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die fittermacher
Smartwatch & Armband
Wissen · Stefan Trost
Wearables · Smartwatch · Fitnessarmband · Einsteiger

Smartwatch und Fitnessarmband: Was messen sie wirklich?

Schritte, Puls und Schlafdauer erfassen sie meist brauchbar, Kalorien und Schlafphasen nur grob – und Blutdruck messen nur Uhren mit eingebauter Manschette.

Smartwatch, Fitnessarmband oder Ring – solche Wearables oder Tracker, also am Körper getragene Messgeräte, zählen Schritte, messen den Puls und schätzen, wie Du schläfst. Das meiste zeichnen sie auch auf, wenn das Handy zu Hause liegt. Wie genau, hängt vom Messwert und vom Gerät ab: Bei 3,2 bis 4,8 Kilometern pro Stunde lag ein Armband in einer Studie im Mittel höchstens 1,3 Prozent daneben, beim sehr langsamen Gehen 26 Prozent.1 Beim Energieverbrauch erwies sich in einer großen Übersicht kein Gerät als genau; bei jeder Marke fanden Studien Fehler von mehr als 30 Prozent.2

Manches kann keine Uhr: Für die Blutzuckermessung ist laut US-Arzneimittelbehörde keine zugelassen,3 und einen Herzinfarkt erkennen sie nicht – das schreiben die Hersteller selbst.4, 5 Blutdruck messen nur Uhren mit eingebauter Mini-Manschette; andere schätzen ihn nach einem Abgleich mit einer Manschette oder geben nur einen Hinweis auf möglichen Bluthochdruck.6, 7, 8 Diese Seite zeigt, was Studien zur Genauigkeit sagen, welche Bauart zu welchem Ziel passt und worauf Du vor dem Kauf achtest.

+1.800
Schritte am Tag gingen Menschen im Mittel mehr, wenn sie einen Tracker nutzten – aus vielen Studien zusammengefasst und in Schritte umgerechnet9
über 30 %
Fehler beim Kalorienverbrauch fanden Studien bei jeder Marke2
41 %
der Menschen mit Bluthochdruck (US-Grenzwert ab 130/80) bekamen in Apples Freigabestudie einen Hinweis der Uhr – Werte zeigt sie keine8

Smartwatch und Fitnessarmband in Fragen und Antworten

Auf einen Blick · Einordnung von Stefan Trost

Neun Fragen, kurz beantwortet

Wenn Du nur zwei Minuten hast, reicht dieser Kasten. Alles Weitere steht darunter.

„Kann ich mit einer Smartwatch meinen Blutdruck messen?“
Meist nicht. Echte Messwerte liefern nur Uhren mit eingebauter Mini-Manschette, und nach anerkannten Standards geprüft sind bisher nur zwei solcher Uhren-Baureihen.6 Andere schätzen den Druck nach einem Abgleich mit einer Manschette,10 oder sie melden nur möglichen Bluthochdruck: In der Studie, mit der Apple diese Funktion bei der US-Arzneimittelbehörde FDA freigeben ließ, bekamen 41 Prozent der Menschen mit Bluthochdruck nach US-Grenzwert einen Hinweis, nach der deutschen Grenze für die Messung zu Hause gut die Hälfte.8 Für verlässliche Werte empfiehlt die Deutsche Hochdruckliga, die Fachgesellschaft für Bluthochdruck, ein Oberarmgerät.11
„Muss ich mein Handy immer dabeihaben, wenn ich eine Uhr trage?“
Unterwegs nicht – ganz ohne geht es aber nicht. Zum Einrichten und Auswerten brauchst Du ein Handy, und nicht jedes passt: Eine Apple Watch läuft nur mit dem iPhone, eine Galaxy Watch nur mit Android.7, 12 Schritte, Puls und Schlaf speichert das Gerät auch allein; eine Gehstrecke ohne Handy zeichnet nur ein Gerät mit eigenem GPS auf, also eigener Satellitenortung.13
„Wie genau zählt so ein Gerät meine Schritte?“
Meist brauchbar – je nach Gerät, und nicht beim sehr langsamen Gehen. Ein Armband lag in einer Studie bei 3,2 bis 4,8 Kilometern pro Stunde im Mittel höchstens 1,3 Prozent daneben, bei 1,6 aber 26 Prozent.1 In einer Studie mit zehn Trackern hing die Genauigkeit stark vom Modell ab und war beim langsamsten Tempo am schlechtesten.14 Schiebst Du einen Kinderwagen, zählten in einer weiteren Studie alle Armbänder mehr als 33 Prozent zu wenig.15
„Muss ich wirklich 10.000 Schritte am Tag schaffen?“
Nein. Die Zahl stammt laut einer großen Auswertung aus einer Werbekampagne in Japan, nicht aus der Forschung.16 In einer Übersicht über viele Studien hatten Menschen mit 7.000 Schritten am Tag ein um 47 Prozent niedrigeres Sterberisiko als Menschen mit 2.000; für Aktivere bleiben 10.000 laut den Autoren ein gutes Ziel.17
„Weiß die Uhr, wie gut ich geschlafen habe?“
Wie lange: brauchbar. Wie tief: nur grob. In einer Studie im Schlaflabor erkannten sieben Schlaftracker, vier davon am Handgelenk, mindestens 93 Prozent der Schlafzeit, aber nur 18 bis 54 Prozent der Wachzeit.18 Weil sie Wachliegen im Bett oft als Schlaf zählen, zeigen Uhren eher zu viel Schlaf.19 Tiefschlaf und REM-Schlaf, die Phase mit den meisten Träumen, verfehlten die meisten Geräte zu 30 bis 50 Prozent.18
„Uhren zeigen eine HRV an – was ist das, und sehe ich daran, ob ich gestresst bin?“
Zum Teil – und nur im Vergleich mit Dir selbst. HRV heißt Herzfrequenzvariabilität: wie stark die Abstände zwischen den Herzschlägen schwanken. Weicht sie nachts von Deinem üblichen Bereich ab, kann das laut Garmin auf Stress, Belastung oder eine Krankheit hindeuten – was davon, sagt die Uhr nicht.20 In einer Studie lagen zwei Ringe nachts sehr nah an einem Brustgurt – einem Pulsmesser um die Brust, der die Herzströme misst –, ein Armband etwas dahinter, zwei Sportuhren nur schwach.21 Weil die HRV mit dem Alter sinkt und über den Tag stark schwankt, sagt ein Vergleich mit anderen wenig.22
„Zeigt mir die Uhr, wie viele Kalorien ich verbrannt habe?“
Nur grob. In einer großen Übersicht erwies sich beim Energieverbrauch kein Gerät als genau; bei jeder Marke fanden Studien Fehler von mehr als 30 Prozent.2 Zählst Du Kalorien, iss die angezeigten Trainingskalorien deshalb nicht einfach zusätzlich – das ist meine Einschätzung, keine Studienregel.
„Ich habe deutlich Übergewicht. Funktioniert so ein Gerät bei mir?“
Ja – wenn das Armband passt. Die Standardarmbänder reichen je nach Modell bis zu einem Handgelenkumfang zwischen 175 und 245 Millimetern; miss vor dem Kauf nach.12, 20 Ob Übergewicht die Messung ungenauer macht, ist uneinheitlich: Ein Vergleich vieler Studien sah größere Fehler, eine Einzelstudie fand beim Puls keinen Zusammenhang.23, 24
„Muss es ein teures Gerät sein?“
Nein – aber es muss zu Dir passen. Teuer wird ein Fehlkauf: eine Uhr, die nicht mit Deinem Handy läuft, oder ein Gerät, dessen Auswertungen ein Abo brauchen, das Du nicht eingeplant hast.7, 25 Und teurer heißt nicht automatisch genauer: Beim Kalorienverbrauch fanden Studien bei jeder Marke große Fehler.2
01Gilt das für Dich?

Für wen die Aussagen auf dieser Seite gelten

Die Studien zur Genauigkeit haben vor allem gesunde Erwachsene untersucht, oft jung, selten mit starkem Übergewicht. Finde Dich in einer der Karten wieder, dann weißt Du, worauf Du bei Dir achten solltest.

Du fängst gerade an

Schritte und Schlaf reichen

Für den Anfang zählen zwei Dinge: wie viel Du Dich bewegst und wie lange Du schläfst. Beides erfassen Uhren und Armbänder brauchbar,1, 18 und wer einen Tracker nutzt, geht im Mittel rund 1.800 Schritte mehr am Tag.9 Welche Bauart zu Dir passt, steht in Kapitel 06.

Du hast deutlich Übergewicht

Erst das Armband, dann die Funktionen

Prüf vor dem Kauf, bis zu welchem Handgelenkumfang das Armband reicht – je nach Modell zwischen 175 und 245 Millimetern.12, 20 Gehst Du langsam, zählt ein Armband ungenauer.1 Übergewicht ist ein häufiger Risikofaktor für Atemaussetzer im Schlaf, Fachleute sagen Schlafapnoe; manche Uhren geben Hinweise darauf.26, 27

Du bist über 60

Langsam gehen, anders zählen

In einem Test mit Erwachsenen zwischen 51 und 80, die meisten um die 60, zählte eine Smartwatch mit Rollator gut ein Drittel zu wenig Schritte, ein Schrittzähler am Hosenbund fast richtig. Beim sehr langsamen Gehen zählten beide zu wenig, der am Hosenbund verfehlte sogar deutlich mehr Schritte.28 Nimmst Du Herzmedikamente, lies die Sonderfälle in Kapitel 03.

Du bist eine Frau

Zyklus und Temperatur

Mehrere Hersteller bieten Zyklusfunktionen, teils über die Hauttemperatur in der Nacht, einer auch für den Übergang in die Wechseljahre.12, 20, 25 Ob die Geräte bei Frauen genauer oder ungenauer messen, ist uneinheitlich.23, 29 Bei einem schmalen Handgelenk achte auf das kleinste Armband: Manche reichen bis 110 Millimeter hinunter.20

Du trainierst ambitioniert

Für Intervalle den Brustgurt

Bei gleichmäßiger Belastung trifft der Puls am Handgelenk meist gut, bei schnellen Wechseln weniger.29, 30 Für Intervalle nutze ich einen Brustgurt – das ist meine Einschätzung, keine Studienregel.

Medizinische Vorgeschichte

Erst die Freigabe

Bei Erkrankungen von Herz, Kreislauf, Gelenken oder Stoffwechsel klärst Du vorher mit Deinem Arzt, wie hart Du trainieren darfst und welche Pulswerte für Dich gelten.

Nicht Thema dieser Seite Welches Gerät Du kaufen sollst, sagt diese Seite nicht – sie zeigt, welche Richtung zu welchem Ziel passt. Trainingspläne stehen hier ebenfalls nicht, und wie Du Pulszonen fürs Training festlegst, auch nicht. Auf dieser Seite gibt es keine Kauflinks und keine Partnerlinks.
02So nutzt Du es

So holst Du aus Uhr oder Armband die richtigen Zahlen

Wenn Du nur ein Kapitel liest, dann dieses. Ein Gerät hilft Dir nur, wenn Du weißt, welchen seiner Zahlen Du trauen kannst.

✓Prüf vor dem Kauf, ob Gerät und Handy zusammenpassen. Eine Apple Watch läuft nur mit dem iPhone; eine Galaxy Watch nur mit Android, und Blutdruck, EKG – die Aufzeichnung der Herzströme – und den Hinweis auf Atemaussetzer im Schlaf gibt es dort nur mit einem Samsung-Handy.7, 12 Uhren anderer Marken laufen am iPhone teils mit Einschränkungen, etwa ohne Antworten auf Nachrichten.31
✓Trag es oberhalb des Handgelenkknochens, fest, aber bequem. So empfiehlt es Garmin für die Pulsmessung.20 Am Arm, mit dem Du nicht schreibst, zählten Armbänder im Alltag in einer Studie genauer.15
✓Trag es auch nachts. Ruhepuls, HRV und Schlaf misst das Gerät nachts, und manche Auswertungen brauchen erst sieben Nächte oder drei Wochen, bevor sie etwas zeigen.12, 20
✓Hältst Du Dich auf dem Laufband fest, zähl Minuten statt Schritten. Schwingt der Arm nicht mit, zählen Armbänder zu wenig: In Studien fehlten mit Kinderwagen mehr als 33 Prozent der Schritte, mit Rollator gut 36 Prozent.15, 28 Eine Studie zum Festhalten am Laufband habe ich nicht gefunden; der Rat ist meine Einschätzung.
✓Vergleich Dich mit Dir selbst. Die HRV sinkt mit dem Alter und schwankt stark über den Tag – der Wert eines anderen sagt über Dich wenig.22
✕Zählst Du Kalorien, iss die angezeigten Trainingskalorien nicht zusätzlich. Beim Energieverbrauch fanden Studien bei jeder Marke Fehler von mehr als 30 Prozent.2
✕Nimm die Schlafphasen nicht als Diagnose. Tief- und REM-Schlaf verfehlten die meisten Geräte im Schlaflabor zu 30 bis 50 Prozent.18 Und wer dem perfekten Schlafwert hinterherjagt, macht sich manchmal erst dadurch Sorgen um seinen Schlaf.32
✕Verlass Dich beim Blutdruck nicht auf die Uhr. Bleibt ein Hinweis auf Bluthochdruck aus, heißt das nicht, dass Dein Blutdruck in Ordnung ist.8 Für Messwerte empfiehlt die Hochdruckliga ein Oberarmgerät.11
Wenn Du nur einen Absatz mitnimmst Kauf nach Deinem Ziel, nicht nach der längsten Funktionsliste. Schritte, Puls und Schlafdauer kann fast jedes Gerät, Kalorien und Schlafphasen keines genau. Trag es Tag und Nacht, schau auf Wochen statt auf einzelne Tage, und frag bei Herz und Blutdruck Deinen Arzt, nicht die Uhr. Das ist meine Einschätzung aus der Arbeit als Trainer, keine Studienregel.
03Messen

Was ein Wearable misst – und wie genau

Fast alle Geräte arbeiten mit zwei Sensoren: Ein Bewegungssensor erkennt Schritte und Schlaf, ein Lichtsensor den Puls. Für den Puls durchleuchtet eine Lichtquelle die Haut, und ein Fotosensor misst, wie sich die Durchblutung mit jedem Herzschlag ändert – Fachleute sagen Photoplethysmografie, kurz PPG.19, 30 Je mehr ein Wert geschätzt statt gemessen wird, desto ungenauer ist er.

MesswertWie verlässlichWas Studien zeigen
Schritte beim Gehen ab etwa 3 km/hje nach GerätEin Armband bei 3,2 bis 4,8 km/h im Mittel höchstens 1,3 % daneben;1 zehn Tracker je nach Gerät und Tempo 0 bis gut 26 %, am ungenauesten beim langsamsten Tempo, 3,2 km/h14, 15
Schritte beim sehr langsamen Gehen, mit Rollator oder KinderwagenunzuverlässigBei 1,6 km/h im Mittel 26 % daneben; mit Rollator gut 36 %, mit Kinderwagen über 33 % zu wenig1, 15, 28
Puls in Ruhe und bei gleichmäßiger BelastungbrauchbarLaut einer Studie bei allen Geräten einigermaßen genau;30 beim Radfahren sechs von sieben Geräten unter 5 % Fehler29
Puls in Bewegung und bei schnellen Wechselnmit AbstrichenFehler bei Aktivität im Mittel 30 % größer als in Ruhe; die Geräte reagierten verschieden schnell auf Wechsel30
SchlafdauerbrauchbarSchlaf zu mindestens 93 % erkannt, Wachzeit nur zu 18 bis 54 %;18 Schlafzeit im Mittel um bis zu 40 Minuten überschätzt, in einzelnen Nächten um mehr als eine Stunde19
Schlafphasengrob30 bis 50 % des Tief- und REM-Schlafs nicht erkannt, meist als leichter Schlaf gezählt18
Ruhepuls und HRV in der Nachtje nach GerätHRV im Vergleich mit einem Brustgurt, nach dem Maßstab der Autoren: zwei Ringe hoch, ein Armband mäßig, zwei Sportuhren schwach; eine kleine Studie21
KalorienverbrauchunzuverlässigBei jeder Marke Studien mit über 30 % Fehler, kein Gerät genau2
Hinweis auf Vorhofflimmern, eine Herzrhythmusstörungmit AbstrichenVon den Gewarnten hatte auf einem später geklebten EKG-Pflaster rund ein Drittel Vorhofflimmern; kam während des Pflasters ein weiterer Hinweis, stimmte er zu 84 und 98 %; nicht jeder Betroffene bekommt einen; beide Studien von Apple und Fitbit bezahlt33, 34
Blutdruckje nach GerätMisst nur mit eingebauter Manschette – Kapitel 046
Blutzuckernicht möglichKeine Uhr und kein Ring dafür zugelassen3
Herzinfarktnicht möglichAuch das EKG der Uhr erkennt keinen, schreiben die Hersteller4, 5

gemessen Kennzeichen für Werte aus Studien. Blutzucker und Herzinfarkt stützen sich auf Angaben von Behörde und Herstellern; die Einordnung in der mittleren Spalte ist meine Zusammenfassung. Untersucht wurden fast nur ältere Modelle; eine unabhängige Genauigkeitsstudie zu den Geräten von 2026 habe ich nicht gefunden.

Schritte: Tempo und Gerät entscheiden

In einer Studie mit zehn Trackern lagen die Geräte im Mittel zwischen 0 und gut 26 Prozent daneben, je nach Gerät und Tempo; am ungenauesten waren sie beim langsamsten der drei Tempi, 3,2 Kilometern pro Stunde.14 Ein einzelnes Armband lag in einer anderen Studie bei 3,2 bis 4,8 Kilometern pro Stunde im Mittel höchstens 1,3 Prozent daneben und verzählte sich erst beim sehr langsamen Gehen, bei 1,6, um 26 Prozent.1 Wie gut Dein Gerät zählt, hängt also auch vom Modell ab.

Schwingt der Arm nicht mit, fehlen Schritte. Beim Kinderwagenschieben zählten in einer Studie alle drei Armbänder mehr als 33 Prozent zu wenig, beim Wäschefalten dagegen Schritte, die es nicht gab.15 In einem Test mit Erwachsenen zwischen 51 und 80, die Gehhilfen nur für den Versuch nutzten, zählte eine Smartwatch mit Rollator gut ein Drittel zu wenig, ein Schrittzähler am Hosenbund fast richtig. Beim sehr langsamen Gehen ohne Gehhilfe zählte der am Hosenbund aber noch schlechter als die Uhr. Die Autoren erklären den Rollator-Effekt mit dem Arm, der nicht mitschwingt; ein Mitautor arbeitet bei einem Hersteller elektronischer Bauteile – ein möglicher Interessenkonflikt.28 Manche Armbänder, etwa das Fitbit Inspire 3, lassen sich mit einem Clip aus dem Zubehör auch am Shirt oder an der Tasche tragen.35

Ob Übergewicht die Messung verschlechtert, ist offen. Gezielt an Erwachsenen mit starkem Übergewicht geprüft hat die Schrittzählung keine Studie, die ich gefunden habe. Ein Vergleich vieler Studien fand größere Fehler in Studien mit übergewichtigen Teilnehmern – bei Schritten, Puls und Kalorien;23 eine Laborstudie nennt in ihrer Kurzfassung ebenfalls größere Fehler bei höherem BMI, also mehr Gewicht im Verhältnis zur Größe, ihr Ergebnisteil ist dazu aber nicht eindeutig.29 Eine weitere Einzelstudie fand beim Puls keinen Zusammenhang mit Gewicht oder Körperfett.24

Puls: in Ruhe gut, in Bewegung schwächer

Beim Radfahren im Labor lagen sechs von sieben Uhren und Armbändern unter 5 Prozent Fehler, beim Gehen waren die Fehler am größten.29 In einer anderen Studie war der Fehler bei Bewegung im Mittel 30 Prozent größer als in Ruhe, und die Geräte reagierten unterschiedlich schnell, wenn sich die Belastung änderte.30 Ob die Hautfarbe eine Rolle spielt, ist uneinheitlich: Die erste Studie fand bei dunklerer Haut größere Fehler, die zweite keinen Unterschied.29, 30 Für Intervalle und Krafttraining nutze ich einen Brustgurt – das ist meine Einschätzung.

Drei Sonderfälle fürs Herz Betablocker, Medikamente, die den Herzschlag bremsen: Formeln wie „220 minus Alter“ schätzen den Höchstpuls, also den höchsten Puls, den Du erreichen kannst; daraus werden Trainingsbereiche abgeleitet, sogenannte Pulszonen. Entwickelt wurden solche Formeln an Menschen ohne Herzerkrankung und ohne Betablocker.36 Vorhofflimmern: Bei dieser Rhythmusstörung unterschätzten Uhren in einer Studie den Puls in Ruhe deutlich, eine um 28 Schläge pro Minute, eine andere um 8.37 Herzschrittmacher und Defibrillator: Die Apple Watch, manche ihrer Armbänder und ihr Ladezubehör enthalten Magnete; Apple rät zu mehr als 15 Zentimetern Abstand.12 Samsung rät, die EKG-App mit Herzschrittmacher, Defibrillator oder einem anderen implantierten elektronischen Gerät nicht zu nutzen, und schließt dann auch seine Messung der Körperzusammensetzung aus, etwa des Körperfetts.7
Zwei Pulsformeln, ein Mensch · Rechenbeispiel Angenommen ist ein Alter von 60 Jahren. Übliche Formel: 220 − 60 = 160 Schläge pro Minute Formel aus einer Studie mit Betablockern: 164 − 0,7 × 60 = 164 − 42 = 122 Der geschätzte Höchstpuls liegt 38 Schläge pro Minute auseinander

gerechnet Von mir aus den Werten der Studie gerechnet. Die zweite Formel stammt aus einer Studie mit Menschen mit Herzerkrankung, die Betablocker nahmen; auch sie streut beim Einzelnen stark, die übliche Abweichung liegt bei 18 Schlägen pro Minute.36 Rechnet ein Gerät Deine Pulszonen aus dem Alter, können sie dann viel zu hoch liegen. Welche Werte für Dich gelten, legt Dein Arzt fest.

Herzrhythmus: ein Hinweis, keine Diagnose

Viele Uhren melden einen unregelmäßigen Herzrhythmus, der auf Vorhofflimmern hinweisen kann; manche zeichnen auf Fingerdruck ein EKG auf, also die elektrischen Herzströme über 30 Sekunden.4, 7 Zwei sehr große Studien, bezahlt von Apple und Fitbit, liefen so ab: Wer einen Hinweis bekam, trug danach bis zu einer Woche lang ein EKG-Pflaster auf der Brust. Kam in dieser Zeit ein weiterer Hinweis, zeigte das Pflaster in 84 beziehungsweise 98 Prozent der Fälle gleichzeitig Vorhofflimmern. Über die ganze Woche fand es aber nur bei rund einem Drittel der Gewarnten Vorhofflimmern: In einer Studie klebte das Pflaster im Mittel erst knapp zwei Wochen nach dem Hinweis, und in der anderen bestand das Vorhofflimmern bei der Hälfte der Betroffenen höchstens 7 Prozent der Zeit.33, 34 Umgekehrt erkannte das Gerät am Handgelenk in einer der Studien während der Pflasterwoche nur etwa zwei von drei Betroffenen; ein fehlender Hinweis schließt Rhythmusstörungen laut den Autoren nicht aus.33, 34 Ein Hinweis ist ein Grund für einen Arzttermin, keine Diagnose – und kein Hinweis ist keine Entwarnung.

Was keine Uhr kann

Blutzucker: Die US-Arzneimittelbehörde warnt vor Uhren und Ringen, die ihn ohne Nadel messen wollen – zugelassen ist dafür keines, und auch für die EU habe ich keine Zulassung gefunden.3 Herzinfarkt: Den erkennt auch das EKG einer Uhr nicht, schreiben Apple und Withings. Bei Brustschmerz gilt: sofort den Rettungsdienst rufen, 112 – darauf weist auch Apple hin.4, 5

04Blutdruck

Blutdruck am Handgelenk: drei Techniken, drei Antworten

Beim Blutdruck arbeiten Uhren mit drei verschiedenen Techniken – und nur eine davon misst. Ob Du einen Wert bekommst, eine Schätzung oder nur einen Hinweis, hängt vom Gerät ab.

Mini-Manschette

Misst wirklich

Im Armband sitzt ein Luftkissen, das sich aufpumpt wie eine kleine Manschette. Huawei führt seine Watch D3 so als Medizinprodukt, zertifiziert nach EU-Recht.38 Nach anerkannten Standards geprüft sind laut einer Arbeitsgruppe der Europäischen Gesellschaft für Bluthochdruck bisher nur zwei solcher Uhren-Baureihen: die Omron HeartGuide und die Huawei Watch D und D2.6 Für die neue D3 habe ich noch keine veröffentlichte Prüfung gefunden; ob die Omron-Uhr in Deutschland erhältlich ist, habe ich nicht geprüft. Für die D2 schreibt Huawei selbst, sie sei nicht an Schwangeren geprüft; bei Herzrhythmusstörungen, Gefäßverkalkung, Diabetes oder einer Nierenerkrankung solle man vorher ärztlichen Rat einholen.38

Abgleich mit Manschette

Schätzt nach Kalibrierung

Samsung-Uhren schätzen den Blutdruck, nachdem Du sie mit drei Messungen eines Oberarmgeräts abgeglichen hast, Fachleute sagen kalibriert – alle 28 Tage neu und nur mit einem Samsung-Handy.7 In einer Studie mit einer älteren Samsung-Uhr wurden die Werte zum Abgleichwert hingezogen: niedrige zeigte sie zu hoch, hohe zu niedrig.10

Hinweis ohne Werte

Warnt nur

Die Apple Watch ab Series 9 und Ultra 2, nicht die SE, wertet 30 Tage lang aus, wie Deine Blutgefäße auf den Herzschlag reagieren, und meldet möglichen Bluthochdruck – einen Wert zeigt sie nicht.8 Ähnlich arbeiten die Blutdruck-Signale des Oura-Rings, die seit Oktober 2026 schrittweise in der EU starten, und die Blutdrucktrends, die Google für die Pixel Watch 5 ab Herbst 2026 ankündigt.35, 39

Wie gut misst die Uhr mit Manschette?

In einer Studie erfüllte die Vorgängerin der D3 die internationale Prüfnorm in Ruhe und bei leichter Bewegung, und über 24 Stunden lag sie nah an einem herkömmlichen Langzeitgerät. Bezahlt hat die Studie der Hersteller, und ein Autor bekommt Honorare von Pharma- und Messgerätefirmen.40 In einer laut den Autoren unabhängigen Prüfung mit Menschen mit Bluthochdruck über 24 Stunden lagen dagegen nur 47 Prozent der oberen Werte innerhalb von 10 mmHg – Millimeter Quecksilbersäule, die Einheit für den Blutdruck. Im Mittel zeigte die Uhr den oberen Wert rund 7 mmHg zu niedrig; den Puls traf sie gut.41 Woher der Unterschied kommt, klären die beiden Studien nicht: Die Herstellerstudie nahm eine nach Prüfnorm gemischte Gruppe, die unabhängige nur Menschen mit Bluthochdruck. Die Arbeitsgruppe der europäischen Bluthochdruck-Gesellschaft hält die Daten zum Einsatz über 24 Stunden für begrenzt. Zwei ihrer Autoren haben an der vom Hersteller bezahlten Studie mitgeschrieben, einer davon bekommt auch Honorare von Omron, dem Hersteller der zweiten geprüften Uhr.6, 40

Wie oft schlägt der Hinweis an?

In der Studie, mit der Apple die Funktion bei der US-Arzneimittelbehörde FDA freigeben ließ, galt als Bluthochdruck ein Mittelwert der Messung zu Hause ab 130 mmHg oben oder 80 unten – der US-Maßstab. So gezählt bekamen 41 Prozent der Menschen mit Bluthochdruck einen Hinweis. Bei Werten ab 135 oben oder 85 unten – in der Studie Stadium 2 genannt – war es gut die Hälfte, bei Werten zwischen 130/80 und 135/85 nicht einmal jeder Dritte. Ohne Bluthochdruck nach US-Maßstab blieb die Uhr bei 92 Prozent still.8 In Deutschland nennt die Hochdruckliga für die Selbstmessung eine Grenze von 135 zu 85 mmHg;11 nach diesem Maßstab bekam also gut die Hälfte der Betroffenen einen Hinweis. Die Studie lief vor dem Marktstart der aktuellen Modelle Series 12 und Ultra 4; Zahlen zu diesen habe ich nicht gefunden. Bleibt der Hinweis aus, heißt das nicht, dass Dein Blutdruck in Ordnung ist – das schreibt auch Apple selbst.8

Wie viele bekamen keinen Hinweis? · aus der Freigabestudie gerechnet Nach US-Grenzwert (ab 130 oben oder 80 unten): 585 Menschen mit Bluthochdruck, 241 mit Hinweis 585 − 241 = 344 ohne Hinweis · 344 ÷ 585 = 0,59 Nach deutscher Grenze für die Selbstmessung (ab 135 oben oder 85 unten): 281 Menschen, 151 mit Hinweis 281 − 151 = 130 ohne Hinweis · 130 ÷ 281 = 0,46 Keinen Hinweis bekamen knapp 6 von 10 nach US-Grenzwert – und nach deutscher Grenze knapp die Hälfte

gerechnet Von mir aus den Werten der Studie gerechnet. Studie und Auswertung stammen vom Hersteller; verglichen wurde mit einem Oberarmgerät, mit dem die Teilnehmer 30 Tage lang zu Hause maßen.8

So misst Du verlässlich Die Deutsche Hochdruckliga empfiehlt für zu Hause vor allem Oberarmgeräte; Handgelenkgeräte gehen auch, brauchen aber eine besonders sorgfältige Handhabung. Von Wearables ohne Manschette rät sie ab, zur Beobachtung von Trends könnten sie aber sinnvoll sein.11 Für Geräte ohne Manschette gab es 2023 laut der europäischen Bluthochdruck-Gesellschaft noch keine allgemein anerkannten Prüfregeln; ihre Arbeitsgruppe hat selbst welche vorgeschlagen.42 Mein Rat: Wenn Dein Blutdruck zählt, miss ihn mit einem Oberarmgerät mit Prüfsiegel der Hochdruckliga – die Uhr ist höchstens Zusatz. Das ist meine Einschätzung, keine Studienregel.
05Erholung

Schlaf, HRV und Erholung: was die Nacht verrät

Nachts liegt der Arm still – das hilft der Messung. Ruhepuls und HRV messen manche Geräte nachts erstaunlich genau, die Schlafdauer gelingt brauchbar, die Schlafphasen nur grob.18, 21

HRV: ein Maß für Dich, nicht für den Vergleich

HRV heißt Herzfrequenzvariabilität: wie stark die Abstände zwischen den Herzschlägen schwanken. In einer Auswertung mit Daten von Millionen Fitbit-Trägern sank sie mit dem Alter, schwankte stark über den Tag und war bei Menschen, die sich mehr bewegten, höher – ein Zusammenhang, kein Beweis. Bezahlt hat die Auswertung laut Kurzfassung der Hersteller, drei der vier Autoren arbeiteten dort.22 Deshalb vergleiche ich die HRV nur mit den eigenen Werten von früher, nie mit anderen Menschen – das ist meine Einschätzung, keine Studienregel.

Wie genau ist die HRV in der Nacht? In einer Studie trugen Gesunde über viele Nächte verschiedene Ringe, Armbänder und Uhren und als Vergleich einen Brustgurt. Die Autoren bewerten die Übereinstimmung auf einer Skala bis 1, wobei 1 volle Übereinstimmung heißt: ab 0,95 hoch, 0,90 bis 0,95 mäßig, 0,80 bis 0,89 schwach, darunter nicht akzeptabel. Bei der HRV kamen zwei Oura-Ringe auf 0,97 und 0,99, ein Whoop-Armband auf 0,94, zwei Sportuhren von Garmin und Polar nur auf 0,87 und 0,82. Für den Vergleich mit den eigenen Werten haben die Autoren die Daten je Person umgerechnet; dann lagen die Ringe bei 0,91 und 0,94, das Armband bei 0,86, die Sportuhren bei 0,77 und 0,79.21 Eine kleine Studie mit Modellen, die heute nicht mehr die neuesten sind; bezahlt hat sie ein Forschungslabor der US-Luftwaffe, die Autoren erklären keine Interessenkonflikte. Vorhofflimmern stört die HRV-Messung, schreiben die Autoren.

Erholungswerte: eigene Rechnungen der Hersteller

Aus HRV, Ruhepuls, Schlaf und teils Atmung oder Temperatur rechnen die Hersteller eigene Werte: Body Battery bei Garmin, Nightly Recharge bei Polar, Recovery bei Whoop, Tagesform bei Oura und Google.13, 20, 25, 35, 39 Viele zeigen auch einen Stresswert.7, 20 Wie diese Werte genau entstehen, legen die Hersteller nicht offen, und ihre Rechenwege können sich mit Updates ändern.21 Ein schlechter Morgenwert nach einer kurzen Nacht ist für mich eine Information, kein Trainingsverbot – meine Einschätzung.

Schlaf: Dauer brauchbar, Phasen grob

In einer Studie im Schlaflabor mit sieben Schlaftrackern, vier davon am Handgelenk und drei am Bett, erkannten alle Geräte mindestens 93 Prozent der Schlafzeit, aber nur 18 bis 54 Prozent der Wachzeit; am schwächsten zwei Garmin-Geräte mit 18 und 19 Prozent. Tief- und REM-Schlaf verfehlten die meisten zu 30 bis 50 Prozent und hielten ihn meist für leichten Schlaf. Untersucht wurden gesunde junge Erwachsene, fest acht Stunden im Bett.18 In einer neueren Studie mit sechs Uhren und Armbändern waren die Teilnehmer im Mittel übergewichtig, und mehr als die Hälfte hatte eine Schlafapnoe. Die meisten Geräte überschätzten die Schlafzeit im Mittel um bis zu 40 Minuten, in einzelnen Nächten um mehr als eine Stunde. Mit schwererer Apnoe schien die Übereinstimmung zu sinken; für sichere Schlüsse waren die Gruppen laut den Autoren zu klein.19

Manchmal schadet schon der Blick auf die Zahl: In Fallberichten beschreiben Schlafmediziner Menschen, die wegen ihrer Schlafdaten Hilfe suchten – auf der Jagd nach dem perfekten Schlaf. Sie nennen das Orthosomnie.32

Atemaussetzer: ein Hinweis, kein Befund

Übergewicht ist laut einer Leitlinie der amerikanischen Fachgesellschaft für Lungenheilkunde ein häufiger und umkehrbarer Risikofaktor dafür, wie schwer eine Schlafapnoe ausfällt.26 Einige Uhren geben Hinweise auf Atemaussetzer. In der Studie, mit der Apple diese Funktion bei der FDA freigeben ließ, erkannte die Uhr schwere Schlafapnoe in 89 Prozent der Fälle, mittelschwere nur in 43 Prozent; Fehlalarme waren selten.27 Bei Samsung braucht die Funktion ein Samsung-Handy.7 Ein Hinweis ist kein Befund – und kein Hinweis ist kein Freispruch. Wer laut schnarcht oder tagsüber ständig müde ist, spricht das besser beim Arzt an als mit der Uhr – das ist meine Einschätzung.

Bis die Werte etwas sagen: Tag 1 bis Tag 30

1

Ab dem ersten Tag: Schritte, Puls, Strecken

Schritte, Puls und – mit eigenem GPS – Gehstrecken zeigt ein Gerät vom ersten Tag an. Diese Werte brauchen keinen Vergleich mit früheren Tagen.

7

Nach sieben Nächten: Deine eigenen Normalwerte

Für die Vitalwerte der Nacht – Puls, Atmung, Temperatur – vergleichen Apple und Samsung Dich mit Deinen eigenen Werten. Dafür braucht die Uhr sieben Nächte.7, 12

21

Nach drei Wochen: der Verlauf der HRV

Garmin zeigt den HRV-Status erst nach drei Wochen regelmäßiger Schlafdaten und rät, die Uhr dafür nachts zu tragen.20

30

Nach 30 Tagen: Hinweise auf Bluthochdruck und Atemaussetzer

Die Apple Watch wertet Hinweise auf Bluthochdruck in Abschnitten von 30 Tagen aus, Hinweise auf Schlafapnoe ebenfalls – mit mindestens zehn Nächten.8, 27 Oura sucht für seine Blutdruck-Signale über 30 Tage nach Mustern und braucht mindestens 15 Nächte.39

Mein Rat für den ersten Monat Gib Deinem Gerät einen Monat, bevor Du seinen Erholungswerten traust – und schau auf Wochen, nicht auf einzelne Tage. Das ist meine Einschätzung, keine Studienregel.
06Markt

Der Markt im Herbst 2026: welche Richtung zu Dir passt

Hier stehen aktuelle Geräte, wie die Hersteller sie im Oktober 2026 in Deutschland anbieten. Das ist keine Kaufempfehlung, sondern ein Wegweiser: Welche Bauart passt zu welchem Ziel?

Drei Fragen vor dem Kauf 1. Was willst Du wissen? Schritte und Schlaf, Training, Erholung oder Blutdruck. 2. Welches Handy hast Du? iPhone oder Android – und wenn Android, von welcher Marke. 3. Trägst Du es auch nachts, und wie oft willst Du laden? Täglich, wöchentlich oder seltener.

Sechs Bauarten

Armband ohne Display

Misst, zeigt nichts

Kein Bildschirm, keine Ablenkung: Die Werte siehst Du nur in der App. Der Akku hält eine Woche und länger.13, 20, 25, 35 Die Armbänder von Polar und Garmin haben kein GPS, die Strecke kommt dann vom Handy.13, 20 Whoop gibt es nur mit Mitgliedschaft.25

Ring

Am unauffälligsten

Wenige Gramm am Finger, misst Puls, HRV, Temperatur und Schlaf, Akku je nach Modell 5 Tage bis rund 2 Wochen.39, 43 Für das Training ist er weniger gemacht – meine Einschätzung. Manche Ringe brauchen ein Abo für die meisten Auswertungen, andere wie der von Ultrahuman werben ohne Abo; der Ring von Samsung setzt ein Android-Handy voraus.39, 43

Fitnessarmband

Klein, günstig, lange Laufzeit

Schmales Display, je nach Modell eine bis drei Wochen Akku, oft ohne eigenes GPS,35, 38, 44 meist unter 100 Euro.35, 38 Für Schritte, Puls und Schlafdauer reicht das vielen – das ist meine Einschätzung.

Smartwatch

Kann viel, lädt oft

Großes Display, Nachrichten, Bezahlen, Apps, teils EKG. Die Uhren von Apple, Google und Samsung halten 18 bis 40 Stunden;7, 12, 35 Garmin und Amazfit bauen Smartwatches mit 10 bis 12 Tagen Akku.20, 45

Sportuhr

Für Training mit GPS

Eigenes GPS, Trainingsauswertung, robust, Akku von gut 2 Tagen bis knapp 2 Wochen.12, 13, 20 Bei manchen Sportuhren, etwa von Suunto, beruht die Schlafmessung laut Handbuch nur auf Bewegung.46

Klein und schlicht

Sieht aus wie eine Uhr

Zifferblatt mit Zeigern oder verstecktes Display, kleine Gehäuse. Die Zeiger-Uhren von Withings halten bis 35 Tage, je nach Modell mit EKG als Medizinprodukt.5, 20 Für alle, die keine Technik am Handgelenk zeigen wollen.

Dazu kommen Uhren mit eingebauter Blutdruck-Manschette, beschrieben in Kapitel 04.

Welche Richtung zu Dir passt

Die Modelle in den Karten sind Beispiele aus der Tabelle unten, keine Empfehlung. Welche Richtung zu wem passt, ist meine Einschätzung aus der Arbeit als Trainer; die Fakten dahinter stehen in den Belegen.

Du willst Schritte und Schlaf sehen

Ein einfaches Armband reicht

Schritte, Puls und Schlafdauer können auch Armbänder unter 100 Euro, etwa ein Fitbit Inspire 3, eine Fitbit Air ohne Display oder ein Huawei Band 11.35, 38 Wähl das, dessen App Du gern öffnest – Du schaust sie jeden Tag an.

Du startest mit deutlichem Übergewicht

Großes Armband, langer Akku, Schlaf im Blick

Zuerst muss das Armband passen: Die große Series 12 reicht laut Apple bis 245 Millimeter, das Garmin CIRQA in L–XL bis 240, das Stoffband des Polar Loop bis 230.12, 13, 20 Für das Training gibt es beim Polar Loop ein Oberarmband bis 56 Zentimeter Armumfang – laut Polar zum Trainieren, nicht zum Dauertragen.13 Weil Übergewicht ein Risikofaktor für Schlafapnoe ist, kann ein Hinweis darauf sinnvoll sein: Bei Apple bieten ihn alle drei aktuellen Modelle, Series 12, Ultra 4 und SE 3, bei Samsung nur mit Samsung-Handy.7, 26, 27

Du willst Stress und Erholung verstehen

Nachts tragen ist alles

Für HRV und Ruhepuls zählt die Nacht. Ring oder Armband ohne Display tragen sich dabei leicht, und ihre Akkus halten rund eine Woche oder länger.13, 20, 25, 39 In einer Studie lagen zwei Ringe bei der nächtlichen HRV sehr nah am Brustgurt, ein Armband etwas dahinter, zwei Sportuhren nur schwach.21 Rechne die Mitgliedschaft mit, wo sie nötig ist (Rechenkasten unten). Die Apple Watch SE 3 zeigt in ihrer Vitalzeichen-App, der Übersicht der Nachtwerte, keine HRV.12

Du willst es klein und schlicht

Ab 37 Millimetern

Kleine Uhren aus der Tabelle: Withings ScanWatch Light mit 37 Millimetern, Garmin Lily 2 Active und Withings ScanWatch 2 mit 38, Apple Watch SE 3 mit 40 Millimetern.5, 12, 20 Die Zeiger-Uhren von Withings halten laut Hersteller bis 35 Tage, noch unauffälliger ist ein Ring.5, 39 Bei einem schmalen Handgelenk zählt auch das kleinste Armband: Bei der Lily 2 Active reicht es laut Garmin bis 110 Millimeter hinunter.20

Dir geht es um den Blutdruck

Erst das Oberarmgerät

Für verlässliche Werte: ein Oberarmgerät mit Prüfsiegel der Hochdruckliga.11 Wer zusätzlich unterwegs oder über 24 Stunden messen will, findet Uhren mit eingebauter Manschette, etwa die Huawei Watch D3. Ob sie über 24 Stunden verlässlich misst, ist offen: Für sie habe ich noch keine veröffentlichte Prüfung gefunden, und ihre Vorgängerin schnitt über 24 Stunden in einer laut den Autoren unabhängigen Prüfung schwach ab (Kapitel 04).38, 41 Ein Hinweis-System wie bei der Apple Watch ersetzt keine Messung.8

Du trainierst ambitioniert

Sportuhr mit GPS – und ein Brustgurt

Für Läufe, Radtouren und Trainingsauswertung bieten Sportuhren eigenes GPS und lange Akkus, zum Beispiel Garmin Forerunner 70, Polar Vantage M3 oder Apple Watch Ultra 4.12, 13, 20 Für Intervalle hilft ein Brustgurt (Kapitel 03).

Du willst nach Jahren die Marke wechseln

Was beim Wechsel mitwandert

Am Beispiel Apple Watch: Deine bisherigen Daten bleiben in Apple Health, der Gesundheits-App auf dem iPhone. Garmin überträgt laut App-Beschreibung Daten an Apple Health; Polar überträgt Schritte, Schlafdauer und Trainings, aber nicht den Puls rund um die Uhr.13, 20 Eine Galaxy Watch läuft nicht mit dem iPhone, für die Pixel Watch nennt Google ein Android-Handy als Voraussetzung.7, 35 Der größte Unterschied im Alltag ist oft der Akku: Die Garmin- und Polar-Uhren in der Tabelle halten 7 bis 13 Tage, die Apple Watch 18 bis 50 Stunden.12, 13, 20

Du willst ohne Handy los

Eigenes GPS – oder Mobilfunk

Schritte, Puls und Schlaf speichern die Geräte auch ohne Handy und übertragen sie später; die Strecke zeichnet nur ein Gerät mit eigenem GPS auf.13, 20 Erreichbar bleibst Du nur mit einer Mobilfunk-Uhr und eigenem Tarif; die Apple Watch unterstützen in Deutschland Telekom, Vodafone, O2 und 1&1.12 Bezahlen per Uhr bieten unter anderem Apple, Google und Garmin.12, 20, 35

Aktuelle Modelle im Überblick

ModellGehäuse · HandgelenkAkku laut HerstellerBesondersHandyAboPreis ab
Armband ohne Display
Polar Loop135–230 mmbis 8 Tagekein GPS, nächtliche HRV, Oberarmband als ZubehöriPhone, Androidkein Abo179,90 €
Garmin CIRQA120–240 mmbis 10 Tagekein GPS, Oberarmband als ZubehöriPhone, Androidnicht nötig, Connect+ optional199,99 €
Google Fitbit Air130–210 mmbis 7 Tagekein GPS angegebeniPhone, AndroidGrundfunktionen frei, Premium optional99,99 €
Whoop 5.0 / MGHandgelenk, Oberarm, Kleidungüber 14 TageVibrationswecker; EKG nur am Modell MG im Abo Life (399 € pro Jahr)iPhone, Androidnur mit Mitgliedschaft, Armband inklusive199 € pro Jahr (Abo One)
Ring
Oura Ring 5Größen 6–136 bis 9 TageSchlaf, HRV, TemperaturiPhone, Androidfür die meisten Auswertungen nötig429 €²
Fitnessarmband
Fitbit Inspire 3130–220 mmbis 10 Tagekein GPS, Clip als ZubehöriPhone, AndroidPremium optional99,95 €
Huawei Band 11120–210 mm, je nach Farbetypisch 8 Tagekein GPS angegebenAndroid, iPhone¹–44,90 €³
Smartwatch
Apple Watch SE 340/44 mm · 130–245 mmbis 18 StundenGPS, Schlafapnoe-Hinweis, kein EKGnur iPhone–269 €
Apple Watch Series 1242/46 mm · 130–245 mmbis 24 StundenGPS, EKG, Hinweise auf Bluthochdruck und Schlafapnoenur iPhone–449 €
Samsung Galaxy Watch940/44 mmbis 40 Stunden (Always-on aus)GPS, EKG, Blutdruck nach Abgleichnur Android; Blutdruck, EKG, Schlafapnoe nur mit Samsung–409 €
Google Pixel Watch 541/45 mm · 130–215 mm30/40 Stunden (Always-on an)GPS, EKGAndroidPremium optional419 €
Garmin vívoactive 642 mm · 125–190 mmbis 11 TageGPSiPhone, Androidnicht nötig, Connect+ optional329,99 €
Garmin Venu 441/45 mm · 110–200 mm10/12 TageGPS, EKGiPhone, Androidnicht nötig, Connect+ optional549,99 €
Amazfit Active 244 mmtypisch 10 TageGPSiPhone, AndroidZepp Aura optional99,90 €
Sportuhr
Garmin Forerunner 7042,6 mm · 126–203 mmbis 13 TageGPSiPhone, Androidnicht nötig, Connect+ optional249,99 €
Polar Vantage M344,7 mm7 Tage als Uhr, 30 Stunden TrainingGPS mit zwei Frequenzen, EKGiPhone, Androidnicht nötig, Fitnessprogramm optional399,90 €
Apple Watch Ultra 449 mm · 130–210 mmbis 50 StundenGPS mit zwei Frequenzen, Mobilfunk, EKG, Hinweise auf Bluthochdruck und Schlafapnoenur iPhone–899 €
Klein und schlicht
Garmin Lily 2 Active38 mm · 110–175 mmbis 9 TageGPS, verstecktes Graustufen-DisplayiPhone, Androidnicht nötig, Connect+ optional349,99 €
Withings ScanWatch Light37 mmbis 35 TageZeiger plus kleines Display, kein EKGiPhone, Androidnicht nötig, Withings+ optional249,95 €
Withings ScanWatch 238/42 mmbis 35 TageZeiger, EKG als Medizinprodukt, nächtliche HRViPhone, Androidnicht nötig, Withings+ optional349,95 €
Uhr mit Blutdruck-Manschette
Huawei Watch D346,5 × 41 mm · 130–210 mmbis 6 Tage, mit 24-Stunden-Messung 1 TagManschette im Armband, Medizinprodukt nach EU-RechtAndroid, iPhone¹–449 €²

Herstellerangabe Kennzeichen für Angaben der Hersteller, abgerufen am 10.10.2026, nicht unabhängig geprüft. Preis: Preis im Hersteller-Shop oder unverbindliche Preisempfehlung zum Marktstart; im Handel kann er abweichen. Für die Ultra 4 zeigte die Übersicht im Apple Store „Ab 800 €“, Kaufseite und Pressemitteilung nennen 899 €. Handgelenk: Spanne, die der Hersteller für seine Standardarmbänder nennt, über alle Größen zusammen – teils sind es getrennte Varianten. Always-on: Das Display bleibt dauerhaft an. GPS mit zwei Frequenzen: Das GPS nutzt zwei Satellitensignale; die Hersteller versprechen damit genauere Strecken. „–“: Der Hersteller nennt für die Funktionen in dieser Tabelle kein Abo. ¹ am iPhone eingeschränkt, etwa keine Antworten auf Nachrichten.31 ² Euro-Preis laut Fachpresse. ³ Einführungspreis laut Fachpresse; danach sollte der Preis um 10 bis 15 € steigen. Quellen je Hersteller in Kapitel 10.5, 7, 12, 13, 20, 25, 35, 38, 39, 45

Drei Wege, drei Jahre · Kosten über die Nutzungszeit Angenommen sind drei Jahre Nutzung – eine Annahme, kein Messwert. Armband ohne Abo (Polar Loop): 179,90 € einmalig Armband nur mit Mitgliedschaft (Whoop, günstigstes Abo One): 3 × 199 € = 597 € Ring mit Mitgliedschaft (Oura Ring 5, Preis laut Fachpresse; Mitgliedschaft laut Oura 69,99 € im Jahr): 429 € + 3 × 69,99 € = 638,97 € Über drei Jahre kostet das Abo-Armband 417,10 € mehr als das Armband ohne Abo

gerechnet Von mir aus den Preisen der Hersteller und der Fachpresse gerechnet, Stand Oktober 2026.13, 25, 39 Kein Qualitätsurteil: Die Geräte können unterschiedlich viel, und was im Abo steckt, legt der Hersteller fest.

Billig gekauft ist manchmal doppelt teuer Günstig ist nicht das Problem – ein Fehlkauf ist es. Passt die Uhr nicht zu Deinem Handy, ist das Armband zu kurz oder läuft eine Funktion nur mit einem bestimmten Telefon, kaufst Du im Zweifel zweimal; dazu kommt manches Abo, das Du nicht eingeplant hast.7, 25, 31 Finger weg von Geräten, die Blutzucker messen wollen – zugelassen ist dafür keine Uhr.3 Und teurer heißt nicht automatisch genauer: Beim Kalorienverbrauch fanden Studien bei jeder Marke große Fehler.2
07Faktencheck

Was Du über Smartwatches hören wirst – und was davon stimmt

Rund um Fitnessuhren und Armbänder hörst Du viele Aussagen – im Studio, von Freunden, im Netz. Von diesen zehn Aussagen stimmen zwei, drei stimmen halb, fünf stimmen so nicht. In dieser Liste heißt ✓ stimmt, ~ stimmt halb, ✕ stimmt so nicht.

✕„Die Kalorienzahl auf meiner Uhr stimmt.“ Stimmt so nicht. In einer großen Übersicht erwies sich beim Energieverbrauch kein Gerät als genau, bei jeder Marke fanden Studien Fehler von mehr als 30 Prozent;2 in einer Laborstudie kam kein Gerät unter 20 Prozent Fehler.29 Zum Nachrechnen fürs Essen taugt die Zahl nicht.
✕„10.000 Schritte am Tag sind das Minimum.“ Stimmt so nicht. Die Zahl stammt laut einer großen Auswertung aus einer Werbekampagne in Japan.16 In einer Übersicht hatten Menschen mit 7.000 Schritten ein um 47 Prozent niedrigeres Sterberisiko als mit 2.000, und oberhalb von etwa 5.000 bis 7.000 flachte die Kurve ab.17 In der zuerst genannten Auswertung sank das Risiko bei unter 60-Jährigen noch bis etwa 8.000 bis 10.000 Schritte, bei Älteren bis etwa 6.000 bis 8.000. Selbst für Jüngere ist 10.000 damit eher der Bereich, ab dem es kaum noch besser wird, als ein Minimum. Gezählt wurde dort meist mit Geräten an der Hüfte; Zähler verschiedener Geräte können um 20 Prozent und mehr auseinanderliegen.16
~„Mit einer Smartwatch kann ich meinen Blutdruck messen.“ Stimmt halb. Messen können es Uhren mit eingebauter Manschette, und nach anerkannten Standards geprüft sind bisher nur zwei Baureihen.6 Andere schätzen den Druck nach einem Abgleich mit einer Manschette; in einer Studie zeigte eine solche Uhr niedrige Werte zu hoch und hohe zu niedrig.10 Wieder andere melden nur einen möglichen Bluthochdruck, ohne Werte.8
✕„Die Uhr zeigt genau, wie lange ich tief geschlafen habe.“ Stimmt so nicht. Im Schlaflabor verfehlten die meisten Geräte 30 bis 50 Prozent des Tief- und REM-Schlafs und zählten ihn meist als leichten Schlaf.18 Die Schlafdauer treffen sie besser als die Phasen.
✓„Eine Smartwatch kann Vorhofflimmern erkennen.“ Stimmt – als Hinweis, nicht als Diagnose. In zwei sehr großen Studien, bezahlt von Apple und Fitbit, trugen Gewarnte danach ein EKG-Pflaster: Kam währenddessen ein weiterer Hinweis, zeigte das Pflaster in 84 und 98 Prozent der Fälle Vorhofflimmern; über die ganze Pflasterzeit fand es aber nur bei rund einem Drittel der Gewarnten welches, und nicht jeder Betroffene bekam überhaupt einen Hinweis.33, 34 Bestätigen muss es ein Arzt.
✕„Wenn ich einen Herzinfarkt habe, schlägt meine Uhr Alarm.“ Stimmt so nicht. Die Hersteller schreiben selbst, dass ihre EKG-Funktion keinen Herzinfarkt erkennt.4, 5 Bei Brustschmerz rufst Du sofort den Rettungsdienst, 112.
~„Je höher meine HRV, desto fitter bin ich.“ Stimmt halb. In einer großen Auswertung hatten Menschen, die sich mehr bewegten, im Schnitt eine höhere HRV – ein Zusammenhang. Doch die HRV sinkt auch mit dem Alter und schwankt stark über den Tag; die Auswertung stammt vom Hersteller der Geräte.22 Als Fitnessmaß taugt sie deshalb nur im Vergleich mit Deinen eigenen Werten – das ist meine Einschätzung.
✕„Eine Smartwatch kann meinen Blutzucker messen.“ Stimmt so nicht. Die US-Arzneimittelbehörde warnt ausdrücklich vor Uhren und Ringen, die das versprechen; zugelassen ist dafür keines.3 Anders sind Apps, die Werte eines Glukosesensors anzeigen, eines kleinen Messfühlers, der in der Haut steckt.
✓„Wer einen Tracker trägt, bewegt sich mehr.“ Stimmt – im Mittel. Eine Übersicht über Dutzende Übersichtsarbeiten fand umgerechnet rund 1.800 Schritte mehr am Tag, rund 40 Minuten mehr Gehen und etwa ein Kilo weniger Körpergewicht; die Autoren haben jeden dieser Werte für sich aus zusammengefassten Effekten umgerechnet.9 Das ist ein Durchschnitt, kein Versprechen für Dich.
~„Je teurer die Uhr, desto genauer misst sie.“ Stimmt halb. Teurere Modelle haben oft mehr Sensoren, etwa ein EKG.12, 20 Genauer messen sie deshalb nicht automatisch: Beim Kalorienverbrauch fanden Studien bei jeder untersuchten Marke große Fehler, auch bei der Apple Watch.2, 29
Kurz gesagt Vier der fünf Aussagen, die so nicht stimmen, trauen der Uhr mehr zu, als sie messen kann: Kalorien, Tiefschlaf, Herzinfarkt, Blutzucker.
08Grenzen

Was Uhr und Armband nicht leisten – und was die Studien nicht zeigen

Zur Ehrlichkeit gehört beides: was die Geräte können, und wo sie und die Studien über sie an Grenzen stoßen.

✕Keine Diagnose. Ein Hinweis auf Vorhofflimmern, Bluthochdruck oder Atemaussetzer ist ein Anlass für den Arzttermin. Von den Menschen, die einen Hinweis auf einen unregelmäßigen Herzrhythmus bekamen, hatte auf dem EKG-Pflaster danach rund ein Drittel Vorhofflimmern.33, 34
✕Kein Herzinfarkt-Melder. Auch das EKG am Handgelenk erkennt keinen Herzinfarkt.4, 5
✕Kein Blutzuckermessgerät. Für die Blutzuckermessung ist keine Uhr und kein Ring zugelassen.3
✕Keine Kalorienwaage. Der Energieverbrauch ist eine grobe Schätzung.2
✕Kein Ersatz für Bewegung. Im Mittel brachte ein Tracker rund 1.800 Schritte mehr am Tag und etwa ein Kilo weniger Körpergewicht – gehen musst Du selbst.9
✕Keine Behandlung. Diese Seite erklärt, was Smartwatches und Fitnessarmbänder messen – sie stellt keine Diagnose und ersetzt keine Therapie.
Studien veralten

Die Geräte von heute sind kaum geprüft

Die unabhängigen Studien haben fast nur ältere Modelle untersucht, und die Rechenwege der Hersteller können sich mit jedem Update ändern.21 Eine unabhängige Genauigkeitsstudie zu den Modellen von 2026 habe ich nicht gefunden.

Herstellerstudien

Wer zahlt, prüft mit

Die großen Studien zu Herzrhythmus-Hinweisen, die Studie zur Uhr mit Manschette und die Freigabestudie zu den Bluthochdruck-Hinweisen haben die Hersteller bezahlt oder selbst gemacht.8, 33, 34, 40 Die laut den Autoren unabhängige Prüfung der Manschetten-Uhr fiel schlechter aus – allerdings über 24 Stunden und nur mit Menschen mit Bluthochdruck.41

Medizinische Vorgeschichte

Nicht untersucht

Die Schlafstudie mit sieben Geräten nahm nur gesunde junge Erwachsene ohne Schlafstörungen und mit einem Body-Mass-Index, kurz BMI, unter 30 auf; die Studie zur nächtlichen HRV nur Gesunde.18, 21 Wie Du mit Deiner Vorgeschichte trainierst und welchen Werten Du traust, klärst Du mit Deinem Arzt.

09Wie sicher

Wie sicher ist das alles?

Nicht jede Aussage auf dieser Seite steht gleich fest. Damit Du weißt, worauf Du Dich verlassen kannst, hier die Einordnung in Alltagssprache.

So lesen sich die Stufen: gut belegt – große Studien oder Übersichten, alle in dieselbe Richtung · belegt – mehrere Studien, gleiche Richtung · erste Hinweise – eine einzelne Studie · uneinheitlich – Studien widersprechen sich · nicht belegt – keine tragfähigen Daten, und Fachleute raten ab. Zeigen die Studien nur einen Zusammenhang oder hat der Hersteller sie bezahlt, steht eine Aussage höchstens bei „belegt“.

AussageEinordnung
Ein Tracker bringt im Mittel mehr Bewegunggut belegt – Übersicht über Dutzende Übersichtsarbeiten, gleiche Richtung
Der Kalorienverbrauch ist ungenaugut belegt – große Übersicht, alle Marken
Je langsamer Du gehst, desto ungenauer die Schrittzahl – wie stark, hängt vom Gerät abbelegt – mehrere kleine Studien, gleiche Richtung
Der Puls stimmt in Ruhe besser als in Bewegungbelegt – mehrere Studien, meist mit älteren Geräten
Die Schlafdauer ist brauchbar, Wachzeit und Schlafphasen sind schwachbelegt – mehrere Studien im Schlaflabor
Wiederholte Hinweise auf Vorhofflimmern stimmten meist – aber nicht jeder Betroffene bekommt einenbelegt – zwei sehr große Studien, bezahlt von Apple und Fitbit
Mehr Schritte gehen mit weniger Sterberisiko einher, vor allem bis etwa 7.000belegt – Übersichten über viele Beobachtungsstudien; ein Zusammenhang, kein Beweis
Zwei geprüfte Ringe messen die HRV nachts fast wie ein Brustgurt, ein Armband etwas schwächer, zwei Sportuhren schwacherste Hinweise – eine kleine Studie mit Gesunden
Bluthochdruck-Hinweise erreichen nach US-Grenzwert gut vier, nach deutscher Grenze gut fünf von zehn Betroffenenerste Hinweise – eine Freigabestudie des Herstellers
Schlafapnoe-Hinweise erkennen schwere Fälle meist, mittelschwere oft nichterste Hinweise – eine Freigabestudie des Herstellers
Eine Uhr mit Manschette misst in Ruhe genaubelegt – mehrere Prüfungen nach Norm, teils vom Hersteller bezahlt
Eine Uhr mit Manschette misst über 24 Stunden genauuneinheitlich – Herstellerstudie dafür, laut den Autoren unabhängige Prüfung dagegen
Übergewicht macht die Messung ungenaueruneinheitlich – ein Studienvergleich und eine Laborstudie eher dafür, eine Einzelstudie dagegen
Blutdruck ohne Manschette messennicht belegt – Studien fanden zu große Fehler, die Hochdruckliga rät ab
Blutzucker per Uhr messennicht belegt – kein Gerät dafür zugelassen

Sechs Zahlen zum Mitnehmen

Das Kurze · Fazit in Zahlen

Jede Zahl mit Quelle und Haken

Die sechs Zahlen stammen aus Studien, Übersichtsarbeiten und der Freigabestudie eines Herstellers, Stand Oktober 2026. Zu jeder steht, wer untersucht wurde, was herauskam und wo der Haken liegt.

+1.800
Schritte am Tag
mit einem Tracker

Dazu rund 40 Minuten mehr Gehen am Tag und etwa ein Kilo weniger Körpergewicht: Das Gerät wirkt über Dich, nicht von selbst.

Haken

Jede Zahl für sich umgerechnet aus vielen Übersichten mit sehr verschiedenen Menschen, Geräten und Programmen – ein Mittelwert, keine Vorhersage für Dich.

Quelle: Ferguson und Kollegen 2022 · 39 Übersichtsarbeiten, 163.992 Teilnehmer9
26 %
Schrittfehler beim sehr
langsamen Gehen

Bei 1,6 km/h; bei 3,2 bis 4,8 km/h lag dasselbe Armband im Mittel höchstens 1,3 Prozent daneben: Das Tempo entscheidet.

Haken

Ein älteres Armband, gesunde Erwachsene, Laufband im Labor.

Quelle: Svarre und Kollegen 2020 · 30 Personen1
über 30 %
Fehler beim Kalorienverbrauch
fanden Studien bei jeder Marke

Je nach Studie und Gerät reichten die Fehler von wenigen bis über 200 Prozent: Die Kalorienzahl ist eine Schätzung, kein Messwert.

Haken

Die Studien waren zu verschieden für eine gemeinsame Auswertung; überwiegend ältere Geräte.

Quelle: Germini und Kollegen 2022 · 65 Studien, 22 davon zum Energieverbrauch2
≥ 93 %
der Schlafzeit erkannt –
Wachzeit nur 18–54 %

Tief- und REM-Schlaf verfehlten die meisten Geräte zu 30 bis 50 Prozent: Dauer brauchbar, Phasen grob.

Haken

Nur gesunde junge Erwachsene, fest acht Stunden im Bett, Geräte von damals.

Quelle: Chinoy und Kollegen 2021 · 34 Personen18
0,99
Übereinstimmung der nächtlichen
HRV mit dem Brustgurt – bester Ring

Auf einer Skala bis 1 (volle Übereinstimmung) nach dem Maßstab der Autoren hoch; zwei Sportuhren lagen mit 0,87 und 0,82 nur schwach: Nachts messen manche Geräte die HRV fast wie ein Gurt – nicht alle.

Haken

Wenige Gesunde, viele Nächte derselben Menschen; je Person gerechnet lagen alle Geräte niedriger, der beste Ring bei 0,94; Vergleich mit einem Brustgurt, nicht mit einem Klinik-EKG.

Quelle: Dial und Kollegen 2025 · 13 Personen, 536 Nächte21
41 %
der Menschen mit Bluthochdruck
bekamen einen Hinweis (US-Grenzwert)

Nach der deutschen Grenze für die Selbstmessung, 135 zu 85, war es gut die Hälfte; Werte zeigt die Uhr keine: Kein Hinweis heißt nicht, alles in Ordnung.

Haken

Studie und Auswertung vom Hersteller, vor dem Marktstart der aktuellen Modelle; verglichen mit einem Oberarmgerät zu Hause, nicht in einer Praxis.

Quelle: Apple, Freigabestudie 2025 · 1.863 Ausgewertete8

Jede Zahl ist an der Quelle selbst geprüft, Stand 10.10.2026 – Studien über PubMed, die große Datenbank für medizinische Studien, meist an ihrer Kurzfassung, bei mehreren an der vollständigen Arbeit; die Zahlen zu den Bluthochdruck-Hinweisen am Papier des Herstellers und an der Freigabe-Unterlage der US-Arzneimittelbehörde FDA. Die vollständigen Angaben, mit Teilnehmern, Geldgebern und Interessenkonflikten, folgen im Kapitel „Belegt“; was ich an einer Quelle nicht prüfen konnte, steht dort beim jeweiligen Beleg.

Der eine Satz, wenn Du Dir nur einen merkst Eine Uhr ist ein ehrlicher Trendmesser für Schritte, Puls und Schlafdauer, manche auch für die nächtliche HRV – für Kalorien, Schlafphasen und meist auch den Blutdruck ist sie kein Messgerät. Vergleich Dich mit Dir selbst, nicht mit einer Zahl.
10Belegt

Worauf sich diese Seite stützt

Zu jeder hochgestellten Zahl im Text: Quelle, Teilnehmer, Ergebnis, Einschränkung, Geldgeber und Interessenkonflikte. Studien habe ich über PubMed geprüft, Geräteangaben auf den Seiten der Hersteller, Stand 10.10.2026. Wo sich etwas nicht prüfen ließ, steht das dabei.

46 Quellen · hier aufklappenzuklappenGeldgeber und Interessenkonflikte

Die Kennzeichen an Tabellen und Rechenkästen heißen: gemessen – Wert aus einer Studie · gerechnet – von mir aus Studienwerten oder Preisen gerechnet, der Rechenweg steht daneben · Herstellerangabe – vom Hersteller, nicht unabhängig geprüft.

So liest Du die Angaben zu den Geldgebern PubMed, die Studiendatenbank der US-Nationalbibliothek für Medizin, ordnet Studien nach ihren Geldgebern ein: Stellen der US-Regierung – und „außerhalb der US-Regierung“ für alles andere. „Außerhalb der US-Regierung“ heißt also: Das Geld kam von Hochschulen, Stiftungen, anderen Staaten oder Firmen – wer genau, steht nur in der vollständigen Arbeit. Steht bei einer Studie kein Geldgeber, „nicht geprüft“ oder „nicht prüfbar“, habe ich die Finanzierung nicht selbst gelesen.
1Svarre FR, Jensen MM, Nielsen J, Villumsen M (2020). The validity of activity trackers is affected by walking speed: the criterion validity of Garmin VivosmartHR and StepWatch3 for measuring steps at various walking speeds under controlled conditions. PeerJ 8:e9381. DOI 10.7717/peerj.9381 · PMID 32742766 · PMC7367048 30 gesunde Erwachsene, Laufband bei 1,6 bis 5,6 km/h, Schritte per Video gezählt. Garmin VivosmartHR am Handgelenk, mittlerer absoluter Fehler laut Volltext: 26,35 % bei 1,6 km/h, 3,49 % bei 2,4 km/h, 0,61 bis 1,27 % bei 3,2 bis 4,8 km/h, 6,45 % bei 5,6 km/h. Das Armband zählte eher zu wenig; ein Forschungsgerät am Knöchel zählte genauer. Einschränkung: ein älteres Armband, nur Gesunde, Laufband unter Laborbedingungen. Geldgeber und Interessenkonflikte nicht geprüft.
2Germini F, Noronha N, Borg Debono V et al. (2022). Accuracy and Acceptability of Wrist-Wearable Activity-Tracking Devices: Systematic Review of the Literature. Journal of Medical Internet Research 24(1):e30791. DOI 10.2196/30791 · PMID 35060915 · PMC8817215 Systematische Übersicht über 65 Studien zu Trackern am Handgelenk. Energieverbrauch, untersucht in 22 Studien: laut Kurzfassung mittlere absolute Fehler über 30 % bei allen Marken; je nach Gerät und Studie reichten die Fehler von wenigen bis über 200 %. Schluss der Autoren: Keines der Geräte maß den Energieverbrauch genau. Schritte: Fitbit Charge und Charge HR unter 25 % (20 Studien). Puls: Apple Watch unter 10 % (2 Studien). Eine gemeinsame Auswertung aller Daten (Metaanalyse) gab es nicht, weil die Studien zu verschieden waren. Einschränkung: überwiegend ältere Geräte; Vergleichsmethoden je nach Einzelstudie verschieden. Geldgeber und Interessenkonflikte nicht geprüft.
3U.S. Food and Drug Administration (2024). Do Not Use Smartwatches or Smart Rings to Measure Blood Glucose Levels: FDA Safety Communication, 21.02.2024. fda.gov · Sicherheitsmitteilung Die US-Arzneimittelbehörde rät, keine Uhren oder Ringe zu kaufen oder zu nutzen, die Blutzucker messen wollen, ohne die Haut zu durchstechen. Sie hat keine Uhr und keinen Ring zugelassen, der Blutzucker eigenständig misst oder schätzt. Ausgenommen sind Apps, die Werte zugelassener Glukosesensoren unter der Haut anzeigen. Einschränkung: eine US-Behörde; eine entsprechende Zulassung in der EU habe ich ebenfalls nicht gefunden.
4Apple (2026). EKG-App auf der Apple Watch verwenden. Apple Support, abgerufen am 10.10.2026. support.apple.com/de-de/120278 „Die EKG-App kann keine Herzinfarkte erkennen.“ Sie erkennt auch keine Blutgerinnsel oder Schlaganfälle; bei Brustschmerz, Druck oder Engegefühl soll man umgehend den Rettungsdienst informieren. Unterstützt ab Apple Watch Series 4 und alle Ultra-Modelle, nicht die SE; nicht für Menschen unter 22 Jahren. Herstellerangabe.
5Withings (2023–2026). ScanWatch 2 und ScanWatch Light: Produktseiten und technische Daten; Withings+. Abgerufen am 10.10.2026. ScanWatch 2 · ScanWatch 2, Daten · ScanWatch Light · Withings+ ScanWatch 2: 38 oder 42 mm, Akku bis 35 Tage, EKG mit einem Kanal über 30 Sekunden als Medizinprodukt der Klasse IIa nach EU-Recht; erkennt laut Hersteller „weder Herzinfarkte noch andere Arrhythmien“; nächtliche HRV; die Temperatur ist „kein medizinisches Thermometer“; 349,95 €. ScanWatch Light: 37 mm, 27,1 g, Akku bis 35 Tage, ohne EKG, Blutsauerstoff, Temperatur und nächtliche HRV; 249,95 €. Withings+ ist nicht nötig, um das Gerät zu nutzen: 9,95 € im Monat oder 99,50 € im Jahr. App ab iOS 18 oder Android 12. Herstellerangaben, nicht unabhängig geprüft. Handgelenkumfang der Armbänder nennt Withings nicht.
6Stergiou GS, Menti A, Asayama K et al. (2026). Wearable wrist-watch type cuff oscillometric blood pressure monitors: consensus statement by the European Society of Hypertension Working Group on blood pressure monitoring. Journal of Hypertension 44(10):1721–1731. DOI 10.1097/HJH.0000000000004415 · PMID 42644439 Stellungnahme einer Arbeitsgruppe der Europäischen Gesellschaft für Hypertonie (Bluthochdruck) zu Uhren mit eingebauter Manschette; systematische Suche in PubMed, 26 von 281 Artikeln relevant. Mehrere Geräte sind erhältlich, aber nur zwei haben veröffentlichte Prüfungen nach anerkannten Standards: Omron HeartGuide und Huawei Watch D/D2. In Ruhe meist akzeptable Genauigkeit; Daten zum Einsatz über 24 Stunden, zu besonderen Gruppen und zum klinischen Nutzen sind begrenzt. Einschränkung: Übersicht, keine eigene Messung. Interessenkonflikt: Zwei Autoren dieser Stellungnahme haben auch die vom Hersteller bezahlte Prüfung der Huawei Watch D2 mitverfasst (Beleg 40); einer von ihnen erhielt laut jener Studie Honorare von Omron, dem Hersteller der zweiten bewerteten Uhr. Geldgeber und weitere Interessenkonflikte nicht geprüft.
7Samsung (2025–2026). Galaxy Watch9 und Ultra2: Vergleich, kompatible Geräte, Samsung Health Monitor, Schlafapnoe-Funktion. Samsung Deutschland, abgerufen am 10.10.2026. Vergleich Watch9 · Kompatibilität · Health Monitor · Schlafapnoe · Vorstellung Watch9 Galaxy Watch9: 40 oder 44 mm, ab 31,5 g ohne Armband, Akku bis 40 Stunden mit ausgeschaltetem Always-on-Display, bis 30 Stunden mit eingeschaltetem; zwei GPS-Frequenzen; unverbindliche Preisempfehlung ab 409 €. Braucht Android 13 oder neuer; iOS wird nicht unterstützt. Blutdruck: Abgleich mit einem Oberarmgerät, drei Messungen innerhalb von 30 Minuten, alle 28 Tage neu; Blutdruck und EKG nur mit einem Samsung-Smartphone. Schlafapnoe-Funktion in Deutschland seit 06.06.2025 mit CE-Zertifikat, braucht ein Galaxy-Smartphone und zwei Nächte. Vitalwerte im Schlaf werden mit den eigenen Werten aus mindestens sieben Nächten verglichen. EKG-App: laut Samsung nicht verwenden, wenn ein Schrittmacher, ein Defibrillator oder ein anderes elektronisches Gerät implantiert wurde (sinngemäß, Hilfeseite zum Samsung Health Monitor). Messung der Körperzusammensetzung: nicht für Menschen unter 20 oder über 80 Jahren, in der Schwangerschaft oder mit „Herzschrittmacher sowie ein[em] anderen medizinischen Gerät“. Herstellerangaben, nicht unabhängig geprüft. Den Handgelenkumfang der Armbänder nennt Samsung nicht; die Kaufseiten zeigten beim Abruf keine Preise.
8Apple (2025). Hypertension Notification Feature on Apple Watch. Validierungspapier, September 2025; dazu U.S. Food and Drug Administration, 510(k) K250507, freigegeben am 11.09.2025. Apple, Validierungspapier (PDF) · FDA K250507 (PDF) · Apple Support 2.229 Teilnehmer aufgenommen, 1.863 ausgewertet: 585 mit Bluthochdruck, 1.278 ohne. Vergleich: Oberarmgerät, zweimal täglich über 30 Tage zu Hause; eingeteilt nach der US-Leitlinie von 2017: Stadium 1 im Mittel 130 bis unter 135 mmHg oben oder 80 bis unter 85 unten, Stadium 2 ab 135 oben oder ab 85 unten. Hinweis bekamen 241 von 585 Menschen mit Bluthochdruck (41,2 %); im Stadium 2 waren es 151 von 281 (53,7 %), im Stadium 1 90 von 304 (29,6 %). Ohne Bluthochdruck blieb die Uhr bei 1.179 von 1.278 still (92,3 %). Die Uhr misst den Blutdruck nicht direkt und zeigt keine Werte; sie wertet Abschnitte von 30 Tagen aus. Ab Series 9 und Ultra 2, nicht auf der SE; Deutschland steht auf Apples Verfügbarkeitsliste. Apple: Bleibt eine Mitteilung aus, ist nicht sichergestellt, dass man keinen Bluthochdruck hat. Interessenkonflikt: Studie, Auswertung und Papier vom Hersteller; eine begutachtete Veröffentlichung habe ich in PubMed nicht gefunden. Welche Uhrenmodelle in der Studie getragen wurden, nennt das Papier nicht; die Studie lief vor dem Marktstart von Series 12 und Ultra 4, Zahlen zu diesen Modellen habe ich nicht gefunden.
9Ferguson T, Olds T, Curtis R et al. (2022). Effectiveness of wearable activity trackers to increase physical activity and improve health: a systematic review of systematic reviews and meta-analyses. Lancet Digital Health 4(8):e615–e626. DOI 10.1016/S2589-7500(22)00111-X · PMID 35868813 Übersicht über 39 systematische Übersichtsarbeiten und Metaanalysen mit zusammen 163.992 Teilnehmern jeden Alters, gesund und mit Erkrankungen. Mit Aktivitätstrackern gingen Menschen rund 1.800 Schritte mehr am Tag, rund 40 Minuten mehr am Tag zu Fuß und verloren rund 1 kg Körpergewicht – umgerechnet aus standardisierten Effektgrößen der Metaanalysen. Laut den Autoren hält der Nutzen über die Zeit an; bei Blutdruck, Cholesterin und Lebensqualität waren die Effekte meist klein. Einschränkung: zusammengefasste Übersichten mit sehr verschiedenen Geräten, Programmen und Menschen. Volltext nicht gelesen. Geldgeber und Interessenkonflikte nicht geprüft.
10Falter M, Scherrenberg M, Driesen K et al. (2022). Smartwatch-Based Blood Pressure Measurement Demonstrates Insufficient Accuracy. Frontiers in Cardiovascular Medicine 9:958212. DOI 10.3389/fcvm.2022.958212 · PMID 35898281 · PMC9309348 40 Menschen, die ohnehin eine 24-Stunden-Blutdruckmessung bekamen, trugen zusätzlich eine Samsung Galaxy Watch Active 2, nach Abgleich mit einer Manschette. Die Uhr zog die Werte zum Abgleichwert hin: niedrige obere Werte zeigte sie zu hoch, hohe zu niedrig; untere Werte durchweg zu hoch. Bluthochdruck erkannte sie bei 83 % der Betroffenen, bei 41 % der übrigen gab sie zu Recht Entwarnung. Schluss der Autoren: für den klinischen Einsatz noch nicht bereit. Einschränkung: eine ältere Uhr, 40 Menschen. Geldgeber nicht geprüft; laut Volltext keine kommerziellen Beziehungen der Autoren.
11Deutsche Hochdruckliga. Blutdruckmessung; Blutdruckmessgeräte mit Prüfsiegel. Ohne Datum, abgerufen am 10.10.2026. hochdruckliga.de · Blutdruckmessung · Geräte mit Prüfsiegel · Grenzwerte „Für die Blutdruckmessung zu Hause werden vor allem Oberarmmessgeräte empfohlen.“ Handgelenkgeräte können verwendet werden, erfordern aber eine besonders sorgfältige Handhabung. Von manschettenlosen Wearables rät die Hochdruckliga ab: Ihre Messgenauigkeit sei nicht ausreichend belegt, sie lieferten keine direkt gemessenen Werte; zur Beobachtung von Trends könnten sie sinnvoll sein. Die Liste der Geräte mit Prüfsiegel enthält Oberarm- und Handgelenkgeräte, aber keine Uhr. Grenzwerte: „Bei der Blutdruckselbstmessung liegt die Grenze bei 135/85 mmHg (gemessen an 7 aufeinanderfolgenden Tagen)“, in der Praxis bei 140/90 mmHg. Einschränkung: Die Seiten tragen kein Datum.
12Apple (2025–2026). Apple Watch Series 12, Ultra 4 und SE 3: technische Daten, Verfügbarkeit der Funktionen, Vitalzeichen, Mobilfunk, Sicherheitshinweise, Apple Store. Abgerufen am 10.10.2026. Series 12 · Ultra 4 · SE 3 · Verfügbarkeit · Vitalzeichen · Mobilfunk · Sicherheit · Store Series 12: 42 oder 46 mm, ab 31,5 g, Akku bis 24 Stunden, Armband für 130–200 mm (42 mm) beziehungsweise 140–245 mm (46 mm) Handgelenkumfang, ab 449 €. Ultra 4: 49 mm, 63 g, Akku bis 50 Stunden, GPS mit zwei Frequenzen, nur mit Mobilfunk, Armband 130–210 mm, ab 899 €. SE 3: 40 oder 44 mm, Akku bis 18 Stunden, Armband 130–200 beziehungsweise 140–245 mm, kein EKG, ab 269 €; ihre Vitalzeichen-App zeigt keine HRV. Alle drei brauchen ein iPhone 11 oder neuer mit iOS 27. Für die eigenen Ausgangswerte der Vitalzeichen braucht die Uhr sieben Nächte. Zyklusprotokoll mit nachträglicher Schätzung des Eisprungs über die Temperatur am Handgelenk. Mobilfunk in Deutschland mit Telekom, Vodafone, O2 und 1&1. Uhr, manche Armbänder und das Ladezubehör enthalten Magnete: mehr als 15 cm Abstand zu Herzschrittmacher und Defibrillator. Herstellerangaben, nicht unabhängig geprüft. Widerspruch: Die Übersicht im Apple Store zeigte für die Ultra 4 am 10.10.2026 „Ab 800 €“, die Kaufseite und die Pressemitteilung 899 €; in der Tabelle stehen 899 €. Für die SE 3 nennt Apple die Handgelenktemperatur an einer Stelle, an einer anderen nicht.
13Polar (2024–2026). Polar Loop: Produktseite, Handbuch und Support; Polar Vantage M3; Polar Flow und Apple Health; Fitnessprogramm. Abgerufen am 10.10.2026. Loop · Loop Support · Loop Handbuch · Vantage M3 · Apple Health · Fitnessprogramm Polar Loop: Armband ohne Display und ohne Abo, 179,90 €; 29 g mit Band; Akku bis 8 Tage, Speicher für bis zu 4 Wochen; kein eingebautes GPS – zeichnet man das Training in der App mit dem Handy auf, kommt die Strecke vom GPS des Telefons. Schlafphasen, Nightly Recharge aus Schlaf, Puls, HRV und Atmung. Stoffband S/M für 135–190 mm, M/L für 160–230 mm Handgelenkumfang; Oberarmband als Zubehör für 24–56 cm Armumfang, laut Polar „zum Trainieren konzipiert, nicht zum dauerhaften Tragen“. iOS ab 17, Android ab 8. Vantage M3: 44,7 mm, 53 g, Akku 7 Tage als Uhr und 30 Stunden im Training, GPS mit zwei Frequenzen, EKG, 399,90 €. Polar Flow überträgt an Apple Health Schritte, Schlafdauer, Trainings und Energieverbrauch, den Puls nur im Training: „Continuous heart rate is not synced.“ Polar Flow ist kostenlos; das Fitnessprogramm für 9,99 € im Monat ist optional. Herstellerangaben, nicht unabhängig geprüft. polar.com zeigte beim Abruf ein Rabatt-Banner; Preise können sich ändern.
14Fokkema T, Kooiman TJM, Krijnen WP, van der Schans CP, de Groot M (2017). Reliability and Validity of Ten Consumer Activity Trackers Depend on Walking Speed. Medicine & Science in Sports & Exercise 49(4):793–800. DOI 10.1249/MSS.0000000000001146 · PMID 28319983 31 Gesunde gingen zweimal 30 Minuten auf dem Laufband, je 10 Minuten bei 3,2, 4,8 und 6,4 km/h, mit zehn Trackern gleichzeitig; Vergleich mit Handzählung. Mittlere Abweichung je nach Gerät und Tempo 0,0 bis 26,4 %; bei mittlerem und zügigem Tempo waren die Geräte genauer als bei langsamem. Einschränkung: nur Gesunde, Laufband. Werte je Gerät habe ich nicht geprüft, den Volltext nicht gelesen. Geldgeber und Interessenkonflikte nicht geprüft.
15Chen MD, Kuo CC, Pellegrini CA, Hsu MJ (2016). Accuracy of Wristband Activity Monitors during Ambulation and Activities. Medicine & Science in Sports & Exercise 48(10):1942–1949. DOI 10.1249/MSS.0000000000000984 · PMID 27183123 30 gesunde junge Erwachsene, drei Armbänder (Fitbit Flex, Garmin Vivofit, Jawbone UP) an beiden Handgelenken; Laufband und sechs Alltagstätigkeiten je 5 Minuten. Auf dem Laufband 1,5 bis 9,6 % Fehler, beim schnellsten Tempo unter 2,5 %. Beim Kinderwagenschieben zählten alle Geräte gesichert zu wenig, mit Fehlern über 33 %; beim Wäschefalten zählten sie viele Schritte, die es nicht gab. Am nicht dominanten Handgelenk waren die Fehler im Alltag kleiner. Einschränkung: junge Gesunde, ältere Geräte, kurze Versuche. Geldgeber laut PubMed außerhalb der US-Regierung, Einzelheiten und Interessenkonflikte nicht geprüft.
16Paluch AE, Bajpai S, Bassett DR et al. (2022). Daily steps and all-cause mortality: a meta-analysis of 15 international cohorts. Lancet Public Health 7(3):e219–e228. DOI 10.1016/S2468-2667(21)00302-9 · PMID 35247352 · PMC9289978 Gemeinsame Auswertung von 15 Studien mit 47.471 Erwachsenen, im Median 7,1 Jahre beobachtet. Mehr Schritte gingen mit einem niedrigeren Sterberisiko einher: bei Menschen ab 60 bis etwa 6.000 bis 8.000 Schritte am Tag, bei Jüngeren bis etwa 8.000 bis 10.000. Laut Volltext ist das Ziel von 10.000 Schritten nicht aus der Forschung abgeleitet, sondern stammt aus einer Werbekampagne in Japan. Einschränkung: Beobachtungsstudien, ein Zusammenhang, kein Beweis. Laut Volltext zählten die meisten Studien mit Geräten an der Hüfte; Zähler von Forschungs- und Verbrauchergeräten können „by 20% or more“ voneinander abweichen, Geräte am Handgelenk anders zählen. Geldgeber: US-Gesundheitsbehörde CDC (Kurzfassung); Interessenkonflikte nicht geprüft.
17Ding D, Nguyen B, Nau T et al. (2025). Daily steps and health outcomes in adults: a systematic review and dose-response meta-analysis. Lancet Public Health 10(8):e668–e681. DOI 10.1016/S2468-2667(25)00164-1 · PMID 40713949 57 Studien aus 35 Kohorten. Mit 7.000 gegenüber 2.000 Schritten am Tag war das Sterberisiko um 47 % niedriger (14 Studien); bei Sterblichkeit, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Demenz und Stürzen flachte die Kurve bei etwa 5.000 bis 7.000 Schritten ab. Schluss der Autoren: 10.000 Schritte können für Aktivere ein sinnvolles Ziel bleiben, 7.000 sind für manche realistischer. Einschränkung: Beobachtungsstudien, für viele Ergebnisse nur wenige Studien, keine Auswertung nach Alter, mögliche Störfaktoren. Geldgeber laut Kurzfassung: australischer Forschungsrat NHMRC, Gesundheitsbehörde von New South Wales, Ian Potter Foundation; Interessenkonflikte nicht geprüft.
18Chinoy ED, Cuellar JA, Huwa KE et al. (2021). Performance of seven consumer sleep-tracking devices compared with polysomnography. Sleep 44(5):zsaa291. DOI 10.1093/sleep/zsaa291 · PMID 33378539 · PMC8120339 34 gesunde junge Erwachsene (22 Frauen, 28 ± 4 Jahre), drei Nächte im Schlaflabor, eine davon mit gestörtem Schlaf; vier Geräte am Körper (Fatigue Science Readiband, Fitbit Alta HR, Garmin Fenix 5S, Garmin Vivosmart 3) und drei neben oder unter dem Bett, verglichen mit der Messung im Schlaflabor (Polysomnografie). Schlaf richtig erkannt: alle Geräte mindestens 93 %; Wachsein richtig erkannt: 18 bis 54 %. Am schwächsten erkannten die beiden Garmin-Geräte das Wachsein (18 und 19 %). Tief- und REM-Schlaf verfehlten die meisten Geräte im Mittel zu 30 bis 50 %, meist als leichter Schlaf gezählt. Bei gestörtem Schlaf schnitten die Geräte schlechter ab. Einschränkung: Ausgeschlossen waren laut Volltext unter anderem Menschen über 35, mit einem BMI ab 30 und mit Schlafstörungen oder anderen bedeutenden Erkrankungen; fest acht Stunden im Bett; nicht jedes Gerät bei allen Teilnehmern. Geldgeber laut PubMed eine Stelle der US-Regierung außerhalb des Gesundheitsdienstes; die Studie entstand an einem Forschungszentrum der US-Marine. Interessenkonflikte nicht geprüft.
19Schyvens AM, Peters B, Van Oost NC et al. (2025). A performance validation of six commercial wrist-worn wearable sleep-tracking devices for sleep stage scoring compared to polysomnography. Sleep Advances 6(2):zpaf021. DOI 10.1093/sleepadvances/zpaf021 · PMID 40303381 · PMC12038347 62 Erwachsene (52 Männer, 10 Frauen, 46 ± 13 Jahre, BMI im Mittel 28,8), mehr als die Hälfte mit Schlafapnoe; eine Nacht im Schlaflabor mit je zwei bis vier Geräten (Fitbit Charge 5, Fitbit Sense, Withings ScanWatch, Garmin Vivosmart 4, Whoop 4.0, Apple Watch Series 8). Schlaf erkannt: über 90 %; Wachsein erkannt: 29,4 bis 52,2 %; Übereinstimmung über den Zufall hinaus (Kappa) 0,21 bis 0,53. Fünf der sechs Geräte überschätzten die Gesamtschlafzeit im Mittel um 6 bis 40 Minuten, in einzelnen Nächten um deutlich mehr (selbst beim Gerät mit der geringsten Streuung bis gut 77 Minuten); die Wachzeit nach dem Einschlafen unterschätzten alle. Mit schwererer Schlafapnoe schien die Übereinstimmung zu sinken; sichere Schlüsse erlaubten die kleinen Gruppen laut den Autoren nicht. Einschränkung: eine Nacht, überwiegend Männer, kleine Gruppen je Schweregrad der Apnoe. Für die Fitbit Charge 5 nennt der Text eine Unterschätzung um 5,7 Minuten, die Tabelle eine Überschätzung um 11,1 Minuten. Geldgeber und Interessenkonflikte nicht geprüft.
20Garmin (2024–2026). Pressemitteilungen von Garmin Deutschland zu CIRQA, vívoactive 6, Venu 4, Forerunner 70, Lily 2 Active und Connect+; technische Daten von Garmin Singapur; Handbücher; App-Beschreibung. Abgerufen am 10.10.2026. CIRQA · CIRQA, Daten · vívoactive 6 · Venu 4 · Forerunner 70 · Lily 2 Active · Connect+ · HRV-Status · Health Status · Tragehinweis · App CIRQA: Armband ohne Display, Modul 14,8 g, mit Armband 20,7 beziehungsweise 21,2 g, Größe S–M für 120–200 mm, L–XL für 145–240 mm Handgelenkumfang, Akku bis 10 Tage, kein eigenes GPS, „ganz ohne verpflichtendes Abonnement“, Oberarmband als Zubehör, iPhone und Android, 199,99 €. vívoactive 6: 42 mm, 36 g mit Band, 125–190 mm, bis 11 Tage, GPS, 329,99 €. Venu 4: 41 mm (110–175 mm, bis 10 Tage) und 45 mm (135–200 mm, bis 12 Tage), EKG als Medizinprodukt der Klasse IIa, ab 549,99 €. Forerunner 70: 42,6 mm, 40 g, 126–203 mm, bis 13 Tage, 249,99 €. Lily 2 Active: 38 mm, 29 g, 110–175 mm, bis 9 Tage, Graustufen-Display, GPS, 349,99 €. Body Battery und Stresswert; Zyklus- und Schwangerschaftsfunktionen, bei der Venu 4 Schätzung vergangener Eisprünge über die Hauttemperatur. HRV-Status: Uhr nachts tragen, Verlauf nach drei Wochen regelmäßiger Schlafdaten. Health Status (Beta): vergleicht Puls, HRV, Atmung, Hauttemperatur und Blutsauerstoff im Schlaf mit dem üblichen Bereich; Abweichungen „could indicate added stress to the body“ und könnten mit Aktivität, einer beginnenden Krankheit und anderem zusammenhängen. Tragehinweis: oberhalb des Handgelenkknochens, „snug but comfortable“. EKG laut Garmins Übersicht der Uhren mit EKG an Venu 4, Forerunner 970 und fēnix 8 und 9. Connect+ kostet 8,99 € im Monat oder 89,99 € im Jahr; die Funktionen von Garmin Connect ohne Connect+ sind laut Garmin kostenlos. Laut App-Beschreibung synchronisiert Garmin Connect mit Apple Health. Herstellerangaben, nicht unabhängig geprüft. Technische Daten aus den Datenblättern von Garmin Singapur; Preise sind die unverbindlichen Preisempfehlungen zum Marktstart laut den deutschen Pressemitteilungen. Welche Daten genau an Apple Health gehen, habe ich nicht geprüft.
21Dial MB, Hollander ME, Vatne EA et al. (2025). Validation of nocturnal resting heart rate and heart rate variability in consumer wearables. Physiological Reports 13(16):e70527. DOI 10.14814/phy2.70527 · PMID 40834291 · PMC12367097 13 gesunde Erwachsene (6 Frauen) zu Hause, zusammen 536 Nächte; Vergleich mit einem Brustgurt mit Ein-Kanal-EKG (Polar H10). Übereinstimmung (Konkordanz, 1 = perfekt; Maßstab der Autoren: unter 0,80 nicht akzeptabel, 0,80 bis 0,89 schwach, 0,90 bis 0,95 mäßig, 0,95 bis 0,99 hoch) bei der HRV: Oura Gen 4 0,99, Oura Gen 3 0,97, Whoop 4.0 0,94, Garmin Fenix 6 0,87, Polar Grit X Pro 0,82; je Person umgerechnet, also für den Vergleich mit den eigenen Werten: Oura Gen 3 0,94, Oura Gen 4 0,91, Whoop 0,86, Polar 0,79, Garmin 0,77. Beim Ruhepuls: Oura Gen 4 0,98, Oura Gen 3 0,97, Whoop 0,91, Polar 0,86; Garmin wegen abweichender Methodik nicht ausgewertet. Einschränkung: wenige Menschen, viele Nächte derselben Personen; Vergleichsmaß ist ein Brustgurt, kein klinisches EKG; die Rechenwege der Hersteller sind nicht offen und können sich ändern; Vorhofflimmern stört laut den Autoren die HRV-Messung. Im Fließtext der Studie stehen teils andere Übereinstimmungswerte als in Kurzfassung und Tabellen; hier stehen die aus Kurzfassung und Tabellen. Geldgeber laut Volltext das Forschungslabor der US-Luftwaffe; die Autoren erklären keine Interessenkonflikte.
22Natarajan A, Pantelopoulos A, Emir-Farinas H, Natarajan P (2020). Heart rate variability with photoplethysmography in 8 million individuals: a cross-sectional study. Lancet Digital Health 2(12):e650–e657. DOI 10.1016/S2589-7500(20)30246-6 · PMID 33328029 Pulsdaten von 8.203.261 Fitbit-Nutzern aus einem zufällig gewählten 24-Stunden-Zeitraum. Die HRV sank mit dem Alter, schwankte stark über den Tag, und mehr tägliche Bewegung ging mit besseren HRV-Werten einher. Als Hintergrund nennen die Autoren eine niedrige HRV einen eigenständigen Risikofaktor für den Tod durch Herz-Kreislauf-Erkrankungen – Sterbedaten hat diese Auswertung selbst nicht. Sie legt Vergleichstabellen nach Alter und Geschlecht vor. Einschränkung: Daten von einem Tag, Zusammenhänge, keine Ursachen. Interessenkonflikt: Geldgeber laut Kurzfassung Fitbit; drei der vier Autoren arbeiteten bei Fitbit Research. PubMed führt zusätzlich Förderung durch die US-Gesundheitsbehörde NIH und außerhalb der US-Regierung. Volltext nicht gelesen.
23Musa SB, Ellis R, Chafe B et al. (2023). Wearable Device Validity in Measuring Steps, Energy Expenditure, and Heart Rate Across Age, Gender, and Body Mass Index: Data Analysis From a Systematic Review. Journal of Physical Activity and Health 20(2):100–105. DOI 10.1123/jpah.2022-0160 · PMID 36535270 Auswertung von Messfehlern aus einer systematischen Übersicht: 970 Vergleiche für Schritte, 328 für Energieverbrauch, 238 für Puls. Größere Fehler in Studien mit übergewichtigen Teilnehmern bei Schritten, Puls und Energieverbrauch; größere Fehler bei Energieverbrauch und Puls in Studien mit mehr Frauen als Männern; bei Älteren wich der Fehler bei den Schritten gesichert ab. Einschränkung: Vergleich auf Ebene der Studien, nicht der einzelnen Menschen. Geldgeber laut PubMed außerhalb der US-Regierung, Einzelheiten und Interessenkonflikte nicht geprüft.
24Bent B, Enache OM, Goldstein B, Kibbe W, Dunn JP (2021). Reply: Matters Arising ‘Investigating sources of inaccuracy in wearable optical heart rate sensors’. npj Digital Medicine 4(1):39. DOI 10.1038/s41746-021-00409-4 · PMID 33637842 · PMC7910441 Antwort der Autoren von Beleg 30 auf einen Kommentar: In ihren Daten fanden sie keinen Zusammenhang zwischen Gewicht, BMI oder Körperfettanteil und der Genauigkeit des Pulses. Einschränkung: nachgereichte Auswertung derselben Daten, keine neue Studie; wie viele Teilnehmer starkes Übergewicht hatten, habe ich nicht geprüft. Geldgeber und Interessenkonflikte nicht geprüft.
25Whoop (2025–2026). Whoop 5.0 und MG: Pressemitteilungen, Mitgliedschaft, Verfügbarkeit der Funktionen. Abgerufen am 10.10.2026. Mitgliedschaft · Vorstellung 5.0 und MG · Handel in Deutschland · Verfügbarkeit Das Gerät gibt es nur mit Mitgliedschaft, das Armband ist darin enthalten (One: „includes a 12-month membership, WHOOP 5.0 hardware …“); One 199 € (das günstigste Abo), Peak 264 €, Life 399 € im Jahr. Ohne Display, Rückmeldung per Vibration, Akku über 14 Tage; tragbar am Handgelenk, am Oberarm oder in spezieller Kleidung. Recovery-Wert aus HRV, Ruhepuls, Schlaf und Atemfrequenz. Hormon-Auswertungen zu Zyklus, Schwangerschaft und Perimenopause, dem Übergang in die Wechseljahre. EKG nur am MG im Life-Abo. Blutdruck-Einschätzung nur im Life-Abo: ein geschätzter Bereich am Morgen nach Abgleich mit einer Manschette, alle 30 Tage neu; laut Whoop kein Medizinprodukt. Herstellerangaben, nicht unabhängig geprüft. Euro-Preise aus den Pressemitteilungen; der Shop zeigte beim Abruf nur Dollarpreise. Ob die Blutdruck-Einschätzung in Deutschland freigeschaltet ist, konnte ich nicht klären.
26Hudgel DW, Patel SR, Ahasic AM et al. (2018). The Role of Weight Management in the Treatment of Adult Obstructive Sleep Apnea. An Official American Thoracic Society Clinical Practice Guideline. American Journal of Respiratory and Critical Care Medicine 198(6):e70–e87. DOI 10.1164/rccm.201807-1326ST · PMID 30215551 Leitlinie der American Thoracic Society: Übergewicht ist ein häufiger, umkehrbarer Risikofaktor für die Schwere einer obstruktiven Schlafapnoe; Gewichtsabnahme kann sie verringern. Empfehlung für Betroffene mit Übergewicht: ein umfassendes Lebensstilprogramm aus kalorienreduzierter Ernährung, mehr Bewegung und Verhaltensberatung. Einschränkung: Die zugrunde liegenden Studien haben laut den Autoren methodische Schwächen. Geldgeber und Interessenkonflikte nicht geprüft.
27Apple (2024). Sleep Apnea Notifications on Apple Watch. Validierungspapier, September 2024; dazu U.S. Food and Drug Administration, 510(k) K240929, freigegeben am 13.09.2024. Apple, Validierungspapier (PDF) · FDA K240929 Studie getrennt von der Entwicklung des Rechenwegs: 1.499 Teilnehmer aufgenommen, 1.448 abgeschlossen; bis zu 30 Nächte mit der Uhr und mindestens zwei Nächte mit einem Schlafapnoe-Test für zu Hause, kein Schlaflabor. Gesucht war mittlere bis schwere Schlafapnoe: erkannt bei 43,4 % der mittelschweren (89 von 205) und 89,1 % der schweren Fälle (164 von 184), gewichtet 66,3 %. Ohne oder mit leichter Schlafapnoe blieb die Uhr gewichtet bei 98,5 % still. Die Uhr wertet 30 Tage mit mindestens 10 Nächten aus; ab Series 9 und Ultra 2 sowie SE 3, ab 18 Jahren ohne Diagnose. Interessenkonflikt: Studie und Papier vom Hersteller. Vergleich mit einem Heimtest, nicht mit dem Schlaflabor.
28Özel A, Yakşi E, Çevik Ç, Nazar MR (2026). Why your smartwatch may be misleading your doctor: a cross-sectional study on the impact of mobility aids on wearable accuracy in older adults. PeerJ 14:e20690. DOI 10.7717/peerj.20690 · PMID 42004701 · PMC13091583 42 selbstständig lebende Erwachsene von 51 bis 80 Jahren (Median 59); Apple Watch Series 8 am Handgelenk und ein Schrittzähler am Hosenbund (Omron Walking Style IV), verglichen mit Handzählung; Sechs-Minuten-Gehtest ohne Hilfe, mit Unterarmstütze, mit Rollator und mit Sauerstoffwagen, dazu Laufband bei 1,61, 3,22 und 4,83 km/h. Mit Rollator zählte die Uhr 36,4 % zu wenig, der Schrittzähler am Hosenbund 4,3 % zu viel. Bei 1,61 km/h zählte die Uhr 16,3 % zu wenig, der Schrittzähler am Hosenbund sogar 44,8 %. Bei 3,22 km/h lagen beide nahe am richtigen Wert. Die Autoren erklären den Rollator-Effekt mit dem Arm, der nicht mitschwingt. Einschränkung: Keiner der Teilnehmer nutzte im Alltag eine Gehhilfe; bei den Durchgängen mit Gehhilfe trugen sie laut Volltext eine weiche Kniebandage, um eine leichte Gelenkeinschränkung nachzustellen. Möglicher Interessenkonflikt: Ein Mitautor arbeitet laut Autorenangaben bei Analog Devices, einem Hersteller elektronischer Bauteile. Geldgeber nicht geprüft.
29Shcherbina A, Mattsson CM, Waggott D et al. (2017). Accuracy in Wrist-Worn, Sensor-Based Measurements of Heart Rate and Energy Expenditure in a Diverse Cohort. Journal of Personalized Medicine 7(2):3. DOI 10.3390/jpm7020003 · PMID 28538708 · PMC5491979 60 Erwachsene (29 Männer, 31 Frauen, 38 ± 11 Jahre), bewusst verschieden nach Alter, Größe, Gewicht, Hautfarbe und Fitness; sieben Uhren und Armbänder im Labor beim Sitzen, Gehen, Laufen und Radfahren, verglichen mit EKG und Atemgasmessung. Puls: sechs von sieben Geräten beim Radfahren unter 5 % Fehler (Median), die größten Fehler beim Gehen. Energieverbrauch: kein Gerät unter 20 % Fehler. Laut Kurzfassung größere Fehler bei Männern, höherem BMI, dunklerer Haut und beim Gehen. Einschränkung: Laborbedingungen, Geräte von damals. Kurzfassung und Ergebnisteil nennen beim Energieverbrauch verschiedene Geräte als bestes und schlechtestes, und beim BMI ist der Ergebnisteil uneinheitlich; auf dieser Seite steht deshalb nur „kein Gerät unter 20 %“. Laut Verlagsseite keine Interessenkonflikte; Geldgeber nicht geprüft.
30Bent B, Goldstein BA, Kibbe WA, Dunn JP (2020). Investigating sources of inaccuracy in wearable optical heart rate sensors. npj Digital Medicine 3:18. DOI 10.1038/s41746-020-0226-6 · PMID 32047863 · PMC7010823 Erwachsene aller sechs Hauttypen der Fitzpatrick-Skala; vier Verbrauchergeräte (Apple Watch 4, Fitbit Charge 2, Garmin Vivosmart 3, Xiaomi Miband 3) und zwei Forschungsgeräte, verglichen mit einem EKG. Kein gesicherter Unterschied der Genauigkeit nach Hautfarbe; der Fehler war bei Aktivität im Mittel 30 % größer als in Ruhe; die Geräte reagierten unterschiedlich auf Wechsel der Belastung. Der Puls wird dabei über Licht gemessen, das Änderungen der Durchblutung unter der Haut erfasst (Photoplethysmografie). Einschränkung: junge Erwachsene, wenige Personen je Hauttyp; ein Kommentar kritisierte die geringe Zahl von Menschen mit sehr dunkler Haut. Geldgeber und Interessenkonflikte nicht geprüft.
31Notebookcheck (2026). Smartwatch mit iPhone: Diese Funktionen fehlen bei Honor, Xiaomi und Huawei. 27.09.2026. notebookcheck.com Mit dem iPhone lassen sich auf Uhren dieser Marken Nachrichten nicht beantworten; bei Huawei fehlt der App-Laden auf der Uhr; Telefonieren über Bluetooth geht. Fachpresse, nicht vom Hersteller bestätigt.
32Baron KG, Abbott S, Jao N, Manalo N, Mullen R (2017). Orthosomnia: Are Some Patients Taking the Quantified Self Too Far? Journal of Clinical Sleep Medicine 13(2):351–354. DOI 10.5664/jcsm.6472 · PMID 27855740 · PMC5263088 Fallberichte über Menschen, die Hilfe wegen selbst festgestellter Schlafprobleme suchten, weil ihr Tracker leichten oder unruhigen Schlaf anzeigte. Die Autoren beschreiben eine perfektionistische Suche nach dem idealen Schlaf und schlagen vor, Tracker in die Verhaltenstherapie bei Schlaflosigkeit einzubeziehen. Einschränkung: Fallberichte, keine Häufigkeiten; die Zahl der Fälle habe ich nicht geprüft. Geldgeber und Interessenkonflikte nicht geprüft.
33Perez MV, Mahaffey KW, Hedlin H et al. (2019). Large-Scale Assessment of a Smartwatch to Identify Atrial Fibrillation. New England Journal of Medicine 381(20):1909–1917. DOI 10.1056/NEJMoa1901183 · PMID 31722151 · PMC8112605 419.297 Teilnehmer ohne bekanntes Vorhofflimmern (eigene Angabe) mit Apple Watch. In im Median 117 Tagen bekamen 2.161 (0,52 %) einen Hinweis auf unregelmäßigen Puls; sie sollten danach bis zu 7 Tage ein EKG-Pflaster tragen. In 450 auswertbaren Pflastern, im Mittel 13 Tage nach dem Hinweis aufgeklebt, zeigte sich Vorhofflimmern bei 34 %. Kam während des Pflasters ein weiterer Hinweis, zeigte das EKG in 84 % der Fälle gleichzeitig Vorhofflimmern. Wie viele Betroffene die Uhr erkennt, hat die Studie nicht gemessen; laut den Autoren schließt ein fehlender Hinweis Rhythmusstörungen nicht aus. Einschränkung: Nur ein Teil der Pflaster kam auswertbar zurück. Interessenkonflikt: Apple hat die Studie bezahlt und besitzt laut Volltext die Daten; Mitarbeiter von Apple sind Mitautoren, die Auswertung machten laut Volltext Statistiker der Stanford University unabhängig vom Geldgeber.
34Lubitz SA, Faranesh AZ, Selvaggi C et al. (2022). Detection of Atrial Fibrillation in a Large Population Using Wearable Devices: The Fitbit Heart Study. Circulation 146(19):1415–1424. DOI 10.1161/CIRCULATIONAHA.122.060291 · PMID 36148649 · PMC9640290 455.699 Erwachsene ab 22 Jahren ohne bekanntes Vorhofflimmern (Median 47 Jahre, 71 % Frauen) mit Fitbit-Geräten. 4.728 (1 %) bekamen einen Hinweis. Bei 1.057 mit auswertbarem EKG-Pflaster danach zeigte sich Vorhofflimmern bei 340 (32,2 %). Von 225 Menschen mit einem weiteren Hinweis während des Pflasters hatten 221 gleichzeitig Vorhofflimmern (98,2 %). In einer nachträglichen Auswertung erkannte der Algorithmus während der Pflasterwoche 67,6 % der Betroffenen; bei ihnen bestand das Vorhofflimmern im Median 7 % der Zeit. Interessenkonflikt: laut Volltext von Fitbit bezahlt und gemeinsam mit dem Massachusetts General Hospital entworfen; drei Autoren bei Fitbit beziehungsweise Google angestellt, der Erstautor und mindestens ein weiterer Autor erhielten Forschungsgelder von Fitbit. Die Trefferquoten dieser Studie und von Beleg 33 sind verschieden definiert und nicht direkt vergleichbar.
35Google (2025–2026). Pixel Watch 5, Fitbit Air, Fitbit Inspire 3: Produktseiten und technische Daten im Google Store; Google Health Premium; Vorstellung der Pixel Watch 5. Abgerufen am 10.10.2026. Pixel Watch 5 · Vorstellung · Fitbit Air · Inspire 3 · Inspire 3, Daten · Premium Pixel Watch 5: 41 oder 45 mm, Akku 30 beziehungsweise 40 Stunden mit Always-on-Display, Armbänder für 130–215 mm, GPS mit zwei Frequenzen, EKG, braucht Android 12 oder neuer, ab 419 €; Blutdrucktrends angekündigt „ab Herbst 2026“, laut Google als Wellness-Werkzeug, keine Diagnose. Fitbit Air: ohne Display, 12 g mit Armband, Akku bis 7 Tage, Armbänder 130–210 mm, Android 11 oder iOS 16.4, 99,99 €. Fitbit Inspire 3: 17,69 g, Akku bis 10 Tage, kein eigenes GPS, Armbänder 130–220 mm, ein Clip für Shirt oder Tasche als separates Zubehör, 99,95 €. Ohne Premium kostenlos: Aktivität, Tagesform-Index, Schlaf, Puls, HRV, Blutsauerstoff; Premium ab 8,99 €. Herstellerangaben, nicht unabhängig geprüft. Widersprüche: Die Produktseite der Pixel Watch 5 nennt für 41 mm 130–210 mm, das Datenblatt bis 215 mm; die Seite der Fitbit Air schreibt noch „Fitbit Premium-Mitgliedschaft erforderlich“, die Premium-Seite führt die Grundfunktionen als kostenlos. HRV beim Inspire 3 laut Google nur „in ausgewählten Ländern“.
36Brawner CA, Ehrman JK, Schairer JR, Cao JJ, Keteyian SJ (2004). Predicting maximum heart rate among patients with coronary heart disease receiving beta-adrenergic blockade therapy. American Heart Journal 148(5):910–914. DOI 10.1016/j.ahj.2004.04.035 · PMID 15523326 Daten aus der Datenbank einer US-Klinik: 334 Menschen nach Herzinfarkt oder Gefäßeingriff, 40 bis 80 Jahre, unter Betablockern, zur Entwicklung der Formel, 94 weitere zur Überprüfung; Höchstfrequenz im Belastungstest auf dem Laufband. Die Autoren halten fest, dass Formeln wie „220 minus Alter“ an Menschen ohne Herzerkrankung und ohne Betablocker entwickelt wurden. Neue Formel: Höchstfrequenz = 164 − 0,7 × Alter. Sie erklärt nur einen kleinen Teil der Unterschiede zwischen Menschen (r² = 0,13); die übliche Abweichung um die Formel, der Standardschätzfehler, liegt bei 18 Schlägen pro Minute. Einschränkung: eine Klinik, überwiegend Männer, nur Menschen mit erhaltener Pumpleistung des Herzens und normalem Herzrhythmus. Geldgeber und Interessenkonflikte nicht geprüft.
37Koshy AN, Sajeev JK, Nerlekar N et al. (2018). Smart watches for heart rate assessment in atrial arrhythmias. International Journal of Cardiology 266:124–127. DOI 10.1016/j.ijcard.2018.02.073 · PMID 29887428 102 Menschen im Krankenhaus, 30 Minuten in Ruhe mit Fitbit und Apple Watch und gleichzeitig Dauer-EKG. Im normalen Herzrhythmus wichen beide Uhren im Mittel um 1 Schlag ab. Bei Vorhofflimmern unterschätzten sie den Puls deutlich – Fitbit um 28, Apple Watch um 8 Schläge pro Minute –, mit großer Streuung. Einschränkung: nur in Ruhe, Geräte von damals. Geldgeber und Interessenkonflikte nicht geprüft.
38Huawei (2024–2026). Watch D3, Watch D2 und Band 11: Produktseiten und technische Daten. Abgerufen am 10.10.2026. Watch D3 · D3, Daten · Watch D2 · Band 11, Daten · Preis D3 (Notebookcheck) · Preis Band 11 (Notebookcheck) Watch D3: misst den Blutdruck mit einem Luftkissen im Armband, „Gemäß CE-MDR als Medizinprodukt zertifiziert“; Langzeitmessung über 24 Stunden alle 15 bis 30 Minuten, deren Daten laut Fußnote „nur als Referenz“ dienen; 46,5 × 41 × 11,3 mm, Armband M für 130–160 mm, L für 161–210 mm Handgelenkumfang; Akku bis 6 Tage, mit Langzeitmessung bis 1 Tag; Android und iOS. Unverbindliche Preisempfehlung laut Fachpresse 449 €. Zur Watch D2 schreibt Huawei: nicht an Schwangeren geprüft; bei Herzrhythmusstörungen, Arteriosklerose, Diabetes, Präeklampsie oder Nierenerkrankung vorher ärztlich abklären. Band 11: 16 bis 17 g ohne Armband, Armband je nach Farbe für 120–190 oder 130–210 mm Handgelenkumfang, Akku bis 14 Tage, typisch 8, kein GPS angegeben, Android 9 oder iOS 13. Einführungspreis laut Fachpresse 44,90 €; danach sollten die Preise um 10 bis 15 € steigen. Herstellerangaben, nicht unabhängig geprüft. Eine veröffentlichte Prüfung der D3 habe ich in PubMed nicht gefunden; die Klasse des Medizinprodukts nennt Huawei nicht.
39Oura (2026). Oura Ring 5: Produktseite, Größen, Mitgliedschaft; Health Radar. Abgerufen am 10.10.2026. Ring 5 · Größen · Mitgliedschaft · Health Radar · Start in der EU · Preis (netzwelt) · Preis (t3n) Oura Ring 5: ab 2 g, Größen 6 bis 13, Akku 6 bis 9 Tage; Schlaf und Schlafphasen, HRV, Temperatur, Tagesformbewertung, Stress. Mitgliedschaft 5,99 € im Monat oder 69,99 € im Jahr; ohne sie funktionieren Ring und App, die Auswertungen sind laut Oura aber „deutlich eingeschränkt“. Health Radar: Die Blutdruck-Signale suchen über 30 Tage in nächtlichen Pulsdaten nach Mustern, zeigen keine Blutdruckwerte, brauchen mindestens 15 Nächte und eine aktive Mitgliedschaft und dienen allgemeinen Wellness-Zwecken; seit 06.10.2026 starten sie schrittweise in allen EU-Ländern. Preis in Deutschland laut Fachpresse 429 € für Silber und Schwarz. Herstellerangaben, nicht unabhängig geprüft. Der Shop zeigte beim Abruf nur Dollarpreise; der Euro-Preis stammt aus der Fachpresse, eine weitere Quelle nennt 399 €.
40Zhou Y, Zhang W, Wang XY, Zhou Y, Li Y, Wang JG (2025). Accuracy of a wearable watch-type oscillometric blood pressure monitor in rest and ambulatory blood pressure measurements. Hypertension Research 48(11):2961–2968. DOI 10.1038/s41440-025-02345-2 · PMID 40866549 Prüfung der Huawei Watch D2 nach der internationalen Norm (AAMI/ESH/ISO, ISO 81060-2): in Ruhe 95 Teilnehmer aufgenommen, 85 ausgewertet, mittlere Abweichung −1,6 ± 6,4 mmHg beim oberen und −1,9 ± 5,0 mmHg beim unteren Wert; bei leichtem Radeln −0,9 ± 7,3 und −0,7 ± 4,9 mmHg. Über 24 Stunden im Vergleich mit einem herkömmlichen Langzeitgerät bei 35 Erwachsenen −1,1 ± 6,3 und 1,0 ± 4,2 mmHg; die Teilnehmer wurden nach den Vorgaben der Norm nach Alter, Geschlecht und Blutdruck gemischt. Manschetten für 13–16 und 16–21 cm Handgelenkumfang. Schluss der Autoren: Die Norm ist in Ruhe und in Bewegung erfüllt. Interessenkonflikt: laut Verlagsseite von Huawei bezahlt; ein Autor (J.-G. Wang) erhielt Vortrags- und Beraterhonorare von Novartis, Omron, Servier und Viatris. Zwei Autoren haben auch die Stellungnahme in Beleg 6 mitverfasst.
41Seoane-Casqueiro Ó, Vázquez-Agra N, Cruces-Sande A et al. (2026). Clinical reliability of a wrist-worn oscillometric ambulatory blood pressure monitor: an independent agreement evaluation. Revista Clínica Española 226(5):502523. DOI 10.1016/j.rceng.2026.502523 · PMID 41881377 41 Menschen mit Bluthochdruck (63 % Frauen, Median 47 Jahre), die ohnehin eine 24-Stunden-Messung brauchten, trugen gleichzeitig ein geprüftes Langzeitgerät und die Huawei Watch D2. Die Uhr maß den oberen Wert im Mittel 6,8 mmHg zu niedrig, mit weiter Streuung; die Übereinstimmung war beim oberen Wert schwach (0,38), beim unteren mäßig (0,54), beim Puls sehr gut (0,87). Nur 47 % der oberen und 61 % der unteren Werte lagen innerhalb von 10 mmHg – unter der Schwelle der Prüfnorm. Schluss der Autoren: für die Langzeitmessung nicht ausreichend. Einschränkung: 41 Menschen, nur mit Bluthochdruck. Laut Titel eine unabhängige Prüfung; Geldgeber in PubMed nicht angegeben, Interessenkonflikte nicht geprüft.
42Stergiou GS, Avolio AP, Palatini P et al. (2023). European Society of Hypertension recommendations for the validation of cuffless blood pressure measuring devices: European Society of Hypertension Working Group on Blood Pressure Monitoring and Cardiovascular Variability. Journal of Hypertension 41(12):2074–2087. DOI 10.1097/HJH.0000000000003483 · PMID 37303198 Empfehlungen einer Arbeitsgruppe der Europäischen Gesellschaft für Hypertonie: Für Blutdruckgeräte ohne Manschette gibt es bisher keine allgemein anerkannten Prüfprotokolle, die eine ausreichende Genauigkeit für den klinischen Einsatz sichern. Die Arbeitsgruppe beschreibt sechs Prüfungen, unter anderem zur Haltung, zu Medikamenten, Schlaf, Belastung und zur Stabilität nach dem Abgleich. Einschränkung: Empfehlung, keine Studie mit Teilnehmern. Geldgeber laut PubMed außerhalb der US-Regierung, Einzelheiten und Interessenkonflikte nicht geprüft.
43Samsung (2024–2025) und Ultrahuman (2026). Galaxy Ring; Ultrahuman Ring PRO. Abgerufen am 10.10.2026. Galaxy Ring · Galaxy Ring, Kaufseite · Ultrahuman Ring PRO · Akku (Notebookcheck) Galaxy Ring: Größen 5 bis 15, 2,3 bis 3,0 g, Akku je nach Größe 5 bis 7 Tage; Schlafwert, Energie-Wert mit nächtlicher HRV, Zyklus über die Hauttemperatur; braucht Android 11 oder neuer und ein Samsung-Konto; 449 € zum Marktstart 2024. Ultrahuman Ring PRO: 499 € mit Ladeetui, Größen 5 bis 14, laut Shop „keine wiederkehrenden Abonnementgebühren“, einzelne Zusatzfunktionen gegen Jahresgebühr; Akku laut Fachpresse etwa 15 Tage. Herstellerangaben, nicht unabhängig geprüft. Den aktuellen Preis des Galaxy Ring habe ich nicht geprüft.
44Xiaomi (2025–2026). Xiaomi Smart Band 10: Produktseite und technische Daten. Abgerufen am 10.10.2026. Smart Band 10 · Daten 15,95 g, Akku 21 Tage im Standardmodus, 9 Tage mit Always-on-Display; Puls, Blutsauerstoff, Stress, Schlaf; laut Xiaomi „nicht für medizinische Zwecke“. Herstellerangaben. Preise zeigte die Seite beim Abruf nicht.
45Amazfit (2025–2026). Amazfit Active 2 und Zepp Aura. Amazfit Deutschland, abgerufen am 10.10.2026. Active 2 · Zepp Aura Active 2: 43,9 mm, 29,5 g, Akku typisch 10 Tage, eigenes GPS, Android 7 oder iOS 14; 99,90 € in der Standard-, 129,90 € in der Premium-Version. Zepp Aura ist optional: 11,99 € im Monat oder 69,99 € im Jahr. Herstellerangaben, nicht unabhängig geprüft. Den Preis der Standardversion zeigte die Seite beim Abruf nicht sichtbar an.
46Suunto (2026). Suunto Run 2: Handbuch, Abschnitt Schlaf. Abgerufen am 10.10.2026. Suunto Run 2, Schlaf „All sleep measurements are based on movement only“ – erfasst werden Dauer, Wachzeit und Tiefschlaf; HRV und Blutsauerstoff im Schlaf lassen sich zuschalten. Herstellerangabe.
Was auf dieser Seite fehlt – und warum Eine Rangliste, welches Gerät am genauesten misst, gibt diese Seite nicht: Die unabhängigen Studien haben fast nur ältere Modelle geprüft, und mit Updates können sich die Rechenwege ändern. Für die Modelle von 2026 habe ich keine unabhängige Genauigkeitsstudie gefunden. Kaum Daten gibt es zu Erwachsenen mit starkem Übergewicht. Preise und Modelle ändern sich schnell; die Tabelle zeigt den Stand vom Oktober 2026. Lieber eine ehrliche Lücke als eine Angabe, für die niemand geradesteht.
Zum Schluss, in eigener Sache Ich bin Personal Trainer, kein Arzt. Ich behandle nichts – ich trainiere um Beschwerden herum und Schritt für Schritt in mehr Belastbarkeit hinein. Wo ärztliche Freigabe nötig ist, fange ich ohne sie nicht an. Diese Seite erklärt, was Studien zeigen, und ersetzt keine ärztliche Beratung.