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Wissen · Stefan Trost
Ernährung · Protein · Eiweiß · Muskelaufbau · Nieren

Protein: wie viel Du am Tag brauchst und wie Du es verteilst

Im Netz liest Du 0,8, 1,6 oder 2,2 Gramm pro Kilo. Die Zahlen widersprechen sich nicht – sie beantworten verschiedene Fragen.

Protein, auf Deutsch Eiweiß, liefert das Baumaterial für Deine Muskeln. Wie viel Du davon am Tag brauchst, hängt an Alter, Training und Ziel: Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt gesunden Erwachsenen 0,8 Gramm je Kilo Körpergewicht, ab 65 Jahren schätzt sie 1,0 Gramm.1 Wer mit Krafttraining Muskeln aufbaut, profitierte in einer großen Auswertung bis rund 1,6 Gramm – ein Schätzwert; der wahre Wert kann zwischen 1,0 und 2,2 liegen.2

Zwei alte Regeln wackeln. Mehr als 25 Gramm pro Mahlzeit sind wohl kein Verlust: In einer Laborstudie mit jungen Männern wurden auch 100 Gramm genutzt – die Wirkung war stärker und hielt länger an;3 ob das für krafttrainierte junge Frauen gilt, ist fraglich.4 Und für Schäden an gesunden Nieren gibt es keinen Beleg. Oft heißt es deshalb, viel Eiweiß sei für die Nieren völlig sicher. Das ist zu viel gesagt – Daten über Jahrzehnte fehlen.5, 6

1,6 g
Eiweiß je Kilo am Tag – Schätzwert, ab dem mehr Eiweiß im Mittel keine zusätzliche fettfreie Masse mehr brachte, also alles außer Fett, vor allem Muskeln; kein harter Knick, statistisch unsicher2
100 g
Eiweiß auf einmal regten den Muskelaufbau stärker und länger an als 25 Gramm – bis zum Ende der Messung nach zwölf Stunden3
+0,3 kg
fettfreie Masse brachte Eiweiß als Ergänzung zum Krafttraining, in Studien über mindestens sechs Wochen – das Training ohne Eiweißzusatz rund 1,1 Kilo2

Protein in Fragen und Antworten

Auf einen Blick · Einordnung von Stefan Trost

Neun Fragen, kurz beantwortet

Wenn Du nur zwei Minuten hast, reicht dieser Kasten. Alles Weitere steht darunter.

„Wie viel Protein brauche ich am Tag?“
Das hängt an Deinem Ziel. Gesunde Erwachsene: 0,8 Gramm je Kilo, ab 65 rund 1,0 Gramm.1 Mit Krafttraining und Aufbauziel: rund 1,6 Gramm, wer das Maximum herausholen will, bis 2,2.2
„Brauche ich als Freizeitsportler mehr Eiweiß?“
Laut DGE nicht, wenn Du vier- bis fünfmal pro Woche eine halbe Stunde moderat aktiv bist.1 Wer mit Krafttraining gezielt Muskeln aufbaut, profitierte in Studien von mehr – bis rund 1,6 Gramm je Kilo.2 Dann gilt für Dich, auch als Einsteiger, die Karte „Du baust Muskeln auf“ in Kapitel 01.
„Zählt bei Übergewicht mein volles Körpergewicht?“
Nein. Die DGE rechnet bei Übergewicht – einem Body-Mass-Index über 25 – mit dem Normalgewicht.1 Ich übertrage das auf die Werte fürs Krafttraining; bei starkem Übergewicht landest Du sonst schnell 40, 50 Gramm zu hoch – siehe das Beispiel in Kapitel 03.
„Brauche ich in der Diät mehr Eiweiß?“
Wenn Du eher schlank bist und Kraft trainierst, ja: 2,3 bis 3,1 Gramm – aber je Kilo fettfreier Masse, nicht je Kilo Körpergewicht, so eine Übersicht aus sechs Studien.7 Manche Quellen nennen dieselbe Spanne je Kilo Körpergewicht, sogar die offizielle Stellungnahme einer Fachgesellschaft für Sporternährung.8 Für mehr Körperfett gibt es keine belegte Zahl; meine Einschätzung: rund 1,6 Gramm je Kilo Normalgewicht.
„Kann der Körper nur 25 Gramm pro Mahlzeit verwerten?“
Nein. In einer Laborstudie mit jungen Männern wurden auch 100 Gramm für den Muskelaufbau genutzt – die Reaktion war stärker und hielt länger an.3 Auf drei bis vier Mahlzeiten verteilen bleibt trotzdem praktisch.4
„Muss der Shake direkt nach dem Training sein?“
Nein. In einer Auswertung von 23 Studien zählte die Eiweißmenge über den Tag, nicht der Zeitpunkt am Training.9
„Schadet viel Eiweiß meinen Nieren?“
Bei gesunden Nieren gibt es dafür keinen Beleg. Die Filterleistung entwickelte sich in Studien nicht anders als bei normaler Zufuhr.5 Langzeitdaten über Jahrzehnte fehlen allerdings.6 Mit einer Nierenerkrankung gilt anderes.
„Welches Eiweiß ist das beste – Whey, Fleisch oder Pflanzen?“
Einen klaren Sieger gibt es nicht. Whey, auf Deutsch Molke, regte in zwei Laborstudien den Muskelaufbau stärker an als Kasein, das andere Eiweiß der Milch – gemessen über wenige Stunden, nicht als Muskelzuwachs über Monate.10, 11 Mit je 30 Gramm Eiweiß aus Milch, Rindfleisch, Erbse oder Mais fanden Laborstudien an jungen Männern über fünf Stunden aber keinen gesicherten Unterschied.12, 13 Über Monate lag tierisches Eiweiß bei unter 50-Jährigen leicht vorn.14
„Bringen Proteinriegel was für die Muskeln?“
Kommt auf das Eiweiß darin an. Steckt Kollagen darin – das Eiweiß aus Bindegewebe, aus dem auch Gelatine gewonnen wird –, zählt es im Eiweißwert voll mit. Ihm fehlt aber Tryptophan, ein Baustein, den der Körper nicht selbst herstellen kann.15 In einer Studie regte Kollagen den Muskelaufbau über mehrere Tage nicht messbar an, Molke schon.16 Was im Riegel steckt, zeigt die Zutatenliste, siehe Kapitel 06.
01Gilt das für Dich?

Welche Eiweißmenge zu Deinem Ziel passt

Die meisten Zahlen, die Du im Netz findest, sind richtig – sie beantworten nur verschiedene Fragen. Finde Dich in einer der Karten wieder, dann weißt Du, welche Zahl für Dich gilt.

Du baust Muskeln auf

Rund 1,6 Gramm je Kilo

Bis zu dieser Menge brachte mehr Eiweiß im Mittel mehr fettfreie Masse, vor allem Muskeln; wer nichts verschenken will, nimmt bis 2,2 Gramm.2 Bei bereits Trainierten wirkte zusätzliches Eiweiß sogar stärker. Kapitel 03.

Du nimmst ab

Mehr Eiweiß, und das Training bleibt

Im Kaloriendefizit sinkt der Muskelaufbau; Krafttraining und Eiweiß halten dagegen.17 Wer eher schlank ist – Männer bis etwa 23, Frauen bis etwa 35 Prozent Körperfett – und Kraft trainiert, liegt bei 2,3 bis 3,1 Gramm je Kilo fettfreier Masse.7 Für mehr Körperfett gibt es keine belegte Zahl; meine Einschätzung: rund 1,6 Gramm je Kilo Normalgewicht. Kapitel 03.

Du bist 65 oder älter

Größere Portionen pro Mahlzeit

Die DGE setzt ab 65 einen höheren Wert an, 1,0 Gramm je Kilo;1 eine Expertengruppe für Ältere empfiehlt mindestens 1,0 bis 1,2.18 Ältere Männer brauchten pro Mahlzeit mehr Eiweiß für dieselbe Wirkung wie junge.19 Kapitel 04.

Du isst pflanzlich

Menge im Blick, Quellen mischen

Pflanzliches Eiweiß enthält meist weniger Bausteine, die der Körper nicht selbst herstellen kann; Mischungen können tierischem Eiweiß nahekommen.20 Mit 1,6 Gramm je Kilo bauten junge Veganer in einer Studie gleich viel auf; über viele Studien lag tierisches Eiweiß leicht vorn.14, 21 Kapitel 06.

Du machst Breitensport

0,8 Gramm reichen

Vier- bis fünfmal pro Woche eine halbe Stunde moderat: Dafür brauchst Du laut DGE kein Extra-Eiweiß.1 Proteinriegel und Shakes kannst Du Dir sparen. Trainierst Du mit Gewichten, um Muskeln aufzubauen – auch als Einsteiger –, gilt die Karte „Du baust Muskeln auf“. Kapitel 03.

Medizinische Vorgeschichte

Erst die Freigabe

Bei einer Nierenerkrankung oder einer anderen Erkrankung, bei der die Eiweißmenge Teil der Behandlung ist, klärst Du vorher mit Deinem Arzt, wie viel Eiweiß für Dich passt.

Nicht Thema dieser Seite Welche Kombination aus Eiweiß und Kohlenhydraten zu welchem Ziel passt, steht auf einer eigenen Seite: fittermacher.de/protein-kombis.html. Diese Seite richtet sich an gesunde Erwachsene, die trainieren – vom Einsteiger bis zum Ambitionierten. Für Kinder, Jugendliche, Schwangere und Stillende gelten eigene Empfehlungen.
02So machst Du es

Menge, Bezugsgröße, Verteilung: die Regeln für den Alltag

Wenn Du nur ein Kapitel liest, dann dieses. Die meisten Fehler entstehen nicht bei der Feinjustierung, sondern bei der Bezugsgröße, also bei der Frage, mit welchem Gewicht Du rechnest – und beim fehlenden Training.

✓Wähle die Zahl nach Deinem Ziel. 0,8 Gramm je Kilo für gesunde Erwachsene, ab 65 rund 1,0, für Muskelaufbau rund 1,6 – wer das Maximum herausholen will, bis 2,2.1, 2
✓Rechne bei Übergewicht mit dem Normalgewicht. So hält es die DGE für ihren Wert; Übergewicht heißt dort ein Body-Mass-Index über 25.1 Ich übertrage das auf die Werte fürs Krafttraining – bei starkem Übergewicht landest Du sonst schnell 40, 50 Gramm zu hoch.
✓Drei bis vier eiweißreiche Mahlzeiten. Nicht weil mehr pro Mahlzeit verloren ginge, sondern weil die Menge so leichter zusammenkommt.3, 4
✓Im Alter größere Portionen. Männer um die 70 brauchten rund 0,4 Gramm je Kilo pro Mahlzeit für die volle Wirkung, junge 0,24.19
✓Wähle die Eiweißquelle nach Geschmack und Verträglichkeit. Mit rund 30 Gramm Eiweiß auf einmal fanden Laborstudien über einige Stunden keinen gesicherten Unterschied zwischen Milch, Rindfleisch und Pflanzeneiweiß;12, 13 über Monate lag tierisches Eiweiß bei unter 50-Jährigen leicht vorn.14 Isst Du pflanzlich, kombiniere mehrere Quellen und halte die Tagesmenge mindestens ein – das ist meine Einschätzung.
✓Erst der Teller, dann das Pulver. Eiweiß zusätzlich brachte vor allem dann etwas, wenn die Gesamtmenge unter rund 1,6 Gramm je Kilo lag.2
✕Kein Shake-Stress nach dem Training. Die Tagesmenge zählte, nicht die Minute.9
✕Kollagen nicht als Muskel-Eiweiß zählen. Das Eiweiß aus Bindegewebe zählt in Riegeln und Pulvern im Eiweißwert voll mit; ihm fehlt aber Tryptophan, ein Baustein, den der Körper nicht selbst herstellen kann, und den Muskelaufbau regte es kaum an.15, 16
✕Keine BCAA-Kapseln statt echtem Eiweiß. BCAA sind drei einzelne Aminosäuren, also Bausteine von Eiweiß. Nach Einschätzung der Studienautoren regten sie den Muskelaufbau nur etwa halb so stark an wie Molke mit gleich viel BCAA.22
Wenn Du nur einen Absatz mitnimmst Willst Du Muskeln aufbauen: rund 1,6 Gramm Eiweiß je Kilo Normalgewicht am Tag, verteilt auf drei bis vier Mahlzeiten, aus echtem Essen – und Krafttraining, sonst wird nicht gebaut. Ohne Aufbauziel reichen laut DGE 0,8 Gramm, ab 65 rund 1,0. Alles andere ist Feinabstimmung.
03Menge

Wie viel Protein am Tag: 0,8, 1,6 oder 2,2 Gramm je Kilo?

Die drei Zahlen beantworten verschiedene Fragen. 0,8 Gramm ist die Empfehlung für gesunde Erwachsene im Alltag, 1,6 Gramm der Wert, bis zu dem mehr Eiweiß beim Krafttraining noch Muskelmasse brachte.

Die 1,6 stammt aus einer großen Auswertung von 49 Studien zu dieser Frage. Sie suchte den Punkt, ab dem mehr Eiweiß keine zusätzliche fettfreie Masse mehr bringt – fettfreie Masse ist alles außer Fett, vor allem Muskeln, Wasser und Knochen. Der Punkt lag bei 1,62 Gramm je Kilo Körpergewicht und Tag.2

Wichtig dazu: Der Wert ist unsicher. Der Unsicherheitsbereich reicht von rund 1,0 bis 2,2 Gramm, und der Knick selbst – der Punkt, ab dem mehr Eiweiß kaum noch etwas bringt – war statistisch nicht gesichert: Er könnte auch zufällig so aussehen. Die Autoren empfehlen deshalb bis 2,2 Gramm für alle, die das Maximum herausholen wollen.2 Daher kommt die oft genannte Spanne 1,6 bis 2,2: Schätzwert plus obere Grenze des Unsicherheitsbereichs.

Aus derselben Auswertung stammt eine zweite Zahl, die oft übersehen wird: Eiweiß zusätzlich zum Training brachte im Mittel 0,3 Kilogramm mehr fettfreie Masse und 2,5 Kilogramm mehr im Maximalkrafttest. Training ohne Eiweißzusatz brachte rund 1,1 Kilogramm fettfreie Masse und war nach den Autoren der deutlich stärkere Reiz.2 Mit dem Alter wurde der Zusatzeffekt kleiner, bei bereits Krafttrainierten größer.2

Wer die Zahl geliefert hat, gehört dazu Der Seniorautor der Auswertung, also der Leiter der Forschungsgruppe, erhielt Forschungsgeld, Reisekosten und Vortragshonorare vom nationalen Milchrat der USA, einer Einrichtung der Milchwirtschaft – die auch Studien aus der Auswertung unterstützt hat.2 Dieselbe Person ist Seniorautor einer Auswertung zu den Nieren, die in Kapitel 05 vorkommt. Das entwertet die Ergebnisse nicht – Du solltest es aber wissen.

Welche Zahl für wen gilt

SituationEiweiß am TagEinordnung
Gesunde Erwachsene, 19 bis 64 Jahre0,8 g je kgDGE-Empfehlung, bezogen auf Normalgewicht1
Breitensport, vier- bis fünfmal 30 Minuten moderat0,8 g je kglaut DGE kein Mehrbedarf1
Ab 65 Jahren1,0 g je kgDGE-Schätzwert – der Bedarf lässt sich laut DGE nicht genau bestimmen1
Krafttraining mit Aufbauziel1,6 g je kg, bis 2,2große Auswertung von 49 Studien; 2,2 als obere Grenze des Unsicherheitsbereichs2
Training allgemein, nach einer Fachgesellschaft für Sporternährung1,4–2,0 g je kgoffizielle Stellungnahme (Positionspapier) der ISSN; Autoren teils aus der Ergänzungsmittel-Branche8
Diät, krafttrainiert und eher schlank2,3–3,1 g je kg fettfreier MasseÜbersicht aus sechs Studien; steigt mit Defizit und Schlankheit7

belegt heißt: Empfehlungen und Studienwerte, keine eigenen Rechnungen. Alle Werte gelten für gesunde Erwachsene. Die 1,4 bis 2,0 Gramm der ISSN zielen auf Trainierende allgemein und decken sich weitgehend mit der Spanne der großen Auswertung.

Die Bezugsgrößen-Falle

Pro Kilo ist nicht gleich pro Kilo. Die DGE schreibt zu ihren Werten ausdrücklich: Bei Übergewicht wird mit dem Normalgewicht gerechnet. Übergewicht heißt dort ein Body-Mass-Index über 25 – Körpergewicht in Kilo geteilt durch die Körpergröße in Metern zum Quadrat.1 Wo genau Dein Normalgewicht liegt, legt die DGE nicht fest. Ein brauchbarer Anhaltspunkt ist die Grenze selbst: Größe mal Größe mal 25 – bei 1,80 Metern rund 81 Kilo. Liegt Dein BMI unter 25, rechnest Du einfach mit Deinem Gewicht. Für die Werte fürs Krafttraining gibt es keine eigene Regel – ich übertrage das Prinzip. Beides ist meine Einschätzung.

Beispiel Übergewicht: 1,80 m, 110 kg, Ziel Muskelaufbau · so rechnest Du Mit dem aktuellen Gewicht: 110 kg × 1,6 g = 176 g Grenze zum Übergewicht: 1,8 m × 1,8 m × 25 = 81 kg · gewählt: 80 kg Mit dem Normalgewicht: 80 kg × 1,6 g = 128 g Unterschied: 176 − 128 = 48 g am Tag 48 Gramm – etwa so viel wie in einer Portion Hähnchenbrust von 150 Gramm

gerechnet heißt: von mir aus belegten Werten gerechnet. Beispielperson; als Normalgewicht habe ich 80 Kilo gewählt, knapp unter BMI 25. Hähnchenbrust nach der Tabelle in Kapitel 06.23 Die Wahl des Normalgewichts und die Übertragung der DGE-Regel auf die Werte fürs Krafttraining sind meine Einschätzung, keine Studienregel.

In der Diät: mehr Eiweiß, je Kilo fettfreier Masse

Im Kaloriendefizit sinkt der Aufbau neuer Muskeleiweiße: Nach fünf Tagen mit knapper Energie lag er in Ruhe um 27 Prozent niedriger. Krafttraining brachte ihn auf das normale Niveau zurück, Eiweiß danach hob ihn darüber.17 Eine kleine Laborstudie über wenige Tage – aber sie zeigt, warum Training und Eiweiß in der Diät zusammengehören.

Eine Übersicht zu krafttrainierten, eher schlanken Sportlern in der Diät kam auf 2,3 bis 3,1 Gramm je Kilo fettfreier Masse; je größer das Defizit und je schlanker, desto höher.7 Als schlank galten dort Männer bis 23 und Frauen bis 35 Prozent Körperfett. Für Menschen mit mehr Körperfett nennt die Übersicht keine Zahl. Meine Einschätzung: Rechne dann wie beim Muskelaufbau mit rund 1,6 Gramm je Kilo Normalgewicht.

Beispiel Diät: 80 kg, 15 % Körperfett, krafttrainiert · so rechnest Du Fettfreie Masse: 80 kg × 0,85 = 68 kg 68 kg × 2,3 g = 156 g · 68 kg × 3,1 g = 211 g Je Kilo Körpergewicht: 156 ÷ 80 = 1,95 g · 211 ÷ 80 = 2,64 g 156 bis 211 Gramm am Tag – 1,95 bis 2,64 Gramm je Kilo Körpergewicht, nicht 2,3 bis 3,1

gerechnet Beispielperson, Körperfettanteil angenommen. Grundlage ist die Übersicht zu Kraftsportlern in der Diät.7

Die Verwechslung, die sogar in einem Positionspapier steht Die Übersicht nennt 2,3 bis 3,1 Gramm je Kilo fettfreier Masse.7 Die International Society of Sports Nutrition (ISSN), eine Fachgesellschaft für Sporternährung, gibt in der Zusammenfassung ihres Positionspapiers dieselbe Spanne je Kilo Körpergewicht an.8 Bei 80 Kilo und 15 Prozent Körperfett macht das 28 bis 37 Gramm am Tag aus – gerechnet: 80 × 2,3 = 184 statt 156 und 80 × 3,1 = 248 statt 211 Gramm.
04Verteilung

Wie viel Protein pro Mahlzeit: die 25-Gramm-Regel und das anabole Fenster

Über Jahre hieß es: Mehr als 25 Gramm pro Mahlzeit kann der Körper nicht nutzen, der Rest wird verbrannt. Eine Studie aus Maastricht hat das infrage gestellt – zumindest im Labor.

Junge, freizeitaktive Männer bekamen nach einem Ganzkörpertraining kein Eiweiß, 25 oder 100 Gramm Milcheiweiß; gemessen wurde über zwölf Stunden mit markierten Aminosäuren, deren Weg in den Muskel sich verfolgen lässt. Mit 100 Gramm lag der Aufbau neuer Muskeleiweiße in den ersten vier Stunden rund 20 Prozent höher als mit 25 Gramm, in den Stunden vier bis zwölf rund 40 Prozent. Verbrannt wurde dabei kaum etwas zusätzlich.3

Die ehrliche Einschränkung Ein Fachkommentar weist darauf hin: Untersucht wurden freizeitaktive, nicht krafttrainierte junge Männer – eine besonders empfängliche Gruppe. Auf krafttrainierte junge Frauen scheint sich das Ergebnis nach neueren Daten, die der Kommentar anführt, nicht zu übertragen, und ob die Verteilung über den Tag eine Rolle spielt, sei damit nicht beantwortet.4 Gemessen wurde außerdem die Reaktion über zwölf Stunden, nicht der Muskelzuwachs über Monate.3

Mit dem Alter: größere Portionen

Ältere Muskeln reagieren träger auf Eiweiß. In einer Auswertung früherer Laborstudien erreichten Männer um die 70 die volle Reaktion erst mit rund 0,4 Gramm Eiweiß je Kilo Körpergewicht pro Mahlzeit, Männer um die 20 schon mit 0,24 Gramm.19 Der Unterschied je Kilo Körpergewicht war knapp nicht gesichert, je Kilo fettfreier Masse aber deutlich.

Verteilung bei 75 kg · so rechnest Du Tagesmenge: 75 kg × 1,6 g = 120 g Auf vier Mahlzeiten: 120 ÷ 4 = 30 g je Mahlzeit Volle Reaktion bei Männern um die 70: 75 kg × 0,4 g = 30 g · um die 20: 75 kg × 0,24 g = 18 g Vier Mahlzeiten mit je 30 Gramm decken beides ab

gerechnet Aus der großen Auswertung von 49 Studien und der Laborauswertung zu jungen und älteren Männern.2, 19 Die Laborauswertung umfasste nur Männer.

Und das anabole Fenster?

Anabol heißt aufbauend. Mit dem anabolen Fenster ist die Vorstellung gemeint, nach dem Training bliebe nur ein enges Zeitfenster für Eiweiß – sie hält nicht. In einer Auswertung von 23 Studien zum Zeitpunkt verschwand der scheinbare Vorteil von Eiweiß direkt am Training, sobald die Gesamtmenge berücksichtigt war. Der stärkste Faktor war die Eiweißmenge über den Tag.9 Bezahlt hat diese Auswertung ein Hersteller von Eiweißpulver – das Ergebnis spricht eher gegen das Verkaufsargument, der Shake müsse direkt nach dem Training kommen.

Was daraus praktisch folgt Entspann Dich beim Timing. Schaffst Du an einem Tag nur drei Mahlzeiten und landen in einer davon 60 Gramm Eiweiß, ist nichts verloren. Drei bis vier Portionen bleiben trotzdem die bessere Standardeinstellung, weil die Tagesmenge so leichter zusammenkommt. Bist Du älter, achte darauf, dass jede Portion groß genug ist – bei Männern um die 70 waren es rund 0,4 Gramm je Kilo.
05Nieren, Knochen

Schadet viel Protein den Nieren oder den Knochen?

Zwei Sorgen halten sich hartnäckig. Für Schäden an gesunden Nieren und Knochen gibt es keinen Beleg – aber auch keine Daten über Jahrzehnte.

Die Nieren

Eine Auswertung von Studien, in denen das Los die Gruppen bestimmte, verglich viel Eiweiß – mindestens 1,5 Gramm je Kilo, 20 Prozent der Energie oder 100 Gramm am Tag – mit normaler oder niedriger Zufuhr, bei Erwachsenen ohne Nierenerkrankung. Am Studienende filterten die Nieren der Eiweißgruppen etwas mehr; gemessen an den Ausgangswerten veränderte sich die Filterleistung aber nicht anders als bei normaler oder niedriger Zufuhr.5 Seniorautor ist derselbe Forscher wie bei der großen Auswertung in Kapitel 03 – zu seinem Geld aus der Milchwirtschaft siehe dort. Die höhere Filterleistung werten Fachleute im Auftrag der DGE als Anpassung, nicht als Schaden.6

Für ihre Eiweiß-Leitlinie hat die DGE zu jedem Gesundheitsthema eine eigene Übersicht erstellen lassen. Die Übersicht zu den Nieren fand für keine Nierenerkrankung und für keine Nierensteine einen Beleg, dass viel Eiweiß sie auslöst. Mehr Kalzium im Urin, ein Risikofaktor für Steine, ist bei viel Eiweiß wahrscheinlich. Und sie warnt ausdrücklich davor, viel Eiweiß deshalb „quasi sicher“ zu nennen: Die meisten Studien liefen kurz, ein Risiko über Jahrzehnte lässt sich nicht beurteilen.6

Mit Nierenerkrankung gilt anderes Bei Menschen mit chronischer Nierenerkrankung wurde viel Eiweiß in Studien mit einem schnelleren Weg zur Dialyse in Verbindung gebracht.6 Eine Expertengruppe für Ältere, die mindestens 1,0 bis 1,2 Gramm je Kilo empfiehlt, nimmt schwere Nierenerkrankungen davon ausdrücklich aus.18 Hast Du eine Nierenerkrankung, legt Dein Arzt die Menge fest.

Die Knochen

Die Sorge stammt aus einer alten Annahme: Eiweiß erzeuge Säure, der Körper puffere sie mit Kalzium aus dem Knochen. Tatsächlich steigt bei viel Eiweiß das Kalzium im Urin. In einer Stoffwechselstudie mit markiertem Kalzium kam das Plus aber aus einer besseren Aufnahme im Darm, nicht aus dem Knochen.24 Die Studie lief nur zehn Tage mit wenigen Frauen.

Die DGE-Übersicht zu den Knochen fand für Knochendichte und Brüche insgesamt keine ausreichende Beweislage – weder für Nutzen noch für Schaden. Einzige Ausnahme: Mehr Eiweiß ging möglicherweise mit weniger Hüftbrüchen einher, in zwei großen Auswertungen um rund 11 Prozent – ein relativer Wert, gemessen am Ausgangsrisiko.25 Das sind Beobachtungsdaten – Menschen, die mehr Eiweiß essen, können sich auch sonst unterscheiden.

06Quellen

Woher das Eiweiß kommt: Teller, Pflanzen, Tempo und Kollagen

Sortiert nach realistischer Portion statt nach 100 Gramm. Die meisten schaffen ihre Menge mit normalem Essen.

LebensmittelPortionEiweiß
Hähnchenbrust, gebraten150 g46,5 g
Lachs aus Zucht, gegart150 g33,2 g
Tofu, fest150 g26,0 g
Hüttenkäse, 2 % Fett200 g20,8 g
Eier3 Stück, je 50 g18,9 g
Linsen, gekocht200 g18,0 g

gerechnet Portion mal Wert je 100 Gramm aus der US-Nährwertdatenbank.23 US-Ware: Fester Tofu ist dort mit Calciumsulfat hergestellt, Eier gelten in der US-Größe „large“ mit 50 Gramm. Steht auf Deiner Packung etwas anderes, gilt die Packung. Magerquark fehlt, weil mir für deutsche Ware kein geprüfter Datenbankwert vorlag; bei ihm und bei Proteinpulver nimm den Wert von der Packung.

Ein Tag mit 80 kg und 1,6 g je kg · so rechnest Du Ziel: 80 kg × 1,6 g = 128 g 3 Eier 18,9 g + Hähnchenbrust 46,5 g + Hüttenkäse 20,8 g + Linsen 18,0 g = 104,2 g Es fehlen: 128 − 104,2 = rund 24 g Diese vier Lebensmittel bringen gut 80 Prozent – den Rest können Brot, Milch und Beilagen liefern

gerechnet Aus der Tabelle oben. 104,2 von 128 Gramm sind 81 Prozent. Dass Brot, Milch und Beilagen den Rest liefern, ist meine Einschätzung – mit diesen Lebensmitteln nicht nachgerechnet.

Pflanzlich: weniger Bausteine pro Gramm, mit genug Menge nah dran

Eiweiß besteht aus Aminosäuren; einige davon kann der Körper nicht selbst herstellen, sie heißen unentbehrlich oder essenziell. In einer Laboranalyse handelsüblicher Eiweißpulver lag ihr Anteil bei Hafer, Lupine und Weizen bei 21 bis 22 Prozent, bei Soja bei 27, bei Kartoffel bei 37 – Molke kam auf 43, Milch auf 39 Prozent. Als einziges Pflanzeneiweiß erfüllte das aus Kartoffeln alle internationalen Mindestwerte für unentbehrliche Aminosäuren. Mischungen mehrerer Pflanzeneiweiße können tierischem Eiweiß nahekommen.20

Im Training entscheidet dann vor allem die Menge: Bei 1,6 Gramm je Kilo bauten junge Veganer mit Sojaeiweiß über zwölf Wochen genauso viel Beinmuskulatur auf wie Mischköstler mit Molke.21 Es waren untrainierte Männer, und die Gruppen ergaben sich aus der gewohnten Ernährung, nicht durch Los.

In einer Auswertung von 16 Studien, in denen das Los entschied, unterschieden sich Kraft und fettfreie Masse in Kilo insgesamt nicht gesichert; der Anteil fettfreier Masse am Körpergewicht lag mit tierischem Eiweiß leicht höher. Bei Erwachsenen unter 50 brachte tierisches Eiweiß im Mittel rund 0,4 Kilo mehr fettfreie Masse, in Studien von zwei Wochen bis zwei Jahren.14 Die Gesamtergebnisse zur fettfreien Masse waren nicht stabil: Ließ man einzelne Studien weg, wurde der Vorteil mal gesichert, mal verschwand er; für die unter 50-Jährigen ist diese Prüfung nicht berichtet. Meist ging es um Soja gegen Milcheiweiß, die Eiweißmengen waren nicht überall gleich, und vier Studien untersuchten Menschen mit Vorerkrankungen. In der großen Auswertung von 49 Studien aus Kapitel 03 machte es keinen erkennbaren Unterschied, ob die Teilnehmer zusätzlich Molke oder Soja bekamen – geprüft in einer Zusatzauswertung, die nicht von vornherein geplant war, mit nur sechs Soja-Gruppen.2

Schnell oder langsam: Wie viel die Sorte ausmacht

Eiweißquellen werden unterschiedlich schnell verdaut. Molkeneiweiß – im Handel oft Whey genannt – lässt die Aminosäuren im Blut steil und kurz ansteigen. Kasein, das andere Eiweiß der Milch, kommt langsamer an und hält den Spiegel über mehrere Stunden, vermutlich weil es den Magen langsamer verlässt.26 Milch enthält beides.

Im Muskel zeigte sich das in einer kleinen Studie ebenfalls. Je sechs junge Männer bekamen dieselbe Menge unentbehrlicher Aminosäuren aus vorverdautem Molkeneiweiß, Soja oder Kasein: Kasein regte den Aufbau neuer Muskeleiweiße am schwächsten an, Molke am stärksten – nach dem Training gesichert, in Ruhe lag Molke nur knapp und nicht gesichert vor Soja.10

Andere Studien fanden kleinere oder gar keine Unterschiede. Nach schwerem Krafttraining bauten junge Männer mit Molke und mit Kasein gleich viel neues Muskeleiweiß auf – gemessen von der ersten bis zur sechsten Stunde, die Zeit davor ist nicht berichtet.27 Mit 30 Gramm Eiweiß aus Rindfleisch lag der Aufbau in den ersten zwei Stunden hinter Milch; über fünf Stunden war der Unterschied nicht mehr gesichert.12 Und je 30 Gramm Erbsen-, Mais- oder Weizeneiweiß regten den Muskelaufbau über fünf Stunden ohne gesicherten Unterschied zu 30 Gramm Milcheiweiß an – ebenso eine Mischung aus allen dreien.13 Zu diesen Pflanzenvergleichen gehören fünf Haken: Es waren junge Männer in Ruhe. Getestet wurden Eiweißpulver, keine Erbsen oder Maiskörner; ganze pflanzliche Lebensmittel enthalten Stoffe, die die Verdauung von Eiweiß bremsen, und die Autoren erwarten bei ihnen eher eine schwächere Reaktion. Alle vier Pflanzenvergleiche stammen aus derselben Studie mit derselben kleinen Milchgruppe – vier Auswertungen, keine vier Bestätigungen. Die Messwerte streuten mindestens doppelt so stark wie bei der Planung angenommen; einen kleinen Unterschied hätte die Studie leicht übersehen. Und mitbezahlt haben die Firmen, von denen die getesteten Pflanzeneiweiße stammten; laut ihrer Erklärung zu Interessenkonflikten waren sie auch an der Planung und an der Auswahl der Produkte beteiligt.

Aufschlussreich ist, was dabei im Blut passierte. Nach Milch stiegen die unentbehrlichen Aminosäuren deutlich höher als nach Erbse oder der Pflanzenmischung – im Muskel kam trotzdem ähnlich viel Aufbau an.13 Beim Rindfleisch war es umgekehrt: Seine Aminosäuren erschienen schneller im Blut als die aus Milch, in den ersten zwei Stunden regte es den Muskel trotzdem weniger an.12 Wie schnell und wie hoch die Aminosäuren im Blut ansteigen, ist also nur ein Teil der Geschichte.

Bei Älteren fanden zwei Studien Unterschiede zwischen den Quellen – allerdings nicht in derselben Richtung. Bei Männern um die 75 regte Molke den Muskelaufbau in Ruhe fast doppelt so stark an wie dieselbe Menge Kasein, je 20 Gramm.11 In einer anderen Studie mit Männern um die 70 und je 35 Gramm lag dagegen Kasein vor vorverdautem Weizeneiweiß, Molke hob den Aufbau dort nicht gesichert über den Ausgangswert, und erst 60 Gramm des Weizeneiweißes wirkten messbar.28 Bezahlt hat diese Studie der Hersteller des getesteten Weizeneiweißes; 60 Gramm auf einmal nennen die Autoren selbst keine alltagstaugliche Lösung.

Was diese Studien messen – und was nicht Gemessen wird, wie schnell im Muskel neues Eiweiß entsteht: im Labor, als Mittelwert über einige Stunden. Ob daraus über Monate mehr Muskel wird, ist eine eigene Frage. Bei untrainierten jungen Männern sagte die Reaktion nach der ersten Trainingseinheit nichts darüber, wie viel Muskel der Einzelne in den folgenden 16 Wochen aufbaute. Zwischen Gruppen mit unterschiedlicher Ernährung passten Laborreaktion und Zuwachs über Wochen in früheren Studien der Autoren dagegen zusammen.29 Über Monate gemessen war der Unterschied zwischen tierischem und pflanzlichem Eiweiß klein – siehe den Abschnitt zu pflanzlichem Eiweiß oben.14, 21 Mehrere der Laborstudien hier haben Firmen, von denen die getesteten Eiweiße stammten, oder die Milchwirtschaft mitfinanziert; wer genau, steht im Kapitel „Belegt“.
Was Du daraus mitnimmst Nimm das Eiweiß, das Dir schmeckt und das Du verträgst, und sorg zuerst dafür, dass die Tagesmenge stimmt. Isst Du pflanzlich, kombiniere mehrere Quellen und halte die Tagesmenge mindestens ein; bist Du älter, plane größere Portionen ein. Das ist meine Einschätzung aus den Studien in diesem Kapitel, keine Studienregel.

Kollagen in Riegeln und Pulvern

Kollagen ist Eiweiß und zählt in der Nährwerttabelle voll mit – ein hoher Eiweißwert auf Riegel oder Pulver kann also zum Teil aus Kollagen stammen. Als Muskelbaustoff taugt es kaum: Ihm fehlt die unentbehrliche Aminosäure Tryptophan, und es ist insgesamt arm an unentbehrlichen Aminosäuren – das schreiben sogar Autoren aus der Kollagenindustrie.15 In einer Studie mit älteren Frauen hob Molkeneiweiß den Muskelaufbau in Ruhe und nach dem Training; Kollagen nur direkt nach dem Training, über sechs Tage gar nicht messbar.16 Bei jungen Männern und Frauen mit mehr als einem halben Jahr Krafttraining hob Kollagen nach dem Training den Aufbau neuer Muskeleiweiße nicht messbar über ein Scheinpräparat ohne Kalorien, ein Placebo, Molke schon; der direkte Unterschied zwischen beiden war allerdings nicht gesichert. Weil Kollagen selbst ein Baustoff des Bindegewebes ist, prüfte die Studie auch das Bindegewebe im Muskel: Es baute damit nicht messbar schneller auf.30 Der Seniorautor dieser zweiten Studie hat Geld auch von Kollagenherstellern erhalten – das Ergebnis spricht eher gegen deren Produkt.

So erkennst Du es in zehn Sekunden Die Zutatenliste ist gesetzlich nach Gewichtsanteil sortiert, das Schwerste zuerst.31 Stehen „Kollagenhydrolysat“, „Kollagenpeptide“, „Rinderkollagen“ oder „Gelatine“ weit vorn, kann ein großer Teil des Eiweißes aus Kollagen stammen. Ein zweiter Anhaltspunkt ist Leucin, eine Aminosäure mit Schlüsselrolle für den Muskelaufbau: Die Fachgesellschaft ISSN nennt 0,7 bis 3 Gramm je Portion.8 Steht der Leucinwert auf der Packung und liegt er deutlich darunter, lohnt ein zweiter Blick auf die Zutaten; fehlt er, bleibt die Zutatenliste. Eine feste Schwelle ist das nicht.

BCAA und EAA: zweimal bezahlt

BCAA sind die drei verzweigtkettigen Aminosäuren Leucin, Isoleucin und Valin. Nach dem Training regten sie den Muskelaufbau um 22 Prozent stärker an als ein Placebo. Die Autoren selbst schätzen das auf rund die Hälfte dessen, was Molke mit derselben BCAA-Menge in früheren Studien schaffte; für die volle Reaktion braucht es wohl alle unentbehrlichen Aminosäuren – als Pulver oder Kapsel heißen sie EAA.22 Die stecken ohnehin reichlich in Molke und anderem tierischem Eiweiß.20 Wer zusätzlich Kapseln kauft, zahlt zweimal.

Was Proteinpulver ist – und was nicht Ein Werkzeug, um die Tagesmenge zu erreichen, kein Wirkstoff. Eiweiß zusätzlich brachte vor allem dann etwas, wenn die Gesamtmenge unter rund 1,6 Gramm je Kilo lag.2 Und 30 Gramm Pulver sind nicht 30 Gramm Eiweiß – es gilt das Etikett.
07Faktencheck

Was Du über Protein hören wirst – und was davon stimmt

Kaum ein Nährstoff hat so viele Faustregeln – Du hörst sie im Studio, von Freunden, im Netz. Von diesen zehn Aussagen stimmt eine, fünf stimmen halb, vier stimmen so nicht. In dieser Liste heißt ✓ stimmt, ~ stimmt halb, ✕ stimmt so nicht.

✕„Mehr als 25 Gramm pro Mahlzeit sind verschwendet.“ In einer Laborstudie wurden auch 100 Gramm genutzt – die Wirkung war stärker und hielt länger an.3 Untersucht waren junge Männer; für krafttrainierte junge Frauen ist das fraglich.4
✕„Ohne Shake direkt nach dem Training war das Training umsonst.“ Die Tagesmenge zählte, nicht der Zeitpunkt.9
✕„Viel Eiweiß macht die Nieren kaputt.“ Bei gesunden Nieren nicht belegt.5 Mit Nierenerkrankung gilt anderes.6
~„Viel Eiweiß ist für die Nieren völlig sicher.“ Zu viel gesagt: Daten über Jahrzehnte fehlen.6
✕„Protein macht die Knochen brüchig.“ Das Kalzium im Urin kam in einer Studie aus dem Darm; Schäden sind nicht belegt.24, 25
~„In der Diät brauchst Du bis zu drei Gramm Eiweiß pro Kilo.“ Für schlanke Kraftsportler kommt das hin: 2,3 bis 3,1 Gramm je Kilo fettfreier Masse, im Beispiel in Kapitel 03 bis 2,64 Gramm je Kilo Körpergewicht.7 Für alle anderen gibt es diese Zahl nicht – auch wenn ein Positionspapier die Spanne auf das Körpergewicht übertragen hat.8
~„Mehr als 2,2 Gramm bringen nichts.“ Im Mittel kein Muskelzuwachs mehr – aber die Schätzung ist unsicher, und schlanke Sportler in der Diät brauchen mehr.2, 7
~„Whey baut mehr Muskeln als jedes andere Eiweiß.“ Im Labor regte Molke in zwei Studien den Aufbau stärker an als Kasein;10, 11 in einer dritten mit älteren Männern hob sie ihn nicht gesichert über den Ausgangswert,28 und nach dem Training war Kasein von der ersten bis zur sechsten Stunde gleichauf.27 Über Monate fand eine große Auswertung keinen erkennbaren Unterschied zwischen zusätzlicher Molke und Soja – in einer nicht vorab geplanten Zusatzauswertung.2
~„Eiweiß ist Eiweiß – Hauptsache, die Zahl auf dem Riegel stimmt.“ Zwischen Milch-, Fleisch- und Pflanzeneiweiß waren die Unterschiede in ausreichender Menge eher klein, siehe Kapitel 06. Kollagen aber zählt auf dem Etikett voll mit, ihm fehlt Tryptophan, und den Muskelaufbau regte es kaum an.15, 16
✓„Das Training ist wichtiger als das Eiweiß.“ Stimmt: Training ohne Eiweißzusatz brachte rund 1,1 Kilo fettfreie Masse, Eiweiß zusätzlich 0,3.2
Kurz gesagt Die meisten dieser Aussagen machen aus einem Befund eine starre Regel: eine feste Grenze, ein festes Zeitfenster, ein klares Urteil. So eindeutig sind die Studien nicht.
08Grenzen

Nieren, Herz, Diabetes, Riegel: was Protein nicht kann und wo Vorsicht gilt

Zur Ehrlichkeit gehört beides: was Eiweiß nicht leistet, und wo die Datenlage dünn ist.

✕Kein Ersatz für Training. Ohne Bauauftrag kein Muskel.2
✕Kein Abnehm-Mittel. Ob mehr Eiweiß beim Abnehmen mehr Fett schmelzen lässt, ist nach der DGE-Übersicht zum Körpergewicht unklar.32
✕Keine Behandlung. Diese Seite erklärt, wie viel Eiweiß Training braucht – sie stellt keine Diagnose und ersetzt keine Therapie.
Nierenerkrankung

Hier gilt anderes

Bei chronischer Nierenerkrankung wurde viel Eiweiß mit einem schnelleren Weg zur Dialyse in Verbindung gebracht.6 Die Menge legt Dein Arzt fest.

Langzeitdaten

Jahrzehnte sind nicht untersucht

Die meisten Studien liefen kurz. Die DGE-Übersicht zu den Nieren will viel Eiweiß deshalb nicht „quasi sicher“ nennen.6

Herz und Diabetes

Beim Herzen wohl kein Zusammenhang, beim Diabetes ein Signal

Und das Herz? Mit der koronaren Herzkrankheit, also verengten Herzkranzgefäßen, hängt die Eiweißmenge laut DGE-Übersicht zu Herz und Kreislauf wahrscheinlich nicht zusammen.33 Beim Diabetes gibt es ein Signal: In Beobachtungsstudien ging hohe gegenüber niedriger Eiweißzufuhr mit einem um 9 bis 11 Prozent höheren Risiko für Typ-2-Diabetes einher. Das ist ein relativer Wert: Erkranken angenommen 10 von 100, wären es rund 11. Ab welcher Menge die Studien von „hoch“ sprachen, habe ich nicht geprüft; ob 1,6 Gramm je Kilo dazugehören, lässt sich deshalb nicht sagen. Die DGE-Übersicht zum Diabetes stuft den Zusammenhang als „möglich“ ein, eine schwache Beweislage (Kapitel 09). Wie Eiweiß Diabetes begünstigen könnte, ist unklar: Studien zu Blutzuckerwerten zeigen keinen klaren Weg.34

Riegel und Pulver

Die Zahl vorn, die Zutaten hinten

Kollagen zählt auf dem Etikett voll, im Muskel kaum.15, 16 Erst die Zutatenliste lesen, dann kaufen.31

Breitensport

Kein Extra nötig

Wer vier- bis fünfmal pro Woche eine halbe Stunde moderat aktiv ist, braucht laut DGE kein zusätzliches Eiweiß.1 „High-Protein-Produkte sind überflüssig“, überschreibt die DGE einen Beitrag auf ihrer Website.

Medizinische Vorgeschichte

Die 1,6 Gramm gelten für Gesunde

Die 1,6 Gramm stammen aus Studien mit gesunden Erwachsenen;2 Menschen mit Erkrankungen waren nicht dabei. Wie viel Eiweiß bei einer Erkrankung passt, klärst Du mit Deinem Arzt.

09Wie sicher

Wie sicher ist das alles?

Nicht jede Aussage auf dieser Seite steht gleich fest. Damit Du weißt, worauf Du Dich verlassen kannst, hier die Einordnung in Alltagssprache.

So lesen sich die Stufen, von stark nach schwach: gut belegt – Auswertungen vieler Studien, in dieselbe Richtung · erste Hinweise – eine oder wenige kleinere Studien · uneinheitlich – die Studien widersprechen sich · nicht belegt – keine tragfähigen Daten für die Aussage, oder die Daten sprechen dagegen. Die Stufe möglich stammt aus den DGE-Übersichten; dort steht sie für eine schwache Beweislage, unter „wahrscheinlich“ und „überzeugend“.

AussageEinordnung
Mehr Eiweiß hilft beim Muskelaufbau bis in den Bereich um 1,6 g je kggut belegt – eine große Auswertung von 49 Studien; wo genau die Grenze liegt, ist unsicher
Die Tagesmenge zählt mehr als der Zeitpunktgut belegt – Auswertung von 23 Studien, von einem Pulverhersteller bezahlt
100 g auf einmal werden für den Muskel genutzterste Hinweise – eine Laborstudie über zwölf Stunden
Ältere brauchen größere Portionen pro Mahlzeiterste Hinweise – Auswertung früherer Laborstudien
Schlanke Kraftsportler brauchen in der Diät mehrerste Hinweise – sechs kleine Studien
Viel Eiweiß schadet gesunden Nierennicht belegt – Langzeitdaten fehlen
Viel Eiweiß schadet den Knochennicht belegt
Mehr Eiweiß, weniger Hüftbrüchemöglich – Beobachtungsstudien
Viel Eiweiß erhöht das Risiko für Herzkrankheitennicht belegt – laut DGE-Übersicht zu Herz und Kreislauf für die koronare Herzkrankheit wahrscheinlich kein Zusammenhang, siehe Kapitel 0833
Viel Gesamteiweiß erhöht das Diabetesrisikomöglich – Beobachtungsstudien, Mechanismus unklar
Kollagen baut Muskeln wie Molkenicht belegt – eine Studie spricht direkt dagegen, eine zweite weist in dieselbe Richtung
Pflanzliches Eiweiß baut bei gleicher Menge gleich gut aufuneinheitlich – eine Studie ohne Zufallszuteilung und eine nicht vorab geplante Zusatzauswertung sahen keinen Unterschied; eine Auswertung von 16 Studien, nicht alle mit gleicher Menge, fand einen kleinen Vorteil für tierisches Eiweiß, vor allem bei unter 50-Jährigen – nicht stabil
Mit rund 30 Gramm auf einmal regen Milch, Fleisch und Pflanzeneiweiß den Muskelaufbau ähnlich anerste Hinweise – Laborstudien über wenige Stunden, nur junge Männer, Pflanzeneiweiß als Pulver; die vier Pflanzenvergleiche stammen aus einer Studie, mitbezahlt von den Firmen, von denen die Pflanzeneiweiße stammten
Bei Älteren macht die Eiweißquelle einen Unterschiederste Hinweise – zwei Laborstudien mit älteren Männern; welche Quelle vorn lag, war nicht einheitlich

Sechs Zahlen zum Mitnehmen

Das Kurze · Fazit in Zahlen

Jede Zahl mit Quelle und Haken

Die sechs Zahlen stammen aus Studien, Übersichtsarbeiten und einem Positionspapier, Stand Oktober 2026. Zu jeder steht, was herauskam und wo der Haken liegt.

1,62 g/kg
Eiweiß am Tag –
Schätzwert, kein harter Knick

Bis hierhin brachte mehr Eiweiß beim Krafttraining mehr fettfreie Masse: die Herkunft der „1,6“.

Haken

Knick statistisch nicht gesichert, Spanne 1,03 bis 2,20. Seniorautor mit Geld aus der Milchwirtschaft.

Quelle: Morton und Kollegen 2018 · Meta-Analyse2
+0,30 kg
fettfreie Masse durch
Eiweiß zusätzlich

Training ohne Eiweißzusatz brachte rund 1,1 kg: Eiweiß ist der Zusatz, nicht der Auftrag.

Haken

Im Mittel über viele Studien; bei Älteren kleiner, bei Trainierten größer.

Quelle: Morton und Kollegen 2018 · Meta-Analyse2
100 g
Eiweiß auf einmal –
und trotzdem genutzt

Stärkere und längere Aufbaureaktion als mit 25 g, bis zum Ende der Messung nach zwölf Stunden: Die 25-Gramm-Grenze wackelt.

Haken

Freizeitaktive junge Männer, zwölf Stunden gemessen; Muskelzuwachs über Monate nicht untersucht. Ein Koautor arbeitet bei einem Molkereikonzern.

Quelle: Trommelen und Kollegen 2023 · Studie mit markierten Aminosäuren3
2,3–3,1 g
je kg fettfreier Masse
in der Diät

Für schlanke Kraftsportler im Defizit: je Kilo fettfreier Masse, nicht Körpergewicht.

Haken

Sechs kleine Studien. Ein Positionspapier gibt dieselbe Spanne je Kilo Körpergewicht an.

Quelle: Helms und Kollegen 2014; ISSN 20177, 8
0,40 g/kg
pro Mahlzeit bei
Männern um die 70

Junge Männer kamen mit 0,24 g/kg aus: Ältere brauchen größere Portionen.

Haken

Rückblickende Auswertung, nur Männer; je Kilo Körpergewicht knapp nicht gesichert.

Quelle: Moore und Kollegen 2015 · Laborauswertung19
ab 1,5 g/kg
Eiweiß: in kurzen Studien kein
messbarer Nachteil für gesunde Nieren

Die Filterleistung entwickelte sich wie bei normaler Zufuhr: kein Beleg für Schaden.

Haken

Kurze Studien; Daten über Jahrzehnte fehlen. Die DGE-Übersicht will nicht von „quasi sicher“ sprechen.

Quelle: Devries und Kollegen 2018; Remer und Kollegen 20235, 6

Jede Zahl ist an der Originalarbeit, an der US-Nährwertdatenbank oder an der Seite der DGE geprüft, im Oktober 2026; die Ausnahmen stehen jeweils dabei. Die vollständigen Angaben, mit Teilnehmern, Geldgebern und Interessenkonflikten, folgen im Kapitel „Belegt“.

Der eine Satz, wenn Du Dir nur einen merkst Wer Muskeln aufbauen will: rund 1,6 Gramm Eiweiß je Kilo Normalgewicht, auf drei bis vier Mahlzeiten verteilt, aus echtem Essen – und Training als Bauauftrag.
10Belegt

Worauf sich diese Seite stützt

Zu jeder hochgestellten Zahl im Text: Studie oder Behörde, Teilnehmer, Ergebnis, Einschränkung, Geldgeber und Interessenkonflikte. Wo sich etwas nicht prüfen ließ, steht das dabei.

34 Quellen · hier aufklappenzuklappenGeldgeber und Interessenkonflikte
So liest Du die Angaben zu den Geldgebern PubMed, die Studiendatenbank der US-Nationalbibliothek für Medizin, ordnet Studien nach ihren Geldgebern ein: Stellen der US-Regierung – und „außerhalb der US-Regierung“ für alles andere. „Außerhalb der US-Regierung“ heißt also: Das Geld kam von Hochschulen, Stiftungen, anderen Staaten oder Firmen – wer genau, steht nur in der vollständigen Arbeit. Steht bei einer Studie kein Geldgeber, „nicht geprüft“ oder „nicht prüfbar“, habe ich die Finanzierung nicht selbst gelesen.
1Deutsche Gesellschaft für Ernährung. Referenzwerte Protein. Stand der Ableitung 2017. dge.de Empfohlene Zufuhr: 19 bis unter 65 Jahre 0,8 g je kg Körpergewicht und Tag (Männer 57 g bis unter 51 Jahre, 55 g von 51 bis unter 65; Frauen 48 bzw. 47 g am Tag); ab 65 Jahren 1,0 g je kg (Männer 67 g, Frauen 57 g) – „Hierbei handelt es sich um Schätzwerte“, weil sich der Bedarf älterer Erwachsener nicht mit wünschenswerter Genauigkeit bestimmen lässt. Die Angaben beziehen sich auf Normalgewicht; bei Übergewicht („BMI > 25 kg/m² bei Erwachsenen“) soll das Normalgewicht zugrunde gelegt werden – wie es genau zu bestimmen ist, sagt die Seite nicht. Erwachsene Breitensportler mit vier- bis fünfmal je Woche 30 Minuten körperlicher Aktivität mittlerer Intensität benötigen keine erhöhte Proteinzufuhr. Auf der Seite verlinkt: „High-Protein-Produkte sind überflüssig“. Hinweis: Für die Nieren stützt sich diese Seite auf die Belege 5 und 6. Zuletzt abgerufen am 21.10.2026.
2Morton RW, Murphy KT, McKellar SR et al. (2018). A systematic review, meta-analysis and meta-regression of the effect of protein supplementation on resistance training-induced gains in muscle mass and strength in healthy adults. British Journal of Sports Medicine 52(6):376–384. DOI 10.1136/bjsports-2017-097608 · PMID 28698222 · PMC5867436 49 randomisierte Studien mit 1.863 gesunden Erwachsenen, Krafttraining über mindestens 6 Wochen. Eiweiß zusätzlich steigerte die Maximalkraft um 2,49 kg (0,64–4,33) und die fettfreie Masse um 0,30 kg (0,09–0,52); das Training allein brachte 1,1 kg fettfreie Masse. Mit steigendem Alter wurde der Zusatzeffekt kleiner, bei Krafttrainierten um 0,75 kg größer. Knickpunkt der Gesamtzufuhr: 1,62 g je kg und Tag (95-%-Spanne 1,03 bis 2,20), berechnet aus 42 Studienarmen mit 723 Teilnehmern; die Autoren halten bis 2,2 g für eine vorsichtige Empfehlung. Einschränkung: Der Knick war statistisch nicht gesichert (p = 0,079); nur 13 Studien mit Teilnehmern über 45 Jahren. Für den Alterseffekt nennt die Zusammenfassung p = 0,002, der Volltext p = 0,02. Interessenkonflikt: Seniorautor Stuart Phillips erhielt Forschungsgeld, Reisekosten und Vortragshonorare vom US National Dairy Council, der auch ausgewertete Studien unterstützt hat (Europe PMC, Volltext).
3Trommelen J, van Lieshout GAA, Nyakayiru J et al. (2023). The anabolic response to protein ingestion during recovery from exercise has no upper limit in magnitude and duration in vivo in humans. Cell Reports Medicine 4(12):101324. DOI 10.1016/j.xcrm.2023.101324 · PMID 38118410 · PMC10772463 Randomisierte, doppelblinde Studie mit 36 gesunden, freizeitaktiven Männern (18 bis 40 Jahre) nach einer Ganzkörper-Krafteinheit: 0, 25 oder 100 g Milcheiweiß, Messung mit vier markierten Substanzen über 12 Stunden. Mit 100 g lag der Aufbau der Muskelfasereiweiße von Stunde 0 bis 4 rund 20 % und von Stunde 4 bis 12 rund 40 % höher als mit 25 g; die Verbrennung von Aminosäuren zur Energiegewinnung stieg kaum. Einschränkung: eine Messung über 12 Stunden, kein Muskelzuwachs über Wochen, nur junge, nicht krafttrainierte Männer; gegeben wurde Milcheiweiß, das laut den Autoren zu rund 80 % aus Kasein besteht. Interessenkonflikt: Ein Koautor ist bei FrieslandCampina angestellt, einem Molkereikonzern; laut Erklärung hatte die Firma keine Rolle bei Finanzierung, Datenerhebung, Auswertung und Manuskript. Einen eigenen Geldgeber der Studie nennt die Erklärung nicht (Forschungsdatenbank der Universität Maastricht).
4Witard OC, Mettler S (2024). The Anabolic Response to Protein Ingestion During Recovery From Exercise Has No Upper Limit in Magnitude and Duration In Vivo in Humans: A Commentary. International Journal of Sport Nutrition and Exercise Metabolism 34(5). DOI 10.1123/ijsnem.2024-0041 · PMID 38991545 Kommentar zur Maastrichter Studie: untersucht wurden „anabol empfindliche“, freizeitaktive, nicht krafttrainierte junge Männer; die praktischen Folgen seien womöglich falsch gedeutet worden, soweit sie die Verteilung über den Tag für unwichtig erklären; die Idee einer fehlenden Obergrenze scheine sich nach neueren Daten nicht auf krafttrainierte junge Frauen zu übertragen. Hinweis: Die Studienautoren haben eine Erwiderung veröffentlicht (Trommelen, Holwerda, van Loon 2024, „Protein Intake Distribution: Beneficial, Detrimental, or Inconsequential for Muscle Anabolism?“, DOI 10.1123/ijsnem.2024-0107); ihr Text war bei der Prüfung im Oktober 2026 nicht abrufbar. Geldgeber und Interessenkonflikte des Kommentars nicht geprüft.
5Devries MC, Sithamparapillai A, Brimble KS et al. (2018). Changes in Kidney Function Do Not Differ between Healthy Adults Consuming Higher- Compared with Lower- or Normal-Protein Diets: A Systematic Review and Meta-Analysis. Journal of Nutrition 148(11):1760–1775. DOI 10.1093/jn/nxy197 · PMID 30383278 · PMC6236074 28 randomisierte Studien mit 1.358 Erwachsenen ohne Nierenerkrankung; viel Eiweiß (mindestens 1,5 g je kg, 20 % der Energie oder 100 g am Tag) gegen normale oder niedrigere Zufuhr. Nach der Intervention war die Filterleistung bei viel Eiweiß geringfügig höher (standardisierte Differenz 0,19); die Veränderung über die Studienzeit unterschied sich nicht (0,11; −0,05 bis 0,27). Einschränkung: unklares Risiko für Auswahlfehler in den Studien. Interessenkonflikte: Die Erklärung war bei der Prüfung im Oktober 2026 nicht abrufbar; Seniorautor ist Stuart Phillips (siehe Beleg 2). Geldgeber nicht geprüft.
6Remer T, Kalotai N, Amini AM et al. (2023). Protein intake and risk of urolithiasis and kidney diseases: an umbrella review of systematic reviews for the evidence-based guideline of the German Nutrition Society. European Journal of Nutrition 62(5). DOI 10.1007/s00394-023-03143-7 · PMID 37133532 · PMC10349749 Dachübersicht über 9 systematische Übersichten für die Eiweiß-Leitlinie der DGE. „Möglich“: Steinrisiko und Eiweiß im Urin werden durch viel Eiweiß nicht erhöht; „wahrscheinlich“ oder „möglich“: mehrere Nierenwerte steigen als normale Anpassung. Für kein Ergebnis fand sich ein Beleg, dass viel Eiweiß Nierensteine oder Nierenerkrankungen auslöst. Kalzium im Urin steigt „wahrscheinlich“. Bei bestehender Nierenerkrankung wurde viel Eiweiß in Studien mit einem schnelleren Weg zur Dialyse in Verbindung gebracht (Einleitung). Einschränkung laut Autoren: meist kurze Studien, ein Risiko über Jahrzehnte ist nicht beurteilbar; vor Langzeitstudien sollten höhere Zufuhren nicht als „quasi sicher“ gelten. Geldgeber und Interessenkonflikte nicht geprüft.
7Helms ER, Zinn C, Rowlands DS, Brown SR (2014). A systematic review of dietary protein during caloric restriction in resistance trained lean athletes: a case for higher intakes. International Journal of Sport Nutrition and Exercise Metabolism 24(2):127–138. DOI 10.1123/ijsnem.2013-0054 · PMID 24092765 6 Studien mit 13 Gruppen; Erwachsene im Kaloriendefizit, über 6 Monate krafttrainiert, eher schlank (Männer bis 23 %, Frauen bis 35 % Körperfett). Der Eiweißbedarf liegt wahrscheinlich bei 2,3 bis 3,1 g je kg fettfreier Masse und steigt mit der Härte des Defizits und der Schlankheit. Einschränkung: wenige, kleine Studien. Geldgeber und Interessenkonflikte nicht geprüft.
8Jäger R, Kerksick CM, Campbell BI et al. (2017). International Society of Sports Nutrition Position Stand: protein and exercise. Journal of the International Society of Sports Nutrition 14:20. DOI 10.1186/s12970-017-0177-8 · PMID 28642676 · PMC5477153 Positionspapier: 1,4 bis 2,0 g je kg Körpergewicht und Tag reichen für die meisten Trainierenden; „2,3 bis 3,1 g/kg/d“ könnten in Kaloriendefizit-Phasen nötig sein – in der Zusammenfassung ausdrücklich als „g protein/kg body weight/day“ definiert; je Portion 0,25 g je kg oder 20 bis 40 g mit 700 bis 3.000 mg Leucin. Hinweis: Die Übersicht von Helms 2014 nennt die Spanne je Kilo fettfreier Masse. Interessenkonflikte: Laut Autorenangaben arbeiten zwei Autoren bei BioTRUST Nutrition, einem Anbieter von Nahrungsergänzungsmitteln, zwei bei der Beratungsfirma Increnovo; die Erklärung zu Interessenkonflikten habe ich nicht geprüft.
9Schoenfeld BJ, Aragon AA, Krieger JW (2013). The effect of protein timing on muscle strength and hypertrophy: a meta-analysis. Journal of the International Society of Sports Nutrition 10:53. DOI 10.1186/1550-2783-10-53 · PMID 24299050 · PMC3879660 Meta-Regression randomisierter Studien: Muskelwachstum 23 Studien mit 525 Teilnehmern, Kraft 20 Studien mit 478. Ohne Berücksichtigung weiterer Faktoren zeigte Eiweiß am Training einen kleinen bis mittleren Effekt auf das Muskelwachstum; mit allen Faktoren kein Unterschied für Kraft oder Wachstum. Stärkster Einflussfaktor war die Gesamtmenge an Eiweiß. Geldgeber: „unterstützt durch einen Zuschuss von Dymatize Nutrition“, einem Hersteller von Eiweißpulver; die Autoren erklären keine Interessenkonflikte (Volltext).
10Tang JE, Moore DR, Kujbida GW, Tarnopolsky MA, Phillips SM (2009). Ingestion of whey hydrolysate, casein, or soy protein isolate: effects on mixed muscle protein synthesis at rest and following resistance exercise in young men. Journal of Applied Physiology 107(3):987–992. DOI 10.1152/japplphysiol.00076.2009 · PMID 19589961 18 gesunde junge Männer, drei Gruppen zu je 6. Training eines Beins, danach ein Getränk mit 10 g unentbehrlichen Aminosäuren aus vorverdautem Molkeneiweiß (Hydrolysat), Kasein oder Sojaisolat; gemessen im trainierten und im untrainierten Bein. In Ruhe: Molke 0,091, Soja 0,078, Kasein 0,047 % je Stunde – Molke rund 93 % über Kasein, gegenüber Soja (+18 %) nicht gesichert (p = 0,067). Nach dem Training lag Molke rund 122 % über Kasein und 31 % über Soja; Soja lag in Ruhe 64 % und nach dem Training 69 % über Kasein. Einschränkung: sehr kleine Gruppen; Molke als vorverdautes Hydrolysat; Eiweißmenge in Gramm und Dauer der Messung habe ich nicht geprüft – den Volltext konnte ich nicht lesen. Geldgeber laut PubMed außerhalb der US-Regierung, Einzelheiten nicht geprüft; Seniorautor ist Stuart Phillips (zu seinen Interessenkonflikten siehe Beleg 2).
11Pennings B, Boirie Y, Senden JMG et al. (2011). Whey protein stimulates postprandial muscle protein accretion more effectively than do casein and casein hydrolysate in older men. American Journal of Clinical Nutrition 93(5):997–1005. DOI 10.3945/ajcn.110.008102 · PMID 21367943 48 gesunde Männer (74 ± 1 Jahre), drei Gruppen, in Ruhe: je 20 g markiertes Molkeneiweiß, Kasein oder Kaseinhydrolysat. Bei Molke und Hydrolysat strömten die Aminosäuren aus dem Nahrungseiweiß in der Spitze schneller ins Blut als bei Kasein. Aufbau im Muskel, berechnet aus dem markierten Nahrungseiweiß: Molke 0,15, Kasein 0,08, Kaseinhydrolysat 0,10 % je Stunde. Höhere Leucin-Gipfel im Blut gingen mit mehr Aufbau einher (r = 0,66). Einschränkung: nur ältere Männer, ohne Training; die Dauer der Messung habe ich nicht geprüft – den Volltext konnte ich nicht lesen. Geldgeber laut Studienregister das niederländische Bildungsministerium; der Erstautor arbeitete für TI Food and Nutrition, eine öffentlich-private Forschungspartnerschaft mit Firmen der Lebensmittelbranche. Interessenkonflikte nicht geprüft.
12Burd NA, Gorissen SH, van Vliet S, Snijders T, van Loon LJC (2015). Differences in postprandial protein handling after beef compared with milk ingestion during postexercise recovery: a randomized controlled trial. American Journal of Clinical Nutrition 102(4):828–836. DOI 10.3945/ajcn.114.103184 · PMID 26354539 12 gesunde junge Männer, Kreuzversuch: nach Krafttraining 30 g Eiweiß aus markiertem Rindfleisch oder markierter Milch. Die Aminosäuren aus dem Rindfleisch erschienen schneller im Blut. Aufbau der Muskelfasereiweiße in den ersten 2 Stunden mit Milch höher (p = 0,013); über 5 Stunden kein gesicherter Unterschied (p = 0,114). Einschränkung: kleine Gruppe, nur Männer, eine Mahlzeit; den Volltext konnte ich nicht lesen. Geldgeber laut Studienregister das niederländische Bildungsministerium, laut Verlagsangaben die Universität Maastricht; Interessenkonflikte nicht geprüft.
13Pinckaers PJM et al. (2021 bis 2024). Vier Auswertungen einer Maastrichter Studie, jeweils gegen Milcheiweiß: Weizen – British Journal of Nutrition 126(12):1832–1842 (2021); Pflanzenmischung – Journal of Nutrition 152(12):2734–2743 (2022); Mais – Amino Acids 56:8 (2024); Erbse – European Journal of Nutrition 63(3):893–904 (2024). DOI 10.1017/S0007114521000635 · PMID 33597056 · DOI 10.1093/jn/nxac222 · PMID 36170964 · PMC9839989 · DOI 10.1007/s00726-023-03377-z · PMID 38315260 · PMC10844360 · DOI 10.1007/s00394-023-03295-6 · PMID 38228945 · PMC10948472 Eine Studie (Register NTR6548, 2017 bis 2019): gesunde junge Männer in Ruhe, je 12 pro Gruppe, 30 g Eiweiß, Messung über 5 Stunden. Getestet wurden Eiweißkonzentrate und -isolate. Aufbau der Muskelfasereiweiße: Milch 0,053 ± 0,013 % je Stunde; Weizen 0,056; Pflanzenmischung (15 g vorverdautes Weizeneiweiß, 7,5 g Mais, 7,5 g Erbse) 0,064 ± 0,016 (p = 0,08); Mais 0,053 ± 0,013 laut Kurzfassung, 0,052 im Ergebnisteil; Erbse 0,053 ± 0,017 – kein gesicherter Unterschied zu Milch. Die unentbehrlichen Aminosäuren im Blut erreichten ihren Gipfel nach Milch nach 36 Minuten, nach Erbse nach 56 und nach Mais nach 108 Minuten; ihre Fläche unter der Kurve war nach Milch deutlich größer als nach Erbse (151 gegen 102) und nach der Mischung (151 gegen 79). Einschränkung: Alle vier Auswertungen nutzen dieselbe Milchgruppe von 12 Männern – zwei der Arbeiten sagen das ausdrücklich –, sind also keine unabhängigen Bestätigungen. Geplant war mit einer Streuung von 0,0065 % je Stunde, gemessen wurden 0,013 (Milch, Mais) bis 0,017 (Erbse). Von mir gerechnet (zweiseitiger t-Test, je 12 Personen, Unterschied 0,008 % je Stunde): Die Chance, den geplanten Unterschied zu erkennen, sank damit von rund 82 auf rund 24 bis 30 Prozent. Die Autoren schreiben selbst, dass ihre Daten auf Eiweißkonzentrate beschränkt sind; ganze pflanzliche Lebensmittel bremsen ihrer Einschätzung nach die Reaktion eher. Geldgeber: öffentlich-private Partnerschaft TI Food and Nutrition, bezahlt von Tereos, Cargill und Kellogg und dem niederländischen Topsektor Agri & Food. Die drei Firmen stehen im Methodenteil als Lieferanten des Weizen-, Mais- und Erbseneiweißes („supplied by“), in der Erklärung zu Interessenkonflikten als dessen Hersteller („produced by these sponsors“); laut derselben Erklärung waren sie an der Planung und an der Auswahl der Produkte beteiligt. Zwei Autoren erhielten Forschungsgeld oder Honorare von FrieslandCampina (Lieferant des Milcheiweißes), Tereos Syral und PepsiCo (Verlagsfassungen im Archiv der Universität Wageningen).
14Lim MT, Pan BJ, Toh DWK, Sutanto CN, Kim JE (2021). Animal Protein versus Plant Protein in Supporting Lean Mass and Muscle Strength: A Systematic Review and Meta-Analysis of Randomized Controlled Trials. Nutrients 13(2):661. DOI 10.3390/nu13020661 · PMID 33670701 · PMC7926405 18 randomisierte Studien, 16 davon ausgewertet; 14 Tage bis 2 Jahre, 11 Studien mit Krafttraining; meist Soja gegen Milcheiweiß, die Eiweißmengen waren nicht in allen Studien gleich. Absolute fettfreie Masse: +0,22 kg für tierisches Eiweiß (−0,02 bis 0,46), nicht gesichert; Anteil fettfreier Masse +0,50 Prozentpunkte (0,05 bis 0,95); Kraft ohne Unterschied. Unter 50 Jahren: +0,41 kg fettfreie Masse (0,08 bis 0,74), Anteil +0,50 Prozentpunkte (0,00 bis 1,01); ab 50 kein Unterschied. Mit oder ohne Krafttraining änderte sich das Ergebnis nicht. Schluss der Autoren: Tierisches Eiweiß sei für die fettfreie Masse tendenziell günstiger, vor allem bei Jüngeren. Einschränkung: Die Gesamtergebnisse zur fettfreien Masse waren nicht stabil. Ließ man eine von drei bestimmten Studien weg, wurde der Vorteil bei der absoluten Masse gesichert (0,25 bis 0,29 kg); ließ man eine von vier bestimmten Studien weg, verschwand er beim Anteil. Für die unter 50-Jährigen ist diese Prüfung nicht berichtet. Vier der 18 Studien untersuchten Menschen mit Vorerkrankungen (chronische Nierenerkrankung, erhöhte Blutfette, Insulinresistenz, metabolisches Syndrom), acht hatten ein Durchschnittsalter ab 50. Nur zwei Studien mit durchgehend geringem Verzerrungsrisiko; die Teilnehmerzahlen je Auswertung habe ich nicht geprüft. Geldgeber: National University of Singapore; die Autoren erklären keine Interessenkonflikte (Verlagsfassung).
15Paul C, Leser S, Oesser S (2019). Significant Amounts of Functional Collagen Peptides Can Be Incorporated in the Diet While Maintaining Indispensable Amino Acid Balance. Nutrients 11(5):1079. DOI 10.3390/nu11051079 · PMID 31096622 · PMC6566836 Nach dem gängigen Bewertungsverfahren für Eiweißqualität fehlt Kollagen eine unentbehrliche Aminosäure (Tryptophan); es gilt deshalb als unvollständige Eiweißquelle mit niedrigem Anteil unentbehrlicher Aminosäuren. Rechnerisch könnten bis zu 36 % des Nahrungseiweißes durch Kollagenpeptide ersetzt werden, ohne die Versorgung zu gefährden – gemeint ist die Versorgung mit unentbehrlichen Aminosäuren über die gesamte Ernährung, nicht der Muskelaufbau. Interessenkonflikt: Je ein Autor kommt laut Angabe von GELITA AG, einem Kollagenhersteller, und vom Collagen Research Institute.
16Oikawa SY, Kamal MJ, Webb EK et al. (2020). Whey protein but not collagen peptides stimulate acute and longer-term muscle protein synthesis with and without resistance exercise in healthy older women: a randomized controlled trial. American Journal of Clinical Nutrition 111(3):708–718. DOI 10.1093/ajcn/nqz332 · PMID 31919527 · PMC7049534 22 gesunde Frauen (69 ± 3 Jahre), doppelblind, 6 Tage zweimal täglich 30 g Molkeneiweiß oder Kollagen. Molke steigerte den Muskelaufbau kurzfristig in Ruhe und nach Training und über die 6 Tage deutlich; Kollagen nur kurzfristig im trainierten Bein, über 6 Tage nicht messbar über dem Ausgangswert. Einschränkung: klein, kurz, Syntheseraten statt Muskelmasse. Geldgeber laut Europe PMC der kanadische Gesundheitsforschungsrat (CIHR); die Erklärung zu Interessenkonflikten konnte ich nicht lesen; Seniorautor ist Stuart Phillips (zu seinen Interessenkonflikten siehe Beleg 2).
17Areta JL, Burke LM, Camera DM et al. (2014). Reduced resting skeletal muscle protein synthesis is rescued by resistance exercise and protein ingestion following short-term energy deficit. American Journal of Physiology – Endocrinology and Metabolism 306(8):E989–E997. DOI 10.1152/ajpendo.00590.2013 · PMID 24595305 15 junge Erwachsene (8 Männer, 7 Frauen): nach 5 Tagen Energiedefizit (30 statt 45 kcal je kg fettfreier Masse) lag der Aufbau der Muskelfasereiweiße in Ruhe 27 % niedriger. Krafttraining brachte ihn auf das Niveau der ausgeglichenen Energiebilanz; 15 oder 30 g Molkeneiweiß danach hoben ihn um rund 16 bzw. 34 % darüber. Einschränkung: kleine Studie, wenige Tage, Syntheseraten statt Muskelmasse. Geldgeber und Interessenkonflikte nicht geprüft.
18Bauer J, Biolo G, Cederholm T et al. (2013). Evidence-based recommendations for optimal dietary protein intake in older people: a position paper from the PROT-AGE Study Group. Journal of the American Medical Directors Association 14(8):542–559. DOI 10.1016/j.jamda.2013.05.021 · PMID 23867520 Expertenempfehlung für Menschen über 65: mindestens 1,0 bis 1,2 g Eiweiß je kg und Tag, bei körperlicher Aktivität mindestens 1,2 g, bei akuten oder chronischen Erkrankungen 1,2 bis 1,5 g. Ausnahme: schwere Nierenerkrankung (geschätzte Filterleistung unter 30 ml/min/1,73 m²) ohne Dialyse – hier muss Eiweiß womöglich begrenzt werden. Einschränkung: Expertenkonsens, keine eigene Studie. Geldgeber und Interessenkonflikte nicht geprüft.
19Moore DR, Churchward-Venne TA, Witard O et al. (2015). Protein ingestion to stimulate myofibrillar protein synthesis requires greater relative protein intakes in healthy older versus younger men. Journals of Gerontology A 70(1):57–62. DOI 10.1093/gerona/glu103 · PMID 25056502 Rückblickende Auswertung von Laborstudien mit gesunden älteren (rund 71 Jahre) und jüngeren Männern (rund 22 Jahre) nach 0 bis 40 g hochwertigem Eiweiß. Die Aufbaureaktion erreichte ihr Plateau bei 0,40 ± 0,19 bzw. 0,24 ± 0,06 g je kg Körpergewicht (p = 0,055) und 0,60 bzw. 0,25 g je kg fettfreier Masse (p < 0,01). Einschränkung: rückblickend, nur Männer, je Kilo Körpergewicht knapp nicht gesichert. Geldgeber laut PubMed außerhalb der US-Regierung, Einzelheiten nicht geprüft.
20Gorissen SHM, Crombag JJR, Senden JMG et al. (2018). Protein content and amino acid composition of commercially available plant-based protein isolates. Amino Acids 50(12):1685–1695. DOI 10.1007/s00726-018-2640-5 · PMID 30167963 · PMC6245118 Laboranalyse handelsüblicher Eiweißisolate. Anteil unentbehrlicher Aminosäuren: Hafer und Lupine 21 %, Weizen 22 %, Hanf und Mikroalgen 23 %, Soja 27 %, Naturreis 28 %, Erbse 30 %, Mais 32 %, Kartoffel 37 %; Molke 43 %, Milch 39 %, Kasein 34 %, Ei 32 %, menschlicher Muskel 38 %. Leucin von 5,1 % (Hanf) bis 13,5 % (Mais); Milch 9,0 %. Nur Kartoffeleiweiß erfüllte alle Mindestwerte von WHO, FAO und UNU für unentbehrliche Aminosäuren. Mischungen können tierischem Eiweiß nahekommen. Einschränkung: Isolate, keine ganzen Lebensmittel; keine Messung am Menschen; Tryptophan nicht gemessen. Ob Mischungen den Muskelaufbau tatsächlich anregen, ist laut Autoren noch zu prüfen. Geldgeber: Top Institute Food and Nutrition, eine öffentlich-private Partnerschaft. Interessenkonflikte: Zwei Autoren erhielten Vortrags- oder Beraterhonorare von FrieslandCampina und Nutricia (Europe PMC, Volltext).
21Hevia-Larraín V, Gualano B, Longobardi I et al. (2021). High-Protein Plant-Based Diet Versus a Protein-Matched Omnivorous Diet to Support Resistance Training Adaptations: A Comparison Between Habitual Vegans and Omnivores. Sports Medicine 51(6):1317–1330. DOI 10.1007/s40279-021-01434-9 · PMID 33599941 19 junge Männer mit veganer und 19 mit gemischter Ernährung, 12 Wochen Krafttraining zweimal pro Woche; Eiweiß auf 1,6 g je kg und Tag angehoben, mit Sojaisolat bzw. Molke. Bein-Magermasse in beiden Gruppen +1,2 kg, keine Unterschiede bei Muskelquerschnitt und Beinpresse. Einschränkung: nicht randomisiert, untrainierte Männer, nur Beine; nachträglich registriert. Geldgeber und Interessenkonflikte nicht geprüft; Koautor ist Stuart Phillips.
22Jackman SR, Witard OC, Philp A et al. (2017). Branched-Chain Amino Acid Ingestion Stimulates Muscle Myofibrillar Protein Synthesis following Resistance Exercise in Humans. Frontiers in Physiology 8:390. DOI 10.3389/fphys.2017.00390 · PMID 28638350 · PMC5461297 10 krafttrainierte junge Männer, 5,6 g BCAA oder Placebo direkt nach dem Training: Aufbau der Muskelfasereiweiße 22 % höher als mit Placebo. Laut Diskussion rund 50 % weniger als die früher gemessene Reaktion auf Molke mit ähnlicher BCAA-Menge (20 g Molke); für die volle Reaktion seien womöglich alle unentbehrlichen Aminosäuren nötig. Einschränkung: 10 Personen, Vergleich mit Molke nur über frühere Studien. Geldgeber: Forschungszuschuss von GlaxoSmithKline Healthcare; die Autoren erklären keine Interessenkonflikte (Europe PMC, Volltext).
23U.S. Department of Agriculture, Agricultural Research Service. FoodData Central, SR Legacy (2018). fdc.nal.usda.gov Eiweiß je 100 g: Hähnchenbrust, gebraten (FDC 171477) 31,0 g · Lachs, Atlantik, Zucht, gegart (175168) 22,1 g · Tofu, fest, mit Calciumsulfat (172475) 17,3 g · Hüttenkäse 2 % Fett (172182) 10,4 g · Ei, roh (171287) 12,6 g, 1 Ei Größe „large“ = 50 g · Linsen, gekocht (172421) 9,02 g. Hinweis: US-Ware; deutsche Produkte können abweichen.
24Kerstetter JE, O'Brien KO, Caseria DM et al. (2005). The impact of dietary protein on calcium absorption and kinetic measures of bone turnover in women. Journal of Clinical Endocrinology & Metabolism 90(1):26–31. DOI 10.1210/jc.2004-0179 · PMID 15546911 13 gesunde Frauen, je 10 Tage 1,0 oder 2,1 g Eiweiß je kg in zufälliger Reihenfolge, Messung mit zwei markierten Kalziumformen. Mit viel Eiweiß stieg die Kalziumaufnahme im Darm (26,2 gegen 18,5 %) und das Kalzium im Urin; der Anteil des Urin-Kalziums aus dem Knochen sank; keine Wirkung auf die Knochenbilanz. Einschränkung: sehr klein, nur kurzfristig. Geldgeber laut PubMed der US-Gesundheitsdienst und Geldgeber außerhalb der US-Regierung, Einzelheiten nicht geprüft.
25Zittermann A, Schmidt A, Haardt J et al. (2023). Protein intake and bone health: an umbrella review of systematic reviews for the evidence-based guideline of the German Nutrition Society. Osteoporosis International. DOI 10.1007/s00198-023-06709-7 · PMID 37126148 · PMC10382330 11 systematische Übersichten. Für Knochendichte und Brüche insgesamt „unzureichende“ Beweislage – für Gesamt-, tierisches und pflanzliches Eiweiß; einzige Ausnahme „möglich“: weniger Hüftbrüche bei hoher gegenüber niedriger Zufuhr. Zwei große Auswertungen fanden rund 11 % weniger Hüftbrüche. Einschränkung: überwiegend Beobachtungsstudien, sehr unterschiedliche Eiweißmengen. Geldgeber und Interessenkonflikte nicht geprüft.
26Boirie Y, Dangin M, Gachon P et al. (1997). Slow and fast dietary proteins differently modulate postprandial protein accretion. Proceedings of the National Academy of Sciences of the USA 94(26):14930–14935. DOI 10.1073/pnas.94.26.14930 · PMID 9405716 · PMC25140 16 gesunde junge Erwachsene (24 ± 4 Jahre), teils in mehreren Versuchsreihen. Je eine Mahlzeit nur aus markiertem Eiweiß: Molke (30 g) oder Kasein (43 g, gleiche Menge Leucin). Molke: steiler, kurzer Anstieg der Aminosäuren im Blut, nach rund 5 Stunden wieder am Ausgangswert; Kasein: mäßiges Plateau über 6 bis 7 Stunden, vermutlich wegen langsamer Magenentleerung. Eiweißaufbau im ganzen Körper +68 % mit Molke, +31 % mit Kasein; Eiweißabbau nur mit Kasein gehemmt (−34 %); die Leucinbilanz über 7 Stunden war mit Kasein günstiger. Einschränkung: gemessen im ganzen Körper, nicht im Muskel; ungleiche Eiweißmengen; Eiweiß allein statt einer gemischten Mahlzeit. Geldgeber: französisches Forschungsministerium, Region Auvergne und das staatliche Agrarforschungsinstitut INRA; ein Mitautor arbeitete laut Angabe bei Nestlé (Volltext über PMC).
27Reitelseder S, Agergaard J, Doessing S et al. (2011). Whey and casein labeled with L-[1-13C]leucine and muscle protein synthesis: effect of resistance exercise and protein ingestion. American Journal of Physiology – Endocrinology and Metabolism 300(1):E231–E242. DOI 10.1152/ajpendo.00513.2010 · PMID 21045172 Junge Männer nach schwerem Krafttraining: 9 Männer in zwei Versuchen mit je 0,3 g Molke oder Kasein je kg fettfreier Masse, 8 weitere Männer mit einem Getränk ohne Kalorien. Insulin und verzweigtkettige Aminosäuren stiegen mit Molke stärker. Aufbau der Muskelfasereiweiße von Stunde 1 bis 6 mit Molke und Kasein gleich stark erhöht, beide über der Kontrolle. Einschränkung: kleine Gruppen, Messung ab Stunde 1; den Volltext konnte ich nicht lesen. Geldgeber laut Abschlussbericht des Projekts unter anderem der dänische Forschungsfonds der Milchwirtschaft (Mejeribrugets Forskningsfond) und öffentliche Stellen; Interessenkonflikte nicht geprüft.
28Gorissen SHM, Horstman AMH, Franssen R et al. (2016). Ingestion of Wheat Protein Increases In Vivo Muscle Protein Synthesis Rates in Healthy Older Men in a Randomized Trial. Journal of Nutrition 146(9):1651–1659. DOI 10.3945/jn.116.231340 · PMID 27440260 60 gesunde Männer (71 ± 1 Jahre), fünf Gruppen zu je 12, in Ruhe: 35 g Weizeneiweiß, 35 g Weizenhydrolysat, 35 g Kasein, 35 g Molke oder 60 g Weizenhydrolysat; Messung über 4 Stunden. Aufbau der Muskelfasereiweiße: Kasein 0,050, Weizenhydrolysat 0,032 % je Stunde (p = 0,03); 60 g Weizenhydrolysat 0,049 % je Stunde, gesichert über dem Ausgangswert. Molke lag nicht gesichert über dem Ausgangswert (+33 %, p = 0,12) – laut Autoren überraschend. Einschränkung: nur Männer, nur in Ruhe, 4 Stunden; 60 g auf einmal halten die Autoren selbst nicht für alltagstauglich. Geldgeber: Tereos, Hersteller des getesteten Weizeneiweißes; ein Autor ist dort angestellt (Verlagsfassung).
29Mitchell CJ, Churchward-Venne TA, Parise G et al. (2014). Acute post-exercise myofibrillar protein synthesis is not correlated with resistance training-induced muscle hypertrophy in young men. PLoS One 9(2):e89431. DOI 10.1371/journal.pone.0089431 · PMID 24586775 · PMC3933567 23 junge, freizeitaktive Männer ohne Krafttraining im Vorjahr. Nach der ersten Beineinheit und 30 g Milcheiweiß wurde der Aufbau der Muskelfasereiweiße von Stunde 1 bis 3 und 3 bis 6 gemessen; danach 16 Wochen Krafttraining, viermal pro Woche. Volumen des vorderen Oberschenkelmuskels (Quadrizeps, im MRT) im Mittel +7,9 % (von −1,9 bis +24,7 %). Kein Zusammenhang zwischen der Reaktion nach der ersten Einheit und dem Zuwachs (Kurzfassung: r = 0,02 bis 0,16; für Stunde 1 bis 6 nennt die Kurzfassung r = 0,10, der Ergebnisteil r = 0,01). Einschränkung: Die Studie war nur darauf ausgelegt, einen starken Zusammenhang zu erkennen; sie vergleicht keine Eiweißquellen. Laut Diskussion passten in früheren Arbeiten derselben Gruppe die Laborreaktionen auf unterschiedliche Ernährung zum Muskelzuwachs über Wochen – gemessen an jeweils anderen Teilnehmern; für den Einzelnen gelte das nicht. Geldgeber: kanadischer Forschungsrat für Natur- und Ingenieurwissenschaften (NSERC); die Autoren erklären keine Interessenkonflikte (Volltext beim Verlag).
30Aussieker T, Hilkens L, Holwerda AM et al. (2023). Collagen Protein Ingestion during Recovery from Exercise Does Not Increase Muscle Connective Protein Synthesis Rates. Medicine and Science in Sports and Exercise 55(10):1792–1802. DOI 10.1249/MSS.0000000000003214 · PMID 37202878 · PMC10487367 45 junge Erwachsene mit mehr als sechs Monaten Krafttraining (je Gruppe 10 Männer und 5 Frauen), doppelblind: nach Kniebeugen 30 g Molkenisolat, 30 g Kollagenhydrolysat oder ein Placebo ohne Kalorien; Messung über 5 Stunden. Aufbau der Muskelfasereiweiße: Molke 0,041 laut Kurzfassung (0,040 im Ergebnisteil), Kollagen 0,036, Placebo 0,032 % je Stunde – gesichert nur Molke gegen Placebo (p = 0,037); Kollagen gegen Placebo (p = 0,581) und Molke gegen Kollagen (p = 0,606) nicht gesichert. Bindegewebe im Muskel: 0,072, 0,068 und 0,058 % je Stunde, kein gesicherter Unterschied (p = 0,09). Einschränkung: eine Trainingseinheit, Syntheseraten statt Muskelmasse. Geldgeber: Die Arbeit nennt keinen; im Studienregister ist die Universität Maastricht Träger und einzige Geldquelle. Interessenkonflikt: Der Seniorautor erhielt Forschungsgeld, Beraterhonorare oder Vortragshonorare von Firmen, darunter die Kollagenhersteller Gelita und PB Leiner; das Molkeneiweiß kam von FrieslandCampina, das Kollagen von ATRO ProVita (Volltext über Europe PMC).
31Verordnung (EU) Nr. 1169/2011 betreffend die Information der Verbraucher über Lebensmittel, Artikel 18 Absatz 1. freirecht.de „Das Zutatenverzeichnis besteht aus einer Aufzählung sämtlicher Zutaten des Lebensmittels in absteigender Reihenfolge ihres Gewichtsanteils zum Zeitpunkt ihrer Verwendung bei der Herstellung des Lebensmittels.“ Hinweis: abgerufen über freiRecht.de; den Text im Rechtsportal der EU (EUR-Lex) konnte ich bei der Prüfung im Oktober 2026 nicht abrufen.
32Ellinger S, Amini AM, Haardt J et al. (2023). Protein intake and body weight, fat mass and waist circumference: an umbrella review of systematic reviews for the evidence-based guideline on protein intake of the German Nutrition Society. European Journal of Nutrition. DOI 10.1007/s00394-023-03220-x · PMID 37794213 · PMC10799103 33 systematische Übersichten. Ohne Kaloriendefizit veränderte viel Eiweiß Gewicht, Fettmasse und Bauchumfang nicht („möglich“). Im Defizit senkte viel Eiweiß meist Gewicht und Fettmasse, die Beweislage war aber wegen methodischer Schwächen „unzureichend“. Einschränkung: Für Ältere und für die Eiweißart unzureichende Daten. Geldgeber und Interessenkonflikte nicht geprüft.
33Egert S, Amini AM, Klug L et al. (2025). Protein intake and cardiovascular diseases: an umbrella review of systematic reviews for the evidence-based guideline on protein intake of the German Nutrition Society. European Journal of Nutrition. DOI 10.1007/s00394-025-03746-2 · PMID 40802072 · PMC12350521 10 systematische Übersichten aus Beobachtungsstudien. Gesamt-, tierisches und pflanzliches Eiweiß hingen nicht mit koronarer Herzkrankheit oder Schlaganfall zusammen; für die koronare Herzkrankheit gilt das Fehlen eines Zusammenhangs als „wahrscheinlich“. Einschränkung: nur Beobachtungsstudien. Geldgeber und Interessenkonflikte nicht geprüft.
34Schulze MB, Haardt J, Amini AM et al. (2023). Protein intake and type 2 diabetes mellitus: an umbrella review of systematic reviews for the evidence-based guideline for protein intake of the German Nutrition Society. European Journal of Nutrition. DOI 10.1007/s00394-023-03234-5 · PMID 37718370 · PMC10799123 8 systematische Übersichten. Hohe gegen niedrige Gesamtzufuhr: relatives Risiko 1,09 bis 1,11 für Typ-2-Diabetes, tierisches Eiweiß 1,13 bis 1,19. Studien zu Blutzucker, Langzeitzucker und Insulin stützen keinen klaren biologischen Zusammenhang. Gesamtbewertung: höheres Risiko bei mehr Gesamteiweiß „möglich“; für tierisches und pflanzliches Eiweiß unzureichend. Einschränkung: Beobachtungsdaten, Störfaktoren möglich. Geldgeber und Interessenkonflikte nicht geprüft.
Was auf dieser Seite fehlt – und warum Für Ausdauersport, für den reinen Erhalt von Muskeln und für die Diät mit mehr Körperfett nennt diese Seite keine belegte Zahl, und Magerquark und Proteinpulver fehlen in der Lebensmitteltabelle: Für keines davon hatte ich eine Quelle, die ich prüfen konnte. Wer die Auswertung zu den Nieren (Beleg 5) und mehrere kleinere Studien mitfinanziert hat, konnte ich nicht prüfen – das steht jeweils im Beleg. Die Vergleiche der Eiweißquellen stammen fast alle aus Laborstudien mit Männern; für Frauen lässt sich daraus wenig ableiten. Lieber eine ehrliche Lücke als eine Angabe, für die niemand geradesteht.
Zum Schluss, in eigener Sache Ich bin Personal Trainer, kein Arzt. Ich behandle nichts – ich trainiere um Beschwerden herum und Schritt für Schritt in mehr Belastbarkeit hinein. Wo ärztliche Freigabe nötig ist, fange ich ohne sie nicht an. Diese Seite erklärt, was Studien zeigen, und ersetzt keine ärztliche Beratung.