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die fittermacher
Neujahrsvorsätze
Wissen · Stefan Trost
Training · Krafttraining · Neujahrsvorsätze · Einsteiger

Neujahrsvorsätze im Fitnessstudio: Im Januar voll, im März leer

Der Vorsatz ist nicht das Problem. Das Problem ist, was Du ab dem 2. Januar daraus machst.

Neujahrsvorsätze im Fitnessstudio folgen jedes Jahr demselben Muster: Am 2. Januar sind Laufbänder und Kurse voll, die Hantelbank daneben bleibt leer. Ein paar Wochen später ist es wieder ruhig. In einer Langzeitauswertung eines Studios hatten fast zwei Drittel der neuen Mitglieder vor dem dritten Monat gekündigt.1 Und wer weiterzahlt, kommt nicht automatisch: In einer anderen Studie zahlten Mitglieder mit Pauschale pro Besuch mehr, als ein Besuch mit einer Zehnerkarte – zehn Einzelbesuche zum Festpreis – gekostet hätte.2 Die Forscher erklären das damit, dass Menschen beim Abschluss überschätzen, wie oft sie kommen werden.

Am Vorsatz liegt es nicht: Wer sich zum Jahreswechsel etwas vornimmt, ist in einer Studie viel häufiger erfolgreich als jemand, der es irgendwann später anpacken will.3 Es scheitert an drei Fehlern: zu viel Schweiß, zu viel auf einmal, zu wenig Blick aufs Essen. Die Kurzformel dieser Seite: Cardio – Ausdauer auf Laufband, Rad und Crosstrainer – verbrennt. Eisen – Training mit Gewichten – formt. Die Küche – also das, was Du isst – entscheidet.

63 %
der neuen Mitglieder kündigten in einem Studio vor dem dritten Monat1
46 % · 4 %
nach sechs Monaten dabeigeblieben: mit Neujahrsvorsatz · mit Ziel, aber ohne Vorsatz3
2–3 Monate
bis der Gang ins Studio zur Gewohnheit wurde – nicht die oft zitierten 21 Tage4

Neujahrsvorsätze im Fitnessstudio in Fragen und Antworten

Auf einen Blick · Einordnung von Stefan Trost, Personal Trainer

Sieben Fragen, kurz beantwortet

Wenn Du nur zwei Minuten hast, reicht dieser Kasten. Alles Weitere steht darunter.

„Bringen gute Vorsätze überhaupt etwas?“
Ja – wenn Du sie umsetzt. In einer Studie waren nach sechs Monaten 46 Prozent der Menschen mit Neujahrsvorsatz nach eigener Angabe durchgehend dabeigeblieben – aber nur 4 Prozent derer, die dasselbe Ziel, meist Abnehmen, Sport oder Rauchstopp, irgendwann später angehen wollten.3 Ausgelost wurden die Gruppen nicht; das ist ein Zusammenhang, kein Beweis.
„Warum sind so viele nach ein paar Wochen wieder weg?“
Weil die Motivation früher leer ist, als die Gewohnheit steht. Bei Mitgliedern einer US-Fitnesskette dauerte es rund zwei bis drei Monate, bis der Gang ins Studio zur Gewohnheit wurde.4 Wer im Februar aufhört, hört kurz vor dem Ziel auf – das ist meine Einschätzung als Personal Trainer, der seit über 40 Jahren im Studio zu Hause ist.
„Ich habe für ein Jahr bezahlt. Dann gehe ich doch auch hin, oder?“
Nicht automatisch. In einer Studie mit drei US-Fitnessclubs kamen Mitglieder mit Jahresvertrag im ersten Jahr im Schnitt gut viermal im Monat und zahlten so pro Besuch über 15 Dollar – eine Zehnerkarte hätte 10 Dollar pro Besuch gekostet.2 Bezahlen ersetzt keinen Plan.
„Reicht Cardio, um meine Figur zu verändern?“
Fürs Fett hilft es, für die Form weniger. In einer Studie verloren Übergewichtige mit Ausdauertraining mehr Fett als mit Krafttraining. An fettfreier Masse – das ist vor allem Muskel – legten aber die stärker zu, die mit Gewichten trainierten.5 Straffer heißt: weniger Fett über mehr Muskel – Du brauchst beides.
„Und Yoga, Pilates oder Reformer?“
Gut für vieles, aber kein Ersatz fürs Eisen. In einer Auswertung von Pilates-Studien mit Übergewichtigen sank der Körperfettanteil; in den drei Studien, die die Muskelmasse maßen, kam keine messbar dazu.6 Zu Yoga und zum Reformer – Pilates an einem Gerät mit Federn – haben die Auswertungen auf dieser Seite keine eigenen Zahlen. Beweglichkeit, Körpergefühl und ein stabiler Rumpf sind trotzdem ein eigener Wert.
„Wie oft muss ich am Anfang trainieren?“
Krafttraining zwei- bis dreimal pro Woche. Die Weltgesundheitsorganisation empfiehlt Krafttraining an mindestens zwei Tagen pro Woche, dazu 150 bis 300 Minuten Ausdauer bei mittlerer Anstrengung.7 Der dritte Termin gibt Dir Luft, wenn einer ausfällt – das ist meine Einschätzung.
„Nehme ich ab, wenn ich nur genug trainiere?“
Weniger, als Du denkst. In einer Übersichtsarbeit brachte Ausdauertraining in den meisten Studien wenig Gewichtsverlust – auch, weil viele Teilnehmer nebenbei mehr aßen.8 Ohne Blick aufs Essen verpufft ein Teil davon.
01Gilt das für Dich?

Für wen diese Seite gemacht ist

Die Seite richtet sich an alle, die im neuen Jahr mit dem Training anfangen oder wieder einsteigen. Finde Dich in einer der Karten wieder.

Du fängst im Januar an

Genau Deine Seite

Die Zahlen zum Abbruch und zur Gewohnheit stammen von ganz normalen Studiomitgliedern, nicht von Sportlern.1, 4 Lies Kapitel 02 zuerst – da steht, wie Du es anders machst.

Du zahlst, kommst aber kaum

Dein Beitrag läuft weiter. Du nicht.

Bei Monatsverträgen vergingen in einer Studie zwischen dem letzten Besuch und der Kündigung im Schnitt gut zwei Monate.2 Der Weg zurück ist derselbe wie der Anfang: feste Tage, kleine Dosis.

Du willst vor allem abnehmen

Dann zuerst das Essen

Ausdauertraining allein brachte in den meisten Studien einer Übersichtsarbeit wenig Gewichtsverlust.8 Kapitel 04 erklärt, warum.

Du liebst Deine Kurse

Bleib dabei – nimm das Eisen dazu

Pilates senkte in einer Auswertung den Fettanteil, messbar mehr Muskel kam nicht dazu.6 Kurse und Gewichte schließen sich nicht aus.

Medizinische Vorgeschichte

Erst die Freigabe

Bei Erkrankungen von Herz, Kreislauf, Gelenken oder Stoffwechsel klärst Du vorher mit Deinem Arzt, wie hart Du trainieren darfst.

Nicht Thema dieser Seite Ein fertiger Trainingsplan mit Übungen, Sätzen und Gewichten – und ein Ernährungsplan. Diese Seite erklärt, woran gute Vorsätze im Studio scheitern und was Du anders machst.
02So machst Du es richtig

So machst Du es richtig: die Regeln für die ersten Monate

Wenn Du nur ein Kapitel liest, dann dieses. Nicht der Start entscheidet, sondern der März.

✓Plane in Monaten, nicht in Wochen. Bei Mitgliedern einer US-Fitnesskette dauerte es rund zwei bis drei Monate, bis der Gang ins Studio zur Gewohnheit wurde.4 Von Anfang Januar an ist das der März. Dein Plan geht deshalb mindestens bis April.
✓Trainiere zwei- bis dreimal pro Woche mit Gewichten. Die Weltgesundheitsorganisation empfiehlt Krafttraining an mindestens zwei Tagen pro Woche.7 Für den Anfang reicht ein Plan für den ganzen Körper – das ist meine Einschätzung.
✓Leg feste Tage fest – und lass keine langen Lücken. In derselben Auswertung der US-Kette sagte nichts den nächsten Besuch so gut voraus wie der letzte: Je länger er zurücklag, desto unwahrscheinlicher wurde der nächste. Und wer an bestimmten Wochentagen gekommen war, kam an diesen Tagen eher wieder.4 Die Autoren sehen darin eine Richtung, keinen Beweis.
✓Formulier ein Ziel, auf das Du hinarbeitest. In einer Studie mit Neujahrsvorsätzen schafften es Menschen mit einem Ziel zum Hinarbeiten häufiger als Menschen mit einem Ziel zum Vermeiden – 59 gegen 47 Prozent nach einem Jahr.9 „Ich trainiere dienstags und freitags“ trägt weiter als „Ich will nicht mehr so faul sein“.
✓Ändere beim Essen eine Sache – und zieh sie durch. Ausdauertraining allein brachte in den meisten Studien einer Übersichtsarbeit wenig Gewichtsverlust.8 Eine Änderung, die Du hältst, schlägt fünf, die Du im Februar vergisst – das ist meine Einschätzung.
✕Starte nicht mit sechs Einheiten pro Woche. Dass noch mehr Krafttraining der Gesundheit zusätzlich nützt, dafür fand die Weltgesundheitsorganisation keinen Beleg.7 Wer im Januar sechsmal geht, ist im Februar oft ganz weg – meine Beobachtung, keine Studienregel.
✕Ersetz das Eisen nicht durch Laufband und Kurse. Ausdauer verbrannte in einer Studie mehr Fett, an fettfreier Masse legten aber die mit Gewichten stärker zu.5 Mit Pilates kam in einer Auswertung kein messbarer Muskel dazu.6 Obendrauf – gern. Stattdessen – nein.
✕Miss den Erfolg nicht nur an der Waage. Krafttraining senkte in einer Auswertung vieler Studien den Körperfettanteil um knapp 1,5 Prozentpunkte – etwa von 30 auf gut 28,5 Prozent –, die Fettmasse aber nur um gut ein halbes Kilo.10 Der Anteil sinkt auch, wenn Muskel dazukommt – die Waage bewegt sich dann kaum, der Hosenbund schon. Das ist meine Einschätzung.

Dein Körper interessiert sich nicht für Vorsätze. Er interessiert sich für Wiederholungen.

Wenn Du nur einen Absatz mitnimmst Zwei- bis dreimal pro Woche Gewichte, an festen Tagen, mit einem Ziel, auf das Du hinarbeitest – und das nicht nur bis Februar, sondern mindestens bis April. Beim Essen änderst Du eine Sache und hältst sie.
03Januar bis März

Im Januar voll, im März leer: was die Zahlen zeigen

Ich bin Personal Trainer und seit über 40 Jahren im Studio zu Hause. Im Januar kämpfst Du um ein Laufband, im März kannst Du Dir eins aussuchen. Das ist meine Beobachtung – die Studien dazu sehen nicht freundlicher aus.

In einer Langzeitauswertung eines Studios in Brasilien hatten 63 Prozent der neuen Mitglieder vor dem dritten Monat gekündigt; die vollen zwölf Monate durchgehend dabei blieben weniger als 4 Prozent.1 Gezählt wurden dort Neuanmeldungen übers ganze Jahr verteilt, mit Monatsverträgen. Wer einen Jahresvertrag hat, kann nach zwei Monaten nicht kündigen. Er zahlt weiter – ob er kommt oder nicht.

Am 1. Januar hast Du Dir kein neues Leben gekauft. Du hast einen Dauerauftrag eingerichtet.

Was das kostet, haben zwei Wirtschaftsforscher in drei US-Fitnessclubs ausgerechnet. Mitglieder mit Monatsvertrag kamen im Schnitt gut viermal im Monat und zahlten damit pro Besuch über 17 Dollar – mit einer Zehnerkarte wären es 10 gewesen. Zwischen dem letzten Besuch und der Kündigung vergingen im Schnitt gut zwei Monate: rund 187 Dollar Beitrag ohne einen einzigen Besuch. Jeder Fünfte wartete mindestens vier Monate.2 Die Forscher erklären das damit, dass Menschen beim Abschluss überschätzen, wie oft sie kommen – und das Kündigen vor sich herschieben.

Zahlen, aber nicht hingehen: Das ist kein Vorsatz. Das ist ein Abo auf Dein schlechtes Gewissen.

Der Vorsatz ist nicht schuld

Jetzt die gute Nachricht. In einer Studie begleiteten Psychologen sechs Monate lang Menschen mit Neujahrsvorsatz und Menschen mit demselben Ziel – meist Abnehmen, Sport oder Rauchstopp –, die es aber lieber später angehen wollten. Nach sechs Monaten waren 46 Prozent mit Vorsatz nach eigener Angabe durchgehend dabeigeblieben, ohne festen Vorsatz 4 Prozent.3 Die Gruppen wurden nicht ausgelost, und die Zahlen beruhen auf Selbstauskunft am Telefon – ein Zusammenhang, kein Beweis. Ein schlechter Startpunkt ist der 1. Januar aber nicht. Woran es scheitert, steht im nächsten Kapitel.

04Drei Fehler

Drei Fehler, die Deinen Vorsatz bis März erledigen

Ich sehe sie jedes Jahr wieder. Keiner davon hat mit fehlendem Willen zu tun – alle mit dem falschen Plan.

Fehler 1: Du schwitzt, statt zu formen

Laufband, Crosstrainer, Rad – dazu drei Kurse die Woche. Das fühlt sich nach viel an, und es verbrennt auch: In einer Studie über acht Monate verloren übergewichtige Einsteiger mit Ausdauertraining mehr Körperfett als mit Krafttraining. An fettfreier Masse – das ist vor allem Muskel – legten aber die stärker zu, die mit Gewichten trainierten.5

Bei Pilates sieht es ähnlich aus: In einer Auswertung von Studien mit Übergewichtigen sank der Körperfettanteil, aber in den drei Studien, die die Muskelmasse maßen, kam keine messbar dazu; verglichen wurde nur mit Nichtstun.6 Beim Fettanteil schnitt Pilates dort mit gut 4 Prozentpunkten weniger sogar besser ab als Krafttraining in einer Auswertung vieler Krafttraining-Studien mit knapp 1,5.10 Vergleichen lassen sich die beiden Zahlen aber nicht: andere Teilnehmer, und die Beweislage beim Fettanteil stufen die Pilates-Autoren selbst als sehr niedrig bis niedrig ein. In einer zweiten Pilates-Auswertung veränderte Training auf der Matte die Körperzusammensetzung – also das Verhältnis von Fett und Muskel – nicht stärker als die Vergleichsbedingungen, darunter herkömmliches Training.11

Yoga und Pilates haben ihren Wert – für Beweglichkeit, Körpergefühl, Rumpf. Straffer heißt aber: weniger Fett über mehr Muskel. Und Muskel braucht Widerstand, der mitwächst – am einfachsten bekommst Du den am Eisen.

Schweiß ist kein Ergebnis. Schweiß ist Wasser.

Fehler 2: Du startest mit 100 und landest bei 0

Sechsmal die Woche, jedes Mal bis zur Erschöpfung, Muskelkater als Beweis. Das hält kaum jemand bis März durch. Die oft zitierten 21 Tage, nach denen alles zur Gewohnheit wird, gelten fürs Training nicht: Bei Mitgliedern einer US-Fitnesskette dauerte es rund zwei bis drei Monate, bis der Gang ins Studio zur Gewohnheit wurde. Dieselbe Studie hat auch das Händewaschen im Krankenhaus untersucht – das saß schon nach wenigen Wochen.4

Und mehr bringt nicht automatisch mehr: Dass noch mehr Krafttraining der Gesundheit zusätzlich nützt, dafür fand die Weltgesundheitsorganisation keinen Beleg.7 Deine Motivation ist Startkapital, kein Einkommen. Wer sie im Januar komplett ausgibt, steht im Februar ohne da.

Du hast nicht zu wenig Motivation. Du hast sie im Januar komplett verballert.

Fehler 3: Du trainierst gegen Deinen Teller an

Eine Stunde Laufband, danach das Stück Kuchen als Belohnung – das Muster kennt fast jeder. In einer Übersichtsarbeit brachte Ausdauertraining in den meisten Studien wenig Gewichtsverlust – vor allem, weil die vorgegebene Trainingsmenge klein war und viele nebenbei mehr aßen.8 Zwei der Autoren berieten Anbieter von Abnehmprogrammen – ein möglicher Interessenkonflikt, denn ein Befund, der das Essen vor das Training stellt, kommt solchen Anbietern entgegen.

Krafttraining allein senkte in einer Auswertung vieler Studien den Körperfettanteil um knapp 1,5 Prozentpunkte, die Fettmasse um gut ein halbes Kilo.10 Das ist ein Gewinn, aber kein Wunder.

Cardio verbrennt. Eisen formt. Die Küche entscheidet.

Die Formel, ehrlich eingeordnet Das ist meine Kurzformel, keine Studienregel. Sie fasst zusammen, was die Studien in diesem Kapitel zeigen: Ausdauer verbrennt Fett, Krafttraining baut Muskel auf und senkt ebenfalls den Fettanteil, und ohne Blick aufs Essen bleibt der Gewichtsverlust klein.
05Kopf

Was das Eisen mit Deinem Kopf macht

Wer jede Woche ein bisschen mehr Gewicht bewegt, tritt sicherer auf. Das sehe ich bei fast jedem, der dranbleibt – meine Beobachtung, keine Studienregel.

Was sich messen lässt: In einer großen Auswertung vieler Studien senkte Krafttraining depressive Beschwerden spürbar – bei Gesunden wie bei Menschen mit Erkrankungen. Wie viel trainiert wurde und ob die Kraft stieg, hing damit nicht nachweisbar zusammen.12 In den sorgfältiger gemachten Studien, in denen verborgen blieb, wer in welcher Gruppe war, fiel der Effekt etwa halb so groß aus. Ob Krafttraining selbstbewusster macht, haben diese Studien nicht gemessen – meine Beobachtung bleibt eine Beobachtung.

Kein Ersatz Bei anhaltenden oder starken depressiven Beschwerden ist Training eine Ergänzung, keine Behandlung. Den richtigen Weg besprichst Du mit Deinem Arzt.
06Faktencheck

Was Du über Neujahrsvorsätze im Fitnessstudio hören wirst – und was davon stimmt

Rund um Vorsätze und den Neustart im Training hörst Du viele Aussagen – im Studio, von Freunden, im Netz. Von diesen neun Aussagen stimmen zwei, drei stimmen halb, vier stimmen so nicht. In dieser Liste heißt ✓ stimmt, ~ stimmt halb, ✕ stimmt so nicht.

✕„Gute Vorsätze bringen eh nichts.“ Stimmt so nicht. In einer Studie waren nach sechs Monaten 46 Prozent der Menschen mit Neujahrsvorsatz nach eigener Angabe durchgehend dabeigeblieben, ohne festen Vorsatz 4 Prozent.3 Ein Beweis ist das nicht – ein Argument gegen den Vorsatz aber auch nicht.
✓„Bis März sind die meisten Neuen wieder weg.“ Stimmt, soweit die Daten eines Studios das zeigen: Dort hatten 63 Prozent der neuen Mitglieder vor dem dritten Monat gekündigt.1 Ein Studio, Monatsverträge, Neuanmeldungen übers ganze Jahr verteilt – von Januar aus gezählt ist das der März.
✕„Wenn ich erst mal für ein Jahr bezahlt habe, gehe ich auch hin.“ Stimmt so nicht. In einer Studie kamen Mitglieder mit Jahresvertrag nur gut viermal im Monat und zahlten so pro Besuch über 15 Dollar – eine Zehnerkarte hätte 10 Dollar pro Besuch gekostet.2
✕„Nach 21 Tagen ist es eine Gewohnheit.“ Fürs Training stimmt das nicht. Bei Mitgliedern einer US-Fitnesskette dauerte es rund zwei bis drei Monate, bis der Gang ins Studio zur Gewohnheit wurde.4
~„Zum Abnehmen ist Cardio das Beste.“ Halb. Ausdauer verbrannte in einer Studie mehr Fett als Krafttraining.5 Aber Ausdauertraining allein brachte in den meisten Studien einer Übersichtsarbeit wenig Gewichtsverlust – ohne Blick aufs Essen bleibt es wenig.8
✕„Krafttraining verbrennt kein Fett.“ Stimmt nicht. In einer Auswertung vieler Studien senkte Krafttraining den Körperfettanteil und auch das Fett im Bauchraum.10
~„Wer genug trainiert, nimmt automatisch ab.“ Halb. Training verbraucht Energie, und mehr Training verbraucht mehr. Automatisch ist der Gewichtsverlust aber nicht: In einer Übersichtsarbeit aßen viele Teilnehmer nebenbei mehr.8
~„Pilates strafft genauso wie Krafttraining.“ Halb – und das „genauso“ ist nicht belegt. Den Fettanteil senkte Pilates bei Übergewichtigen in einer Auswertung durchaus; in den drei Studien, die die Muskelmasse maßen, kam aber keine messbar dazu, und mit Krafttraining direkt verglichen wurde nicht.6 Straffer über mehr Muskel – genau das fehlt im Nachweis.
✓„Krafttraining tut auch dem Kopf gut.“ Stimmt. In einer Auswertung vieler Studien senkte Krafttraining depressive Beschwerden – in den sorgfältiger gemachten Studien etwa halb so stark.12
Kurz gesagt Alle vier Aussagen, die so nicht stimmen, machen Dir das Training leichter, als es ist – oder liefern eine bequeme Ausrede, es zu lassen.
07Grenzen

Was diese Seite nicht leisten kann

Zur Ehrlichkeit gehört beides: was die Studien zeigen, und was sie nicht zeigen.

✕Keine Vorhersage für Dich. Die Abbruchzahlen stammen aus einem Studio in Brasilien,1 die Zahlen zur Gewohnheit aus einer US-Kette – dort nur von Menschen, die mindestens ein Jahr Mitglied waren.4 Beide zählen Neuanmeldungen übers ganze Jahr verteilt, nicht nur im Januar.
✕Kündigen ist nicht dasselbe wie wegbleiben. Die eine Studie zählt Kündigungen,1 die andere Besuche bei Monats- und Jahresverträgen und die Zeit bis zur Kündigung bei Monatsverträgen.2 Wie viele Menschen mit Jahresvertrag irgendwann gar nicht mehr kommen, hat keine davon gemessen.
✕Erfolg nach eigener Angabe. Ob ein Vorsatz gehalten hat, haben die Teilnehmer in beiden Studien zu Neujahrsvorsätzen selbst angegeben.3, 9 In der einen wurden die Gruppen nicht ausgelost, die andere hat nur verschiedene Arten von Zielen verglichen.
✕Eisen allein macht nicht schlank. Naheliegend wäre: Wenn Eisen formt, reicht Eisen. Tut es nicht – die Fettmasse sank durch Krafttraining in einer Auswertung vieler Studien nur um gut ein halbes Kilo.10
✕Keine Behandlung. Diese Seite erklärt, warum Neujahrsvorsätze im Fitnessstudio so oft scheitern – sie stellt keine Diagnose und ersetzt keine Therapie.
Kein Trainingsplan

Die Regeln ersetzen keinen Plan

Welche Übungen, wie viele Sätze, welches Gewicht: Das hängt von Dir ab. Lass Dir die Technik von jemandem zeigen, der Dir dabei zusieht – sauber vor schwer.

Medizinische Vorgeschichte

Im Mittel, nicht im Einzelfall

Die Studien auf dieser Seite zeigen, was im Mittel für eine Gruppe gilt. Mit einer Vorerkrankung zählt Dein eigener Fall – den klärst Du mit Deinem Arzt.

08Wie sicher

Wie sicher ist das alles?

Nicht jede Aussage auf dieser Seite steht gleich fest. Damit Du weißt, worauf Du Dich verlassen kannst, hier die Einordnung in Alltagssprache.

So lesen sich die Stufen: gut belegt – viele Studien, in denen ausgelost wurde, wer trainiert, alle in dieselbe Richtung · belegt – mehrere solche Studien oder eine größere, gleiche Richtung · erste Hinweise – eine Studie oder ein Datensatz ohne Auslosung, wenige kleine Studien mit schwacher Beweislage, oder nur indirekt erschlossen.

AussageEinordnung
Krafttraining senkt den Körperfettanteilgut belegt – viele ausgeloste Studien, gleiche Richtung; Studienqualität im Mittel mittelmäßig
Krafttraining an mindestens zwei Tagen pro Wochebelegt – starke Empfehlung der Weltgesundheitsorganisation WHO; die WHO selbst stuft die Beweislage als mittel ein
Krafttraining senkt depressive Beschwerdenbelegt – viele ausgeloste Studien; in den sorgfältigeren ist der Effekt kleiner
Ausdauer verbrennt mehr Fett, Gewichte bringen mehr fettfreie Massebelegt – eine größere ausgeloste Studie über acht Monate
Ausdauertraining allein bringt meist wenig Gewichtsverlustbelegt – Übersichtsarbeit über 15 Studien; zwei Autoren berieten Abnehmanbieter
Viele Neue hören in den ersten Monaten auferste Hinweise – ein Studio, keine Auslosung, gezählt wurden Kündigungen
Wer pauschal zahlt, zahlt pro Besuch mehr als nötigerste Hinweise – eine große Studie in drei Clubs
Eine Studiogewohnheit braucht Monateerste Hinweise – ein großer Datensatz, nur Mitglieder mit mindestens einem Jahr; erste Angabe vier bis sieben Monate, von den Autoren auf zwei bis drei berichtigt
Wer einen Vorsatz fasst, ist häufiger erfolgreicherste Hinweise – eine Studie, Gruppen nicht ausgelost, Erfolg nach eigener Angabe
Pilates baut keinen messbaren Muskel auferste Hinweise – drei kleine Studien, Beweislage laut den Autoren niedrig

Sechs Zahlen zum Mitnehmen

Das Kurze · Fazit in Zahlen

Jede Zahl mit Quelle und Haken

Die sechs Zahlen stammen aus Studien und Übersichtsarbeiten, Stand Oktober 2026. Zu jeder steht, wer untersucht wurde, was herauskam und wo der Haken liegt.

63 %
gekündigt vor dem
dritten Monat

Fast zwei Drittel der Neuen waren schnell wieder weg: Die ersten Monate entscheiden.

Haken

Ein Studio in Brasilien, Monatsverträge, Neuanmeldungen übers ganze Jahr verteilt; gezählt wurden Kündigungen, nicht ausgebliebene Besuche.

Quelle: Sperandei und Kollegen 2016 · 5.240 neue Mitglieder1
über 17 $
pro Besuch mit Monatspauschale –
mit Zehnerkarte 10 $

Wer pauschal zahlte, zahlte für Besuche, die nicht stattfanden: Bezahlen ist kein Training.

Haken

Drei US-Clubs, Preise aus der Zeit der Studie; dass die Mitglieder ihre Besuche beim Abschluss überschätzten, ist die Erklärung der Autoren.

Quelle: DellaVigna und Malmendier 2006 · 7.752 Mitglieder2
46 % · 4 %
nach sechs Monaten dabeigeblieben –
mit Vorsatz · ohne Vorsatz

Mit Vorsatz klappte es viel öfter: Der 1. Januar ist kein schlechter Start.

Haken

Erfolg nach eigener Angabe am Telefon; die Gruppen wurden nicht ausgelost – ein Zusammenhang, kein Beweis.

Quelle: Norcross und Kollegen 2002 · 159 mit, 123 ohne Vorsatz3
2–3 Monate
bis der Gang ins Studio
zur Gewohnheit wurde

Von Anfang Januar an ist das der März: Halte mindestens bis April durch.

Haken

Gemessen daran, wann die Besuche vorhersagbar wurden; nur Mitglieder mit mindestens einem Jahr Daten. Die Autoren haben ihre erste Angabe – vier bis sieben Monate – nachträglich berichtigt.

Quelle: Buyalskaya und Kollegen 2023, berichtigt 2023 · 30.110 Mitglieder einer US-Kette4
−1,46
Prozentpunkte Körperfettanteil
durch Krafttraining

Die Fettmasse sank dabei nur um gut ein halbes Kilo: Eisen allein macht nicht schlank.

Haken

Verglichen mit Nichtstun, nicht mit Ausdauer; Qualität der Studien im Mittel 9 von 15 Punkten auf einer Bewertungsskala, also mittelmäßig.

Quelle: Wewege und Kollegen 2022 · 54 Studien10
0,00 kg
Muskelzuwachs mit Pilates –
kein messbarer Effekt

Fettanteil runter, Muskel nicht messbar mehr: Pilates ergänzt das Eisen, es ersetzt es nicht.

Haken

Nur 3 der 11 Studien maßen die Muskelmasse; die Schätzung schwankt zwischen −1,4 und +1,4 kg. Vergleich nur mit Nichtstun, Beweislage laut den Autoren niedrig.

Quelle: Wang und Kollegen 2021 · 11 Studien, 393 Teilnehmer6

Jede Zahl ist an der Studie selbst geprüft, Stand 12.10.2026 – meist an ihrer Kurzfassung in PubMed, der großen Datenbank für medizinische Studien, bei sechs Arbeiten auch an der vollständigen Fassung. Die vollständigen Angaben, mit Teilnehmern, Geldgebern und Interessenkonflikten, folgen im Kapitel „Belegt“.

Der eine Satz, wenn Du Dir nur einen merkst Cardio verbrennt, Eisen formt, die Küche entscheidet – und durchhalten musst Du mindestens bis April, nicht nur bis Februar.
09Belegt

Worauf sich diese Seite stützt

Zu jeder hochgestellten Zahl im Text: Studie, Teilnehmer, Ergebnis, Einschränkung, Geldgeber und Interessenkonflikte. DOI, PMID und PMC sind Kennnummern, unter denen Du jede Studie im Netz findest. Die medizinischen Studien habe ich über PubMed geprüft, die wirtschaftswissenschaftliche an ihrer Kurzfassung und einer frei zugänglichen Fassung der Autoren. Wo sich etwas nicht prüfen ließ, steht das dabei.

12 Quellen · hier aufklappenzuklappenGeldgeber und Interessenkonflikte
So liest Du die Angaben zu den Geldgebern PubMed, die Studiendatenbank der US-Nationalbibliothek für Medizin, ordnet Studien nach ihren Geldgebern ein: Stellen der US-Regierung – und „außerhalb der US-Regierung“ für alles andere. „Außerhalb der US-Regierung“ heißt also: Das Geld kam von Hochschulen, Stiftungen, anderen Staaten oder Firmen – wer genau, steht nur in der vollständigen Arbeit. Steht bei einer Studie kein Geldgeber, „nicht geprüft“ oder „nicht prüfbar“, habe ich die Finanzierung nicht selbst gelesen.
1Sperandei S, Vieira MC, Reis AC (2016). Adherence to physical activity in an unsupervised setting: Explanatory variables for high attrition rates among fitness center members. Journal of Science and Medicine in Sport 19(11):916–920. DOI 10.1016/j.jsams.2015.12.522 · PMID 26874647 Ein Fitnessstudio in Rio de Janeiro; Daten von 5.240 Mitgliedern aus den Jahren 2005 bis 2014, jeweils zwölf Monate lang oder bis zur Kündigung verfolgt. 63 % gaben vor dem dritten Monat auf; die vollen zwölf Monate durchgehend aktiv blieben weniger als 4 %. Alter, früherer Trainingsstand, Ausgangsgewicht im Verhältnis zur Größe und die Beweggründe – Abnehmen, Muskelaufbau, Gesundheit, Aussehen – hingen mit dem Abbruchrisiko zusammen. Einschränkung: ein Studio, ein Land, Monatsbeiträge, Neuanmeldungen übers ganze Jahr verteilt; gezählt wurde das Ende der Mitgliedschaft, nicht, ob jemand noch trainierte. In welche Richtung die einzelnen Beweggründe wirkten, habe ich nicht geprüft. Geprüft an der Kurzfassung; Geldgeber und Interessenkonflikte nicht geprüft.
2DellaVigna S, Malmendier U (2006). Paying Not to Go to the Gym. American Economic Review 96(3):694–719. DOI 10.1257/aer.96.3.694 · wirtschaftswissenschaftliche Arbeit, nicht in PubMed Vertrags- und Besuchsdaten von 7.752 Mitgliedern dreier US-Fitnessclubs über drei Jahre. Wer einen Monatsvertrag für über 70 Dollar wählte, kam im Schnitt 4,3-mal im Monat und zahlte damit über 17 Dollar pro Besuch – eine Zehnerkarte hätte 10 Dollar pro Besuch gekostet. Mitglieder mit Jahresvertrag kamen im ersten Jahr im Schnitt 4,36-mal im Monat und zahlten 15,22 Dollar pro Besuch. Bei Monatsverträgen vergingen zwischen dem letzten Besuch und der Kündigung im Schnitt 2,31 volle Monate mit rund 187 Dollar Beitrag; 20 % warteten mindestens vier Monate. Deutung der Autoren: Wer abschließt, überschätzt, wie oft er kommen wird, und schiebt das Kündigen auf. Einschränkung: USA, drei Clubs, Preise aus der Zeit der Studie; ohne Auslosung, Daten der Clubs. Geprüft an der Kurzfassung und an einer frei zugänglichen Fassung der Autoren. Geldgeber laut dieser Fassung: Bank of Italy und Deutscher Akademischer Austauschdienst; Interessenkonflikte nicht geprüft.
3Norcross JC, Mrykalo MS, Blagys MD (2002). Auld lang syne: success predictors, change processes, and self-reported outcomes of New Year's resolvers and nonresolvers. Journal of Clinical Psychology 58(4):397–405. DOI 10.1002/jclp.1151 · PMID 11920693 159 Menschen mit Neujahrsvorsatz und 123 vergleichbare Menschen mit demselben Ziel, die es aber später angehen wollten; sechs Monate lang per Telefon befragt. Häufigste Ziele: abnehmen, mit Sport anfangen, aufhören zu rauchen. Nach sechs Monaten waren 46 % der Vorsatz-Gruppe nach eigener Angabe durchgehend erfolgreich, 4 % der anderen. Zuversicht, Fertigkeiten und Bereitschaft zur Veränderung vor dem 1. Januar sagten den Erfolg voraus. Einschränkung: Erfolg nach eigener Angabe; die Gruppen wurden nicht ausgelost, ein Zusammenhang, kein Beweis. Geprüft an der Kurzfassung; Geldgeber und Interessenkonflikte nicht geprüft.
4Buyalskaya A, Ho H, Milkman KL, Li X, Duckworth AL, Camerer C (2023). What can machine learning teach us about habit formation? Evidence from exercise and hygiene. Proceedings of the National Academy of Sciences 120(17):e2216115120. Berichtigt in: Proceedings of the National Academy of Sciences 120(34):e2312763120. DOI 10.1073/pnas.2216115120 · PMID 37068252 · PMC10151500 · Berichtigung: DOI 10.1073/pnas.2312763120 · PMID 37590420 · PMC10450439 Besuchsdaten von 30.110 Mitgliedern einer großen US-Fitnesskette aus den Jahren 2006 bis 2019 (62 % Frauen, die Hälfte jünger als 34 Jahre). Als Gewohnheit galt der Punkt, an dem die Besuche eines Menschen gut vorhersagbar wurden. Bis dahin vergingen laut der Berichtigung 68 bis 78 Tage, also rund zwei bis drei Monate; die zuerst veröffentlichte Angabe von 122 bis 226 Tagen haben die Autoren zurückgenommen. Beim Händewaschen im Krankenhaus reichten wenige Wochen. Stärkste Vorhersage: Je länger der letzte Besuch zurücklag, desto unwahrscheinlicher der nächste (bei 76 % der Mitglieder); wer an bestimmten Wochentagen gekommen war, kam an diesen eher wieder (bei 69 %). Einschränkung: ausgewertet nur Mitglieder mit mindestens einem Jahr Daten – wer früher aufhörte, fehlt; keine Auslosung. Die Zusammenhänge zeigen laut den Autoren nur die Richtung, ohne statistische Absicherung. Die Daten stellte die Fitnesskette zur Verfügung. Volltext und Berichtigung gelesen. Geldgeber laut Volltext: Stiftungen und Hochschulinstitute, dazu laut PubMed die US-Gesundheitsbehörde NIH; die Autoren erklären keine Interessenkonflikte.
5Willis LH, Slentz CA, Bateman LA et al. (2012). Effects of aerobic and/or resistance training on body mass and fat mass in overweight or obese adults. Journal of Applied Physiology 113(12):1831–1837. DOI 10.1152/japplphysiol.01370.2011 · PMID 23019316 · PMC3544497 119 bewegungsarme, übergewichtige Erwachsene, acht Monate Krafttraining, Ausdauertraining oder beides, ausgelost. Ausdauer- und Kombigruppe verloren mehr Körpergewicht und Fett als die Kraftgruppe; die fettfreie Masse nahm in Kraft- und Kombigruppe stärker zu als bei Ausdauer allein. Schluss der Autoren: Ausdauer ist der bessere Weg zu weniger Fett, für mehr fettfreie Masse braucht es Krafttraining. Einschränkung: Übergewichtige mittleren Alters ohne Trainingserfahrung; gemessen wurde fettfreie Masse, nicht Muskel allein. Geprüft an der Kurzfassung – Volltext bei der Prüfung im Oktober 2026 nicht abrufbar. Geldgeber laut PubMed: US-Gesundheitsbehörde NIH; Interessenkonflikte nicht geprüft.
6Wang Y, Chen Z, Wu Z, Ye X, Xu X (2021). Pilates for Overweight or Obesity: A Meta-Analysis. Frontiers in Physiology 12:643455. DOI 10.3389/fphys.2021.643455 · PMID 33776797 · PMC7992419 Auswertung von 11 ausgelosten Studien mit zusammen 393 übergewichtigen Erwachsenen, überwiegend Frauen; Pilates gegen keine Intervention oder gewohnten Alltag. Körpergewicht −2,4 kg, Körperfettanteil −4,22 Prozentpunkte (8 Studien). Die Muskelmasse maßen nur 3 Studien: kein messbarer Unterschied (0,00 kg, Schätzbereich −1,40 bis +1,40 kg); auch der Taillenumfang änderte sich nicht (2 Studien). Einschränkung: Keine Studie verglich Pilates mit anderem Training; welche Form – Matte oder Gerät – geben die Studien nicht an. Drei Studien schlossen Menschen mit Bluthochdruck, Typ-2-Diabetes oder Depression ein. Die Studien unterschieden sich stark; die Beweislage stufen die Autoren als niedrig bis mittel ein, beim Fettanteil als sehr niedrig bis niedrig, bei der Muskelmasse als niedrig. Volltext gelesen. Geldgeber: zwei Förderprogramme der chinesischen Provinz Guangdong; die Autoren erklären keine Interessenkonflikte.
7Bull FC, Al-Ansari SS, Biddle S et al. (2020). World Health Organization 2020 guidelines on physical activity and sedentary behaviour. British Journal of Sports Medicine 54(24):1451–1462. DOI 10.1136/bjsports-2020-102955 · PMID 33239350 · PMC7719906 Leitlinie der Weltgesundheitsorganisation. Für Erwachsene 150 bis 300 Minuten Ausdauer bei mittlerer oder 75 bis 150 Minuten bei hoher Anstrengung pro Woche; zusätzlich Krafttraining mit mindestens mittlerer Intensität an zwei oder mehr Tagen pro Woche – eine starke Empfehlung bei mittlerer Beweissicherheit. Dass noch mehr Krafttraining zusätzlich nützt, dafür fand die Leitliniengruppe keinen Beleg. Einschränkung: Es geht um Gesundheitsziele wie Sterblichkeit und Erkrankungen, nicht um Figur oder Muskelaufbau. Volltext gelesen; Interessenkonflikte nicht geprüft.
8Thomas DM, Bouchard C, Church T et al. (2012). Why do individuals not lose more weight from an exercise intervention at a defined dose? An energy balance analysis. Obesity Reviews 13(10):835–847. DOI 10.1111/j.1467-789X.2012.01012.x · PMID 22681398 · PMC3771367 Übersichtsarbeit über 15 Studien mit Ausdauertraining bei bewegungsarmen, gesunden Menschen, in denen die Teilnahme am Training überwacht und die Körperzusammensetzung gemessen wurde. Der Gewichtsverlust fiel meist kleiner aus als vorhergesagt. Schluss der Autoren: vor allem, weil die vorgegebene Trainingsmenge klein war und die Teilnehmer gleichzeitig mehr aßen. Interessenkonflikte: Ein Autor saß im medizinischen Beirat des Abnehmanbieters Jenny Craig, ein anderer beriet Weight Watchers und saß im wissenschaftlichen Beirat des Gentest-Anbieters Pathway Genomics. Das zählt, weil ein Befund, der das Essen vor das Training stellt, Abnehmanbietern entgegenkommt. Die Autoren suchten nur in PubMed ab 2005 und ergänzten eigene Studien; zwei Autoren haben auch die Studie in Beleg 5 verfasst – beide stützen auf dieser Seite gemeinsam die Aussage zu Cardio im Faktencheck. Volltext gelesen. Geldgeber laut Volltext: überwiegend US-Gesundheitsbehörde NIH.
9Oscarsson M, Carlbring P, Andersson G, Rozental A (2020). A large-scale experiment on New Year's resolutions: Approach-oriented goals are more successful than avoidance-oriented goals. PLoS One 15(12):e0234097. DOI 10.1371/journal.pone.0234097 · PMID 33296385 · PMC7725288 1.066 Erwachsene aus der Allgemeinbevölkerung in Schweden mit selbst gewählten Neujahrsvorsätzen, am häufigsten zu körperlicher Gesundheit, Abnehmen und Ernährung. Nach einem Jahr hielten sich 55 % der Antwortenden für erfolgreich. Wer auf etwas hinarbeitete, schaffte es öfter (58,9 %) als wer etwas vermeiden wollte (47,1 %). Einschränkung: Erfolg nach eigener Angabe, und nur von denen, die am Ende noch antworteten; verglichen wurden Arten von Zielen, nicht Menschen mit und ohne Vorsatz. Geprüft an der Kurzfassung. Geldgeber laut PubMed außerhalb der US-Regierung, Einzelheiten und Interessenkonflikte nicht geprüft.
10Wewege MA, Desai I, Honey C et al. (2022). The Effect of Resistance Training in Healthy Adults on Body Fat Percentage, Fat Mass and Visceral Fat: A Systematic Review and Meta-Analysis. Sports Medicine 52(2):287–300. DOI 10.1007/s40279-021-01562-2 · PMID 34536199 Auswertung von 54 ausgelosten Studien mit gesunden Erwachsenen: Krafttraining für den ganzen Körper über mindestens vier Wochen gegen kein Training. Körperfettanteil −1,46 Prozentpunkte, Fettmasse −0,55 kg, auch das Fett im Bauchraum um die Organe sank. Das Geschlecht änderte den Effekt nicht. Die Autoren nennen Krafttraining den Goldstandard für den Aufbau von Muskelmasse. Einschränkung: Qualität der Studien im Mittel 9 von 15 Punkten auf einer Bewertungsskala, also mittelmäßig; die Ergebnisse hingen von der Messmethode ab. Geprüft an der Kurzfassung. Geldgeber und Interessenkonflikte nicht geprüft – Verlagsseite bei der Prüfung im Oktober 2026 nicht abrufbar.
11Cavina APS, Pizzo Junior E, Machado AF et al. (2020). Effects of the Mat Pilates Method on Body Composition: Systematic Review With Meta-Analysis. Journal of Physical Activity & Health 17(6):673–681. DOI 10.1123/jpah.2019-0171 · PMID 32396869 Auswertung von 10 Studien mit gesunden Erwachsenen. Pilates auf der Matte war bei Gewicht im Verhältnis zur Größe, Muskelmasse, Körperfettanteil und Bauchumfang nicht wirksamer als herkömmliches Training oder die Kontrollbedingungen – auch nicht bei Älteren oder Übergewichtigen. Einschränkung: nur Matten-Pilates, keine Geräte wie der Reformer; was „herkömmliches Training“ jeweils war, habe ich nicht geprüft. Geprüft an der Kurzfassung. Geldgeber laut PubMed außerhalb der US-Regierung, Einzelheiten und Interessenkonflikte nicht geprüft.
12Gordon BR, McDowell CP, Hallgren M, Meyer JD, Lyons M, Herring MP (2018). Association of Efficacy of Resistance Exercise Training With Depressive Symptoms: Meta-analysis and Meta-regression Analysis of Randomized Clinical Trials. JAMA Psychiatry 75(6):566–576. DOI 10.1001/jamapsychiatry.2018.0572 · PMID 29800984 · PMC6137526 Auswertung von 33 ausgelosten Studien mit zusammen 1.877 Teilnehmern, gesund oder mit körperlichen oder seelischen Erkrankungen. Krafttraining senkte depressive Symptome mit mittlerer Stärke; rechnerisch profitierte von vier Trainierenden einer zusätzlich. Mit der Trainingsmenge und dem Kraftzuwachs hing der Effekt nicht nachweisbar zusammen. Einschränkung: Die Studien unterschieden sich stark. Wo verdeckt zugeteilt oder ausgewertet wurde, fiel der Effekt kleiner aus (Effektstärke – ein Maß für die Größe der Wirkung – laut Volltext 0,56 statt 1,07). Selbstbewusstsein wurde nicht gemessen. Die Autoren erklären keine Interessenkonflikte; Geldgeber nicht geprüft.
Was auf dieser Seite fehlt – und warum Eine Frage aus Kapitel 03 bleibt offen: Wie viele Menschen mit Jahresvertrag irgendwann gar nicht mehr kommen? Dazu habe ich keine Studie gefunden. Die Zahlen zum Abbruch stammen aus einem Studio mit Monatsverträgen in Brasilien, die zum Weiterzahlen ohne Besuch aus US-Clubs mit Monatsverträgen. Volltexte habe ich für sechs Arbeiten gelesen, alle anderen an der Kurzfassung geprüft; deshalb steht bei Geldgebern und Interessenkonflikten mehrfach „nicht geprüft“. Lieber eine ehrliche Lücke als eine Angabe, für die niemand geradesteht.
Zum Schluss, in eigener Sache Ich bin Personal Trainer, kein Arzt. Ich behandle nichts – ich trainiere um Beschwerden herum und Schritt für Schritt in mehr Belastbarkeit hinein. Wo ärztliche Freigabe nötig ist, fange ich ohne sie nicht an. Diese Seite erklärt, was Studien zeigen, und ersetzt keine ärztliche Beratung.