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die fittermacher
Reiswaffeln
Wissen · Stefan Trost
Ernährung · Snacks · Arsen

Reiswaffeln: Wie gesund ist der Snack – und wie ernst ist das Arsen?

Reiswaffeln sind vor allem Stärke – Kohlenhydrate, die den Blutzucker stark steigen lassen. Ab und zu gegessen sind sie kein Problem; als täglicher Snack sind sie wegen des Arsens keine gute Wahl – dann lieber Waffeln ohne Reis, etwa aus reinem Mais. Kindern unter drei Jahren gibst Du nur Kinderwaffeln, und auch die nur im Wechsel mit Snacks ohne Reis; die schwedische Lebensmittelbehörde rät bis sechs Jahre ganz ab.

Reiswaffeln sind gepuffte Scheiben aus ganzen Reiskörnern, meist aus Naturreis, also Vollkornreis.1, 2 Je Stück haben sie rund 33 Kilokalorien, je 100 Gramm aber 371 – so viel wie trockener, roher Reis.3, 4 Sie lassen den Blutzucker stark steigen;5, 6 wie satt sie machen, ist an der Waffel selbst kaum untersucht. Und sie enthalten mehr anorganisches Arsen als Reis – die Form des Arsens, die bei dauerhafter Aufnahme das Krebsrisiko erhöht.7, 8

Meine Einordnung: „Ab und zu“ heißt ein, zwei Waffeln an zwei, drei Tagen der Woche. Wer öfter zugreift, nimmt Waffeln ohne Reis und liest die Zutatenliste – manche Mais- und Mehrkornwaffeln enthalten Reis.2, 4 Getreidekörner ohne Reis enthielten in europäischen Messungen rund ein Achtel oder weniger des Arsens von Reiswaffeln, wenn auch nicht null.7

300 µg/kg
anorganisches Arsen dürfen Reiswaffeln in der EU höchstens enthalten (0,30 mg/kg) – doppelt so viel wie weißer Reis mit 150 µg/kg9
146 µg/kg
im Mittel in 579 europäischen Proben Reiswaffeln und Reiskräcker – Getreidekörner ohne Reis: 9 bis 18 µg/kg7
33 kcal
je Waffel, aber 371 kcal je 100 g – je Stück von mir gerechnet mit 9 g3, 4

Reiswaffeln in Fragen und Antworten

Auf einen Blick · Einordnung von Personal Trainer Stefan Trost

Neun Fragen, kurz beantwortet

Wenn Du wenig Zeit hast, reicht dieser Kasten. Alles Weitere steht darunter.

„Sind Reiswaffeln gut zum Abnehmen?“
Nicht besonders. Je Stück haben sie wenig Kalorien, je 100 Gramm so viele wie trockener Reis.3 Ob sie beim Abnehmen helfen, ist bisher nicht untersucht. Ihnen fehlen Eiweiß und Ballaststoffe, die in einer Studie mit mehr Sättigung einhergingen;10 dafür steckt viel Luft in ihnen, und von einem luftigeren Snack aßen Erwachsene in einer Studie weniger Kalorien.11 Mein Rat: Zähl ab und leg Eiweiß drauf, etwa Magerquark (Kapitel 04).
„Wie gefährlich ist das Arsen in Reiswaffeln?“
Kein Grund zur Panik, aber einer zur Abwechslung. Anorganisches Arsen kann das Erbgut schädigen und erhöht bei dauerhafter Aufnahme das Krebsrisiko; eine Menge ohne Risiko legt die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit deshalb nicht fest, und schon bei der mittleren Aufnahme Erwachsener sieht sie „gesundheitliche Bedenken“.8, 12 Reiswaffeln gehören zu den Reisprodukten mit dem meisten Arsen.7 Es zählt, was Du über Jahre isst, nicht eine einzelne Packung (Kapitel 05).
„Wie viele Reiswaffeln sind in Ordnung?“
Am besten nicht jeden Tag. Die österreichische Agentur für Ernährungssicherheit rät zu „nur gelegentlich und nicht täglich“,12 das Bundesinstitut für Risikobewertung zu Maß und Abwechslung mit anderem Getreide.13 Eine feste Zahl nennt keine Behörde. Vier Waffeln täglich liegen bei 70 Kilo rechnerisch über dem Referenzpunkt der Europäischen Behörde, der vorsichtig geschätzten Tagesmenge, die in einer Studie mit etwas mehr hellem Hautkrebs einherging – kein Grenzwert (Kapitel 05). Meine Einordnung: ein, zwei Waffeln an zwei, drei Tagen der Woche.
„Sind Maiswaffeln die bessere Wahl?“
Ja, wenn Du oft zugreifst – mit Blick auf die Zutatenliste. Getreidekörner ohne Reis enthielten in europäischen Messungen rund ein Achtel oder weniger des Arsens von Reiswaffeln, aber nicht null; Maiswaffeln selbst wurden nicht eigens gemessen.7 Nährstofflich sind Mais- und Reiswaffel fast gleich.3 Manche Mais- und Mehrkornwaffeln sind Mischungen mit Reis.2, 4 Meine Einordnung: Steht nur Mais auf der Zutatenliste, ist es eine echte Maiswaffel.
„Mein Kind isst jeden Tag Reiswaffeln – ist das zu viel?“
Dann wechsle ab – auch bei Baby-Waffeln. Normale Reiswaffeln gibst Du Kindern unter drei Jahren besser nicht; Waffeln eigens für sie enthielten in ersten Messungen weniger Arsen.2, 7, 14, 15 Das Bundesinstitut für Risikobewertung rät, mit Snacks ohne Reis abzuwechseln, und nimmt Kinderware davon nicht aus; die schwedische Lebensmittelbehörde empfiehlt Reiswaffeln unter sechs Jahren gar nicht.13, 16 Mein Rat: höchstens an zwei, drei Tagen der Woche – und kein Grund für Vorwürfe (Kapitel 05).
„Sind Reiswaffeln mit Erdnussmus gut vor dem Training?“
Die Waffel ja, das Erdnussmus eher sparsam. Für die Mahlzeit vor langen Einheiten raten Fachgesellschaften zu Kohlenhydraten mit wenig Fett, damit der Magen ruhig bleibt; vor einer normalen Einheit ist wenig Belag mein Rat.17 Erdnussmus ist rund zur Hälfte Fett; 10 Gramm bringen etwa 60 Kilokalorien, fast doppelt so viel wie die Waffel.18 Den schnellen Blutzuckeranstieg brauchst Du vorher nicht: In einer kleinen Studie verlängerte Puffreis die Ausdauer nicht, Haferflocken schon.19 Danach zählt er erst, wenn Deine Kohlenhydratspeicher in den Muskeln in weniger als vier Stunden wieder voll sein müssen (Kapitel 04).20
„Sind Vollkorn-Reiswaffeln gesünder?“
Nein. Naturreis enthält mehr Arsen als weißer Reis,7, 13 und in einer kleinen Studie lag die Vollkorn-Reiswaffel beim Blutzucker sogar höher als die helle.5 Etwas mehr Ballaststoffe sind nur für das rohe Korn belegt.3 Die meisten Reiswaffeln sind ohnehin aus Naturreis.1, 2
„Lassen Reiswaffeln den Blutzucker stark steigen?“
Ja – wie stark insgesamt, hängt an der Menge. Der glykämische Index vergleicht den Anstieg mit Traubenzucker, der bei 100 liegt; bis 55 gilt als niedrig, über 70 als hoch.20, 21 Reiswaffeln und gepufften Reis maßen zwei kleine Studien bei rund 77 bis 102 – über 100 heißt: stärker als Traubenzucker.5, 6 Eine Waffel liefert aber nur rund 7 Gramm Kohlenhydrate, vier rund 28 (Kapitel 03).
„Ich trinke Reisdrink und esse oft Reis – zählt das mit?“
Ja – je Portion kommt da einiges zusammen. Rechnerisch bringen 70 Gramm trockener weißer Reis etwa so viel Arsen wie vier Waffeln, ein Glas Reisdrink so viel wie ein bis zweieinhalb (Kapitel 05).7 Mein Rat: Nicht Reiswaffel, Reisdrink und Reis am selben Tag – und fang mit dem an, was Du am leichtesten ersetzt.
01Gilt das für Dich?

Wer Du bist – und was das für Deine Waffel heißt

Ob Reiswaffeln für Dich ein guter Snack sind, hängt davon ab, wie oft Du sie isst, wofür und wer mitisst. Lies die Karten, die auf Dich passen. Wo ich etwas einordne, statt eine Quelle wiederzugeben, steht „Meine Einordnung“ oder „Mein Rat“ davor.

Du trainierst

Eine Brücke, keine Basis

Meine Einordnung: Vor einer normalen Einheit passt die Waffel, weil sie leicht ist und wenig Fett und Ballaststoffe hat; für die Mahlzeit vor langen Einheiten empfehlen Fachgesellschaften genau solche Kohlenhydrate.17 Mein Rat: ein, zwei Stück, mit wenig Belag – Erdnussmus ist vor allem Fett.18 Als Hauptquelle für Kohlenhydrate taugt sie nicht: Wer seine Kohlenhydratspeicher in den Muskeln schnell wieder auffüllen muss, bräuchte bei 70 Kilo rund zwölf Waffeln je Stunde – gerechnet in Kapitel 04. Die Empfehlungen dazu stammen vor allem aus dem Ausdauersport.

Du willst abnehmen

Abzählen und belegen

Je Stück wenig Kalorien, je 100 Gramm so viel wie trockener Reis.3 Mein Rat: Zähl die Waffeln ab, statt aus der Packung zu essen, und leg Eiweiß drauf – Magerquark oder Hüttenkäse. Meine Einordnung: Wer satt werden will, ist mit Roggenvollkorn-Knäckebrot vermutlich besser bedient – gut fünfmal so viel Ballaststoffe und kein Reis, dafür mehr Salz.3

Du hast kleine Kinder

Abwechseln statt täglich

Kinder nehmen je Kilo Körpergewicht am meisten Arsen auf; bei Säuglingen und Kleinkindern stammte in einzelnen Erhebungen bis zu gut ein Drittel davon aus Keksen, Zwieback und Snacks für Kinder, zu denen auch Reiswaffeln für Kinder gehören.7 Normale Reiswaffeln gibst Du Kindern unter drei Jahren besser nicht, und auch Waffeln, die eigens für sie gemacht sind, wechselst Du mit Snacks ohne Reis ab.13, 15 Alles für Eltern steht gesammelt in Kapitel 05.

Du isst viel Reis

Es summiert sich

Wer glutenfrei oder vegan isst, kommt leicht auf Reisdrink, Reisnudeln, Reisbrot und Reiswaffeln am selben Tag. Reis und Reisprodukte gehören in Europa zu den Hauptquellen für anorganisches Arsen,8 und Menschen, die viel Reis essen, nennt die EU ausdrücklich als besonders betroffen.22 Mein Rat: Rechne nicht nur je Kilo, sondern je Portion – ein Teller Reis kann so viel Arsen bringen wie vier Waffeln (Kapitel 05). Fang mit dem an, was Du am leichtesten ersetzt.

Du hast Zöliakie

Auf „glutenfrei“ achten

Bei Zöliakie verträgt der Körper kein Gluten, ein Eiweiß aus Weizen, Roggen, Gerste und Hafer.23, 24 Reis-, Mais- und Buchweizenwaffeln sind von Natur aus glutenfrei, Dinkel- und Weizenwaffeln nicht.24 Nimm Ware mit der Aufschrift „glutenfrei“: Sie darf höchstens 20 Milligramm Gluten je Kilo enthalten,23 und bei Buchweizen verlangt die Deutsche Zöliakie-Gesellschaft das ausdrücklich.24 Als Abwechslung zu Reis nennt das Bundesinstitut für Risikobewertung unter anderem Mais, Hirse und Buchweizen.13

Du achtest auf den Blutzucker

Die Menge steuern

Die Blutzuckermessungen auf dieser Seite stammen von Gesunden und zeigen nur den Anstieg nach einer Portion.5, 6 Ob Snacks mit hohem glykämischem Index auf Dauer das Diabetesrisiko erhöhen, beantwortet diese Seite nicht. Was Du steuern kannst, ist die Menge: Vier Waffeln liefern rund 28 Gramm Kohlenhydrate, die schnell ins Blut gehen (Kapitel 03).

Medizinische Vorgeschichte

Erst die Freigabe

Bei Erkrankungen von Herz, Kreislauf, Gelenken oder Stoffwechsel klärst Du vorher mit Deinem Arzt, ob und wie viel davon für Dich passt.

Nicht Thema dieser Seite Reis als Beilage – welche Sorte, wie gekocht, wie gelagert – steht nicht hier; mehr dazu auf meiner Seite zu Reis. Reiscracker und Reischips kommen nur dort vor, wo Messdaten sie mit den Waffeln zusammenfassen, Popcorn und Knäckebrot nur zum Vergleich. Diese Seite erklärt gepuffte Waffeln aus Reis, Mais und anderem Getreide: was drinsteckt, was sie beim Abnehmen und im Training taugen und wie ernst das Arsen ist.
02So nutzt Du es

Reiswaffeln im Alltag: was Du tust – und was Du lässt

Wenn Du nur ein Kapitel liest, dann dieses. Die meisten Regeln laufen auf zwei Dinge hinaus: das Korn wechseln, wenn Du oft zugreifst, und die Waffel nicht für mehr halten, als sie ist.

✓Nimm für den häufigen Snack Waffeln ohne Reis. Getreidekörner ohne Reis enthielten in europäischen Messungen rund ein Achtel oder weniger des anorganischen Arsens von Reiswaffeln, wenn auch nicht null.7 Nährstofflich ist die Maiswaffel der Reiswaffel fast gleich.3 Mehr in Kapitel 05.
✓Lies bei Mais- und Mehrkornwaffeln die Zutatenliste. Manche sind Mischungen mit Reis,2, 4 und je mehr Reis in einem Produkt steckt, desto mehr Arsen enthält es meist.2 Meine Einordnung: Steht Reis an erster Stelle, ist es vor allem eine Reiswaffel.
✓Iss Reiswaffeln gelegentlich, nicht täglich. So rät es die österreichische Agentur für Ernährungssicherheit; das Bundesinstitut für Risikobewertung rät zu Maßen und Abwechslung.12, 13 Meine Einordnung: Gelegentlich heißt ein, zwei Waffeln an zwei, drei Tagen der Woche.
✓Leg Eiweiß drauf, wenn die Waffel eine Zwischenmahlzeit sein soll. Ihr fehlen Eiweiß und Ballaststoffe, die in einer Studie mit 38 Lebensmitteln mit mehr Sättigung einhergingen.10 Meine Einordnung: Mit Magerquark oder Hüttenkäse wird aus der Waffel eine vollständigere Zwischenmahlzeit. Ob die Blutzuckerkurve dadurch flacher wird, ist an Waffeln nicht gemessen (Kapitel 04).25, 26
✓Zähl ab, statt aus der Packung zu essen. Eine Waffel hat rund 33 Kilokalorien und 7 Gramm verfügbare Kohlenhydrate, vier haben viermal so viel (Kapitel 03).3, 4
✓Iss vor einer normalen Einheit ein, zwei Waffeln, wenn Du etwas Leichtes brauchst – mit wenig Belag. Das ist mein Rat, keine Mengenangabe aus einer Studie. Vor langen, harten Einheiten raten Fachgesellschaften zu einer kohlenhydratreichen Mahlzeit ein bis vier Stunden vorher, mit wenig Fett und Ballaststoffen und höchstens mäßig Eiweiß, damit der Magen ruhig bleibt; dafür reichen ein paar Waffeln bei Weitem nicht.17 Erdnussmus ist rund zur Hälfte Fett.18
✓Nimm bei Zöliakie nur Ware mit der Aufschrift „glutenfrei“. Dinkel- und Weizenwaffeln enthalten Gluten; bei Buchweizen verlangt die Deutsche Zöliakie-Gesellschaft die Aufschrift ausdrücklich.23, 24
✕Gib kleinen Kindern Reiswaffeln nicht als Standardsnack. Normale Reiswaffeln gibst Du Säuglingen und Kleinkindern, also Kindern unter drei Jahren, besser gar nicht.2, 15 Auch Waffeln, die eigens für sie gemacht sind, wechselst Du mit Zwischenmahlzeiten ohne Reis ab; das Bundesinstitut für Risikobewertung nimmt sie von diesem Rat nicht aus.13 Die schwedische Lebensmittelbehörde rät bei Kindern unter sechs Jahren ganz ab.16
✕Greif nicht wegen des Worts „Vollkorn“ zu. Naturreis enthält mehr Arsen als weißer Reis,7, 13 und in einer kleinen Studie lag die Vollkorn-Reiswaffel beim Blutzucker höher als die helle.5 Die meisten Reiswaffeln sind ohnehin aus Naturreis.1, 2
✕Nimm Schoko-Reiswaffeln nicht als Alternative. Sie sind eine Süßigkeit: je 100 Gramm 475 statt 371 Kilokalorien und knapp 30 Gramm Zucker.3 Unter der Schokolade steckt dieselbe Reisscheibe (Kapitel 05).
✕Stapel Reis nicht mehrfach am selben Tag. Reiswaffel, Reisdrink, Reisnudeln und Reis als Beilage summieren sich; Reis und Reisprodukte gehören zu den Hauptquellen für anorganisches Arsen.8 Abwechslung beim Getreide ist der einfachste Schutz.13
✕Plan die Waffel nicht als Kohlenhydratquelle für hartes Training ein. Für die schnelle Auffüllung zwischen zwei harten Einheiten bräuchtest Du rund ein Dutzend Waffeln je Stunde (Kapitel 04).17, 20
Wenn Du nur einen Absatz mitnimmst Reiswaffeln ab und zu sind kein Problem – wer öfter zugreift, nimmt Waffeln ohne Reis und liest die Zutatenliste. Die Waffel ist ein leichter Snack aus schneller Stärke, kein Abnehmprodukt und keine Kohlenhydratquelle für hartes Training. Mit Eiweiß drauf wird sie eine brauchbare Zwischenmahlzeit, und Kindern unter drei Jahren gibst Du nur Ware, die für sie gemacht ist, im Wechsel mit Snacks ohne Reis.7, 12, 13, 15
03Was drinsteckt

Was in einer Reiswaffel steckt – und wie sie entsteht

Eine Reiswaffel ist Korn, Hitze, Druck – und vor allem Luft.

So entsteht eine Puffwaffel

Stell Dir ein Waffeleisen vor, in das statt Teig ganze Körner kommen, das fest zudrückt und dann schlagartig aufspringt. So ungefähr arbeitet die Maschine: Die Körner dehnen sich beim Öffnen aus und backen ohne jedes Bindemittel zu einer Scheibe zusammen.27, 28 Die Schritte unten zeigen die Reihenfolge; einzelne Maschinen arbeiten anders.

1

Anfeuchten

Ganze Körner werden auf rund 14 bis 20 Prozent Wasser gebracht. Mehr Feuchte, mehr Hitze und längeres Erhitzen ergaben in Versuchen mehr Volumen.29, 30

2

Erhitzen unter Druck

In einer beheizten Form stehen die Körner wenige Sekunden bei rund 220 bis 270 Grad unter Druck; eine Patentschrift nennt 30 bis 150 bar.27, 29, 30

3

Schlagartig öffnen

Der Druck wird schlagartig gelöst, die Form öffnet sich ein paar Millimeter. Die Körner dehnen sich aus und verbinden sich allein durch Hitze und Druck.27, 28

4

Fertig: eine Scheibe aus Luft

Übrig bleibt eine trockene Scheibe mit wenigen Prozent Restfeuchte. In einer Patentschrift wogen die Waffeln 0,08 bis 0,15 Gramm je Kubikzentimeter, angestrebt sind dort weniger als 0,2.27 Zum Vergleich: Wasser wiegt 1 Gramm je Kubikzentimeter.

Wie viel Luft in einer Waffel steckt · gerechnet Dichte der Waffel laut Patentschrift: unter 0,2 g/cm³ (gemessene Beispiele dort: 0,08 bis 0,15) Bezug: Wasser mit 1,0 g/cm³ Anteil des Volumens, den feste Masse einnimmt, höchstens: 0,2 ÷ 1,0 = 0,2, also ein Fünftel Mehr als vier Fünftel einer Puffwaffel sind Luft – als Untergrenze

gerechnet Von mir aus den Werten der Patentschrift gerechnet.27 Angenommen ist, dass das Korn selbst mindestens so dicht ist wie Wasser; ist es dichter, steckt noch mehr Luft in der Waffel.

Das Puffen verändert vermutlich auch, wie stark die Stärke den Blutzucker steigen lässt. Darauf deutet eine kleine Studie aus Italien hin: Gekochter Parboiled-Reis – Reis, der vor dem Schälen unter Dampf vorgegart wird – ließ den Blutzucker dort nur wenig steigen, Reiswaffeln aus Parboiled-Reis dagegen stark. Ob es gepuffte Waffeln waren, steht in der Kurzfassung der Studie – dem Überblick an ihrem Anfang – nicht ausdrücklich.5 Mehr dazu in Kapitel 04.

Die Nährwerte: je 100 Gramm wie trockener Reis

Je 100 Gramm liefern ungesalzene Reiswaffeln 371 Kilokalorien – so viel wie roher, trockener Reis mit 351 bis 360.3 Kalorienarm wirkt die Waffel nur, weil ein Stück so wenig wiegt. Die Maiswaffel liegt fast gleichauf. Popcorn und Roggenvollkorn-Knäckebrot stehen zum Vergleich in der Tabelle: Beide haben ein Vielfaches an Ballaststoffen.

Je 100 gkcalEiweiß gBallast­stoffe gSalz g
Reiswaffel, ungesalzen3718,03,60,01
Reiswaffel, gesalzen3728,13,70,30
Reiswaffel, schokoliert4757,15,00,18
Maiswaffel, gesalzen3898,02,20,26
Popcorn, ungesüßt33812,014,80,02
Knäckebrot, Roggen­vollkorn3279,419,91,33

gemessen So steht es im Bundeslebensmittelschlüssel, der deutschen Nährwertdatenbank des Max Rubner-Instituts; Eiweiß und Ballaststoffe auf eine Stelle gerundet, Salz auf zwei.3 Ungesalzene Reiswaffeln und Maiswaffeln beruhen dort überwiegend auf Analysen, gesalzene und schokolierte Reiswaffeln auf Rezeptberechnungen. Ob die Reiswaffeln aus weißem Reis oder Naturreis sind, steht in der Datenbank nicht.

Eine Waffel · gerechnet Gewicht einer Waffel laut US-Nährwertdatenbank: 9 g Kalorien: 371 × 0,09 ≈ 33 kcal · Maiswaffel: 389 × 0,09 ≈ 35 kcal Eiweiß: 8,0 × 0,09 ≈ 0,7 g · Ballaststoffe: 3,6 × 0,09 ≈ 0,3 g Verfügbare Kohlenhydrate, 77,5 g je 100 g: 77,5 × 0,09 ≈ 7 g · vier Waffeln ≈ 28 g Salz, gesalzene Waffeln: 0,26 bis 1,22 g je 100 g × 0,09 = 0,02 bis 0,11 g Eine Waffel: rund 33 kcal, 7 g Kohlenhydrate, unter 1 g Eiweiß

gerechnet Von mir aus den Werten des Bundeslebensmittelschlüssels und dem Stückgewicht der US-Nährwertdatenbank gerechnet.3, 4 Verfügbare Kohlenhydrate sind die, die der Körper verwerten kann, also ohne Ballaststoffe. Der höchste Salzwert stammt aus dem Natrium einer US-Maiswaffel: 488 Milligramm mal 2,5. Deine Waffeln können mehr oder weniger wiegen; die Packung oder die Küchenwaage sagt es Dir genau.

Ungesalzene Waffeln enthalten praktisch kein Salz, gesalzene laut den beiden Datenbanken 0,26 bis rund 1,2 Gramm je 100 Gramm – eine Waffel also höchstens gut ein Zehntel Gramm.3, 4 Für gewürzte Sorten gibt es keine Datenbankwerte; dort zählt die Packung.

Was im Regal steht

Reiswaffel

Meist aus Naturreis

Reiswaffeln werden laut Bundesinstitut für Risikobewertung aus gepufftem braunem Reis gemacht, also Naturreis;1 in einer britischen Einkaufsstudie enthielten 13 von 14 handelsüblichen Reiswaffeln Vollkornreis.2 Das ist beim Arsen ein Nachteil (Kapitel 05).

Maiswaffel

Fast gleiche Nährwerte

389 statt 371 Kilokalorien je 100 Gramm, gleich viel Eiweiß, etwas weniger Ballaststoffe.3 Von Natur aus glutenfrei.24 Beim Arsen deutlich günstiger, wenn auch nicht frei davon (Kapitel 05). Manche Maiswaffeln enthalten auch Reis – Zutatenliste lesen.2, 4

Dinkel, Buchweizen, Hülsenfrucht

Kaum Daten

Dinkel- und Weizenwaffeln enthalten Gluten, Buchweizen trotz des Namens nicht.24 Für fertige Waffeln aus Dinkel, Buchweizen oder Linsen, Kichererbsen und Erbsen fehlen bisher Nährwerte, Arsen- und Blutzuckerwerte; im Bundeslebensmittelschlüssel stehen sie nicht.3, 4

Mehrkorn

Zutatenliste lesen

Oft steckt Reis als Grundlage drin; in der US-Nährwertdatenbank etwa stehen Mehrkornwaffeln als Reiswaffeln mit weiteren Körnern.4 Eine glutenfreie Mehrkorn-Puffwaffel lag beim Blutzucker in einer Studie im mittleren Bereich, Reiswaffeln in anderen Studien höher (Kapitel 04).31

Schokoliert

Mehr Zucker, dieselbe Reisscheibe

Je 100 Gramm 475 statt 371 Kilokalorien und 29,6 Gramm Zucker.3 Unter der Schokolade steckt dieselbe Reisscheibe (Kapitel 05). Eine Süßigkeit mit Waffel darunter.

Gewürzt

Packung lesen

Für Waffeln mit Paprika, Sesam oder anderen Würzungen gibt es keine Datenbankwerte. Wie viel Salz drin ist, steht auf der Packung; je 100 Gramm angegeben, rechnest Du mit 0,09 auf eine Waffel um.

04Blutzucker, Sattwerden, Training

Blutzucker, Sattwerden, Training: was die Waffel kann

Die Reiswaffel lässt den Blutzucker stark steigen; wie satt sie macht, ist an ihr selbst kaum untersucht. Ob das ein Nachteil ist, hängt davon ab, wofür Du sie isst.

Blutzucker: stark, aber die Menge zählt mit

Der glykämische Index sagt, wie stark ein Lebensmittel den Blutzucker steigen lässt, verglichen mit Traubenzucker, der per Definition bei 100 liegt; getestet wird jeweils mit gleich vielen Kohlenhydraten.6, 21 Bis 55 gilt ein Wert als niedrig,21 über 70 als hoch.20 Werte über 100 kommen vor: Dann ließ das Lebensmittel den Blutzucker in der Messung stärker steigen als dieselbe Menge Traubenzucker. Für Reiswaffeln und gepufften Reis gibt es nur wenige, kleine Messungen. In einer Studie aus Italien lag die helle Reiswaffel bei 83, die Vollkorn-Reiswaffel sogar bei 102 – ob dieser Unterschied gesichert ist, ob es gepuffte Waffeln waren und wer die Studie bezahlt hat, steht in der Kurzfassung nicht. Gemessen wurde an wenigen jungen Gesunden; ein Mitautor arbeitet bei einem Reisunternehmen – ein möglicher Interessenkonflikt.5 Gepuffte Reisquadrate lagen in einer Studie aus Tschechien bei rund 77, mit großer Streuung zwischen den Teilnehmern.6 Eine glutenfreie Mehrkorn-Puffwaffel kam in einer italienischen Studie auf 67, laut den Autoren ein mittlerer Wert.31

Reiswaffeln lassen den Blutzucker also stark steigen; bei einer Mehrkornwaffel lag der Wert niedriger, es kommt auch aufs Korn an. Wie stark der Blutzucker tatsächlich steigt, hängt zudem an der Menge: Eine Waffel liefert rund 7 Gramm verfügbare Kohlenhydrate, vier liefern rund 28 – gerechnet in Kapitel 03.3, 4 Meine Einordnung: Eine einzelne Waffel bewegt wenig. Wer eine nach der anderen isst, nimmt nebenbei eine ganze Portion schnelle Kohlenhydrate auf.

Satt werden: was dafür und was dagegen spricht

Wie satt Reiswaffeln machen, ist an der Waffel selbst kaum untersucht. In einer Studie dienten sie nur als kalorienarme Vergleichsportion: Danach war der Hunger größer als nach Portionen mit 500 Kilokalorien aus Nüssen oder Schokolade – kein fairer Vergleich, weil die Kalorien nicht gleich waren.32 Sonst gibt es nur Hinweise aus anderen Studien. In einer Studie mit 38 Lebensmitteln, jeweils in Portionen mit gleich vielen Kalorien, sättigten Speisen umso mehr, je schwerer die Portion war und je mehr Wasser, Ballaststoffe und Eiweiß sie enthielt; mit mehr Fett sättigten sie eher schlechter. Das sind Zusammenhänge über viele Lebensmittel, kein Beweis für ein einzelnes.10 Die Reiswaffel ist leicht, trocken und arm an Ballaststoffen und Eiweiß. Dazu passt eine kleine Studie mit Puffreis: Die Sorte, die den Blutzucker stärker steigen ließ, machte nur zwei Drittel so satt wie eine langsamere Sorte – erste Hinweise.33

Für die Waffel spricht die Luft. In einer Studie aßen Erwachsene von einem stark aufgeschäumten Käse-Flips-Snack rund ein Fünftel weniger Kalorien als von einem kompakteren mit gleich vielen Kalorien je Gramm – und fühlten sich danach nicht hungriger.11 An Reiswaffeln ist das nicht geprüft, und eine Studie mit Reiswaffeln beim Abnehmen fehlt bisher. Meine Einordnung: Die Waffel ist weder Schlankmacher noch Dickmacher. Entscheidend ist, wie viele Du isst und was drauf kommt.

Belag: Eiweiß macht daraus eine Zwischenmahlzeit

Meine Einordnung: Mit Magerquark oder Hüttenkäse wird aus der Waffel eine vollständigere Zwischenmahlzeit – mit dem Eiweiß, das ihr fehlt. Ob ein Belag die Blutzuckerkurve einer Waffel flacher macht, hat niemand an Waffeln gemessen, und zwei Studien zeigen Verschiedenes. Mit Weißbrot senkte erst so viel Eiweiß, wie Kohlenhydrate auf dem Teller lagen, den Anstieg; kleinere Mengen und Butter änderten nichts. Gemessen wurde an älteren Erwachsenen mit leichtem Übergewicht.25 Mit Traubenzucker in Wasser senkten Eiweiß und Fett den Anstieg dagegen umso mehr, je mehr davon dabei war; ob das für feste Mahlzeiten gilt, lassen die Autoren offen.26 Eine Waffel hat nur rund 7 Gramm Kohlenhydrate – gemessen daran ist ein eiweißreicher Belag keine kleine Menge. Den Belag isst Du vor allem, damit die Waffel zur Mahlzeit wird; ob er die Kurve spürbar flacher macht, ist offen.

Und Erdnussmus? Es besteht rund zur Hälfte aus Fett und zu gut einem Fünftel aus Eiweiß; schon 10 Gramm bringen etwa 60 Kilokalorien, fast doppelt so viel wie die Waffel darunter.18 Mein Rat: Als Zwischenmahlzeit geht eine dünne Schicht; vor dem Training lieber wenig oder nichts davon – vor langen Einheiten raten die Fachgesellschaften, Fettreiches gegebenenfalls zu meiden.17

Training: vorher wegen des Magens, danach nur unter Zeitdruck

Oft heißt es, die schnelle Stärke der Waffel gebe Energie fürs Training. Die Studien stützen das nicht. Vor langen, harten Einheiten raten drei nordamerikanische Fachgesellschaften für Ernährung und Sportmedizin in einem gemeinsamen Positionspapier zu einer kohlenhydratreichen Mahlzeit ein bis vier Stunden vorher – 1 bis 4 Gramm Kohlenhydrate je Kilo Körpergewicht, mit wenig Fett und Ballaststoffen und höchstens mäßig Eiweiß, damit der Magen ruhig bleibt.17 Zur Art passt die Reiswaffel; für die Menge reichen ein paar Waffeln bei Weitem nicht. Bei gleicher Kohlenhydratmenge spielte der glykämische Index für die Ausdauerleistung in den meisten Studien keine Rolle, so dasselbe Papier.17 In einer kleinen Studie mit jungen, ausdauerfitten Männern verlängerte Puffreis, 45 Minuten vor dem Radfahren gegessen, die Zeit bis zur Erschöpfung nicht; Haferflocken schon. Gegessen wurden dort Frühstücksflocken aus Puffreis, keine Waffeln.19 Die Empfehlungen stammen vor allem aus dem Ausdauersport; für Krafttraining gibt es dazu auf dieser Seite keine eigenen Daten. Mein Rat: Vor einer normalen Einheit überbrücken ein, zwei Waffeln mit wenig Belag den kleinen Hunger.

Ein Vorteil ist der schnelle Anstieg erst, wenn die Kohlenhydratspeicher in den Muskeln schnell wieder voll sein müssen. Die Internationale Gesellschaft für Sporternährung empfiehlt, bei weniger als vier Stunden Erholung reichlich Kohlenhydrate in Betracht zu ziehen, 1,2 Gramm je Kilo Körpergewicht und Stunde, bevorzugt mit hohem glykämischem Index über 70; ein Mitautor arbeitet bei einem Hersteller von Sporternährung – ein möglicher Interessenkonflikt.20 Das Positionspapier der drei Fachgesellschaften nennt für weniger als acht Stunden zwischen zwei harten Einheiten 1 bis 1,2 Gramm je Kilo und Stunde in den ersten vier Stunden – zur Art der Kohlenhydrate sagt es dort nichts.17 Am wichtigsten ist der Zeitpunkt nach dem Training laut der Gesellschaft vor allem dann, wenn es mit dem Auffüllen schnell gehen muss.20 Liegt ein Tag Pause dazwischen, reicht nach meiner Einordnung die normale Mahlzeit.

Wie viele Waffeln für 1,2 g Kohlenhydrate je Kilo und Stunde? · gerechnet Beispiel: 70 kg Körpergewicht (frei gewählt) 70 × 1,2 = 84 g Kohlenhydrate je Stunde Eine Waffel: rund 7 g verfügbare Kohlenhydrate (Kapitel 03) 84 ÷ 7 = 12 Waffeln je Stunde Rund ein Dutzend Waffeln je Stunde – die Waffel ist eine Brücke, keine Basis

gerechnet Von mir aus der Empfehlung der Fachgesellschaften und den Werten aus Kapitel 03 gerechnet.3, 17, 20 Meine Einordnung: Ein, zwei Waffeln überbrücken; größere Mengen Kohlenhydrate isst Du leichter als Kartoffeln, Haferflocken, Brot oder Reis – Reis dann, wenn er nicht schon anderswo auf Deinem Tagesplan steht.

05Das Arsen

Arsen in Reiswaffeln: wie viel drin ist und wie ernst das ist

Reiswaffeln gehören zu den Reisprodukten mit dem meisten anorganischen Arsen. Zum Problem wird das nicht durch eine Packung, sondern durch die tägliche Gewohnheit.

Warum ausgerechnet Reis – und warum die Waffel

Arsen steckt in Lebensmitteln in verschiedenen Verbindungen. „Organisch“ und „anorganisch“ sind hier Begriffe aus der Chemie und haben nichts mit Bio zu tun. Um die anorganischen Verbindungen geht es bei den Höchstgehalten: Anorganisches Arsen gilt als krebserzeugend, und dauerhaft aufgenommen hängt es unter anderem mit Haut-, Blasen- und Lungenkrebs zusammen.8, 34 Reispflanzen nehmen mehr davon auf als andere Getreide.7 Ein Grund: Reisfelder werden oft geflutet, dadurch ist das Arsen im Boden leichter verfügbar; ist auch das Bewässerungswasser belastet, steigt der Gehalt im Korn weiter.13 Naturreis enthält mehr als weißer Reis, weil das Arsen vor allem in den äußeren Schichten des Korns sitzt.13

Bei der Waffel kommen zwei Dinge dazu. Sie besteht fast nur aus Reis, meist aus Naturreis.1, 2 Und je mehr Reis in einem Produkt steckt, desto mehr Arsen enthält es meist: In einer britischen Untersuchung von Kinderprodukten hingen Reisanteil und Arsengehalt eng zusammen.2 Ein dritter Punkt ist erst in Ansätzen untersucht. Beim Puffen kann eine organische Arsenverbindung fast vollständig in schwefelhaltige Formen umgebaut werden; die übliche Messung für den Höchstgehalt erfasst sie nicht, und eine davon gilt als stark zellschädigend. Gefunden wurden sie in handelsüblichen Reiswaffeln, auch in solchen für Kinder. Das sind erste Hinweise einer einzelnen Arbeitsgruppe, die die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit aufgegriffen hat.35, 36 Wie riskant die schwefelhaltigen Formen für Menschen sind, konnte die Behörde mangels Daten nicht bewerten; für die organische Ausgangsform, die vor allem über Reis und Fisch aufgenommen wird, sieht sie ebenfalls gesundheitliche Bedenken.36 Meine Einordnung: Am Rat ändert das nichts – wer seltener Reiswaffeln isst, nimmt auch von diesen Formen weniger auf.

Was die EU erlaubt

ErzeugnisHöchstgehalt mg/kg
in µg/kg
Gilt seit
Weißer Reis
geschliffen, nicht parboiled
0,15
150
26.03.2023
2016 bis März 2023: 0,20
Parboiled-Reis und Naturreis
im Rechtstext „geschälter Reis“
0,25
250
01.01.2016
Reismehl0,25
250
26.03.2023
Reiswaffeln, Reiskräcker, Reiskekse, Reiskuchen0,30
300
01.01.2016
Reisflocken und Frühstückspuffreis0,30
300
26.03.2023
Reis für Lebensmittel für Säuglinge und Kleinkinder
gilt für den Reis als Zutat
0,10
100
01.01.2016
Alkoholfreie Getränke auf Reisbasis0,030
30
26.03.2023

gemessen So steht es im Rechtstext: Verordnung (EU) 2023/915, Milligramm anorganisches Arsen je Kilogramm Lebensmittel; der deutsche Wortlaut stammt aus der Änderungsverordnung, mit der die strengeren Werte am 26. März 2023 kamen.9, 22, 34 Ein Milligramm sind 1.000 Mikrogramm. „Geschälter Reis“ heißt dort Reis ohne Spelze, also Naturreis – nicht weißer Reis. Meine Einordnung: Ein Höchstgehalt ist die Grenze für den Handel, keine Aussage darüber, welche Menge unbedenklich ist.

Reiswaffeln dürfen also doppelt so viel anorganisches Arsen enthalten wie weißer Reis – und dreimal so viel wie Reis, der für Babynahrung verwendet wird.

Was tatsächlich drin war

Die größte Datensammlung hat die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit ausgewertet: Proben aus 23 Ländern, gezogen von 2013 bis 2018.7 Bei 579 Proben Reiswaffeln und Reiskräckern lag der mittlere Gehalt bei 146 Mikrogramm je Kilo, rund der Hälfte des Höchstgehalts. Jede zwanzigste Probe lag bei 270 oder mehr.7 In Österreich fiel 2019 keine von 17 untersuchten Reiswaffeln beim Arsen durch, und auch bei einer neueren Kontrolle wurde keine Reiswaffel wegen Arsen beanstandet; Gehalte nennt die Behörde nicht.12, 37

ProduktProbenMittel µg/kg
Reiswaffeln und Reiskräcker
jede zwanzigste Probe 270 oder mehr
579146–148
Reisflocken
jede zwanzigste Probe 267 oder mehr
113123–126
Puffreis, lose
jede zwanzigste Probe 220 oder mehr
62100–114
Naturreis382128–131
Weißer Reis33774–79
Reisnudeln1766–76
Reisbrot1075–80
Reisgetränk438–17
Cornflakes1121–30
Getreidekörner ohne Reis
knapp zwei Drittel der Proben unter der Messgrenze
679–18

gemessen Mittelwerte aus dem Bericht der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit, Proben 2013 bis 2018, in Mikrogramm anorganisches Arsen je Kilogramm.7 Wo zwei Zahlen stehen, ist das eine Spanne: Proben, in denen zu wenig Arsen für eine Messung war, wurden einmal mit null und einmal mit der Messgrenze gezählt. Die Gruppe „Reiswaffeln“ fasst gepuffte Waffeln und Kräcker zusammen, und ein Teil der Proben stammt aus der Zeit vor dem Höchstgehalt von 2016.

Schokolade verdünnt den Reis: Reisflocken mit Schokolade enthielten in denselben Daten deutlich weniger Arsen als ohne.7 Schoko-Reiswaffeln selbst wurden dort nicht gemessen. Meine Einordnung: Bei der Waffel kommt die Schokolade zur Reisscheibe dazu, statt sie zu ersetzen – weniger Arsen pro Stück darfst Du nicht erwarten, dafür knapp 30 Gramm Zucker je 100 Gramm (Kapitel 03).3 Wer weniger Arsen will, wechselt das Korn.

Wie die Europäische Behörde das Arsen bewertet

Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit hat anorganisches Arsen 2024 neu bewertet. Weil es das Erbgut schädigen kann, legt sie keine Menge fest, unter der es sicher ohne Risiko bleibt.8 Stattdessen nennt sie einen Referenzpunkt von 0,06 Mikrogramm je Kilo Körpergewicht und Tag. Das ist kein Grenzwert und keine sichere Menge, sondern eine vorsichtige Schätzung: die untere Schätzung der täglichen Dauermenge, die in einer Studie aus den USA mit rund 5 Prozent mehr Fällen einer Form von hellem Hautkrebs einherging, als ohnehin auftreten – aus 100 Fällen würden etwa 105. Die Behörde geht davon aus, dass dieser Wert auch andere Folgen wie Lungen- und Blasenkrebs oder Herzkrankheiten mit abdeckt.8

Schon die mittlere Aufnahme Erwachsener in Europa aus allen Lebensmitteln zusammen liegt in diesem Bereich, bei 0,03 bis 0,15 Mikrogramm je Kilo und Tag. Die Behörde sieht darin trotz aller Unsicherheiten „gesundheitliche Bedenken“.8, 12 Die wichtigsten Quellen sind Reis, Reisprodukte, Getreide ohne Reis und Trinkwasser.8 Zu den Unsicherheiten gehört, dass der Referenzpunkt aus einer einzelnen Studie stammt und Werte aus Urin und Trinkwasser in eine Aufnahme mit der Nahrung umgerechnet wurden.8

Was Reiswaffeln beitragen · gerechnet Eine Waffel: 9 g × 0,146 mg/kg ≈ 1,3 µg anorganisches Arsen Vier Waffeln täglich: 4 × 1,31 ≈ 5,3 µg am Tag „Ab und zu“, zwei Waffeln an drei Tagen der Woche: 6 × 1,31 ÷ 7 ≈ 1,1 µg am Tag im Schnitt Menge am Referenzpunkt, 0,06 µg × Körpergewicht: 60 kg → 3,6 µg · 70 kg → 4,2 µg · 90 kg → 5,4 µg am Tag Dein Wert: 0,06 × Dein Gewicht in kg = Mikrogramm am Tag Vier Waffeln bei 70 kg: 5,3 ÷ 70 ≈ 0,075 µg je kg – allein schon im Bereich der mittleren Aufnahme Erwachsener aus allen Lebensmitteln (0,03 bis 0,15) Vier Waffeln täglich legen ungefähr noch einmal so viel obendrauf, wie ein Erwachsener im Mittel ohnehin aufnimmt – „ab und zu“ rund ein Fünftel davon

gerechnet Von mir aus den Werten der Europäischen Behörde gerechnet: mittlerer Gehalt 146 Mikrogramm je Kilo, Referenzpunkt 0,06 Mikrogramm je Kilo Körpergewicht und Tag.7, 8 Das Stückgewicht von 9 Gramm stammt aus der US-Nährwertdatenbank,4 die Körpergewichte sind frei gewählte Beispiele. Eine Waffel aus einer stärker belasteten Packung liefert mehr, eine aus einer schwächer belasteten weniger.

Meine Einordnung: Es geht um das, was Du über Jahre isst, nicht um eine einzelne Packung. Vier Waffeln täglich liefern allein schon mehr als die Menge am Referenzpunkt eines 70-Kilo-Erwachsenen – wer täglich zugreift, wechselt das Korn. Auch mit 90 Kilo bist Du damit nicht auf der sicheren Seite: Die Waffeln kommen zu dem Arsen hinzu, das Du ohnehin aus Brot, Reis und Wasser aufnimmst. Ab und zu ein, zwei Waffeln fallen deutlich weniger ins Gewicht.

Je Portion: Reis und Reisdrink zählen mit

Je Kilo liegen Reiswaffeln unter den Reisprodukten weit oben – je Portion nicht unbedingt. Gerechnet mit frei gewählten Portionen (Kasten unten) bringen Reis und Reisdrink zusammen schnell mehr Arsen als ein paar Waffeln.

Arsen je Portion · gerechnet Vier Reiswaffeln, 36 g × 146 µg/kg ≈ 5,3 µg 70 g weißer Reis, trocken abgewogen: 0,07 × 74 bis 79 ≈ 5,2 bis 5,5 µg 70 g Naturreis, trocken abgewogen: 0,07 × 128 bis 131 ≈ 9,0 bis 9,2 µg Ein Glas Reisdrink, 200 ml: 0,2 × 8 bis 17 ≈ 1,6 bis 3,4 µg Ein Teller Reis bringt etwa so viel wie vier Waffeln, ein Glas Reisdrink so viel wie ein bis zweieinhalb

gerechnet Von mir aus den Mittelwerten der Europäischen Behörde gerechnet.7 Die Portionen sind frei gewählte Beispiele; beim Reisdrink ist ein Liter mit einem Kilo gleichgesetzt. Gerechnet ist mit dem Gehalt des Reises, wie ihn die Behörde angibt. Waschen und Kochen in viel Wasser, das Du danach abgießt, senkt den Gehalt etwas; wie viel, beziffert das Bundesinstitut für Risikobewertung nicht.13 Mehr dazu auf meiner Seite zu Reis.

Andere Waffeln: weniger, aber nicht null

Getreidekörner ohne Reis enthielten in den europäischen Proben im Mittel 9 bis 18 Mikrogramm je Kilo, Cornflakes aus Mais 21 bis 30 – rund ein Achtel bis ein Fünftel dessen, was in Reiswaffeln steckte, oder weniger.7 Ganz frei von Arsen ist aber kein Getreide. Weil viel davon gegessen wird, zählt Getreide ohne Reis sogar zu den Hauptquellen, vor allem Brot und Brötchen aus Weizen.1, 8 Eigene Messwerte für Mais-, Buchweizen-, Dinkel- oder Hülsenfruchtwaffeln fehlen bisher. Ob Bio-Ware weniger Arsen enthält, zeigen die Messdaten auf dieser Seite nicht; die Verbraucherzentrale nimmt Bio-Ware bei ihrer Warnung für kleine Kinder ausdrücklich nicht aus. Das Arsen nimmt die Pflanze aus Boden und Wasser auf.7, 13, 15

Für Eltern: Reiswaffeln und kleine Kinder

Kinder nehmen je Kilo Körpergewicht am meisten Arsen auf.7, 8 Bei Säuglingen und Kleinkindern stammte in einzelnen Erhebungen bis zu gut ein Drittel davon aus Keksen, Zwieback und Snacks für Kinder, zu denen auch Reiswaffeln für Kinder gehören.7 Ein höheres Risiko folgt aus der höheren Aufnahme je Kilo laut der Europäischen Behörde aber nicht automatisch: Es kommt auf die Aufnahme über viele Jahre an, und die Erwachsenen in den zugrunde liegenden Studien hatten als Kinder ebenfalls mehr aufgenommen. Die Behörde sieht Kinder deshalb von derselben Bewertung erfasst wie Erwachsene.8 Darum zählt auch bei Deinem Kind, was es Woche für Woche isst, nicht die einzelne Waffel.

Säuglinge sind Kinder unter einem Jahr, Kleinkinder Kinder zwischen einem und drei Jahren – so grenzt das EU-Recht sie ab.14 Für Waffeln, die eigens für sie gemacht sind, darf der verwendete Reis höchstens 100 Mikrogramm (0,10 Milligramm) anorganisches Arsen je Kilo enthalten.9 In einer britischen Einkaufsstudie lagen zwei Sorten Reiswaffeln für Kinder bei 60 Mikrogramm anorganischem Arsen je Kilo, normale Reiswaffeln bei 120 – etwa halb so viel; zwei Sorten reichen aber nicht für einen gesicherten Vergleich. Mehrkornwaffeln für Kinder lagen dort bei 8.2 In dieselbe Richtung zeigen die europäischen Daten: Kekse, Zwieback und Snacks für Kinder enthielten im Mittel 83 bis 94 Mikrogramm je Kilo, Reiswaffeln und Reiskräcker 146 bis 148 – die Behörde nennt aber auch diese Gruppe für Kinder relativ hoch belastet.7 Auch in Reiswaffeln für Kinder fand eine Arbeitsgruppe die schwefelhaltigen Arsenformen (siehe oben).35

Das Bundesinstitut für Risikobewertung rät, Reiswaffeln bei Zwischenmahlzeiten kleiner Kinder mit reisfreien Snacks abzuwechseln.13 Die Verbraucherzentrale rät für die ganz Kleinen eher ab von Reiswaffeln, die nicht eigens für Säuglinge und Kleinkinder hergestellt sind; ältere Kinder dürfen sie wie Erwachsene ab und zu essen – ab welchem Alter, sagt sie nicht.15 Strenger ist die schwedische Lebensmittelbehörde: Sie empfiehlt Reiswaffeln für Kinder unter sechs Jahren gar nicht.16 Die österreichische Agentur für Ernährungssicherheit rät allgemein, Reiswaffeln nur gelegentlich und nicht täglich zu essen.12 Eine Mengengrenze nennt keine dieser Stellen.

Für Eltern, kurz Mein Rat: Hat Dein Kind bisher jeden Tag Reiswaffeln bekommen, ist das kein Grund für Vorwürfe – es zählt, was über Jahre zusammenkommt, und das senkst Du ab heute. Normale Reiswaffeln gibst Du Säuglingen und Kleinkindern besser nicht; Ware für sie erkennst Du an der Altersangabe auf der Packung. Auch die gibst Du im Wechsel – höchstens an zwei, drei Tagen der Woche, wie bei Erwachsenen; an den übrigen Tagen Brot, Obst oder Waffeln aus anderem Getreide, wie das Bundesinstitut für Risikobewertung Mais oder Weizen nennt.13, 15 Bei Fragen zur Ernährung Deines Kindes ist Dein Kinderarzt der richtige Ansprechpartner.
Was beim Arsen hilft Mein Rat: Wechsle das Korn, wenn Du oft zugreifst, und lies bei Mais- und Mehrkornwaffeln die Zutatenliste. Iss nicht Reiswaffel, Reisdrink, Reisnudeln und Reis am selben Tag, und rechne je Portion. Gib Kindern unter drei Jahren nur Ware, die für sie gemacht ist, und wechsle mit Snacks ohne Reis ab. Vollkorn-Reiswaffeln und Schoko-Reiswaffeln sind keine Lösung – die einen enthalten mehr Arsen, die anderen mehr Zucker.3, 7, 13
06Was sonst gemessen wurde

Acrylamid und Schimmelpilzgifte: was sonst gemessen wurde

Arsen ist nicht der einzige unerwünschte Stoff, der in Reiswaffeln gemessen wurde. Zu zwei weiteren gibt es Daten, aber dünne.

Acrylamid

Acrylamid entsteht, wenn stärkehaltige Lebensmittel bei hohen Temperaturen, meist über 120 Grad, und wenig Feuchtigkeit gebacken, gebraten oder frittiert werden. Laut der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit kann es das Krebsrisiko erhöhen; das stützt sich auf Tierversuche.38 Die EU will es deshalb mit Vorgaben für die Herstellung und mit Richtwerten senken. Ein Richtwert ist keine Verkaufsgrenze wie ein Höchstgehalt: Liegt eine Probe darüber, muss der Hersteller seine Maßnahmen überprüfen.38 Geröstete und gepuffte Frühstücksflocken enthalten laut einer EU-Leitlinie mehr davon als andere.39 Für Reis- oder Maiswaffeln gibt es keinen eigenen Richtwert.38 Messwerte für Reiswaffeln sind alt und wenige: Eine Übersicht des Bundesinstituts für Risikobewertung ohne Datum nennt 150 bis 200 Mikrogramm je Kilo,40 zwei amtliche Proben von Kleinkind-Reiswaffeln aus Nordrhein-Westfalen lagen 2011 bei 280 und 291.41 Für Kekse und Zwieback für Säuglinge und Kleinkinder nennt die EU heute einen Richtwert von 150 Mikrogramm je Kilo, für andere Getreidebeikost 40; ob Kleinkind-Reiswaffeln darunter fallen, legt die Verordnung nicht ausdrücklich fest.38 Über heutige Ware sagen so alte, so wenige Proben wenig. Höchstgehalte für Acrylamid sind in der EU in Arbeit, aber nicht beschlossen.42 Messwerte für Maiswaffeln fehlen bisher.

Schimmelpilzgifte

Aflatoxin B1 ist ein Schimmelpilzgift – Fachleute sagen Mykotoxin. In einer Schwerpunktkontrolle der österreichischen Agentur für Ernährungssicherheit mit 17 Getreide- und Reiswaffeln, Bericht von 2026, wurde eine Probe beanstandet: eine Vollkorn-Reiswaffel mit zu viel Aflatoxin B1, von der Behörde als gesundheitsschädlich beurteilt; welche Marke, nennt die Behörde auf ihrer Seite nicht.37 Das ist ein Einzelbefund, keine Messreihe. Zu Schimmelpilzgiften in gepufften Maiswaffeln fehlen bisher Messwerte; Mais und Hafer können laut britischen Forschern eigene Probleme mit Schimmelpilzgiften haben.2 Meine Einordnung: Das spricht nicht gegen Maiswaffeln, sondern dafür, nicht nur eine Sorte zu essen.

Meine Einordnung Für Acrylamid und Schimmelpilzgifte gibt es keinen Grund, auf Reis- oder Maiswaffeln ganz zu verzichten – aber auch keine Messreihe, die sie freispricht. Wer abwechselt, verteilt auch dieses Risiko.
07Faktencheck

Was Du über Reiswaffeln hören wirst – und was davon stimmt

Rund um Reiswaffeln kursieren feste Überzeugungen – Du hörst sie im Supermarkt, unter Eltern, im Studio und im Netz. Von diesen zehn Aussagen stimmen drei, drei stimmen halb, vier stimmen so nicht. In dieser Liste heißt ✓ stimmt, ~ stimmt halb, ✕ stimmt so nicht. Wie sicher die Datenlage jeweils ist, steht in Kapitel 09.

~„Reiswaffeln sind kalorienarm.“ Stimmt halb. Eine Waffel hat rund 33 Kilokalorien, weil ein Stück nur rund 9 Gramm wiegt; je 100 Gramm sind es 371, so viel wie trockener, roher Reis.3, 4 Kalorienarm ist das Stück, nicht das Lebensmittel.
✕„Reiswaffeln sind ideal zum Abnehmen.“ Stimmt so nicht. Untersucht ist das bisher nicht. Je 100 Gramm ist die Waffel so energiereich wie trockener Reis,3 und ihr fehlen Eiweiß und Ballaststoffe, die in einer Studie mit mehr Sättigung einhergingen.10
✓„Reiswaffeln haben einen hohen glykämischen Index.“ Stimmt. In zwei kleinen Studien lagen Reiswaffeln und gepuffte Reisquadrate bei rund 77 bis 102 – über 70 gilt als hoch.5, 6, 20 Wie stark der Blutzucker steigt, hängt aber auch an der Menge (Kapitel 04).
~„Reiswaffeln mit Erdnussbutter sind der perfekte Snack vor dem Training.“ Stimmt halb. Die Waffel passt, weil sie wenig Fett und Ballaststoffe hat;17 Erdnussbutter ist dagegen rund zur Hälfte Fett, und vor langen Einheiten raten die Fachgesellschaften, Fettreiches gegebenenfalls zu meiden.17, 18 Und einen Vorteil durch den schnellen Blutzuckeranstieg zeigen die Studien nicht: Puffreis-Flocken vor dem Radfahren verlängerten die Ausdauer in einer kleinen Studie nicht, Haferflocken schon.19
✓„In Reiswaffeln steckt mehr Arsen als in Reis.“ Stimmt. In den europäischen Proben enthielten Reiswaffeln im Mittel rund doppelt so viel anorganisches Arsen wie weißer Reis und etwas mehr als Naturreis.7 Auch das Bundesinstitut für Risikobewertung fand in Reiswaffeln mehr als in Reiskörnern.1
✕„Reiswaffeln sind gesund, weil sie fettarm sind.“ Stimmt so nicht. Fettarm sind sie, mit gut 2 Gramm Fett je 100 Gramm.3 Gesund macht sie das nicht: Sie sind vor allem Stärke, arm an Eiweiß und Ballaststoffen, und sie gehören zu den Reisprodukten mit dem meisten Arsen.3, 7
✓„Maiswaffeln sind die bessere Wahl.“ Stimmt – für alle, die oft zugreifen, und wenn wirklich nur Mais drin ist. Maiswaffeln selbst wurden nicht eigens gemessen, aber Getreidekörner ohne Reis und Cornflakes lagen weit unter den Reiswaffeln,7 und nährstofflich sind Mais- und Reiswaffel fast gleich.3 Frei von Arsen ist aber auch Mais nicht, und zu Schimmelpilzgiften in Maiswaffeln gibt es keine Messwerte.
✕„Vollkorn-Reiswaffeln sind gesünder.“ Stimmt so nicht. Naturreis enthält mehr Arsen als weißer Reis,7, 13 und in einer kleinen Studie lag die Vollkorn-Reiswaffel beim Blutzucker höher als die helle.5 Mehr Ballaststoffe sind nur am rohen Korn belegt.3
✕„Reiswaffeln sind ein guter Snack für Babys.“ Stimmt so nicht – nicht als täglicher Snack. Von normalen Reiswaffeln rät die Verbraucherzentrale für die ganz Kleinen eher ab; auch Waffeln, die eigens für sie gemacht sind und in ersten Messungen weniger Arsen enthielten, nimmt das Bundesinstitut für Risikobewertung vom Rat zum Abwechseln nicht aus.2, 13, 15 Die schwedische Lebensmittelbehörde empfiehlt Reiswaffeln für Kinder unter sechs Jahren gar nicht.16
~„Reiswaffeln sind voller Arsen.“ Stimmt halb. Sie gehören zu den Reisprodukten mit dem meisten anorganischen Arsen und enthielten ein Vielfaches dessen, was in Getreide ohne Reis steckte.7 Eine Packung vergiftet aber niemanden: Das Arsen erhöht über Jahre das Krebsrisiko, und eine sichere Menge hat die Europäische Behörde dafür nicht festgelegt.8 Entscheidend ist, wie oft Du sie isst – ein Grund zum Abwechseln, kein Grund zur Panik.
Kurz gesagt Vier der zehn Aussagen stimmen so nicht, und alle vier machen aus der Waffel etwas, das sie nicht ist: eine Abnehmhilfe, ein Gesundheitsprodukt, eine bessere Vollkornwahl oder einen Babysnack für jeden Tag.
08Grenzen

Was die Reiswaffel nicht kann – und was die Daten offenlassen

Zur Ehrlichkeit gehört beides: was die Waffel leistet, was sie nicht leistet – und wo die Daten dünn sind.

✕Keine Eiweißquelle. Je 100 Gramm sieht der Wert brauchbar aus, je Stück sind es unter einem Gramm.3, 4
✕Kein verlässlicher Sattmacher. Leicht, trocken und arm an Ballaststoffen und Eiweiß – Eigenschaften, die in einer Studie mit 38 Lebensmitteln eher mit wenig Sättigung einhergingen; an Reiswaffeln selbst ist das kaum untersucht.10, 32
✕Kein Abnehmprodukt. Je 100 Gramm ist die Waffel so energiereich wie trockener Reis.3
✕Keine langsame Energie. Sie lässt den Blutzucker stark steigen.5, 6 Für lange Belastungen, bei denen unterwegs keine Kohlenhydrate gegessen werden, nennt das Positionspapier Lebensmittel mit niedrigem glykämischem Index als mögliche gleichmäßigere Quelle.17
✕Keine Kohlenhydratbasis. Für die schnelle Auffüllung zwischen zwei harten Einheiten bräuchte ein 70-Kilo-Sportler rund ein Dutzend Waffeln je Stunde (Kapitel 04).20
✕Vollkorn macht sie nicht besser. Mehr Arsen und in einer kleinen Studie ein stärkerer Blutzuckeranstieg.5, 13
✕Keine Behandlung. Diese Seite erklärt Reiswaffeln und das Arsen darin – sie stellt keine Diagnose und ersetzt keine Therapie.

Wo die Daten dünn sind

Die europäischen Arsenwerte stammen aus Proben von 2013 bis 2018, ein Teil vor dem Höchstgehalt von 2016, und die Gruppe mischt gepuffte Waffeln mit Kräckern.7 Wo auf dieser Seite steht, dass Messwerte oder Studien fehlen, heißt das: Ich habe danach gesucht und keine gefunden. Eine neuere deutsche Messreihe für Reiswaffeln für Erwachsene fehlt; die neuere österreichische Kontrolle nennt keine Gehalte.37 Der Referenzpunkt der Europäischen Behörde beruht auf einer einzelnen Studie aus den USA.8 Die Blutzuckerwerte stammen aus kleinen Studien, von denen nur die Kurzfassung zugänglich war.5, 6, 31 Studien zu Reiswaffeln beim Abnehmen, zu Reiswaffeln mit Belag oder zu gepufften Waffeln im Sport fehlen, und für Buchweizen-, Dinkel- und Hülsenfruchtwaffeln fehlen Arsen-, Nährwert- und Blutzuckerdaten.

Eine Waffel hat nur rund 33 Kilokalorien

Heißt nicht: beliebig viele

Daraus könnte man schließen, die Menge sei egal. Vier Waffeln haben viermal so viel, und je 100 Gramm ist die Waffel so energiereich wie trockener Reis.3

Getreide ohne Reis enthält weniger Arsen

Heißt nicht: Mais ist frei davon

Daraus könnte man schließen, mit Maiswaffeln sei das Thema erledigt. Getreide ohne Reis enthielt rund ein Achtel oder weniger, aber nicht null – und zählt wegen der großen Mengen, die gegessen werden, zu den Hauptquellen.7, 8 Manche Maiswaffeln enthalten außerdem Reis.2, 4

Medizinische Vorgeschichte

Gemessen an Gesunden

Die Messungen des glykämischen Index auf dieser Seite stammen von gesunden Erwachsenen; Diabetes oder andere Stoffwechselerkrankungen haben diese Studien nicht untersucht.5, 6, 31 Wie Reiswaffeln in Deinen Speiseplan passen, klärst Du mit Deinem Arzt.

09Wie sicher

Wie sicher ist das alles?

Nicht jede Aussage auf dieser Seite steht gleich fest. Damit Du weißt, worauf Du Dich verlassen kannst, hier die Einordnung in Alltagssprache.

So lesen sich die Stufen: gut belegt – viele Messungen oder übereinstimmende Bewertungen, alle in dieselbe Richtung; belegt – gute Daten oder Bewertungen, aber mit Grenzen; erste Hinweise – wenige oder kleine Studien; uneinheitlich – Studien widersprechen sich; nicht belegt – Studien fanden keinen Nutzen, oder es gibt keine. Rechtstext heißt: So steht es in einer Verordnung; gerechnet: von mir aus Messwerten gerechnet, mit frei gewählten Mengen.

AussageEinordnung
Für Reiswaffeln gilt ein doppelt so hoher Arsen-Höchstgehalt wie für weißen ReisRechtstext – EU-Verordnung, für Reiswaffeln seit 2016, für weißen Reis in dieser Höhe seit 2023
Reiswaffeln enthalten mehr anorganisches Arsen als Reisgut belegt – europäische Messdaten mit Hunderten Proben, übereinstimmend mit deutschen Behörden
Naturreis enthält mehr Arsen als weißer Reisgut belegt – europäische Messdaten und Bewertung der deutschen Behörde
Schon die mittlere Arsenaufnahme Erwachsener gibt Anlass zu gesundheitlichen Bedenkenbelegt – Bewertung der Europäischen Behörde, mit benannten Unsicherheiten; der Referenzpunkt stammt aus einer Studie
Getreide ohne Reis enthält ein Vielfaches weniger Arsenbelegt – europäische Messdaten zu Getreidekörnern und Cornflakes; viele Proben unter der Messgrenze, Mais- und andere Waffeln nicht eigens gemessen
Je mehr Reis im Produkt, desto mehr Arsenbelegt – enger Zusammenhang bei Kinderprodukten, dazu die Messwerte gemischter Produkte; keine feste Regel für jedes Produkt
Das Puffen kann Arsenverbindungen in Formen umbauen, die der Höchstgehalt nicht erfassterste Hinweise – eine Arbeitsgruppe, von der Europäischen Behörde aufgegriffen; Folgen für Menschen nicht bewertet
Reiswaffeln haben einen hohen glykämischen Indexerste Hinweise – zwei kleine Studien mit Reiswaffeln und gepufften Reisquadraten, beide hoch, mit großer Streuung; eine Mehrkorn-Puffwaffel lag im mittleren Bereich
Vollkorn-Reiswaffeln lassen den Blutzucker stärker steigen als helleerste Hinweise – eine kleine Studie, möglicher Interessenkonflikt
Reiswaffeln machen wenig sattnicht belegt – an der Waffel kaum untersucht; abgeleitet aus Zusammenhängen über 38 Lebensmittel und einer kleinen Studie mit Puffreis, dagegen steht die Luft
Luft im Snack senkt die gegessenen Kalorienerste Hinweise – eine Studie mit Käse-Flips, nicht mit Waffeln
Vor dem Training passen Kohlenhydrate mit wenig Fett und Ballaststoffen und höchstens mäßig Eiweißbelegt – Positionspapier dreier Fachgesellschaften, gedacht für die Mahlzeit vor Belastungen über eine Stunde; „ein, zwei Waffeln“ ist mein Rat
Bei schneller Auffüllung der Speicher sind Kohlenhydrate mit hohem Index günstigbelegt – Empfehlung einer Fachgesellschaft für weniger als vier Stunden Erholung; das zweite Positionspapier nennt nur die Menge
Ein hoher glykämischer Index verbessert die Leistung, wenn Du vor dem Training isstnicht belegt – eine kleine Studie ohne Vorteil; laut Positionspapier in den meisten Studien kein Einfluss bei gleicher Menge
Ein Eiweiß-Belag flacht die Blutzuckerkurve einer Waffel abuneinheitlich – mit Weißbrot senkte nur so viel Eiweiß wie Kohlenhydrate den Anstieg, mit Traubenzucker in Wasser schon kleinere Mengen; an Waffeln nicht gemessen
Reiswaffeln helfen beim Abnehmennicht belegt – keine Studie gefunden
Kinder unter drei Jahren sollen nur Reiswaffeln für Kinder bekommen, und auch die nur im Wechsel mit Snacks ohne Reisbelegt – Rat des Bundesinstituts für Risikobewertung (abwechseln) und der Verbraucherzentrale (normale Ware eher nicht); Schweden rät für Kinder unter sechs Jahren ganz ab; eine Mengengrenze nennt keine dieser Stellen
Reiswaffeln für Kinder enthalten weniger Arsen als normaleerste Hinweise – eine britische Einkaufsstudie mit nur zwei Sorten Kinderwaffeln, dazu europäische Daten zu Kindersnacks; strengerer Höchstgehalt für den Reis darin
Je Portion kann Reis so viel Arsen bringen wie mehrere Waffelngerechnet – aus europäischen Mittelwerten mit frei gewählten Portionen, Rechnung in Kapitel 05; Naturreis deutlich mehr als weißer Reis; Kochen in viel Wasser senkt den Gehalt etwas
Acrylamid und Schimmelpilzgifte in Reis- und Maiswaffelnerste Hinweise – alte Einzelmessungen und ein Einzelbefund; für Maiswaffeln keine Messwerte gefunden

Sechs Zahlen zum Mitnehmen

Das Kurze · Fazit in Zahlen

Jede Zahl mit Quelle und Haken

Die sechs Zahlen stammen aus einer EU-Verordnung, aus Messdaten und einer Bewertung der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit, aus einer kleinen Studie und aus zwei Nährwertdatenbanken, Stand Oktober 2026; wo ich eine davon selbst gerechnet habe, steht es dabei. Zu jeder steht, was herauskam und wo der Haken liegt.

300
µg/kg anorganisches Arsen (0,30 mg/kg):
Höchstgehalt für Reiswaffeln in der EU

Doppelt so viel, wie für weißen Reis erlaubt ist. Für Reiswaffeln gilt der Wert seit 2016, die 150 für weißen Reis seit März 2023.

Haken

Ein Höchstgehalt ist eine Grenze für den Handel, keine Aussage über eine unbedenkliche Menge.

Quelle: Verordnung (EU) 2023/915; für Reiswaffeln seit der Verordnung (EU) 2015/10069, 34
146
µg/kg anorganisches Arsen im Mittel in
579 Proben Reiswaffeln und Reiskräcker

Rund die Hälfte des Höchstgehalts. Jede zwanzigste Probe lag bei 270 oder mehr.

Haken

Proben teils aus der Zeit vor dem Höchstgehalt von 2016; die Gruppe mischt gepuffte Waffeln und Kräcker; die Länder sind ungleich vertreten.

Quelle: EFSA 2021 · Proben aus 23 Ländern, 2013 bis 20187
0,06
µg je kg Körpergewicht und Tag:
Referenzpunkt der Europäischen Behörde

Kein Grenzwert, sondern eine vorsichtige Schätzung der Dauermenge, die in einer US-Studie mit rund 5 Prozent mehr Fällen von hellem Hautkrebs einherging als ohnehin. Vier Waffeln am Tag liegen bei 70 Kilo schon darüber.

Haken

Abgeleitet aus einer einzelnen Studie, die im Rückblick Erkrankte mit Gesunden verglich; schon die mittlere Aufnahme Erwachsener aus allen Lebensmitteln liegt in diesem Bereich.

Quelle: Neubewertung der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit, Schrenk und Kollegen 2024 · Studien am Menschen; gerechnet: 4 × 9 g × 0,146 mg/kg ≈ 5,3 µg gegen 0,06 × 70 = 4,2 µg4, 7, 8
83
glykämischer Index der Reiswaffel
(Vollkorn-Reiswaffel: 102)

Ein starker Blutzuckeranstieg – und Vollkorn half nicht. Traubenzucker liegt per Definition bei 100, über 70 gilt als hoch.

Haken

Sehr kleine Gruppe junger Gesunder, nur die Kurzfassung geprüft; ob es gepuffte Waffeln waren und ob der Unterschied gesichert ist, steht dort nicht. Ein Mitautor arbeitet bei einem Reisunternehmen – ein möglicher Interessenkonflikt.

Quelle: Rondanelli und Kollegen 2023 · 10 Gesunde, Italien5
33
kcal je Waffel, gerechnet
aus 371 kcal je 100 g

Wenig je Stück – je 100 Gramm so viel wie trockener Reis. Vier Waffeln liefern rund 28 Gramm verfügbare Kohlenhydrate.

Haken

Das Stückgewicht von 9 Gramm stammt aus der US-Nährwertdatenbank; Deine Waffeln können mehr oder weniger wiegen.

Quelle: Bundeslebensmittelschlüssel 4.0 · US-Datenbank FoodData Central; gerechnet: 371 × 0,09 ≈ 333, 4
9–18
µg/kg anorganisches Arsen in
Getreidekörnern ohne Reis, im Mittel

Rund ein Achtel oder weniger dessen, was in Reiswaffeln steckte – aber nicht null. Wer oft Waffeln isst, senkt seine Aufnahme mit dem Kornwechsel deutlich.

Haken

Knapp zwei Drittel der Proben lagen unter der Messgrenze, daher die Spanne; gemessen wurden Körner, Maiswaffeln selbst nicht eigens; Cornflakes lagen bei 21 bis 30.

Quelle: EFSA 2021 · 67 Proben, 2013 bis 20187

Jede dieser sechs Zahlen ist an der Quelle geprüft, Stand 28.10.2026. Die ausführlichen Angaben, mit Proben, Teilnehmern, Geldgebern und Interessenkonflikten, soweit ich sie prüfen konnte, folgen im Kapitel „Belegt“.

Der eine Satz, wenn Du Dir nur einen merkst Ab und zu eine Reiswaffel ist kein Problem – wer öfter zugreift, nimmt Waffeln ohne Reis, und Kinder unter drei Jahren bekommen nur Kinderware, auch die nur im Wechsel mit Snacks ohne Reis.
10Belegt

Worauf sich diese Seite stützt

Zu jeder hochgestellten Zahl im Text: Quelle, Proben oder Teilnehmer, Ergebnis, Einschränkung, Geldgeber und Interessenkonflikte. Alle Studien habe ich über PubMed geprüft, Verordnungen, Behördenseiten und Datenbanken an der Quelle selbst. Wo sich etwas nicht prüfen ließ, steht das dabei.

42 Quellen · hier aufklappenzuklappenGeldgeber und Interessenkonflikte

Ein paar Begriffe, die in den Belegen vorkommen: Anorganisches Arsen, in den englischen Zitaten iAs, ist die Form, für die die EU Höchstgehalte festgelegt hat. Der Median ist der Wert in der Mitte einer Reihe, das 95. Perzentil der Wert, über dem jede zwanzigste Probe liegt. LB und UB, untere und obere Grenze, sind zwei Rechenweisen für Proben, in denen zu wenig für eine Messung war: einmal mit null gezählt, einmal mit der Messgrenze, Fachleute sagen Bestimmungsgrenze. Der Referenzpunkt der Europäischen Behörde, BMDL genannt, ist die untere Vertrauensgrenze der Menge, die mit 5 Prozent mehr Erkrankungen einhergeht als ohnehin; die Margin of Exposure, kurz MOE, teilt diesen Punkt durch die tatsächliche Aufnahme – ein Wert von 1 heißt, die Aufnahme liegt genau am Referenzpunkt. Eine Fall-Kontroll-Studie vergleicht im Rückblick Erkrankte mit Gesunden. Der glykämische Index, kurz GI, misst den Blutzuckeranstieg im Vergleich zu Traubenzucker mit 100; AUC ist die Fläche unter der Blutzucker- oder Sättigungskurve. Die Kurzfassung ist der Überblick am Anfang einer Studie. Ausgelost heißt: Das Los entschied über Gruppe oder Reihenfolge. Ein Mikrogramm (µg) ist ein Tausendstel Milligramm. Eine Patentschrift beschreibt ein Verfahren, für das ein Hersteller Schutz beantragt; sie ist keine begutachtete Studie.

So liest Du die Angaben zu den Geldgebern PubMed, die Studiendatenbank der US-Nationalbibliothek für Medizin, ordnet Studien nach ihren Geldgebern ein: Stellen der US-Regierung, etwa die Gesundheitsinstitute NIH – und „außerhalb der US-Regierung“ für alles andere. „Außerhalb der US-Regierung“ heißt also: Das Geld kam von Hochschulen, Stiftungen, anderen Staaten oder Firmen – wer genau, steht nur in der vollständigen Arbeit. Steht bei einer Studie kein Geldgeber, „nicht geprüft“ oder „nicht prüfbar“, habe ich die Finanzierung nicht selbst gelesen.
1Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) (2014). Arsen in Reis und Reisprodukten. Stellungnahme Nr. 018/2015 des BfR vom 24. Juni 2014. bfr.bund.de · Stellungnahme 018/2015 (PDF) · abgerufen am 28.10.2026 Wertet Messdaten der Bundesländer aus, die Proben für Reiswaffeln stammen aus den Jahren 2010 und 2011. „Reiswaffeln (Reis-Cracker, Reissnacks) werden aus gepufftem braunem Reis und möglichen anderen Zutaten hergestellt“. Reiswaffeln: 51 Proben, Mittel 0,260 mg/kg, 95. Perzentil 0,425; „Snack mit Reis (süß/salzig)“, also Puffreis, Schokoreis und Reis-Cracker: 10 Proben, Mittel 0,053 mg/kg. „Reiswaffeln haben einen statistisch signifikant höheren Mittelwert der anorganischen Arsengehalte als Reiskörner“. Bei Erwachsenen und älteren Kindern seien „nicht-reisbasierte Getreideprodukte (hauptsächlich Weizenbrot und Brötchen) die Hauptquelle“. Einschränkung: Daten von 2010 und 2011, vor dem Höchstgehalt; Bewertung noch auf Grundlage der EFSA-Werte von 2009. Behördenposition.
2Carey M, Donaldson E, Signes-Pastor AJ, Meharg AA (2018). Dilution of rice with other gluten free grains to lower inorganic arsenic in foods for young children in response to European Union regulations provides impetus to setting stricter standards. PLoS One 13(3):e0194700. DOI 10.1371/journal.pone.0194700 · PMID 29547635 · PMC5856424 Einkauf 2017 in 24 Geschäften in Nordirland: Produkte für Kleinkinder und ihre Gegenstücke ohne Altersangabe, je zwei bis drei Packungen. „Generic rice cakes had a median above the EU inorganic arsenic standard at 120 μg/kg. These crackers tended, 13 out of 14, to contain wholemeal rice.“ Reiswaffeln für Kinder gegen Mehrkornwaffeln für Kinder, jeweils Median: „60 versus 8 μg/kg“. Über alle Kinderprodukte „a highly significant correlation (P<0.0001) between rice content and inorganic arsenic concentration“; neu auf dem Markt seien Mischprodukte „with rice and maize as the main ingredient“. „Maize and oats can be problematic with respect to their mycotoxin content“. Fazit: „infants should not be given rice products not specifically labelled as being for them if a lower inorganic arsenic diet is to be maintained.“ Einschränkung: nur der britische Markt, wenige Produkte je Gruppe; Reiswaffeln für Kinder nur zwei Produkte, laut Autoren „the fact that there were only 2 brands precludes statistical analysis“, in den Vorjahren mehr Marken mit höheren Werten; alle genannten Werte sind Mediane; der genannte „EU standard“ von 100 µg/kg ist streng genommen der Wert für Reis als Zutat. Geldgeber in PubMed nicht angegeben; Geldgeber und Interessenkonflikte nicht geprüft.
3Max Rubner-Institut, Standort Karlsruhe. Bundeslebensmittelschlüssel (BLS) 4.0. Lizenz CC BY 4.0, Herausgeber Max Rubner-Institut. blsdb.de · Bundeslebensmittelschlüssel · abgerufen am 28.10.2026 Je 100 g essbarer Anteil: Reiswaffeln ungesalzen (C532700) 371 kcal, 8 g Eiweiß, 2,42 g Fett, 77,47 g verfügbare Kohlenhydrate, 3,63 g Ballaststoffe, 0,0125 g Salz; gesalzen (C532800) 372 kcal, 8,1 g Eiweiß, 3,69 g Ballaststoffe, 0,3 g Salz; schokoliert (C532900) 475 kcal, 7,13 g Eiweiß, 21,37 g Fett, 61 g verfügbare Kohlenhydrate, davon 29,6 g Zucker, 5,01 g Ballaststoffe, 0,182 g Salz. Maiswaffeln gesalzen (C533100) 389 kcal, 7,98 g Eiweiß, 79,4 g verfügbare Kohlenhydrate, 2,22 g Ballaststoffe, 0,2612 g Salz. Popcorn ungesüßt (C533000) 338 kcal, 12 g Eiweiß, 14,8 g Ballaststoffe, 0,015 g Salz. Roggenvollkornknäckebrot (B6A2100) 327 kcal, 9,44 g Eiweiß, 19,91 g Ballaststoffe, 1,3258 g Salz. Reis roh: poliert 351 kcal und 2,5 g Ballaststoffe, unpoliert 360 kcal und 4 g Ballaststoffe. Datenherkunft laut Datenbank: Reiswaffeln ungesalzen und Maiswaffeln überwiegend Analyse, Reiswaffeln gesalzen und schokoliert Rezeptberechnung. Einschränkung: kein Stückgewicht; ob die Reiswaffeln aus weißem Reis oder Naturreis sind, steht nicht dabei; Waffeln aus Dinkel, Buchweizen oder Hülsenfrüchten sind nicht enthalten. Werte über die Einzelseiten der Datenbank gelesen. Bundesbehörde.
4U.S. Department of Agriculture, Agricultural Research Service. FoodData Central, Datensatz SR Legacy, Stand 04/2019. fdc.nal.usda.gov · FoodData Central · abgerufen am 28.10.2026 Einträge je 100 g: 170250 „Snacks, rice cakes, brown rice, plain, unsalted“ 387 kcal, 8,2 g Eiweiß, 4,2 g Ballaststoffe, 26 mg Natrium; 169680 „…, multigrain“ 252 mg Natrium; 167967 „…, buckwheat“ 116 mg; 169679 „…, corn“ 167 mg; 168857 „Snacks, corn cakes“ 387 kcal, 488 mg Natrium; 170647 „Snacks, corn cakes, very low sodium“ 28 mg. Portionsgewicht bei allen Reis- und Maiswaffeln: „1 cake“ = 9 g. Alle Reiswaffeln stammen dort aus braunem Reis; Mehrkorn-, Buchweizen- und Maisvarianten stehen als Reiswaffeln mit weiteren Körnern. Einschränkung: US-Ware; reine Buchweizen- oder Dinkelwaffeln sind nicht enthalten, Waffeln aus Hülsenfrüchten habe ich nicht gefunden – die Suche der Datenbank war bei der Prüfung im Oktober 2026 nicht abrufbar, gelesen wurden Einzeleinträge. Behörde.
5Rondanelli M, Ferrario RA, Barrile GC, Guido D, Gasparri C, Ferraris C, Cavioni A, Mansueto F, Mazzola G, Patelli Z, Peroni G, Pirola M, Razza C, Tartara A, Perna S (2023). The Glycemic Index of Indica and Japonica Subspecies Parboiled Rice Grown in Italy and the Effect on Glycemic Index of Different Parboiling Processes. Journal of Medicinal Food 26(6):422–427. DOI 10.1089/jmf.2022.0120 · PMID 37262189 · Studienregister NCT05333081 „Participants were 10 healthy individuals (20-30 years old, body mass index 18.5-25 kg/m²).“ Glykämischer Index nach Standardmethode für Parboiled-Reissorten und für „two by-products of parboiled rice: white and brown rice cake“. „All parboiled rice assessed is low-GI“, außer rotem Reis; „both classic and brown cakes that are high-GI (respectively, 83.3 ± 8.9 GI and 102.2 ± 5.5 GI)“. Einschränkung: zehn Personen; nur die Kurzfassung geprüft, Volltext und Registereintrag waren nicht abrufbar. Ob „rice cake“ hier gepuffte Waffeln meint, steht in der Kurzfassung nicht ausdrücklich – ich gehe davon aus, geprüft habe ich es nicht. Ein Mitautor (Ferrario) gibt als Anschrift ein Reisunternehmen an, Curti riso in Valle Lomellina – ein möglicher Interessenkonflikt. Geldgeber nicht geprüft.
6Chlup R, Jelenová D, Kudlová P, Chlupová K, Bartek J, Zapletalová J, Langová K, Chlupová L (2006). Continuous glucose monitoring – a novel approach to the determination of the glycaemic index of foods (DEGIF 1) – determination of the glycaemic index of foods by means of the CGMS. Experimental and Clinical Endocrinology & Diabetes 114(2):68–74. DOI 10.1055/s-2006-923806 · PMID 16570236 20 Gesunde, Portionen mit je 50 g Kohlenhydraten, jedes Lebensmittel dreimal innerhalb einer Woche; Blutzucker per Messgerät und per kontinuierlicher Messung im Gewebe. „for puffed rice squares 76.5 +/- 20.24 %/76.9 +/- 27.62 %“; Zartbitterschokolade, Apfel-Babynahrung und Joghurt lagen deutlich niedriger. Einschränkung: Was die „puffed rice squares“ genau waren, beschreibt die Kurzfassung nicht; große Streuung zwischen den Teilnehmern; nur Kurzfassung. Geldgeber laut PubMed außerhalb der US-Regierung, Einzelheiten nicht geprüft; Interessenkonflikte nicht geprüft.
7Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA), Arcella D, Cascio C, Gómez Ruiz JÁ (2021). Chronic dietary exposure to inorganic arsenic. EFSA Journal 19(1):e06380. DOI 10.2903/j.efsa.2021.6380 · PMID 33537067 · PMC7845508 Bericht im Auftrag der Europäischen Kommission: 13.608 Analysenergebnisse, davon 5.985 aus Lebensmitteln, Proben aus 23 Ländern, gezogen 2013 bis 2018. „‘Rice cakes/Rice waffles/Rice crackers’ (n = 579; mean LB–UB = 146–148 μg/kg)“; laut Tabelle Median 146, 95. Perzentil 270 µg/kg, 4 % unter der Bestimmungsgrenze. Mittelwerte (LB–UB, µg/kg, Probenzahl): Reisflocken 123–126 (113; 95. Perzentil 267), loser Puffreis 100–114 (62; 220), Reisflocken mit Schokolade 46 (7), brauner Reis 128–131 (382), weißer Reis 74–79 (337), Reisnudeln 66–76 (17), Reisbrot 75–80 (10), Reisgetränk 8–17 (43), Cornflakes 21–30 (11), „Grains for human consumption, except rice“ 9–18 (67; 64 % unter der Bestimmungsgrenze). „rice plants accumulate more iAs than similar cereal crops“. Die höchste Aufnahme hatten Kleinkinder und Säuglinge. „A total of 52 samples were reported as ‘Biscuits, rusks and cookies for children’ … This food group shows relatively high levels of iAs, mean = 83–94 μg/kg (LB–UB)“; die Werte für Erwachsenenware „seem to be higher than those indicated for infant consumption (mean = 146–148 μg/kg, LB–UB)“. Schlussfolgerung: „… and to that of ‘Biscuits, rusks and cookies for children’. The latter food group includes, among other products, rice‐based snacks (rice waffles, rice wafers, rice crackers and rice cakes) that contributed up to 30–37% in infants and toddlers, respectively.“ Die Prozente gelten also für die ganze Gruppe der Kinderkekse, Zwiebäcke und Kindersnacks, 30 für Säuglinge, 37 für Kleinkinder. Hauptquellen: „'Rice', 'Rice-based products', 'Grains and grain-based products (no rice)' and 'Drinking water'“. Einschränkung: viele Werte unter der Bestimmungsgrenze, daher die Spanne zwischen LB und UB; Proben teils vor dem Höchstgehalt von 2016; Länder ungleich vertreten; die Gruppe Reiswaffeln mischt gepuffte Waffeln und Kräcker. Die Bewertung von 2024 (Beleg 8) nennt für dieselbe Gruppe „few samples“; ich verwende die Zahl aus diesem Bericht, der die Daten selbst auswertet. Bericht der Behörde, Autoren aus der Behörde; Interessenkonflikte nicht geprüft.
8EFSA-Gremium für Kontaminanten in der Lebensmittelkette (CONTAM), Schrenk D, Bignami M, Bodin L und 24 weitere (2024). Update of the risk assessment of inorganic arsenic in food. EFSA Journal 22(1):e8488. DOI 10.2903/j.efsa.2024.8488 · PMID 38239496 · PMC10794945 Neubewertung im Auftrag der Europäischen Kommission, für die Gefahr nur mit Studien am Menschen. „Epidemiological studies show that the chronic intake of iAs via diet and/or drinking water is associated with increased risk of several adverse outcomes including cancers of the skin, bladder and lung.“ Referenzpunkt: „BMDL … of 0.06 μg iAs/kg bw per day obtained from a case–control study on skin cancer (squamous cell carcinoma) carried out in the US“, mit 5 % Anstieg gegenüber der Grundhäufigkeit. „An MOE of 1 describes the exposure level that could be associated with a 5% increase relative to the background incidence for skin cancer, based on the available data.“ Der Wert soll auch Lungen- und Blasenkrebs, Hautveränderungen, ischämische Herzkrankheit, chronische Nierenerkrankung, Atemwegserkrankungen, Fehl- und Totgeburt, Säuglingssterblichkeit und Entwicklungsstörungen des Nervensystems abdecken. „Inorganic As is a genotoxic carcinogen“; statt eines gesundheitlichen Richtwerts verwendet das Gremium den Abstand zwischen Aufnahme und Referenzpunkt und legt keinen Wert für ein geringes Risiko fest. Mittlere Aufnahme Erwachsener „0.03–0.15 μg iAs/kg bw per day“; „In adults, the MOEs are low (range between 2 and 0.4 for mean consumers and between 0.9 and 0.2 at the 95th percentile exposure, respectively) and as such raise a health concern despite the uncertainties.“ Zu Kindern: „The CONTAM Panel notes that dietary iAs exposure is higher in the younger age groups and therefore the respective MOEs are smaller. However, this does not necessarily indicate that children are at greater risk, because the effects are due to long‐term exposure and most of the epidemiological studies are conducted in adults who would also have had higher dietary exposure during early life. Therefore, the CONTAM Panel concludes that children are covered by this risk characterisation.“ Einschränkung: Referenzpunkt aus einer einzelnen Fall-Kontroll-Studie in den USA; Umrechnung von Urin- und Wasserwerten in eine Aufnahme mit der Nahrung über Standardfaktoren; ob die mittlere Aufnahme die zugehörige Dosis überschreitet, schätzt das Gremium zwischen „unlikely (likelihood ≈ 0.17)“ und „likely (likelihood ≈ 0.86)“ ein. Volltext über PubMed Central gelesen. Interessenerklärungen der Gremiumsmitglieder nur auf Anfrage, nicht geprüft.
9Europäische Kommission (2023). Verordnung (EU) 2023/915 vom 25. April 2023 über Höchstgehalte für bestimmte Kontaminanten in Lebensmitteln und zur Aufhebung der Verordnung (EG) Nr. 1881/2006. Amtsblatt der EU L 119 vom 05.05.2023. eur-lex.europa.eu · VO (EU) 2023/915 · konsolidierte Fassung vom 01.07.2025 · abgerufen am 28.10.2026 Anhang I, Abschnitt 3.4, Höchstgehalte für anorganisches Arsen in mg je kg: „Non-parboiled milled rice (polished or white rice)“ 0,15 · „Parboiled rice and husked rice“ 0,25 · „Rice flour“ 0,25 · „Rice waffles, rice wafers, rice crackers, rice cakes, rice flakes and popped breakfast rice“ 0,30 · „Rice destined for the production of food for infants and young children“ 0,10 · „Non-alcoholic rice-based drinks“ 0,030. Laut Artikel 10 gelten die Werte für Arsen in Abschnitt 3.4 ab dem 26. März 2023. In der konsolidierten Fassung vom 01.07.2025 sind die Reis-Einträge unverändert; eine Änderung von 2025 betrifft laut Titel nur Fisch und Meeresfrüchte. Einschränkung: Der deutsche Wortlaut von Abschnitt 3.4 brach beim Abruf ab; die deutschen Bezeichnungen stammen deshalb aus Beleg 22, inhaltsgleich nach Abgleich mit dem englischen Text. Eine konsolidierte Fassung vom 19.08.2026 war bei der Prüfung im Oktober 2026 nicht lesbar. Rechtstext.
10Holt SH, Miller JC, Petocz P, Farmakalidis E (1995). A satiety index of common foods. European Journal of Clinical Nutrition 49(9):675–690. DOI in PubMed nicht angegeben · PMID 7498104 38 Lebensmittel in Portionen zu je 1000 kJ (240 kcal), Gruppen von 11 bis 13 Personen, Sättigung zwei Stunden lang alle 15 Minuten abgefragt. „SI scores correlated positively with the serving weight of the foods (r = 0.66, P < 0.001, n = 38)“. „Protein, fibre, and water contents of the test foods correlated positively with SI scores (r = 0.37 …; r = 0.46 …; and r = 0.64 …) whereas fat content was negatively associated (r = -0.43, P < 0.01).“ Einschränkung: Zusammenhänge über Lebensmittel hinweg, kein Beleg für Ursachen; ob Reiswaffeln unter den 38 waren, steht in der Kurzfassung nicht. Geldgeber laut PubMed außerhalb der US-Regierung, Einzelheiten nicht geprüft; Interessenkonflikte nicht geprüft.
11Osterholt KM, Roe LS, Rolls BJ (2007). Incorporation of air into a snack food reduces energy intake. Appetite 48(3):351–358, online 2006 erschienen. DOI 10.1016/j.appet.2006.10.007 · PMID 17188782 · PMC2129127 16 Frauen und 12 Männer; ein extrudierter Käse-Flips-Snack in zwei Varianten mit gleicher Energiedichte (5,7 kcal/g), aber verschieden viel Luft, nach Belieben gegessen, an vier Nachmittagen in wechselnder Reihenfolge. „subjects consumed 21% less weight and energy (70+/-17 kcal) of the more-aerated snack than the less-aerated snack, although they consumed a 73% greater volume“; „hunger and fullness ratings did not differ across conditions“. Einschränkung: ein Snack, Labor; keine Waffeln. Geldgeber laut PubMed die US-Gesundheitsinstitute (NIH); Interessenkonflikte nicht geprüft.
12Österreichische Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES). Arsen. Rückstände und Kontaminanten von A bis Z. Webseite ohne Stand-Datum, jüngster Bezug September 2025. ages.at · Arsen · abgerufen am 28.10.2026 2019 wurden „17 Proben Reiswaffeln auf anorganisches Arsen untersucht“; „In keiner Probe gab es eine Beanstandung“. Rat: „Reisprodukte wie Reiswaffeln, Reisbrei und Reisgetränke sollten“ „nur gelegentlich und nicht täglich verzehrt werden“. Zur Neubewertung der EFSA von 2024: „gesundheitliche Bedenken durch anorganisches Arsen in Lebensmitteln“. Einschränkung: Für 2019 nennt die Seite keine Gehalte. Behördeninformation.
13Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) (2020). Fragen und Antworten zu Arsengehalten in Reis und Reisprodukten. Aktualisierte FAQ vom 22.12.2020. bfr.bund.de · Arsen in Reis · abgerufen am 28.10.2026 „Reis wird oft unter anaeroben (unter Ausschluss von Sauerstoff) Bedingungen im Boden angebaut, indem die Felder geflutet werden, was zu einer erhöhten Verfügbarkeit des Arsens im Boden führt. Weist zudem das Bewässerungswasser hohe Gehalte an Arsenverbindungen auf, schlägt sich dies auch in höheren Gehalten in den Reiskörnern nieder.“ „Brauner Reis, sogenannter Naturreis, weist höhere Gehalte auf als weißer Reis“, bei dem „die Randschichten weitgehend entfernt sind“; das Arsen „sich besonders in den Randschichten des Reiskorns anreichert“. Zubereitung: „Arsenverbindungen können beim Waschen und Kochen von Reis in reichlich Wasser … teilweise aus dem Reis in das Wasser übergehen“; das BfR rät, „überschüssiges Kochwasser nach dem Garvorgang“ abzugießen. „Höhere Gehalte als in weißem Reis wurden auch in Reiswaffeln und Reisflocken gemessen.“ Allgemein: „Produkte wie Reiswaffeln oder Reisflocken/Reisbrei nur in Maßen zu konsumieren und mit Produkten, die auf anderen Getreidearten wie Mais oder Weizen basieren, zu variieren.“ Für Säuglinge und Kleinkinder: „Auch bei Zwischenmahlzeiten sollten sie Produkte wie Reiswaffeln mit reisfreien Zwischenmahlzeiten variieren.“ „Anorganisches Arsen ist auch in anderen Getreidearten wie Weizen … nachweisbar, allerdings sind die Gehalte hier im Vergleich zu Reis deutlich geringer.“ Bei Zöliakie nennt das BfR „Mais, Hirse, Buchweizen, Amaranth oder Quinoa“ als Alternativen. Einschränkung: Stand Dezember 2020 – die strengeren Höchstgehalte von 2023 und die Neubewertung der EFSA von 2024 fehlen; um wie viel Waschen und Kochen den Gehalt senken, beziffert die Seite nicht. Behördeninformation, keine Studie.
14Europäisches Parlament und Rat (2013). Verordnung (EU) Nr. 609/2013 vom 12. Juni 2013 über Lebensmittel für Säuglinge und Kleinkinder, Lebensmittel für besondere medizinische Zwecke und Tagesrationen für gewichtskontrollierende Ernährung. eur-lex.europa.eu · VO (EU) Nr. 609/2013 · abgerufen am 28.10.2026 Art. 2 Abs. 2: „Säugling“ ist „ein Kind unter 12 Monaten“, „Kleinkind“ ist „ein Kind im Alter zwischen einem Jahr und drei Jahren“. Rechtstext.
15Verbraucherzentrale (2024). Arsen in Reis – was ist bei Säuglingen und Kleinkindern zu beachten? Stand 29.04.2024. verbraucherzentrale.de · Arsen in Reis · abgerufen am 28.10.2026 „Auch Reisprodukte wie Waffeln, Cracker oder Reisflocken, die nicht speziell für Säuglinge und Kleinkinder produziert werden, können ältere Kinder und Erwachsene ab und zu verzehren. Für die ganz Kleinen ist davon aber eher abzuraten.“ „Untersuchungen von 2015 von Reiswaffeln für Kinder haben gezeigt, dass diese Höchstmengen auch eingehalten werden.“ Einschränkung: Verbraucherinformation ohne Messwerte; die Untersuchung von 2015 ist dort nicht benannt; „seit April 2023“ ist ungenau, die strengeren Werte gelten seit dem 26.03.2023; die Neubewertung von 2024 fehlt.
161177, schwedisches Gesundheitsportal der Regionen (2025). Barnets mat och dryck 1–6 år. Aktualisiert am 03.09.2025, fachlich geprüft von Åsa Brugård Konde, Ernährungswissenschaftlerin bei Livsmedelsverket (schwedische Lebensmittelbehörde). 1177.se · Barnets mat och dryck 1–6 år · abgerufen am 28.10.2026 „Risbaserad mjölk och riskakor innehåller relativt mycket arsenik. Livsmedelsverket rekommenderar därför inte risdrycker eller riskakor till barn som är yngre än sex år.“ – Reisdrinks und Reiswaffeln enthalten verhältnismäßig viel Arsen; die Lebensmittelbehörde empfiehlt sie deshalb nicht für Kinder unter sechs Jahren. Einschränkung: Gesundheitsportal, nicht die Seite der Behörde selbst; die Empfehlung gilt für Schweden. Eine Mengengrenze nennt die Seite nicht.
17Thomas DT, Erdman KA, Burke LM (2016). American College of Sports Medicine Joint Position Statement. Nutrition and Athletic Performance. Medicine and Science in Sports and Exercise 48(3):543–568. Zugleich als Position of the Academy of Nutrition and Dietetics, Dietitians of Canada, and the American College of Sports Medicine: Nutrition and Athletic Performance. Journal of the Academy of Nutrition and Dietetics 116(3):501–528. DOI 10.1249/MSS.0000000000000852 · PMID 26891166 · DOI 10.1016/j.jand.2015.12.006 · PMID 26920240 Gemeinsames Positionspapier dreier Fachgesellschaften für Ernährung und Sportmedizin aus den USA und Kanada. Tabelle 1, vor Belastungen über 60 Minuten: „1-4 g/kg consumed 1-4 h before exercise“; „Choices high in fat/protein/fibre may need to be avoided to reduce risk of gastrointestinal issues during the event.“ Im Text: „foods with a low-fat, low fibre, and low–moderate protein content are the preferred choice“. „Low glycemic index choices may provide a more sustained source of fuel“ für Lagen, in denen während der Belastung keine Kohlenhydrate gegessen werden. Abbildung 1: „In the majority of studies examined, neither glycemic index nor glycemic load affected endurance performance nor metabolic responses when conditions were matched for carbohydrate and energy.“ Bei „< 8 h recovery between 2 fuel-demanding sessions“: „1-1.2 g/kg/h for first 4 h“; zur Art der Kohlenhydrate steht in dieser Zeile nichts. Einschränkung: Positionspapier, keine eigene Studie; gelesen als PDF bei Dietitians of Canada, nur in Auszügen. Geldgeber und Interessenkonflikte nicht geprüft.
18U.S. Department of Agriculture, Agricultural Research Service. FoodData Central, Datensatz SR Legacy, Eintrag 172470 „Peanut butter, smooth style, without salt“. fdc.nal.usda.gov · 172470 · abgerufen am 28.10.2026 Je 100 g: 598 kcal, 22,2 g Eiweiß, 51,4 g Fett. Gerechnet: 10 g ≈ 60 kcal, 2,2 g Eiweiß, 5,1 g Fett. Einschränkung: US-Ware ohne Salz; Erdnussmus im deutschen Handel kann leicht abweichen. Behörde.
19Kirwan JP, Cyr-Campbell D, Campbell WW, Scheiber J, Evans WJ (2001). Effects of moderate and high glycemic index meals on metabolism and exercise performance. Metabolism 50(7):849–855. DOI 10.1053/meta.2001.24191 · PMID 11436193 Sechs Männer, im Mittel 22 Jahre, maximale Sauerstoffaufnahme 54,3 ml je kg und Minute (laut Kurzfassung „male volunteers“; ob ausdauertrainiert, steht dort nicht); 75 g Kohlenhydrate als Haferflocken (mittlerer Index) oder als Puffreis-Frühstücksflocken (hoher Index) oder nur Wasser, 45 Minuten vor Radfahren bei 60 % der maximalen Sauerstoffaufnahme bis zur Erschöpfung, in ausgeloster Reihenfolge. „Exercise time was prolonged (P <.05) after the MOD-GI meal compared with control, but the HI-GI trial was not different from control (MOD-GI, 165 +/- 11; HI-GI, 141 +/- 8; control, 134 +/- 13 minutes).“ Einschränkung: sechs Personen; Puffreis-Flocken, keine Waffeln; die Indexwerte stammen aus Tabellen, nicht aus eigener Messung. Geldgeber laut PubMed der US-Gesundheitsdienst; Interessenkonflikte nicht geprüft.
20Kerksick CM, Arent S, Schoenfeld BJ, Stout JR, Campbell B, Wilborn CD, Taylor L, Kalman D, Smith-Ryan AE, Kreider RB, Willoughby D, Arciero PJ, VanDusseldorp TA, Ormsbee MJ, Wildman R, Greenwood M, Ziegenfuss TN, Aragon AA, Antonio J (2017). International society of sports nutrition position stand: nutrient timing. Journal of the International Society of Sports Nutrition 14:33. DOI 10.1186/s12970-017-0189-4 · PMID 28919842 · PMC5596471 Positionspapier der Internationalen Gesellschaft für Sporternährung. „If rapid restoration of glycogen is required (< 4 h of recovery time) then the following strategies should be considered: aggressive carbohydrate refeeding (1.2 g/kg/h) with a preference towards carbohydrate sources that have a high (> 70) glycemic index“. Laut Volltext hat der Zeitpunkt nach dem Training die größte Bedeutung, „when rapid restoration of muscle glycogen is a primary goal“ und wenn zu wenig Kohlenhydrate gegessen werden. Einschränkung: Positionspapier einer Fachgesellschaft, keine eigene Studie. Laut Anschrift arbeitet ein Mitautor (Wildman) bei einem Hersteller von Sporternährung – ein möglicher Interessenkonflikt; eine Erklärung zu Interessenkonflikten war im gelesenen Volltext nicht enthalten. Geldgeber in PubMed nicht angegeben.
21Atkinson FS, Brand-Miller JC, Foster-Powell K, Buyken AE, Goletzke J (2021). International tables of glycemic index and glycemic load values 2021: a systematic review. American Journal of Clinical Nutrition 114(5):1625–1632. DOI 10.1093/ajcn/nqab233 · PMID 34258626 Systematische Übersicht mit über 4000 Einträgen. Hier nur verwendet für die Skala: „low-GI foods (≤55 on the 100-point glucose scale)“. Dazu: „Cereals and cereal products, however, including whole-grain or whole-meal versions, showed wide variation in GI values, presumably arising from variations in manufacturing methods.“ Einschränkung: Die Einzelwerte stehen in einer Ergänzung, die bei der Prüfung im Oktober 2026 nicht abrufbar war; Werte daraus stehen deshalb nicht auf dieser Seite. Geldgeber laut PubMed außerhalb der US-Regierung, Einzelheiten nicht geprüft; Interessenkonflikte nicht geprüft.
22Europäische Kommission (2023). Verordnung (EU) 2023/465 vom 3. März 2023 zur Änderung der Verordnung (EG) Nr. 1881/2006 hinsichtlich der Höchstgehalte für Arsen in bestimmten Lebensmitteln. Veröffentlicht am 06.03.2023, in Kraft am 26.03.2023. eur-lex.europa.eu · VO (EU) 2023/465 · abgerufen am 28.10.2026 Deutscher Wortlaut, „Höchstgehalt (mg/kg Frischgewicht)“: „Geschliffener Reis, nicht parboiled (polierter oder weißer Reis)“ 0,15 · „Parboiled-Reis und geschälter Reis“ 0,25 · „Reismehl“ 0,25 · „Reiskekse, Reiswaffeln, Reiskräcker, Reiskuchen, Reisflocken und Frühstückspuffreis“ 0,30 · „Reis für die Herstellung von Lebensmitteln für Säuglinge und Kleinkinder“ 0,10 · „Alkoholfreie Getränke auf Reisbasis“ 0,030. Neu waren damit der strengere Wert für weißen Reis (vorher 0,20) und die Werte für Reismehl, Reisflocken, Frühstückspuffreis und Reisgetränke. Erwägungsgrund 5 nennt als besonders betroffen „Verbraucher in Europa, die große Mengen an Reis verzehren, beispielsweise bestimmte ethnische Gruppen, und Kinder unter drei Jahren“. Einschränkung: Änderungsverordnung, im Mai 2023 durch Beleg 9 abgelöst, die die Werte übernahm; hier für den deutschen Wortlaut und das Datum verwendet. Rechtstext.
23Europäische Kommission (2014). Durchführungsverordnung (EU) Nr. 828/2014 vom 30. Juli 2014 über die Anforderungen an die Bereitstellung von Informationen für Verbraucher über das Nichtvorhandensein oder das reduzierte Vorhandensein von Gluten in Lebensmitteln. Gilt seit dem 20.07.2016. eur-lex.europa.eu · VO (EU) 828/2014 · abgerufen am 28.10.2026 Gluten ist „eine Proteinfraktion von Weizen, Roggen, Gerste, Hafer oder ihren Kreuzungen und Derivaten“. „glutenfrei“ darf ein Lebensmittel heißen bei „einen Glutengehalt von höchstens 20 mg/kg“; „sehr geringer Glutengehalt“ bei höchstens 100 mg/kg. Rechtstext.
24Deutsche Zöliakie-Gesellschaft e. V. (2023). Infomappe „glutenfreies Angebot im Einzelhandel“. Stuttgart. dzg-online.de · Infomappe (PDF) · abgerufen am 28.10.2026 Von Natur aus glutenfrei unter anderem „Mais“, „Buchweizen“, „Reis/ Wildreis“; glutenhaltig „Weizen, Roggen, Dinkel, Gerste, handelsüblicher Hafer, Grünkern, Einkorn, Emmer, Urkorn“. „Buchweizen und Hafer müssen glutenfrei deklariert sein.“ Einschränkung: Informationsmaterial einer Selbsthilfeorganisation; Reis- und Maiswaffeln werden nicht eigens genannt.
25Meng H, Matthan NR, Ausman LM, Lichtenstein AH (2017). Effect of macronutrients and fiber on postprandial glycemic responses and meal glycemic index and glycemic load value determinations. American Journal of Clinical Nutrition 105(4):842–853. DOI 10.3945/ajcn.116.144162 · PMID 28202475 · PMC5366046 · Studienregister NCT01023646 Vier Studien mit je 20 bis 22 Personen, zur Hälfte Frauen, 50 bis 80 Jahre, BMI 25 bis 30; zu Weißbrot mit 50 g Kohlenhydraten kamen in zufälliger Reihenfolge Kohlenhydrate, Eiweiß (Thunfisch, 12,5, 25 oder 50 g), Fett (Butter, 5,6, 11,1 oder 22,2 g) oder Ballaststoffe. „Adding protein (50 g only) decreased glucose AUC“; „Adding fat or fiber had no significant effect on these variables.“ Einschränkung: ältere Erwachsene mit leichtem Übergewicht; Weißbrot statt Waffel. Geldgeber laut PubMed US-Regierung und NIH; Interessenkonflikte nicht geprüft.
26Moghaddam E, Vogt JA, Wolever TM (2006). The effects of fat and protein on glycemic responses in nondiabetic humans vary with waist circumference, fasting plasma insulin, and dietary fiber intake. Journal of Nutrition 136(10):2506–2511. DOI 10.1093/jn/136.10.2506 · PMID 16988118 20 Erwachsene ohne Diabetes, je 18 Termine; 50 g Traubenzucker in 250 ml Wasser, dazu 0, 5, 10 oder 30 g Fett und 0, 5, 10 oder 30 g Eiweiß in allen Kombinationen. „protein and fat reduced glycemic responses independently from each other in a linear, dose-dependent fashion, with protein having approximately 3-times the effect of fat.“ Im Ergebnisteil der Kurzfassung: „protein reduced glucose responses approximately 2 times more than fat“. „These conclusions may not apply to solid meals.“ Einschränkung: Traubenzucker in Wasser, keine feste Mahlzeit; 20 Personen; die Kurzfassung nennt für den Unterschied zwischen Eiweiß und Fett einmal das Doppelte, einmal das Dreifache. Nur Kurzfassung. Geldgeber laut PubMed außerhalb der US-Regierung, Einzelheiten und Interessenkonflikte nicht geprüft.
27Capodieci RA, Yonemoto LH, Baillie CV, Jach T, Gargaro FF (2001). Puffed cereal cakes. US-Patent 6,248,379 B1, Anmelder Masterfoods (heute Mars), veröffentlicht am 19.06.2001. patents.google.com · US 6,248,379 · abgerufen am 28.10.2026 „compressing the rice grains in the mold at from 3 MPa to 15 MPa (30 to 150 bar) pressure“; „heating the rice grains in the mold to a temperature of 170-320° C.“; „the mold piston is then retracted by 3-15 mm to expand and bond the cereal grains into a cereal cake“; die Körner sind „bonded together by heat and pressure, without the use of a binding matrix“. Die Waffeln „preferably have a density of less than 0.2 g/cm 3“, Beispiele 0,08 und 0,13 g/cm³; Restfeuchte „typically from 2 to 10% by weight“. Einschränkung: Patentschrift eines Süßwarenherstellers, keine begutachtete Studie; ein Beispiel nennt einen anderen Druck als der allgemeine Teil – hier nur die Spanne aus dem allgemeinen Teil verwendet.
28Wu R-Y (1989). A method of preparing grain cakes. US-Patent 4,888,180 A, Anmelder Quaker Oats, veröffentlicht am 19.12.1989. patents.google.com · US 4,888,180 · abgerufen am 28.10.2026 Beschreibt das Vorläufergerät: „the pressure in the chamber is suddenly released by retracting the hydraulic cylinder“. Feuchte der Körner: „Moisture contents in the range of about 12% to about 18% have been found to be acceptable“. Einschränkung: Patentschrift eines Lebensmittelherstellers, keine begutachtete Studie.
29Xie M, Huff H, Hsieh F, Mustapha A (2008). Puffing of okara/rice blends using a rice cake machine. Journal of Food Science 73(8):E341–E348. DOI 10.1111/j.1750-3841.2008.00905.x · PMID 19019104 Herstellversuch in einer Reiswaffelmaschine mit Parboiled-Reis und Pellets aus Okara, dem Rückstand der Sojamilch- und Tofuherstellung, in vier Mischungen bis hin zu reinem Reis. „tempered to 14% and 17% moisture“; „puffed at 221, 232, and 243 degrees C for 4, 5, or 6 s“; „increase in moisture, heating temperature and time led to greater specific volume (SPV) and hardness“. Einschränkung: Mischprodukt; Zahlen zum Volumen nur im Volltext, der nicht zugänglich war. Geldgeber in PubMed nicht angegeben; Geldgeber und Interessenkonflikte nicht geprüft.
30Sharma JK (2012). The structure and properties of puffed rice cakes. Doktorarbeit (Doctorate by Research), School of Engineering, RMIT University. research-repository.rmit.edu.au · Doktorarbeit · abgerufen am 28.10.2026 Herstellversuche mit braunem, weißem und Klebreis. „tempering moisture (16, 18 and 20%), heating temperature (248, 258 and 268°C), processing time (2, 4 and 6 sec)“; „the volume increased with increasing heating temperature and cooking time“. Einschränkung: Doktorarbeit, nicht begutachtet; nur die Kurzfassung gelesen. Geldgeber und Interessenkonflikte nicht geprüft.
31Scazzina F, Dall'Asta M, Pellegrini N, Brighenti F (2015). Glycaemic index of some commercial gluten-free foods. European Journal of Nutrition 54(6):1021–1026, online 2014 erschienen. DOI 10.1007/s00394-014-0783-z · PMID 25324192 Zehn glutenfreie Handelsprodukte aus Italien, gemessen in zwei Gruppen mit je 10 Gesunden. „The overall GI values ranged from 37.5 for breakfast biscuits to 66.7 for puffed multigrain cake.“ „several commercial GF products exhibited low and medium GI values“. Einschränkung: Zusammensetzung der Mehrkornwaffel nur im Volltext, nicht geprüft; nur Kurzfassung. Laut Verlagsseite keine Interessenkonflikte; Geldgeber nicht geprüft.
32Kirkmeyer SV, Mattes RD (2000). Effects of food attributes on hunger and food intake. International Journal of Obesity and Related Metabolic Disorders 24(9):1167–1175. DOI 10.1038/sj.ijo.0801360 · PMID 11033986 12 Männer und 12 Frauen, normalgewichtig, im Mittel 22 Jahre; in zufälliger Reihenfolge im Wochenabstand Vorspeisen aus Erdnüssen, Erdnussbutter, Mandeln, Maronen, Schokolade, Reiswaffeln („rice cakes (volume control)“), sauren Gurken oder keine Vorspeise; Hunger 180 Minuten lang abgefragt. „Hunger ratings following consumption of the 2092 kJ (500 kcal) preloads of peanuts, peanut butter, almonds, chestnuts and chocolate were significantly lower than the low energy preloads or no preload condition“. Einschränkung: Reiswaffeln nur als energiearme Vergleichsportion, nicht kaloriengleich; nur Kurzfassung. Geldgeber laut PubMed US-Regierung (außerhalb des Gesundheitsdienstes); Interessenkonflikte nicht geprüft.
33Holt SH, Miller JB (1995). Increased insulin responses to ingested foods are associated with lessened satiety. Appetite 24(1):43–54. DOI 10.1016/s0195-6663(95)80005-0 · PMID 7741535 Vier Männer und fünf Frauen; normaler und schnell kochender Reis sowie zwei Sorten Puffreis mit viel und wenig Amylose, je 50 g verfügbare Kohlenhydrate. „the glucose AUC for the low-amylose rice was 1.5 times higher than that of the high-amylose rice“; die Sättigung war „1.5 times higher for high-amylose than for low-amylose rice“. Fazit: „increased rate of starch digestion and higher insulin responses are associated with lessened satiety.“ Einschränkung: neun Personen, zwei Stunden; Puffreis, keine Waffeln. Geldgeber laut PubMed außerhalb der US-Regierung, Einzelheiten nicht geprüft; Interessenkonflikte nicht geprüft.
34Europäische Kommission (2015). Verordnung (EU) 2015/1006 vom 25. Juni 2015 zur Änderung der Verordnung (EG) Nr. 1881/2006 hinsichtlich der Höchstgehalte an anorganischem Arsen in Lebensmitteln. legislation.gov.uk · VO (EU) 2015/1006, ursprünglich erlassene Fassung · abgerufen am 28.10.2026 Erste EU-Höchstgehalte für anorganisches Arsen in Reis, „shall apply from 1 January 2016“: weißer Reis 0,20, „Parboiled rice and husked rice“ 0,25, „Rice waffles, rice wafers, rice crackers and rice cakes“ 0,30, Reis für Säuglings- und Kleinkindnahrung 0,10 mg je kg. Erwägungsgrund 7: „rice waffles, rice wafers, rice crackers and rice cakes can contain high levels of inorganic arsenic“. Einschränkung: EUR-Lex ließ den Abruf nicht zu; gelesen in der vom britischen Nationalarchiv veröffentlichten Fassung, englischer Wortlaut. Rechtstext.
35Colina Blanco AE, Higa Mori A, Planer-Friedrich B (2023). Widespread occurrence of dimethylmonothioarsenate (DMMTA) in rice cakes: Effects of puffing and storage. Food Chemistry 436:137723. DOI 10.1016/j.foodchem.2023.137723 · PMID 37862982 Puffversuche, Lagerung über drei Monate und 80 handelsübliche gepuffte Reiswaffeln. „puffing rice can cause almost complete transformation of dimethylarsenate (DMA) to dimethyldithioarsenate (DMDTA) and dimethylmonothioarsenate (DMMTA)“. Die Autoren schreiben: „this likely represents an increased risk because DMMTA is highly cytotoxic and misidentified as non-regulated DMA by routine acid extractions“. „The sum of non-regulated, but potentially toxic DMMTA and DMDTA reached values up to 537 µg·kg⁻¹ and 241 µg·kg⁻¹ for generic and infant-labeled rice cakes, respectively.“ Die Autoren regen an, die Höchstgehalte um diese Formen zu erweitern. Einschränkung: nur die Kurzfassung geprüft, der Volltext beim Verlag war nicht abrufbar; eine einzelne Arbeitsgruppe; die Giftigkeit für Zellen haben die Autoren nicht selbst geprüft, sie berufen sich auf frühere Arbeiten; am Menschen ist sie nicht bewertet; die Europäische Behörde hat die Umwandlung beim Erhitzen 2024 aufgegriffen (Beleg 36); ob anorganisches Arsen beim Puffen zunimmt, sagt die Kurzfassung nicht. Geldgeber in PubMed nicht angegeben; Geldgeber und Interessenkonflikte nicht geprüft.
36EFSA-Gremium CONTAM, Schrenk D, Bignami M, Bodin L und 21 weitere (2024). Risk assessment of small organoarsenic species in food. EFSA Journal 22(7):e8844. DOI 10.2903/j.efsa.2024.8844 · PMID 38957748 · PMC11217773 Bewertung kleiner organischer Arsenverbindungen. Für Dimethylarsinsäure (DMA): „MOEs were below 10,000 in many cases across dietary surveys and age groups … The Panel considers that this would raise a health concern.“ Zu den schwefelhaltigen Formen: „No data were received on the thio‐analogues thio‐DMA(V), dithio‐DMA(V) and thio‐MMA(V).“ „there is recent evidence that thio‐dimethylarsinic acid (thio‐DMA(V)) is being underestimated in foods owing to its conversion to DMA(V) during the chemical analysis“. Für weitere kleine organische Arsenverbindungen reichten die Daten laut Kurzfassung nicht für eine Bewertung. Einschränkung: Referenzpunkte aus Tierversuchen an Ratten; Datenlage laut Gremium unvollständig. Interessenkonflikte nicht geprüft.
37Österreichische Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) (2026). Mykotoxine und Arsen in Getreidewaffeln. Endbericht der Schwerpunktaktion A-020-26, Webseite vom 23.09.2026. ages.at · Getreidewaffeln · abgerufen am 28.10.2026 „17 Proben wurden untersucht“, „davon wurde 1 Probe beanstandet“: Vollkornreiswaffeln, bei denen „der Höchstgehalt für Aflatoxin B1 überschritten“ war; sie wurden als „gesundheitsschädlich beurteilt“. Getreidewaffeln wurden auf Schimmelpilzgifte untersucht, Reiswaffeln auf Schimmelpilzgifte und Arsen. „In der Vergangenheit sind immer wieder erhöhte Arsenwerte in Reiswaffeln festgestellt worden.“ Einschränkung: Die Webseite nennt keine Messwerte, keine Aufteilung nach Getreide und keinen Probenzeitraum und trägt widersprüchliche Datumsangaben; der Endbericht als PDF war bei der Prüfung im Oktober 2026 nicht abrufbar.
38Europäische Kommission (2017). Verordnung (EU) 2017/2158 vom 20. November 2017 zur Festlegung von Minimierungsmaßnahmen und Richtwerten für die Senkung des Acrylamidgehalts in Lebensmitteln. Gilt seit dem 11.04.2018. eur-lex.europa.eu · VO (EU) 2017/2158 · abgerufen am 28.10.2026 Erwägungsgrund 3, deutscher Wortlaut: Acrylamid bildet sich aus Asparagin und Zucker, „wenn diese bei höheren Temperaturen, typischerweise über 120 °C, und geringer Feuchtigkeit zubereitet werden“; „Es entsteht hauptsächlich in gebackenen, gebratenen oder frittierten kohlenhydratreichen Lebensmitteln“. Erwägungsgrund 5: „Ausgehend von Tierversuchen bestätigt die Behörde frühere Einschätzungen, wonach Acrylamid in Lebensmitteln das Krebsrisiko für Verbraucher aller Altersgruppen potenziell erhöhe.“ Art. 2 Abs. 4: „When the benchmark levels are exceeded, food business operators shall review the mitigation measures applied …“. Anhang IV, Richtwerte in µg je kg, unter anderem: „Biscuits and wafers“ 350, „Crackers with the exception of potato based crackers“ 400, „Crispbread“ 350; Frühstückscerealien aus „gun puffed grain“ 300, aus Mais, Hafer, Dinkel, Gerste und Reis 150; „Biscuits and rusks for infants and young children“ 150, „Baby foods, processed cereal based foods for infants and young children excluding biscuits and rusks“ 40, beide Begriffe nach VO 609/2013. Reiswaffeln, „rice cakes“ oder Maiswaffeln werden nicht eigens genannt. Einschränkung: Richtwerte sind keine Höchstgehalte; laut Art. 3 Nr. 2 dienen sie als Leistungsindikatoren für die Wirksamkeit der Minimierungsmaßnahmen. Erwägungsgründe auf Deutsch gelesen, Anhang IV nur auf Englisch. Rechtstext.
39Europäische Kommission, Ständiger Ausschuss für Pflanzen, Tiere, Lebensmittel und Futtermittel (2018). Guidance on the implementation of Commission Regulation (EU) 2017/2158 establishing mitigation measures and benchmark levels for the reduction of the presence of acrylamide in food. Fassung vom 21.06.2018. nbc.nl · Kopie der Leitlinie (PDF) · abgerufen am 28.10.2026 „toasted and gun-puffed breakfast cereals contain higher levels of acrylamide“. Zu feinen Backwaren: „Products such as pretzel bread, doughnuts, muffins, cakes, éclairs, croissants, rice crackers, …. are not covered“. Status: „This document has not been adopted by the European Commission.“ Einschränkung: vom Ausschuss am 11.06.2018 gebilligt, von der Kommission nicht angenommen; gelesen in einer Kopie des niederländischen Bäckereizentrums NBC, das Original auf der Seite der Kommission nicht geprüft.
40Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR). Acrylamidgehalte in Lebensmitteln – Eine Übersicht. Ohne Datum. bfr.bund.de · Acrylamid-Übersicht (PDF) · abgerufen am 28.10.2026 Reiswaffeln: 5 Proben, 150 bis 200 µg/kg, Median 160. Zum Vergleich Knäckebrot: 95 Proben, Median 170. Einschränkung: ohne Datum und ohne Angabe, woher die Daten stammen; hier nur als ältere Einzelwerte verwendet.
41Landtag Nordrhein-Westfalen (2012). Antwort der Landesregierung auf die Kleine Anfrage 319 „Acrylamid-Belastung in Reiswaffeln“. Drucksache 16/928 vom 19.09.2012. kleineanfragen.de · Drucksache 16/928 (PDF) · abgerufen am 28.10.2026 Amtliche Lebensmittelüberwachung 2011, zwei Proben Reiswaffeln für Kleinkinder: „Diese wiesen Acrylamidgehalte von 280 und 291 µg/kg auf.“ Überschreitungen von Acrylamid-Richtwerten führen laut Landesregierung zu einem Hinweis an den Hersteller, nicht zu einer Beanstandung. Einschränkung: alt, nur zwei Proben; gelesen in einer Kopie, das Original im Landtagsarchiv nicht geprüft.
42Europäische Kommission. Acrylamide. Seite zur Lebensmittelsicherheit, ohne Datum. food.ec.europa.eu · Acrylamide · abgerufen am 28.10.2026 Höchstgehalte für Acrylamid in bestimmten Lebensmitteln sind „currently under consideration“; für Getreidebeikost „under discussion“; für weitere Lebensmittel soll die Diskussion erst beginnen. Einschränkung: ohne Datum und ohne Zeitplan.
Was auf dieser Seite fehlt – und warum Für Buchweizen-, Dinkel- und Hülsenfruchtwaffeln habe ich weder Arsen- noch Nährwert- noch Blutzuckerwerte gefunden; für Maiswaffeln fehlen eigene Messwerte zu Arsen, Acrylamid und Schimmelpilzgiften. Eine neuere deutsche Messreihe für Reiswaffeln für Erwachsene habe ich nicht gefunden. Den Endbericht der österreichischen Kontrolle von 2026, der die Ergebnisse vermutlich nach Getreide aufschlüsselt, konnte ich nicht abrufen. Eine Studie zu Reiswaffeln beim Abnehmen, zu Reiswaffeln mit Belag oder zu gepufften Waffeln im Sport habe ich nicht gefunden; ob ein Belag die Blutzuckerkurve einer Waffel flacher macht, ist deshalb offen. Ob Bio-Reiswaffeln weniger Arsen enthalten, habe ich nicht belegt gefunden. Für Reiswaffeln eigens für Kinder gibt es nur wenige Messwerte aus Großbritannien; deutsche Daten habe ich nicht gefunden. Werte aus den großen internationalen Tabellen zum glykämischen Index konnte ich nicht einsehen; deshalb stehen hier nur Werte aus Einzelstudien, und ob die Waffeln der italienischen Studie gepufft waren, ließ sich ohne Volltext nicht klären. Wie riskant die beim Puffen entstehenden Arsenformen für Menschen sind, hat noch keine Behörde bewertet. Mehrere Volltexte waren nicht frei zugänglich; dort stehen nur Angaben aus der Kurzfassung. Geldgeber und Interessenkonflikte stehen meist nur in der vollständigen Arbeit; wo ich sie nicht selbst gelesen habe, steht „nicht geprüft“. Lieber eine ehrliche Lücke als eine Angabe, für die niemand geradesteht.
Zum Schluss, in eigener Sache Ich bin Personal Trainer, kein Arzt. Ich behandle nichts – ich trainiere um Beschwerden herum und Schritt für Schritt in mehr Belastbarkeit hinein. Wo ärztliche Freigabe nötig ist, fange ich ohne sie nicht an. Diese Seite erklärt, was Studien zeigen, und ersetzt keine ärztliche Beratung.