1Bundesinstitut für Risikobewertung (2025). Ausgewählte Fragen und Antworten zu Vitamin D, Aktualisierung vom 30.12.2025.
bfr.bund.de
Die Sonnenbestrahlung sei in Deutschland „in den Monaten von Oktober bis März nicht stark genug, um eine ausreichende Vitamin D-Bildung zu gewährleisten“. Eine generelle Empfehlung zur Einnahme von Präparaten zur Vorbeugung von Erkrankungen sei „nicht begründbar“; für Bewohner von Pflegeeinrichtungen solle eine Ergänzung bis 20 µg (800 IE) pro Tag erwogen werden. Wer ergänzen möchte, solle Produkte mit bis zu etwa 20 µg pro Tag wählen. Etwa die Hälfte des Jahres reiche es, mehrmals pro Woche ein Viertel der Körperoberfläche je nach Hauttyp und Jahreszeit 5 bis 25 Minuten der Sonne auszusetzen; ein Sonnenbrand sei zu vermeiden.
Hinweis: Behördenposition, keine eigene Studie.
2Deutsche Gesellschaft für Ernährung. Referenzwerte für Vitamin D (Stand der Ableitung 2012) · Ausgewählte Fragen und Antworten zu Vitamin D (letzte Änderung 30.09.2025).
dge.de · Referenzwerte · dge.de · Fragen und Antworten
Schätzwert bei fehlender körpereigener Bildung: 20 µg pro Tag für Kinder ab 1 Jahr, Jugendliche und Erwachsene, auch für Schwangere und Stillende; Säuglinge 10 µg. 1 µg = 40 IE. Die übliche Ernährung liefert Jugendlichen und Erwachsenen 2 bis 4 µg pro Tag; angestrebt wird eine 25(OH)D-Konzentration von mindestens 50 nmol/l. Präparate werden laut den Fragen und Antworten nur empfohlen, wenn eine unzureichende Versorgung nachgewiesen wurde und sie sich weder über die Ernährung noch über die Sonne verbessern lässt. Den Risikogruppen empfiehlt die Referenzwerte-Seite ein Präparat in Höhe des Schätzwerts; als Risikogruppen nennt die DGE mobilitätseingeschränkte, chronisch kranke und pflegebedürftige ältere Menschen in Pflegeeinrichtungen sowie Säuglinge. Bei häufiger Sonnenbestrahlung sei die Versorgung auch ohne Präparat erreichbar. Den Vitamin-D-Wert solle man nur bei begründetem Verdacht auf einen Mangel oder bei Risikopersonen bestimmen.
Einschränkung: Auf welcher Erhebung die 2 bis 4 µg beruhen, nennen diese Seiten nicht. Die DGE-Stellungnahme von 2011 gibt nach der Nationalen Verzehrsstudie II mediane Zufuhren von 2,9 µg (Männer) und 2,2 µg (Frauen) an.
3Manson JE et al. (2019). Vitamin D Supplements and Prevention of Cancer and Cardiovascular Disease. New England Journal of Medicine 380:33–44.
DOI 10.1056/NEJMoa1809944 · PMID 30415629
VITAL: randomisierte, placebokontrollierte Studie mit 25.871 Männern ab 50 und Frauen ab 55 in den USA, 2.000 IE Vitamin D3 täglich, Nachbeobachtung im Median 5,3 Jahre. Invasiver Krebs HR 0,96 (95-%-KI 0,88–1,06), schwere Herz-Kreislauf-Ereignisse HR 0,97 (0,85–1,12), Krebstod HR 0,83 (0,67–1,02), Gesamtsterblichkeit HR 0,99 (0,87–1,12). Keine Häufung von zu hohem Kalzium im Blut.
Einschränkung: Teilnehmer nicht nach Vitamin-D-Mangel ausgewählt. Geldgeber: National Institutes of Health und weitere; die Studienpräparate stellte laut einer Folgeauswertung (Beleg 40) Pharmavite her, ein Hersteller von Nahrungsergänzungsmitteln. Interessenkonflikte der Autoren: nicht geprüft.
4LeBoff MS et al. (2022). Supplemental Vitamin D and Incident Fractures in Midlife and Older Adults. New England Journal of Medicine 387:299–309.
DOI 10.1056/NEJMoa2202106 · PMID 35939577
Zusatzauswertung von VITAL, 25.871 Teilnehmer, Median 5,3 Jahre. Alle Brüche HR 0,98 (0,89–1,08), Brüche außerhalb der Wirbelsäule HR 0,97 (0,87–1,07), Hüftbrüche HR 1,01 (0,70–1,47). Kein abweichender Effekt nach Ausgangs-Vitamin-D-Wert, Alter, Geschlecht oder BMI.
Einschränkung: Teilnehmer nicht nach Mangel, niedriger Knochendichte oder Osteoporose ausgewählt; Brüche selbst berichtet und anhand von Krankenakten bestätigt. Geldgeber: National Institute of Arthritis and Musculoskeletal and Skin Diseases.
5EFSA-Gremium für Ernährung (2023). Gutachten zur tolerierbaren Höchstmenge für Vitamin D. EFSA Journal 21(8):8145, angenommen am 05.07.2023.
DOI 10.2903/j.efsa.2023.8145
Obergrenze 100 µg pro Tag für Erwachsene einschließlich Schwangerer und Stillender sowie für 11- bis 17-Jährige; 50 µg für Kinder von 1 bis 10 Jahren. Kritischer Endpunkt: anhaltend erhöhte Kalziumausscheidung im Urin. Niedrigste Dosis mit beobachteter schädlicher Wirkung: 250 µg pro Tag aus zwei randomisierten Studien, geteilt durch einen Unsicherheitsfaktor von 2,5.
Hinweis: gelesen über das Verzeichnis DOAJ und eine Universitätskopie des PDF; die EFSA-Verlagsseite war nicht abrufbar.
6Bundesinstitut für Risikobewertung (2021, aktualisiert 2024). Höchstmengenvorschläge für Vitamin D in Lebensmitteln inklusive Nahrungsergänzungsmitteln (15.03.2021) · Aktualisierung 2023, Stellungnahme 007/2024 (22.02.2024).
bfr.bund.de · 2021 · bfr.bund.de · 2024
Vorschlag für Nahrungsergänzungsmittel: 20,0 µg pro Tagesverzehrempfehlung eines Produkts (Jugendliche und Erwachsene); für mit UV-Licht behandelte Pilze 10,0 µg je 100 g. Nach der Neubewertung der EFSA von 2023 sei eine Änderung nicht notwendig.
Hinweis: ein Vorschlag des BfR. Gesetzlich festgelegte Höchstmengen gibt es laut BfR bislang nicht.
7Demay MB et al. (2024). Vitamin D for the Prevention of Disease: An Endocrine Society Clinical Practice Guideline. Journal of Clinical Endocrinology & Metabolism 109:1907–1947.
DOI 10.1210/clinem/dgae290 · PMID 38828931
Für gesunde Erwachsene unter 75 Jahren rät das Gremium von einer Ergänzung über die empfohlene Tageszufuhr hinaus ab; ab 75 schlägt es eine Ergänzung ohne vorherigen Test vor, wegen des möglicherweise geringeren Sterberisikos. Von routinemäßigen 25(OH)D-Tests rät es in allen untersuchten Gruppen ab. Für Erwachsene ab 50 mit Anlass zur Ergänzung zieht es die tägliche niedrigere Dosis seltenen hohen Dosen vor. Den früheren Zielwert von 30 ng/ml (75 nmol/l) trägt die Fachgesellschaft nicht mehr mit und legt keine Grenzwerte für Mangel oder ausreichende Versorgung mehr fest.
Einschränkung: durchweg schwache Empfehlungen auf sehr niedriger bis mittlerer Evidenz. Interessenkonflikte: laut Verlag nach der Richtlinie der Fachgesellschaft geprüft, Offenlegung im Anhang; zum Gremium gehören Autoren hier zitierter Studien (Pittas, Scragg).
8Han Q et al. (2019). Effects of vitamin D3 supplementation on serum 25(OH)D concentration and strength in athletes: a systematic review and meta-analysis of randomized controlled trials. Journal of the International Society of Sports Nutrition 16:55.
DOI 10.1186/s12970-019-0323-6 · PMID 31771586
5 randomisierte Studien mit 163 Sportlern. Bankdrücken (Maximalgewicht) SMD 0,07 (−0,32 bis 0,47), Maximalkraft des Oberschenkelstreckers SMD −2,14 (−4,87 bis 0,59), Kraft insgesamt SMD −0,75 (−1,82 bis 0,32) – kein signifikanter Effekt.
Einschränkung: wenige, kleine Studien; keine Auswertung nach Halle oder draußen. Geldgeber: nationales Wissenschaftsprogramm Chinas; laut Autoren keine Unterstützung durch Hersteller, keine Interessenkonflikte.
9Zhang L, Quan M, Cao ZB (2019). Effect of vitamin D supplementation on upper and lower limb muscle strength and muscle power in athletes: A meta-analysis. PLoS One 14:e0215826.
DOI 10.1371/journal.pone.0215826 · PMID 31039170
8 randomisierte Studien mit 284 Sportlern. Kraft insgesamt SMD 0,05 (−0,39 bis 0,48), kein Effekt. Beinkraft SMD 0,55 (0,12 bis 0,98; 3 Studien), Oberkörperkraft SMD −0,19 (−0,73 bis 0,36), Schnellkraft SMD 0,05 (−0,24 bis 0,34). Bei drinnen trainierenden Sportlern Kraft insgesamt SMD 0,48 (0,06 bis 0,90; 2 Studien), bei draußen trainierenden 0,11, nicht signifikant (2 Studien).
Einschränkung: Untergruppen auf zwei bis fünf Studien gestützt; für die gemischte Gruppe enthält die Tabelle ein offenbar fehlerhaftes Konfidenzintervall. Geldgeber: National Natural Science Foundation of China und Eastern Scholar Program Shanghai; laut Autoren keine Interessenkonflikte.
10Jolliffe DA et al. (2025). Vitamin D supplementation to prevent acute respiratory infections: systematic review and meta-analysis of stratified aggregate data. Lancet Diabetes & Endocrinology 13:307–320.
DOI 10.1016/S2213-8587(24)00348-6 · PMID 39993397
Aktualisierung mit sechs neuen Studien, darunter eine mit 15.804 Teilnehmern; Hauptauswertung 40 Studien mit 61.589 Teilnehmern. OR 0,94 (0,88–1,00; p = 0,057): Das Konfidenzintervall schließt 1,00 nun ein, also kein statistisch gesicherter Schutz. Keine Hinweise, dass Alter, Ausgangswert, Gabehäufigkeit oder Dosis den Effekt verändern.
Einschränkung: asymmetrischer Trichterplot (Egger-Test p = 0,002), ein mögliches Zeichen für Verzerrung durch unveröffentlichte Studien. Geldgeber: keine Förderung angegeben. Interessenkonflikte nicht geprüft; unter den Koautoren sind Leiter eingeschlossener Studien.
11Verbraucherzentrale. Vitamin-D-Produkte: Wann sind sie sinnvoll? (Stand 10.08.2026) · Vitamin D besser mit Vitamin K2? (Stand 15.07.2026).
verbraucherzentrale.de · Vitamin D · verbraucherzentrale.de · K2
Bei selbstständiger regelmäßiger Einnahme nicht mehr als 20 µg pro Tag; die tägliche Einnahme sei Depotprodukten vorzuziehen; höher dosierte Präparate seien als Arzneimittel anzusehen. Vitamin D3 für Nahrungsergänzungsmittel werde in der Regel aus Wollfett (Lanolin) gewonnen, in veganen Produkten aus bestimmten Flechten. Zu K2: „Aktuell kann keine verlässliche Empfehlung zu einer kombinierten Einnahme von Vitamin D und Vitamin K getroffen werden.“ – „Für die normale Dauersupplementierung reicht Vitamin D alleine aus.“ Bei einer Kombination nicht mehr als 25 µg K2 pro Tag; Vitamin-K-Präparate nicht bei gerinnungshemmenden Arzneimitteln vom Cumarintyp.
12Bundesamt für Strahlenschutz. Gemeinsame Empfehlung „UV-Strahlung und Vitamin D“, getragen von 20 Organisationen, darunter BfR, DGE, Max Rubner-Institut, Robert Koch-Institut, Deutsches Krebsforschungszentrum und Deutsche Krebshilfe (Seitenstand 04.08.2026) · BfS-Seite „Vitamin D“.
bfs.de
Für eine ausreichende Vitamin-D-Bildung genüge es, Gesicht, Hände und Arme unbedeckt und ohne Sonnenschutz zwei- bis dreimal pro Woche der Hälfte der minimalen sonnenbrandwirksamen UV-Dosis auszusetzen; für Hauttyp II bei UV-Index 7 rechnerisch circa 12 Minuten. Von starken, nicht ärztlich kontrollierten UV-Bestrahlungen (Sonne oder Solarium) zur Vitamin-D-Bildung werde dringend abgeraten. „Solariennutzung trägt kaum zur Bildung von Vitamin D bei“; UV-A-Strahlung trage nicht dazu bei.
Hinweis: Das Jahr der Empfehlung steht auf der BfS-Seite nicht; berichtet wurde über sie Ende 2014.
13Rabenberg M, Scheidt-Nave C, Busch MA, Rieckmann N, Hintzpeter B, Mensink GBM (2015). Vitamin D status among adults in Germany – results from the German Health Interview and Examination Survey for Adults (DEGS1). BMC Public Health 15:641.
DOI 10.1186/s12889-015-2016-7 · PMID 26162848
Bundesweite Gesundheitsstudie des Robert Koch-Instituts 2008 bis 2011, 6.995 Erwachsene mit Vitamin-D-Messung. Mittelwert 45,6 nmol/l; 61,6 % unter 50 nmol/l, 30,2 % unter 30 nmol/l. Niedrigere Werte gingen unabhängig voneinander einher mit Untersuchung im Winter, Wohnort im Norden, keiner Einnahme von Präparaten, wenig Sport, höherem BMI und hohem Medienkonsum; besonders niedrig im Winter und Frühjahr.
Einschränkung: Querschnittsstudie – Zusammenhänge, keine Ursachen; gemessen mit der damaligen Labormethode (siehe Beleg 31). Der Satz der Kurzfassung, „im Winter“ hätten 25 % unter 30 nmol/l gelegen, passt nicht zum Gesamtwert von 30,2 % und steht deshalb nicht auf dieser Seite. Geldgeber: nicht geprüft; die Autoren arbeiten überwiegend am Robert Koch-Institut.
14Farrokhyar F et al. (2015). Prevalence of vitamin D inadequacy in athletes: a systematic-review and meta-analysis. Sports Medicine 45:365–378.
DOI 10.1007/s40279-014-0267-6 · PMID 25277808
23 Studien mit 2.313 Sportlern. Unzureichende Versorgung, definiert als 25(OH)D unter 32 ng/ml (rund 80 nmol/l): 56 % (95-%-KI 44–67 %), je nach Region deutlich verschieden. Höheres Risiko im Winter und Frühjahr (RR 1,85; 1,27–2,70) und bei Hallensport (RR 1,19; 1,09–1,30).
Einschränkung: Die Schwelle liegt weit über dem Zielwert der DGE von 50 nmol/l; mit dieser Grenze wäre der Anteil kleiner. Geldgeber: keine; keine relevanten Interessenkonflikte erklärt.
15Fachinformation VIGANTOL 500 I.E./1000 I.E. Vitamin D3 Tabletten (P&G Health, Stand der Information April 2021).
fachinfo.de
Gegenanzeigen: Überempfindlichkeit, zu viel Kalzium im Blut (Hyperkalzämie) und/oder im Urin (Hyperkalzurie). Vorsicht bei Sarkoidose wegen des Risikos einer verstärkten Umwandlung in den aktiven Metaboliten. Wechselwirkungen: Thiazid-Diuretika können durch verringerte Kalziumausscheidung über die Niere zu einer Hyperkalzämie führen; Vitamin D kann Wirksamkeit und Giftigkeit von Digitalis (Herzglykosiden) durch höhere Kalziumspiegel verstärken, mit Risiko für Herzrhythmusstörungen.
Hinweis: Fachtext für ein bestimmtes Arzneimittel; für Dein Produkt gilt dessen Beipackzettel.
16Dawson-Hughes B et al. (2015). Dietary fat increases vitamin D-3 absorption. Journal of the Academy of Nutrition and Dietetics 115:225–230.
DOI 10.1016/j.jand.2014.09.014 · PMID 25441954
50 gesunde ältere Erwachsene, einmalig 50.000 IE Vitamin D3 zu einem Testfrühstück ohne Fett oder mit 30 % der Kalorien aus Fett. Der Spitzenwert von Vitamin D3 im Blut nach 12 Stunden lag mit Fett um 32 % höher (95-%-KI 11–52 %). Die Art des Fetts spielte keine Rolle.
Einschränkung: eine Einzeldosis; gemessen wurde Vitamin D3 im Blut, nicht der Speicherwert 25(OH)D über Wochen. Geldgeber: laut PubMed Förderung durch die US-Regierung und außerhalb davon, Einzelheiten nicht geprüft.
17Tripkovic L et al. (2012). Comparison of vitamin D2 and vitamin D3 supplementation in raising serum 25-hydroxyvitamin D status: a systematic review and meta-analysis. American Journal of Clinical Nutrition 95:1357–1364.
DOI 10.3945/ajcn.111.031070 · PMID 22552031
10 Studien, davon 7 in der Hauptauswertung. D3 hob 25(OH)D im Mittel um 15,2 nmol/l stärker an als D2 (6,1–24,3). Bei Stoßdosen um 34,1 nmol/l (16,4–51,8); bei täglicher Gabe um 4,8 nmol/l (−1,0 bis 10,6), nicht signifikant.
Einschränkung: Nur 3 der 10 Studien waren randomisiert, kontrolliert und doppelblind; große Unterschiede zwischen den Studien. Geldgeber: laut PubMed Förderung außerhalb der US-Regierung, Einzelheiten nicht geprüft.
18Bundesinstitut für Risikobewertung. Hochdosierte Nahrungsergänzungsmittel mit Vitamin D können langfristig die Gesundheit beeinträchtigen, Stellungnahme 065/2023 (07.12.2023) · Vitamin D: Einnahme hochdosierter Nahrungsergänzungsmittel unnötig, Stellungnahme 035/2020 (31.07.2020) · Stellungnahme 31/2025 (03.09.2025).
DOI 10.17590/20231207-114551-0 · bfr.bund.de · 2020
In Fallberichten wurde nach exzessiv hohen Dosen über Vitamin-D-Vergiftungen bei Kindern und Erwachsenen berichtet, darunter zwei ältere Personen (78 und 60 Jahre), die sich Präparate im Internet besorgt und täglich 10.000 IE beziehungsweise 50.000 IE genommen hatten; beide entwickelten ein akutes Nierenversagen bei ausgeprägter Hyperkalzämie, eine Person blieb dialysepflichtig. Eine tägliche Einnahme von 50 oder 100 µg sei aus ernährungswissenschaftlicher Sicht nicht erforderlich. Auch zu Präparaten, die im Abstand von Tagen oder Wochen genommen werden, bleibt das BfR bei höchstens 20 µg pro Tagesdosis.
Einschränkung: Fallberichte, keine Studien. Bei den 26 Verdachtsfällen aus der Arzneimittel-Datenbank (Stellungnahme 2020) ist ein ursächlicher Zusammenhang ausdrücklich nicht belegt.
19Uwitonze AM, Razzaque MS (2018). Role of Magnesium in Vitamin D Activation and Function. Journal of the American Osteopathic Association 118:181–189.
DOI 10.7556/jaoa.2018.037 · PMID 29480918
Übersichtsarbeit ohne eigene Daten: „All of the enzymes that metabolize vitamin D seem to require magnesium“ – alle Enzyme, die Vitamin D verstoffwechseln, scheinen Magnesium zu brauchen.
Einschränkung: erzählende Übersicht, vorsichtig formuliert („seem to“). Geldgeber und Interessenkonflikte: nicht geprüft.
20Dai Q et al. (2018). Magnesium status and supplementation influence vitamin D status and metabolism: results from a randomized trial. American Journal of Clinical Nutrition 108:1249–1258.
DOI 10.1093/ajcn/nqy274 · PMID 30541089
180 Teilnehmer zwischen 40 und 85 Jahren aus einer doppelblinden Studie, Magnesium oder Placebo, Dosis nach der gewohnten Ernährung angepasst. Magnesium hob 25(OH)D3, wenn der Ausgangswert nahe 30 ng/ml (75 nmol/l) lag, und senkte es bei höheren Ausgangswerten (rund 30 bis 50 ng/ml).
Einschränkung: Nebenstudie einer Studie zur Darmkrebs-Vorbeugung; Form, Dosis und Dauer der Magnesiumgabe hier nicht geprüft. Geldgeber: US National Cancer Institute. Möglicher Interessenkonflikt: Zwei Koautorinnen sind laut PubMed beim Center for Magnesium Education and Research tätig.
21Lappe J et al. (2008). Calcium and vitamin D supplementation decreases incidence of stress fractures in female navy recruits. Journal of Bone and Mineral Research 23:741–749.
DOI 10.1359/jbmr.080102 · PMID 18433305
5.201 Rekrutinnen der US-Marine, täglich 2.000 mg Kalzium plus 800 IE Vitamin D oder Placebo während der achtwöchigen Ausbildung. Ermüdungsbrüche: 5,3 % gegen 6,6 %, rund 20 % weniger (Auswertung aller Zugeteilten).
Einschränkung: Kalzium und Vitamin D zusammen – der Anteil von Vitamin D allein lässt sich nicht trennen; junge Frauen unter hoher Belastung. Geldgeber: laut PubMed Förderung durch die US-Regierung, Einzelheiten nicht geprüft.
22Webb AR, Kline L, Holick MF (1988). Influence of season and latitude on the cutaneous synthesis of vitamin D3: exposure to winter sunlight in Boston and Edmonton will not promote vitamin D3 synthesis in human skin. Journal of Clinical Endocrinology and Metabolism 67:373–378.
DOI 10.1210/jcem-67-2-373 · PMID 2839537
Menschenhaut oder die Vorstufe 7-Dehydrocholesterin, an wolkenlosen Tagen dem Sonnenlicht ausgesetzt. In Boston (42,2° N) entstand von November bis Februar kein Prävitamin D3, in Edmonton (52° N) von Oktober bis März. Weiter südlich (34° und 18° N) gelang die Bildung auch mitten im Winter.
Einschränkung: Laborproben statt Menschen, Messungen in Nordamerika in den 1980er Jahren; Hamburg liegt auf 53,55° N. Geldgeber: laut PubMed die US-Gesundheitsbehörde (Public Health Service).
23Madronich S (2007). Analytic formula for the clear-sky UV index. Photochemistry and Photobiology 83:1537–1538.
DOI 10.1111/j.1751-1097.2007.00200.x · PMID 18028230
Näherungsformel für den UV-Index bei wolkenlosem, sauberem Himmel und gering reflektierendem Boden: UVI ≈ 12,5 · μ0^2,42 · (Ω/300)^−1,23, mit μ0 = Kosinus des Sonnenzenitwinkels und Ω = Gesamtozon in Dobson-Einheiten. Genauigkeit 10 % oder besser für Zenitwinkel von 0 bis 60° und 200 bis 400 Dobson-Einheiten. Für die Tabelle in Kapitel 04 gerechnet mit Ω = 300 und dem Sonnenstand am 15. des Monats; alle Zenitwinkel liegen im genannten Bereich.
Einschränkung: Idealbedingungen ohne Wolken, Dunst und Höhenlage; ein Standardwert statt des tatsächlichen Ozons. Geldgeber: laut PubMed Förderung durch die US-Regierung, Einzelheiten nicht geprüft; der Autor arbeitet am National Center for Atmospheric Research.
24Young AR et al. (2020). Melanin Has a Small Inhibitory Effect on Cutaneous Vitamin D Synthesis: A Comparison of Extreme Phenotypes. Journal of Investigative Dermatology 140:1418–1426.
DOI 10.1016/j.jid.2019.11.019 · PMID 31883961
102 gesunde junge Freiwillige mit Hauttyp II bis VI, alle mit derselben Dosis unterhalb der Sonnenbrand-Schwelle bestrahlt, auf 85 % der Körperoberfläche, fünfmal im Abstand von 3 bis 4 Tagen. Der Vitamin-D-Wert stieg linear mit der Dosis; nur Hauttyp II stieg signifikant steiler als die anderen Gruppen. Hemmfaktor durch Melanin zwischen Typ II und Typ VI: etwa 1,3 bis 1,4, je nach Lichtquelle. Die Hemmung sei klein im Vergleich zum Sonnenbrand.
Einschränkung: künstliche Lichtquellen statt Sonne, junge Erwachsene; für die Tabelle ist der Faktor aus dem Vergleich Typ II gegen Typ VI auf die Typen III bis V übertragen. Geldgeber: laut PubMed Förderung außerhalb der US-Regierung, Einzelheiten nicht geprüft.
25Webb AR, Engelsen O (2006). Calculated ultraviolet exposure levels for a healthy vitamin D status. Photochemistry and Photobiology 82:1697–1703.
DOI 10.1562/2005-09-01-RA-670 · PMID 16958558
Definiert eine Standard-Vitamin-D-Dosis und stellt ein Online-Werkzeug vor, das die nötige Belichtungszeit für jeden Ort und jedes Datum berechnet. In hohen Breiten ist die Bildung im Winter nicht möglich oder die nötige Zeit unpraktikabel; wo die Sonne reicht, ist die Mittagszeit für kurze Sonnenbäder am günstigsten; bei flacher Sonne liegt ausreichende Belichtung nah an der Sonnenbrand-Grenze.
Hinweis: Wie die Standarddosis in Internationale Einheiten umgerechnet wird, steht nicht in der Kurzfassung und wurde hier nicht geprüft. Geldgeber: laut PubMed Förderung außerhalb der US-Regierung, Einzelheiten nicht geprüft.
26Clemens TL, Adams JS, Henderson SL, Holick MF (1982). Increased skin pigment reduces the capacity of skin to synthesise vitamin D3. Lancet 1:74–76.
DOI 10.1016/s0140-6736(82)90214-8 · PMID 6119494
Zwei hellhäutige und drei dunkelhäutige Freiwillige, je eine Standarddosis UV-Strahlung in Höhe einer Sonnenbrand-Dosis. Bei den Hellhäutigen stieg Vitamin D im Blut bis auf das 60-Fache, bei den Dunkelhäutigen nicht signifikant. Ein dunkelhäutiger Teilnehmer erreichte mit der sechsfachen Dosis ähnliche Werte.
Einschränkung: fünf Personen; der Faktor sechs beruht auf einem einzigen Teilnehmer. Geldgeber: laut PubMed die US-Gesundheitsbehörde (Public Health Service).
27Max Rubner-Institut. Bundeslebensmittelschlüssel (BLS), Version 4.0 – Deutsche Nährstoffdatenbank. Lizenz CC BY 4.0.
DOI 10.25826/Data20251217-134202-0 · blsdb.de
Je 100 g essbarer Anteil: Hering roh (T102100) 16 µg Vitamin D · Lachs roh (T410100) 3,8 µg · Hühnerei roh (E111100) 1,8 µg · Fischleberöl/Lebertran (Q730000) 111 µg Vitamin D und 17.667 µg Vitamin A als Retinol-Aktivitätsäquivalente.
Widerspruch: Beim Hering liegt der BLS fast viermal so hoch wie die USDA, beim rohen Lachs knapp ein Drittel so hoch. Beide Werte stehen auf dieser Seite nebeneinander. Beim Lachs nennt der BLS nicht, ob Zucht- oder Wildfisch.
28U.S. Department of Agriculture, Agricultural Research Service. FoodData Central, Datensatz SR Legacy (Stand 2019).
fdc.nal.usda.gov
Vitamin D je 100 g: Hering (Atlantik) roh 4,2 µg (FDC 175116) · Lachs (Atlantik, Zucht) roh 11,0 µg (175167) · Hühnerei roh 2,0 µg (171287) · Champignons, mit UV-Licht behandelt, roh 26,2 µg Vitamin D2, gemessene Spanne 15,2–75,2 µg (169376) · Vollmilch 3,25 % ohne Vitamin-Zusatz 0,1 µg (172217) · Lebertran 250 µg Vitamin D und 30.000 µg Vitamin A als Retinol-Aktivitätsäquivalente (173577; 1 Esslöffel = 13,6 g).
Hinweis: US-Lebensmittel. Lebertran- und Heringswert sind laut Datenbank aus anderen Tabellen übernommen, nicht selbst gemessen.
29EFSA-Gremium für Ernährung (2024). Scientific opinion on the tolerable upper intake level for preformed vitamin A and β-carotene. EFSA Journal 22(6):e8814.
DOI 10.2903/j.efsa.2024.8814
Obergrenze für vorgeformtes Vitamin A: 3.000 µg Retinol-Äquivalente pro Tag für Erwachsene, ausdrücklich auch für Frauen im gebärfähigen Alter, Schwangere, Stillende und Frauen nach den Wechseljahren. Kritischer Effekt: Fehlbildungen beim Ungeborenen. Frauen, die schwanger sind oder es werden wollen, wird geraten, keine Leberprodukte zu essen.
Hinweis: Lebertran nennt das Gutachten in der Zusammenfassung nicht ausdrücklich.
30Bundesinstitut für Risikobewertung. Risikobewertung für Schwangere (ohne Datum) ·
Deutsche Gesellschaft für Ernährung. Ausgewählte Fragen und Antworten zu Vitamin A (10.09.2025).
bfr.bund.de · dge.de
Wegen sehr hoher Vitamin-A-Gehalte in Schlachttierleber wird seit den 1990er Jahren empfohlen, in der Schwangerschaft auf Leber aller Tierarten zu verzichten. Die DGE rät Schwangeren besonders in den ersten drei Monaten, auf den regelmäßigen und übermäßigen Verzehr von Lebensmitteln mit viel Vitamin A, vor allem Leber, zu verzichten.
Hinweis: Lebertran wird in beiden Quellen nicht ausdrücklich genannt.
31Rabenberg M et al. (2018). Implications of standardization of serum 25-hydroxyvitamin D data for the evaluation of vitamin D status in Germany, including a temporal analysis. BMC Public Health 18:845.
DOI 10.1186/s12889-018-5769-y · PMID 29980236
Die Originalwerte aus drei bundesweiten Gesundheitsstudien (1998 bis 2011) wurden nachträglich an das internationale Standardisierungsprogramm für Vitamin D angeglichen. Danach lagen die Mittelwerte höher und der Anteil im Mangelbereich niedriger; trotzdem hatten rund 15 % der Erwachsenen und 12,5 % der Kinder Werte unter 30 nmol/l. Einteilung: unter 30 nmol/l Mangel, 30 bis unter 50 unzureichend, ab 50 ausreichend.
Einschränkung: Die genauen Werte je Studie und Altersgruppe stehen im Volltext, der hier nicht geprüft wurde. Geldgeber: EU-Projekt ODIN der Europäischen Kommission.
32Dawson-Hughes B (2024). Effect of vitamin D on risk of falls and fractures – The contribution of recent mega-trials. Metabolism Open 23:100300.
DOI 10.1016/j.metop.2024.100300 · PMID 39100895
Erzählende Übersicht, ausdrücklich keine systematische. Die Großstudien VITAL, ViDA und D-Health mit zusammen über 50.000 überwiegend gut versorgten Älteren fanden mit umgerechnet 2.000 bis 3.300 IE täglich keinen günstigen Effekt auf Stürze oder Brüche; ViDA und D-Health gaben dabei Monatsdosen. Es gebe zunehmend Hinweise, dass 25(OH)D-Werte über 40 bis 60 ng/ml das Sturzrisiko erhöhen könnten.
Einschränkung: Einschätzung einer Autorin, keine eigene Auswertung; eine Fallzahl zu D-Health weicht von der Originalarbeit ab. Geldgeber: keine eigene Förderung; das Labor der Autorin wird vom US-Landwirtschaftsministerium unterstützt. Interessenkonflikte: keine erklärt.
33Keum N et al. (2022). Vitamin D supplementation and total cancer incidence and mortality by daily vs. infrequent large-bolus dosing strategies: a meta-analysis of randomised controlled trials. British Journal of Cancer 127:872–878.
DOI 10.1038/s41416-022-01850-2 · PMID 35676320
Metaanalyse randomisierter Studien. Krebssterblichkeit über sechs Studien: relatives Risiko 0,92 (0,82–1,03); nur Studien mit täglicher Gabe: 0,87 (0,78–0,96); bei seltenen großen Stoßdosen kein Effekt.
Einschränkung: Untergruppenvergleich; die Einzelwerte der Stoßdosen-Studien standen nur in einer Abbildung und waren nicht prüfbar. Geldgeber: National Research Foundation of Korea, NIH-Förderung für Koautorin JE Manson; laut Autoren keine Interessenkonflikte. Manson ist Erstautorin der VITAL-Studie.
34Scragg R et al. (2017). Effect of Monthly High-Dose Vitamin D Supplementation on Cardiovascular Disease in the Vitamin D Assessment Study: A Randomized Clinical Trial. JAMA Cardiology 2:608–616.
DOI 10.1001/jamacardio.2017.0175 · PMID 28384800
ViDA: 5.108 ausgewertete Erwachsene zwischen 50 und 84 Jahren, einmalig 200.000 IE, danach monatlich 100.000 IE oder Placebo, im Median 3,3 Jahre. Herz-Kreislauf-Erkrankungen: 11,8 % gegen 11,5 %, HR 1,02 (0,87–1,20).
Geldgeber: laut PubMed Förderung außerhalb der US-Regierung, Einzelheiten nicht geprüft. Hinweis: Erstautor Scragg gehört zum Leitlinien-Gremium der Endocrine Society (Beleg 7).
35Thompson B et al. (2023). Vitamin D supplementation and major cardiovascular events: D-Health randomised controlled trial. BMJ 381:e075230.
DOI 10.1136/bmj-2023-075230 · PMID 37380191
D-Health: 21.315 Australier zwischen 60 und 84 Jahren, fünf Jahre lang einmal im Monat 60.000 IE Vitamin D3 oder Placebo. Schwere Herz-Kreislauf-Ereignisse: 6,0 % gegen 6,6 %, HR 0,91 (0,81–1,01); Herzinfarkt HR 0,81 (0,67–0,98), Schlaganfall HR 0,99 (0,80–1,23).
Einschränkung: vorab festgelegtes, aber nachrangiges Studienziel; laut Autoren nicht für Mehrfachtests korrigiert. Geldgeber: National Health and Medical Research Council (Australien), ohne Rolle bei Durchführung und Bericht. Interessenkonflikte: einzelne Autoren mit Verbindungen zu Amgen, Sanofi, Alexion, AstraZeneca und Viatris, teils für andere Studien.
36Burt LA et al. (2019). Effect of High-Dose Vitamin D Supplementation on Volumetric Bone Density and Bone Strength: A Randomized Clinical Trial. JAMA 322:736–745.
DOI 10.1001/jama.2019.11889 · PMID 31454046
Doppelblinde Studie in Calgary mit 311 gesunden Erwachsenen zwischen 55 und 70 ohne Osteoporose, Ausgangswerte 30 bis 125 nmol/l; drei Jahre täglich 400, 4.000 oder 10.000 IE. Knochendichte am Unterarm: −1,2 %, −2,4 % und −3,5 %; am Schienbein −0,4 %, −1,0 % und −1,7 %. Knochenfestigkeit ohne signifikanten Unterschied.
Einschränkung: Laut Autoren ist offen, ob das schadet; gemessen per hochauflösender Computertomografie, Brüche waren kein Studienziel. Geldgeber: laut PubMed Förderung außerhalb der US-Regierung, Einzelheiten nicht geprüft.
37Jolliffe DA et al. (2021). Vitamin D supplementation to prevent acute respiratory infections: a systematic review and meta-analysis of aggregate data from randomised controlled trials. Lancet Diabetes & Endocrinology 9:276–292.
DOI 10.1016/S2213-8587(21)00051-6 · PMID 33798465
46 randomisierte Studien eingeschlossen, 37 in der Hauptauswertung. Mindestens ein Atemwegsinfekt: 61,3 % mit Vitamin D gegen 62,3 % mit Placebo, OR 0,92 (0,86–0,99). Schutz in Untergruppen: tägliche Gabe OR 0,78 (0,65–0,94), Tagesdosen von 400 bis 1.000 IE OR 0,70 (0,55–0,89), Dauer bis 12 Monate, Kinder von 1 bis 15 Jahren. Keine signifikante Wechselwirkung mit Dosis, Gabehäufigkeit, Dauer oder Alter.
Einschränkung: deutliche Unterschiede zwischen den Studien; der Gesamteffekt ist klein, ein Prozentpunkt. Geldgeber: keine Förderung angegeben. Interessenkonflikte nicht geprüft; ein Koautor arbeitet beim japanischen Nahrungsergänzungshersteller FANCL.
38Okereke OI et al. (2020). Effect of Long-term Vitamin D3 Supplementation vs Placebo on Risk of Depression or Clinically Relevant Depressive Symptoms and on Change in Mood Scores: A Randomized Clinical Trial. JAMA 324:471–480.
DOI 10.1001/jama.2020.10224 · PMID 32749491
Teil von VITAL: 18.353 Teilnehmer ab 50 Jahren, 2.000 IE täglich, Median 5,3 Jahre. Depression oder klinisch relevante depressive Beschwerden: HR 0,97 (0,87–1,09); Stimmungswerte unverändert (Unterschied 0,01 Punkte).
Einschränkung: Allgemeinbevölkerung, nicht Menschen mit Vitamin-D-Mangel. Geldgeber: laut PubMed National Institutes of Health; Interessenkonflikte nicht geprüft.
39Pittas AG et al. (2023). Vitamin D and Risk for Type 2 Diabetes in People With Prediabetes: A Systematic Review and Meta-analysis of Individual Participant Data From 3 Randomized Clinical Trials. Annals of Internal Medicine 176:355–363.
DOI 10.7326/M22-3018 · PMID 36745886
Gemeinsame Auswertung der Einzeldaten aus drei Studien mit Menschen mit Prädiabetes; getestet wurden 20.000 IE Cholecalciferol pro Woche, 4.000 IE täglich oder der Arzneiwirkstoff Eldecalcitol. Diabetesrisiko 15 % niedriger (HR 0,85; 0,75–0,96), absolute Risikominderung über drei Jahre 3,3 Prozentpunkte.
Einschränkung: Mengen weit über 20 µg pro Tag; eine Studie mit einem aktiven Vitamin-D-Abkömmling statt Vitamin D. Geldgeber: laut Kurzfassung keine Hauptförderung, laut Verlagsseite unter anderem NIH, Novo Nordisk Foundation und US-Landwirtschaftsministerium. Interessenkonflikte nicht geprüft. Erstautor Pittas gehört zum Leitlinien-Gremium der Endocrine Society (Beleg 7).
40Hahn J et al. (2022). Vitamin D and marine omega 3 fatty acid supplementation and incident autoimmune disease: VITAL randomized controlled trial. BMJ 376:e066452.
DOI 10.1136/bmj-2021-066452 · PMID 35082139
Teil von VITAL. Bestätigte Autoimmunerkrankungen: 123 mit Vitamin D gegen 155 mit Placebo, HR 0,78 (0,61–0,99; p = 0,05); ohne die ersten zwei Jahre HR 0,61 (0,43–0,86).
Einschränkung: Wirkung nur grenzwertig gesichert; kein klarer statistischer Hinweis, dass sich der Effekt mit der Zeit änderte (p = 0,14). Geldgeber: laut PubMed National Institutes of Health; Vitamin-D- und Placebo-Kapseln von Pharmavite, Omega-3-Kapseln von Pronova BioPharma. Interessenkonflikte nicht geprüft.
41Sanders KM et al. (2010). Annual high-dose oral vitamin D and falls and fractures in older women: a randomized controlled trial. JAMA 303:1815–1822.
DOI 10.1001/jama.2010.594 · PMID 20460620
Doppelblinde Studie mit 2.256 selbstständig lebenden Frauen ab 70 mit hohem Bruchrisiko; jeden Herbst oder Winter einmal 500.000 IE Vitamin D3 oder Placebo, über 3 bis 5 Jahre. Stürze: 83,4 gegen 72,7 je 100 Personenjahre, RR 1,15 (1,02–1,30); Brüche RR 1,26 (1,00–1,59). In den ersten drei Monaten nach der Gabe RR 1,31 für Stürze.
Einschränkung: Riesendosis einmal jährlich, nicht übertragbar auf tägliche Gabe; Bruch-Effekt knapp an der Signifikanzgrenze; das Zeitmuster wurde nachträglich ausgewertet. Geldgeber: laut PubMed Förderung außerhalb der US-Regierung, Einzelheiten nicht geprüft.
42Bischoff-Ferrari HA et al. (2016). Monthly High-Dose Vitamin D Treatment for the Prevention of Functional Decline: A Randomized Clinical Trial. JAMA Internal Medicine 176:175–183.
DOI 10.1001/jamainternmed.2015.7148 · PMID 26747333
200 Menschen ab 70 mit einem früheren Sturz, ein Jahr lang monatlich 24.000 IE, 60.000 IE oder 24.000 IE plus Calcifediol. Die höheren Dosen erreichten häufiger 30 ng/ml, verbesserten aber die Beinfunktion nicht. Anteil mit Stürzen: 66,9 % (60.000 IE) und 66,1 % (mit Calcifediol) gegen 47,9 % (24.000 IE).
Einschränkung: kleine Studie, Stürze waren ein Nebenziel. Geldgeber: laut PubMed Förderung außerhalb der US-Regierung, Einzelheiten und Interessenkonflikte nicht geprüft.
43Waterhouse M et al. (2021). Vitamin D supplementation and risk of falling: outcomes from the randomized, placebo-controlled D-Health Trial. Journal of Cachexia, Sarcopenia and Muscle 12:1428–1439.
DOI 10.1002/jcsm.12759 · PMID 34337905
Teil von D-Health (einmal im Monat 60.000 IE). Sturz im vergangenen Monat: Odds Ratio 1,02 (0,95–1,10), also kein Effekt. Bei einem BMI unter 25 mehr Stürze (1,25; 1,09–1,43), bei einem BMI ab 25 kein Effekt (0,95; 0,87–1,04).
Einschränkung: Stürze per Fragebogen erfasst; die BMI-Untergruppe ist ein Nebenbefund. Geldgeber und Interessenkonflikte: nicht geprüft.