Trainingsformen im Vergleich: Body Pump, Pilates auf der Matte oder am Reformer, einem Gerät mit verstellbaren Federn, dazu Yoga, Bauch-Beine-Po, Zumba, Spinning und Laufband – sie alle haben ihren Wert, für Herz, Ausdauer und Beweglichkeit. Den stärksten Reiz für mehr Muskel setzt aber progressives Krafttraining, also eines, bei dem die Gewichte mitwachsen: In einer Auswertung vieler Studien wuchs der Oberschenkelmuskel mit Krafttraining stärker als mit Ausdauertraining.1 Und Muskel ist der Teil Deines Körpers, den Du mit Training aufbauen kannst – beim Fett entscheidet das Essen mit.
Und Body Pump, der Kurs mit der Langhantel? Unter den Kursen auf dieser Seite kommt er dem Krafttraining am nächsten und bekommt deshalb hier den meisten Platz. Les Mills, der Anbieter, nennt bis zu 540 Kilokalorien je Einheit. In einer Studie verbrauchte eine Einheit von knapp einer Stunde 302 Kilokalorien – kaum mehr als eine Einheit schweres Krafttraining mit 289, ein Unterschied, der Zufall sein kann. Die Gewichte lagen dabei bei 14 bis 18 Prozent dessen, was die Teilnehmerinnen einmal maximal schafften, im Krafttraining bei 77 bis 80 Prozent.2 Mit 20 Prozent wuchs der Muskel in einer anderen Studie weniger als halb so stark wie mit 80 – obwohl jeder Satz mit dem leichten Gewicht bis zum Muskelversagen ging, also bis keine saubere Wiederholung mehr möglich war.3
Auf einen Blick · Einordnung von Stefan Trost, Personal Trainer
Acht Fragen, kurz beantwortet
Wenn Du nur zwei Minuten hast, reicht dieser Kasten. Alles Weitere steht darunter.
Die Studien auf dieser Seite haben vor allem Menschen untersucht, die neu mit dem Training anfangen oder wenig Erfahrung haben. Finde Dich in einer der Karten wieder.
Kurse trainieren Herz und Ausdauer. Für mehr Muskel braucht es aber Widerstand, der mitwächst – das leisten Gewichte am verlässlichsten.1 Kapitel 03 zeigt, welche Form dem Muskel wie viel abverlangt.
Mit Ausdauertraining sank das Körperfett in einer Studie stärker als mit Krafttraining.10 In einer anderen veränderte in zwölf Wochen keine Trainingsform die Körperzusammensetzung übergewichtiger Einsteigerinnen.4 Warum verbrannt nicht gleich abgenommen ist, steht in Kapitel 04.
Frauen legten in einer Auswertung vieler Studien prozentual genauso viel Muskel zu wie Männer.11 Die Studien zu Body Pump auf dieser Seite liefen überwiegend mit Frauen – von jungen Frauen um 21 bis zu Frauen nach den Wechseljahren.
In einer Auswertung legten selbst Menschen ab 75 mit Krafttraining an Muskel und Kraft zu.14 Die Kalorienwerte in Kapitel 04 stammen aus einem Nachschlagewerk für 19- bis 59-Jährige; für Ältere gibt es ein eigenes, mehr dazu in Kapitel 06.15
Mit leichten wie mit schweren Gewichten wuchs der Muskel in Auswertungen vieler Studien ähnlich – solange jeder Satz bis zum Muskelversagen ging, also bis keine saubere Wiederholung mehr möglich war.16, 17 „Leicht“ heißt dort: bis etwa 60 Prozent der Maximallast – des Gewichts, das Du genau einmal schaffst – oder mehr als 15 Wiederholungen. Noch leichter ist zu leicht: Mit 20 Prozent war es in einer Studie weniger als halb so viel wie mit 80, obwohl auch dort jeder Satz bis zum Versagen ging.3
Bei Erkrankungen von Herz, Kreislauf, Gelenken oder Stoffwechsel klärst Du vorher mit Deinem Arzt, wie hart Du trainieren darfst.
Wenn Du nur ein Kapitel liest, dann dieses. Nicht die Zahl der Stunden entscheidet, sondern was der Muskel darin leisten muss.
Muskel wächst, wenn er gegen einen Widerstand arbeitet, der ihn an seine Grenze bringt – und wenn dieser Widerstand mitwächst, sobald er stärker wird. Fachleute nennen das progressive Überlastung. Danach ordnet diese Rangliste die Trainingsformen, von oben nach unten: vom stärksten zum schwächsten Reiz.
Belegt ist die Spitze: Krafttraining baut mehr Muskel auf als Ausdauertraining.1, 10 Für die Plätze darunter fehlen direkte Vergleiche mit Krafttraining. Die Reihenfolge der Stufen 2 bis 5 ist deshalb meine Einschätzung, keine Studienregel.
Freie Hanteln, Maschinen, Kabelzug – entscheidend ist nicht das Gerät, sondern die Last. Muskeln haben schnelle Fasern für kurze, kraftvolle Anstrengungen und langsame für Ausdauer. In einer Auswertung vieler Studien wuchs der Oberschenkelmuskel mit Krafttraining stärker als mit Ausdauertraining, an den schnellen Fasern am deutlichsten.1
Auch leichtere Gewichte bis etwa 60 Prozent der Maximallast wirken, wenn jeder Satz bis zum Muskelversagen geht: In Auswertungen vieler Studien wuchs der Muskel dann ähnlich wie mit schweren, die Kraft stieg mit schweren stärker.16, 17 Mit Anleitung legten Einsteigerinnen in einer Studie in der Kniebeuge mehr Kraft zu als allein, beim Bankdrücken nicht.4
Body Pump ist ein festes Kursprogramm der Firma Les Mills: rund 800 Wiederholungen in knapp einer Stunde, im Takt der Musik, mit leichter Langhantel. In der untersuchten Kursausgabe waren es neun Musikstücke von 4 bis 7 Minuten, jedes für bestimmte Muskelgruppen, dazwischen rund eine Minute Pause.2 In zwei Studien lagen die Gewichte bei 14 bis 32 Prozent der Maximallast.2, 21 Mehr Kraft brachte das in drei Arbeiten – zwei davon stammen wohl aus derselben Studie –, in einer vierten nicht mehr als gar kein Training.4, 5, 6, 7 Mehr fettfreie Masse fand sich in den beiden Studien, die sie maßen, nicht.4, 7
Hier arbeitet der Muskel gegen Federn oder das eigene Körpergewicht, oft lange und langsam. In einer Auswertung von Pilates-Studien mit Übergewichtigen kam in den drei Studien, die die fettfreie Masse maßen, keine messbar dazu; der Körperfettanteil sank gegenüber Nichtstun, bei sehr unsicherer Beweislage.9 Eine zweite Auswertung fand für Pilates auf der Matte weder bei der fettfreien Masse noch beim Körperfett einen Vorteil gegenüber den Vergleichsbedingungen.23
Bei Frauen nach den Wechseljahren mit niedriger Knochendichte legten die mit schwerem Krafttraining in einer Studie mehr Bein- und Rückenkraft zu als die mit einem leichten Programm auf Pilates-Basis, das als Vergleich diente.24 Eine Autorin der Studie leitet eine Einrichtung, die dieses Krafttraining anbietet. Der Reformer steht in dieser Stufe vorn, weil sich seine Federn schwerer stellen lassen, Yoga und Matten-Pilates hinten. Das ist meine Einschätzung – für Reformer, Bauch-Beine-Po und Yoga habe ich keinen direkten Vergleich mit Krafttraining gefunden.
Der Muskel arbeitet Tausende Male gegen einen kleinen Widerstand. Das trainiert Herz und Ausdauer: Zumba verbesserte in einer Auswertung die Ausdauer, allerdings auf Grundlage von nur drei Studien; das Körperfett sank nicht gesichert.25 Für den Muskel bleibt wenig: Krafttraining baute in der Auswertung vieler Studien mehr auf.1
Gut für Herz und Kreislauf: Die Weltgesundheitsorganisation empfiehlt Erwachsenen 150 bis 300 Minuten Ausdauer mit mittlerer Anstrengung pro Woche.18 Für den Muskel ist der Reiz klein. Beim Verbrauch liegt lockeres Radfahren auf dem Ergometer aber etwa mit Body Pump gleichauf – mehr dazu im nächsten Kapitel.8
Beim Kalorienverbrauch sieht die Reihenfolge anders aus. Hier zählt, wie sehr Dich eine Form außer Atem bringt – also wie viel Sauerstoff Dein Körper pro Minute braucht.
Forscher geben den Verbrauch in MET an, als Vielfaches des Ruhewerts: 1 MET ist das, was Du im ruhigen Sitzen verbrauchst, rund 1 Kilokalorie je Kilo Körpergewicht und Stunde – gemessen als 3,5 Milliliter Sauerstoff je Kilo und Minute. Gesammelt sind diese Werte im Kompendium körperlicher Aktivitäten, einem Nachschlagewerk mit Durchschnittswerten aus Messstudien, für Erwachsene von 19 bis 59 Jahren.8 Gerechnet ist auf dieser Seite mit 45 Minuten für jede Form, damit sich die Formen bei gleicher Zeit vergleichen lassen. 45 Minuten sind 0,75 Stunden – für eine andere Dauer tauschst Du diese Zahl in der Rechnung unten aus.
| Trainingsform und Eintrag im Kompendium | MET |
|---|---|
| Intervalltraining, kräftigKompendium 02214 | 11,0 |
| Laufen, 9,7 bis 10,1 km/hKompendium 12050 | 9,3 |
| Spinning-KursKompendium 01270 | 9,0 |
| Crosstrainer, kräftigKompendium 02049 | 9,0 |
| Zumba-KursKompendium 02310 | 6,5 |
| Krafttraining, kräftigKompendium 02050: etwa Bodybuilding oder Kraftdreikampf aus Kniebeuge, Bankdrücken und Kreuzheben | 6,0 |
| Kniebeugen, KreuzhebenKompendium 02052 | 5,0 |
| Crosstrainer, moderatKompendium 02048 | 5,0 |
| Rudergerät, unter 100 WattKompendium 02071 | 5,0 |
| Gehen auf dem Laufband, 5,6 bis 6,3 km/hKompendium 17358 | 4,8 |
| Fahrradergometer, 50 WattKompendium 01214 | 4,0 |
| Bauch-Beine-PoKompendium 02022: Kräftigung mit dem eigenen Körpergewicht, moderat – meine Zuordnung; als „allgemein“ (02056) stehen 3,0 | 3,8 |
| Krafttraining, mehrere Übungen, 8 bis 15 WiederholungenKompendium 02054 | 3,5 |
| Body Pumpkein Eintrag im Kompendium – von mir gerechnet, je nach Studie 3,3 bis 4,3, siehe unten | 3,5 |
| Liegerad, lockerKompendium 01210: Fahrradergometer, 25 bis 30 Watt – meine Zuordnung | 3,5 |
| Gehen auf dem Laufband, 4,0 bis 4,7 km/hKompendium 17352 | 3,5 |
| Pilates, allgemeinKompendium 02105 | 2,8 |
| Yoga, VinyasaKompendium 02185 | 2,7 |
| Yoga, HathaKompendium 02150 | 2,3 |
| Pilates auf der Matte, traditionellKompendium 02103 | 1,8 |
gemessen Durchschnittswerte aus dem Kompendium, geprüft im Oktober 2026.8 „Gemessen“ heißt auf dieser Seite: Der Wert steht so in der Quelle; „gerechnet“: Ich habe ihn aus Werten der Quelle ausgerechnet, der Rechenweg steht dabei. Wo „meine Zuordnung“ steht, stammt der Wert aus dem Kompendium, die Wahl des Eintrags aber von mir. Für Body Pump, Reformer-Pilates und das Liegerad hat das Kompendium keinen eigenen Eintrag; den Reformer lasse ich weg, statt einen Wert zu raten.
gerechnet Body Pump ist die Ausnahme in der Tabelle: Die 3,5 habe ich aus dem gemessenen Sauerstoffverbrauch einer Studie gerechnet, 12,3 Milliliter je Kilo und Minute ÷ 3,5; ein Messgerät am Oberarm kam in einer zweiten Studie auf denselben Wert.2, 22 Aus den Kalorienangaben der ersten Studie ergeben sich 3,3 bis 4,0 MET: 4,7 Kilokalorien je Minute × 60 ÷ 84,7 Kilo = 3,3 und 302 Kilokalorien ÷ 53 Minuten × 60 ÷ 84,7 Kilo = 4,0. Eine dritte Studie hat den Sauerstoffverbrauch nur vorhergesagt, nicht gemessen – daraus 4,3 MET, gerechnet als 14,9 ÷ 3,5.2, 21 Body Pump liegt also zwischen 3,3 und 4,3, in der unteren Hälfte der Tabelle.
gerechnet Von mir aus den Durchschnittswerten des Kompendiums gerechnet, für Body Pump mit 3,5 MET, auf ganze Kilokalorien gerundet. Die Rechnung setzt 1 MET mit 1 Kilokalorie je Kilo und Stunde an. Männer und Frauen mit gleichem Gewicht bekommen dieselbe Zahl, das Kompendium nennt für beide denselben Wert. Es sind Durchschnitte: Dein eigener Verbrauch kann darüber oder darunter liegen.
45 Minuten Spinning verbrauchen bei 80 Kilo rund 540 Kilokalorien – das klingt nach viel. In einer Übersichtsarbeit nahmen Menschen mit Ausdauertraining trotzdem meist weniger ab, als ihr Verbrauch beim Training erwarten ließ: vor allem, weil die vorgegebene Trainingsmenge klein war und viele nebenbei mehr aßen.26 Zwei der Autoren berieten Anbieter von Abnehmprogrammen – ein möglicher Interessenkonflikt, denn ein Befund, der das Essen vor das Training stellt, kommt solchen Anbietern entgegen.
Krafttraining allein senkte in einer Auswertung vieler Studien den Körperfettanteil um knapp 1,5 Prozentpunkte.27 Das ist ein Gewinn, aber kein Wunder. Und in zwölf Wochen veränderte in einer Studie keine Trainingsform die Körperzusammensetzung übergewichtiger Einsteigerinnen – auch Krafttraining mit Personal Trainer nicht.4
Body Pump und Krafttraining arbeiten beide mit Langhantel und Gewichtsscheiben – deshalb stehen sie hier bei gleicher Zeit gegeneinander. Naheliegend ist: Body Pump verbrennt mehr, weil es fast ohne Pause durchläuft, und Krafttraining baut mehr auf, weil es schwerer ist. Die erste Hälfte ist nicht belegt. Für die zweite spricht die Last je Wiederholung; mehr Muskel nachgewiesen hat die einzige Studie auf dieser Seite, die beides über Wochen verglich, aber nicht.
In einer Studie machten übergewichtige Einsteigerinnen nach drei bis vier Wochen Gewöhnung entweder eine Einheit Body Pump oder eine Einheit schweres Krafttraining: zwölf Übungen, zwei bis vier Sätze mit je acht Wiederholungen, 45 Sekunden Pause zwischen den Sätzen und 60 zwischen den Übungen. Gemessen wurde mit einer Atemmaske, die den Sauerstoffverbrauch erfasst.2
| Eine Einheit | Body Pump | Krafttraining |
|---|---|---|
| Dauer | 53,0 min | 57,7 min |
| Verbrauch insgesamt | 302 kcal | 289 kcal |
| Verbrauch pro Minute, laut Tabelle der Studie | 4,7 kcal | 4,0 kcal |
| Sauerstoff je Kilo und Minute | 12,3 ml | 12,0 ml |
| Puls, Anteil am geschätzten Höchstpuls | 76 % | 77 % |
| Wiederholungen | rund 800 | 248 |
| Pausen insgesamt, gerundet | 10 min | 28 min |
| Last in der Kniebeuge, Anteil an der Maximallast | 14 % | 77 % |
| Last beim Bankdrücken, Anteil an der Maximallast | 18 % | 80 % |
| Bewegte Gesamtlast, mit anteiligem Körpergewicht | 19.485 kg | 15.616 kg |
| Ruheumsatz – Verbrauch in Ruhe – zwei Stunden danach, gegenüber vorher | +22 % | +15 % |
gemessen Werte aus der Studie, keine eigenen Rechnungen.2 Zwei getrennte Gruppen, zehn und acht Frauen; jede hat nur eine der beiden Einheiten gemacht. Beim Verbrauch, beim Puls und beim Ruheumsatz danach waren die Unterschiede nicht gesichert – sie können Zufall sein. Gesichert unterschieden sich die Dauer, die Last je Wiederholung und die Gesamtlast.
Body Pump lag pro Minute etwas vorn, gesichert war das nicht; in so kleinen Gruppen kann sich ein kleiner echter Unterschied verstecken. Die Autoren vergleichen den Verbrauch beider Einheiten mit zügigem Gehen, an anderer Stelle mit gemütlichem Gehen. Les Mills, der Anbieter von Body Pump, nennt bis zu 540 Kilokalorien je Einheit; frühere Studien kamen laut den Autoren auf 250 bis 334.2 Zum Vergleich: Im Kompendium steht gemütliches Gehen auf dem Laufband mit 4 bis 4,7 km/h mit 3,5 MET – so viel wie Body Pump.8
gerechnet Von mir aus den Werten der Studie gerechnet. Die Werte der Studie passen untereinander nicht ganz zusammen: 302 Kilokalorien in 53 Minuten wären 5,7 je Minute, ihre Tabelle nennt 4,7; beim Krafttraining wären es 5,0 statt 4,0. Deshalb stehen hier alle drei Wege. Die Frauen wogen im Mittel 84,7 und 87,1 Kilo. Rechnet man die ganze Einheit aus Sauerstoff und Körpergewicht, kehrt sich die Reihenfolge sogar um: rund 276 Kilokalorien für Body Pump, rund 302 für das längere Krafttraining – zufällig dieselbe Zahl, die die Studie für Body Pump angibt.
Damit der Vergleich greifbar wird, ein schlichtes Beispiel: eine Einheit mit nur drei Grundübungen, die zusammen den ganzen Körper fordern – drücken, ziehen, Beine, etwa Bankdrücken, Rudern und Kniebeuge. Dafür gibt es keine eigene Messung. Das Kompendium führt Krafttraining mit mehreren Übungen und 8 bis 15 Wiederholungen mit 3,5 MET, Kniebeugen und Kreuzheben mit 5,0 und kräftiges Krafttraining mit 6,0.8 Bei 80 Kilo sind das in 45 Minuten 210 bis 360 Kilokalorien – Body Pump läge bei rund 210, je nach Studie 200 bis 260. Gerechnet wie im Kasten in Kapitel 04. Das gemessene schwere Krafttraining aus der Studie oben lag mit 12,0 ml Sauerstoff je Kilo und Minute, also 3,4 MET, am unteren Ende – bei rund 28 Minuten Pause in knapp einer Stunde, von mir gerechnet.
Body Pump bewegte in der Studie insgesamt mehr Gewicht, Hantel und – bei Übungen wie der Kniebeuge – ein Teil des eigenen Körpergewichts zusammengerechnet: knapp 19.500 gegen gut 15.600 Kilo.2 Für den Muskel zählt aber nicht die Summe, sondern dass die einzelne Wiederholung nicht zu leicht ist und der Satz nah ans Muskelversagen geht.19 Mit 14 bis 18 Prozent der Maximallast lag Body Pump unter den 20 Prozent, mit denen der Muskel in einer anderen Studie weniger als halb so stark wuchs wie mit 40 Prozent und mehr. Statistisch gesichert war dort der Abstand zu 80 Prozent.3 In einer weiteren Body-Pump-Studie lagen die Lasten mit 21 bis 32 Prozent darüber, aber unter den 40 Prozent.21 Mehr Muskel nachgewiesen hat allerdings auch die größere Studie nicht, an der die Frauen der Verbrauchsmessung teilnahmen und in der das Los über das Training entschied: Die Körperzusammensetzung veränderte sich in zwölf Wochen in keiner Gruppe, auch mit Krafttraining nicht.4
Body Pump ist darauf angelegt, die Muskeln in jedem Musikstück zu ermüden.2 Für etwas mehr Kraft kann das reichen – in drei Arbeiten stieg sie, in einer vierten nicht mehr als ohne Training.4, 5, 6, 7 Steigern lässt sich der Reiz im Kurs aber nur begrenzt: Der Anbieter sieht Gewichte unter 35 Prozent der Maximallast vor, und die Musik gibt Takt und Wiederholungen vor.2 Dass das für mehr Muskel auf Dauer zu wenig ist, ist meine Einschätzung.
Die Regeln für den Muskel sind für alle dieselben. Unterschiede gibt es vor allem beim Tempo, mit dem Muskel wächst und sich erholt – und sie sind kleiner, als viele denken. Die Altersgrenzen in diesem Kapitel stammen aus den jeweiligen Studien; jede hat ihre eigene gezogen.
In einer Auswertung vieler Studien mit 18- bis 45-Jährigen legten Frauen prozentual genauso viel Muskel zu wie Männer; in absoluten Zahlen lagen die Männer leicht vorn.11 Für Frauen gilt deshalb dasselbe Training.
Unterschiede im Ruheumsatz gibt es, etwa nach Geschlecht und Größe – das Kompendium rechnet sie aber nicht ein und nennt für Männer und Frauen dieselben Standardwerte.8 Die Rechnung in Kapitel 04 hängt deshalb nur am Körpergewicht. Wer schwerer ist, verbraucht bei derselben Form mehr.
Für Menschen ab 60 gibt es ein eigenes Kompendium. Es setzt den Ruhewert niedriger an: 2,7 statt 3,5 Milliliter Sauerstoff je Kilo und Minute.15 Die Werte in Kapitel 04 gelten für 19- bis 59-Jährige; wer älter ist, findet genauere Werte im Kompendium für Ältere – auf dieser Seite stehen sie nicht. Beide Kompendien stehen auf pacompendium.com. Für die Rechnung aus Kapitel 04 nimmst Du die Werte für Ältere mal 0,8, gerechnet aus 2,7 ÷ 3,5.
In einer Auswertung legten Menschen ab 75 mit Krafttraining an Muskelgröße und Kraft zu.14 Bei über 55-Jährigen stieg in einer Studie mit Body Pump die Kraft an der Beinpresse um 13 Prozent, in der Gruppe, die ohne das Training ihren gewohnten Alltag lebte, um 3.6
Dass sich Ältere langsamer erholen, ist plausibel. Wie aktiv die Teilnehmer waren, berücksichtigen Studien dazu aber selten, schreibt eine Übersichtsarbeit – Alter und nachlassende Bewegung lassen sich so kaum trennen.12 Die Muskelstammzellen – Fachleute sagen Satellitenzellen –, die bei der Reparatur helfen, vermehrten sich in einer Auswertung nach einer einzelnen Trainingseinheit auch bei über 50-Jährigen.13 Das zeigt, dass die Reparatur anläuft – wie lange die Erholung dauert, zeigt es nicht.
Mit einer Vorerkrankung kann Deine Erholung anders verlaufen als bei den Gesunden in diesen Studien. Den Rahmen setzt Dein Arzt.
Wie viele Ruhetage Du in Deinem Alter brauchst, hat keine der Studien auf dieser Seite gemessen. Ein Hinweis aus der Arbeit als Trainer: Erholt ist der Muskel, wenn Du im nächsten Training dieselben Gewichte wieder sauber schaffst. Das ist meine Einschätzung, keine Studienregel.
Rund um Kurse, Cardio und Gewichte kursieren viele Aussagen – Du hörst sie im Studio, von Freunden, im Netz. Von diesen zehn Aussagen stimmt eine, fünf stimmen halb, vier stimmen so nicht. In dieser Liste heißt ✓ stimmt, ~ stimmt halb, ✕ stimmt so nicht.
Zur Ehrlichkeit gehört beides: was die Studien zeigen, und was sie nicht zeigen.
Naheliegend wäre: Wenn die Gewichte so leicht sind, bringt Body Pump nichts. Das zeigen die Studien nicht – bei über 55-Jährigen stieg die Kraft an der Beinpresse in einer Studie, in einer weiteren Arbeit derselben Forschergruppe, wohl mit einem Teil derselben Teilnehmer, blieb die Knochendichte an der Lendenwirbelsäule besser erhalten als ohne das Training.6, 7 Ein Ersatz für Krafttraining mit steigenden Gewichten ist es nicht.
Wie trainiert Du aussiehst, hängt auch davon ab, wie viel Fett über dem Muskel liegt. Das ändert Training allein nur langsam: In zwölf Wochen veränderte in einer Studie keine Trainingsform die Körperzusammensetzung übergewichtiger Einsteigerinnen.4
Die Studien auf dieser Seite zeigen, was im Mittel für eine Gruppe gilt. Mit einer Vorerkrankung zählt Dein eigener Fall – den klärst Du mit Deinem Arzt.
Nicht jede Aussage auf dieser Seite steht gleich fest. Damit Du weißt, worauf Du Dich verlassen kannst, hier die Einordnung in Alltagssprache.
So lesen sich die Stufen: gut belegt – Auswertungen vieler Studien, alle in dieselbe Richtung · belegt – mehrere Studien oder eine größere, gleiche Richtung · erste Hinweise – eine Studie, wenige kleine Studien oder nur indirekt erschlossen · uneinheitlich – Studien widersprechen sich. Die höchste Stufe erreicht keine Aussage dieser Seite. „Ausgelost“ heißt: Das Los hat entschieden, wer in welche Gruppe kam – so lassen sich die Gruppen fair vergleichen.
| Aussage | Einordnung |
|---|---|
| Krafttraining baut mehr Muskel auf als Ausdauertraining | belegt – eine Auswertung von 21 Studien und eine größere ausgeloste Studie, gleiche Richtung |
| Leichte Gewichte bis etwa 60 Prozent der Maximallast bauen ähnlich viel Muskel auf wie schwere, wenn jeder Satz bis zum Muskelversagen geht | belegt – zwei Auswertungen, die sich wohl überschneiden; meist kurze Studien mit jungen Untrainierten; die Kraft steigt mit schweren Gewichten stärker |
| Mit 20 Prozent der Maximallast wächst der Muskel deutlich weniger | erste Hinweise – eine Studie mit jungen Männern, gesichert nur der Abstand zu 80 Prozent |
| Je näher ein Satz am Muskelversagen endet, desto mehr wächst der Muskel | erste Hinweise – eine erkundende, also vorläufige Auswertung; der Abstand zum Versagen nachträglich geschätzt |
| Mit Personal Trainer steigt die Kraft stärker als ohne Anleitung | erste Hinweise – eine Studie, nur in der Kniebeuge; ich bin selbst Personal Trainer |
| Body Pump arbeitet mit sehr leichten Gewichten | belegt – zwei kleine Studien und die Vorgabe des Anbieters, gleiche Richtung |
| Body Pump verbrennt nicht nachweisbar mehr als Krafttraining | erste Hinweise – eine kleine Studie mit getrennten Gruppen, Werte untereinander nicht ganz stimmig |
| Body Pump steigert die Kraft | uneinheitlich – drei Arbeiten ja, zwei davon wohl aus derselben Studie; eine Studie nicht mehr als ohne Training |
| Body Pump bringt keine messbare fettfreie Masse | erste Hinweise – zwei Studien mit Frauen |
| Krafttraining setzt einen größeren Muskelreiz als Body Pump | erste Hinweise – erschlossen aus der Last je Wiederholung und einer Studie zu sehr leichten Lasten; Muskelwachstum mit Body Pump hat keine Studie direkt gemessen |
| Pilates bringt keine messbare fettfreie Masse | erste Hinweise – drei kleine Studien in einer Auswertung, eine zweite Auswertung in dieselbe Richtung |
| Schweres Krafttraining steigert die Kraft stärker als ein Programm auf Pilates-Basis | belegt – eine größere ausgeloste Studie mit Frauen nach den Wechseljahren; das Pilates-Programm war bewusst leicht, eine Autorin leitet eine Einrichtung, die das Krafttraining anbietet |
| Ausdauer senkt das Körperfett stärker als Krafttraining | belegt – eine größere ausgeloste Studie über acht Monate |
| Zumba verbessert die Ausdauer, das Körperfett sinkt nicht gesichert | erste Hinweise – eine Auswertung, für die Ausdauer nur drei Studien; Beweislage laut Autoren niedrig |
| Frauen legen prozentual genauso viel Muskel zu wie Männer | belegt – Auswertung vieler Studien mit 18- bis 45-Jährigen |
| Muskel wächst mit Krafttraining auch ab 75 | belegt – Auswertung ausgeloster Studien |
| Ältere erholen sich langsamer | erste Hinweise – eine erzählende Übersicht, also ohne feste Regeln für Auswahl und Auswertung der Studien; Alter und nachlassende Bewegung vermischt |
| Kalorienwerte nach dem Kompendium | belegt – Durchschnittswerte aus Messstudien; der Einzelne weicht ab |
| Der Nachbrenneffekt ist klein | erste Hinweise – für Ausdauer gut untersucht, für Kraft- und Intervalltraining laut Übersicht unklar; die Verbrauchsstudie zu Body Pump maß nur bis zwei Stunden danach |
| Reihenfolge der Stufen 2 bis 5 in Kapitel 03 | erste Hinweise – nur indirekt erschlossen, meine Einschätzung |
Das Kurze · Fazit in Zahlen
Jede Zahl mit Quelle und Haken
Die sechs Zahlen stammen aus Studien, Übersichtsarbeiten und einem Nachschlagewerk mit Durchschnittswerten aus Messstudien, Stand Oktober 2026; wo ich eine davon selbst gerechnet habe, steht es dabei. Zu jeder steht, wer untersucht wurde, was herauskam und wo der Haken liegt.
Kein gesicherter Unterschied, beides etwa so viel wie gemütliches Gehen: Body Pump ist kein Kalorienwunder.
Zwei kleine getrennte Gruppen übergewichtiger Einsteigerinnen, eine einzelne Einheit – ein kleiner Vorsprung für Body Pump kann sich darin verstecken. Die Werte der Studie passen untereinander nicht ganz zusammen.
Viel bewegtes Gewicht insgesamt, wenig je Wiederholung: Der Reiz für den Muskel ist klein.
Selbst gewählte Lasten von Einsteigerinnen; in einer zweiten Studie, deren Kosten der Anbieter von Body Pump erstattete, lagen sie bei 21 bis 32 Prozent. Die Maximallast stammte aus einem Test zu Beginn des Trainings.
Weniger als halb so viel, obwohl jeder Satz mit dem leichten Gewicht bis zum Muskelversagen ging: Zu leicht ist zu leicht.
Eine Studie mit jungen Männern, Body Pump selbst wurde dort nicht untersucht. Mit 40 und 60 Prozent wuchs der Muskel im Mittel ähnlich stark wie mit 80; gesichert war der Abstand aber nur zu 80.
Bei 80 Kilo in 45 Minuten rund 540 gegen 210 Kilokalorien, von mir gerechnet: Für Kalorien zählt der Atem, nicht die Hantel.
Durchschnittswerte, keine Messung an Dir. Body Pump hat im Kompendium keinen Eintrag; die 3,5 sind aus dem gemessenen Sauerstoff gerechnet, je nach Studie und Rechenweg sind es 3,3 bis 4,3.
Fettanteil runter, bei unsicherer Beweislage, fettfreie Masse nicht messbar mehr: Pilates ergänzt das Krafttraining, es ersetzt es nicht.
Nur 3 der 11 Studien maßen die fettfreie Masse; der Schätzbereich – der Bereich, in dem der wahre Wert vermutlich liegt – reicht von −1,4 bis +1,4 kg, ein kleiner Zuwachs ist also nicht ausgeschlossen. Vergleich nur mit Nichtstun.
Body Pump, Krafttraining allein, Krafttraining mit Personal Trainer: Zwölf Wochen Training allein reichten dafür nicht.
Übergewichtige Einsteigerinnen, zwölf Wochen; die Körperzusammensetzung wurde mit einem Gerät geschätzt, das schwachen Strom durch den Körper schickt. Über acht Monate steigerte Krafttraining die fettfreie Masse in einer anderen Studie stärker als Ausdauertraining.10
Jede Zahl ist an der Quelle selbst geprüft, Stand Oktober 2026 – die Studien an ihrer Kurzfassung in PubMed, der großen Datenbank für medizinische Studien, zehn davon – darunter die Body-Pump-Studie zum Verbrauch – an der vollständigen Arbeit, die MET-Werte im Kompendium selbst. Die vollständigen Angaben, mit Teilnehmern, Geldgebern und Interessenkonflikten, folgen im Kapitel „Belegt“.
Zu jeder hochgestellten Zahl im Text: Studie, Teilnehmer, Ergebnis, Einschränkung, Geldgeber und Interessenkonflikte. DOI, PMID und PMC sind Kennnummern, unter denen Du jede Studie im Netz findest. Ein Schätzbereich ist der Bereich, in dem der wahre Wert vermutlich liegt; schließt er die Null ein, ist ein Effekt nicht gesichert. Die Effektstärke misst, wie groß ein Unterschied ist: um 0,2 klein, um 0,5 mittel, ab 0,8 groß. Die Studien habe ich über PubMed geprüft, die MET-Werte im Kompendium selbst. Wo sich etwas nicht prüfen ließ, steht das dabei.