe · Anwendung außerhalb der Zulassung · Blutzucker · Wassereinlagerung · Gelenk- und Muskelschmerzen · Kosten ohne belegten Nutzen

Nicht jedes Bauchfettproblem ist ein Tesamorelin-Thema.

Meine Einordnung · Wachstumshormon Wachstumshormon ist kein Wellness-Knopf. Wer an dieser Achse dreht, muss wissen, was er tut. Wasser, Blutdruck, Blutzucker, IGF-1, Schlaf, Hunger, mögliches Gewebewachstum – das sind aus meiner Sicht die Nebenwirkungen, um die es in dieser Gruppe geht.

Abnehmen: Semaglutid und seine Nachfolger

Die Gruppe mit der größten medizinischen Bedeutung – und dem stärksten Lifestyle-Hype. Semaglutid und Tirzepatid ahmen Hormone aus dem Darm nach, die satt machen und den Blutzucker senken. Als zugelassene Medikamente haben sie eine große Studienbasis. Aus dem Online-Shop sind sie ein Selbstversuch.

Semaglutid

Abkömmling des Darmhormons GLP-1 · Handelsnamen Ozempic und Wegovy

  • Evidenz etabliert
  • Status DE zugelassen
  • Doping nicht verboten · wird beobachtet
  • Ampel Rot

Was die Szene sagt: „Abnehmspritze: Appetit weg, Gewicht runter.“

Was belegt ist: In einer großen Studie mit Menschen ohne Diabetes sank das Gewicht in 68 Wochen um 14,9 Prozent, mit Scheinmedikament um 2,4 Prozent – jeweils zusammen mit Beratung zu Ernährung und Bewegung.5 In der EU ist es seit 2018 gegen Typ-2-Diabetes und seit 2022 zum Abnehmen zugelassen.2

Der Haken: In einer zweiten Studie nahmen Menschen, die nach 20 Wochen und im Mittel 10,6 Prozent Gewichtsverlust auf Scheinmedikament wechselten, bis Woche 68 wieder 6,9 Prozent zu; wer weiterspritzte, verlor weitere 7,9 Prozent.12 Beide Studien bezahlte der Hersteller – ein möglicher Interessenkonflikt.5, 12

Mögliche Risiken: Übelkeit und Erbrechen · Galle und Bauchspeicheldrüse · Muskelverlust bei schlechter Ernährung · Fälschungen

Als Medikament stark. Als Internet-Selbstversuch riskant.

Tirzepatid

wirkt an den Andockstellen zweier Darmhormone, GIP und GLP-1 · Handelsname Mounjaro

  • Evidenz etabliert
  • Status DE zugelassen
  • Doping nicht verboten · wird beobachtet
  • Ampel Rot

Was die Szene sagt: „Stärker als Semaglutid.“

Was belegt ist: In einer großen Studie mit Menschen ohne Diabetes sank das Gewicht in 72 Wochen je nach Dosisstufe um 15,0 bis 20,9 Prozent, mit Scheinmedikament um 3,1 Prozent.25 Bei Menschen mit Typ-2-Diabetes waren es 12,8 und 14,7 Prozent, mit Scheinmedikament 3,2.71 In einer weiteren Studie, die beide direkt verglich, verloren Menschen über 72 Wochen mit Tirzepatid im Mittel 20,2 Prozent ihres Gewichts, mit Semaglutid 13,7 Prozent; alle wussten dabei, was sie bekamen.72 In der EU ist es seit 2022 gegen Typ-2-Diabetes zugelassen, seit Ende 2023 auch zum Abnehmen.2, 73

Der Haken: Alle drei Studien bezahlte der Hersteller – ein möglicher Interessenkonflikt.25, 71, 72 Frauen sollen während der Behandlung verhüten und das Mittel mindestens einen Monat vor einer geplanten Schwangerschaft absetzen.27

Mögliche Risiken: Magen-Darm · Bauchspeicheldrüse · Unterernährung · Schwarzmarkt

Starkes Medikament, kein Diät-Trick.

Retatrutid

wirkt an den Andockstellen dreier Hormone: GIP, GLP-1 und Glukagon, ein Hormon der Bauchspeicheldrüse

  • Evidenz kontrollierte Studien
  • Status DE nicht zugelassen
  • Doping verboten · S0, meine Einordnung
  • Ampel Dunkelrot

Was die Szene sagt: „Die nächste Generation – noch mehr Gewichtsverlust.“

Was belegt ist: In einer Studie der Phase 2 sank das Gewicht in der höchsten Dosisstufe in 48 Wochen um 24,2 Prozent, mit Scheinmedikament um 2,1 Prozent.74 In der größten bisher veröffentlichten Studie der letzten Phase, erschienen im September 2026, waren es in 80 Wochen 25,0 Prozent, mit Scheinmedikament 3,9 Prozent.44 Zwei weitere Studien der letzten Phase mit Menschen mit Typ-2-Diabetes sind ebenfalls veröffentlicht.75, 76 Bezahlt hat alle der Hersteller. Einen veröffentlichten direkten Vergleich mit Tirzepatid habe ich nicht gefunden.

Der Haken: Zugelassen ist es nirgends; den Antrag plant der Hersteller für Anfang 2027. Laut Hersteller war es im Mai 2026 legal nur in seinen Studien zu bekommen;46 seit August 2026 gibt er es in begrenzter Zahl auch an Menschen ab, die bestimmte medizinische Voraussetzungen erfüllen und an keiner Studie teilnehmen können.26 Übelkeit trat in der höchsten Dosisstufe nach Angaben des Herstellers bei 42 Prozent der Teilnehmer auf, mit Scheinmedikament bei 15 Prozent.46

Mögliche Risiken: unbekannte Langzeitdaten · Magen-Darm · Eingriff in den Stoffwechsel · Fälschungen · falsche Anwendung

Spannend in Studien, nicht als Selbstexperiment.

Meine Einordnung · Abnehmen Diese Wirkstoffe können stark sein. Aber stark heißt nicht harmlos. Appetitverlust, Gewichtsverlust, Magen-Darm, Galle, Bauchspeicheldrüse, Muskelverlust bei schlechter Ernährung – das ist der realistische Risikoraum dieser Gruppe.
05Die 20 · Teil 2

Die 20 Peptide im Einzelnen: Haut, Longevity, Immunsystem und Kopf

Hier liegen Kosmetik, Altersforschung und russische Arzneimittel nah beieinander. Gerade deshalb lohnt der genaue Blick auf den Marker „Status“ – zugelassen heißt bei diesen Stoffen oft: in einem anderen Land, für eine andere Krankheit.

Haut und Bräune

Zwei sehr unterschiedliche Stoffe unter einem Etikett: GHK-Cu gehört in die Hautpflege, Melanotan II ist ein ungeprüfter Wirkstoff mit Warnsignalen. Hautpflege ist nicht Injektion: Was als Creme plausibel ist, ist gespritzt nicht automatisch sicher.

GHK-Cu

Kupfer-Peptid aus 3 Aminosäuren · in Cremes als „Copper Tripeptide-1“

  • Evidenz kontrollierte Studien
  • Status DE frei verkäuflich · Kosmetik
  • Doping gespritzt verboten · S0, meine Einordnung
  • Ampel Gelb-Rot

Was die Szene sagt: „Bessere Haut, mehr Kollagen, Haarwachstum, Anti-Aging.“

Was belegt ist: In einer kleinen Studie mit Vergleichsgruppe nach einer Laserbehandlung der Haut zeigten die objektiven Messwerte – Rötung, Falten, Hautqualität – keinen gesicherten Unterschied; nur die Zufriedenheit im Fragebogen war besser.33 Als Kosmetik-Inhaltsstoff ist es gelistet3 – das ist weder eine Zulassung noch ein Wirkungsnachweis.

Der Haken: Kontrollierte Daten gibt es nur für die Creme. Studien am Menschen mit gespritztem GHK-Cu habe ich nicht gefunden; gespritzt ist es ein Wirkstoff ohne jede Zulassung und fällt nach meiner Lesart unter die Klausel S0 der Dopingliste.18 Die Ampel bewertet deshalb vor allem das Spritzen – als Creme ist GHK-Cu gewöhnliche Kosmetik.

Mögliche Risiken: Hautreaktionen · Spritzen ungeprüft · überzogene Versprechen

Hautpflege ja, Spritzen-Hype sauber trennen.

Melanotan II

künstlicher Abkömmling des Pigment-Hormons α-MSH

  • Evidenz kontrollierte Studien
  • Status DE nicht zugelassen
  • Doping verboten · S0, meine Einordnung
  • Ampel Dunkelrot

Was die Szene sagt: „Schneller braun, bessere Libido, weniger Appetit.“

Was belegt ist: Dass es bräunt, zeigte eine sehr kleine frühe Studie.77 Doppelt verblindete Studien – weder Teilnehmer noch Ärzte wussten, wer was bekam – habe ich nur zu Erektionsstörungen gefunden: In zwei kleinen Studien löste es öfter Erektionen aus als ein Scheinmittel, häufig mit Übelkeit.78, 79 Eine Zulassung habe ich nirgends gefunden. Nicht zu verwechseln mit dem verwandten Afamelanotid, das in der EU nur gegen eine seltene Lichtkrankheit zugelassen ist.2 In Fallberichten beschreiben Ärzte: bei einer 20-jährigen Frau ein Melanom, schwarzer Hautkrebs, nach einigen Wochen Spritzen und Solarium;80 bei einem 25-jährigen Mann schossen neue Muttermale auf, alte veränderten sich rasch – insgesamt hatte er mehr als 100, und von zehn entfernten zeigten drei schwere Zellveränderungen; auch er ging regelmäßig ins Solarium.81

Der Haken: Fallberichte beweisen keine Ursache – beide gingen auch ins Solarium. Aber ohne Zulassung gibt es niemanden, der Inhalt und Reinheit der Produkte prüft.

Mögliche Risiken: Muttermale und Pigment · Übelkeit · Blutdruck · Dauererektion · Unruhe

Bräune ist kein Grund, mit einem unregulierten Wirkstoff zu spielen.

Meine Einordnung · Haut Hautpflege ist eine Sache. Injektion ist eine andere Liga.

Longevity und Mitochondrien

Mitochondrien sind die Kraftwerke der Zelle. Rund um sie und das Altern ist die Forschung spannend, in Biohacking-Kreisen sind die Namen beliebt – und am Menschen ist fast nichts davon belegt.

Epitalon

Peptid aus 4 Aminosäuren, aus der russischen Forschung zu sogenannten Bioregulatoren – kurzen Peptiden, die nach Ansicht ihrer Entwickler einzelne Organe steuern

  • Evidenz frühe Humandaten
  • Status DE nicht zugelassen
  • Doping verboten · S0, meine Einordnung
  • Ampel Rot

Was die Szene sagt: „Verlangsamt das Altern und schützt die Telomere“ – die Schutzkappen an den Enden der Chromosomen.

Was belegt ist: In einer Zellkultur aus menschlichem Bindegewebe verlängerten sich die Telomere.82 Am Menschen gibt es nur wenige kleine Studien, fast alle aus einer Forschergruppe in St. Petersburg; gemessen wurden vor allem Hormonwerte, etwa ein Abbauprodukt des Schlafhormons Melatonin – deshalb frühe Humandaten.83 Klinische Daten – also Ergebnisse aus Studien am Menschen –, die die Sicherheit stützen, fand die FDA 2026 nicht.84

Der Haken: Die FDA diskutiert ein theoretisches Krebsrisiko, weil Epitalon das Enzym anregen soll, das Telomere verlängert.84 Ein Beratergremium der FDA stimmte im Juli 2026 trotzdem dafür, es für die Herstellung in Apotheken freizugeben – gegen den Rat der FDA-Fachleute; eine Zulassung als Medikament ist das nicht.84, 85

Mögliche Risiken: keine Sicherheitsdaten · unklare Langzeitwirkung · falsche Sicherheit · unbekannte Qualität

Telomere sind kein Lichtschalter.

MOTS-c

Peptid aus 16 Aminosäuren, im Erbgut der Mitochondrien verschlüsselt

  • Evidenz präklinisch
  • Status DE nicht zugelassen
  • Doping verboten · S4.4.1, genannt
  • Ampel Rot

Was die Szene sagt: „Mehr Energie, bessere Mitochondrien, bessere Fettverbrennung.“

Was belegt ist: In Mäusen verbesserte es den Zuckerstoffwechsel im Muskel; ein Mitautor der Übersicht dazu gründete eine Firma, die eine Lizenz für MOTS-c-Therapien hält – ein möglicher Interessenkonflikt.86 Beim Menschen wurden nur die körpereigenen Spiegel im Blut gemessen, mit widersprüchlichen Ergebnissen.87 Eine Studie, in der Menschen MOTS-c bekamen, fand die FDA 2026 nicht.17

Der Haken: Auch Studien zur Giftigkeit im Tier fehlen – das Sicherheitsprofil ist unbekannt.17 Die Dopingliste nennt MOTS-c beim Namen.18

Mögliche Risiken: keine Langzeitdaten · unbekannte Qualität · überschätzter Nutzen

Mitochondrien trainiert man zuerst über Training, Schlaf und Ernährung.

SS-31 · Elamipretid

Peptid, das auf die Mitochondrien zielt · Handelsname Forzinity

  • Evidenz kontrollierte Studien
  • Status DE im Ausland zugelassen
  • Doping nicht verboten · meine Einordnung
  • Ampel Gelb-Rot

Was die Szene sagt: „Schützt die Mitochondrien und verbessert die Zellenergie.“

Was belegt ist: In einer großen Studie mit Erwachsenen mit einer erblichen Muskelkrankheit der Mitochondrien verfehlte es beide Hauptziele, darunter die Gehstrecke in sechs Minuten.88 Seit September 2025 ist es in den USA beschleunigt zugelassen – für das Barth-Syndrom, eine seltene Erbkrankheit, auf Grundlage der Kraft im Oberschenkel; eine weitere Studie muss den Nutzen bestätigen.45

Der Haken: In einer nachträglichen Auswertung gingen Teilnehmer mit bestimmten Genvarianten in sechs Minuten weiter als mit Scheinmedikament, statistisch nicht gesichert – eine Spur in einer kleinen Untergruppe, kein Wirksamkeitsnachweis.89 An der großen Studie und an dieser Auswertung waren Angestellte des Herstellers beteiligt.88, 89 Studien zu Fitness oder Longevity habe ich nicht gefunden. Weil es seit 2025 zugelassen ist, fällt es nach meiner Lesart nicht mehr unter die Klausel für nicht zugelassene Stoffe der Dopingliste.18

Mögliche Risiken: Anwendung außerhalb der Zulassung · Produktqualität · Ergebnisse von Kranken auf Gesunde übertragen

Spannendes Forschungsfeld, kein Alltags-Booster.

Meine Einordnung · Longevity Longevity beginnt nicht mit Peptiden. Sie beginnt mit Schlaf, Training, Ernährung, Blutdruck, Blutzucker, Blutfetten und Stresskontrolle.

Immunsystem, Entzündung und Kopf

Spezieller als die großen Namen – und das Risiko liegt hier vor allem in der Selbstbehandlung: Immunsystem, Angst, Stress und Darm sind keine Themen für einen Versuch auf eigene Faust.

Thymosin α1

Peptid aus dem Thymus, einem Organ des Immunsystems · Wirkstoffname Thymalfasin, Handelsname Zadaxin

  • Evidenz etabliert
  • Status DE im Ausland zugelassen
  • Doping nicht verboten · meine Einordnung
  • Ampel Gelb

Was die Szene sagt: „Stärkt das Immunsystem, weniger Infekte, Longevity.“

Was belegt ist: In Italien ist es seit 1993 als Arzneimittel zugelassen – als Zusatz zur Grippeimpfung bei Menschen mit geschwächtem Immunsystem; eine Zulassung in Deutschland habe ich nicht gefunden.90 Bei Sepsis, einer lebensbedrohlichen Blutvergiftung, fand eine Metaanalyse – eine gemeinsame Auswertung – von elf Studien aus China weniger Todesfälle – in den hochwertigen Studien und denen an mehreren Kliniken aber nicht; mehrere Autoren dieser Auswertung haben auch an einer vom Hersteller mitfinanzierten Studie mitgeschrieben.91

Der Haken: Die größte Einzelstudie bei Sepsis fand keinen klaren Überlebensvorteil; mitfinanziert hat sie der Hersteller.92 Bei chronischer Hepatitis B, einer dauerhaften Leberentzündung durch ein Virus, bewertet eine Cochrane-Übersicht – eine besonders strenge Form der Studienauswertung – die Gewissheit der Ergebnisse fast durchweg als sehr niedrig.93

Mögliche Risiken: Fehlanwendung bei Autoimmunerkrankungen, bei denen das Immunsystem den eigenen Körper angreift · Eingriff ins Immunsystem ohne Kontrolle · falsche Erwartung

Das Immunsystem ist kein Muskel, den man einfach hochdreht.

KPV

Peptid aus 3 Aminosäuren, Bruchstück des Hormons α-MSH

  • Evidenz präklinisch
  • Status DE nicht zugelassen
  • Doping verboten · S0, meine Einordnung
  • Ampel Gelb-Rot

Was die Szene sagt: „Gegen Entzündungen in Darm und Haut.“

Was belegt ist: In Zellkulturen und in Mäusen mit Darmentzündung dämpfte es die Entzündung;94 in Mäusen mit Bauchfellentzündung hielt es Abwehrzellen zurück, Fresszellen in der Kulturschale beeinflusste es dagegen nicht.95 Studien oder auch nur Erfahrungsdaten am Menschen fand die FDA 2026 nicht.16

Der Haken: Auch Studien zur Giftigkeit fehlen; die Risiken am Menschen sind unbekannt.16 Ein Beratergremium der FDA stimmte trotzdem für die Herstellung in Apotheken.85

Mögliche Risiken: überzogene Entzündungs-Versprechen · unklare Langzeitsicherheit · keine Daten am Menschen

Plausibel klingt nicht automatisch klinisch bewiesen.

Selank

russisches Peptid gegen Angst, als Nasentropfen

  • Evidenz frühe Humandaten
  • Status DE im Ausland zugelassen
  • Doping nicht genannt · unklar
  • Ampel Gelb-Rot

Was die Szene sagt: „Gegen Stress und Angst, für mehr Fokus.“

Was belegt ist: In Russland ist Selank laut einem Arzneimittel-Nachschlagewerk bei Angst und Stress registriert, ohne Rezept.96 In einer kleinen russischen Vergleichsstudie mit Menschen mit Angst- oder Erschöpfungsstörung wirkte es ähnlich angstlösend wie ein Beruhigungsmittel aus der Gruppe der Benzodiazepine.97

Der Haken: Die Studie ist nur auf Russisch erschienen. PubMed führt sie als Studie mit Zufallszuteilung, die Kurzfassung beschreibt aber weder die Zuteilung noch, ob die Teilnehmer wussten, was sie bekamen – deshalb frühe Humandaten.97 Pharmakologen aus den USA nennen Selank schlecht untersucht.98 Ob eine russische Registrierung für die Dopingliste zählt, sagt die Liste nicht.18

Mögliche Risiken: Selbstbehandlung von Angst · verzögerte fachliche Hilfe · Datenlage schwer prüfbar

Stressmanagement beginnt nicht im Fläschchen.

Semax

russisches Peptid aus 7 Aminosäuren, abgeleitet von einem Bruchstück des Stresshormons ACTH

  • Evidenz frühe Humandaten
  • Status DE im Ausland zugelassen
  • Doping nicht genannt · unklar
  • Ampel Gelb-Rot

Was die Szene sagt: „Mehr Fokus, bessere Konzentration, mehr Antrieb.“

Was belegt ist: In Russland ist Semax als Nasentropfen registriert, unter anderem bei Durchblutungsstörungen des Gehirns und nach Schlaganfall.99 Zur Wirkung fand die FDA 2026 nur eine kleine Studie ohne Vergleichsgruppe und einen Kongress-Kurzbericht; die vielen Arbeiten auf Russisch blieben ohne Übersetzung unberücksichtigt.40 Russische Studien mit Vergleichsgruppe gibt es, etwa nach Schlaganfall – eine Zufallszuteilung beschreiben sie nicht.100

Der Haken: Die FDA nennt mögliche Immunreaktionen, aus Tierversuchen ein Blutungsrisiko und offene Fragen zur Abhängigkeit.40 Ihr Beratergremium stimmte trotzdem für die Herstellung in Apotheken.85 Ob die Dopingliste Semax als Abkömmling eines Hormon-Bruchstücks erfasst – etwa im Abschnitt über Corticotropine, Hormone, die die Nebenniere anregen –, lässt sich aus ihrem Wortlaut nicht sicher ablesen.18

Mögliche Risiken: Schlafstörungen · innere Unruhe · psychische Effekte · Datenlage schwer prüfbar

Fokus aus der Flasche bleibt ein schwaches Fundament.

Meine Einordnung · Immunsystem und Kopf Nur weil es heißt, ein Mittel „moduliere“ das Immunsystem, profitiert nicht jeder davon. Selbstbehandlung komplexer Themen wie Immunsystem, Angst, Stress, Entzündung oder Darm kann schnell unsauber werden.
06Übersicht

80 Peptide im Überblick – von zugelassen bis Graumarkt

Die Übersicht ist eine Auswahl: die Peptide, die in Fitness, Kraftsport, Abnehmen, Longevity, Entspannung und Beauty genannt werden – keine vollständige Liste aller Peptid-Medikamente. Sortiert ist sie von oben nach unten nach dem stärksten Status, den ein Stoff irgendwo auf der Welt hat.

Gezählt habe ich Ketten aus Aminosäuren, auch abgewandelte, etwa mit einer Fettsäure. Nicht mitgezählt sind Gemische aus vielen Peptiden, lange Ketten über 50 Aminosäuren – also Proteine – und Stoffe ganz ohne Aminosäurekette; sie stehen am Ende als Grenzfälle. Insulin mit 51 Aminosäuren in zwei Ketten zähle ich mit, weil es in der Fachliteratur meist als Peptid geführt wird.8 Eine Ampel gibt es hier nicht: Meine Einschätzung gilt nur für die 20 Peptide in Kapitel 04 und 05.

So verteilen sich die 80 Peptide · aus den Tabellen dieses Kapitels gezählt in Deutschland als Medikament zugelassen: 9 nur im Ausland als Medikament zugelassen: 12 in der letzten Studienphase, noch nirgends zugelassen: 3 Kosmetik-Wirkstoffe: 16 · Lebensmittel und Nahrungsergänzung: 1 nirgends zugelassen – Forschungs- und Graumarktstoffe: 39 9 + 12 + 3 + 16 + 1 + 39 = 80 39 von 80 – knapp die Hälfte – sind Forschungs- und Graumarktstoffe: nirgends zugelassen, nicht in der letzten Studienphase und ohne Status als Kosmetik oder Lebensmittel

gerechnet Von mir aus den Tabellen unten gezählt, Stand Oktober 2026. Zulassungen in Russland und China habe ich nur über Nachschlagewerke und Mitteilungen der Hersteller geprüft, in Italien über ein Arzneimittelportal, nicht im amtlichen Register; „nirgends zugelassen“ heißt: Ich habe keine Zulassung gefunden. Als im Ausland zugelassen zähle ich, was eine Behördendatenbank, ein Arzneimittelportal oder ein Arzneimittel-Nachschlagewerk als Arzneimittel führt; eine Angabe des Herstellers allein reicht nicht. Für sechs der 39 gibt ein russischer Hersteller eine Registrierung als Nahrungsergänzung an – bestätigen ließ sie sich nicht, deshalb stehen sie in der letzten Gruppe.

In Deutschland als Medikament zugelassen 9

PeptidWas es istZugelassen fürDopingliste 2026
Insulin●●●● etabliertBlutzucker-Hormon, 51 Aminosäuren in zwei KettenDiabetes, seit Jahrzehnten Standard; EU-weit zum Beispiel Actrapid seit 2002verboten · S4.4.2, als Gruppe genannt
Liraglutid●●●● etabliertAbkömmling des Darmhormons GLP-1Typ-2-Diabetes (Victoza, 2009), Abnehmen (Saxenda, 2015)nicht verboten · meine Einordnung
Semaglutid●●●● etabliertAbkömmling des Darmhormons GLP-1Typ-2-Diabetes (Ozempic, 2018), Abnehmen (Wegovy, 2022)nicht verboten · wird beobachtet
Tirzepatid●●●● etabliertwirkt an zwei Darmhormon-RezeptorenTyp-2-Diabetes (Mounjaro, 2022), Abnehmen (seit 2023)nicht verboten · wird beobachtet
Teriparatid●●●● etabliertTeilstück des Nebenschilddrüsen-Hormons, 34 AminosäurenKnochenschwund, Osteoporose (Forsteo, 2003)nicht verboten · meine Einordnung
Abaloparatid●●●● etabliertAbkömmling eines dem Nebenschilddrüsen-Hormon verwandten Eiweißes, 34 AminosäurenOsteoporose bei Frauen nach den Wechseljahren (Eladynos, 2022); ein erster Antrag wurde 2019 abgelehntnicht verboten · meine Einordnung
Oxytocin●●●● etabliertHormon aus 9 Aminosäurennur Geburtshilfe; gegen Stress oder als Nasenspray nicht zugelassennicht verboten · meine Einordnung
Afamelanotidauch Melanotan I●●●○ kontrollierte Studien, klein; zugelassenAbkömmling des Pigment-Hormons α-MSHnur gegen eine seltene Lichtkrankheit (Scenesse, 2014) – nicht zur Bräunungnicht verboten · meine Einordnung
Alanyl-Glutamin●●●● etabliert, Datenlage strittigDipeptid aus zwei AminosäurenZusatz zur künstlichen Ernährung bei schwerer Krankheit (Dipeptamin, 1995); als neuartiges Lebensmittel außerdem für Nahrungsergänzung und Sportgetränke zugelassennicht verboten; Infusionen über 100 ml in 12 Stunden verboten

Quellen: Zulassungen der EU,2 die Erweiterung für Tirzepatid,73 Fachinformationen für Oxytocin101 und Alanyl-Glutamin,102 die EU-Liste neuartiger Lebensmittel,103 Dopingliste und Überwachungsprogramm.18, 20 Zur strittigen Datenlage bei Alanyl-Glutamin: Ein Beratergremium der australischen Arzneimittelbehörde sah Nutzen und Risiko insgesamt negativ; der Antrag wurde 2020 zurückgezogen.104 Die Regel zu Infusionen gilt für jeden Stoff: Mehr als 100 Milliliter in 12 Stunden sind verboten, außer bei einer Behandlung im Krankenhaus, einer Operation oder einer Untersuchung.18

Nur im Ausland als Medikament zugelassen 12

PeptidWas es istZugelassen wo und wofürDopingliste 2026
Tesamorelin●●●● etabliertabgewandeltes Wachstumshormon-Releasing-HormonUSA seit 2010: Bauchfett bei HIV; EU-Antrag 2012 zurückgezogenverboten · S2.2.4, genannt
ElamipretidSS-31●●●○ kontrollierte StudienPeptid, das auf die Mitochondrien zieltUSA 2025, beschleunigte Zulassung: Barth-Syndromnicht verboten · meine Einordnung
BremelanotidPT-141●●●● etabliert, kleiner Effektringförmiges Peptid aus 7 AminosäurenUSA 2019: verminderte sexuelle Lust bei Frauen vor den Wechseljahrennicht verboten · meine Einordnung
Thymosin α1●●●● etabliert, Ergebnisse uneinheitlichPeptid aus dem ThymusItalien seit 1993 als Zusatz zur Grippeimpfung, weitere Ländernicht verboten · meine Einordnung
Glutathion●●●○ kontrollierte Studien, gemischtTripeptid, körpereigener Schutzstoff gegen OxidationItalien seit 1989 als Spritze zur Vorbeugung von Nervenschäden bei einer Chemotherapie mit Cisplatin; Japan unter anderem bei Vergiftungen, Lebererkrankungen und Pigmentflecken; in der EU außerdem Zutat in Nahrungsergänzungsmitteln. Hautaufhellung nicht schlüssig belegtnicht verboten; Infusionen über 100 ml in 12 Stunden verboten
GHRP-2Pralmorelin●●○○ frühe HumandatenWachstumshormon-FreisetzerJapan: nur als Testmittel bei Verdacht auf Wachstumshormonmangelverboten · S2.2.4, genannt
Mazdutid●●●● nur in Chinawirkt an den Rezeptoren für GLP-1 und GlukagonChina 2025: Abnehmen und Typ-2-Diabetesnicht verboten · meine Einordnung, wegen der Zulassung in China
ThymogenOglufanid●●●○ kontrollierte Studien, ohne ErfolgDipeptid aus der russischen Thymus-ForschungRussland: Mittel zur Stärkung der Abwehr; in den USA unter dem Code IM862 in einer Studie der letzten Phase gescheitertnicht genannt · unklar
Selank●●○○ frühe Humandatenrussisches Peptid gegen AngstRussland: Nasentropfen bei Angst und Stress, ohne Rezeptnicht genannt · unklar
Semax●●○○ frühe HumandatenAbkömmling eines Bruchstücks des Hormons ACTH, 7 AminosäurenRussland: Nasentropfennicht genannt · unklar
NoopeptOmberacetam●●○○ frühe Humandatenabgewandeltes DipeptidRussland: bei Störungen von Gedächtnis und Aufmerksamkeitnicht genannt · unklar
DSIPEmideltid●●●○ kontrollierte Studien, klein und altPeptid aus 9 Aminosäuren, „Tiefschlaf-Peptid“Russland laut Nachschlagewerk: bei Stress und Alkoholentzugnicht genannt · unklar

Quellen: Zulassungen der FDA,32, 45, 105 der Europäischen Arzneimittel-Agentur EMA zu Tesamorelin,36 Japan, Italien und China,60, 90, 106, 107, 108 die EU-Behörde für Lebensmittelsicherheit EFSA und eine Übersicht zu Glutathion,39, 109 russische Arzneimittel-Nachschlagewerke99 und die Prüfung der FDA zu Semax.40 Ergebnisse: Thymogen als IM862,110 DSIP in einer kleinen verblindeten Studie bei Schlaflosigkeit mit schwachem Effekt,111, 112 Thymosin α1 in Kapitel 05. „Unklar“ heißt: Die Dopingliste nennt den Stoff nicht, und ob eine russische Registrierung, die ich nur über Nachschlagewerke prüfen konnte, ihn aus der Klausel für nicht zugelassene Stoffe herausnimmt oder ein anderer Abschnitt der Liste greift, lässt sich nicht sicher sagen.18 Bei Thymosin α1 genügt mir die italienische Zulassung; ob die Welt-Anti-Doping-Agentur russische Registrierungen genauso behandelt, sagt die Liste nicht.

In der letzten Studienphase, noch nirgends zugelassen 3

PeptidWas es istStand Oktober 2026Dopingliste 2026
Retatrutid●●●○ kontrollierte Studienwirkt an drei Hormon-Rezeptoren: GIP, GLP-1, Glukagonmehrere Studien der letzten Phase 2026 veröffentlicht; nirgends zugelassen, Antrag laut Hersteller für Anfang 2027 geplantverboten · S0, meine Einordnung
Cagrilintid●●●○ kontrollierte StudienAbkömmling des Hormons Amylin; mit Semaglutid als „CagriSema“als Kombination CagriSema in den USA zur Zulassung eingereicht, Entscheidung für Ende 2026 erwartetverboten · S0, meine Einordnung; mit einer Zulassung fiele das weg
Survodutid●●●○ kontrollierte Studienwirkt an den Rezeptoren für Glukagon und GLP-1seit Juni 2026 mehrere Studien der letzten Phase veröffentlicht; ein Zulassungsantrag ist nicht belegtverboten · S0, meine Einordnung

Quellen: Studien und Mitteilungen der Hersteller.26, 44, 113, 114, 115, 116 Alle großen Studien zu diesen drei Stoffen haben die Hersteller bezahlt.

Kosmetik-Wirkstoffe 16

Peptide in Cremes und Seren. Sie sind in der Inhaltsstoff-Datenbank des europäischen Kosmetikverbands gelistet, COSMILE – nicht zu verwechseln mit dem amtlichen EU-Verzeichnis CosIng.3 Die Dopingliste nennt keinen von ihnen; als Creme sind sie nach meiner Lesart nicht erfasst, gespritzt fielen sie unter die Klausel S0. Studien am Menschen zum einzelnen Stoff gibt es für die wenigsten – zu mehreren fehlen veröffentlichte klinische Studien ganz, schreibt eine Übersicht, deren Erstautorin auch bei einem Peptid-Hersteller arbeitete.117 Bei Peptiden für empfindliche Haut stammen die Daten vor allem aus Patenten und Broschüren der Lieferanten.118 Gezählt habe ich nur Studien zum einzelnen Stoff: Steckt ein Peptid mit anderen Wirkstoffen in einer Creme, lässt sich ein Effekt ihm nicht zuordnen. ●○○○ heißt in dieser Tabelle deshalb: keine Studie am Menschen zum einzelnen Stoff – auch wenn es Studien mit Mischungen gibt.

Peptid (Name auf dem Etikett)Beworben fürStudien am Menschen
Copper Tripeptide-1GHK-CuHautpflege, Hautregeneration●●●○ eine kleine Studie mit Vergleichsgruppe: objektiv kein Unterschied
Palmitoyl Pentapeptide-4MatrixylFalten●●●○ eine Studie des Creme-Herstellers mit 93 Frauen: weniger Falten
Acetyl Hexapeptide-8ArgirelineMimikfalten, „wie Botox“●●●○ zwei kleine Studien mit Effekt auf die Hautoberfläche, eine ohne messbaren Effekt auf die Falten
Tripeptide-10 CitrullineDecorinylKollagenfasern ordnen●●●○ eine sehr kleine Studie mit Vergleichsgruppe: 24 Freiwillige in vier Gruppen
Palmitoyl Tripeptide-1 · Palmitoyl Tetrapeptide-7zusammen Matrixyl 3000Falten, Kollagen●○○○ nur Daten zur Mischung oder zu Mehrstoff-Cremes
Palmitoyl Tripeptide-38Matrixyl synthe’6Falten●○○○ nur Mehrstoff-Produkte ohne Vergleichsgruppe
Palmitoyl Tripeptide-5SYN-COLLKollagenbildung●○○○ nur Herstellerangaben und Mehrstoff-Produkte
Acetyl Octapeptide-3SNAP-8Mimikfalten●○○○ nur Herstellerangaben und ein Mehrstoff-Pflaster
Pentapeptide-18LeuphasylMimikfalten●○○○ keine Studie zum Einzelstoff gefunden
Dipeptide Diaminobutyroyl Benzylamide DiacetateSYN-AKEMimikfalten, einem Schlangengift nachempfunden●○○○ nur Herstellerangaben und Mehrstoff-Seren
Acetyl Tetrapeptide-5EyeserylSchwellungen unter den Augen●○○○ nur Herstellerangaben
Trifluoroacetyl Tripeptide-2ProgelineFestigkeit der Haut●○○○ nur Herstellerangaben
Nonapeptide-1Melanostatine 5Aufhellung von Pigmentflecken●○○○ nur eine Kombi-Creme geprüft: kein Unterschied
Biotinoyl Tripeptide-1in ProcapilHaarausfall●○○○ nur Mischungen und kleine Pilotstudien
Acetyl Tetrapeptide-3in CapixylHaarausfall●○○○ nur Mischungen und Herstellerangaben

Quellen: Inhaltsstoff-Datenbank der europäischen Kosmetikindustrie,3 Übersichtsarbeiten zu Kosmetik-Peptiden,117, 118 Studien zu GHK-Cu,33 Matrixyl,21 Argireline22, 23, 24 und Decorinyl.23 Die übrigen Einstufungen beruhen auf einer Suche in PubMed im Oktober 2026: „keine Studie gefunden“ heißt, ich habe keine Studie am Menschen zum einzelnen Stoff gefunden. Matrixyl 3000 besteht aus zwei Peptiden und zählt deshalb doppelt.

Lebensmittel und Nahrungsergänzung 1

PeptidWas es istStatusDopingliste 2026
Carnosin●●●○ kontrollierte Studien, schwache EvidenzDipeptid aus β-Alanin und Histidinals Nahrungsergänzung im Handel; ob als neuartiges Lebensmittel genehmigungspflichtig, ließ sich nicht prüfen. Als Zinkverbindung Polaprezinc ist es in Japan als Magenmittel zugelassen – ein eigener Wirkstoff, deshalb zähle ich das nicht als Zulassung von Carnosinnicht verboten · meine Einordnung

Quellen: Metaanalyse zu Carnosin,119 Übersicht zu Polaprezinc120 und die Dopingliste.18

Nirgends zugelassen – Forschungs- und Graumarktstoffe 39

PeptidWas es istAm MenschenDopingliste 2026
CJC-1295●●○○Wachstumshormon-Releasing-Hormon, lang wirksamnur Hormonwerte gemessenverboten · S2.2.4, genannt
Mod GRF 1-29CJC-1295 ohne Langzeit-Anhang●○○○Wachstumshormon-Releasing-Hormon, kurz wirksamkeine Studie zu genau diesem Stoffverboten · S2.2.4 als Releasing-Hormon
GHRP-6●●○○Wachstumshormon-Freisetzerkleine Hormonstudienverboten · S2.2.4, genannt
Hexarelin●●○○Wachstumshormon-Freisetzerkleine Hormonstudienverboten · S2.2.4, genannt
Ipamorelin●●●○Wachstumshormon-Freisetzer, 5 Aminosäureneine veröffentlichte Studie mit Vergleichsgruppe, ohne Nutzenverboten · S2.2.4, genannt
Sermorelin●●●○Teilstück des Releasing-Hormons, 29 Aminosäurenin den USA bis 2009 zugelassen: für Kinder mit Wachstumshormonmangel und als Testverboten · S2.2.4, genannt
MGF · PEG-MGF●○○○Bruchstück einer Form des Wachstumsfaktors IGF-1keine; Forscher zweier Pharmafirmen konnten frühere Laborbefunde nicht wiederholenverboten · S2.3, genannt
Kisspeptin-10●●○○Hormon, das die Testosteronbildung anregt, 10 Aminosäurenkleine Hormonstudienverboten · S2.2.1, nur bei Männern
AOD-9604●●○○Bruchstück von Wachstumshormon, 16 Aminosäurenals Abnehmmittel geprüft, Hauptziel verfehlt – Ergebnisse nur als Angaben des Herstellers, nicht in einer Fachzeitschriftverboten · S2.2.3, genannt
HGH-Fragment 176-191●○○○Bruchstück von WachstumshormonDaten am Menschen nur unter dem Namen AOD-9604verboten · S2.2.3, genannt
BPC-157●●○○Peptid aus 15 Aminosäurendrei veröffentlichte Studien ohne Vergleichsgruppe, 30 Menschen; eine mit Scheinmedikament nur als Kongress-Kurzberichtverboten · S0, genannt
TB-500●○○○Bruchstück von Thymosin β4, 7 Aminosäurenkeineverboten · S2.3, genannt
KPV●○○○Bruchstück des Hormons α-MSH, 3 Aminosäurenkeineverboten · S0, meine Einordnung
LL-37●●●○körpereigenes Abwehr-Peptid der Haut, 37 Aminosäurenbei offenen Beinen: größere Studie ohne Nutzenverboten · S0, meine Einordnung
ARA-290●●●○vom Blutbildungs-Hormon EPO abgeleitet, 11 Aminosäurensehr kleine Studien, fast alle aus dem Umfeld des Entwicklersverboten · S2.1.5, Klasse genannt
Larazotid●●●○Peptid aus 8 Aminosäuren gegen ZöliakieStudie der letzten Phase 2022 abgebrochenverboten · S0, meine Einordnung
Adipotide●○○○Peptid gegen die Blutgefäße im Fettgewebekeine veröffentlicht; Gewichtsverlust bei Affenverboten · S0, meine Einordnung
MOTS-c●○○○Mitochondrien-Peptid, 16 Aminosäurennur körpereigene Spiegel gemessenverboten · S4.4.1, genannt
Humanin●○○○Mitochondrien-Peptid, 24 Aminosäurennur körpereigene Spiegel; im Tierversuch förderte es Brustkrebsverboten · S0, meine Einordnung
FOXO4-DRI●○○○Peptid gegen gealterte Zellenkeine, nur Mäuse und Zellkulturverboten · S0, meine Einordnung
Epitalon●●○○Peptid aus 4 Aminosäuren, russische Bioregulator-Forschungwenige kleine Studien aus einer Forschergruppeverboten · S0, meine Einordnung
Pinealon · Vilon · Vesugen · Pancragen4 Bioregulatoren●●○○Peptide aus 2 bis 4 Aminosäuren, aus derselben Forschergruppewenige kleine Studien, fast nur aus dieser Gruppe; Pinealon und Vesugen laut Hersteller in Russland als Nahrungsergänzung registriertverboten · S0, meine Einordnung
Cardiogen · Cortagen · Livagen · Bronchogen · Chonluten · Prostamax · Testagen · Crystagen · Ovagen · Cartalax10 Bioregulatoren●○○○Peptide aus 3 bis 4 Aminosäuren, aus derselben Forschergruppekeine Studie am Menschen gefunden; vier davon laut Hersteller in Russland als Nahrungsergänzung registriertverboten · S0, meine Einordnung
Dihexa●○○○abgewandeltes Bruchstück des Hormons Angiotensinkeine; zentrale Arbeiten der Entwickler wurden zurückgezogenverboten · S0, meine Einordnung
P21●○○○abgewandeltes Bruchstück eines Wachstumsfaktors für Nervenzellenkeine, nur Tierversucheverboten · S0, meine Einordnung
PE-22-28●○○○Peptid aus 7 Aminosäuren, aus der Forschung zu Depressionkeine, nur Tierversucheverboten · S0, meine Einordnung
Melanotan II●●●○Abkömmling des Pigment-Hormons α-MSHkleine kontrollierte Studien zu Erektionsstörungen; Fallberichte zu Muttermalen und Melanomverboten · S0, meine Einordnung

Quellen: Übersichtsarbeit zu Wachstumshormon-Peptiden aus dem Graumarkt,52 Prüfungen der FDA,14, 15, 16, 17, 84 Einzelstudien zu MGF,121 Kisspeptin,122 LL-37,123 ARA-290,124 Larazotid,125, 126 Adipotide,127 Humanin,128 FOXO4-DRI129, Dihexa130 und Melanotan II,79 die Übersicht der russischen Forschergruppe zu ihren Bioregulatoren,131 die Produktseite ihres Instituts zu den Nahrungsergänzungen132 und die Dopingliste.18 Bei P21 und PE-22-28 habe ich bei der Suche in PubMed im Oktober 2026 keine Studie am Menschen gefunden. Die zwei Zeilen mit Bioregulatoren zählen 4 und 10 Stoffe; diese Tabelle hat damit 39. MGF und PEG-MGF zählen als ein Stoff: PEG-MGF ist MGF mit einem Anhang, der es länger im Körper hält, und für keines von beiden gibt es eine Studie am Menschen. CJC-1295 und Mod GRF 1-29 zählen getrennt, weil es nur zu CJC-1295 Studien am Menschen gibt.

Grenzfälle, die nicht mitzählen 16

Diese Stoffe werden oft in einem Atemzug mit Peptiden genannt – sie sind aber Gemische, Proteine oder gar keine Aminosäureketten.

StoffWarum nicht gezähltStatusDopingliste 2026
KollagenpeptideGemisch vieler PeptideLebensmittel; eine Aussage zu den Gelenken hat die EU abgelehnt; Effekte auf die Haut nur in Studien mit Industriegeld oder schwächerer Methodiknicht genannt
Molkenprotein-HydrolysatGemischLebensmittelnicht genannt
LactiumGemisch aus MilcheiweißLebensmittelzutat; eine Aussage zum Stressabbau wurde von der EFSA nicht anerkanntnicht genannt
CerebrolysinGemisch aus Schweinehirnvor allem in Russland, Osteuropa und China im Einsatz, eine Zulassung in Deutschland habe ich nicht gefunden; beim Schlaganfall laut Cochrane wahrscheinlich kein Effekt auf die Sterblichkeitnicht genannt · unklar
CortexinGemisch aus RinderhirnRussland: Arzneimittelnicht genannt · unklar
ThymalinExtrakt aus dem Thymus von KälbernRussland: Arzneimittelnicht genannt · unklar
WachstumshormonSomatropinProtein, 191 Aminosäurenzugelassen bei Wachstumsstörungen und Mangelverboten · S2.2.3
IGF-1 LR3Protein, 83 Aminosäurennirgends zugelassen; in einer beschlagnahmten Ampulle fand sich eine Laborformverboten · S2.3
FollistatinProteinnirgends zugelassen; nur 9 von 17 Schwarzmarkt-Produkten enthielten esverboten · S4.3
hCGHormon aus zwei Eiweißketten mit Zuckerzugelassen bei Kinderwunsch und bestimmten Hormonstörungen; laut US-Fachinformation gegen Übergewicht nicht als wirksam belegtverboten · S2.2.1, nur bei Männern
MK-677Ibutamorenkleines Molekül, kein Peptidnirgends zugelassen; eine Studie wurde wegen Hinweisen auf Herzschwäche abgebrochenverboten · S2.2.4
5-Amino-1MQkleines Molekülnirgends zugelassen, nur Tierversucheverboten · S0, meine Einordnung
NAD+Koenzym – ein Helfer von Enzymen –, keine Aminosäureketteals Nahrungsergänzung erlaubtnicht verboten; Infusionen über 100 ml in 12 Stunden verboten
SLU-PP-332kleines Molekül, soll Training nachahmennirgends zugelassen, nur Tierversucheverboten · S0, meine Einordnung
Tesofensinkleines Molekül, Appetitzüglernirgends zugelassen gefundenverboten im Wettkampf · S6
Orforglipronkleines Molekül, Abnehm-Wirkstoff zum SchluckenUSA seit April 2026 zugelassen (Foundayo); in der EU im Oktober 2026 zur Zulassung empfohlennicht verboten

Quellen: EU-Verordnung zur abgelehnten Gelenk-Aussage9 und Metaanalyse zu Kollagen,133 EFSA zu Lactium,134 Cochrane zu Cerebrolysin,135 Zulassungen der EU und der FDA,2, 136 Funde aus dem Schwarzmarkt,35, 137 MK-677,54 NAD+,138 Orforglipron139, 140 und die Dopingliste.18 Für Cortexin und Thymalin: russische Nachschlagewerke.99

Was sich 2025 und 2026 getan hat 2025: Mazdutid in China zugelassen.106 September 2025: erste Zulassung für Elamipretid (SS-31), beschleunigt, in den USA.45 Dezember 2025: Cagrilintid mit Semaglutid in den USA zur Zulassung eingereicht.113 Januar 2026: Die Welt-Anti-Doping-Agentur beobachtet neben Semaglutid, das sie seit 2024 im Blick hat, auch Tirzepatid.19, 20 2026: Eine Übersichtsarbeit findet für BPC-157 nur drei kleine veröffentlichte Studien am Menschen.6 Juni bis September 2026: Drei große Studien der letzten Phase zu Retatrutid erscheinen, ab Juni auch die ersten zu Survodutid.44, 75, 76, 114 Juli 2026: Ein Beratergremium der FDA stimmt für sechs von sieben Peptiden – BPC-157, KPV, TB-500, MOTS-c, Epitalon und Semax –, sie für die Herstellung in Apotheken freizugeben; nur Emideltid (DSIP) fällt durch. Die Fachleute der FDA hatten in ihren Prüfberichten von allen sieben abgeraten.141 Das Votum bindet die FDA nicht und ist keine Zulassung als Medikament.85 September 2026: Die Welt-Anti-Doping-Agentur beschließt die Verbotsliste für 2027; sie gilt ab 1. Januar 2027. Semaglutid und Tirzepatid bleiben erlaubt und werden weiter beobachtet; Peptide ohne Zulassung nennt die neue Liste laut der US-Anti-Doping-Agentur nun allgemein in der Klasse S0.142 Oktober 2026: Das US-Gesundheitsministerium gibt eine Übergangsregel zur Prüfung an das Weiße Haus, nach der Apotheken einige Peptide vorübergehend herstellen dürften; genannt wurde BPC-157. Bei meiner Prüfung am 22.10.2026 war sie nicht in Kraft.143
07Faktencheck

Was Du über Peptide hören wirst – und was davon stimmt

Rund um Peptide kursieren viele Aussagen – Du hörst sie im Studio, von Freunden, im Netz. Von diesen zehn Aussagen stimmt eine, drei stimmen halb, sechs stimmen so nicht. In dieser Liste heißt ✓ stimmt, ~ stimmt halb, ✕ stimmt so nicht.

✕„Peptide sind auch nur Eiweiß – also harmlos.“ Stimmt so nicht. Kollagenpeptide als Pulver sind ein Lebensmittel,9 aber viele gespritzte Peptide wirken wie Hormone: In einer großen Studie mit Menschen mit Typ-1-Diabetes kam es unter intensiver Behandlung mit dem Peptid-Hormon Insulin zwei- bis dreimal so oft zu schweren Unterzuckerungen wie unter der üblichen Behandlung.10
✓„Die Abnehmspritze wirkt.“ Stimmt – als Medikament. In einer großen Studie verloren Menschen mit Semaglutid in 68 Wochen im Mittel 14,9 Prozent ihres Gewichts, mit Scheinmedikament 2,4;5 mit Tirzepatid waren es in 72 Wochen je nach Dosisstufe 15,0 bis 20,9 Prozent.25 Beide Studien bezahlte der jeweilige Hersteller.
✕„BPC-157 heilt Sehnen und Gelenke.“ Stimmt so nicht – belegt ist das beim Menschen nicht. Veröffentlicht sind drei kleine Studien mit zusammen 30 Teilnehmern, alle ohne Vergleichsgruppe. Nur eine davon betrifft ein Gelenk – Schmerzen im Knie –, keine die Sehnen; das Vertrauen in ihre Ergebnisse ist sehr niedrig.6 Die besseren Heilungen stammen aus Tierversuchen.4
✕„Die FDA hat BPC-157 freigegeben.“ Stimmt so nicht. Im Juli 2026 stimmte ein Beratergremium der FDA dafür, BPC-157 in die Liste der Stoffe aufzunehmen, die Apotheken verarbeiten dürfen – gegen den Rat der FDA-Fachleute.14, 85 Das Votum bindet die FDA nicht, und eine Zulassung als Medikament ist es nicht.85 Eine Übergangsregel, nach der Apotheken einige Peptide vorübergehend herstellen dürften – genannt wurde BPC-157 –, lag im Oktober 2026 zur Prüfung beim Weißen Haus; in Kraft war sie nicht.143
~„Peptide stehen alle auf der Dopingliste.“ Stimmt halb. Viele ja: Die Liste nennt BPC-157, Wachstumshormon-Freisetzer, TB-500 und MOTS-c beim Namen und verbietet über einen Sammelabschnitt jeden Wirkstoff, den kein anderer Abschnitt erfasst und den keine Behörde als Medikament zugelassen hat.18 Semaglutid und Tirzepatid zum Beispiel sind aber erlaubt – sie werden nur beobachtet, Semaglutid seit 2024, Tirzepatid seit 2026.19, 20
✕„Retatrutid aus dem Netz ist dasselbe wie in den Studien, nur billiger.“ Stimmt so nicht. Legal gibt es Retatrutid nur in den Studien des Herstellers und seit August 2026 in einem Programm für eine begrenzte Zahl von Kranken;26, 46 was im Netz verkauft wird, kommt also nicht aus legaler Quelle. Wie weit solche Ware danebenliegen kann, zeigen Testkäufe von Semaglutid: Die gelieferten Fläschchen enthielten deutlich mehr Wirkstoff als angegeben – und alle Giftstoffe aus Bakterienwänden.34
✕„Epitalon verlängert die Telomere – und damit das Leben.“ Stimmt so nicht. Längere Telomere, die Schutzkappen der Chromosomen, zeigte eine Zellkultur.82 Eine Studie, die bei Menschen ein längeres Leben durch Epitalon zeigt, habe ich nicht gefunden; klinische Daten, die die Sicherheit stützen, fand die FDA 2026 nicht.84
~„Peptid-Cremes glätten Falten.“ Stimmt halb. Für vier von 16 bekannten Kosmetik-Peptiden fand ich eine Studie mit Vergleichsgruppe zum einzelnen Stoff; die größte kam aus dem Haus eines Creme-Herstellers und zeigte weniger Falten.21 Gemessen wird meist nur die Hautoberfläche – und zu einem anderen Peptid fanden zwei kleine Studien einen Effekt, eine dritte keinen messbaren.22, 23, 24
✕„Melanotan II ist ein harmloser Bräunungs-Booster.“ Stimmt so nicht. Eine Zulassung habe ich nirgends gefunden. Ärzte beschreiben ein Melanom und auffällig veränderte Muttermale nach Selbstinjektion – Fallberichte, die keine Ursache beweisen, aber zur Vorsicht mahnen.80, 81 Der verwandte Wirkstoff Afamelanotid ist nur gegen eine seltene Lichtkrankheit zugelassen.2
~„Die Abnehmspritze kostet Muskeln.“ Stimmt halb. In einer Teilauswertung einer großen Abnehmstudie mit Tirzepatid war rund ein Viertel des verlorenen Gewichts fettfreie Masse, zu der neben Muskeln auch Organe und Wasser zählen – mit Scheinmedikament war der Anteil gleich; die Autoren waren überwiegend beim Hersteller angestellt.30 Eine Übersichtsarbeit nennt höheres Alter wegen des Risikos für Muskelschwund als Grund, genauer hinzusehen; eine Mitautorin arbeitet bei einer Firma, die Körperanalysen per Kernspin anbietet.31
Kurz gesagt Die einzige Aussage, die ganz stimmt, betrifft ein zugelassenes Medikament – fünf der sechs, die nicht stimmen, betreffen Stoffe, die nirgends zugelassen sind.
08Grenzen

Was Peptide nicht leisten – und was diese Seite nicht leisten kann

Zur Ehrlichkeit gehört beides: was die Studien zeigen, und was sie nicht zeigen.

✕Keine Abkürzung zur Heilung. Für kein Peptid auf dieser Seite ist am Menschen belegt, dass es Sehnen, Bänder oder Muskeln besser heilen lässt.6, 15 Diagnose, Belastungssteuerung und Reha ersetzt keines davon.
✕Eine Zulassung gilt für eine Krankheit, nicht für alles. Tesamorelin ist in den USA gegen Bauchfett bei HIV zugelassen,32 Afamelanotid in der EU gegen eine seltene Lichtkrankheit.2 Für Muskelaufbau, Bräune oder ein längeres Leben ist keines der Peptide auf dieser Seite zugelassen.
✕Studienware ist nicht Netzware. Was in einer Studie geprüft wurde, sagt nichts über ein Fläschchen aus dem Netz – dort fehlen Herstellerkontrolle und Prüfung.34, 35
✕Keine vollständige Liste. Die Übersicht in Kapitel 06 zeigt 80 Peptide aus Fitness, Abnehmen, Longevity, Entspannung und Beauty – Peptid-Medikamente gibt es mehr als 80, die meisten davon für Krankheiten, die hier keine Rolle spielen.144
✕Keine Behandlung. Diese Seite erklärt Peptide – sie stellt keine Diagnose und ersetzt keine Therapie.
Beratergremium der FDA

Ein Votum ist keine Zulassung

Im Juli 2026 stimmte ein Beratergremium der FDA dafür, BPC-157 und fünf weitere Peptide für die Herstellung in Apotheken freizugeben. Daraus könnte man schließen, die Stoffe seien jetzt geprüft und sicher. Das sind sie nicht – die Fachleute der FDA hatten abgeraten, weil Daten zur Sicherheit am Menschen fehlen, und das Votum bindet die FDA nicht.85, 141 Eine Übergangsregel für Apotheken lag im Oktober 2026 erst zur Prüfung beim Weißen Haus.143

Langzeitdaten

Gibt es nur für Medikamente

Zugelassene Peptide wie Insulin oder Teriparatid wurden in Studien über Monate und Jahre begleitet.10, 11 Für die Peptide aus dem Graumarkt reichen schon die Daten zur Sicherheit über wenige Wochen nicht aus.14, 16, 17

Medizinische Vorgeschichte

Im Mittel, nicht im Einzelfall

Die Studien auf dieser Seite zeigen, was im Mittel für eine Gruppe gilt. Mit einer Vorerkrankung zählt Dein eigener Fall – den klärst Du mit Deinem Arzt.

09Wie sicher

Wie sicher ist das alles belegt?

Nicht jede Aussage auf dieser Seite steht gleich fest. Damit Du weißt, worauf Du Dich verlassen kannst, hier die Einordnung in Alltagssprache.

So lesen sich die Stufen: gut belegt – große Studien mit Zufallszuteilung, alle in dieselbe Richtung · belegt – eine große oder mehrere kleinere Studien, gleiche Richtung · erste Hinweise – kleine Studien, Fallberichte oder nur indirekt erschlossen · uneinheitlich – Studien widersprechen sich · nicht belegt – keine geeignete Studie am Menschen.

AussageEinordnung
Semaglutid und Tirzepatid senken das Gewicht deutlichgut belegt – große Studien mit Tausenden Teilnehmern; bezahlt von den Herstellern
Teriparatid senkt das Risiko neuer Wirbelbrüchebelegt – eine große Studie mit Zufallszuteilung, Grundlage der Zulassung; gesponsert vom Hersteller
Nach dem Absetzen von Semaglutid kommt viel Gewicht zurückbelegt – eine große Studie mit Zufallszuteilung
Wer mit der Spritze abnimmt, verliert auch fettfreie Massebelegt – Messungen in einer Teilauswertung, deren Autoren überwiegend beim Hersteller angestellt waren, und eine Übersichtsarbeit; der Anteil war wie mit Scheinmedikament
Wachstumshormon-Freisetzer steigern das Wachstumshormonbelegt – mehrere kleine Studien mit Hormonmessungen
Wachstumshormon-Freisetzer bringen mehr Kraftnicht belegt – beim verwandten Ibutamoren stieg bei Älteren die fettfreie Masse, die Kraft nicht; mit Sermorelin besserten sich in einer kleinen Studie ohne Vergleichsgruppe zwei von sechs Kraftmessungen; Studien mit jungen Sportlern habe ich nicht gefunden
Retatrutid senkt das Gewicht deutlichgut belegt – mehrere große Studien mit Zufallszuteilung, alle vom Hersteller bezahlt; ein direkter Vergleich mit Tirzepatid fehlt, zugelassen ist es nicht
Melanotan II kann Muttermale verändern und Hautkrebs begünstigenerste Hinweise – Fallberichte, keine Ursache bewiesen
Peptid-Cremes glätten Faltenuneinheitlich – wenige Studien zum einzelnen Stoff, mit und ohne messbaren Effekt
Thymosin α1 senkt die Sterblichkeit bei Sepsisuneinheitlich – eine Metaanalyse dafür, die größte Einzelstudie ohne klaren Vorteil
Elamipretid hilft bei Muskelkrankheiten der Mitochondrienuneinheitlich – große Studie ohne Erfolg; beschleunigte Zulassung für das Barth-Syndrom auf Grundlage eines Ersatzmaßes
BPC-157 hilft bei Sehnen und Gelenkennicht belegt – zu Sehnen keine Studie am Menschen, zu Gelenken nur eine rückblickende Befragung zu Knieschmerzen ohne Vergleichsgruppe
TB-500, KPV und MOTS-c wirken beim Menschennicht belegt – keine Studie, in der Menschen sie bekamen
Epitalon verlängert beim Menschen die Telomerenicht belegt – nur Zellkultur

Sechs Zahlen zum Mitnehmen

Das Kurze · Fazit in Zahlen

Jede Zahl mit Quelle und Haken

Die sechs Zahlen stammen aus Studien, einer Übersichtsarbeit und zwei eigenen Zählungen, Stand Oktober 2026; wo ich eine davon selbst gerechnet habe, steht es dabei. Zu jeder steht, was herauskam und wo der Haken liegt.

−14,9 %
Körpergewicht in 68 Wochen
mit Semaglutid

Mit Scheinmedikament waren es −2,4 Prozent: Als Medikament wirkt die Abnehmspritze.

Haken

Alle bekamen zusätzlich Beratung zu Ernährung und Bewegung; bezahlt hat der Hersteller. In einer zweiten Studie nahmen Menschen nach gut zehn Prozent Gewichtsverlust und dem Wechsel auf Scheinmedikament wieder 6,9 Prozent zu.

Quelle: Wilding und Kollegen 2021 · 1.961 Erwachsene ohne Diabetes; Rubino 20215, 12
30
Menschen in den drei veröffentlichten
Studien zu BPC-157 – zusammen

Keine der Studien hatte eine Vergleichsgruppe: Am Menschen ist BPC-157 so gut wie nicht untersucht.

Haken

Eine Studie mit Scheinmedikament bei Menschen mit Darmentzündung gibt es nur als Kongress-Kurzbericht; der FDA reichten die Angaben nicht.

Quelle: Poolton und Kollegen 2026, Übersichtsarbeit · 3 Studien; FDA 20266, 14
9 von 80
Peptiden aus der Übersicht
in Deutschland zugelassen

Knapp die Hälfte sind Forschungs- und Graumarktstoffe ohne jede Zulassung: „Peptid“ heißt in der Szene oft: ungeprüft.

Haken

Die Auswahl der 80 ist meine; Zulassungen in Russland und China habe ich nur über Nachschlagewerke und Herstellerangaben geprüft. Ob weitere der 80 nur national in Deutschland zugelassen sind, ließ sich nicht prüfen – die Datenbank des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte war nicht abrufbar.

Quelle: eigene Zählung, gerechnet · EU-Zulassungen und deutsche Fachinformationen2, 101, 102
0 von 2
Hauptzielen erreicht –
Elamipretid (SS-31)

In der großen Studie bei einer erblichen Muskelkrankheit der Mitochondrien: Ein spannender Wirkstoff ist noch kein wirksamer.

Haken

Für das seltene Barth-Syndrom gab es 2025 in den USA trotzdem eine beschleunigte Zulassung – auf Grundlage der Kraft im Oberschenkel; eine Bestätigungsstudie steht aus. Ein Mitautor der großen Studie arbeitete beim Hersteller.

Quelle: Karaa und Kollegen 2023 · 218 Erwachsene; FDA 202545, 88
4 von 16
Kosmetik-Peptiden mit einer
Vergleichsstudie zum Einzelstoff

Für die übrigen zwölf gibt es nur Herstellerangaben oder Mischungen: Was in der Creme steckt, ist selten unabhängig geprüft.

Haken

Gezählt habe ich, was ich in PubMed fand. Die größte Studie kam aus dem Haus eines Creme-Herstellers; zu einem anderen Peptid fanden zwei kleine Studien einen Effekt auf die Hautoberfläche, eine dritte keinen.

Quelle: eigene Zählung, gerechnet · Robinson 2005, 93 Frauen; Wang 2013, 60 Menschen; Henseler 2023, 19 Frauen21, 22, 24
14 → 5 · 4 %
Frauen mit neuen Wirbelbrüchen:
ohne · mit Teriparatid

Mit Scheinmedikament 14 Prozent, mit Teriparatid 5 und 4 Prozent: Peptide können starke Medikamente sein – für eine bestimmte Krankheit.

Haken

Frauen nach den Wechseljahren mit Wirbelbrüchen; über Gesunde sagt die Studie nichts. Bezahlt hat der Hersteller Eli Lilly.

Quelle: Neer und Kollegen 2001 · 1.637 Frauen11

Jede Zahl ist an ihrer Quelle selbst geprüft, Stand 22.10.2026 – Studien meist an ihrer Kurzfassung in PubMed, der großen Datenbank für medizinische Studien, Zulassungen bei den Behörden selbst, wo deren Register abrufbar war, sonst über Fachportale und Nachschlagewerke. Die vollständigen Angaben, mit Teilnehmern, Geldgebern und Interessenkonflikten, folgen im Kapitel „Belegt“.

Der eine Satz, wenn Du Dir nur einen merkst Was als Peptid nachweislich wirkt, ist ein Medikament – zugelassen oder auf dem Weg dorthin – und gehört in ärztliche Hände. Was ohne Zulassung im Netz verkauft wird, ist am Menschen kaum geprüft – oder nicht das, was in den Studien war.
10Belegt

Worauf sich diese Seite stützt

Zu jeder hochgestellten Zahl im Text: Quelle, Teilnehmer, Ergebnis, Einschränkung, Geldgeber und Interessenkonflikte. Studien habe ich über PubMed geprüft, Zulassungen bei den Behörden selbst oder – wo deren Register nicht abrufbar war – in Nachschlagewerken. Wo sich etwas nicht prüfen ließ, steht das dabei.

144 Quellen · hier aufklappenzuklappenGeldgeber und Interessenkonflikte
So liest Du die Angaben zu den Geldgebern PubMed, die Studiendatenbank der US-Nationalbibliothek für Medizin, ordnet Studien nach ihren Geldgebern ein: Stellen der US-Regierung – und „außerhalb der US-Regierung“ für alles andere. „Außerhalb der US-Regierung“ heißt also: Das Geld kam von Hochschulen, Stiftungen, anderen Staaten oder Firmen – wer genau, steht nur in der vollständigen Arbeit. Steht bei einer Studie kein Geldgeber, „nicht geprüft“ oder „nicht prüfbar“, habe ich die Finanzierung nicht selbst gelesen.
1Mathieu C, Martens PJ, Vangoitsenhoven R (2021). One hundred years of insulin therapy. Nature Reviews Endocrinology 17(12):715–725. DOI 10.1038/s41574-021-00542-w · PMID 34404937 Übersichtsarbeit zu hundert Jahren Insulintherapie; nennt Insulin „ein Molekül aus nur 51 Aminosäuren“ und einen Wegbereiter der Therapien auf Eiweißbasis. Übersichtsarbeit, keine eigene Studie. Geldgeber und Interessenkonflikte nicht geprüft.
2Europäische Arzneimittel-Agentur EMA (abgerufen am 22.10.2026). Europäische öffentliche Beurteilungsberichte (EPAR) mit Datum der EU-weiten Zulassung: Actrapid (Insulin) 07.10.2002 · Victoza (Liraglutid) 30.06.2009 · Saxenda (Liraglutid) 23.03.2015 · Ozempic (Semaglutid) 08.02.2018 · Wegovy (Semaglutid) 06.01.2022 · Mounjaro (Tirzepatid) 15.09.2022 · Forsteo (Teriparatid) 10.06.2003 · Eladynos (Abaloparatid) 12.12.2022, nachdem ein erster Antrag 2019 abgelehnt worden war · Scenesse (Afamelanotid) 22.12.2014, unter außergewöhnlichen Umständen und nur zur Vorbeugung von Lichtschäden bei der seltenen erythropoetischen Protoporphyrie · Omnitrope (Somatropin) 12.04.2006 · Ovitrelle (Choriongonadotropin alfa) 02.02.2001. Actrapid · Victoza · Saxenda · Ozempic · Wegovy · Mounjaro · Forsteo · Eladynos · Scenesse · Omnitrope · Ovitrelle Grundlage der Zählung „9 von 80“ in Kapitel 06, zusammen mit den Fachinformationen zu Oxytocin und Alanyl-Glutamin, die national zugelassen sind. Weitere Präparate mit denselben Wirkstoffen habe ich nicht einzeln geprüft. Nationale Zulassungen in Deutschland außerhalb des EU-Verfahrens habe ich nur für Oxytocin und Alanyl-Glutamin geprüft; die Arzneimittel-Datenbank des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte war bei der Prüfung nicht abrufbar.
3COSMILE Europe (abgerufen am 22.10.2026). Inhaltsstoff-Datenbank des europäischen Kosmetikverbands Cosmetics Europe. Eintrag COPPER TRIPEPTIDE-1 (GHK-Cu): Funktion „hautpflegend“, „hält die Haut in einem guten Zustand“; dazu die Einträge der übrigen Kosmetik-Peptide aus Kapitel 06. COSMILE: Copper Tripeptide-1 · cosmileeurope.eu Datenbank eines Branchenverbands; das amtliche EU-Verzeichnis CosIng war bei der Prüfung im Oktober 2026 nicht abrufbar. Ein Eintrag ist weder Zulassung noch Wirkungsnachweis.
4Vasireddi N, Hahamyan H, Salata MJ et al. (2025). Emerging Use of BPC-157 in Orthopaedic Sports Medicine: A Systematic Review. HSS Journal 21(4):485–495. DOI 10.1177/15563316251355551 · PMID 40756949 · PMC12313605 Systematische Übersicht, Literatur bis Juni 2024: 36 Studien, davon 35 Labor- und Tierversuche und eine Studie am Menschen. In Tiermodellen heilten Muskeln, Sehnen, Bänder und Knochen besser. In der einen rückblickenden Studie am Menschen berichteten 7 von 12 nach Spritzen ins Knie mehr als sechs Monate lang weniger Schmerzen. Daten zur Sicherheit am Menschen fanden die Autoren nicht. Ausgewertet sind fast nur Tierversuche. Die Übersicht nennt nur die fehlende Zulassung in den USA; dass BPC-157 nirgends zugelassen ist, beruht auf meiner eigenen Suche. Die Knie-Studie selbst nennt 16 befragte Behandelte: 12 bekamen nur BPC-157, 4 zusätzlich Thymosin β4 – deshalb zählen andere Übersichten 16 Teilnehmer (Lee und Padgett 2021, PMID 34324435). Geldgeber und Interessenkonflikte nicht geprüft.
5Wilding JPH, Batterham RL, Calanna S et al. (2021). Once-Weekly Semaglutide in Adults with Overweight or Obesity. New England Journal of Medicine 384(11):989–1002. DOI 10.1056/NEJMoa2032183 · PMID 33567185 STEP 1: 1.961 Erwachsene mit Übergewicht oder Adipositas ohne Diabetes, Zufallszuteilung 2:1, 68 Wochen wöchentlich Semaglutid oder Scheinmedikament, beide Gruppen mit Beratung zu Ernährung und Bewegung. Gewichtsänderung −14,9 % gegenüber −2,4 %. Häufigste Nebenwirkungen: Übelkeit und Durchfall, meist vorübergehend; 4,5 % gegenüber 0,8 % brachen wegen Magen-Darm-Beschwerden ab. Bezahlt vom Hersteller Novo Nordisk, drei Autoren dort angestellt – ein möglicher Interessenkonflikt.
6Poolton JT, Minett J, Kazmi A (2026). Human evidence for BPC-157 in orthopaedic and regenerative medicine: a systematic review of efficacy and safety. Acta Orthopaedica Belgica 92(3). DOI 10.52628/92.3.15837 · PMID 42885452 Vorab registrierte systematische Übersicht, Suche bis 01.06.2026: drei Studien mit zusammen 30 Menschen – rückblickend Spritzen ins Knie bei Knieschmerzen (16), eine rückblickende Pilotstudie bei interstitieller Zystitis, einer chronischen Blasenerkrankung (12), und eine Pilotstudie zur Verträglichkeit als Infusion (2). Die meisten berichteten weniger Beschwerden, behandlungsbedingte Nebenwirkungen wurden nicht gemeldet. Methodisch schwach, Vertrauen in die Ergebnisse sehr niedrig; Schluss der Autoren: außerhalb hochwertiger, regulierter Studien nicht beim Menschen anwenden. Keine der drei Studien hatte eine Vergleichsgruppe. Geldgeber und Interessenkonflikte nicht geprüft.
7Diao L, Meibohm B (2013). Pharmacokinetics and pharmacokinetic-pharmacodynamic correlations of therapeutic peptides. Clinical Pharmacokinetics 52(10):855–868. DOI 10.1007/s40262-013-0079-0 · PMID 23719681 Übersichtsarbeit; definiert Peptide als Ketten aus weniger als 50 Aminosäuren mit einem Molekulargewicht unter 10 Kilodalton. Eine von mehreren üblichen Grenzen; eine feste Definition gibt es nicht. Geldgeber nicht geprüft.
8Wang L, Wang N, Zhang W et al. (2022). Therapeutic peptides: current applications and future directions. Signal Transduction and Targeted Therapy 7(1):48. DOI 10.1038/s41392-022-00904-4 · PMID 35165272 · PMC8844085 Übersichtsarbeit: weltweit mehr als 80 zugelassene Peptid-Medikamente; Insulin sei „ein Peptid mit 51 Aminosäuren“; Peptide werden von den Verdauungsenzymen leicht abgebaut und deshalb meist gespritzt. Geldgeber laut PubMed außerhalb der US-Regierung, Einzelheiten nicht geprüft.
9Europäische Kommission (2012). Verordnung (EU) Nr. 379/2012 zur Verweigerung der Zulassung bestimmter gesundheitsbezogener Angaben über Lebensmittel. EUR-Lex · Text auf legislation.gov.uk Lehnt unter anderem die Angabe ab, eine Kollagenpeptid-Mischung (Kollagenhydrolysat) trage zum Erhalt gesunder Gelenke bei körperlich Aktiven bei; die EFSA hatte 2011 keinen Ursache-Wirkungs-Zusammenhang gesehen. Die Verordnung behandelt Kollagenhydrolysat als Lebensmittel. Den Verordnungstext habe ich in der amtlichen britischen Wiedergabe gelesen; EUR-Lex lieferte bei der Prüfung nur die Metadaten.
10The Diabetes Control and Complications Trial Research Group (1993). The effect of intensive treatment of diabetes on the development and progression of long-term complications in insulin-dependent diabetes mellitus. New England Journal of Medicine 329(14):977–986. DOI 10.1056/NEJM199309303291401 · PMID 8366922 1.441 Menschen mit Typ-1-Diabetes, im Mittel 6,5 Jahre: Intensive Insulinbehandlung verzögerte Schäden an Netzhaut, Nieren und Nerven; schwere Unterzuckerungen traten zwei- bis dreimal so oft auf. Geldgeber laut PubMed: US-Regierung, öffentlicher Gesundheitsdienst.
11Neer RM, Arnaud CD, Zanchetta JR et al. (2001). Effect of parathyroid hormone (1-34) on fractures and bone mineral density in postmenopausal women with osteoporosis. New England Journal of Medicine 344(19):1434–1441. DOI 10.1056/NEJM200105103441904 · PMID 11346808 · Pressemitteilung 2001 1.637 Frauen nach den Wechseljahren mit früheren Wirbelbrüchen, Zufallszuteilung, im Median 21 Monate: neue Wirbelbrüche mit Scheinmedikament bei 14 %, mit Teriparatid bei 5 % (niedrigere Dosisstufe) und 4 % (höhere). Gesponsert vom Hersteller Eli Lilly – ein möglicher Interessenkonflikt. Das steht in der Pressemitteilung des Massachusetts General Hospital vom 10.05.2001, nicht in der Kurzfassung.
12Rubino D, Abrahamsson N, Davies M et al. (2021). Effect of Continued Weekly Subcutaneous Semaglutide vs Placebo on Weight Loss Maintenance in Adults With Overweight or Obesity: The STEP 4 Randomized Clinical Trial. JAMA 325(14):1414–1425. DOI 10.1001/jama.2021.3224 · PMID 33755728 · PMC7988425 902 Erwachsene ohne Diabetes bekamen 20 Wochen Semaglutid; die 803, die die volle Dosis erreichten und im Mittel 10,6 % abgenommen hatten, wurden danach 2:1 auf weiter Semaglutid oder Scheinmedikament verteilt. Von Woche 20 bis 68: −7,9 % mit Semaglutid, +6,9 % mit Scheinmedikament. Bezahlt vom Hersteller Novo Nordisk, der an Planung, Auswertung und Manuskript beteiligt war; drei Autoren dort angestellt – ein möglicher Interessenkonflikt. Laut Volltext; gelesen über eine Kopie, weil die PMC-Seite gesperrt war.
13Deconinck E, Vanhee C, Keizers P et al. (2021). The occurrence of non-anatomical therapeutic chemical-international nonproprietary name molecules in suspected illegal or illegally traded health products in Europe: A retrospective and prospective study. Drug Testing and Analysis 13(4):833–840. DOI 10.1002/dta.3001 · PMID 33453144 Auswertung der europäischen amtlichen Arzneimittel-Kontrolllabore zu verdächtigen Produkten mit Wirkstoffen, die weder einen anerkannten Arzneistoff-Code noch einen internationalen Freinamen haben (ATC-INN): 1.104 Fälle aus 16 Ländern, 2017 bis 2019, 83 % vom illegalen Markt. In 11 % der Proben steckten Forschungspeptide – die zweithäufigste Gruppe. Nur Proben, die Behörden auffielen; nicht repräsentativ für alles, was verkauft wird. Geldgeber nicht geprüft.
14US-Arzneimittelbehörde FDA (2026). Prüfbericht zu BPC-157 und BPC-157-Acetat für das Beratergremium zur Herstellung in Apotheken (Pharmacy Compounding Advisory Committee), Stand 11.05.2026. fda.gov/media/193343 In PubMed und Embase fand die FDA fünf klinische Studien mit BPC-157; zur Darmentzündung Colitis ulcerosa nur einen Kongress-Kurzbericht über eine Studie mit Zufallszuteilung und Scheinmedikament an 53 Teilnehmern, zwei Wochen lang als Einlauf. Die Daten reichten nicht, um Wirksamkeit und Sicherheit zu belegen; für Einnahme, Spritze unter die Haut, Nasenspray oder Pflaster fand sie keine Studien am Menschen. Gespritzt oder über die Nase könne BPC-157 ein erhebliches Risiko für Immunreaktionen bergen. Schluss: Die Kriterien sprechen gegen eine Aufnahme in die Liste für Apotheken. Bewertet wurde die Herstellung in Apotheken, nicht die Zulassung als Medikament. Die FDA zählte fünf Studien, die Übersicht von Poolton 2026 drei: Zwei Studien mit Einläufen – bei Gesunden und bei Colitis ulcerosa – gibt es nur als Kongress-Kurzberichte.
15US-Arzneimittelbehörde FDA (2026). Prüfbericht zu TB-500 und TB-500-Acetat für das Beratergremium zur Herstellung in Apotheken, Stand 15.05.2026. fda.gov/media/193349 Keine Arbeit gefunden, in der Menschen TB-500 bekamen; keine Daten dazu, wie der Körper es aufnimmt und abbaut. Gespritzte Peptide könnten ein erhebliches Risiko für Immunreaktionen bergen; zu Verunreinigungen fehlten Angaben. Schluss: Die Kriterien sprechen gegen eine Aufnahme. Bewertet wurde die Herstellung in Apotheken, nicht die Zulassung als Medikament.
16US-Arzneimittelbehörde FDA (2026). Prüfbericht zu KPV und KPV-Acetat für das Beratergremium zur Herstellung in Apotheken, Stand 12.05.2026. fda.gov/media/193346 Keine Angaben zur Anwendung am Menschen, keine klinischen Studien, keine Fallberichte; keine Studien zur Giftigkeit – weder einmalig noch wiederholt, weder zum Erbgut noch zu Fortpflanzung oder Krebs. Schluss: Die Kriterien sprechen gegen eine Aufnahme. Bewertet wurde die Herstellung in Apotheken, nicht die Zulassung als Medikament.
17US-Arzneimittelbehörde FDA (2026). Prüfbericht zu MOTS-c und MOTS-c-Acetat für das Beratergremium zur Herstellung in Apotheken, Stand 11.05.2026. fda.gov/media/193347 Keine klinischen Studien und keine Daten zur Anwendung am Menschen; keine Studien zur Giftigkeit im Tier. Es fehlten klinische und vorklinische Sicherheitsdaten. Schluss: Die Kriterien sprechen gegen eine Aufnahme. Bewertet wurde die Herstellung in Apotheken, nicht die Zulassung als Medikament.
18Welt-Anti-Doping-Agentur WADA (2026). Verbotsliste 2026 (Prohibited List), in Kraft seit 01.01.2026. Amtliche englische Fassung im niederländischen Vertragsblatt (Tractatenblad 2026, Nr. 25); deutsche Übersetzung der NADA. Tractatenblad 2026-25 · NADA-Übersetzung S0: Jede pharmakologische Substanz ohne aktuelle Zulassung einer staatlichen Gesundheitsbehörde für die Anwendung am Menschen ist jederzeit verboten; genannt ist unter anderem BPC-157. S2.2.4: Wachstumshormon-Releasing-Hormon und seine Analoga (u. a. CJC-1295, Sermorelin, Tesamorelin), Wachstumshormon freisetzende Peptide, kurz GHRP (u. a. GHRP-2, GHRP-6, Examorelin = Hexarelin) und weitere Sekretagoga (u. a. Ipamorelin, Ibutamoren). S2.2.3: Fragmente des Wachstumshormons (AOD-9604, hGH 176-191). S2.3: unter anderem Mechano-Wachstumsfaktoren, IGF-1 und seine Analoga sowie „Thymosin-β4 und seine Derivate, z. B. TB-500“. S2.2.1: Testosteron anregende Peptide bei Männern, darunter Choriongonadotropin und Kisspeptin. S2.1.5: Agonisten des sogenannten Innate-Repair-Rezeptors. S4.4.1: AMPK-Aktivatoren, darunter MOTS-c. S4.4.2: Insuline. S4.3: unter anderem Follistatin. S6: Stimulanzien, nur im Wettkampf, darunter Tesofensin. M2.2: Infusionen oder Injektionen von insgesamt mehr als 100 ml in 12 Stunden, außer bei Klinikbehandlung, Operation oder Diagnostik. Wo die Liste einen Stoff nicht nennt, ist die Einordnung meine Auslegung des Wortlauts, keine Auskunft der WADA. Ob eine Registrierung als Nahrungsergänzung in Russland eine „Zulassung“ im Sinne von S0 ist, sagt die Liste nicht; ich lese es nicht so.
19Nationale Anti Doping Agentur Deutschland NADA (2023). WADA veröffentlicht Verbotsliste für 2024. Meldung vom 29.09.2023. nada.de Semaglutid, ein GLP-1-Analogon, wurde in das Überwachungsprogramm aufgenommen, „um einen möglichen Missbrauch innerhalb und außerhalb von Wettkämpfen zu prüfen“. Verboten ist es nicht. Die Meldung gehört zum Überwachungsprogramm 2024; einen eigenen Starttermin nennt sie für Semaglutid nicht.
20Nationale Anti Doping Agentur Deutschland NADA (2025). WADA veröffentlicht Verbotsliste für 2026. Meldung vom 25.09.2025. nada.de Im Überwachungsprogramm 2026 wurde die Überwachung von Semaglutid angepasst: Ab dem 1. Januar 2026 werden Marker von Semaglutid und zusätzlich von Tirzepatid beobachtet, um möglichen Missbrauch in und außerhalb von Wettkämpfen zu erkennen. Verboten sind beide nicht. –
21Robinson LR, Fitzgerald NC, Doughty DG et al. (2005). Topical palmitoyl pentapeptide provides improvement in photoaged human facial skin. International Journal of Cosmetic Science 27(3):155–160. DOI 10.1111/j.1467-2494.2005.00261.x · PMID 18492182 93 Frauen, 12 Wochen, doppelblind, Halbseitenvergleich: eine Gesichtshälfte Creme mit Palmitoyl Pentapeptide-4 (Matrixyl), die andere dieselbe Creme ohne. Weniger Falten und Fältchen, gemessen an Fotos und per Selbsteinschätzung. Die Erstautorin arbeitete laut PubMed bei Procter & Gamble, einem Hersteller solcher Cremes – ein möglicher Interessenkonflikt. Gemessen wurde die Hautoberfläche, nicht der Kollagengehalt. Weitere Angaben zu Geldgebern nicht geprüft.
22Wang Y, Wang M, Xiao S et al. (2013). The anti-wrinkle efficacy of argireline, a synthetic hexapeptide, in Chinese subjects: a randomized, placebo-controlled study. American Journal of Clinical Dermatology 14(2):147–153. DOI 10.1007/s40257-013-0009-9 · PMID 23417317 60 Menschen in China, Verteilung 3:1 auf Argireline oder Scheinmittel, 4 Wochen: Die Rauigkeit an Silikonabdrücken der Augenfältchen sank nur mit Argireline. Gemessen wurde die Hautoberfläche, ein Ersatzmaß; einen direkten Gruppenvergleich nennt die Kurzfassung nicht. Geldgeber nicht angegeben.
23Raikou V, Varvaresou A, Panderi I et al. (2017). The efficacy study of the combination of tripeptide-10-citrulline and acetyl hexapeptide-3. A prospective, randomized controlled study. Journal of Cosmetic Dermatology 16(2):271–278. DOI 10.1111/jocd.12314 · PMID 28150423 24 gesunde Freiwillige, Zufallszuteilung auf vier Gruppen – Tripeptide-10 Citrulline (Decorinyl), Acetyl Hexapeptide-3 (Argireline), beide zusammen, keines –, 60 Tage: bessere Werte bei Rauigkeit der Hautoberfläche und Wasserverlust der Haut. Sehr kleine Gruppen, nur Ersatzmaße. Geldgeber nicht angegeben.
24Henseler H (2023). Investigating the effects of Argireline in a skin serum containing hyaluronic acids on skin surface wrinkles using the Visia Complexion Analysis camera system for objective skin analysis. GMS Interdisciplinary Plastic and Reconstructive Surgery DGPW 12:Doc09. DOI 10.3205/iprs000179 · PMID 38024099 · PMC10665711 19 Frauen, 4 Wochen, doppelblind, Halbseitenvergleich eines Serums mit und ohne Acetyl Hexapeptide-8 (Argireline): kein messbarer Unterschied bei den Falten. Die Autorin hält Argireline nicht für eine Alternative zu Botox. Klein und kurz. Die Seren stellte eine Kosmetikfirma zur Verfügung; die Autorin erklärt keine Interessenkonflikte.
25Jastreboff AM, Aronne LJ, Ahmad NN et al. (2022). Tirzepatide Once Weekly for the Treatment of Obesity. New England Journal of Medicine 387(3):205–216. DOI 10.1056/NEJMoa2206038 · PMID 35658024 SURMOUNT-1: 2.539 Erwachsene mit Adipositas oder Übergewicht ohne Diabetes, 72 Wochen. Gewichtsänderung je nach Dosisstufe −15,0 / −19,5 / −20,9 %, mit Scheinmedikament −3,1 %. Bezahlt vom Hersteller Eli Lilly – ein möglicher Interessenkonflikt.
26Jeffries E (2026). Eli Lilly allows physicians to seek retatrutide access. Becker's Hospital Review, 04.08.2026. beckershospitalreview.com Lilly hat ein Programm für erweiterten Zugang eingerichtet: für „eine begrenzte Zahl von Menschen, die bestimmte medizinische Kriterien erfüllen und nicht an einer klinischen Studie teilnehmen können“. Retatrutid ist nicht zugelassen; den Zulassungsantrag plant der Hersteller für Anfang 2027. Fachpresse, stützt sich auf Angaben des Herstellers.
27Europäische Arzneimittel-Agentur EMA (abgerufen am 22.10.2026). Mounjaro (Tirzepatid): Zusammenfassung der Merkmale des Arzneimittels, Abschnitte 4.4, 4.5 und 4.6. Produktinformation (PDF) Akute Entzündungen der Bauchspeicheldrüse wurden berichtet; bei Verdacht ist Tirzepatid abzusetzen. Eine Einzeldosis senkte die Spiegel einer kombinierten Pille (Ethinylestradiol: Höchstwert −59 %, Gesamtmenge −20 %); das gilt laut Fachinformation als nicht klinisch relevant, eine Anpassung sei nicht nötig. Frauen im gebärfähigen Alter wird Verhütung empfohlen; wegen der langen Halbwertszeit soll Tirzepatid mindestens einen Monat vor einer geplanten Schwangerschaft abgesetzt werden. Das Datum der letzten Überarbeitung habe ich nicht geprüft.
28Australische Arzneimittelbehörde TGA (2025). Updated contraception advice for Mounjaro (tirzepatide). Sicherheitsmitteilung. tga.gov.au Eine geringere Wirkung der Pille unter Tirzepatid ließ sich nicht ausschließen. Wer mit Tabletten hormonell verhütet, soll vier Wochen nach Beginn und nach jeder Dosiserhöhung auf eine andere Methode wechseln oder zusätzlich eine Barrieremethode nutzen. Ein Datum nennt die Seite nicht; sie bezieht sich auf eine Datenbankabfrage vom 09.09.2025.
29Europäische Arzneimittel-Agentur EMA (abgerufen am 22.10.2026). Wegovy (Semaglutid): Zusammenfassung der Merkmale des Arzneimittels, Abschnitte 4.5 und 4.6. Produktinformation (PDF) Frauen im gebärfähigen Alter wird unter Semaglutid Verhütung empfohlen; wegen der langen Halbwertszeit soll es mindestens zwei Monate vor einer geplanten Schwangerschaft abgesetzt werden. Eine geringere Wirkung der Pille wird nicht erwartet. Das Datum der letzten Überarbeitung nennt das Dokument nicht.
30Look M, Dunn JP, Kushner RF et al. (2025). Body composition changes during weight reduction with tirzepatide in the SURMOUNT-1 study of adults with obesity or overweight. Diabetes, Obesity and Metabolism 27(5):2720–2729. DOI 10.1111/dom.16275 · PMID 39996356 · PMC11965027 Teilstudie mit 160 der 2.539 Teilnehmer, Körperzusammensetzung per Röntgen-Messung (DXA): Gewicht −21,3 %, Fettmasse −33,9 %, fettfreie Masse −10,9 %. Vom verlorenen Gewicht waren etwa 75 % Fett und 25 % fettfreie Masse – mit Tirzepatid und mit Scheinmedikament gleich. Die Autoren waren überwiegend beim Hersteller Eli Lilly angestellt – ein möglicher Interessenkonflikt. Fettfreie Masse umfasst auch Organe und Wasser, nicht nur Muskeln.
31Neeland IJ, Linge J, Birkenfeld AL (2024). Changes in lean body mass with glucagon-like peptide-1-based therapies and mitigation strategies. Diabetes, Obesity and Metabolism 26 Suppl 4:16–27. DOI 10.1111/dom.15728 · PMID 38937282 Übersichtsarbeit: Der Anteil fettfreier Masse am Gewichtsverlust reicht in Studien von etwa 15 % oder weniger bis 40 bis 60 %; dazu zählen auch Organe und Wasser. Die Muskelveränderungen sehen die Autoren in Kernspin-Daten eher als Anpassung; höheres Alter und schwere Erkrankungen könnten wegen des Risikos für Muskelschwund (Sarkopenie) mitentscheiden, wer für diese Mittel infrage kommt. Eine Mitautorin arbeitet bei AMRA Medical, einem Anbieter von Körperanalysen per Kernspin – ein möglicher Interessenkonflikt. Geldgeber nicht geprüft.
32US-Arzneimittelbehörde FDA (2010, 2012). Egrifta (Tesamorelin): Zulassung am 10.11.2010, Inhaber Theratechnologies; US-Fachinformation von 2012. Drugs@FDA · Fachinformation 2012 (PDF) Zugelassen, um überschüssiges Bauchfett bei Menschen mit HIV und Lipodystrophie – einer krankhaften Umverteilung des Körperfetts – zu verringern. Laut Fachinformation nicht zur Gewichtsabnahme bestimmt; Langzeitfolgen für Herz und Gefäße sind nicht untersucht. Spätere Fassungen der Fachinformation habe ich nicht geprüft.
33Miller TR, Wagner JD, Baack BR et al. (2006). Effects of topical copper tripeptide complex on CO2 laser-resurfaced skin. Archives of Facial Plastic Surgery 8(4):252–259. DOI 10.1001/archfaci.8.4.252 · PMID 16847171 Zufallszuteilung, verblindete Auswerter, 13 Teilnehmer bis zum Ende; Creme mit Kupfer-Peptid nach einer Laserbehandlung der Haut. Objektiv – Rötung, Falten, Hautqualität – kein gesicherter Unterschied; nur die Zufriedenheit im Fragebogen war besser. Sehr klein. Geldgeber laut PubMed außerhalb der US-Regierung, Einzelheiten nicht geprüft.
34Ashraf AR, Mackey TK, Vida RG et al. (2024). Multifactor Quality and Safety Analysis of Semaglutide Products Sold by Online Sellers Without a Prescription: Market Surveillance, Content Analysis, and Product Purchase Evaluation Study. Journal of Medical Internet Research 26:e65440. DOI 10.2196/65440 · PMID 39509151 · PMC11582493 Testkäufe bei sechs illegalen Online-Apotheken: Drei Bestellungen kamen nie an. In den drei gelieferten Fläschchen machte Semaglutid nur 7,7 bis 14,4 % des Pulvers aus – angegeben war eine Reinheit von 99 %; andere Peptide fanden die Forscher nicht. Zugleich steckte 28,6 bis 38,7 % mehr Semaglutid darin als auf dem Etikett. Alle enthielten Endotoxine, Giftstoffe aus Bakterienwänden. Nur drei untersuchte Proben. Geldgeber laut PubMed außerhalb der US-Regierung, Einzelheiten nicht geprüft.
35Reichel C, Gmeiner G, Thevis M (2019). Detection of black market follistatin 344. Drug Testing and Analysis 11(11-12):1675–1697. DOI 10.1002/dta.2741 · PMID 31758732 Dopinglabore untersuchten 17 Schwarzmarkt-Produkte, die als „Follistatin 344“ verkauft wurden: Nur 9 enthielten Follistatin; in anderen fanden sich andere Stoffe, etwa GHRP-2. Eine Produktgruppe; Geldgeber nicht geprüft.
36Europäische Arzneimittel-Agentur EMA (2012). Fragen und Antworten zur Rücknahme des Antrags auf Genehmigung für das Inverkehrbringen von Egrifta (Tesamorelin), 12.07.2012. EMA, deutsche Fassung (PDF) Beantragt war die Behandlung von überschüssigem Bauchfett bei Menschen mit HIV und Lipodystrophie. Der Antragsteller Ferrer Internacional zog den Antrag am 21.06.2012 zurück. Der Ausschuss für Humanarzneimittel war vorläufig der Ansicht, Egrifta hätte nicht zugelassen werden können: Die Wirkung auf das Bauchfett sei klinisch nicht bedeutsam, der Anstieg von IGF-1 bei vielen Teilnehmern ein wesentliches Sicherheitsproblem, Langzeitdaten zur Sicherheit fehlten. –
37Europäische Kommission (abgerufen am 22.10.2026). CosIng – Handbuch zur Datenbank der Kosmetik-Inhaltsstoffe. CosIng-Handbuch (PDF) Das Verzeichnis ist ausdrücklich keine Liste erlaubter Stoffe; rechtlich maßgeblich ist die Kosmetikverordnung (EG) Nr. 1223/2009. Die Datenbank selbst war bei der Prüfung nicht abrufbar.
38US-Arzneimittelbehörde FDA (abgerufen am 22.10.2026). Wrinkle Treatments and Other Anti-aging Products · Is It a Cosmetic, Drug, or Both? fda.gov: Anti-Aging-Produkte · fda.gov: Kosmetik oder Arzneimittel Kosmetik braucht außer Farbstoffen keine Zulassung. Was ein Produkt ist, entscheidet der beworbene Zweck: Wer verspricht, Falten zu beseitigen oder die Kollagenbildung der Haut zu steigern, macht es rechtlich zum Arzneimittel. US-Recht; in der EU gilt die Kosmetikverordnung.
39EFSA-Gremium für Ernährung, neuartige Lebensmittel und Allergene (2026). Safety of S-acetyl glutathione as a novel food pursuant to Regulation (EU) 2015/2283. EFSA Journal 24(9):e10258. DOI 10.2903/j.efsa.2026.10258 · PMID 42683004 · PMC13531696 Gutachten zu einer neuartigen Form des Tripeptids Glutathion; hält fest, dass Glutathion Zutat in einer Reihe von Nahrungsergänzungsmitteln auf dem EU-Markt ist. S-Acetyl-Glutathion sei unter den beantragten Bedingungen sicher. Nach einer hohen Einzeldosis Glutathion stieg dessen Spiegel im Blut nur wenig. Ob Glutathion selbst als neuartiges Lebensmittel genehmigt sein müsste, ließ sich nicht prüfen: Der EU-Katalog neuartiger Lebensmittel war nicht abrufbar.
40US-Arzneimittelbehörde FDA (2026). Prüfbericht zu Semax und Semax-Acetat für das Beratergremium zur Herstellung in Apotheken, Stand 11.05.2026. fda.gov/media/193348 Geprüft für Durchblutungsstörungen des Gehirns, Migräne und Trigeminusneuralgie. Gefunden: eine kleine russische Studie ohne Vergleichsgruppe und ohne Verblindung (12 Menschen mit Migräne, 25 mit Trigeminusneuralgie), die bei den meisten keine Wirkung zeigte, ein Kongress-Kurzbericht ohne Ergebnisse zum Krankheitsverlauf und einige Arbeiten zur Verträglichkeit, teils nur als Kurzbericht. Viele Arbeiten liegen nur auf Russisch vor und blieben ohne Übersetzung unberücksichtigt. Bedenken: mögliche Immunreaktionen durch Verunreinigungen und Zusammenballungen, zu denen Angaben fehlten; im Tierversuch gerinnungshemmende Effekte und damit ein mögliches Blutungsrisiko; bei Mäusen verstärkte Semax die Dopamin-Ausschüttung durch Amphetamin, Studien zum Suchtpotenzial fehlen. Schluss: Die Kriterien sprechen gegen eine Aufnahme. Bewertet wurde die Herstellung in Apotheken, nicht die Zulassung als Medikament.
41US-Arzneimittelbehörde FDA (abgerufen am 22.10.2026). The Drug Development Process – Step 3: Clinical Research. fda.gov Phase 1: 20 bis 100 Gesunde oder Erkrankte, Sicherheit und Dosis, rund 70 % der Wirkstoffe kommen weiter. Phase 2: bis zu einigen Hundert Erkrankte, Wirkung und Nebenwirkungen, rund 33 %. Phase 3: 300 bis 3.000 Erkrankte, Wirkung und Überwachung von Nebenwirkungen, rund 25 bis 30 %. Durchschnittswerte über alle Wirkstoffe; an anderer Stelle derselben FDA-Seite stehen für Phase 1 „meist 20 bis 80“ Teilnehmer.
42Wang X, Liu L, Qi L et al. (2021). A first-in-human, randomized, double-blind, single- and multiple-dose, phase I study of recombinant human thymosin β4 in healthy Chinese volunteers. Journal of Cellular and Molecular Medicine 25(17):8222–8228. DOI 10.1111/jcmm.16693 · PMID 34346165 · PMC8419156 Erste Studie am Menschen mit gentechnisch hergestelltem Thymosin β4 als Infusion: 54 Gesunde mit einer Einzeldosis, 30 mit mehreren Dosen, Zufallszuteilung, Scheinmedikament. Nebenwirkungen leicht bis mäßig, keine schweren Ereignisse. Geprüft wurde Thymosin β4, nicht TB-500. Laut Erklärung im Volltext sind drei Autoren Angestellte des Auftraggebers; Wirkstoff und Scheinmedikament stellte die Firma Beijing Northland Biotech her.
43Beck DE, Sweeney WB, McCarter MD et al. (2014). Prospective, randomized, controlled, proof-of-concept study of the Ghrelin mimetic ipamorelin for the management of postoperative ileus in bowel resection patients. International Journal of Colorectal Disease 29(12):1527–1534. DOI 10.1007/s00384-014-2030-8 · PMID 25331030 Phase 2, doppelblind, Scheinmedikament: 117 Erwachsene nach Darmoperationen, 114 ausgewertet. Zeit bis zur ersten vertragenen Mahlzeit im Median 25,3 gegenüber 32,6 Stunden – nicht gesichert (p = 0,15); auch sonst kein Unterschied. Klein, Menschen mit sehr unterschiedlichen Grunderkrankungen. Geldgeber laut PubMed außerhalb der US-Regierung, Einzelheiten nicht geprüft.
44Jastreboff AM, Kaplan LM, Davies MJ et al. (2026). Retatrutide, a Triple Hormone Receptor Agonist, for Treatment of Obesity. New England Journal of Medicine, in PubMed mit Datum 29.09.2026. DOI 10.1056/NEJMoa2604169 · PMID 42814954 TRIUMPH-1: 2.339 Erwachsene mit Adipositas ohne Diabetes, Zufallszuteilung, doppelt verblindet, 80 Wochen. Gewichtsänderung über alle Zugeteilten je Dosisstufe −17,6 / −23,7 / −25,0 %, mit Scheinmedikament −3,9 %. In Teilgruppen mit Kniearthrose (574 Menschen) und mit Atemaussetzern im Schlaf (243) gingen Knieschmerzen und Atemaussetzer stärker zurück als mit Scheinmedikament. Häufigste Nebenwirkungen: Beschwerden an Magen und Darm. Bezahlt vom Hersteller Eli Lilly; sieben Autoren dort angestellt – ein möglicher Interessenkonflikt. Gelesen an der Kurzfassung.
45US-Arzneimittelbehörde FDA (2025). FDA Grants Accelerated Approval to First Treatment for Barth Syndrome. Pressemitteilung vom 19.09.2025. fda.gov Forzinity (Elamipretid) für Menschen mit Barth-Syndrom ab 30 kg Körpergewicht. Grundlage: mehr Kraft im Muskel, der das Knie streckt – ein Ersatzmaß, das einen Nutzen nach Ansicht der FDA wahrscheinlich vorhersagt. Der Hersteller muss den Nutzen in einer Studie mit Zufallszuteilung und Scheinmedikament bestätigen. Die Pressemitteilung nennt keine Studienzahlen.
46Eli Lilly and Company (2026). Lilly's triple agonist, retatrutide, delivered powerful weight loss in pivotal Phase 3 obesity trial. Pressemitteilung vom 21.05.2026. Mitteilung über BioSpace TRIUMPH-1: 2.339 Erwachsene, 80 Wochen. Gewichtsänderung je Dosisstufe −19,0 / −25,9 / −28,3 %, mit Scheinmedikament −2,2 % – ausgewertet für die Zeit, in der die Teilnehmer das Mittel wie geplant nahmen; über alle Zugeteilten, unabhängig davon, ob sie es weiter nahmen: −17,6 / −23,7 / −25,0 % gegenüber −3,9 %. Übelkeit in der höchsten Dosisstufe bei 42,4 %, mit Scheinmedikament bei 14,8 %. Retatrutid sei „legal nur für Teilnehmer an Lillys klinischen Studien erhältlich“. Mitteilung des Herstellers, keine begutachtete Veröffentlichung.
47Eigene Zählung in PubMed (22.10.2026). Suche „"BPC 157" OR "BPC-157" OR "BPC157"“: 235 Treffer; dieselbe Suche mit „AND Sikiric P[Author]“: 175 Treffer. PubMed-Suche 175 ÷ 235 = 0,74 – gerechnet. Gezählt sind alle Arten von Arbeiten. Die Autorensuche kann Schreibvarianten übersehen; die Zahlen ändern sich mit jeder neuen Veröffentlichung.
48Ruff D, Crockford D, Girardi G, Zhang Y (2010). A randomized, placebo-controlled, single and multiple dose study of intravenous thymosin beta4 in healthy volunteers. Annals of the New York Academy of Sciences 1194:223–229. DOI 10.1111/j.1749-6632.2010.05474.x · PMID 20536472 Vier Gruppen mit je zehn Gesunden bekamen in steigenden Dosisstufen Thymosin β4 oder Scheinmedikament als Infusion, erst einmal, dann 14 Tage lang täglich. Nebenwirkungen selten und leicht bis mäßig, keine schweren. Gedacht war der Wirkstoff für den Einsatz beim Herzinfarkt. Geprüft wurden nur Verträglichkeit und Verteilung im Körper, kein Nutzen – und Thymosin β4, nicht TB-500. Geldgeber und Interessenkonflikte nicht geprüft.
49Guarnera G, DeRosa A, Camerini R (2010). The effect of thymosin treatment of venous ulcers. Annals of the New York Academy of Sciences 1194:207–212. DOI 10.1111/j.1749-6632.2010.05490.x · PMID 20536470 Studie mit Zufallszuteilung und Scheinmedikament an 73 Menschen mit offenen Stellen am Unterschenkel durch Venenschwäche, acht Zentren in Italien und Polen: Thymosin β4 als Gel war ähnlich verträglich wie das Scheinmedikament; eine Dosisstufe könnte nach Ansicht der Autoren die Heilung beschleunigen. Thymosin β4 soll unter anderem die Bildung neuer Blutgefäße anregen. Den Nutzen formulieren die Autoren als Möglichkeit, nicht als Beleg. Geprüft wurde Thymosin β4 auf der Haut, nicht TB-500. Geldgeber nicht geprüft.
50Sosne G, Ousler GW (2015). Thymosin beta 4 ophthalmic solution for dry eye: a randomized, placebo-controlled, Phase II clinical trial conducted using the controlled adverse environment (CAE™) model. Clinical Ophthalmology 9:877–884. DOI 10.2147/OPTH.S80954 · PMID 26056426 · PMC4445951 72 Menschen mit trockenen Augen, Zufallszuteilung, 28 Tage Augentropfen mit Thymosin β4 oder Scheinmittel: Bei beiden Hauptzielen – Beschwerden und sichtbaren Schäden an der unteren Hornhaut – gab es keinen Unterschied; einige Nebenziele besserten sich, teils erst in nachträglichen Auswertungen. Unerwünschte Ereignisse am Auge bei 2 von 36 mit Thymosin β4, beide leicht, und bei 5 von 36 mit Scheinmittel; keines wurde Thymosin β4 zugeschrieben. Die Kurzfassung schreibt dagegen, es seien keine aufgetreten. Hauptziele verfehlt. Die Augentropfen stammten von der Firma RegeneRx; Geldgeber und Interessenkonflikte nicht geprüft.
51Zhang Y, Dong Q, Bian X et al. (2025). Recombinant human thymosin beta 4 improves ischemic cardiac dysfunction in mice and patients with acute ST-segment elevation myocardial infarction after reperfusion. Cardiovascular Research 121(17):2747–2758. DOI 10.1093/cvr/cvaf223 · PMID 41229390 Versuche an Mäusen und Zellen, dazu eine doppelt verblindete Studie mit Zufallszuteilung und Scheinmedikament an 96 Menschen mit einem ST-Hebungsinfarkt – einem Herzinfarkt, bei dem ein Herzkranzgefäß verschlossen ist –, nachdem das Gefäß per Katheter wieder geöffnet worden war. Nach 90 Tagen war der vom Infarkt geschädigte Bereich in der Gesamtgruppe nicht signifikant kleiner als unter Scheinmedikament; in der Teilgruppe mit der ersten Gabe innerhalb von acht Stunden nach dem Eingriff war er es. Geprüft wurde gentechnisch hergestelltes Thymosin β4. Gelesen habe ich nur die Kurzfassung; welches Hauptziel vorab festgelegt war, habe ich nicht geprüft. Ein Vorteil nur in einer Teilgruppe ist ein Hinweis, kein Beleg. Drei Autoren arbeiten in der Forschungsabteilung von Beijing Northland Biotech, der Firma, die das gentechnisch hergestellte Thymosin β4 der Studie an Gesunden entwickelt hat; Geldgeber laut PubMed außerhalb der US-Regierung, Einzelheiten nicht geprüft. Geprüft wurde Thymosin β4, nicht TB-500.
52Dominikowski A, Rękoś Z, Olejarz M et al. (2026). The emerging landscape of performance-enhancing peptides modulating GH-IGF1 axis: bridging the gap between clinical evidence and patient self-administration. Frontiers in Endocrinology 17:1822475. DOI 10.3389/fendo.2026.1822475 · PMID 42395176 · PMC13322892 Übersichtsarbeit aus Posen zu Peptiden, die die Wachstumshormon-Achse anregen. Für GHRP-2, GHRP-6 und Hexarelin beschreiben Studien mehr Appetit und vorübergehend erhöhte Werte von Prolaktin und Cortisol. Wassereinlagerungen, Missempfindungen sowie Gelenk- und Muskelschmerzen sind in begutachteten Studien am Menschen nur für Tesamorelin belegt; bei anhaltender Anregung der Achse sei auf den Blutzucker zu achten. Für Mod GRF 1-29 und PEG-MGF gebe es keine begutachteten Studien am Menschen; AOD-9604 verfehlte als Abnehmmittel das Hauptziel einer Studie mit 502 Teilnehmern. Übersichtsarbeit; Geldgeber und Interessenkonflikte nicht geprüft.
53Nass R, Pezzoli SS, Oliveri MC et al. (2008). Effects of an oral ghrelin mimetic on body composition and clinical outcomes in healthy older adults: a randomized trial. Annals of Internal Medicine 149(9):601–611. DOI 10.7326/0003-4819-149-9-200811040-00003 · PMID 18981485 · PMC2757071 71 gesunde Menschen von 60 bis 81 Jahren wurden zufällig zugeteilt, 65 im ersten Jahr ausgewertet: ein Jahr Ibutamoren (MK-677) – ein Mittel zum Schlucken, das wie das Hungerhormon Ghrelin wirkt – oder Scheinmedikament; im zweiten Jahr wechselten Teile der Gruppen. Wachstumshormon und IGF-1 stiegen auf Werte junger Erwachsener; die fettfreie Masse nahm im ersten Jahr um 1,1 kg zu, mit Scheinmedikament um 0,5 kg ab. Kraft und Alltagsfunktion änderten sich nicht. Häufig: mehr Appetit, vorübergehend leichte Schwellungen an den Beinen und Muskelschmerzen; der Nüchternblutzucker stieg, die Insulinwirkung ließ nach. Ibutamoren ist kein Peptid, wirkt aber über denselben Rezeptor wie GHRP-2, GHRP-6 und Ipamorelin. Für Kraft und Funktion war die Studie laut den Autoren zu klein. Bezahlt von der US-Gesundheitsbehörde NIH; Tabletten und Scheinmedikament stellte der Hersteller Merck.
54Adunsky A, Chandler J, Heyden N et al. (2011). MK-0677 (ibutamoren mesylate) for the treatment of patients recovering from hip fracture: a multicenter, randomized, placebo-controlled phase IIb study. Archives of Gerontology and Geriatrics 53(2):183–189. DOI 10.1016/j.archger.2010.10.004 · PMID 21067829 123 Menschen nach Hüftbruch: Die Studie wurde vorzeitig abgebrochen, weil bei einigen Teilnehmern Hinweise auf Herzschwäche auftraten. Geldgeber nicht geprüft.
55Europäische Arzneimittel-Agentur EMA (2018). Omnitrope (Somatropin): Zusammenfassung des EPAR für die Öffentlichkeit, zuletzt aktualisiert im Februar 2018 (EMA/59091/2018). EMA-Zusammenfassung (PDF) Bei Erwachsenen gehören Nebenwirkungen durch Wassereinlagerung – etwa geschwollene Knöchel und Füße –, Kribbeln oder Taubheitsgefühl, Gelenk- und Muskelschmerzen und steife Gliedmaßen zu den häufigen Nebenwirkungen (1 bis 10 von 100); bei Kindern sind sie gelegentlich. Gilt für Wachstumshormon selbst, nicht für Peptide, die seine Ausschüttung anregen. Zusammenfassung für die Öffentlichkeit, nicht die vollständige Fachinformation.
56Teichman SL, Neale A, Lawrence B et al. (2006). Prolonged stimulation of growth hormone (GH) and insulin-like growth factor I secretion by CJC-1295, a long-acting analog of GH-releasing hormone, in healthy adults. Journal of Clinical Endocrinology & Metabolism 91(3):799–805. DOI 10.1210/jc.2005-1536 · PMID 16352683 Zwei Studien mit Zufallszuteilung und Scheinmedikament bei Gesunden von 21 bis 61 Jahren, 28 und 49 Tage. Nach einer Spritze stieg das Wachstumshormon für sechs Tage oder länger auf das Zwei- bis Zehnfache, IGF-1 für 9 bis 11 Tage auf das 1,5- bis Dreifache. Gemessen wurden nur Hormonwerte und Verträglichkeit. Geldgeber laut PubMed außerhalb der US-Regierung, Einzelheiten und Interessenkonflikte nicht geprüft.
57Bernard EJ (2006). Lipodystrophy study halted after patient death. aidsmap, 31.07.2006. aidsmap.com Der Hersteller ConjuChem stoppte am 17.07.2006 eine Studie mit Zufallszuteilung, Scheinmedikament und doppelter Verblindung zu CJC-1295 bei 192 Menschen mit HIV und vermehrtem Bauchfett, nachdem ein Teilnehmer in Argentinien gestorben war. Ursache und Zusammenhang mit dem Mittel wurden damals noch untersucht. Fachnachricht von 2006. Das Ergebnis der Untersuchung und Ergebnisse der Studie habe ich nicht gefunden.
58Gobburu JV, Agersø H, Jusko WJ et al. (1999). Pharmacokinetic-pharmacodynamic modeling of ipamorelin, a growth hormone releasing peptide, in human volunteers. Pharmaceutical Research 16(9):1412–1416. DOI 10.1023/a:1018955126402 · PMID 10496658 Fünf Dosisstufen mit je acht gesunden Männern: Ipamorelin löste eine einzelne, kurze Ausschüttung von Wachstumshormon aus, mit dem Höhepunkt nach rund 40 Minuten. Nur Hormonwerte, Einzelgabe. Geldgeber und Interessenkonflikte nicht geprüft.
59Raun K, Hansen BS, Johansen NL et al. (1998). Ipamorelin, the first selective growth hormone secretagogue. European Journal of Endocrinology 139(5):552–561. DOI 10.1530/eje.0.1390552 · PMID 9849822 Labor- und Tierversuche des Entwicklers: Bei Schweinen erhöhten GHRP-6 und GHRP-2 neben dem Wachstumshormon auch die Stresshormone ACTH und Cortisol, Ipamorelin nicht. Prolaktin änderte sich bei keinem der Stoffe. Tierversuch an Schweinen; beim Menschen beschreibt eine Übersichtsarbeit für GHRP-2 und GHRP-6 auch vorübergehend erhöhtes Prolaktin (Dominikowski 2026). Die Autoren arbeiteten beim Entwickler Novo Nordisk – ein möglicher Interessenkonflikt.
60Japanische Arzneimittelbehörde PMDA (abgerufen am 22.10.2026). 注射用GHRP科研100 (GHRP Kaken 100, Pralmorelinhydrochlorid), Kaken Pharmaceutical. PMDA-Datenbank Anwendungsgebiet: „Diagnose eines Wachstumshormonmangels“ (成長ホルモン分泌不全症の診断); verschreibungspflichtiges Testmittel, Zulassungsnummer 21600AMZ00573, im Handel seit Februar 2005. Das Zulassungsdatum selbst nennt die Seite nicht.
61Laferrère B, Abraham C, Russell CD et al. (2005). Growth hormone releasing peptide-2 (GHRP-2), like ghrelin, increases food intake in healthy men. Journal of Clinical Endocrinology & Metabolism 90(2):611–614. DOI 10.1210/jc.2004-1719 · PMID 15699539 · PMC2824650 Sieben schlanke, gesunde Männer bekamen GHRP-2 oder Kochsalzlösung als Infusion: Am Buffet aßen sie mit GHRP-2 im Mittel 35,9 % mehr; das Wachstumshormon stieg deutlich. Sieben Teilnehmer, eine Mahlzeit. Geldgeber laut PubMed: US-Regierung, öffentlicher Gesundheitsdienst.
62Pandya N, DeMott-Friberg R, Bowers CY et al. (1998). Growth hormone (GH)-releasing peptide-6 requires endogenous hypothalamic GH-releasing hormone for maximal GH stimulation. Journal of Clinical Endocrinology & Metabolism 83(4):1186–1189. DOI 10.1210/jcem.83.4.4711 · PMID 9543138 Neun gesunde Männer von 20 bis 30 Jahren: Ein Gegenspieler des körpereigenen Releasing-Hormons verhinderte den größten Teil der Wachstumshormon-Ausschüttung nach GHRP-6. Nur Hormonwerte, Einzelgabe. Geldgeber laut PubMed: US-Regierung.
63US-Arzneimittelbehörde FDA (2013). Determination That GEREF (Sermorelin Acetate) … Was Not Withdrawn From Sale for Reasons of Safety or Effectiveness. Federal Register, Bekanntmachung vom 26.02.2013, veröffentlicht am 04.03.2013. Federal Register (PDF) GEREF war in den USA als Test für die Wachstumshormon-Ausschüttung (seit 1990) und zur Behandlung von Kindern mit Wachstumshormonmangel (seit 1997) zugelassen. Der Hersteller stellte den Vertrieb 2008 ein; die Zulassungen erloschen am 18.06.2009. Die FDA stellte fest: nicht aus Gründen der Sicherheit oder Wirksamkeit. –
64Prakash A, Goa KL (1999). Sermorelin: a review of its use in the diagnosis and treatment of children with idiopathic growth hormone deficiency. BioDrugs 12(2):139–157. DOI 10.2165/00063030-199912020-00007 · PMID 18031173 Übersichtsarbeit: Als Test ist Sermorelin brauchbar. Begrenzte Daten zeigen, dass es bei einem Teil der Kinder mit Wachstumshormonmangel das Wachstum fördert. Direkt mit Wachstumshormon verglichen wurde es nicht; in anderen Studien wuchsen Kinder mit Wachstumshormon stärker. Die Autoren arbeiteten für den Fachverlag Adis; Geldgeber nicht geprüft.
65Vitiello MV, Moe KE, Merriam GR et al. (2006). Growth hormone releasing hormone improves the cognition of healthy older adults. Neurobiology of Aging 27(2):318–323. DOI 10.1016/j.neurobiolaging.2005.01.010 · PMID 16399214 89 gesunde Ältere, im Mittel 68 Jahre, bekamen laut Kurzfassung sechs Monate lang täglich GHRH oder ein Scheinmedikament: Mit GHRH schnitten sie in mehreren Denktests besser ab, unabhängig von Geschlecht und Hormonersatz. Eine spätere Arbeit derselben Gruppe nennt die Studie eine mit Zufallszuteilung. Die Kurzfassung nennt den Wirkstoff nur „GHRH“; dass es Sermorelin war, steht in einem früheren Bericht derselben Gruppe (Vitiello 2001). Die Gruppe nennt mal fünf, mal sechs Monate Behandlung. Geldgeber laut PubMed: US-Gesundheitsbehörde NIH und weitere US-Stellen; Interessenkonflikte nicht geprüft.
66Vitiello MV, Schwartz RS, Moe KE et al. (2001). Treating age-related changes in somatotrophic hormones, sleep, and cognition. Dialogues in Clinical Neuroscience 3(3):229–236. DOI 10.31887/DCNS.2001.3.3/mvvitiello · PMID 22034239 · PMC3181657 Zwischenbericht über zwei Studien der Gruppe mit GHRH oder Scheinmedikament bei gesunden Älteren; Wirkstoff in beiden: GHRH(1-29), also Sermorelin. Vorläufig sank der Körperfettanteil um rund 5 %, die Denkleistung besserte sich leicht; Wassereinlagerungen und Gelenkschmerzen waren sehr selten. Vorläufige Ergebnisse, von den Autoren selbst als vorsichtig bezeichnet. Bezahlt von der US-Gesundheitsbehörde NIH.
67Vittone J, Blackman MR, Busby-Whitehead J et al. (1997). Effects of single nightly injections of growth hormone-releasing hormone (GHRH 1-29) in healthy elderly men. Metabolism 46(1):89–96. DOI 10.1016/s0026-0495(97)90174-8 · PMID 9005976 Elf gesunde Männer von 64 bis 76 Jahren bekamen sechs Wochen lang jeden Abend eine Spritze mit GHRH 1-29, dem Wirkstoff von Sermorelin. Das nächtliche Wachstumshormon stieg, IGF-1 nicht. Zwei von sechs Kraftmessungen und ein Ausdauertest der Bauchmuskeln verbesserten sich; Körperzusammensetzung und Muskelgewebe änderten sich nicht. Ohne Vergleichsgruppe – gemessen wurde nur vorher und nachher. Geldgeber laut PubMed der US-Gesundheitsdienst und weitere außerhalb der US-Regierung; Einzelheiten nicht geprüft.
68Falutz J, Mamputu JC, Potvin D et al. (2010). Effects of tesamorelin (TH9507), a growth hormone-releasing factor analog, in human immunodeficiency virus-infected patients with excess abdominal fat: a pooled analysis of two multicenter, double-blind placebo-controlled phase 3 trials with safety extension data. Journal of Clinical Endocrinology & Metabolism 95(9):4291–4304. DOI 10.1210/jc.2010-0490 · PMID 20554713 Zwei Studien zusammen: 806 Menschen mit HIV und überschüssigem Bauchfett, 2:1 auf Tesamorelin oder Scheinmedikament, 26 Wochen. Das Fett im Bauchraum sank um 24 cm², mit Scheinmedikament stieg es um 2 cm² – ein Unterschied von 15,4 %. IGF-1 stieg deutlich. Nur Menschen mit HIV. Geldgeber laut PubMed außerhalb der US-Regierung, Einzelheiten und Interessenkonflikte nicht geprüft.
69Makimura H, Feldpausch MN, Rope AM et al. (2012). Metabolic effects of a growth hormone-releasing factor in obese subjects with reduced growth hormone secretion: a randomized controlled trial. Journal of Clinical Endocrinology & Metabolism 97(12):4769–4779. DOI 10.1210/jc.2012-2794 · PMID 23015655 · PMC3513535 60 Menschen mit viel Bauchfett und verminderter Ausschüttung von Wachstumshormon, Zufallszuteilung, zwölf Monate Tesamorelin oder Scheinmedikament: Das Fett im Bauchraum nahm ab, Blutfette, ein Entzündungswert und die Wanddicke der Halsschlagader besserten sich; der Blutzucker verschlechterte sich nicht. IGF-1 stieg deutlich. Kleine Studie. Geldgeber laut PubMed die US-Gesundheitsbehörde NIH; Interessenkonflikte nicht geprüft.
70Baker LD, Barsness SM, Borson S et al. (2012). Effects of growth hormone–releasing hormone on cognitive function in adults with mild cognitive impairment and healthy older adults: results of a controlled trial. Archives of Neurology 69(11):1420–1429. DOI 10.1001/archneurol.2012.1970 · PMID 22869065 · PMC3764914 152 Erwachsene von 55 bis 87 Jahren, 66 davon mit leichter Störung von Gedächtnis und Denken, Zufallszuteilung, 20 Wochen Tesamorelin oder Scheinmedikament: Die Denkleistung, vor allem das Planen und Steuern, schnitt mit Tesamorelin besser ab; der Körperfettanteil sank. Nebenwirkungen, meist leicht, bei 68 gegenüber 36 %. Bezahlt von der US-Gesundheitsbehörde NIH und weiteren US-Stellen; Tesamorelin stammte vom Hersteller Theratechnologies. Interessenkonflikte nicht geprüft.
71Garvey WT, Frias JP, Jastreboff AM et al. (2023). Tirzepatide once weekly for the treatment of obesity in people with type 2 diabetes (SURMOUNT-2): a double-blind, randomised, multicentre, placebo-controlled, phase 3 trial. Lancet 402(10402):613–626. DOI 10.1016/S0140-6736(23)01200-X · PMID 37385275 938 Erwachsene mit Typ-2-Diabetes und Übergewicht, 72 Wochen: Gewichtsänderung −12,8 und −14,7 % in zwei Dosisstufen, mit Scheinmedikament −3,2 %. Bezahlt vom Hersteller Eli Lilly – ein möglicher Interessenkonflikt.
72Aronne LJ, Horn DB, le Roux CW et al. (2025). Tirzepatide as Compared with Semaglutide for the Treatment of Obesity. New England Journal of Medicine 393(1):26–36. DOI 10.1056/NEJMoa2416394 · PMID 40353578 SURMOUNT-5: 751 Erwachsene mit Adipositas ohne Typ-2-Diabetes, Zufallszuteilung, offen – alle wussten, was sie bekamen –, 72 Wochen, jeweils die höchste verträgliche Dosis: Gewichtsänderung −20,2 % mit Tirzepatid, −13,7 % mit Semaglutid; Taillenumfang −18,4 gegenüber −13,0 cm. Bezahlt vom Hersteller von Tirzepatid, Eli Lilly; sieben Autoren dort angestellt – ein möglicher Interessenkonflikt.
73Siebenand S (2023). Gewichtsmanagement: Tirzepatid jetzt auch bei Adipositas zugelassen. Pharmazeutische Zeitung, 27.12.2023. pharmazeutische-zeitung.de Die EU-Kommission hat Mounjaro auch zum Gewichtsmanagement zugelassen: bei Erwachsenen mit einem BMI ab 30 oder ab 27 mit mindestens einer gewichtsbedingten Begleiterkrankung, jeweils ergänzend zu weniger Kalorien und mehr Bewegung. Bis dahin war es in der EU nur bei Typ-2-Diabetes zugelassen. Fachpresse; das genaue Datum der Entscheidung nennt der Artikel nicht.
74Jastreboff AM, Kaplan LM, Frías JP et al. (2023). Triple-Hormone-Receptor Agonist Retatrutide for Obesity – A Phase 2 Trial. New England Journal of Medicine 389(6):514–526. DOI 10.1056/NEJMoa2301972 · PMID 37366315 338 Erwachsene mit Adipositas oder Übergewicht, 48 Wochen: in der höchsten Dosisstufe −24,2 %, mit Scheinmedikament −2,1 %. Hauptziel war Woche 24: −17,5 gegenüber −1,6 %. Bezahlt vom Hersteller Eli Lilly – ein möglicher Interessenkonflikt.
75Bellido V, le Roux CW, Ekinci EI et al. (2026). Retatrutide in adults with obesity and type 2 diabetes (TRIUMPH-2): a double-blind, parallel-group, randomised, placebo-controlled, phase 3 trial. Lancet 408(10563):1455–1472. DOI 10.1016/S0140-6736(26)01861-1 · PMID 42810372 1.152 Erwachsene mit Adipositas und Typ-2-Diabetes, 80 Wochen: Gewichtsänderung je Dosisstufe −11,9 / −16,8 / −18,8 %, mit Scheinmedikament −5,1 %. Übelkeit in der höchsten Dosisstufe bei 28 %, mit Scheinmedikament bei 8 %. Wegen Nebenwirkungen oder Tod beendeten in den beiden höheren Dosisstufen 12 und 8 % die Behandlung, mit Scheinmedikament 5 %. Bezahlt vom Hersteller Eli Lilly; sechs Autoren dort angestellt – ein möglicher Interessenkonflikt.
76Bajaj HS, Welch M, Shah P et al. (2026). Efficacy and safety of retatrutide, a GIP, GLP-1, and glucagon receptor agonist, in people with type 2 diabetes and inadequate glycaemic control with diet and exercise (TRANSCEND-T2D-1): a double-blind, randomised, phase 3 trial. Lancet 407(10546):2402–2413. DOI 10.1016/S0140-6736(26)00967-0 · PMID 42250575 537 Erwachsene mit Typ-2-Diabetes, 40 Wochen: Der Langzeit-Blutzuckerwert HbA1c sank je Dosisstufe um 1,69 / 1,86 / 1,94 Prozentpunkte, mit Scheinmedikament um 0,81; das Gewicht um 11,5 / 13,9 / 15,3 %, mit Scheinmedikament um 2,6 %. Wegen Nebenwirkungen brachen 2 bis 5 % ab, mit Scheinmedikament niemand. Bezahlt vom Hersteller Eli Lilly; sechs Autoren dort angestellt – ein möglicher Interessenkonflikt.
77Dorr RT, Lines R, Levine N et al. (1996). Evaluation of melanotan-II, a superpotent cyclic melanotropic peptide in a pilot phase-I clinical study. Life Sciences 58(20):1777–1784. DOI 10.1016/0024-3205(96)00160-9 · PMID 8637402 Drei gesunde Männer bekamen zwei Wochen lang im Wechsel Melanotan II und Kochsalzlösung, ohne zu wissen, was sie gerade bekamen: Bei zwei wurde die Haut an Gesicht, Oberkörper und Gesäß dunkler. Nebenwirkungen: leichte Übelkeit, bei einem Müdigkeit und Schläfrigkeit, außerdem Strecken, Gähnen und spontane Erektionen. Nur drei Teilnehmer; erprobt wurde vor allem die Dosis. Geldgeber laut PubMed der US-Gesundheitsdienst; Interessenkonflikte nicht geprüft.
78Wessells H, Fuciarelli K, Hansen J et al. (1998). Synthetic melanotropic peptide initiates erections in men with psychogenic erectile dysfunction: double-blind, placebo controlled crossover study. Journal of Urology 160(2):389–393. PMID 9679884 Zehn Männer mit Erektionsstörungen ohne erkennbare körperliche Ursache; doppelt verblindet bekam jeder Melanotan II und ein Scheinmittel. Bei acht von zehn löste Melanotan II Erektionen aus, die deutlich länger anhielten als mit Scheinmittel. Übelkeit, Strecken und Gähnen sowie weniger Appetit traten häufiger auf, brauchten aber keine Behandlung. Sehr klein; geprüft wurden Erektionen, nicht Bräune. Geldgeber laut PubMed der US-Gesundheitsdienst; Interessenkonflikte nicht geprüft.
79Wessells H, Gralnek D, Dorr R et al. (2000). Effect of an alpha-melanocyte stimulating hormone analog on penile erection and sexual desire in men with organic erectile dysfunction. Urology 56(4):641–646. DOI 10.1016/s0090-4295(00)00680-4 · PMID 11018622 Zehn Männer mit Erektionsstörungen und körperlichen Risikofaktoren, doppelt verblindet, im Wechsel mit Scheinmittel: Erektionen nach 12 von 19 Spritzen mit Melanotan II, nach 1 von 21 mit Scheinmittel; das sexuelle Verlangen war höher. Übelkeit, Strecken und Gähnen traten häufiger auf, nach 4 von 19 Spritzen starke Übelkeit. Sehr klein; geprüft wurden Erektionen, nicht Bräune. Geldgeber laut PubMed der US-Gesundheitsdienst und weitere; Interessenkonflikte nicht geprüft.
80Hjuler KF, Lorentzen HF (2014). Melanoma associated with the use of melanotan-II. Dermatology 228(1):34–36. DOI 10.1159/000356389 · PMID 24355990 Fallbericht aus Aarhus: Bei einer 20-jährigen Frau mit heller Haut wurde ein Melanom am Gesäß gefunden; drei Monate zuvor hatte sie sich drei bis vier Wochen lang Melanotan II gespritzt und ein Solarium besucht. Ein Einzelfall; die Autoren sprechen von einem zeitlichen Zusammentreffen, nicht von einer bewiesenen Ursache.
81Hueso-Gabriel L, Mahiques Santos L, Terrádez Mas L et al. (2012). [Eruptive dysplastic nevi following melanotan use]. Actas Dermo-Sifiliográficas 103(4):329–331. DOI 10.1016/j.ad.2011.10.001 · PMID 22425244 · englische Fassung Fallbericht: Bei einem 25-jährigen Mann tauchten wenige Wochen nach vier Wochen Melanotan-II-Spritzen plötzlich viele Muttermale auf, bestehende veränderten sich rasch; insgesamt hatte er mehr als 100. Von zehn entfernten waren alle auffällig verändert, drei davon schwer. Er ging regelmäßig ins Solarium. Ein Einzelfall; die Autoren beschreiben Risikofaktoren, keinen Ursachenbeweis.
82Khavinson VKh, Bondarev IE, Butyugov AA (2003). Epithalon peptide induces telomerase activity and telomere elongation in human somatic cells. Bulletin of Experimental Biology and Medicine 135(6):590–592. DOI 10.1023/a:1025493705728 · PMID 12937682 Zellkultur aus menschlichen Bindegewebszellen von Föten: Mit Epitalon wurde das Enzym Telomerase aktiv, die Telomere wurden länger. Die Autoren folgern daraus, die Lebensspanne von Zellen und Organismen ließe sich verlängern. Nur Zellkultur. Die Autoren um Wladimir Chawinson (englisch Khavinson) stammen aus dem St. Petersburger Institut, aus dem Epitalon kommt.
83Araj SK, Brzezik J, Mądra-Gackowska K et al. (2025). Overview of Epitalon – Highly Bioactive Pineal Tetrapeptide with Promising Properties. International Journal of Molecular Sciences 26(6):2691. DOI 10.3390/ijms26062691 · PMID 40141333 · PMC11943447 Übersichtsarbeit; nennt zwei Studien am Menschen, beide aus dem Umfeld des St. Petersburger Instituts: 162 Menschen mit einer Augenerkrankung, verglichen mit üblicher Behandlung, und 75 Frauen mit Kontrollgruppe, gemessen an einem Abbauprodukt des Melatonins. Der Wirkmechanismus sei unklar. Die Humandaten werden kaum kritisch bewertet. Geldgeber nicht geprüft.
84US-Arzneimittelbehörde FDA (2026). Prüfbericht zu Epitalon und Epitalon-Acetat für das Beratergremium zur Herstellung in Apotheken, Mai 2026. fda.gov/media/193345 Drei kleine Studien am Menschen, alle aus der Forschergruppe um Chawinson oder mit ihr; „keine klinischen Daten, die die Sicherheit von Epitalon stützen“. Genannt werden Bedenken wegen möglicher Immunreaktionen und ein theoretisches Krebsrisiko, weil Epitalon das Enzym Telomerase anregen soll. Schluss: gegen eine Aufnahme in die Liste für Apotheken. Bewertet wurde die Herstellung in Apotheken, nicht die Zulassung als Medikament.
85Healio (2026). FDA committee recommends looser restrictions for several peptides. 24.07.2026. healio.com Abstimmung des Beratergremiums am 23./24.07.2026 (Ja : Nein : Enthaltung): BPC-157 8:6:1, KPV 8:6:1, TB-500 8:6:1, MOTS-c 7:5:2, Epitalon 7:4:1, Semax 8:5:1 – jeweils empfohlen; Emideltid (DSIP) 6:7:1 – nicht empfohlen. Laut einem zitierten Arzt sind die Empfehlungen nicht bindend und keine Zulassung. Fachpresse; andere Meldungen nennen teils abweichende Stimmenzahlen.
86Lee C, Kim KH, Cohen P (2016). MOTS-c: A novel mitochondrial-derived peptide regulating muscle and fat metabolism. Free Radical Biology and Medicine 100:182–187. DOI 10.1016/j.freeradbiomed.2016.05.015 · PMID 27216708 · PMC5116416 Übersichtsarbeit: MOTS-c, ein Peptid aus 16 Aminosäuren aus dem Erbgut der Mitochondrien, verbesserte bei Mäusen den Zuckerstoffwechsel im Muskel; beim Menschen nur Nachweis im Blut. Interessenkonflikt: Mitautor Cohen ist laut einer Pressemitteilung von 2015 Gründer der Firma CohBar, die eine Lizenz für MOTS-c-Therapien hält. Geldgeber laut PubMed: US-Gesundheitsbehörde NIH und außerhalb der US-Regierung.
87Zhou Q, Yin S, Lei X et al. (2024). The correlation between mitochondrial derived peptide (MDP) and metabolic states: a systematic review and meta-analysis. Diabetology & Metabolic Syndrome 16(1):200. DOI 10.1186/s13098-024-01405-w · PMID 39160573 · PMC11331736 Sieben Beobachtungsstudien mit 602 Teilnehmern: Die körpereigenen MOTS-c-Spiegel waren bei Typ-2-Diabetes niedriger, bei Adipositas höher – gegenläufig. Nur gemessene Spiegel, keine Gabe von MOTS-c. Geldgeber nicht geprüft.
88Karaa A, Bertini E, Carelli V et al. (2023). Efficacy and Safety of Elamipretide in Individuals With Primary Mitochondrial Myopathy: The MMPOWER-3 Randomized Clinical Trial. Neurology 101(3):e238–e252. DOI 10.1212/WNL.0000000000207402 · PMID 37268435 · PMC10382259 218 Erwachsene mit einer erblichen Muskelkrankheit der Mitochondrien, 24 Wochen, Zufallszuteilung: Beide Hauptziele verfehlt – Gehstrecke in sechs Minuten −3,2 m gegenüber Scheinmedikament (p = 0,69), Erschöpfungs-Fragebogen p = 0,37. Mitautor beim Entwickler Stealth BioTherapeutics – ein möglicher Interessenkonflikt. Geldgeber laut PubMed außerhalb der US-Regierung, Einzelheiten nicht geprüft.
89Karaa A, Bertini E, Carelli V et al. (2024). Genotype-specific effects of elamipretide in patients with primary mitochondrial myopathy: a post hoc analysis of the MMPOWER-3 trial. Orphanet Journal of Rare Diseases 19(1):431. DOI 10.1186/s13023-024-03421-5 · PMID 39574155 · PMC11583740 Nachträgliche Auswertung: In einer Untergruppe mit bestimmten Genvarianten +25,2 m Gehstrecke gegenüber +2,0 m – nicht gesichert (p = 0,06); in einer noch kleineren Teilgruppe gesichert. Grundlage einer Folgestudie. Kleine Untergruppen, erzeugt Hypothesen, beweist nichts. Drei Autoren beim Entwickler Stealth BioTherapeutics; Geldgeber laut PubMed: US-Gesundheitsbehörde NIH und außerhalb der US-Regierung.
90Torrinomedica (abgerufen am 22.10.2026). Zadaxin (Timosina alfa-1): Scheda tecnica. torrinomedica.it Italienisches Arzneimittel, Inhaber SciClone Pharmaceuticals Italy; erstmals zugelassen am 27.04.1993. Anwendungsgebiet: „Adjuvans der Grippeimpfung bei Menschen mit geschwächtem Immunsystem“; verschreibungspflichtig. Italienisches Arzneimittelportal, nicht das Register der Behörde AIFA.
91Gu B, Zhou Y, Nie Y et al. (2025). Efficacy of thymosin α1 for sepsis: a systematic review and meta-analysis of randomized controlled trials. Frontiers in Cellular and Infection Microbiology 15:1673959. DOI 10.3389/fcimb.2025.1673959 · PMID 40969554 · PMC12440967 Elf Studien mit Zufallszuteilung, 1.927 Menschen mit Sepsis, alle aus China: weniger Todesfälle nach 28 Tagen (Odds Ratio 0,73). In den hochwertigen und den Studien an mehreren Kliniken war der Unterschied nicht gesichert; Hinweise darauf, dass günstige Ergebnisse eher veröffentlicht wurden. Förderung staatlich und universitär, laut Autoren keine Interessenkonflikte. Mehrere Autoren sind auch Autoren der TESTS-Studie, die der Hersteller mitfinanzierte.
92Wu J, Pei F, Zhou L et al. (2025). The efficacy and safety of thymosin α1 for sepsis (TESTS): multicentre, double blinded, randomised, placebo controlled, phase 3 trial. BMJ 388:e082583. Berichtigung: BMJ 389:r1098. DOI 10.1136/bmj-2024-082583 · PMID 39814420 · PMC11780596 · Berichtigung, PMID 40447307 22 Kliniken in China, 1.106 Menschen mit Sepsis zugeteilt, 1.089 ausgewertet: Sterblichkeit nach 28 Tagen 23,4 gegenüber 24,1 % – nach der Berichtigung Hazard Ratio 0,97, nicht gesichert. Schluss der Autoren: kein klarer Beleg für weniger Todesfälle. Mitfinanziert vom Hersteller SciClone Pharmaceuticals, mehrere Autoren erhielten von ihm Fördergelder – ein möglicher Interessenkonflikt (laut Volltext, gelesen über eine Kopie).
93Naing C, Ni H, Aung HH et al. (2026). Thymosin-α1 for people with chronic hepatitis B. Cochrane Database of Systematic Reviews 9:CD014610. DOI 10.1002/14651858.CD014610.pub2 · PMID 42713852 · PMC13555770 Zehn Studien mit Zufallszuteilung, 1.349 Teilnehmer. Die Gewissheit der Ergebnisse ist für alle Endpunkte sehr niedrig, für schwere Nebenwirkungen niedrig. Vier der zehn Studien wurden von der Industrie finanziert.
94Dalmasso G, Charrier-Hisamuddin L, Nguyen HT et al. (2008). PepT1-mediated tripeptide KPV uptake reduces intestinal inflammation. Gastroenterology 134(1):166–178. DOI 10.1053/j.gastro.2007.10.026 · PMID 18061177 · PMC2431115 Menschliche Darm- und Abwehrzellen in Kultur sowie zwei Mausmodelle der Darmentzündung: KPV im Trinkwasser verringerte die Entzündung. Keine Daten am Menschen. Geldgeber laut PubMed: US-Gesundheitsbehörde NIH.
95Getting SJ, Schiöth HB, Perretti M (2003). Dissection of the anti-inflammatory effect of the core and C-terminal (KPV) alpha-melanocyte-stimulating hormone peptides. Journal of Pharmacology and Experimental Therapeutics 306(2):631–637. DOI 10.1124/jpet.103.051623 · PMID 12750433 Mausmodell einer Bauchfellentzündung: KPV verringerte die Einwanderung von Abwehrzellen. Fresszellen in der Kulturschale hemmte es dagegen nicht – anders als das Hormon α-MSH, von dem es abstammt. Keine Daten am Menschen. Geldgeber laut PubMed außerhalb der US-Regierung, Einzelheiten nicht geprüft.
96RLS – russisches Arzneimittel-Nachschlagewerk (abgerufen am 22.10.2026). Селанк® (Selank), Nasentropfen. rlsnet.ru Registriernummer ЛП-№(010951)-(РГ-RU), Inhaber AO INPZ Peptogen; für Erwachsene bei Angstzuständen, Nervenschwäche, Schlafstörungen sowie zur Vorbeugung und Behandlung von Stressfolgen; Abgabe ohne Rezept; Arzneimittelgruppe „andere angstlösende Mittel“. Nachschlagewerk; das amtliche russische Register war bei der Prüfung nicht abrufbar.
97Zozulia AA, Neznamov GG, Siuniakov TS et al. (2008). [Efficacy and possible mechanisms of action of a new peptide anxiolytic selank in the therapy of generalized anxiety disorders and neurasthenia]. Zhurnal Nevrologii i Psikhiatrii imeni S. S. Korsakova 108(4):38–48. PMID 18454096 · DOI bei PubMed nicht hinterlegt 62 Menschen mit generalisierter Angststörung oder Neurasthenie, einer Erschöpfungsstörung: 30 bekamen Selank, 32 das Beruhigungsmittel Medazepam aus der Gruppe der Benzodiazepine. Die angstlösende Wirkung war ähnlich; Selank wirkte zusätzlich gegen Erschöpfung. In PubMed als Studie mit Zufallszuteilung geführt. Artikel auf Russisch, nur an der Kurzfassung geprüft; Verblindung und Zuteilung lassen sich daraus nicht beurteilen. Geldgeber und Interessenkonflikte nicht geprüft.
98Doyno CR, White CM (2021). Sedative-Hypnotic Agents That Impact Gamma-Aminobutyric Acid Receptors: Focus on Flunitrazepam, Gamma-Hydroxybutyric Acid, Phenibut, and Selank. Journal of Clinical Pharmacology 61 Suppl 2:S114–S128. DOI 10.1002/jcph.1922 · PMID 34396551 Übersichtsarbeit zweier Pharmakologen aus Connecticut: Phenibut und Selank seien „schlecht untersuchte russische Arzneimittel“, die in den USA unerklärlicherweise als Nahrungsergänzung verkauft werden. Übersichtsarbeit. Geldgeber nicht geprüft.
99Vidal und RLS – russische Arzneimittel-Nachschlagewerke (abgerufen am 22.10.2026). Einträge zu Тимоген (Thymogen), Семакс (Semax), Ноопепт (Noopept), Дельтаран (DSIP, Emideltid), Кортексин (Cortexin), Церебролизин (Cerebrolysin) und Тималин (Thymalin). Thymogen · Semax · Noopept · Deltaran · Cortexin · Cerebrolysin · Thymalin Thymogen: Mittel zur Anregung der Abwehr, registriert als Arzneimittel. Semax: Nasentropfen, unter anderem bei Durchblutungsstörungen des Gehirns und nach Schlaganfall, verschreibungspflichtig. Noopept (Omberacetam): bei Störungen von Gedächtnis und Aufmerksamkeit. Deltaran: als Teil einer Behandlung bei stressbedingten Zuständen und beim Alkoholentzug. Cortexin, Cerebrolysin und Thymalin: Arzneimittel aus Gewebe-Extrakten. Das amtliche russische Register war nicht abrufbar. Bei Noopept widersprechen sich die Quellen, ob ein Rezept nötig ist; bei Deltaran nennt die Datenbank ein Datum, das nicht zu den übrigen Angaben passt.
100Gusev EI, Skvortsova VI, Miasoedov NF et al. (1997). Effectiveness of semax in acute period of hemispheric ischemic stroke (a clinical and electrophysiological study) [russisch]. Zhurnal Nevrologii i Psikhiatrii imeni S. S. Korsakova 97(6):26–34. PMID 11517472 30 Menschen mit frischem Schlaganfall bekamen Semax zusätzlich zur üblichen Behandlung; verglichen wurden sie mit 80 ähnlich schwer Betroffenen, die nur die übliche Behandlung bekamen. Laut den Autoren bildeten sich die Ausfälle, vor allem die der Bewegung, schneller zurück. Eine Zufallszuteilung oder Verblindung beschreibt die Kurzfassung nicht. Artikel auf Russisch, gelesen an der englischen Kurzfassung; Geldgeber und Interessenkonflikte nicht prüfbar.
101PANPHARMA GmbH (2020). Fachinformation Oxytocin PANPHARMA Injektionslösung, Stand 11/2020. fachinfo.de Synthetisches Peptid aus 9 Aminosäuren; in Deutschland zugelassen (Zul.-Nr. 6209119.00.00) zur Anwendung in der Geburtshilfe. Weitere deutsche Oxytocin-Präparate habe ich nicht geprüft.
102Fresenius Kabi Deutschland GmbH (2023). Fachinformation Dipeptamin, Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung, Stand Februar 2023. fachinfo.de Wirkstoff N(2)-L-Alanyl-L-Glutamin; zugelassen seit März 1995 (Zul.-Nr. 31349.00.00) als Zusatz zur künstlichen Ernährung bei stark gesteigertem Abbau- oder Grundumsatz durch schwere Krankheit. –
103Europäische Kommission (2025). Durchführungsverordnung (EU) 2017/2470 zur Erstellung der Unionsliste der neuartigen Lebensmittel, konsolidierte Fassung vom 30.11.2025. EUR-Lex (PDF) Eintrag L-Alanyl-L-Glutamin: zugelassen für Nahrungsergänzungsmittel, Lebensmittel für besondere medizinische Zwecke und Getränke für Sportler bei intensiver Muskelanstrengung. Höchstmengen habe ich nicht geprüft; der abgerufene Text war ab dem Buchstaben C unvollständig.
104Australische Arzneimittelbehörde TGA. Australian Public Assessment Report (AusPAR) for Alanylglutamine. tga.gov.au (Word-Datei) Frühe Studien klein und ohne größeren Nutzen, spätere widersprüchlich; eine große Studie bei Schwerkranken fand keinen gesicherten Nutzen, eine weitere eher mehr Todesfälle unter hohen Glutamin-Mengen. Das Beratergremium sah ein insgesamt negatives Nutzen-Risiko-Profil; der Antrag wurde am 16.01.2020 zurückgezogen. Bewertet wurde der Antrag für Australien.
105US-Arzneimittelbehörde FDA (2019). Vyleesi (Bremelanotid), Zulassung am 21.06.2019 (NDA 210557). Zulassungsunterlagen (PDF) Zugelassen für Frauen vor den Wechseljahren mit erworbener, anhaltend verminderter sexueller Lust; ringförmiges Peptid aus 7 Aminosäuren. In der EU fand ich keine Zulassung.
106Innovent Biologics (2025). Pressemitteilung vom 19.09.2025 über die Zulassung von Mazdutid in China zur Blutzuckerkontrolle bei Typ-2-Diabetes; Zulassung zum Gewichtsmanagement bekanntgegeben am 27.06.2025. Mitteilung über BioSpace · Regierungsportal Shanghai Zugelassen durch die chinesische Arzneimittelbehörde NMPA. Mitteilungen des Herstellers und eines Regierungsportals; den amtlichen Bescheid der NMPA habe ich nicht abgerufen.
107Torrinomedica (abgerufen am 22.10.2026). TAD (Glutatione): Scheda tecnica. torrinomedica.it Italienisches Arzneimittel zum Spritzen, Inhaber Biomedica Foscama; erstmals zugelassen am 02.11.1989. Anwendungsgebiet, übersetzt: Vorbeugung von Nervenschäden nach einer Chemotherapie mit Cisplatin oder verwandten Wirkstoffen; verschreibungspflichtig. Italienisches Arzneimittelportal mit Stand 18.06.2021, nicht das Register der Behörde AIFA.
108Japanische Arzneimittelbehörde PMDA (abgerufen am 22.10.2026). タチオン注射用 (Tathion, Glutathion zum Spritzen), Chōseidō Pharmaceutical. PMDA-Datenbank Verschreibungspflichtig. Anwendungsgebiete unter anderem: Vergiftungen durch Arzneimittel, Besserung der Leberfunktion bei chronischen Lebererkrankungen, Ekzeme und Pigmentflecken wie das Melasma, Schwangerschaftserbrechen, Hornhautverletzungen und Beschwerden durch Strahlentherapie. Im Handel seit Juli 2000; Packungsbeilage zuletzt überarbeitet im September 2024. Das Zulassungsdatum selbst nennt die Seite nicht; ältere Präparate desselben Wirkstoffs habe ich nicht geprüft.
109Dilokthornsakul W, Dhippayom T, Dilokthornsakul P (2019). The clinical effect of glutathione on skin color and other related skin conditions: A systematic review. Journal of Cosmetic Dermatology 18(3):728–737. DOI 10.1111/jocd.12910 · PMID 30895708 Systematische Übersicht: Eine Aufhellung der Haut durch Glutathion ist nicht schlüssig belegt. Geldgeber nicht geprüft.
110Noy A, Scadden DT, Lee J et al. (2005). Angiogenesis inhibitor IM862 is ineffective against AIDS-Kaposi's sarcoma in a phase III trial, but demonstrates sustained, potent effect of highly active antiretroviral therapy: from the AIDS Malignancy Consortium and IM862 Study Team. Journal of Clinical Oncology 23(5):990–998. DOI 10.1200/JCO.2005.11.043 · PMID 15598977 Phase 3 mit Zufallszuteilung: IM862 – das Dipeptid, das in Russland als Thymogen verkauft wird – wirkte beim Kaposi-Sarkom nicht besser als Scheinmedikament. Geldgeber laut PubMed: US-Regierung und außerhalb der US-Regierung, Einzelheiten nicht geprüft.
111Bes F, Hofman W, Schuur J et al. (1992). Effects of delta sleep-inducing peptide on sleep of chronic insomniac patients. A double-blind study. Neuropsychobiology 26(4):193–197. DOI 10.1159/000118919 · PMID 1299794 Doppelblind, Scheinmedikament, 16 Menschen mit chronischer Schlaflosigkeit: Die gesicherten Effekte waren schwach und teils durch eine Veränderung in der Vergleichsgruppe erklärbar; ein großer therapeutischer Nutzen sei unwahrscheinlich. Klein und alt. Geldgeber nicht geprüft.
112US-Arzneimittelbehörde FDA (2026). Prüfbericht zu Emideltid (DSIP) und Emideltid-Acetat für das Beratergremium zur Herstellung in Apotheken, Stand 11.05.2026. fda.gov/media/193344 Für die vorgeschlagene Spritze unter die Haut keine Studie zur Wirksamkeit; die vorhandenen Studien mit Infusionen waren klein, oft ohne ausreichende Vergleichsgruppe und bei Schlaflosigkeit, Narkolepsie und Opiatentzug nicht schlüssig. Schluss: Die Kriterien sprechen gegen eine Aufnahme. Bewertet wurde die Herstellung in Apotheken, nicht die Zulassung als Medikament.
113Novo Nordisk (2026). Mitteilungen vom 23.02.2026 und vom 20.10.2026. Mitteilung 23.02.2026 · Mitteilung 20.10.2026 Der Zulassungsantrag für CagriSema – Cagrilintid plus Semaglutid – zum Gewichtsmanagement wurde im Dezember 2025 in den USA eingereicht; eine Entscheidung wird für das vierte Quartal 2026 erwartet. „CagriSema ist in den USA nicht zugelassen.“ Mitteilungen des Herstellers. Einen EU-Antrag erwähnen sie nicht.
114le Roux CW, Wharton S, Startseva E et al. (2026). Survodutide Once Weekly for the Treatment of Adults with Obesity. New England Journal of Medicine 395(8):776–787. DOI 10.1056/NEJMoa2600751 · PMID 42253238 SYNCHRONIZE-1, in PubMed mit Datum 07.06.2026: 725 Erwachsene mit Adipositas ohne Diabetes, Zufallszuteilung, doppelt verblindet, 76 Wochen, dazu Beratung zum Lebensstil. Gewichtsänderung −12,2 und −13,0 % in zwei Dosisstufen, mit Scheinmedikament −5,4 %. Beschwerden an Magen und Darm bei 81 und 90 %, mit Scheinmedikament bei 48 %. Bezahlt vom Hersteller Boehringer Ingelheim; sechs Autoren dort angestellt – ein möglicher Interessenkonflikt.
115Wharton S, le Roux CW, Startseva E et al. (2026). Survodutide Once Weekly in Adults with Obesity and Type 2 Diabetes. New England Journal of Medicine, in PubMed mit Datum 01.10.2026. DOI 10.1056/NEJMoa2607219 · PMID 42820639 SYNCHRONIZE-2: 752 Erwachsene mit Typ-2-Diabetes und einem BMI ab 27, Zufallszuteilung, doppelt verblindet, 76 Wochen. Gewichtsänderung −8,2 und −9,8 % in zwei Dosisstufen, mit Scheinmedikament −3,9 %. Beschwerden an Magen und Darm bei 73 und 78 %, mit Scheinmedikament bei 39 %. Bezahlt vom Hersteller Boehringer Ingelheim; sieben Autoren dort angestellt – ein möglicher Interessenkonflikt.
116Boehringer Ingelheim (2026). Pressemitteilung vom 02.10.2026 zu den Ergebnissen der Studie SYNCHRONIZE-2. Mitteilung über EuropaWire Survodutid sei ein Prüfpräparat und nicht zugelassen; einen Zulassungsantrag erwähnt die Mitteilung nicht. Mitteilung des Herstellers; dessen eigene Website war bei der Prüfung nicht erreichbar.
117Errante F, Ledwoń P, Latajka R et al. (2020). Cosmeceutical Peptides in the Framework of Sustainable Wellness Economy. Frontiers in Chemistry 8:572923. DOI 10.3389/fchem.2020.572923 · PMID 33195061 · PMC7662462 Übersicht über häufig eingesetzte Kosmetik-Peptide mit Aminosäurefolgen und der Studienlage; für mehrere Stoffe gebe es keine veröffentlichten klinischen Studien. Die Erstautorin arbeitete laut PubMed auch bei einem Peptid-Hersteller – ein möglicher Interessenkonflikt.
118Resende DISP, Ferreira MS, Sousa-Lobo JM et al. (2021). Usage of Synthetic Peptides in Cosmetics for Sensitive Skin. Pharmaceuticals 14(8):702. DOI 10.3390/ph14080702 · PMID 34451799 · PMC8400021 Analyse von 88 Gesichtspflegeprodukten großer Marken für empfindliche Haut: In 17 % steckten Peptide, insgesamt sieben verschiedene. Nur für fünf fanden die Autoren Belege für den Einsatz bei empfindlicher Haut, nur eine klinische Studie schloss Menschen mit empfindlicher Haut ein. Die Daten stammen überwiegend aus Patenten und Broschüren der Lieferanten, nicht aus Studien mit Zufallszuteilung und Scheinmittel. Geldgeber nicht geprüft.
119Hsiao YF, Fan Z, Fan YY et al. (2026). The Effects of Carnosine on Cognitive Function and Mental Health – A Systematic Review and Meta-Analysis. Nutrients 18(9):1385. DOI 10.3390/nu18091385 · PMID 42123986 · PMC13165363 13 Studien, davon 12 mit Zufallszuteilung: Fünf fanden bei den meisten Gedächtnis- und Denktests keinen Unterschied zum Scheinmittel. Drei Studien einer einzigen Forschergruppe zeigten mit Carnosin plus Anserin ein besseres verzögertes Erinnern; zusammengefasst verbesserte Carnosin mit Anserin oder Antioxidanzien auch einen gängigen Kurztest auf geistigen Abbau leicht. Schluss der Autoren: schwache Evidenz, dass Carnosin zusammen mit Anserin oder Antioxidanzien den geistigen Abbau bremsen kann – bei gesunden Älteren, bei wahrscheinlicher Alzheimer-Krankheit oder leichter Störung der geistigen Leistung; auf Stimmung und Lebensqualität meist keine Wirkung. Bei 58 % der Studien Bedenken wegen Verzerrung. Geldgeber nicht geprüft.
120Takei M (2012). Development of polaprezinc research [japanisch]. Yakugaku Zasshi 132(3):271–277. DOI 10.1248/yakushi.132.271 · PMID 22382829 Übersicht: Polaprezinc, eine Verbindung aus Zink und L-Carnosin, ist in Japan als Arzneimittel zugelassen und wird gegen Magengeschwüre eingesetzt; dazu Versuche an Ratten zu Geschmacksstörungen. Der Autor arbeitet beim Hersteller Zeria – ein möglicher Interessenkonflikt. Gelesen an der englischen Kurzfassung.
121Fornaro M, Hinken AC, Needle S et al. (2014). Mechano-growth factor peptide, the COOH terminus of unprocessed insulin-like growth factor 1, has no apparent effect on myoblasts or primary muscle stem cells. American Journal of Physiology – Endocrinology and Metabolism 306(2):E150–E156. DOI 10.1152/ajpendo.00408.2013 · PMID 24253050 Forscher zweier Pharmafirmen, darunter Novartis, versuchten, frühere Befunde zum MGF-Peptid an Muskelzellen und Muskelstammzellen zu wiederholen – ohne erkennbare Wirkung. Laborversuch in Firmenlaboren. Geldgeber nicht geprüft.
122George JT, Veldhuis JD, Roseweir AK et al. (2011). Kisspeptin-10 is a potent stimulator of LH and increases pulse frequency in men. Journal of Clinical Endocrinology & Metabolism 96(8):E1228–E1236. DOI 10.1210/jc.2011-0089 · PMID 21632807 · PMC3380939 Kleine Studien mit gesunden Männern: Kisspeptin-10 regte das Hormon LH an, das die Testosteronbildung steuert, und erhöhte das Testosteron. Nur Hormonwerte, wenige Teilnehmer je Studienteil. Geldgeber laut PubMed außerhalb der US-Regierung, Einzelheiten nicht geprüft.
123Mahlapuu M, Sidorowicz A, Mikosinski J et al. (2021). Evaluation of LL-37 in healing of hard-to-heal venous leg ulcers: A multicentric prospective randomized placebo-controlled clinical trial. Wound Repair and Regeneration 29(6):938–950. DOI 10.1111/wrr.12977 · PMID 34687253 · PMC9298190 148 Menschen mit schlecht heilenden offenen Beinen, Zufallszuteilung, Scheinmittel: in der Gesamtgruppe kein gesicherter Unterschied; günstige Signale nur in einer nachträglich gebildeten Untergruppe. Aus dem Umfeld des Entwicklers. Geldgeber laut PubMed außerhalb der US-Regierung, Einzelheiten nicht geprüft.
124Culver DA, Dahan A, Bajorunas D et al. (2017). Cibinetide Improves Corneal Nerve Fiber Abundance in Patients With Sarcoidosis-Associated Small Nerve Fiber Loss and Neuropathic Pain. Investigative Ophthalmology & Visual Science 58(6):BIO52–BIO60. DOI 10.1167/iovs.16-21291 · PMID 28475703 64 Menschen mit Nervenschäden bei Sarkoidose, 28 Tage, Zufallszuteilung: Das Hauptziel, mehr Nervenfasern in der Hornhaut des Auges – ein Ersatzmaß –, war nur in einer Dosisgruppe gesichert. Klein und kurz; fast alle klinischen Daten zu ARA-290 stammen aus dem Umfeld des Entwicklers. Geldgeber nicht geprüft.
125Leffler DA, Kelly CP, Green PH et al. (2015). Larazotide acetate for persistent symptoms of celiac disease despite a gluten-free diet: a randomized controlled trial. Gastroenterology 148(7):1311–1319. DOI 10.1053/j.gastro.2015.02.008 · PMID 25683116 · PMC4446229 Phase 2, 342 Menschen mit Zöliakie trotz glutenfreier Ernährung: Das Hauptziel wurde nur in der niedrigsten Dosisstufe erreicht, die höheren unterschieden sich nicht vom Scheinmedikament. Mitautoren beim damaligen Entwickler. Geldgeber laut PubMed außerhalb der US-Regierung, Einzelheiten nicht geprüft.
126ClinicalTrials.gov (abgerufen 2026). NCT03569007: Studie der Phase 3 mit Larazotid bei Zöliakie. clinicaltrials.gov Sponsor 9 Meters Biopharma; 307 Teilnehmer eingeschlossen; vom Sponsor am 21.07.2022 abgebrochen. Laut Fachpresse waren enttäuschende Zwischenergebnisse der Grund; das Register nennt nur „vom Sponsor beendet“.
127Barnhart KF, Christianson DR, Hanley PW et al. (2011). A peptidomimetic targeting white fat causes weight loss and improved insulin resistance in obese monkeys. Science Translational Medicine 3(108):108ra112. DOI 10.1126/scitranslmed.3002621 · PMID 22072637 · PMC3666164 Adipotide bei übergewichtigen Affen: Gewichtsverlust und bessere Insulinwirkung, dazu vorhersehbare und umkehrbare Veränderungen an der Niere. Tierversuch; ein späterer Kommentar hält es für möglich, dass die Affen schlicht weniger fraßen. Geldgeber laut PubMed: US-Gesundheitsbehörde NIH und außerhalb der US-Regierung.
128Moreno Ayala MA, Gottardo MF, Zuccato CF et al. (2020). Humanin Promotes Tumor Progression in Experimental Triple Negative Breast Cancer. Scientific Reports 10(1):8542. DOI 10.1038/s41598-020-65381-7 · PMID 32444831 · PMC7244539 Tierversuch: Humanin förderte das Fortschreiten einer besonders aggressiven Form von Brustkrebs. Tierversuch. Geldgeber laut PubMed außerhalb der US-Regierung, Einzelheiten nicht geprüft.
129Baar MP, Brandt RMC, Putavet DA et al. (2017). Targeted Apoptosis of Senescent Cells Restores Tissue Homeostasis in Response to Chemotoxicity and Aging. Cell 169(1):132–147. DOI 10.1016/j.cell.2017.02.031 · PMID 28340339 · PMC5556182 Erstbeschreibung von FOXO4-DRI: In Mäusen und Zellkultur ließ das Peptid gealterte Zellen gezielt absterben. Nur Tier und Zellkultur. Geldgeber nicht geprüft.
130Benoist CC, Kawas LH, Zhu M et al. (2014). The procognitive and synaptogenic effects of angiotensin IV-derived peptides are dependent on activation of the hepatocyte growth factor/c-met system. Journal of Pharmacology and Experimental Therapeutics 351(2):390–402. DOI 10.1124/jpet.114.218735 · PMID 25187433 · PMC4201273 Zentrale Arbeit der Entwickler zum Wirkmechanismus von Dihexa – in PubMed als zurückgezogen gekennzeichnet, ebenso zwei weitere Arbeiten derselben Autoren. Zurückgezogene Veröffentlichung; ihre Ergebnisse gelten nicht als verlässlich.
131Chawinson WCh (2020). Лекарственные пептидные препараты: прошлое, настоящее, будущее [Peptid-Arzneimittel: Vergangenheit, Gegenwart, Zukunft]. Klinitscheskaja Medizina 98(3):165–177. khavinson.info (PDF) Übersicht des Begründers der Bioregulator-Forschung in St. Petersburg (international meist Khavinson geschrieben): ordnet den Bioregulatoren ihre Aminosäurefolgen zu und nennt mehrere als „zur Registrierung eingereicht“, ohne Zulassung. Quelle des Autors selbst, nicht in PubMed.
132Institut für Bioregulation und Gerontologie St. Petersburg (abgerufen am 22.10.2026). Produktseite der Reihe Cytogens. Website des Instituts, gerontology.ru – die Produktseite ist bewusst nicht verlinkt Nennt Registriernummern als Nahrungsergänzung für Pinealon, Vesugen, Chonluten, Crystagen, Ovagen und Cartalax. Angabe des Herstellers. Die Nummern haben ein Format von 2006, eine ist mehreren Produkten zugeordnet; ob die Registrierungen gelten, ließ sich nicht prüfen, das amtliche Register war nicht abrufbar.
133Myung SK, Park Y (2025). Effects of Collagen Supplements on Skin Aging: A Systematic Review and Meta-Analysis of Randomized Controlled Trials. American Journal of Medicine 138(9):1264–1277. DOI 10.1016/j.amjmed.2025.04.034 · PMID 40324552 23 Studien mit Zufallszuteilung, 1.474 Teilnehmer: Verbesserungen bei Hautfeuchtigkeit, Elastizität und Falten nur in Studien mit Geld der Industrie und in methodisch schwächeren Studien, nicht in unabhängigen und hochwertigen. Geldgeber der Metaanalyse nicht geprüft.
134EFSA-Gremium für diätetische Produkte, Ernährung und Allergien (2011). Gutachten zu einer gesundheitsbezogenen Angabe für ein Hydrolysat aus Milcheiweiß (Lactium) und die Linderung von psychischem Stress. EFSA Journal 9(6):2273. DOI 10.2903/j.efsa.2011.2273 Ein Ursache-Wirkungs-Zusammenhang ließ sich nicht feststellen; auswertbare Belege lagen nicht vor. Die DOI stammt aus dem Verzeichnis einer Hochschulbibliothek, nicht aus PubMed.
135Ziganshina LE, Abakumova T, Nurkhametova D et al. (2023). Cerebrolysin for acute ischaemic stroke. Cochrane Database of Systematic Reviews 10:CD007026. DOI 10.1002/14651858.CD007026.pub7 · PMID 37818733 · PMC10565895 Sieben Studien mit Zufallszuteilung, 1.773 Teilnehmer, darunter eine mit Cortexin: beim akuten Schlaganfall wahrscheinlich kein Effekt auf die Sterblichkeit (mäßige Gewissheit), Hinweise auf mehr nicht tödliche schwere Nebenwirkungen. Der Hersteller hat mehrere der Studien unterstützt.
136Organon (2011). Pregnyl (chorionic gonadotropin for injection), US-Fachinformation. accessdata.fda.gov (PDF) Zugelassen unter anderem bei bestimmten Hormonstörungen und zur Auslösung des Eisprungs. Die Fachinformation hält fest: hCG ist nicht als wirksame Begleitbehandlung gegen Übergewicht belegt. –
137Kohler M, Thomas A, Walpurgis K et al. (2010). Detection of His-tagged Long-R³-IGF-I in a black market product. Growth Hormone & IGF Research 20(5):386–390. DOI 10.1016/j.ghir.2010.07.001 · PMID 20675162 In einer beschlagnahmten Ampulle fand ein Dopinglabor eine Form von IGF-1 LR3, die sonst für Laborversuche hergestellt wird; ihre Wirkung am Menschen ist nicht beschrieben. Ein Produkt. Geldgeber laut PubMed außerhalb der US-Regierung, Einzelheiten nicht geprüft.
138Verbraucherzentrale (2026). NAD und NMN in Nahrungsergänzungsmitteln, Stand 16.01.2026. verbraucherzentrale.de NAD+ beziehungsweise NADH ist als Zutat in Nahrungsergänzungsmitteln erlaubt; zugelassene gesundheitsbezogene Angaben gibt es dafür nicht. Verbraucherschutz-Seite, nicht der EU-Katalog neuartiger Lebensmittel; der war nicht abrufbar.
139Eli Lilly and Company (2026). FDA approves Lilly's Foundayo (orforglipron), the only GLP-1 pill for weight loss … Pressemitteilung vom 01.04.2026. Mitteilung über BioSpace US-Zulassung für Erwachsene mit Adipositas oder mit Übergewicht und gewichtsbedingten Erkrankungen. Orforglipron ist ein kleines Molekül, kein Peptid. Mitteilung des Herstellers; das Zulassungsschreiben der FDA habe ich nicht abgerufen.
140Europäische Arzneimittel-Agentur EMA (2026). Meeting highlights from the Committee for Medicinal Products for Human Use (CHMP), 12.–15.10.2026, veröffentlicht am 16.10.2026. ema.europa.eu Foundayo (Orforglipron), „ein GLP-1-Rezeptoragonist zum Schlucken zur Gewichtskontrolle und zur Behandlung von Typ-2-Diabetes bei Erwachsenen“, zur Zulassung empfohlen. Die Entscheidung der EU-Kommission stand am 22.10.2026 noch aus.
141US-Arzneimittelbehörde FDA (2026). Pharmacy Compounding Advisory Committee, Sitzung am 23. und 24.07.2026: Tagesordnung, Abstimmungsfragen und Prüfberichte. fda.gov In ihren Prüfberichten vom Mai 2026 kam die FDA bei allen sieben Peptiden – BPC-157, Emideltid (DSIP), Epitalon, KPV, MOTS-c, Semax und TB-500 – zu dem Schluss, die Kriterien sprächen gegen eine Aufnahme in die Liste der Wirkstoffe, die Apotheken verarbeiten dürfen; Gründe waren vor allem fehlende Daten zu Wirksamkeit und Sicherheit am Menschen. Die Abstimmungsergebnisse stammen aus der Fachpresse; ein Protokoll veröffentlicht die FDA-Seite nicht.
142Welt-Anti-Doping-Agentur WADA (2026). The 2027 Monitoring Program; dazu die Meldung der Internationalen Handballföderation IHF vom 28.09.2026, die die Mitteilung der WADA an die Sportverbände wiedergibt, und eine Meldung der US-Anti-Doping-Agentur USADA vom 06.10.2026. WADA, Überwachungsprogramm 2027 (PDF) · ihf.info · usada.org Die Verbotsliste 2027 hat das Exekutivkomitee der WADA am 10.09.2026 beschlossen; sie gilt ab 01.01.2027. Semaglutid und Tirzepatid stehen weiter im Überwachungsprogramm, innerhalb und außerhalb von Wettkämpfen; verboten sind sie nicht. Laut USADA nennt die Liste 2027 „Peptide“ nun allgemein als verbotene Stoffe der Klasse S0; BPC-157, TB-500, Ipamorelin und weitere bleiben ausdrücklich genannt. Den Wortlaut der Verbotsliste 2027 und die Erläuterungen der WADA konnte ich nicht abrufen. Die Angaben zur Dopingliste auf dieser Seite beziehen sich auf die Liste 2026.
143Perrone M, Associated Press (2026). Trump administration advances plan for peptide drugs favored by RFK Jr. STAT, 15.10.2026; dazu Holland & Knight: Peptides at a Crossroads, 16.10.2026. statnews.com · hklaw.com Das US-Gesundheitsministerium hat am 14.10.2026 eine Übergangsregel („Interim Access Policy“) für Peptide dem Haushaltsamt des Weißen Hauses zur Prüfung vorgelegt. Laut zwei mit dem Plan vertrauten Personen soll sie Apotheken vorübergehend erlauben, einige gefragte Peptide herzustellen, darunter BPC-157. Die Kanzlei Holland & Knight hielt am 16.10.2026 fest: Erlassen ist die Regel noch nicht, und keines der Peptide steht bisher auf der Liste der Wirkstoffe für Apotheken. Gemeint ist nach Einschätzung der Kanzlei eine vorübergehende Duldung: Die Behörde würde nicht gegen Apotheken vorgehen; zugelassen würde damit nichts. Einzelheiten der Regel waren nicht öffentlich. Eine Veröffentlichung habe ich bis zum 22.10.2026 nicht gefunden.
144Muttenthaler M, King GF, Adams DJ et al. (2021). Trends in peptide drug discovery. Nature Reviews Drug Discovery 20(4):309–325. DOI 10.1038/s41573-020-00135-8 · PMID 33536635 Übersichtsarbeit: Mehr als 80 Peptid-Medikamente haben den Markt erreicht. Geldgeber und Interessenkonflikte nicht geprüft.
Was auf dieser Seite fehlt – und warum Mengen, Anwendungsschemata und Bezugsquellen fehlen bewusst – auch für zugelassene Medikamente. Ebenso fehlt, ob Kauf und Besitz der einzelnen Stoffe in Deutschland erlaubt sind: Das ist eine Rechtsfrage, die ich nicht beantworten kann. Mehrere amtliche Quellen ließen sich bei der Prüfung im Oktober 2026 nicht abrufen – das russische Arzneimittelregister, die Arzneimittel-Datenbank des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte, das EU-Verzeichnis der Kosmetik-Inhaltsstoffe, der EU-Katalog neuartiger Lebensmittel und der Wortlaut der Dopingliste 2027. Die Angaben dazu stammen aus Nachschlagewerken, Fachportalen, der Datenbank des Kosmetikverbands und Mitteilungen von Herstellern und Verbänden. Die meisten Studien habe ich an ihrer Kurzfassung geprüft, deshalb steht bei Geldgebern und Interessenkonflikten oft „nicht geprüft“. Und die Lage ändert sich schnell: Zu Retatrutid, CagriSema, Orforglipron in der EU, der Übergangsregel für Apotheken in den USA und den Peptiden vor dem Beratergremium der FDA können bald neue Entscheidungen fallen. Ab 1. Januar 2027 gilt eine neue Dopingliste; die Angaben hier beziehen sich auf die Liste 2026. Lieber eine ehrliche Lücke als eine Angabe, für die niemand geradesteht.
Zum Schluss, in eigener Sache Ich bin Personal Trainer, kein Arzt. Ich behandle nichts – ich trainiere um Beschwerden herum und Schritt für Schritt in mehr Belastbarkeit hinein. Wo ärztliche Freigabe nötig ist, fange ich ohne sie nicht an. Diese Seite erklärt, was Studien zeigen, und ersetzt keine ärztliche Beratung.