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die fittermacher
Gym Essentials
Wissen · Stefan Trost
Training · Ausrüstung · Krafttraining · Gym Essentials

Gym Essentials: Zughilfen, Gürtel, Kreide & Co. – was brauchst Du wirklich?

Als Einsteiger brauchst Du fast keins davon. Wenn die Gewichte schwer werden, helfen Dir Zughilfen, Kreide, Handgelenkbandagen, Gewichthebergürtel, Dip-Gürtel, Fußschlaufen und Fitnessbänder – gezielt für die schweren Sätze, nicht als Dauerausrüstung.

Du siehst sie im Kraftraum bei anderen und fragst Dich, wofür sie gut sind: Schlaufen am Handgelenk, Kreide an den Händen, ein breiter Gürtel um den Bauch. Diese Gym Essentials lösen jeweils ein bestimmtes Problem – und Du merkst selbst, wann Du es hast: wenn Dein Griff aufgibt, bevor Rücken und Beine am Ende sind, oder wenn sich der Rumpf bei schweren Kniebeugen nicht mehr fest anfühlt. Zughilfen zum Beispiel nehmen den Griff als Engpass heraus. In einer Studie hoben Männer beim Kreuzheben – die Langhantel vom Boden bis in den Stand – mit Zughilfen 177 Kilo statt rund 161 ohne. Gemeint ist das Maximum, also das schwerste Gewicht, das sie einmal schafften.1 Und mit Gürtel schafften Frauen und Männer in einer anderen Studie mit demselben Gewicht mehr Kniebeugen als ohne.2

Für die meisten dieser Hilfsmittel gilt derselbe Grundsatz: Ein Hilfsmittel verlagert eine Belastung, es nimmt sie nicht weg. Gezielt eingesetzt bringt es Dir mehr Wiederholungen, mehr Gewicht oder ein sicheres Gefühl. Auf dieser Seite steht für alle sieben, wofür Du es brauchst, wann Du es weglässt und was die Studien dazu sagen. Wo es keine Studie gibt, spricht meine Erfahrung als Personal Trainer – Du erkennst es an der Ich-Form.

177 statt 161 kg
Maximum beim Kreuzheben mit und ohne Zughilfen, junge Männer1
8,1 statt 6,5
Kniebeugen mit demselben Gewicht – mit und ohne Gürtel2
kein Unterschied
beim Kraftzuwachs mit Bändern und mit Geräten, acht Studien3

Gym Essentials in Fragen und Antworten

Auf einen Blick · Einordnung von Stefan Trost, Personal Trainer

Acht Fragen, kurz beantwortet

Wenn Du nur zwei Minuten hast, reicht dieser Kasten. Alles Weitere steht darunter.

„Welche Hilfsmittel brauche ich im Gym überhaupt?“
Am Anfang fast keins. Die sieben auf dieser Seite lösen Probleme, die meist erst mit schwerem Gewicht kommen: Der Griff gibt auf, die Hände schwitzen, das Handgelenk knickt ab, der Rumpf braucht Halt, das eigene Körpergewicht wird zu leicht. So erlebe ich es seit Jahren im Kraftraum.
„Brauche ich als Anfänger Zughilfen?“
Nicht von Anfang an. Sie lohnen sich, wenn Dein Griff beim Kreuzheben aufgibt, bevor Rücken und Beine am Ende sind. Dann hoben Männer in einer Studie damit 177 statt rund 161 Kilo.1 Manche halten das für Schummeln – ist es nicht: Entlastet wird nur die Hand, heben musst Du das Gewicht trotzdem selbst.
„Brauche ich als Anfänger einen Gürtel?“
Meist nicht. Ich nehme ihn für schwere Kniebeugen und schweres Kreuzheben. In einer Befragung in einem US-Fitnesszentrum trugen viele den Gürtel auch bei leichten Gewichten oder bei Übungen, die den Rumpf kaum belasten.4 Dort bringt er nach allem, was man weiß, nichts.
„Schützt mich ein Gürtel vor Rückenverletzungen?“
Das ist nicht nachgewiesen. Der Gürtel erhöht den Druck im Bauch5 und kann die Wirbelsäule entlasten.6 Ob er Verletzungen verhindert, hat keine Studie im Kraftraum untersucht, die ich gefunden habe. Rückenstützen allgemein beugten Rückenschmerzen in einer großen Auswertung nicht besser vor als nichts oder eine Schulung.7
„Bringt Kreide wirklich etwas?“
Vielleicht – die Studien sind sich nicht einig. In einer Studie mit Kletterern hielten sie sich mit Kreide länger am Griff, in einem Laborversuch wurde der Griff mit Kreide sogar rutschiger.8, 9 Gemessen wurde an Klettergriffen und Steinplatten, nicht an der Langhantel.
„Brauche ich Bandagen fürs Handgelenk?“
Nur, wenn es unter Last wegknickt oder zwickt. Stärker machen sie Dich nicht: In einer Studie mit trainierten Frauen und Männern veränderten Bandagen beim Bankdrücken weder Kraft noch Schnellkraft – also Kraft, die schnell wirkt – noch Ausdauer.10 Ich nehme sie für ein ruhiges, schmerzfreies Handgelenk.
„Kann ich mit Fitnessbändern stärker werden?“
Ja. In einer Auswertung von acht Studien legten die Teilnehmer mit Gummibändern und Gummischläuchen ähnlich viel Kraft zu wie mit Geräten und Hanteln. Schwieriger ist nur, die Last genau zu dosieren.3
„Wann brauche ich Zusatzgewicht bei Dips und Klimmzügen?“
Wenn Du ein, zwei Wiederholungen mehr schaffst, als Du Dir für den Satz vorgenommen hast – bei Dips, dem Stütz am Barren, etwa 12 statt 10. Die US-Fachgesellschaft für Sportmedizin nannte dafür in ihrer älteren Empfehlung eine Faustregel: 2 bis 10 Prozent mehr Last.11 Ihre neue Fassung verzichtet auf feste Prozentzahlen.12 Das zusätzliche Gewicht hängst Du an einen Dip-Gürtel: einen Gürtel mit Kette für Hantelscheiben.
01Gilt das für Dich?

Für wen diese Seite gemacht ist

Die Seite richtet sich an alle, die mit Gewichten trainieren und wissen wollen, welches Hilfsmittel wann hilft. Finde Dich in einer der Karten wieder.

Du fängst gerade an

Erst die Technik, dann die Ausrüstung

Im ersten Trainingsjahr brauchst Du von diesen sieben kaum etwas. Viele tragen einen Gürtel auch bei leichten Gewichten,4 wo er nach allem, was man weiß, nichts bringt. Lern zuerst die Bewegung sauber.

Du trainierst schon schwer

Genau Deine Seite

Die Studien zu Zughilfen und Gürtel liefen meist mit Menschen, die schon länger mit Gewichten trainieren.13, 14, 15, 6 Kapitel 02 und 04 sind für Dich am wichtigsten.

Frauen und Männer

Gilt für beide

Mit Zughilfen schafften Frauen beim Kreuzheben mehr Wiederholungen,13 und der Gürtel half Frauen wie Männern bei der Kniebeuge.2 Die Regeln auf dieser Seite sind dieselben.

Medizinische Vorgeschichte

Erst die Freigabe

Bei Erkrankungen von Herz, Kreislauf, Gelenken oder Stoffwechsel klärst Du vorher mit Deinem Arzt, wie hart Du trainieren darfst.

Nicht Thema dieser Seite Schuhe, Kleidung, Handschuhe, Knie- und Ellenbogenbandagen, Waagen und Sportuhren – zu Smartwatches gibt es eine eigene Seite. Auch welches Modell Du kaufst, steht hier nicht. Diese Seite erklärt, was die sieben Gym Essentials können, wann Du sie brauchst und wann nicht.
02So setzt Du sie ein

So setzt Du die Hilfsmittel richtig ein

Wenn Du nur ein Kapitel liest, dann dieses. Die Regel hinter allen Regeln: für die schweren Sätze ja, für die leichten nein.

✓Nimm Zughilfen dort, wo der Griff zuerst aufgibt. Beim Kreuzheben hoben Männer damit mehr im Maximum, Frauen schafften mehr Wiederholungen.1, 13 Beim Latzug – Ziehen am Kabel von oben zur Brust – brachten sie in einer Studie dagegen nichts.14
✓Lass die ersten Sätze ohne Zughilfen. So trainiert Dein Griff mit, und für die schweren letzten Sätze legst Du sie an. Ob Zughilfen auf Dauer den Griff schwächen, ist nicht untersucht – Belege für Langzeitwirkungen gibt es nicht.16 Das ist meine Vorsicht.
✕Leg den Gürtel nicht schon zum Aufwärmen an. Die Studien zu Wiederholungen und Maximum mit Gürtel liefen mit schweren Sätzen.2, 15 Ich nehme ihn erst, wenn nur noch wenige saubere Wiederholungen gehen – eine feste Grenze gibt es nicht.
✓Atme vor der Wiederholung ein und spann den Bauch gegen den Gürtel an. Nur mit Einatmen entlastete der Gürtel in einer Berechnung die Wirbelsäule.6 Bewusstes Anspannen steigerte in einer anderen Studie die Arbeit der Bauchmuskeln, mit und ohne Gürtel.17 Ich halte die Luft nur für die schwere Phase einer Wiederholung an und atme oben wieder aus.
✕Press mit Bluthochdruck oder Herzerkrankung nicht ohne Rücksprache mit Deinem Arzt. Beim schweren Heben steigt der Blutdruck stark – ein Teil davon kommt genau von diesem Pressen mit angehaltener Luft.18 Mehr dazu in Kapitel 04.
✓Häng erst Gewicht an den Dip-Gürtel, wenn Du ein, zwei Wiederholungen mehr schaffst, als Du Dir vorgenommen hast. Dann reicht für den Anfang eine kleine Scheibe. Die ältere Faustregel der US-Fachgesellschaft für Sportmedizin lautete 2 bis 10 Prozent mehr Last.11
✕Erwarte von Bandagen keine Kraft. Beim Bankdrücken änderten sie in einer Studie nichts an Kraft, Schnellkraft und Ausdauer.10 Nimm sie, wenn Dein Handgelenk unter Last nach hinten wegknickt oder zwickt.
✓Frag vor der Kreide nach der Hausregel. Pulverkreide staubt, viele Studios mögen sie deshalb nicht; Flüssigkreide ist nach meiner Erfahrung oft erlaubt.
Wenn Du nur einen Absatz mitnimmst Nimm Hilfsmittel für die schweren Sätze und lass sie bei den leichten weg. Zughilfen beim Kreuzheben und schweren Rudern – der Hantel, die Du vorgebeugt zum Bauch ziehst –, den Gürtel bei schweren Kniebeugen und beim Kreuzheben – mit Einatmen und Gegendrücken –, Bandagen nur, wenn das Handgelenk wegknickt. Und Zusatzgewicht am Dip-Gürtel erst, wenn das eigene Körpergewicht zu leicht wird.
03Die sieben

Die sieben Hilfsmittel im Überblick

Jedes Hilfsmittel löst genau ein Problem. Wenn Du das Problem nicht hast, brauchst Du das Hilfsmittel nicht.

Griff · Zughilfen

Wenn die Hand vor dem Rücken aufgibt

Was es ist: Stoff- oder Lederschlaufen, die Du ums Handgelenk legst und um die Stange wickelst. Dann hält die Schlaufe einen Teil des Gewichts, nicht nur Deine Finger.

Wofür: Kreuzheben, dazu nach meiner Erfahrung schweres Rudern und Schulterheben mit Hanteln – Fachleute sagen Shrugs. Mit Zughilfen ließ der Griff beim Kreuzheben weniger nach, und die Teilnehmer fühlten den Griff sicherer.19

Lass es weg: bei leichten Sätzen und beim Latzug, wo sie in einer Studie nichts brachten.14

Griff · Kreide

Wenn die Hände schwitzen

Was es ist: Magnesiumcarbonat, ein weißes Pulver. Flüssigkreide ist dasselbe Pulver in Alkohol; der verdunstet und lässt eine dünne Schicht auf der Hand.20

Wofür: Klimmzüge, Kreuzheben, Kettlebell-Schwünge mit der Kugelhantel – überall, wo nasse Hände rutschen. Kletterer hielten sich mit Kreide in einer Studie länger am Griff.8

Achte darauf: dünn auftragen und kurz trocknen lassen. Zu viel bröselt und rutscht, so erlebe ich es.

Handgelenk · Bandagen

Wenn das Handgelenk wegknickt

Was es ist: eine feste, elastische Binde mit Daumenschlaufe, die Du ums Handgelenk wickelst.

Wofür: Bankdrücken, Schulterdrücken, Dips – so nutze ich sie, wenn das Handgelenk unter dem Gewicht nach hinten kippt und zwickt. Mehr Kraft geben sie nicht.10

Achte darauf: straff, aber nicht abschnürend; kribbeln die Finger, ist es zu fest. Ich lege sie erst kurz vor dem Satz an.

Rumpf · Gewichthebergürtel

Wenn der Rumpf richtig gefordert ist

Was es ist: ein breiter, steifer Gürtel, meist aus Leder, den Du eng um den Bauch schnallst.

Wofür: schwere Kniebeugen, Kreuzheben, Drücken über Kopf. Er erhöht den Druck im Bauch5 und brachte in Studien mehr Wiederholungen und ein etwas höheres Maximum.2, 15

Lass es weg: beim Aufwärmen, bei leichten Sätzen und bei Übungen ohne Last auf dem Rumpf, etwa Bizepscurls oder Maschinen; dort sehe ich keinen Nutzen. Mehr dazu in Kapitel 04.

Zusatzlast · Dip-Gürtel

Wenn Dein Körpergewicht zu leicht wird

Was es ist: ein Gürtel mit Kette, an die Du eine Hantelscheibe oder eine Kurzhantel hängst.

Wofür: Dips – der Stütz am Barren – und Klimmzüge, wenn Du mehr Wiederholungen schaffst als vorgenommen. Wer auf Dauer weiter stärker werden will, braucht in der Regel mit der Zeit mehr Gewicht.11, 12

Lass es weg: solange Du die Übung nicht sauber und über den ganzen Bewegungsweg schaffst. Ich fange mit einer kleinen Scheibe an.

Kabelzug · Fußschlaufen

Wenn es für Gesäß und Beine keine Maschine gibt

Was es ist: eine gepolsterte Manschette ums Fußgelenk mit einem Ring für den Karabiner am Kabelzug, dem Seilzug-Gerät mit verstellbarer Rolle.

Wofür: Beinrückheben – Fachleute sagen Kickbacks –, seitliches Abspreizen und Beinheben am Kabel, mit gleichmäßigem Zug über die ganze Bewegung.

Achte darauf: gute Polsterung, sonst scheuert es am Knöchel, und ein ruhiges Becken. Studien dazu habe ich nicht gefunden; hier spricht meine Erfahrung.

Aufwärmen und unterwegs · Bänder

Wenn keine Hantel da ist

Was es ist: Bänder aus Gummi oder Stoff in verschiedenen Stärken, als Schlaufe oder langes Band.

Wofür: Aufwärmen von Gesäß und Schultern und Training zu Hause oder auf Reisen. Für den Kraftzuwachs waren Gummibänder und -schläuche in einer Auswertung so gut wie Geräte und Hanteln; Stoffbänder wurden dort nicht untersucht.3

Achte darauf: Je weiter Du das Band dehnst, desto schwerer wird es. Ein Set mit mehreren Stärken hilft beim Dosieren.

Wenn es so weit ist: womit anfangen? Erst Kreide, dann Zughilfen – sobald der Griff vor den großen Muskeln aufgibt. Bandagen erst, wenn das Handgelenk Probleme macht, den Gürtel, wenn Kniebeugen und Kreuzheben richtig schwer werden, den Dip-Gürtel, wenn Dips und Klimmzüge zu leicht sind. Das ist meine Reihenfolge.
04Gürtel

Der Gewichthebergürtel: Druck, Gefühl, Blutdruck

Der Gürtel ist das Hilfsmittel, über das am meisten erzählt wird. Er gibt Deinem Bauch etwas zum Gegendrücken – und als steifes Band stützt er den Rumpf auch selbst.

So erkläre ich es: Eine volle, geschlossene Getränkedose kannst Du kaum zusammendrücken, eine leere schon. Wenn Du vor einer schweren Wiederholung tief einatmest und den Bauch fest anspannst, machst Du Deinen Rumpf zur vollen Dose, und der Gürtel legt sich wie ein fester Reifen darum. In einer Messung stieg der Druck im Bauch mit Gürtel von 99 auf 120 Millimeter Quecksilbersäule – das ist die Einheit, in der auch der Blutdruck gemessen wird.5 In einer Berechnung wurde die Wirbelsäule mit Gürtel um rund 10 Prozent weniger zusammengedrückt, aber nur, wenn die Heber vorher eingeatmet hatten. Die Entlastung kam dort vor allem vom Reifen selbst, also vom steifen Gürtel, kaum vom höheren Druck im Bauch.6

Wirkt das auch aufs Gewicht? In einer Studie schafften 49 Frauen und Männer mit Gürtel 8,1 statt 6,5 Kniebeugen mit demselben Gewicht, egal ob sie schon Erfahrung mit dem Gürtel hatten.2 Auch das Maximum lag in einer weiteren Studie mit Gürtel etwas höher.15 Viele fürchten, der Gürtel mache die Bauchmuskeln faul. In einer Studie änderte der Gürtel allein die Muskelarbeit aber nicht. Bewusstes Anspannen steigerte die Arbeit der Bauchmuskeln – mit und ohne Gürtel.17

Das Gefühl, eingepackt zu sein

Viele beschreiben den Gürtel als Gefühl von Halt: eingepresst, sicher, bereit für die schwere Wiederholung. Das hat eine Studie gemessen. Mit Gürtel fühlten sich die Teilnehmer stabiler. Auf einer Messplatte, die jedes Wackeln aufzeichnet, schwankten sie aber nicht weniger.2 Wertlos ist das Gefühl trotzdem nicht. Wer sich sicher fühlt, traut sich die letzte Wiederholung eher zu – so erlebe ich es selbst. In der Studie ließ sich der Zuwachs an Wiederholungen jedenfalls nicht mit mehr Stabilität erklären.

Der Gürtel nimmt Dir das Einatmen und Anspannen nicht ab. Er macht es wirksamer.

Schützt er vor Verletzungen?

Das ist die naheliegende Hoffnung, und genau hier wird es dünn. Ob der Gürtel im Kraftraum Verletzungen verhindert, hat keine Studie untersucht, die ich gefunden habe. Für Rückenstützen allgemein – Fachleute sagen Lumbalbandagen oder Korsetts – gibt es eine große Auswertung: In sieben Studien mit über 14.000 Menschen beugten sie Rückenschmerzen nicht besser vor als nichts oder eine Schulung.7 Diese Studien untersuchten aber nicht den Gewichthebergürtel beim schweren Training. Ehrlich gesagt: Mit dem Gürtel fühlen sich schwere Sätze stabiler an, und Du schaffst mehr Wiederholungen. Dass er Dich schützt, ist nicht nachgewiesen.

Blutdruck und Herz Beim schweren Heben steigt der Blutdruck stark, auch weil man die Luft anhält und presst. Bei erfahrenen Bodybuildern lag er an der Beinpresse in der Spitze im Mittel bei 320 zu 250.18 Schon ein eng sitzender, elastischer Bauchgurt hob in einer Studie den unteren Blutdruckwert, und zwar im Sitzen wie beim Heben.21 Mit Bluthochdruck oder einer Herzerkrankung kann schon das Pressen zu viel sein – den Rahmen setzt Dein Arzt.
05Griff

Griff: Zughilfen oder Kreide?

Beide lösen dasselbe Problem auf zwei Wegen. Kreide lässt Deinen Griff mitarbeiten. Zughilfen umgehen ihn.

Beim Kreuzheben und schweren Rudern macht oft nicht der Rücken schlapp, sondern die Hand – das sehe ich immer wieder. Dann endet der Satz, bevor die großen Muskeln am Ende sind. Mit Zughilfen ließ die Griffkraft über mehrere Sätze Kreuzheben weniger nach, und die Teilnehmer fühlten den Griff sicherer.19

Eine Übersichtsarbeit fasst es so zusammen: Für das schwerste Gewicht und das Gefühl im Griff können Zughilfen helfen, bei Zugübungen für den Rücken sind die Ergebnisse uneinheitlich. Mehr Arbeit der großen Muskeln zeigte sich bisher nicht. Belege dafür, was sie langfristig im Training bewirken, gibt es nicht.16

Die Studien zur Kreide, die ich gefunden habe, stammen aus der Kletterforschung, und sie widersprechen sich: In einer war der Griff mit Kreide rund ein Fünftel rutschfester,22 in einem Laborversuch an Steinplatten dagegen rutschiger – die Forscher vermuten, weil trockene Haut weniger nachgibt und Pulverreste eine rutschige Schicht bilden.9 In einer dritten hielten sich Kletterer mit Kreide 63 statt 49 Sekunden am Griff, obwohl die gemessene Reibung gleich blieb.8 Bei schwitzigen Händen hilft eine dünne Schicht – zu viel ist eher schlechter. So erlebe ich es im Kraftraum.

Meine Faustregel Erst Kreide, dann Zughilfen. Solange Dein Griff mit Kreide hält, trainiert er mit. Wenn er trotz Kreide vor den großen Muskeln aufgibt, kommen die Zughilfen für die letzten, schweren Sätze dazu.
06Faktencheck

Was Du über Gürtel, Zughilfen und Co. hören wirst – und was davon stimmt

Über Gürtel, Zughilfen und Co. kursieren viele Aussagen – Du hörst sie im Studio, von Freunden, im Netz. Von diesen sieben Aussagen stimmt eine, zwei stimmen halb, vier stimmen so nicht. In dieser Liste heißt ✓ stimmt, ~ stimmt halb, ✕ stimmt so nicht.

✕„Zughilfen sind Schummeln.“ Stimmt so nicht. Das Gewicht wird nicht leichter, Du hebst es weiter selbst – entlastet wird nur die Hand. Eine Übersichtsarbeit kommt zu dem Schluss, dass sie das Maximum und das Gefühl im Griff verbessern können.16
✓„Mit Zughilfen hebst Du beim Kreuzheben mehr.“ Stimmt: im Maximum 177 statt rund 161 Kilo bei jungen Männern,1 und bei Frauen mehr Wiederholungen mit demselben Gewicht.13 Beim Latzug galt das in einer Studie nicht.14
✕„Ein Gürtel schützt Deinen Rücken.“ Stimmt so nicht – der Schutz ist nicht belegt. Der Gürtel erhöht zwar den Druck im Bauch5 und kann die Wirbelsäule entlasten, wenn Du richtig einatmest.6 Dass er Verletzungen verhindert, ist aber nicht nachgewiesen; Rückenstützen allgemein beugten Rückenschmerzen nicht besser vor als nichts – untersucht wurden dort allerdings nicht Gewichthebergürtel beim Krafttraining.7
~„Der Gürtel macht Deine Bauchmuskeln faul.“ Halb – kurzfristig nicht, langfristig offen. In einer Studie änderte der Gürtel allein die Muskelarbeit nicht; bewusstes Anspannen steigerte sie, mit und ohne Gürtel.17 Was über Jahre passiert, dazu habe ich keine Studie gefunden.
~„Mit Kreide rutscht nichts mehr.“ Halb. In zwei Studien mit Kletterern half Kreide, in einem Laborversuch wurde der Griff rutschiger.22, 8, 9 Zu viel Kreide bröselt, und gegen ein zu schweres Gewicht hilft sie nicht.
✕„Mit Bändern baust Du keine Kraft auf.“ Stimmt so nicht. In einer Auswertung von acht Studien legten die Teilnehmer mit Bändern und Gummischläuchen ähnlich viel Kraft zu wie mit Geräten und Hanteln.3
✕„Bandagen machen Dich beim Bankdrücken stärker.“ Stimmt so nicht. In einer Studie änderten sie weder Kraft noch Schnellkraft noch Ausdauer.10
Kurz gesagt Sechs der sieben Aussagen machen ein Hilfsmittel größer oder kleiner, als es ist. Keins davon schummelt, keins davon ist ein Schutzschild.
07Grenzen

Was die Hilfsmittel nicht leisten – und was die Studien nicht zeigen

Zur Ehrlichkeit gehört beides: was die Studien zeigen, und was sie nicht zeigen.

✕Kein Ersatz für Technik. Naheliegend wäre: Mit Gürtel und Zughilfen geht mehr, also lege ich gleich mehr auf. Mehr Gewicht wird dadurch möglich, aber nicht sicherer. Wer die Bewegung nicht sauber beherrscht, hebt mit Hilfsmittel nur schwerer falsch.
✕Kein nachgewiesener Verletzungsschutz. Studien, die im Kraftraum Verletzungen mit und ohne Hilfsmittel zählen, habe ich für keines der sieben gefunden. Rückenstützen allgemein beugten Rückenschmerzen nicht besser vor als nichts.7
✕Kleine Gruppen, kurze Tests. Die Studien zu Zughilfen und Gürtel untersuchten jeweils 6 bis 49 meist junge Menschen in einzelnen Testsitzungen.1, 2, 5 Was über Monate passiert, ist offen.16
✕Kreide am Fels, nicht an der Hantel. Zwei der drei Kreide-Studien auf dieser Seite liefen mit Kletterern an Klettergriffen, die dritte mit Fingerspitzen auf Steinplatten.22, 8, 9
✕Keine Behandlung. Diese Seite erklärt Hilfsmittel fürs Krafttraining – sie stellt keine Diagnose und ersetzt keine Therapie.
Medizinische Vorgeschichte

Im Mittel, nicht im Einzelfall

Die Studien auf dieser Seite zeigen, was im Mittel für eine Gruppe gilt. Mit einer Vorerkrankung zählt Dein eigener Fall – den klärst Du mit Deinem Arzt.

08Wie sicher

Wie sicher ist das alles?

Nicht jede Aussage auf dieser Seite steht gleich fest. Damit Du weißt, worauf Du Dich verlassen kannst, hier die Einordnung in Alltagssprache.

So lesen sich die Stufen: belegt – mehrere Studien in dieselbe Richtung oder eine Auswertung mehrerer Studien · erste Hinweise – eine oder zwei kleine Studien · uneinheitlich – Studien widersprechen sich · nicht belegt – keine Studie zeigt es.

AussageEinordnung
Zughilfen bringen beim Kreuzheben mehr Gewicht und mehr Wiederholungenerste Hinweise – je eine kleine Studie für das Maximum (Männer) und die Wiederholungen (Frauen), gleiche Richtung; einzelne Testsitzungen
Bänder machen ähnlich stark wie Geräte und Hantelnbelegt – Auswertung von acht Studien mittlerer Qualität, nur vier bis zwölf Wochen
Der Gürtel erhöht den Druck im Baucherste Hinweise – zwei kleine Messstudien
Mit Gürtel mehr Wiederholungen und ein etwas höheres Maximumerste Hinweise – zwei Studien, je in einzelnen Testsitzungen
Zughilfen bringen beim Latzug nichtserste Hinweise – eine kleine Studie
Bandagen machen beim Bankdrücken nicht stärkererste Hinweise – eine Studie, geprüft nur an ihrem Titel
Der Gürtel allein ändert die Arbeit der Bauchmuskeln nichterste Hinweise – eine Studie mit drei Wiederholungen; Langzeitwirkung nicht untersucht
Kreide verbessert den Griffuneinheitlich – zwei kleine Studien mit Kletterern und ein Laborversuch, widersprüchlich
Der Gürtel schützt vor Rückenverletzungennicht belegt – keine Studie im Kraftraum gefunden; Rückenstützen allgemein beugten nicht besser vor als nichts

Sechs Zahlen zum Mitnehmen

Das Kurze · Fazit in Zahlen

Jede Zahl mit Quelle und Haken

Die sechs Zahlen stammen aus Studien und einer Übersichtsarbeit, Stand Oktober 2026. Zu jeder steht, wer untersucht wurde, was herauskam und wo der Haken liegt.

177 statt 161 kg
Maximum beim Kreuzheben
mit und ohne Zughilfen

Wenn der Griff der Engpass ist, holen Zughilfen viel heraus: Die Hand gibt nicht mehr zuerst auf.

Haken

Junge Männer, im Mittel 24 Jahre, in zwei Testsitzungen; ein Test, kein Training über Wochen.

Quelle: Jukic und Kollegen 2020 · 20 Männer1
96,5 · 96,6 kg
Maximum beim Latzug
mit und ohne Zughilfen

Kein Unterschied, auch nicht bei den Wiederholungen: Zughilfen helfen nur, wo der Griff wirklich bremst.

Haken

Eine kleine Studie mit erfahrenen Männern an einer einzigen Übung.

Quelle: Valério und Kollegen 2019 · 12 Männer14
8,1 statt 6,5
Kniebeugen mit demselben Gewicht –
mit und ohne Gürtel

Frauen und Männer, mit und ohne Gürtel-Erfahrung: Der Gürtel bringt Wiederholungen.

Haken

Stabiler fühlten sich die Teilnehmer, messbar stabiler standen sie nicht; zwei Testsitzungen.

Quelle: Veltzke und Kollegen 2026 · 49 Frauen und Männer2
120 statt 99
Druck im Bauch in Millimeter
Quecksilbersäule, mit und ohne Gürtel

Der Gürtel gibt dem Bauch Widerstand: mehr Druck im Rumpf bei schweren Sätzen.

Haken

Nur sechs Männer; mehr Druck heißt nicht automatisch weniger Verletzungen.

Quelle: McGill und Kollegen 1990 · 6 Männer5
63 statt 49 s
am Klettergriff gehangen –
mit und ohne Kreide

Länger halten, obwohl die Reibung gleich blieb: Kreide kann helfen – die Studien sind sich aber nicht einig.

Haken

Kletterer an einem Klettergriff, nicht an der Hantel; andere Studien widersprechen sich.

Quelle: Kilgas und Kollegen 2016 · 19 Kletterer8
kein Unterschied
beim Kraftzuwachs mit Bändern
und mit Geräten, acht Studien

Für mehr Kraft reichen Bänder: zumindest über einige Wochen so gut wie Geräte.

Haken

Studien nur über vier bis zwölf Wochen, Teilnehmer zwischen 15 und 88 Jahren, teils mit Erkrankungen; gemessen wurde Kraft, nicht Muskelmasse.

Quelle: Lopes und Kollegen 2019 · 224 Teilnehmer3

Jede Zahl ist an der Studie selbst geprüft, Stand 29.10.2026 – meist an ihrer Kurzfassung in PubMed, der großen Datenbank für medizinische Studien, bei zwei Arbeiten auch an der vollständigen Fassung. Die vollständigen Angaben, mit Teilnehmern, Geldgebern und Interessenkonflikten, folgen im Kapitel „Belegt“.

Der eine Satz, wenn Du Dir nur einen merkst Ein Hilfsmittel verlagert eine Belastung, es nimmt sie nicht weg – nimm es für die schweren Sätze, und lass es bei den leichten weg.
Welche Modelle ich selbst nutze Welche Zughilfen, Gürtel, Bandagen und Bänder ich selbst verwende, steht auf meiner Seite mit Produktempfehlungen. Hinweis: Dort stehen Amazon-Partnerlinks. Kaufst Du darüber, erhalte ich eine kleine Provision – Dein Preis bleibt gleich.
09Belegt

Worauf sich diese Seite stützt

Zu jeder hochgestellten Zahl im Text: Studie, Teilnehmer, Ergebnis, Einschränkung, Geldgeber und Interessenkonflikte. DOI, PMID und PMC sind Kennnummern, unter denen Du jede Studie im Netz findest. Geprüft habe ich alle über PubMed. Wo sich etwas nicht prüfen ließ, steht das dabei.

22 Quellen · hier aufklappenzuklappenGeldgeber und Interessenkonflikte
So liest Du die Angaben zu den Geldgebern PubMed, die Studiendatenbank der US-Nationalbibliothek für Medizin, ordnet Studien nach ihren Geldgebern ein: Stellen der US-Regierung – und „außerhalb der US-Regierung“ für alles andere. „Außerhalb der US-Regierung“ heißt also: Das Geld kam von Hochschulen, Stiftungen, anderen Staaten oder Firmen – wer genau, steht nur in der vollständigen Arbeit. Steht bei einer Studie kein Geldgeber, „nicht geprüft“ oder „nicht prüfbar“, habe ich die Finanzierung nicht selbst gelesen.
1Jukic I, García-Ramos A, Malecek J, Omcirk D, Tufano JJ (2020). The Use of Lifting Straps Alters the Entire Load-Velocity Profile During the Deadlift Exercise. Journal of Strength and Conditioning Research 34(12):3331–3337. DOI 10.1519/JSC.0000000000003850 · PMID 33044371 20 Männer (im Mittel 24 Jahre), Kreuzheben mit und ohne Zughilfen in zwei Sitzungen, Reihenfolge ausgelost. Maximum mit Zughilfen 177,0 kg, ohne 160,6 kg. Einschränkung: nur junge Männer, Trainingsstand in der Kurzfassung nicht angegeben, zwei Testsitzungen, kein Training über Wochen. Geprüft an der Kurzfassung; Geldgeber und Interessenkonflikte nicht geprüft.
2Veltzke F, Qiu F, Bey ME, Legerlotz K (2026). A Weight lifting Belt Increases Squat Performance and Subjectively Perceived But Not Objectively Measured Postural Stability. Journal of Strength and Conditioning Research 40(8):944–952. DOI 10.1519/JSC.0000000000005426 · PMID 41860443 29 Männer und 20 Frauen, jeweils mit und ohne Erfahrung mit dem Gürtel; Humboldt-Universität zu Berlin. Zwei Sätze Kniebeugen bis zur Erschöpfung mit dem Gewicht, das ohne Gürtel sechsmal ging, mit und ohne Gürtel in zwei Sitzungen. Wiederholungen mit Gürtel 8,1, ohne 6,5, unabhängig von Geschlecht und Erfahrung; die Teilnehmer fühlten sich mit Gürtel stabiler, auf der Kraftmessplatte schwankten sie nicht weniger. Schluss der Autoren: Die bessere Leistung lässt sich nicht mit mehr Stabilität erklären. Einschränkung: zwei Testsitzungen, kein Training über Wochen; Gesundheitszustand der Teilnehmer nicht geprüft. Geprüft an der Kurzfassung; Geldgeber und Interessenkonflikte nicht geprüft.
3Lopes JSS, Machado AF, Micheletti JK, de Almeida AC, Cavina AP, Pastre CM (2019). Effects of training with elastic resistance versus conventional resistance on muscular strength: A systematic review and meta-analysis. SAGE Open Medicine 7:2050312119831116. DOI 10.1177/2050312119831116 · PMID 30815258 · PMC6383082 Auswertung von 8 ausgelosten Studien mit zusammen 224 Teilnehmern zwischen 15 und 88 Jahren, von Fußballern bis zu Menschen mit Herzerkrankung oder chronischer Lungenerkrankung. Training mit Gummischläuchen oder Therabändern gegen Training an Geräten und mit Hanteln, über 4 bis 12 Wochen. Beim Kraftzuwachs von Armen und Beinen fand sich kein Unterschied. Einschränkung: wenige Studien, mittlere Qualität, kurze Dauer, verschiedene Messmethoden; gemessen wurde Kraft, nicht Muskelmasse; kurze Stoffbänder waren nicht dabei. Volltext gelesen; Angaben zu Geldgebern und Interessenkonflikten habe ich im Volltext nicht gefunden.
4Finnie SB, Wheeldon TJ, Hensrud DD, Dahm DL, Smith J (2003). Weight lifting belt use patterns among a population of health club members. Journal of Strength and Conditioning Research 17(3):498–502. DOI 10.1519/1533-4287(2003)017<0498:WLBUPA>2.0.CO;2 · PMID 12930176 Befragung von 352 Trainierenden eines Fitnesszentrums (20 bis 72 Jahre). 27 % nutzten einen Gürtel, davon 90 %, um Verletzungen vorzubeugen, 22 %, um mehr zu leisten. Viele trugen ihn bei leichten Gewichten oder bei Übungen, die den Rumpf kaum belasten. Einschränkung: eine Befragung in einem US-Zentrum, Selbstauskunft. Geprüft an der Kurzfassung; Geldgeber und Interessenkonflikte nicht geprüft.
5McGill SM, Norman RW, Sharratt MT (1990). The effect of an abdominal belt on trunk muscle activity and intra-abdominal pressure during squat lifts. Ergonomics 33(2):147–160. DOI 10.1080/00140139008927106 · PMID 2141312 6 Männer hoben 72,7 bis 90,9 kg aus der Hocke, mit und ohne Gewichthebergürtel, mit angehaltener Luft oder beim Ausatmen. Druck im Bauch ohne Gürtel 99, mit Gürtel 120 Millimeter Quecksilbersäule; auch das Luftanhalten allein erhöhte den Druck. Die Arbeit der Rückenstrecker sank mit Gürtel nicht zusätzlich. Die Studie fragte eigentlich, ob Arbeiter beim Heben Stützgurte tragen sollten; Schluss der Autoren: Diese Werte allein rechtfertigen das nicht. Einschränkung: sehr kleine Gruppe, kurze Hebeaufgaben. Geprüft an der Kurzfassung. Geldgeber laut PubMed außerhalb der US-Regierung, Einzelheiten und Interessenkonflikte nicht geprüft.
6Kingma I, Faber GS, Suwarganda EK, Bruijnen TB, Peters RJ, van Dieën JH (2006). Effect of a stiff lifting belt on spine compression during lifting. Spine 31(22):E833–E839. DOI 10.1097/01.brs.0000240670.50834.77 · PMID 17047531 9 erfahrene Gewichtheber hoben Langhanteln bis 75 % ihres Körpergewichts: mit Gürtel und Einatmen, ohne Gürtel und Einatmen, mit Gürtel und Ausatmen. Der Gürtel senkte die Druckkraft auf die Wirbelsäule um etwa 10 %, aber nur beim Einatmen vor dem Heben. Deutung der Autoren: Die Entlastung kommt vom Gürtel selbst, weniger vom Druck im Bauch. Einschränkung: kleine Gruppe, leichte Lasten, berechnet über ein Rechenmodell. Geprüft an der Kurzfassung; Geldgeber und Interessenkonflikte nicht geprüft.
7van Duijvenbode ICD, Jellema P, van Poppel MNM, van Tulder MW (2008). Lumbar supports for prevention and treatment of low back pain. Cochrane Database of Systematic Reviews 2008(2):CD001823. DOI 10.1002/14651858.CD001823.pub3 · PMID 18425875 · PMC7046130 Cochrane-Übersicht – Cochrane ist ein unabhängiges Netzwerk, das Studien systematisch auswertet – über Rückenstützen, Bandagen und Korsetts. Sieben Präventionsstudien mit 14.437 Menschen: mittelstarke Beweislage, dass Rückenstützen Rückenschmerzen nicht besser vorbeugen als nichts oder eine Schulung; ob sie andere Maßnahmen sinnvoll ergänzen, ist widersprüchlich. Einschränkung: Studienqualität eher niedrig; untersucht wurden Rückenstützen allgemein, nicht der Gewichthebergürtel beim Krafttraining; Suche bis Dezember 2006. Geprüft an der Kurzfassung und der laienverständlichen Zusammenfassung; Geldgeber und Interessenkonflikte nicht geprüft.
8Kilgas MA, Drum SN, Jensen RL, Phillips KC, Watts PB (2016). The Effect of Magnesium Carbonate (Chalk) on Geometric Entropy, Force, and Electromyography During Rock Climbing. Journal of Applied Biomechanics 32(6):553–557. DOI 10.1123/jab.2016-0009 · PMID 27619723 19 erfahrene Freizeitkletterer (13 Männer, 6 Frauen), je ein Kletterdurchgang mit und ohne Kreide, danach Hängen an einem Klettergriff bis zum Abrutschen. Mit Kreide 62,9 statt 49,3 Sekunden; Reibung, Körperhaltung und Muskelaktivität unterschieden sich nicht. Einschränkung: Kletterer am Klettergriff, nicht an der Hantel; große Streuung der Hängezeiten. Geprüft an der Kurzfassung; Geldgeber und Interessenkonflikte nicht geprüft.
9Li FX, Margetts S, Fowler I (2001). Use of ‚chalk‘ in rock climbing: sine qua non or myth? Journal of Sports Sciences 19(6):427–432. DOI 10.1080/026404101300149375 · PMID 11411778 15 Teilnehmer drückten mit den Fingerspitzen auf Steinplatten aus Sandstein, Granit und Schiefer, während die Platte weggezogen wurde. Mit Kreide sank die Reibung. Deutung der Autoren: Die Kreide trocknet die Haut, sodass sie weniger nachgibt, und Pulverreste bilden eine rutschige Schicht. Einschränkung: Laborversuch mit Fingerspitzen, kein Klettern und kein Heben; Trainingsstand der Teilnehmer nicht geprüft. Geprüft an der Kurzfassung; Geldgeber und Interessenkonflikte nicht geprüft.
10Harris DR (Dillon), Harris DR (Dakota), Cardaci TD, Cintineo HP, Funderburk LK, Machek SB (2024). Wrist Wraps Do Not Affect Barbell Bench Press Muscular Strength, Power, or Endurance in Resistance-Trained Men and Women. Journal of Strength and Conditioning Research 38(12):e708–e715. DOI 10.1519/JSC.0000000000004930 · PMID 39808814 Trainierte Frauen und Männer, Bankdrücken mit und ohne Handgelenkbandagen. Laut Titel der Arbeit kein Einfluss auf Kraft, Schnellkraft und Ausdauer. Einschränkung: Zu dieser Studie steht in PubMed keine Kurzfassung; Teilnehmerzahl, Methode und Einzelwerte habe ich nicht geprüft. Die Seite stützt sich nur auf die Aussage ihres Titels. Geldgeber und Interessenkonflikte nicht geprüft.
11American College of Sports Medicine (2009). American College of Sports Medicine position stand. Progression models in resistance training for healthy adults. Medicine & Science in Sports & Exercise 41(3):687–708. DOI 10.1249/MSS.0b013e3181915670 · PMID 19204579 Positionspapier der US-Fachgesellschaft für Sportmedizin zum Krafttraining gesunder Erwachsener. Empfehlung: Die Last um 2 bis 10 % erhöhen, sobald die aktuelle Last ein bis zwei Wiederholungen über dem Ziel gelingt. Einschränkung: Empfehlung einer Fachgesellschaft, keine Einzelstudie. 2026 durch eine neue Fassung aktualisiert (Beleg 12); die enthält keine feste Prozentregel mehr und stellt individuell passende Programme vor feste Vorgaben. Geprüft an der Kurzfassung; Interessenkonflikte nicht geprüft.
12Currier BS, D’Souza AC, Singh MAF et al. (2026). American College of Sports Medicine Position Stand. Resistance Training Prescription for Muscle Function, Hypertrophy, and Physical Performance in Healthy Adults: An Overview of Reviews. Medicine & Science in Sports & Exercise 58(4):851–872. DOI 10.1249/MSS.0000000000003897 · PMID 41843416 · PMC12965823 Überblick über 137 Übersichtsarbeiten mit über 30.000 gesunden Erwachsenen. Schluss: Krafttraining verbessert Kraft, Muskelmasse und Leistung gegenüber keinem Training; mehr Reiz braucht vor allem, wer auf Dauer weiter Fortschritte machen will. Kraft profitiert unter anderem von schweren Lasten ab 80 % des Maximums und vom vollen Bewegungsweg. Die Art der Geräte veränderte die Ergebnisse nicht durchgängig. Volltext zu Geldgebern und Interessenkonflikten gelesen. Kein eigener Geldgeber für die Arbeit; ein Autor saß früher im wissenschaftlichen Beirat eines Herstellers von Fitnessgeräten – ein möglicher Interessenkonflikt, weil es auch um Geräte geht. Die übrigen Autoren erklären keine relevanten Konflikte.
13Trahey KM, Lapp EM, Talipan TN, Guydan TJ, Krupka AJ, Ellis CE (2023). The Effect of Lifting Straps on Deadlift Performance in Females. Journal of Strength and Conditioning Research 37(10):1924–1928. DOI 10.1519/JSC.0000000000004494 · PMID 37729509 10 Frauen (im Mittel 20 Jahre, gut 3 Jahre Krafttraining), drei Sätze Kreuzheben mit 80 % ihres Maximums, so viele Wiederholungen wie möglich, mit und ohne Zughilfen. Mit Zughilfen mehr Wiederholungen und weniger Verlust an Griffkraft, ohne Unterschied in der Geschwindigkeit der Stange. Einschränkung: sehr kleine Gruppe. Geprüft an der Kurzfassung; Geldgeber und Interessenkonflikte nicht geprüft.
14Valério DF, Berton R, Barbieri JF, Calzavara J, De Moraes AC, Barroso R (2019). The effects of lifting straps in maximum strength, number of repetitions and muscle activation during lat pull-down. Sports Biomechanics 20(7):858–865 (online 2019, gedruckt 2021). DOI 10.1080/14763141.2019.1610490 · PMID 31198105 12 Männer mit im Mittel rund sechseinhalb Jahren Krafttraining, Latzug mit und ohne Zughilfen, ausgeloste Reihenfolge. Maximum 96,5 kg mit, 96,6 kg ohne; kein Unterschied bei den Wiederholungen mit 70 % des Maximums und bei der Aktivität des breiten Rückenmuskels. Einschränkung: kleine Gruppe, eine Übung. Geprüft an der Kurzfassung; Geldgeber und Interessenkonflikte nicht geprüft.
15Huang Y, García-Ramos A, Chen Z, Li Z, Yu J, Geng Y, Li D, Jia B, Lam WK (2026). The Effect of Weightlifting Belt on the Relative Load-Velocity Relationship and One-Repetition Maximum Prediction Accuracy in the Free-Weight Back Squat. Journal of Strength and Conditioning Research, online vor dem Druck. DOI 10.1519/JSC.0000000000005523 · PMID 42112965 25 Kraftsportler (14 Männer, 11 Frauen), Kniebeuge mit freier Hantel mit und ohne Gürtel, je zwei Sitzungen. Maximum mit Gürtel 119,2 kg, ohne 114,0 kg. Einschränkung: Hauptthema der Studie ist die Vorhersage des Maximums aus der Geschwindigkeit, nicht der Gürtel selbst. Geprüft an der Kurzfassung; Geldgeber und Interessenkonflikte nicht geprüft.
16Martins R, Rosa M, Padovan R, Sá M, Antunes JP, Afonso J, García-Ramos A (2026). Are Lifting Straps a Game Changer for Resistance Training or an Overrated Tool? An Exploratory Review of Current Evidence and Future Research Directions. International Journal of Sports Physiology and Performance 21(3):342–349. DOI 10.1123/ijspp.2025-0296 · PMID 41569827 Erzählende Übersichtsarbeit zu Zughilfen. Ergebnis: Sie können die Maximalkraft und das Gefühl im Griff verbessern; bei Zugübungen für den Rücken sind die Ergebnisse uneinheitlich; mehr Muskelaktivität zeigte sich nicht; Langzeitwirkungen sind bisher nur vermutet, nicht untersucht. Einschränkung: keine systematische Auswertung mit Zahlen; ein Autor hat auch an den Studien in Beleg 1, 15 und 19 mitgewirkt. Geprüft an der Kurzfassung; Geldgeber und Interessenkonflikte nicht geprüft.
17Lynch DJ, Drusch AS, Hooper TL, James CR, Brooks TJ, Wilford KF, Seeber GH, Sizer PS (2025). Changes in muscle activation in response to abdominal bracing and stabilization belt use during a loaded squat. Journal of Sports Sciences 43(20):2434–2446. DOI 10.1080/02640414.2025.2535048 · PMID 40698971 28 gesunde Männer (im Mittel 22 Jahre), je drei Kniebeugen mit 75 % des geschätzten Maximums: ohne alles, mit bewusstem Anspannen des Bauchs, mit Gürtel, mit beidem. Gemessen wurde die Muskelaktivität an sechs Muskeln. Bewusstes Anspannen steigerte die Arbeit der Bauchmuskeln, mit und ohne Gürtel; der Gürtel allein veränderte die Muskelaktivität nicht. Einschränkung: nur Männer, nur drei Wiederholungen, keine Langzeitwirkung; die Bauart des Gürtels nennt die Kurzfassung nicht. Der Erstautor ist zusätzlich bei einem Medizintechnikunternehmen angegeben – ob das ein Interessenkonflikt ist, habe ich nicht geprüft. Geprüft an der Kurzfassung; Geldgeber nicht geprüft.
18MacDougall JD, Tuxen D, Sale DG, Moroz JR, Sutton JR (1985). Arterial blood pressure response to heavy resistance exercise. Journal of Applied Physiology 58(3):785–790. DOI 10.1152/jappl.1985.58.3.785 · PMID 3980383 5 erfahrene Bodybuilder, Blutdruck direkt in der Armarterie gemessen, Übungen bis zum Muskelversagen mit 80 bis 100 % des Maximums. An der Beinpresse mit beiden Beinen im Mittel 320 zu 250, bei einem Teilnehmer über 480 zu 350. Ein Teil des Anstiegs kam vom Pressen mit angehaltener Luft. Einschränkung: nur fünf gesunde Männer; kein Vergleich mit und ohne Gürtel. Geprüft an der Kurzfassung. Geldgeber laut PubMed außerhalb der US-Regierung, Einzelheiten und Interessenkonflikte nicht geprüft.
19Jukic I, García-Ramos A, Baláš J, Malecek J, Omcirk D, Tufano JJ (2020). Ergogenic effects of lifting straps on movement velocity, grip strength, perceived exertion and grip security during the deadlift exercise. Physiology & Behavior 229:113283. DOI 10.1016/j.physbeh.2020.113283 · PMID 33306977 16 Männer, je vier Sätze à vier Wiederholungen Kreuzheben mit 80 % des Maximums, mit und ohne Zughilfen. Mit Zughilfen ließ die Griffkraft weniger nach, die Teilnehmer empfanden den Griff sicherer und die Anstrengung geringer. Einschränkung: kleine Gruppe, junge Männer; dieselbe Arbeitsgruppe wie Beleg 1. Geprüft an der Kurzfassung; Geldgeber und Interessenkonflikte nicht geprüft.
20McAuley JL, Deerain JM, Hammersla W, Aktepe TE, Purcell DFJ, Mackenzie JM (2021). Liquid Chalk Is an Antiseptic against SARS-CoV-2 and Influenza A Respiratory Viruses. mSphere 6(3):e00313-21. DOI 10.1128/mSphere.00313-21 · PMID 34133201 · PMC8265647 Laborstudie zu Flüssigkreide. Auf dieser Seite nur für die Beschreibung genutzt: Flüssigkreide besteht aus Magnesiumcarbonat und Alkohol, der auf der Hand schnell verdunstet und eine trockene Kreideschicht hinterlässt. Einschränkung: Die Wirkung gegen Viren ist nicht Thema dieser Seite. Ein Autor ist bei einem Betreiber von Kletterhallen angegeben – ein möglicher Interessenkonflikt für die Hauptaussage der Studie, nicht für die Beschreibung. Geprüft an der Kurzfassung; Geldgeber nicht geprüft.
21Rafacz W, McGill SM (1996). Wearing an abdominal belt increases diastolic blood pressure. Journal of Occupational and Environmental Medicine 38(9):925–927. DOI 10.1097/00043764-199609000-00016 · PMID 8877843 20 gesunde Männer mit und ohne elastischen Bauchgurt mit Hosenträgern, bei Sitzen, Vorbeugen, Drehen und Heben aus der Hocke. Der untere Blutdruckwert stieg mit Gurt in allen Haltungen, der obere und der Puls nicht. Einschränkung: elastischer Arbeitsgurt, kein steifer Gewichthebergürtel; leichte Aufgaben. Geprüft an der Kurzfassung. Geldgeber laut PubMed außerhalb der US-Regierung, Einzelheiten und Interessenkonflikte nicht geprüft.
22Amca AM, Vigouroux L, Aritan S, Berton E (2012). The effect of chalk on the finger-hold friction coefficient in rock climbing. Sports Biomechanics 11(4):473–479. DOI 10.1080/14763141.2012.724700 · PMID 23259237 11 erfahrene Kletterer, 42 Testdurchgänge an Griffen aus Kalk- und Sandstein auf einem neigbaren Brett. Mit Kreide stieg die Reibung um 18,7 % (Kalkstein) und 21,6 % (Sandstein). Einschränkung: Kletterer an Felsgriffen, nicht an der Hantel; kleine Gruppe. Geprüft an der Kurzfassung; Geldgeber und Interessenkonflikte nicht geprüft.
Was auf dieser Seite fehlt – und warum Zu Fußschlaufen am Kabelzug habe ich keine Studie gefunden, deshalb steht dort nur meine Erfahrung. Ob Gürtel, Zughilfen oder Bandagen im Kraftraum Verletzungen verhindern, hat keine Studie untersucht, die ich gefunden habe. Und die Studien zur Kreide liefen mit Kletterern oder an Steinplatten, nicht an der Hantel. Volltexte habe ich für zwei Arbeiten gelesen, alle anderen an der Kurzfassung geprüft; deshalb steht bei Geldgebern und Interessenkonflikten mehrfach „nicht geprüft“. Lieber eine ehrliche Lücke als eine Angabe, für die niemand geradesteht.
Zum Schluss, in eigener Sache Ich bin Personal Trainer, kein Arzt. Ich behandle nichts – ich trainiere um Beschwerden herum und Schritt für Schritt in mehr Belastbarkeit hinein. Wo ärztliche Freigabe nötig ist, fange ich ohne sie nicht an. Diese Seite erklärt, was Studien zeigen, und ersetzt keine ärztliche Beratung.