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die fittermacher
Die Kettenreaktion
Wissen · Stefan Trost
Krafttraining · Körper · Kopf · Gewohnheit

Die Ketten­reaktion: Was regelmäßiges Krafttraining in Dir auslöst

Regelmäßiges Krafttraining macht Dich stärker, meist auch muskulöser, und tut im Mittel Blutzucker, Blutdruck, Schlaf und Stimmung gut. Gewohnheit braucht Monate, ein Freibrief fürs Essen ist es nicht.

Die Kettenreaktion durch regelmäßiges Krafttraining beginnt im Körper, setzt sich im Kopf fort und endet dort, wo Training zu Dir gehört.

Jedes Glied stützt sich auf Studien, die ganze Kette auf keine: Manche hängen zusammen, manche laufen nebeneinander. Was Training nicht von allein bringt, steht im Faktencheck und in Kapitel 07.

2 Tage
pro Woche, mindestens: so oft empfiehlt die Weltgesundheitsorganisation Krafttraining1
2–3 Monate
dauerte es in einer US-Fitnesskette, bis der Gang ins Studio zur Gewohnheit wurde2
63 %
der Neuen kündigten in einem einzelnen Studio in Brasilien vor dem dritten Monat3

Die Kettenreaktion in drei Ketten – Glied für Glied

Unter jedem Glied steht kurz, was die Studien zeigen – für die ganze Kette fand ich keine.

Kette 1

Die Körper-Kette

01

Trainierst Du regelmäßig, wirst Du stärker.

Anfangs steigt die Kraft schneller als der Muskel, vor allem weil Deine Nerven ihn besser ansteuern.4, 5

02

Bleibst Du dran, wächst meist auch der Muskel.

Messbar nach wenigen Wochen, anfangs zum Teil durch Wasser.6, 7, 8, 9

03

Für mehr Muskel müssen die Gewichte nicht schwer sein.

Leichtere bauten in Studien ähnlich viel Muskel auf wie schwere – wenn die letzten Wiederholungen richtig fordern, aber noch sauber gehen.10, 11

04

Eiweiß legt beim Muskelaufbau etwas drauf – bis rund 1,6 Gramm je Kilo Körpergewicht am Tag.

Bis dahin brachte mehr Eiweiß im Mittel mehr fettfreie Masse, also alles außer Fett; das meiste brachte das Training.12

05

Trainierte Muskeln nehmen Zucker leichter aus dem Blut auf.

Auch ohne Fettverlust (kleine Studie); bei Typ-2-Diabetes sank mit Krafttraining der Langzeitblutzucker (HbA1c), der Mittelwert über Wochen.13, 14, 15, 16

06

Krafttraining senkt den Blutdruck im Mittel etwas.

Der obere Wert sank um 4,6 mmHg, der Einheit des Blutdrucks; bei Bluthochdruck ist Ausdauer besser untersucht, mit Blutdrucksenkern ein Zusatzeffekt unsicher.17, 18, 19

07

Bei Frauen nach den Wechseljahren wirkte Krafttraining günstig auf die Knochendichte.

Ähnlich wie Gehen, Laufen oder Springen; ob weniger Knochen brechen, zeigen die Studien nicht.20, 21

08

Nimmst Du ab, bremst Krafttraining den Muskelverlust.

In sechs Studien mit stark übergewichtigen Älteren verhinderte es ihn fast ganz; Fett verlierst Du vor allem übers Essen.22, 23, 24, 25

09

Regelmäßiges Krafttraining verbessert im Mittel den Schlaf, am deutlichsten die Schlafqualität.

Für wen genau, ließ sich nicht prüfen; bei Menschen mit Schlafproblemen ist das noch wenig untersucht.26

10

Nach einer Nacht mit höchstens sechs Stunden Schlaf leistest Du im Mittel weniger.

Durchgängig nachweisbar nur nach durchwachter Nacht oder zu frühem Wecken; bei der Kraft wenig, morgens getestet kaum.27

11

Krafttraining machte Ältere deutlich kräftiger und erleichterte das Aufstehen vom Stuhl.

Und über Jahre hatten Erwachsene, die regelmäßig ihre Muskeln trainierten, seltener Diabetes und starben seltener früh – ein Zusammenhang, kein Beweis.28, 29

Rom wurde nicht an einem Tag erbaut – Muskeln auch nicht.

Kette 2

Die Kopf-Kette

1

Nach einer Einheit hebt sich die Stimmung im Mittel etwas.

Bewegung jeder Art, gemessen bis eine halbe Stunde danach gegen vorher; die Studien streuten stark.30

2

Über Wochen sinken mit Krafttraining depressive Beschwerden und Angst.

In sorgfältigeren Studien sanken die Beschwerden weniger als in anderen; zur Angst gibt es weniger Studien.31, 32

3

Training macht das Bild von Deinem Körper im Mittel etwas freundlicher.

Fachleute sagen Körperbild; die Wirkung war im Mittel klein.33, 34

4

Bei Jugendlichen und bei Menschen ab 65 stieg mit Training auch der Selbstwert.

Gemeint ist, wie viel Du Dir selbst wert bist – erste Hinweise aus wenigen Studien.35, 36

5

Schlafmangel drückt die Stimmung.

In vielen Versuchen mit Gesunden senkte er die guten Gefühle und erhöhte die Angst.37

6

Wer fest damit rechnet, dass er es schafft, bleibt eher dabei.

Ein Zusammenhang; was davon Ursache ist und was Folge, ist offen.38, 39

Kette 3

Gewohnheit und Identität

1

Die ersten Monate sind die kritischen.

Fast zwei Drittel der Neuen kündigten in einem Studio in Brasilien vor dem dritten Monat.3

2

Je mehr Dir das Training selbst Freude macht, desto eher bleibst Du dran.

Freude sagte das verlässlicher voraus als Gesundheitsgründe, bei denen die Studien uneins sind – ein Zusammenhang, kein Beweis.40, 41

3

Fühlt sich eine Einheit schon währenddessen gut an, trainierst Du später eher weiter.

Ein Zusammenhang bei mäßig anstrengenden Einheiten; wie es sich danach anfühlte, sagte nichts voraus.42

4

Gehst Du oft und regelmäßig, wird das Losgehen zur Gewohnheit.

Rund zwei bis drei Monate in einer US-Fitnesskette, nicht 21 Tage.2, 43, 44 Mein Rat: Bei zwei Tagen pro Woche plan mit Monaten.

5

Gewohnheit lässt sich üben.

In einer kleinen Studie bewegten sich Studio-Neulinge nach einem Workshop zu Erinnerungssignalen und festen Zeiten messbar mehr.45

6

Je fester die Gewohnheit, desto weniger hängt Dein Training davon ab, wie entschlossen Du gerade bist.

In einer Studie ging sie gerade an Tagen mit weniger Entschlossenheit als sonst mit mehr Bewegung einher.46, 47

7

Wer sich als Trainierenden sieht, bleibt im Mittel regelmäßiger dabei.

Ein Zusammenhang – und dieses Bild von Dir wächst langsam.48, 49

8

Je länger die Pause, desto unwahrscheinlicher der nächste Besuch.

Tröstlich: In einer kleinen Studie hielt die Kraft eine Pause von 20 Wochen besser durch als der Muskel.2, 50 Mein Rat: Fang früh und klein wieder an.

Die drei Ketten zusammen Mein Rat: zwei feste Trainingstage pro Woche, genug Eiweiß, Schlaf schützen, Fortschritt aufschreiben und nach einer Pause klein wieder anfangen (Kapitel 02).1, 12 Mit Bluthochdruck, Diabetes, geringer Knochendichte, einer Nierenerkrankung oder anderen Vorerkrankung klärst Du mit Deinem Arzt, wie hart Du trainieren darfst und wie viel Eiweiß passt; mit Insulin oder manchen Diabetes-Tabletten kann der Blutzucker beim Training und danach zu tief fallen.16 Deine Tabletten änderst Du nie allein (Kapitel 01). Drei Ketten, ein Startpunkt: Deine nächste Einheit.
01Gilt das für Dich?

Wer Du bist – und was die Kette für Dich heißt

Je nachdem, wo Du stehst, fällt die Antwort etwas anders aus. Lies die Karten, die auf Dich passen. Wo ich etwas einordne, statt eine Quelle wiederzugeben, steht „Meine Einordnung“ oder „Mein Rat“ davor. „Auswertung“ und „Übersicht“ heißen hier: viele Studien zusammen betrachtet.

Du fängst gerade an

Kraft kommt schnell, Muskel später, die Gewohnheit zuletzt

In einer kleinen Studie mit jungen Gesunden stieg die Maximalkraft in fünf Wochen um 39 Prozent, der Muskelquerschnitt um rund 7 Prozent.6 In zusammengeführten Daten mehrerer Trainingsstudien waren es im Mittel gut ein Fünftel mehr Kraft, mit großen Unterschieden von Mensch zu Mensch.9 Am längsten braucht die Gewohnheit, und gerade die ersten Monate sind kritisch: In einem Studio in Brasilien kündigten fast zwei Drittel der Neuen vor dem dritten Monat.2, 3 Mein Rat: Lass Dir die Übungen am Anfang zeigen, miss Deinen Fortschritt an Gewichten und Wiederholungen, nicht allein am Spiegel, und plan von Anfang an in Monaten.

Du trainierst schon seit ein paar Monaten

Das Schwerste liegt hinter Dir – die Gewohnheit wächst noch

Du hast die Zeit hinter Dir, in der in einem Studio die meisten kündigten.3 Zur Gewohnheit wird Training eher nach Monaten als nach Wochen; in Studien lagen die mittleren Werte bei Gesundheitsgewohnheiten allgemein bei zwei bis fünf Monaten, in einer großen US-Fitnesskette bei zwei bis drei.2, 51 Zwei Einheiten pro Woche entsprechen dem, was die Weltgesundheitsorganisation (WHO) Erwachsenen an Krafttraining empfiehlt: Übungen für die großen Muskelgruppen an zwei oder mehr Tagen pro Woche, mit mindestens mittlerer Anstrengung.1 Mein Rat: Schreib Deinen Fortschritt auf und halt Deine festen Tage – und schau, ob Du an Trainingstagen mehr Alkohol trinkst als sonst; wenn ja, hilft eine feste Regel für diese Tage.

Du willst abnehmen

Das Fett verlierst Du vor allem übers Essen – Krafttraining bremst dabei den Muskelverlust

Krafttraining allein senkt das Körperfett wenig: in Auswertungen vieler Studien um gut ein halbes Kilo bei Gesunden und um rund ein Kilo bei Übergewichtigen.24, 25 Kam weniger Essen dazu, verloren Übergewichtige über einige Monate im Mittel rund fünf Kilo Fett und kaum Magermasse – alles außer Fett, vor allem Muskel und Wasser; fast dasselbe wie „fettfreie Masse“. Das sind erste Hinweise aus wenigen Studien ohne Vergleich mit Diät allein.25 Im direkten Vergleich verlor Ausdauertraining mehr Fett als Krafttraining; beides zusammen verlor so viel wie Ausdauer allein und legte mehr Magermasse zu – in einer Studie über acht Monate.52 Gegenüber Abnehmen ohne Training verhinderte Krafttraining den Verlust an Magermasse in sechs Studien mit stark übergewichtigen Älteren fast ganz; in einer großen Studie mit Menschen ab 65 ging damit weniger verloren als mit Ausdauer.22, 23 Mein Rat: Wenn Du nur Zeit für eines hast, nimm das, was Du durchhältst. Mehr zum Vergleich steht auf meiner Seite „Kraft oder Ausdauer: Was bringt mehr?“.

Du hast schon oft wieder aufgehört

Das ist normal – entscheidend ist der Wiedereinstieg

In einer norwegischen Studie mit Studio-Neulingen trainierte nach einem Jahr nur gut ein Drittel derer, die antworteten, nach eigener Angabe regelmäßig, also mindestens zweimal pro Woche; durchgehend, bei allen drei Befragungen, trainierte nur etwa jeder Sechste regelmäßig.38 Was Rückfälle vorhersagte, war in einer Übersicht durchgängig nur eines: die Zuversicht, es zu schaffen – Fachleute sagen Selbstwirksamkeit.39 Mein Rat: Fang nach einer Pause mit einem Programm an, das Dir fast zu leicht vorkommt, an festen Tagen (Kapitel 02).

Du schläfst schlecht

Training kann helfen – und Schlaf hilft dem Training

Regelmäßiges Krafttraining verbesserte in Studien den Schlaf – bei Menschen, die oft schlecht schlafen, ist das aber noch wenig untersucht –, und zu wenig Schlaf macht hungriger und kostet Leistung.26, 27, 53 Mein Rat: Leg harte Einheiten nicht in die letzte Stunde vor dem Schlafen und plan mindestens sieben Stunden Schlaf ein – so viel empfehlen zwei Fachgesellschaften Erwachsenen bis 60; über 60-Jährige haben sie in dieser Empfehlung nicht betrachtet.54, 55 Hält die Schlafstörung an, sprich mit Deinem Arzt darüber.

Du bist über 60

Der Muskel wächst weiter – das Testosteron steigt nicht

Auch jenseits der 50 legten Menschen mit Krafttraining in einer Auswertung im Mittel gut ein Kilo Magermasse zu, mit höherem Alter etwas weniger.56 Oft heißt es, Krafttraining hebe das Testosteron; bei Männern ab 60 stieg das Testosteron in Ruhe durch Krafttraining im Mittel nicht.57 Bei Älteren hob Training jeder Art in ausgelosten Studien – das Los entschied, wer trainierte – den Selbstwert; das sind erste Hinweise mit großer Unsicherheit.36 Ab 65 rät die WHO zusätzlich, an drei oder mehr Tagen pro Woche vielseitig zu trainieren, vor allem Gleichgewicht und Kraft – als Teil der Bewegung pro Woche; eine solche Einheit kann Kraft, Gleichgewicht und Ausdauer verbinden, also auch an einem Krafttag stattfinden. Die zwei Krafttage für die großen Muskelgruppen gelten weiter.1 Mein Rat: Geh nicht bis ans völlige Versagen – also nicht so lange, bis in einem Satz, einer Runde Wiederholungen am Stück, keine saubere Wiederholung mehr geht; nah dran reicht. Eine Fachgesellschaft hält das völlige Versagen bei Älteren womöglich für nicht ratsam.11 Hast Du eine Erkrankung oder lange nicht trainiert, sprich vorher mit Deinem Arzt darüber, wie Du einsteigst.

Du bist eine Frau nach den Wechseljahren

Günstig für die Knochen, im Mittel auch für Blutdruck und Schlaf

Bei Frauen nach den Wechseljahren wirkte Krafttraining günstig auf die Knochendichte, ähnlich wie Gehen, Laufen oder Springen; ob weniger Knochen brechen, zeigen die Studien nicht.20, 21 Den oberen Blutdruckwert senkte Krafttraining bei Erwachsenen im Mittel um rund 4,6 mmHg; bei Bluthochdruck ist Ausdauer besser untersucht, und ob Krafttraining zu Blutdrucksenkern noch etwas dazugibt, ist unsicher.17, 18, 19 Den Schlaf verbesserte regelmäßiges Krafttraining im Mittel, bei Menschen mit Schlafproblemen ist das aber noch wenig untersucht.26 Mein Rat: Ist Dein Blutdruck erhöht oder machst Du Dir Sorgen um Deine Knochen, sprich mit Deinem Arzt darüber, wie hart Du trainieren darfst – wie dicht Deine Knochen sind, kann er messen lassen.

Du hoffst, Training macht Dich disziplinierter

Es macht Dich eher gewohnter als willensstärker

Dass Training Deine Willenskraft – Fachleute sagen Selbstkontrolle, im Alltag heißt sie oft Disziplin – wie einen Muskel stärkt, ist für den Alltag nicht belegt; auch die Theorie dahinter, Willenskraft leere sich wie ein Akku, hielt in großen Wiederholungsstudien praktisch nicht.58, 59, 60 Menschen mit viel Selbstkontrolle stützen sich nach Befragungen stärker auf gute Gewohnheiten als auf ständiges Zusammenreißen.61 Mein Rat: Bau Dir Abläufe, die Dir die Entscheidung abnehmen, statt auf Disziplin zu hoffen. Wie das geht, steht in Kapitel 02 und 05.

Medizinische Vorgeschichte

Erst die Freigabe

Bei Erkrankungen von Herz, Kreislauf, Gelenken oder Stoffwechsel klärst Du vorher mit Deinem Arzt, wie hart Du trainieren darfst. Mit Insulin oder Tabletten, die den Körper zu mehr Insulin anregen, kann der Blutzucker beim Training und noch danach zu stark fallen, bis zur Unterzuckerung. Manche Blutdrucksenker, die Betablocker, bremsen den Puls beim Training und können die Warnzeichen einer Unterzuckerung abschwächen; dann misst Du die Anstrengung besser an Deinem Gefühl als an der Pulsuhr.16 Mein Rat: Nimmst Du Tabletten gegen Diabetes oder Bluthochdruck, frag Deinen Arzt auch, ob sie beim Training etwas ändern. Deine Tabletten änderst Du nie auf eigene Faust.

Nicht Thema dieser Seite Wie Muskeln im Einzelnen wachsen, steht auf meiner Seite „Muskelwachstum: Warum Du Muskelaufbau erst nach Wochen siehst“, wie aus Eiweiß Muskel wird, auf „Proteinbiosynthese: Wie aus Eiweiß Muskel wird“. Ob Kraft- oder Ausdauertraining besser zu Deinem Ziel passt, steht auf „Kraft oder Ausdauer: Was bringt mehr?“, und wie Du im Januar anfängst und bis zum Frühjahr dabeibleibst, auf „Neujahrsvorsätze im Fitnessstudio: Warum der März entscheidet“.
02So nutzt Du es

Die Kette in Gang halten: was Du tust – und was Du lässt

Was Training nicht von allein bringt, entscheidet sich meist früh und ganz alltäglich: beim Essen, beim Schlaf und in den Wochen, in denen das Leben dazwischenkommt. Genau dort setzen die Regeln an.

✓Fang mit zwei festen Tagen pro Woche an. Übungen für die großen Muskelgruppen an zwei oder mehr Tagen pro Woche, mit mindestens mittlerer Anstrengung, empfiehlt die WHO Erwachsenen jeden Alters für die Gesundheit.1 Mein Rat: Lieber zwei Einheiten, die Du hältst, als vier, die Du nach drei Wochen aufgibst.
✓Trainier an denselben Tagen und mach vorher immer dasselbe. Beständigkeit, also immer wieder im gleichen Rahmen zu trainieren, ging in Studien am deutlichsten mit einer wachsenden Gewohnheit einher; die Belege stehen in Kapitel 05.2, 43, 44, 62 Mein Rat: Pack die Tasche am Abend vorher, immer an denselben Tagen.
✓Schreib Deinen Fortschritt auf – Gewichte, Wiederholungen, Einheiten. Wer seinen Fortschritt festhielt – am besten schriftlich oder vor anderen –, erreichte seine Ziele häufiger; so eine Auswertung von weit über hundert ausgelosten Studien aus vielen Lebensbereichen, nicht nur zum Training.63 Mein Rat: Die Waage zeigt Fett, Muskel und Wasser zusammen; miss zusätzlich Deinen Bauchumfang.
✓Wähl Übungen, die Dir Spaß machen. Bei Studio-Neulingen gehörte Freude am Training zu den stärksten Vorhersagen dafür, wer dabeiblieb; die Belege stehen in Kapitel 05.38, 41 Mein Rat: Probier verschiedene Übungen und Geräte aus, bis etwas dabei ist, das sich gut anfühlt.
✓Hol Dir Menschen, die mitziehen. Unterstützung durch Familie und Freunde und Zuspruch durch einen Trainingspartner gingen in zwei Studien mit mehr Training einher – erste Hinweise.38, 64
✓Iss für Muskelaufbau rund 1,6 Gramm Eiweiß je Kilo Körpergewicht am Tag. Bis dahin brachte mehr Eiweiß zum Krafttraining im Mittel mehr fettfreie Masse; wo genau die Grenze liegt, ist unsicher, und den größten Teil des Zuwachses brachte das Training.12 Bei 70 Kilo Normalgewicht sind das rund 112 Gramm am Tag (Rechnung in Kapitel 03). Die Zahl stammt aus Studien mit Gesunden: Mit einer Nierenerkrankung legt Dein Arzt die Menge fest, und hast Du Diabetes, frag ihn nach Deinen Nierenwerten.
✓Steuer Dein Essen bewusst, statt zu hoffen, dass Training den Heißhunger bremst. Dass Krafttraining Heißhunger senkt, ist nicht belegt, und der Mehrverbrauch ist klein (Kapitel 07).65, 66 Fett verlierst Du vor allem über das Essen; Krafttraining bremst dabei den Verlust an Magermasse (Kapitel 03).22, 23, 25 Mein Rat: Ändere eine Sache und halte sie – etwa Getränke ohne Zucker, abends nicht nebenher snacken oder eine Portion kleiner. Nimmst Du Insulin oder Tabletten, die den Körper zu mehr Insulin anregen, sprich weniger Essen vorher mit Deinem Arzt ab (Kapitel 01).
✓Schütz Deinen Schlaf – er ist ein Glied der Kette, kein Bonus. Zwei Fachgesellschaften empfehlen Erwachsenen bis 60 mindestens sieben Stunden pro Nacht; über 60-Jährige haben sie in dieser Empfehlung nicht betrachtet.55 Zu wenig Schlaf macht hungriger und kostet Leistung.27, 53
✓Rechne mit Pausen und steig klein wieder ein. Große Lebensereignisse wie Studienstart oder ein Kind können die Bewegung senken, und je länger der letzte Besuch zurücklag, desto unwahrscheinlicher wurde der nächste.2, 67 In einer kleinen Studie überstand die Kraft eine lange Pause besser als der Muskel.50 Mein Rat: Leg vorher fest, was Dein kleinstes Programm für volle Wochen ist – etwa die halbe Menge –, und fang nach einer Pause damit an, statt irgendwann mit der vollen.
✕Nimm „Ich habe trainiert, ich darf mehr essen“ nicht als Regel. Ein Kilo Muskel verbraucht in Ruhe rund 13 Kilokalorien am Tag; der neue Muskel nach einigen Monaten Training macht so im Mittel rund 10 bis 20 Kilokalorien am Tag aus (gerechnet, Kapitel 07).25, 65, 68, 69
✕Erwarte nicht, dass Training Deinen Alkoholkonsum senkt. Dass Bewegungsprogramme ihn senken, zeigte eine Übersicht nicht; an Tagen mit mehr Bewegung als sonst wurde in einer Tagebuchstudie sogar mehr Alkohol getrunken.70, 71 Mein Rat: Leg Dir für Trainingstage eine feste Regel fest.
✕Trainier nicht hart in der letzten Stunde vor dem Schlafen, wenn Du schlecht einschläfst. Vor allem in Ausdauerstudien schliefen Gesunde nach sehr hartem Training bis eine Stunde vor dem Zubettgehen womöglich später ein; früher am Abend schadete Training nicht.54
✕Hoff nicht, dass Training Dich von selbst disziplinierter macht. Dass Training Deine Willenskraft für alles andere stärkt, ist nicht belegt (Kapitel 07).58, 59 Mehr spricht für Gewohnheit: In einer Studie ging sie gerade an Tagen mit weniger Entschlossenheit als sonst mit mehr Bewegung einher.46
Wenn Du nur einen Absatz mitnimmst Krafttraining stößt die Kette an – in Gang halten musst Du sie selbst. Zwei feste Tage pro Woche, Fortschritt auf Papier, Übungen, die Dir Spaß machen; genug Eiweiß und beim Essen bewusst steuern; genug Schlaf; und nach einer Pause klein wieder anfangen. Mein Rat: Plane in Monaten, nicht in Wochen – so lange braucht eine Gewohnheit.2, 51
03Die Körper-Kette

Die Körper-Kette: was Krafttraining in Deinem Körper anstößt

Die erste Kette zeigt, was regelmäßiges Krafttraining im Körper verändert: zuerst Kraft und Muskel, dann Zucker, Blutdruck, Knochen und Schlaf. Manche Glieder hängen zusammen – Eiweiß hilft dem Muskel, Schlafmangel kostet Leistung –, andere laufen nebeneinander. Viele Studien dazu liefen mit jungen Männern; wo Frauen oder Ältere untersucht wurden, steht es dabei.

Glied 01 · Trainierst Du regelmäßig, wirst Du stärker

Anfangs wächst die Kraft schneller als der Muskel, vor allem weil das Nervensystem lernt, den Muskel besser anzusteuern – Fachleute sagen neuronale Anpassung. Das zeigen mehrere Studien; wo genau im Nervensystem es passiert, ist noch offen.4, 5 In einer kleinen Studie mit jungen Gesunden stieg die Maximalkraft in fünf Wochen um 39 Prozent.6

Glied 02 · Bleibst Du dran, wächst meist auch der Muskel – messbar nach wenigen Wochen

In den ersten drei Wochen ist die Zunahme wohl zum Teil Wasser und Schwellung: In einer kleinen Studie war der vordere Oberschenkel nach 20 Tagen je nach Messstelle 3,5 bis 5,2 Prozent dicker, zum Teil wohl durch Wasser, und in einer anderen war die Zunahme in Woche drei womöglich noch zu einem guten Teil Schwellung.6, 8 Echtes Wachstum beginnt nach Einschätzung von Forschern etwa ab der dritten bis vierten Woche.7 Kraft und Muskel wachsen dabei nicht im Gleichschritt: In Trainingsstudien mit Untrainierten legte fast ein Drittel kaum Muskel zu, aber nur wenige kaum Kraft; nach einer langen Pause war in einer kleinen Studie der Muskel wieder auf dem Ausgangswert, die Kraft nicht.9, 50 Wie eng beides zusammenhängt, darüber streiten Fachleute.72, 73

Glied 03 · Für mehr Muskel müssen die Gewichte nicht schwer sein

Leichte und schwere Gewichte bauen ähnlich viel Muskel auf, wenn Du jede Runde Wiederholungen am Stück bis ans Versagen führst – bis keine saubere Wiederholung mehr geht – oder nah heran. Nah heran reicht, sagt eine Fachgesellschaft; bei Älteren hält sie das völlige Versagen womöglich für nicht ratsam. Nur für die Maximalkraft sind schwere Gewichte besser. Die Auswertungen dazu zeigen in dieselbe Richtung, stützen sich aber meist auf kurze Studien mit jungen Untrainierten.10, 11

Glied 04 · Eiweiß legt beim Muskelaufbau etwas drauf – bis rund 1,6 Gramm je Kilo

In einer großen Auswertung von Studien über mindestens sechs Wochen brachte Krafttraining ohne Eiweißzusatz im Mittel rund 1,1 Kilo fettfreie Masse, fast dasselbe wie Magermasse; zusätzliches Eiweiß brachte 0,3 Kilo mehr – bei Menschen, die ohnehin rund 1,4 Gramm Eiweiß je Kilo Körpergewicht aßen. Bis rund 1,6 Gramm je Kilo am Tag brachte mehr Eiweiß mehr, bei 70 Kilo also rund 112 Gramm (gerechnet: 70 × 1,6); wo genau die Grenze liegt, ist unsicher, bis 2,2 Gramm könnte mehr Eiweiß noch etwas bringen. Bei Krafttrainierten brachte Eiweiß mehr als bei Neulingen, mit dem Alter weniger. Einer der Autoren erhielt Forschungsgeld und Honorare aus der US-Milchwirtschaft, zwei waren bei Firmen für Trainingsinformation tätig – mögliche Interessenkonflikte.12 Mit einer Nierenerkrankung legt Dein Arzt die Menge fest. Mehr dazu auf meiner Seite „Proteinbiosynthese: Wie aus Eiweiß Muskel wird“.

Glied 05 · Trainierte Muskeln nehmen Zucker leichter aus dem Blut auf

In einer kleinen Studie trainierten Menschen mit Typ-2-Diabetes und Gesunde nur ein Bein – dort stieg die Zuckeraufnahme stärker, als der Muskelzuwachs erklären konnte, und Fett verlor der Körper dabei nicht.13 In einer großen Auswertung senkte Krafttraining mittelfristig das nüchterne Insulin – das Hormon, das Zucker aus dem Blut in die Zellen bringt – und die Insulinresistenz: Die Zellen sprachen also besser auf Insulin an. Bei Menschen mit erhöhtem Risiko war die Wirkung größer als bei jungen Gesunden; die Studien waren von niedriger Qualität.14 In einer großen Studie mit Erwachsenen mit Typ-2-Diabetes, in der das Los die Gruppen bestimmte, sank der Langzeitblutzucker gegenüber einer Gruppe ohne Training mit Krafttraining etwas, mit Ausdauer ähnlich und mit beidem am stärksten – wobei diese Gruppe auch länger trainierte; teilnehmen durfte nur, wer eine Probephase durchgehalten hatte.15 Nimmst Du Insulin oder Tabletten, die den Körper zu mehr Insulin anregen, kann der Blutzucker beim Training und noch danach zu stark fallen, bis zur Unterzuckerung – frag Deinen Arzt, ob Deine Tabletten dazugehören und wie Du dann vorgehst.16 Mit Diabetes klärst Du vorher mit Deinem Arzt, wie hart Du trainieren darfst.

Glied 06 · Krafttraining senkt den Blutdruck im Mittel etwas

Den oberen Blutdruckwert, den Druck beim Herzschlag, senkte übliches Krafttraining mit Gewichten in einer großen Auswertung im Mittel um rund 4,6 mmHg – ähnlich wie Ausdauertraining.17 Bei Menschen mit Bluthochdruck ist Ausdauer besser untersucht: In einer früheren Auswertung war Krafttraining bei ihnen kaum untersucht und ohne gesicherte, also klar vom Zufall abgehobene Wirkung.18 Neuere Auswertungen fanden auch mit Krafttraining eine Senkung, in der größeren oben um knapp 6 mmHg – ein Hinweis aus nur mäßig guten Studien.19, 74 Wo die Teilnehmer schon Blutdrucksenker nahmen, senkte das Training den Druck im Mittel kaum weiter; einzelne Studien fanden auch dann eine zusätzliche Senkung – die Autoren deuten das selbst vorsichtig.19 Meine Einordnung: Nimmst Du schon Blutdrucksenker, rechne nicht fest damit, dass Krafttraining den Druck weiter senkt – für Kraft und Alltag lohnt es sich trotzdem. Deine Tabletten änderst Du nie allein. Mit Bluthochdruck klärst Du mit Deinem Arzt, wie hart Du trainieren darfst und welche Übungen für Dich passen.

Glied 07 · Bei Frauen nach den Wechseljahren wirkte Krafttraining günstig auf die Knochendichte

Bei Frauen nach den Wechseljahren wirkten sich Krafttraining, Belastung durch das eigene Körpergewicht – Gehen, Laufen, Springen – und beides zusammen günstig auf die Knochendichte an Wirbelsäule und Hüfte aus; einen gesicherten Unterschied zwischen den Formen gab es nicht, die Wirkung war klein bis mittel.20 Schweres Krafttraining unter Anleitung einer Fachkraft, mit Stoßbelastung etwa beim Landen nach einem kleinen Sprung, zweimal pro Woche eine halbe Stunde, hob die Knochendichte der Lendenwirbelsäule auch bei Frauen mit geringer Knochendichte; zwei Autorinnen arbeiten auch für eine Knochenklinik – ein möglicher Interessenkonflikt.21 Ob dadurch weniger Knochen brechen, zeigen diese Studien nicht – sie messen die Dichte. Wie dicht Deine Knochen sind, kann Dein Arzt messen lassen. Bei geringer Knochendichte klärst Du schweres Heben und Springen vorher mit ihm und lernst es unter Anleitung einer Fachkraft – das ist meine Einschätzung.

Glied 08 · Nimmst Du ab, bremst Krafttraining den Muskelverlust

Ältere mit Adipositas – starkem Übergewicht – verloren in einem Abnehmprogramm mit Krafttraining weniger Magermasse, also vor allem Muskel und Wasser, als mit Ausdauer; ganz verhindert hat es den Verlust dort nicht.23 Gegenüber Abnehmen ohne Training verhinderte Krafttraining ihn in einer Auswertung von sechs ausgelosten Studien mit adipösen Älteren fast ganz; Fett verloren beide Gruppen ähnlich viel.22 Das Fett verlierst Du vor allem übers Essen: Krafttraining allein senkt das Körperfett wenig, in Auswertungen vieler Studien um gut ein halbes Kilo bei Gesunden und um rund ein Kilo bei Übergewichtigen.24, 25 Warum neue Muskeln dabei kaum mehr Kalorien verbrauchen, steht in Kapitel 07.

Glied 09 · Regelmäßiges Krafttraining verbessert im Mittel den Schlaf, am deutlichsten die Schlafqualität

Regelmäßiges Krafttraining verbesserte in einer Übersicht über ausgeloste Studien den Schlaf, am stärksten die Schlafqualität; Größe des Unterschieds und Teilnehmer ließen sich nicht prüfen. Wer Krafttraining zusätzlich zu Ausdauer machte, schlief im Vergleich mit Ausdauer allein nur wenig besser. Was eine einzelne Einheit für die Nacht danach tut, ist kaum untersucht, und für Menschen, die oft schlecht schlafen, fordern die Autoren weitere Studien.26 Nur nach sehr hartem Training bis eine Stunde vor dem Zubettgehen schliefen Gesunde vor allem in Ausdauerstudien womöglich später ein (Kapitel 02).54

Glied 10 · Nach einer Nacht mit höchstens sechs Stunden Schlaf leistest Du im Mittel weniger

Nach einer Nacht mit höchstens sechs Stunden Schlaf lag die körperliche Leistung in einer großen Auswertung 7,6 Prozent niedriger, bei der Kraft knapp 3 Prozent – durchgängig nach durchwachter Nacht oder zu frühem Wecken, morgens getestet kaum; fast neun von zehn Teilnehmern waren Männer.27 Nach einer Nacht ohne Schlaf bildete der Muskel in einer kleinen Studie mit Männern und Frauen in den Stunden danach knapp ein Fünftel weniger neues Eiweiß – bei allen Männern, nicht bei allen Frauen.75 Dass sich der Muskel im Tiefschlaf repariert, ist eine Vermutung.76, 77, 78

Glied 11 · Krafttraining machte Ältere deutlich kräftiger und erleichterte das Aufstehen vom Stuhl

In einer großen Übersicht über ausgeloste Studien mit Älteren, die meist zwei- bis dreimal pro Woche hart trainierten, stieg die Kraft deutlich, das Aufstehen vom Stuhl fiel leichter, und das Gehtempo nahm etwas zu; Nebenwirkungen waren dort schlecht erfasst.28 Auch jenseits der 50 legten Menschen mit Krafttraining im Mittel gut ein Kilo Magermasse zu (Kapitel 01).56

Über viele Jahre: In Langzeitbeobachtungen mit Erwachsenen hatten Menschen, die muskelkräftigend trainierten, seltener Diabetes und starben seltener früh, auch an Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Krebs; ihr Risiko lag um ein Zehntel bis ein Sechstel niedriger. Am größten war der Abstand beim frühen Sterben, bei Herz und Kreislauf und bei Krebs bei etwa 30 bis 60 Minuten pro Woche, darüber wurde er eher kleiner; beim Diabetes sank das Risiko darüber langsamer weiter.29 Das ist keine Trainingsempfehlung, sondern eine Beobachtung über viele Jahre: ein Zusammenhang, kein Beweis, und die Autoren stufen die Sicherheit als niedrig bis sehr niedrig ein. Meine Einordnung: kein Versprechen für Dich, aber ein Grund mehr, es zu versuchen.

04Die Kopf-Kette

Die Kopf-Kette: Stimmung, Körperbild, Zuversicht

Die zweite Kette spielt im Kopf: Was macht Krafttraining mit Deiner Stimmung, mit dem Bild von Deinem Körper und mit der Zuversicht, dabeizubleiben? Die Stimmung hebt sich nach einer Einheit im Mittel etwas, über Wochen sinken depressive Beschwerden und Angst, und das Körperbild wird freundlicher – Schlafmangel zieht in die andere Richtung. Vieles davon beruht auf Fragebögen.

Drei Wörter tragen dieses Kapitel: Körperbild – wie zufrieden Du mit Deinem Körper bist; Selbstwirksamkeit – die Zuversicht „Das schaffe ich“; Selbstwert – wie viel Du Dir selbst wert bist.

Glied 1 · Nach einer Einheit hebt sich die Stimmung im Mittel etwas

Eine große Auswertung vieler Studien – Fachleute sagen Meta-Analyse – fand: Nach einer einzelnen Einheit Bewegung – untersucht waren verschiedene Arten – ging es Menschen im Mittel besser, die Stimmung stieg, Angst und gedrückte Gefühle nahmen ab; der Effekt war klein bis mittel. Gemessen wurde vorher und bis zu einer halben Stunde danach. Die Ergebnisse der einzelnen Studien gingen weit auseinander, und das ließ sich weder mit der Härte noch mit der Sportart erklären. Der Haken: Verglichen wurde vorher mit nachher, ohne eine Gruppe, die nicht trainierte – was davon am Training liegt, lässt sich so nicht trennen.30 Meine Einordnung: Wenn bei Dir nichts kommt, machst Du nichts falsch.

Glied 2 · Über Wochen sinken mit Krafttraining depressive Beschwerden und Angst

Für Krafttraining allein fasste eine Auswertung gut dreißig ausgeloste Studien zusammen, mit gesunden wie mit kranken Teilnehmern: Depressive Beschwerden sanken spürbar, in den sorgfältiger gemachten Studien aber schwächer; mit der Trainingsmenge oder dem Zuwachs an Kraft hing das nicht zusammen.31 Auch Angst ging mit Krafttraining zurück, bei Gesunden stärker als bei Menschen mit einer Erkrankung – in wenigen Studien.32 Geht es Dir seit Wochen schlecht, sprich mit Deinem Arzt darüber.

Glied 3 · Training macht das Bild von Deinem Körper im Mittel etwas freundlicher

In acht von elf Studien nur mit Krafttraining verbesserte sich das Körperbild bei Erwachsenen, etwa die Zufriedenheit mit dem Körper; nur drei Studien waren von hoher Qualität.33 Über alle Trainingsarten hinweg war der Effekt klein.34 Bei Frauen in einem Abnehmprogramm hing das bessere Körperbild mehr an den Veränderungen, die sie an sich wahrnahmen, vor allem beim Körperfett, als an den gemessenen.79

Glied 4 · Bei Jugendlichen und bei Menschen ab 65 stieg mit Training auch der Selbstwert

Bei Jugendlichen stieg mit Krafttraining vor allem die Selbstwirksamkeit, in kleinerem Maß auch der Selbstwert.35 Bei Menschen ab 65 hob Training jeder Art in ausgelosten Studien den Selbstwert, mit großer Unsicherheit über die Größe.36 Das sind erste Hinweise aus wenigen, oft kleinen Studien; eine solche Auswertung für Erwachsene zwischen diesen Altersgruppen habe ich nicht gefunden.

Glied 5 · Schlafmangel drückt die Stimmung

Eine Auswertung von 154 Studien, in denen Gesunden im Versuch der Schlaf entzogen, verkürzt oder unterbrochen wurde, fand: Jede Form von Schlafverlust senkte die guten Gefühle und erhöhte die Angst; bei schlechten Gefühlen und depressiven Beschwerden waren die Ergebnisse gemischt.37 Ob reichlich Schlaf die Stimmung über das Normale hinaus hebt, haben diese Versuche nicht geprüft. Was Schlafmangel mit Deinem Training macht, steht in Kapitel 03, Glied 10.

Glied 6 · Wer fest damit rechnet, dass er es schafft, bleibt eher dabei

Selbstwirksamkeit und Dranbleiben hängen zusammen: Bei Studio-Neulingen ging die Zuversicht, dabeizubleiben, mit regelmäßigem Training einher, und in einer Übersicht war die Selbstwirksamkeit der einzige Faktor, der Rückfälle durchgängig vorhersagte.38, 39 Was davon Ursache ist und was Folge, ist offen, schreiben die Autoren der ersten Studie selbst. Mein Rat: Setz Dir Ziele, die Du sicher schaffst, und schreib auf, was Du geschafft hast (Kapitel 02).

05Gewohnheit und Identität

Gewohnheit und Identität: wann Training zu Dir gehört

Die dritte Kette zeigt, wie Training vom Vorsatz, also dem festen Vornehmen, zur Gewohnheit wird – und irgendwann zu dem, wer Du bist. Die ersten Monate sind die schwersten; Freude trägt, und je öfter Du gehst, desto mehr nimmt Dir die Gewohnheit das Losgehen ab. Das dauert Monate, und manches davon lässt sich gezielt üben. Vieles hier sind Zusammenhänge aus Beobachtungen.

Glied 1 · Die ersten Monate sind die kritischen

In einem Studio in Brasilien kündigten 63 Prozent der Neuen vor dem dritten Monat; die vollen zwölf Monate durchgehend dabei blieben weniger als 4 Prozent. Gezählt wurden dort Kündigungen, nicht ausgebliebene Besuche.3 Bei Studio-Neulingen in Norwegen trainierte nach einem Jahr nur gut ein Drittel der Antwortenden nach eigener Angabe regelmäßig, obwohl fast neun von zehn ihren Vertrag noch hatten – meist einen Jahresvertrag, der sich nicht kündigen ließ.38

Glied 2 · Je mehr Dir das Training selbst Freude macht, desto eher bleibst Du dran

Über viele Studien gilt: Wer trainiert, weil es ihm selbst wichtig ist oder Spaß macht, bewegt sich mehr, und Freude an der Sache sagte eher das lange Dranbleiben voraus; Gründe rund um Gesundheit und Körper mal ja, mal nein. Das sind meist Zusammenhänge, und ein Mitautor der Übersicht hat die zugrunde liegende Motivationstheorie mitbegründet.40 Bei Studio-Neulingen gehörte Freude am Training zu den stärksten Vorhersagen dafür, wer im ersten Jahr regelmäßig trainierte.38

Wenn Training kippt. Bei manchen wird aus Training ein Zwang: In Fragebögen zeigen je nach Auswertung etwa 3 bis 8 von 100 regelmäßig Trainierenden Anzeichen eines Risikos für Trainingssucht – je nach Fragebogen sehr verschieden. Eine Diagnose ist das nicht, aber ein Grund, ehrlich hinzuschauen.80, 81 Wenn Training Dich mehr belastet als stärkt, sprich mit Deinem Arzt oder einem Psychotherapeuten darüber.

Glied 3 · Fühlt sich eine Einheit schon währenddessen gut an, trainierst Du später eher weiter

Wie es sich während einer mäßig anstrengenden Einheit anfühlte, sagte in einer Übersicht späteres Training voraus, das Gefühl danach nicht – ein Zusammenhang.42 Über viele Studien hing das Gefühl, dass Training angenehm ist, mit mehr Bewegung zusammen; verändern ließ es sich eher durch Erleben als durch Zureden – erste Hinweise.41 Mein Rat: Such Dir Übungen und eine Anstrengung, bei der es sich schon währenddessen gut anfühlt.

Glied 4 · Gehst Du oft und regelmäßig, wird das Losgehen zur Gewohnheit

Bei neuen Studiogängern sagte Beständigkeit – immer wieder im gleichen Rahmen zu trainieren, etwa an festen Tagen – am stärksten voraus, wie gut die Gewohnheit wuchs; in dieser Studie stand sie nach sechs Wochen, bei mindestens vier Einheiten pro Woche.43 In einer US-Fitnesskette dauerte es rund zwei bis drei Monate, bis der Gang ins Studio zur Gewohnheit wurde, geschätzt für Gruppen, nicht für einzelne Menschen.2 Oft hörst Du auch 66 Tage: Das ist der mittlere Wert einer einzelnen Studie, bei einzelnen Teilnehmern waren es 18 bis 254 Tage.51 Die Gewohnheit sitzt dabei vor allem darin, überhaupt loszugehen und sich vorzubereiten: Wie oft jemand trainierte, hing in zwei Studien von dieser Gewohnheit ab, nicht davon, ob die Einheit selbst wie von allein lief; in einer davon zählte der Vorsatz noch etwas mehr.44, 62 Meine Einordnung: Wer zwei- bis dreimal pro Woche trainiert, rechnet besser mit Monaten als mit sechs Wochen.

Glied 5 · Gewohnheit lässt sich üben

In einer kleinen Studie, in der das Los die Gruppen bestimmte, bekamen neue Studiogänger einen Workshop zur Gewohnheitsbildung und nach vier Wochen einen Auffrischungsanruf. Nach acht Wochen bewegten sie sich messbar mehr als die Vergleichsgruppe, nutzten öfter feste Auslöser – Signale, die ans Training erinnern – und trainierten beständiger; die Autoren fordern eine längere Nachbeobachtung.45 Wie das im Alltag aussieht, steht in Kapitel 02.

Glied 6 · Je fester die Gewohnheit, desto weniger hängt Dein Training davon ab, wie entschlossen Du gerade bist

Eine starke Gewohnheit ging über viele Studien mit mehr Bewegung einher, und in mehreren Untersuchungen schwächte sie die Abhängigkeit vom Vorsatz ab – Zusammenhänge, gemessen mit Fragebögen.47 In einer Studie mit Bewegungsmessern ging sie gerade an Tagen mit schwächerem Vorsatz als sonst mit mehr Bewegung einher; an Tagen mit üblichem oder starkem Vorsatz nicht. Gemessen wurde das an Studierenden über zwei Wochen, im Alltag, nicht im Studio.46

Glied 7 · Wer sich als Trainierenden sieht, bleibt im Mittel regelmäßiger dabei

Wer sich als jemanden sieht, der trainiert – Fachleute sprechen von Identität –, trainiert im Mittel regelmäßiger; das ist ein Zusammenhang aus Studien von meist mittlerer Qualität.48 Programme veränderten dieses Bild aber nur wenig, und bei Neueinsteigern änderte es sich über neun Wochen kaum – beides aus derselben Forschergruppe.49, 82

Glied 8 · Je länger die Pause, desto unwahrscheinlicher der nächste Besuch

In einer US-Fitnesskette war das die stärkste Vorhersage: Je länger der letzte Besuch zurücklag, desto unwahrscheinlicher wurde der nächste – laut den Autoren eine Richtung, ohne statistische Absicherung.2 Große Lebensereignisse können viel umwerfen: Studienstart oder ein Kind, bei jungen Frauen auch eine Trennung, senkten in Studien die Bewegung in der Freizeit, der Eintritt in die Rente hob sie.67 Deine Kraft ist nach einer Pause womöglich nicht ganz weg: Nach 20 Wochen Pause lag sie in einer kleinen Studie noch über dem Ausgangswert, der Muskel nicht.50 Mein Rat: Fang früh wieder an – nicht dort, wo Du aufgehört hast, sondern mit einem Programm, das Dir fast zu leicht vorkommt, an festen Tagen.

06Faktencheck

Was Du über die Kettenreaktion hören wirst – und was davon stimmt

Rund um Krafttraining, Abnehmen und Gewohnheit kursieren feste Überzeugungen – Du hörst sie im Studio, von Freunden, im Netz. Von diesen zehn Aussagen stimmt eine, drei stimmen halb, sechs stimmen so nicht. In dieser Liste heißt ✓ stimmt, ~ stimmt halb, ✕ stimmt so nicht. Wie sicher die Datenlage jeweils ist, steht in Kapitel 08.

~„Muskeln verbrennen Fett im Schlaf.“ Stimmt halb. Muskeln verbrauchen auch nachts Energie, aber wenig: ein Kilo rund 13 Kilokalorien am Tag.65 Zum Abnehmen reicht das nicht (Kapitel 07).
✕„Wer Muskeln aufbaut, kann mehr essen.“ Stimmt so nicht. Neue Muskeln verbrauchen nur wenig mehr, nach einigen Monaten im Mittel rund 10 bis 20 Kilokalorien am Tag – das reicht nicht für mehr Essen (Kapitel 07).25, 65, 68, 69
~„Am Anfang wird man stärker, ohne dass die Muskeln wachsen.“ Stimmt halb. Die Kraft steigt anfangs vor allem über das Nervensystem, aber der Muskel wird früh messbar dicker – in den ersten Wochen zum Teil durch Wasser und Schwellung, echtes Wachstum etwa ab Woche drei bis vier.4, 6, 7, 8
✕„Schwankender Blutzucker ist der Grund für Heißhunger.“ Stimmt so nicht – gezeigt ist das nicht: Starke Abfälle gingen in einer großen Beobachtungsstudie mit Gesunden nur mit etwas mehr Hunger einher; Versuche zum Heißhunger widersprechen sich.83, 84, 85 Mein Rat: Nimmst Du Insulin oder Tabletten gegen Diabetes, besprich plötzlichen starken Hunger mit Deinem Arzt.
✓„Krafttraining verbessert den Schlaf.“ Stimmt im Mittel. Nach einer Übersicht über ausgeloste Studien verbesserte regelmäßiges Krafttraining den Schlaf, am deutlichsten die Qualität; Größe des Unterschieds und Teilnehmer ließen sich nicht prüfen, und bei Menschen mit Schlafproblemen ist es wenig untersucht.26
~„Krafttraining macht selbstbewusster.“ Stimmt halb. Das Bild vom eigenen Körper wird meist etwas besser, und bei Jugendlichen stieg mit Krafttraining auch der Selbstwert, bei Menschen ab 65 mit Training jeder Art. Ob es auch im Alltag selbstbewusster macht, dazu habe ich keine Studie gefunden.33, 35, 36
✕„Training trainiert Deine Willenskraft für alles andere.“ Stimmt so nicht – im Alltag ist das kaum untersucht: Ich habe dazu nur eine Studie gefunden, ohne getrennte Vergleichsgruppe; in Laboraufgaben zur Selbstkontrolle schnitten Menschen ab 45 nach Training nur etwas besser ab. Die Theorie dahinter, Willenskraft leere sich wie ein Akku, hielt in großen Nachprüfungen in vielen Laboren praktisch nicht.58, 59, 60, 86, 87
✕„Wer Sport macht, lebt automatisch gesünder.“ Stimmt so nicht. Bewegung geht oft mit gesünderem Essen und Schlaf einher, aber das ist ein Zusammenhang, kein Automatismus – und wer sich mehr bewegt, trinkt in Bevölkerungsstudien im Mittel eher mehr Alkohol, in einer Tagebuchstudie nur an Tagen mit mehr Bewegung.71, 88
✕„Krafttraining treibt Dein Testosteron hoch.“ Stimmt so nicht. Das Testosteron in Ruhe stieg durch Krafttraining im Mittel nicht – untersucht an Männern, auch ab 60.57, 89 Viel Beintraining ließ Testosteron und Wachstumshormon in einer kleinen Studie kurz ansteigen; der trainierte Arm wuchs dadurch nicht stärker (Kapitel 07).90
✕„Nach 21 Tagen ist es eine Gewohnheit.“ Stimmt so nicht. In einer US-Fitnesskette dauerte es rund zwei bis drei Monate, bei anderen Gesundheitsgewohnheiten im Mittel zwei bis fünf, bei Einzelnen bis fast ein Jahr; die 21 Tage gehen laut einer Übersicht auf ein Buch zurück.2, 51
Kurz gesagt Alle sechs Aussagen, die so nicht stimmen, machen es einfacher, als es ist: mehr essen dürfen, eine einzige Ursache für Heißhunger, Willenskraft gratis dazu, Gesundheit von allein, Testosteron als Antrieb, die Gewohnheit nach drei Wochen.
07Grenzen

Was Krafttraining nicht von allein leistet – und was die Daten offenlassen

Zur Ehrlichkeit gehört beides: was Krafttraining nicht von allein leistet – und wo die Daten dünn sind.

✕Kein Selbstläufer. In einem Studio in Brasilien kündigten fast zwei Drittel der Neuen vor dem dritten Monat; in einer norwegischen Studie trainierte nach einem Jahr nur gut ein Drittel der Antwortenden nach eigener Angabe regelmäßig.3, 38
✕Nicht für jeden gleich. Bei gleichem Training wuchs der Bizeps bei manchen gar nicht, bei anderen um mehr als die Hälfte.91
✕Schlafmangel und Stress bremsen mit. Mit kurzem Schlaf verloren Übergewichtige beim Abnehmen – ohne Training gemessen – in einer kleinen Studie weniger Fett und mehr Magermasse; gestresste Studierende legten im Krafttraining weniger an Kraft zu.92, 93
✕Keine Behandlung. Diese Seite erklärt, was regelmäßiges Krafttraining in Körper, Kopf und Gewohnheit auslöst – sie stellt keine Diagnose und ersetzt keine Therapie.

Was nicht von allein kommt

Manches, was oft als Glied der Kette erzählt wird, kommt nicht von allein. Hier jeweils zuerst die naheliegende Annahme, dann, was die Studien zeigen.

Mehr Verbrauch. Naheliegend wäre: Mehr Muskeln verbrennen viel mehr, auch im Schlaf. Die Richtung stimmt, die Größe ist klein: Ein Kilo Muskel verbraucht in Ruhe etwa 13 Kilokalorien am Tag, auch nachts – ein bewährter Schätzwert, den eine Messstudie bestätigte;65 neuer Muskel nach einigen Monaten Training macht so rund 10 bis 20 Kilokalorien am Tag aus (Rechenweg unten). Der Ruheumsatz – oft Grundumsatz genannt, das, was Dein Körper in völliger Ruhe verbraucht – stieg durch Krafttraining in einer Auswertung um knapp 100 Kilokalorien am Tag, bei großer Unsicherheit; woher der Rest kommt, ist offen.94 Auch der Nachbrenneffekt, der Mehrverbrauch in den Stunden nach einer Einheit, ist meist klein: selbst nach langen, harten Einheiten nach einer Übersicht 6 bis 15 Prozent dessen, was die Einheit kostete; eine kleine Studie mit jungen Männern maß nach einer Dreiviertelstunde zügigen Radfahrens gut ein Drittel dessen, was das Radfahren kostete, und für Krafttraining ist er wenig untersucht.95, 96

Was neuer Muskel zusätzlich verbraucht · aus Studienwerten gerechnet Ein Kilo Muskel in Ruhe: rund 13 kcal am Tag Zuwachs an Magermasse nach einigen Monaten Krafttraining, im Mittel: 0,8 kg (Übergewichtige; junge Frauen) bis 1,53 kg (junge Männer, rund zehn Wochen) 0,8 × 13 = 10,4 · 1,53 × 13 = 19,9 Rund 10 bis 20 Kilokalorien am Tag mehr – ein Zehntel bis ein Fünftel der knapp 100, um die der Ruheumsatz stieg. Dafür bräuchte es gut sieben Kilo neuen Muskel (96 ÷ 13 = 7,4).

gerechnet Von mir aus den Werten der Studien gerechnet.25, 65, 68, 69, 94 Gemessen wurde der Zuwachs als Magermasse, die auch Wasser enthält – die Werte sind eher eine Obergrenze; einzelne Menschen streuen weit um diese Mittelwerte. Mehr dazu auf meiner Seite „Zehn Sätze aus dem Studio: Was stimmt?“.

Mehr essen. Naheliegend wäre: Wer mehr verbrennt, darf mehr essen und nimmt trotzdem ab. Dafür ist der Mehrverbrauch zu klein. In Studien mit Ausdauertraining nahmen viele sogar weniger ab, als der Mehrverbrauch erwarten ließ – ob sie mehr aßen oder sich sonst weniger bewegten, wurde dort meist nicht gemessen; für Krafttraining fand eine Übersicht bisher eher keinen solchen Ausgleich.66, 97 Oft heißt es auch, Kohlenhydrate würden schnell zu Fett. Beim Menschen wird Zucker kaum direkt zu Fett; wer aber mehr isst, als er verbraucht, setzt trotzdem Fett an.98 Wie Zucker auf Deinen Blutzucker wirkt, ist eine andere Frage.

Weniger Heißhunger. Naheliegend wäre: Training hält den Blutzucker ruhig, und damit verschwindet der Heißhunger. In einer großen Beobachtungsstudie – sie schaut nur zu, was Menschen ohnehin tun, und zeigt Zusammenhänge, keine Ursachen – waren Gesunde nach stärkerem Zuckerabfall etwas hungriger und aßen mehr; mitfinanziert hat sie eine Firma, bei der fünf der Autoren arbeiteten, ein möglicher Interessenkonflikt.83 Versuche zum Heißhunger – einer nur mit Frauen – widersprechen sich; nach einer Einheit Krafttraining war der Appetit eher gedämpft, in einer ausgelosten Studie wie nach Sitzen; über Wochen gibt es kaum Studien.66, 84, 85, 99 Dass Training und gesünderes Essen zusammengehen, dafür gibt es erste Hinweise, meist nach eigenen Angaben; ob über weniger Heißhunger, dazu habe ich keine Studie gefunden.100, 101, 102, 103

Bessere Hormone. Naheliegend wäre: Training bringt die Hormone ins Gleichgewicht, hebt das Testosteron und lässt Dich darüber besser schlafen. Ein Gleichgewicht der Hormone ist kein Messwert, einzelne Hormone lassen sich prüfen: Die Wirkung von Insulin verbessert sich (Kapitel 03), das Testosteron in Ruhe steigt durch Krafttraining im Mittel nicht – untersucht an Männern, auch ab 60 –, und kurze Hormonspitzen nach einer Einheit ließen in einer kleinen Studie den Muskel nicht stärker wachsen.57, 89, 90 Dass besserer Schlaf über bessere Hormone läuft, zeigt keine Studie, die ich gefunden habe. Gemessen ist die Gegenrichtung: Nach einer Woche mit fünf Stunden Bettzeit lag das Testosteron junger Männer tagsüber um 10 bis 15 Prozent niedriger, und nach zwei kurzen Nächten sank das sättigende Hormon Leptin, das Hungerhormon Ghrelin stieg, und junge Männer waren um knapp ein Viertel hungriger, besonders auf Kalorienreiches.53, 104

Mehr Willenskraft und Selbstvertrauen im Alltag. Naheliegend wäre: Wer im Training durchhält, hat auch sonst mehr Willenskraft – Fachleute sagen Selbstkontrolle – und mehr Selbstvertrauen. Im Alltag ist das kaum untersucht: Ich habe nur eine Studie ohne getrennte Vergleichsgruppe gefunden, in der Menschen nach zwei Monaten Training angaben, weniger zu rauchen und zu trinken und gesünder zu essen; in Laboraufgaben, bei denen man einen ersten Impuls unterdrücken muss, schnitten Menschen ab 45 nach einem Trainingsprogramm etwas besser ab.58, 86, 87 Die Theorie dahinter, Willenskraft leere sich wie ein Akku, hielt in drei großen Wiederholungsstudien kaum.59, 60, 105 Dass mehr Kraft von selbst mehr Selbstvertrauen im Alltag bringt, dazu habe ich keine Studie gefunden. Was eher trägt, ist Gewohnheit: Menschen mit viel Selbstkontrolle stützen sich nach Befragungen stärker auf gute Gewohnheiten als auf ständiges Zusammenreißen.61

Weniger Alkohol, früher ins Bett. Naheliegend wäre: Wer trainiert, trinkt weniger und geht früher schlafen. Wer sich mehr bewegt, trinkt nach großen Bevölkerungsstudien im Mittel eher etwas mehr Alkohol, in einer Tagebuchstudie nur an Tagen, an denen er sich mehr bewegte als sonst – Zusammenhänge, keine Ursachen; dass Bewegungsprogramme das Trinken senken, zeigte eine Übersicht nicht.70, 71, 88 Dass Training die Schlafenszeit nach vorn verschiebt, dazu habe ich bei einer gezielten Suche keine Studie gefunden. Mein Rat: Willst Du weniger trinken oder früher schlafen, nimm Dir das eigens vor – etwa mit einer festen Regel für Trainingstage. Fällt Dir das beim Trinken schwer, sprich mit Deinem Arzt darüber.

Ein Kreis, der sich selbst verstärkt. Naheliegend wäre: Mehr Energie, härteres Training, mehr Selbstvertrauen, noch mehr Energie – irgendwann läuft die Kette von selbst. Als Ganzes gemessen hat das keine Studie, die ich gefunden habe. Ein Glied lief sogar andersherum: Frauen um die 60 mit Schlafstörung trainierten nach Nächten, in denen sie lange zum Einschlafen brauchten, kürzer; eine Einheit hing aber nicht mit der folgenden Nacht zusammen – in einer kleinen Studie mit Ausdauertraining.106 Und was Du aufgebaut hast, bleibt nicht von allein: Nach 20 Wochen Pause war der Muskel in einer kleinen Studie wieder auf dem Ausgangswert (Kapitel 05).50

Wo die Daten dünn sind

Vieles in der Kopf-Kette und bei der Gewohnheit beruht auf Selbstauskunft in Fragebögen.35, 38, 71 Viele Studien zum Körper sind klein und liefen oft nur mit jungen Männern.53, 90, 104 Zu Identität, Alkohol und langfristiger Gesundheit gibt es vor allem Zusammenhänge aus Beobachtungen, keine Versuche, in denen das Los entschied.29, 48, 88 Die Stimmung nach einer Einheit wurde nur vorher gegen nachher gemessen.30 Einige Befunde stammen aus Ausdauertraining, darunter die Studien zum Ausgleich beim Essen.54, 87, 96, 97, 100, 106 Die Daten zum Zuckerstoffwechsel stammen oft von Menschen mit Übergewicht oder Typ-2-Diabetes, die zu den Knochen von Frauen nach den Wechseljahren – und gemessen wurde dort die Dichte, nicht, wie oft Knochen brechen.13, 14, 15, 20, 21 „Keine Studie gefunden“ heißt: In den Studien, die ich für diese Seite gesucht und gelesen habe – vor allem über PubMed, die Studiendatenbank der US-Nationalbibliothek für Medizin, Stand Oktober 2026 –, war keine dabei. Es heißt nicht, dass es keine gibt.

Muskeln verbrauchen auch in Ruhe Energie

Heißt nicht: Du darfst mehr essen

Naheliegend wäre: Mit mehr Muskeln isst Du Dich nicht mehr dick. Der Mehrverbrauch ist aber klein: Ein Kilo Muskel verbraucht in Ruhe rund 13 Kilokalorien am Tag.65

Eine Gewohnheit nimmt Dir das Losgehen ab

Heißt nicht: Nichts kann Dich mehr umwerfen

Naheliegend wäre: Wer einmal eine Gewohnheit hat, bleibt dabei. Große Lebensereignisse können die Bewegung aber senken, und je länger die Pause, desto unwahrscheinlicher der nächste Besuch.2, 67

Medizinische Vorgeschichte

Im Mittel, nicht im Einzelfall

Die Studien auf dieser Seite zeigen, was im Mittel für eine Gruppe gilt. Mit einer Vorerkrankung zählt Dein eigener Fall – den klärst Du mit Deinem Arzt.

08Wie sicher

Wie sicher ist das alles?

Nicht jede Aussage auf dieser Seite steht gleich fest. Damit Du weißt, worauf Du Dich verlassen kannst, hier die Einordnung in Alltagssprache – zuerst die drei Ketten samt den Regeln aus Kapitel 02, dann, was nicht von allein kommt (Kapitel 07).

So lesen sich die Stufen: gut belegt – viele Studien oder eine große Auswertung, alle in dieselbe Richtung; belegt – gute Daten, aber mit Grenzen; erste Hinweise – wenige oder kleine Studien; uneinheitlich – Studien widersprechen sich; nicht belegt – Studien fanden keinen Effekt, oder ich habe keine gefunden. Bei „nicht belegt“ steht in jeder Zeile dabei, welches von beidem gilt: „geprüft, kein Effekt“ oder „keine Studie gefunden“ beziehungsweise „kaum untersucht“.

AussageEinordnung
Die Kraft steigt anfangs stärker als der Muskel, vor allem über das Nervensystembelegt – mehrere Studien; wo genau, ist offen
Der Muskel wächst messbar nach wenigen Wochen, echtes Wachstum etwa ab Woche drei bis viererste Hinweise – kleine Studien; anfangs zum Teil Wasser und Schwellung
Leichte wie schwere Gewichte bauen ähnlich viel Muskel, wenn die Sätze bis ans oder nah ans Versagen gehenbelegt – mehrere Auswertungen in dieselbe Richtung, meist kurze Studien mit jungen Untrainierten
Bis rund 1,6 Gramm je Kilo bringt mehr Eiweiß mehr fettfreie Massegut belegt – eine große Auswertung; wo genau die Grenze liegt, ist unsicher
Trainierte Muskeln nehmen Zucker leichter aufbelegt – laut der US-Fachgesellschaft für Sportmedizin bessert Krafttraining bei Typ-2-Diabetes die Insulinwirkung typischerweise um 10 bis 15 Prozent; „auch ohne Fettverlust“ zeigt erst eine kleine Studie
Bei Typ-2-Diabetes senkt Krafttraining den Langzeitblutzuckerbelegt – eine große ausgeloste Studie, ähnlich wie Ausdauer; beides zusammen am stärksten, bei mehr Trainingszeit
Krafttraining senkt den Blutdruck im Mittel etwas, ähnlich wie Ausdauerbelegt – große Auswertungen; bei Bluthochdruck ist Ausdauer besser untersucht, für Krafttraining gibt es dort Hinweise aus mäßig guten Studien; ob zusätzlich zu Blutdrucksenkern, ist unsicher
Krafttraining wirkt nach den Wechseljahren günstig auf die Knochendichtebelegt – eine Auswertung und eine ausgeloste Studie mit Frauen; gemessen an der Dichte, nicht an Brüchen
Beim Abnehmen bremst Krafttraining den Muskelverlust; das Fett senkt es allein wenigbelegt – mit adipösen Älteren: gegen Abnehmen ohne Training eine Auswertung von sechs ausgelosten Studien (fast ganz verhindert), gegen Ausdauer eine große ausgeloste Studie (gebremst); zum Fett Auswertungen
Regelmäßiges Krafttraining verbessert im Mittel den Schlaf, am meisten die Qualitätbelegt – Übersicht über 13 ausgeloste Studien; Teilnehmer nicht geprüft, bei Schlafproblemen wenig untersucht
Nach höchstens sechs Stunden Schlaf sinkt die körperliche Leistung im Mittel etwasbelegt – große Auswertung; bei der Kraft wenig, morgens kaum, fast nur Männer
Krafttraining macht Ältere kräftiger und erleichtert das Aufstehen vom Stuhlgut belegt – große Übersicht über viele ausgeloste Studien
Muskelkräftigendes Training geht über Jahre mit weniger Risiko einher, am deutlichsten bei 30 bis 60 Minuten pro Wocheerste Hinweise – nur Beobachtungsstudien: Zusammenhang, keine Ursache; keine Trainingsempfehlung
Zwei Tage Krafttraining pro Woche für die großen Muskelgruppen nützen der Gesundheitbelegt – Leitlinie der WHO, Datenlage nach ihrer Einstufung mittel
Nach einer Einheit steigt die Stimmung im Mittelbelegt – große Auswertung vieler Studien, aber nur vorher gegen nachher
Über Wochen sinken mit Krafttraining depressive Beschwerden und Angstbelegt – für depressive Beschwerden viele ausgeloste Studien, in den sorgfältigeren schwächer; zur Angst weniger Studien
Training verbessert das Körperbildbelegt – mehrere Studien, nur wenige von hoher Qualität; kleine Effekte
Training hebt den Selbstwerterste Hinweise – wenige kleine Studien; Auswertungen nur zu Jugendlichen und zu Menschen ab 65 gefunden
Schlafmangel drückt die guten Gefühle und erhöht die Angstgut belegt – große Auswertung von 154 Versuchen mit Gesunden
Selbstwirksamkeit sagt voraus, wer dranbleibt und wer rückfällig wirdbelegt – als Zusammenhang, Richtung offen
Viele Neue hören in den ersten Monaten auferste Hinweise – zwei Studien ohne Auslosung
Freude und eigene Gründe gehen mit Dranbleiben einherbelegt – viele Studien: Zusammenhang
Wie sich eine Einheit währenddessen anfühlt, hängt mit späterem Training zusammenerste Hinweise – eine Übersicht, Zusammenhang; das Gefühl danach nicht
Eine Studiogewohnheit braucht Monateerste Hinweise – ein großer Datensatz, eine Auswertung mit hohem Verzerrungsrisiko
Ein Workshop zur Gewohnheitsbildung bringt Studio-Neulinge zu mehr Bewegungerste Hinweise – eine kleine ausgeloste Studie über acht Wochen
Gewohnheit zählt an Tagen mit schwachem Vorsatzerste Hinweise – eine Studie mit Studierenden; sonst Zusammenhänge aus Fragebögen
Wer sich als Trainierenden sieht, bleibt regelmäßiger dabeibelegt – viele Studien: Zusammenhang; das Bild ändert sich langsam
Je länger die Pause, desto unwahrscheinlicher der nächste Besuch; in einer kleinen Studie hielt die Kraft länger als der Muskelerste Hinweise – ein großer Datensatz ohne statistische Absicherung; eine kleine Studie
Große Lebensereignisse verändern, wie viel Du Dich bewegstbelegt – Übersicht über 34 Studien
Wer seinen Fortschritt festhält, erreicht Ziele häufigergut belegt – 138 ausgeloste Studien, nicht nur zum Training
Feste Zeiten, gleicher Ablauf und Mitstreiter helfen beim Dranbleibenerste Hinweise – Beobachtungen und kleine Studien
Ein Kilo Muskel verbraucht in Ruhe etwa 13 kcalbelegt – bewährter Schätzwert, durch eine Messstudie bestätigt
Krafttraining hebt den Ruheumsatz; der Nachbrenneffekt ist kleinerste Hinweise – Ruheumsatz knapp 100 kcal, Studien uneinheitlich; Angaben zum Nachbrenneffekt uneinheitlich, für Krafttraining wenig untersucht
Mit mehr Muskeln darfst Du mehr essennicht belegt – geprüft, kein nennenswerter Effekt: gerechnet nur 10 bis 20 kcal mehr am Tag
Kohlenhydrate werden direkt zu Fett umgebautnicht belegt – geprüft: kaum direkter Umbau; wer mehr isst, als er verbraucht, setzt trotzdem Fett an
Schwankender Blutzucker ist der Hauptgrund für Heißhunger, und Krafttraining senkt ihnnicht belegt – keine Studie gefunden, die das zeigt; starke Abfälle gingen bei Gesunden nur mit etwas mehr Hunger einher, zum Training über Wochen kaum Studien
Training und gesünderes Essen gehen zusammenerste Hinweise – Befragungen
Krafttraining bringt die Hormone ins Gleichgewicht und hebt das Testosteronnicht belegt – Gleichgewicht: kein Messwert, keine Studie gefunden; Testosteron in Ruhe: geprüft, kein Effekt in Auswertungen mit Männern
Schlafmangel macht hungriger, verschiebt Hormone und bremst die Eiweißbildung im Muskelerste Hinweise – kleine Versuche; dass sich der Muskel im Tiefschlaf repariert, ist eine Vermutung
Training stärkt Willenskraft und Selbstvertrauen für den Alltag; Willenskraft erschöpft sich wie ein Akkunicht belegt – im Alltag kaum untersucht, eine Studie ohne getrennte Vergleichsgruppe; der Akku: geprüft, kein nennenswerter Effekt
Nach Training schneiden Menschen ab 45 in Laboraufgaben zur Selbstkontrolle etwas besser abbelegt – zwei Auswertungen ausgeloster Studien, kleine Wirkung; den Alltag haben sie nicht untersucht
Wer trainiert, trinkt weniger und geht früher ins Bettnicht belegt – Alkohol: geprüft, Beobachtungen zeigen eher mehr; Schlafenszeit: keine Studie gefunden
Die Kette verstärkt sich von selbstnicht belegt – keine Studie gefunden; ein Glied läuft andersherum

Sechs Zahlen zum Mitnehmen

Das Kurze · Fazit in Zahlen

Jede Zahl mit Quelle und Haken

Die sechs Zahlen stammen aus Studien, Auswertungen vieler Studien und einer Leitlinie der Weltgesundheitsorganisation, Stand Oktober 2026. Zu jeder steht, was herauskam und wo der Haken liegt.

2 Tage
pro Woche Krafttraining
für die großen Muskelgruppen
empfiehlt die WHO mindestens

Zwei feste Tage mit Übungen für die großen Muskelgruppen erfüllen den Kraftteil der Empfehlung – mit mindestens mittlerer Anstrengung.

Haken

Eine Empfehlung für Deine Gesundheit, für Erwachsene jeden Alters; dazu rät die WHO zu Ausdauerbewegung. Etwas ist besser als nichts.

Quelle: Bull und Kollegen 2020 · Leitlinie der Weltgesundheitsorganisation (WHO), erarbeitet von einem Gremium aus Fachleuten; Wortlaut der Empfehlung nach der Seite der WHO1
1,6 g
Eiweiß je Kilo Körpergewicht
am Tag für Muskelaufbau

Bis dahin brachte mehr Eiweiß im Mittel mehr fettfreie Masse. Den größten Teil des Zuwachses brachte das Training.

Haken

Ab etwa 1,6 Gramm brachte mehr Eiweiß nicht mehr viel dazu; wo genau, ist unsicher – bis 2,2 könnte es noch etwas bringen. Einer der Autoren erhielt Geld aus der US-Milchwirtschaft, zwei waren bei Firmen für Trainingsinformation tätig – mögliche Interessenkonflikte.

Quelle: Morton und Kollegen 2018 · 49 Studien, 1.863 gesunde Erwachsene; geschätzte Grenze 1,62, Spanne 1,03 bis 2,20 g je kg12
4,6 mmHg
niedriger lag der obere
Blutdruckwert mit Krafttraining

Rund so viel senkte übliches Krafttraining den oberen Wert im Mittel – ähnlich wie Ausdauer. mmHg ist die Einheit des Blutdrucks.

Haken

Bei Bluthochdruck ist Ausdauer besser untersucht; für Krafttraining gibt es dort Hinweise aus mäßig guten Studien; ob es zu Blutdrucksenkern noch etwas dazugibt, ist unsicher. Die ausgewerteten Studien und Teilnehmer waren sehr verschieden.

Quelle: Edwards und Kollegen 2023 · 270 ausgeloste Studien, 15.827 Teilnehmer; Krafttraining −4,55, Ausdauer −4,49 mmHg; Cornelissen und Smart 2013 · 93 ausgeloste Studien; MacDonald und Kollegen 2016 · 64 kontrollierte Studien17, 18, 19
13 kcal
verbraucht ein Kilo Muskel
in Ruhe am Tag

Auch nachts – aber wenig. Zum Abnehmen zählt das Essen.

Haken

Ein bewährter Schätzwert, an Erwachsenen ohne Adipositas mit einer Messstudie bestätigt; über 50 etwas weniger, 12,6 Kilokalorien.

Quelle: Wert nach Elia, geprüft von Wang und Kollegen 2010 · 131 Erwachsene, Organe im Kernspin (MRT), Ruheumsatz gemessen65
63 %
der Neuen kündigten in einem
Studio vor dem dritten Monat

Die ersten Monate sind die kritischen. Die vollen zwölf Monate durchgehend dabei blieben weniger als 4 Prozent.

Haken

Ein Studio in Brasilien, Neuanmeldungen übers ganze Jahr verteilt; gezählt wurden Kündigungen, nicht ausgebliebene Besuche.

Quelle: Sperandei und Kollegen 2016 · 5.240 Neuanmeldungen3
2–3 Monate
bis der Gang ins Studio
zur Gewohnheit wurde

Plane in Monaten, nicht in Wochen. Die wenigen Studien zu anderen Gesundheitsgewohnheiten kamen auf zwei bis fünf Monate.

Haken

Gemessen daran, wann die Besuche vorhersagbar wurden, geschätzt für Gruppen, nicht für einzelne Menschen; nur Menschen mit mindestens einem Jahr Daten. Die erste Angabe der Autoren war höher und wurde berichtigt.

Quelle: Buyalskaya und Kollegen 2023, berichtigt 2023 · 30.110 Menschen einer US-Fitnesskette; Singh und Kollegen 2024 · 20 Studien, davon 4 mit gemessener Dauer2, 51

Die sechs Zahlen habe ich an den Quellen geprüft, Stand 28.10.2026. Die ausführlichen Angaben, mit Teilnehmern und, soweit ich sie prüfen konnte, Geldgebern und Interessenkonflikten, folgen im Kapitel „Belegt“.

Der eine Satz, wenn Du Dir nur einen merkst Regelmäßiges Krafttraining stößt in Körper, Kopf und Gewohnheit viele einzelne Veränderungen an, die Studien stützen – in Gang hältst Du sie selbst: mit zwei festen Tagen pro Woche, genug Eiweiß und Schlaf, über Monate.
09Belegt

Worauf sich diese Seite stützt

Zu jeder hochgestellten Zahl im Text: Quelle, Teilnehmer, Ergebnis, Einschränkung und, soweit geprüft, Geldgeber und Interessenkonflikte. Autoren, Jahr, Titel, Zeitschrift und Kennnummern habe ich am 28.10.2026 an PubMed abgeglichen, fehlende Heftjahre und eine fehlende DOI über Crossref, das Register der DOI-Kennnummern; die Inhalte stammen aus der Kurzfassung oder, wo vermerkt, aus dem Volltext. Wo sich etwas nicht prüfen ließ, steht das dabei. Steht bei einer Quelle nichts zu Geldgebern oder Interessenkonflikten, habe ich sie nicht geprüft.

106 Quellen · hier aufklappenzuklappenGeldgeber und Interessenkonflikte

Ein paar Begriffe, die in den Belegen vorkommen: RT und RET heißen Krafttraining, ET Ausdauertraining, PA Bewegung; RMR ist der Ruheumsatz, FFM die fettfreie Masse, LMM die Magermasse, SMM der Skelettmuskel; hypertrophy heißt Muskelwachstum. Self-efficacy ist die Selbstwirksamkeit, die Zuversicht, etwas zu schaffen; self-esteem und self-worth heißen Selbstwert, body image Körperbild; habit heißt Gewohnheit, intention Absicht, identity Selbstbild; lapse ist ein Ausrutscher, relapse ein Rückfall; ego depletion heißt erschöpfte Willenskraft. Randomisiert heißt: Das Los entschied über die Gruppe; vorab registriert oder angemeldet heißt: Die Auswertung stand fest, bevor es Daten gab. Eine Meta-Analyse wertet viele Studien gemeinsam aus. g, d und SMD geben an, wie groß ein Unterschied ist – um 0,2 gilt als klein, um 0,5 als mittel, ab 0,8 als groß; β ist ein Gewicht, wie stark ein Faktor etwas vorhersagt; r misst einen Zusammenhang zwischen −1 und 1, OR ist ein Chancenverhältnis. CI ist der Vertrauensbereich, in dem der wahre Wert mit hoher Wahrscheinlichkeit liegt. P ist ein Maß dafür, wie gut ein Befund gegen Zufall abgesichert ist; unter 0,05 gilt er als gesichert. Die Kurzfassung ist der Überblick am Anfang einer Studie.

So liest Du die Angaben zu den Geldgebern PubMed, die Studiendatenbank der US-Nationalbibliothek für Medizin, ordnet Studien nach ihren Geldgebern ein: Stellen der US-Regierung, etwa die Gesundheitsinstitute NIH oder der US-Gesundheitsdienst – und „außerhalb der US-Regierung“ für alles andere. „Außerhalb der US-Regierung“ heißt also: Das Geld kam von Hochschulen, Stiftungen, anderen Staaten oder Firmen – wer genau, steht nur in der vollständigen Arbeit. Steht bei einer Studie kein Geldgeber, „nicht geprüft“ oder „nicht prüfbar“, habe ich die Finanzierung nicht selbst gelesen.
1Bull FC, Al-Ansari SS, Biddle S und 27 weitere (2020). World Health Organization 2020 guidelines on physical activity and sedentary behaviour. British Journal of Sports Medicine 54(24):1451–1462. DOI 10.1136/bjsports-2020-102955 · PMID 33239350 · PMC7719906 Leitlinie der Weltgesundheitsorganisation (WHO), erarbeitet von einem Gremium aus Fachleuten auf Grundlage systematischer Übersichten. Für Erwachsene laut Volltext: „Beyond aerobic physical activity, additional health benefits will occur through participation in muscle-strengthening activities at moderate or greater intensity on 2 or more days a week, a strong recommendation supported by moderate-certainty evidence. There was no evidence to support a dose-response association with higher volumes of muscle-strengthening activities.“ Dazu laut Kurzfassung „150-300 min of moderate-intensity, or 75-150 min of vigorous-intensity physical activity“ pro Woche. Ältere ab 65 zusätzlich: „varied multicomponent physical activity at moderate or greater intensity on 3 or more days a week in order to enhance functional capacity and prevent falls“, mit Schwerpunkt auf „functional balance and strength training“. Laut Kurzfassung bekräftigt die Leitlinie, „that some physical activity is better than none, that more physical activity is better for optimal health outcomes“; außerdem: „The guidelines recommend regular muscle-strengthening activity for all age groups.“ Den Wortlaut der Empfehlung nennt die Seite „Physical activity“ der WHO (who.int/initiatives/behealthy/physical-activity, abgerufen am 28.10.2026), für Erwachsene von 18 bis 64: „Muscle-strengthening activities should be done involving major muscle groups on 2 or more days a week.“ Ab 65: „Muscle-strengthening activities should be done involving major muscle groups, 2 or more days a week.“ Einschränkung: eine Empfehlung für die Gesundheit, keine eigene Studie; die Sicherheit der Daten zum Krafttraining stuft das Gremium als mittel ein. Erst- und Letztautorin arbeiten bei der WHO. Geldgeber und Interessenkonflikte standen nicht im gelesenen Volltext.
2Buyalskaya A, Ho H, Milkman KL, Li X, Duckworth AL, Camerer C (2023). What can machine learning teach us about habit formation? Evidence from exercise and hygiene. Proceedings of the National Academy of Sciences of the United States of America 120(17):e2216115120. Berichtigt in: Proceedings of the National Academy of Sciences of the United States of America 120(34):e2312763120. DOI 10.1073/pnas.2216115120 · PMID 37068252 · PMC10151500 · Berichtigung: DOI 10.1073/pnas.2312763120 · PMID 37590420 · PMC10450439 Besuchsdaten von 30.110 Menschen einer großen US-Fitnesskette aus den Jahren 2006 bis 2019 (62 Prozent Frauen, die Hälfte jünger als 34 Jahre). Als Gewohnheit galt der Punkt, an dem die Besuche gut vorhersagbar wurden; geschätzt wurde das für Gruppen mit ähnlich viel Daten, nicht für einzelne Menschen („This procedure did not work reliably at the individual level“), und nur dort, wo das Rechenmodell gut passte. Bis dahin vergingen laut der Berichtigung 68 bis 78 Tage, also rund zwei bis drei Monate; die zuerst veröffentlichte Angabe von 122 bis 226 Tagen haben die Autoren zurückgenommen. Beim Händewaschen im Krankenhaus reichten wenige Wochen. Stärkste Vorhersage: Je länger der letzte Besuch zurücklag, desto unwahrscheinlicher der nächste (bei 76 Prozent der Ausgewerteten); wer an bestimmten Wochentagen gekommen war, kam an diesen eher wieder (bei 69 Prozent). Einschränkung: ausgewertet nur Menschen mit mindestens einem Jahr Daten – wer früher aufhörte, fehlt; keine Auslosung. Die Zusammenhänge zeigen laut den Autoren nur die Richtung, ohne statistische Absicherung. Die Daten stellte die Fitnesskette zur Verfügung. Volltext und Berichtigung gelesen. Geldgeber laut Volltext Stiftungen und Hochschulinstitute, dazu laut PubMed die US-Gesundheitsinstitute NIH; die Autoren erklären keine Interessenkonflikte.
3Sperandei S, Vieira MC, Reis AC (2016). Adherence to physical activity in an unsupervised setting: explanatory variables for high attrition rates among fitness center members. Journal of Science and Medicine in Sport 19(11):916–920. DOI 10.1016/j.jsams.2015.12.522 · PMID 26874647 Ein Fitnessstudio in Rio de Janeiro; Daten von 5.240 Neuanmeldungen aus den Jahren 2005 bis 2014, jeweils zwölf Monate lang oder bis zur Kündigung verfolgt. 63 Prozent gaben vor dem dritten Monat auf; die vollen zwölf Monate durchgehend aktiv blieben weniger als 4 Prozent. Einschränkung: ein Studio, ein Land, Neuanmeldungen übers ganze Jahr verteilt; gezählt wurde das Ende der Mitgliedschaft, nicht, ob jemand noch trainierte. Zur Art der Verträge steht in der Kurzfassung nichts. Geprüft an der Kurzfassung.
4Moritani T, deVries HA (1979). Neural factors versus hypertrophy in the time course of muscle strength gain. American Journal of Physical Medicine 58(3):115–130. PMID 453338 · keine DOI in PubMed Trainingsstudie mit 7 jungen Männern und 8 Frauen, 8 Wochen Krafttraining der Armbeuger mit Gewichten, der andere Arm blieb untrainiert. „neural factors accounted for the larger proportion of the initial strength increment and thereafter both neural factors and hypertrophy took part in the further increase in strength, with hypertrophy becoming the dominant factor after the first 3 to 5 weeks.“ Einschränkung: 15 Personen, ein Muskel; die Aufteilung in „Nerven“ und „Wachstum“ beruht auf einer Schätzmethode, deren Einzelheiten ich nicht geprüft habe. Nur Kurzfassung gelesen.
5Škarabot J, Brownstein CG, Casolo A, Del Vecchio A, Ansdell P (2021, online 2020). The knowns and unknowns of neural adaptations to resistance training. European Journal of Applied Physiology 121(3):675–685. DOI 10.1007/s00421-020-04567-3 · PMID 33355714 · PMC7892509 Erzählende Übersicht. „The initial increases in force production with resistance training are thought to be primarily underpinned by neural adaptations. This notion is firmly supported by evidence displaying motor unit adaptations following resistance training; however, the precise locus of neural adaptation remains elusive.“ Motor units, motorische Einheiten, sind je eine Nervenzelle mit ihren Muskelfasern. Einschränkung: keine systematische Suche; mehrere Mitautoren haben selbst Studien zu motorischen Einheiten verfasst, die die Übersicht zitiert.
6Seynnes OR, de Boer M, Narici MV (2007, online 2006). Early skeletal muscle hypertrophy and architectural changes in response to high-intensity resistance training. Journal of Applied Physiology 102(1):368–373. DOI 10.1152/japplphysiol.00789.2006 · PMID 17053104 7 junge Gesunde, 35 Tage beidbeiniges Beinstrecken an einem Schwungrad-Gerät, dreimal pro Woche; Kernspin. Querschnitt des vorderen Oberschenkelmuskels nach 20 Tagen +3,5 und +5,2 Prozent an zwei Messstellen, nach 35 Tagen +6,5 und +7,4 Prozent; Maximalkraft +38,9 Prozent. Schluss der Autoren: Muskelwachstum trägt früher zum Kraftzuwachs bei als bis dahin angenommen. Einschränkung: 7 Personen; Wassereinlagerung wurde nicht erfasst; Schwungrad-Gerät statt Hanteln.
7DeFreitas JM, Beck TW, Stock MS, Dillon MA, Kasishke PR (2011). An examination of the time course of training-induced skeletal muscle hypertrophy. European Journal of Applied Physiology 111(11):2785–2790. DOI 10.1007/s00421-011-1905-4 · PMID 21409401 25 bewegungsarme Männer, 8 Wochen intensives Krafttraining; Oberschenkelquerschnitt jede Woche per Computertomografie. Schon nach zwei Einheiten +3,46 Prozent – laut Autoren womöglich Schwellung; der nächste gesicherte Anstieg folgte in Woche 3, die statische Maximalkraft stieg erst ab Woche 4 gesichert. Nach 8 Wochen +9,6 Prozent. Schluss der Autoren: echtes Wachstum wahrscheinlich etwa ab Woche 3 bis 4. Einschränkung: nur Männer; Querschnitt des ganzen Oberschenkels, keine Gewebeproben. Geldgeber laut PubMed außerhalb der US-Regierung, Einzelheiten nicht geprüft.
8Damas F, Phillips SM, Lixandrão ME, Vechin FC, Libardi CA, Roschel H, Tricoli V, Ugrinowitsch C (2016, online 2015). Early resistance training-induced increases in muscle cross-sectional area are concomitant with edema-induced muscle swelling. European Journal of Applied Physiology 116(1):49–56. DOI 10.1007/s00421-015-3243-4 · PMID 26280652 10 untrainierte junge Männer, 10 Wochen; Ultraschall des äußeren Oberschenkelmuskels. Querschnitt in Woche 3 rund +2,7 Prozent, in Woche 10 rund +10,4 Prozent. Die Echo-Helligkeit, ein Hinweis auf Wassereinlagerung, war – auf den Querschnitt bezogen – nur in Woche 3 erhöht, ebenso Schadensmarker im Blut. Schluss der Autoren: Die frühe Zunahme sei „not purely hypertrophy“, die Schwellung „may account for a large proportion of the increase“. Einschränkung: 10 Männer, Ultraschall; die Schwellung ist indirekt erschlossen. Geldgeber laut PubMed außerhalb der US-Regierung, Einzelheiten nicht geprüft.
9Ahtiainen JP, Walker S, Peltonen H, Holviala J, Sillanpää E, Karavirta L, Sallinen J, Mikkola J, Valkeinen H, Mero A, Hulmi JJ, Häkkinen K (2016). Heterogeneity in resistance training-induced muscle strength and mass responses in men and women of different ages. Age (Dordrecht) 38(1):10. DOI 10.1007/s11357-015-9870-1 · PMID 26767377 · PMC5005877 Zusammengeführte Daten früherer finnischer Trainingsstudien mit untrainierten, gesunden Männern und Frauen von 19 bis 78 Jahren (287 Trainierende, 72 Kontrollpersonen). Muskelgröße im Mittel +4,8 Prozent (−11 bis +30), Kraft +21,1 Prozent (−8 bis +60). Alter und Geschlecht beeinflussten die Reaktion nicht. Gemessen an der Schwankung der Kontrollgruppen legten 29 Prozent kaum Muskelgröße und 7 Prozent kaum Kraft zu. Einschränkung: nachträglich zusammengeführte Daten mehrerer Studien; ob die 72 Kontrollpersonen in den 287 enthalten sind, habe ich nicht geprüft. Volltext nicht gelesen. Geldgeber laut PubMed außerhalb der US-Regierung, Einzelheiten nicht geprüft.
10Schoenfeld BJ, Grgic J, Ogborn D, Krieger JW (2017). Strength and hypertrophy adaptations between low- vs. high-load resistance training: a systematic review and meta-analysis. Journal of Strength and Conditioning Research 31(12):3508–3523. DOI 10.1519/JSC.0000000000002200 · PMID 28834797 Auswertung von 21 Studien, leichte (bis 60 Prozent des Maximums) gegen schwere Lasten, alle Sätze bis zum Muskelversagen. „maximal strength benefits are obtained from the use of heavy loads while muscle hypertrophy can be equally achieved across a spectrum of loading ranges.“ Einschränkung: gilt für Sätze bis zum Versagen; Teilnehmerzahl nicht geprüft. Zwei Autoren laut PubMed bei Firmen für Forschung und Trainingsinformation (Ogborn Research & Consulting, Weightology LLC) – ein möglicher Interessenkonflikt.
11Currier BS, D'Souza AC, Singh MAF, Lowisz CV, Rawson ES, Schoenfeld BJ, Smith-Ryan AE, Steen JP, Thomas GA, Triplett NT, Washington TA, Werner TJ, Phillips SM (2026). American College of Sports Medicine Position Stand. Resistance training prescription for muscle function, hypertrophy, and physical performance in healthy adults: an overview of reviews. Medicine and Science in Sports and Exercise 58(4):851–872. DOI 10.1249/MSS.0000000000003897 · PMID 41843416 · PMC12965823 Empfehlung des American College of Sports Medicine (ACSM), einer US-Fachgesellschaft für Sportmedizin; Überblick über 137 Übersichtsarbeiten mit gesunden Erwachsenen. „voluntary strength was enhanced by lifting heavier loads (≥80% one-repetition maximum)“; „Training to momentary muscle fatigue … did not consistently impact training outcomes.“ Laut Volltext: Versagen „is not necessary for benefits to occur“, womöglich „inadvisable for certain populations (e.g., older individuals)“; ausreichend seien „near-failure“ oder 2 bis 3 Wiederholungen Reserve; Muskelwachstum mit Lasten von 30 bis 100 Prozent ähnlich. Einschränkung: Übersicht über Übersichten, nur gesunde Erwachsene; viele zugrunde liegende Studien klein. Ohne Förderung für die Arbeit; ein Autor saß früher im wissenschaftlichen Beirat eines Herstellers von Fitnessgeräten (Tonal), laut Volltext.
12Morton RW, Murphy KT, McKellar SR und 8 weitere (2018, online 2017). A systematic review, meta-analysis and meta-regression of the effect of protein supplementation on resistance training-induced gains in muscle mass and strength in healthy adults. British Journal of Sports Medicine 52(6):376–384. DOI 10.1136/bjsports-2017-097608 · PMID 28698222 · PMC5867436 49 randomisierte Studien mit 1.863 gesunden Erwachsenen, Krafttraining über mindestens 6 Wochen. Eiweiß zusätzlich: fettfreie Masse +0,30 kg (0,09 bis 0,52), bei Krafttrainierten 0,75 kg mehr als bei Untrainierten. Laut Volltext: „RET alone … resulted in an increase in FFM (1.1±1.2 kg)“; „break point=1.62 (1.03, 2.20) g/kg/day … despite not being statistically significant (p=0.079)“; „it may be prudent to recommend ~2.2 g protein/kg/d for those seeking to maximise resistance training-induced gains in FFM“. Die Eiweißzufuhr lag zu Beginn im Mittel bei „~1.4 g protein/kg/day“. Zum Zeitpunkt: „the specifics of protein supplementation (eg, timing, postexercise protein dose or protein source) play a minor, if any, role in determining RET-induced gains in FFM and strength over a period of weeks“. Einschränkung: Der Knick, ab dem mehr Eiweiß nichts mehr dazubrachte, war statistisch nicht gesichert; mit dem Alter wurde der Zusatzeffekt kleiner. Interessenkonflikt: Seniorautor, also Leiter der Forschungsgruppe, Stuart Phillips erhielt Forschungsgeld, Reisekosten und Vortragshonorare vom US National Dairy Council, der auch ausgewertete Studien unterstützt hat (Europe PMC, Volltext). Zwei Mitautoren laut PubMed bei Firmen für Trainingsinformation (Bayesian Bodybuilding, Weightology LLC); in der Erklärung der Autoren steht nur der Milch-Bezug, als möglichen Interessenkonflikt ordne ich die Firmen ein.
13Holten MK, Zacho M, Gaster M, Juel C, Wojtaszewski JF, Dela F (2004). Strength training increases insulin-mediated glucose uptake, GLUT4 content, and insulin signaling in skeletal muscle in patients with type 2 diabetes. Diabetes 53(2):294–305. DOI 10.2337/diabetes.53.2.294 · PMID 14747278 Kontrollierte Studie innerhalb derselben Person: 10 Menschen mit Typ-2-Diabetes und 7 gesunde Männer trainierten 6 Wochen dreimal pro Woche ein Bein, höchstens 30 Minuten je Einheit; das andere Bein blieb untrainiert. Gemessen mit der Klemmtechnik (Clamp) und Kathetern an beiden Beinen. „leg glucose clearance was increased in trained legs (P < 0.05) and more than explained by increases in muscle mass“; „The adaptation is attributable to local contraction-mediated mechanisms involving key proteins in the insulin signaling cascade.“ Einschränkung: klein; weil nur ein Bein trainierte, verlor der Körper kein Fett – genau das macht die Studie hier aussagekräftig. Nur Kurzfassung gelesen. Geldgeber laut PubMed außerhalb der US-Regierung, Einzelheiten nicht geprüft.
14Ashton RE, Tew GA, Aning JJ, Gilbert SE, Lewis L, Saxton JM (2020, online 2018). Effects of short-term, medium-term and long-term resistance exercise training on cardiometabolic health outcomes in adults: systematic review with meta-analysis. British Journal of Sports Medicine 54(6):341–348. DOI 10.1136/bjsports-2017-098970 · PMID 29934430 Auswertung von 173 ausgelosten Studien: Krafttraining ab 2 Wochen gegen keine Bewegung oder übliche Versorgung, Erwachsene ohne Sportlerstatus. „Medium-term RET elicited reductions in fasted insulin and insulin resistance“; „The effects were greater in those with elevated cardiometabolic risk or disease compared with younger healthy adults. The quality of evidence was low or very low for all outcomes.“ Einschränkung: Wie lang „kurz“, „mittel“ und „lang“ jeweils sind, habe ich nicht geprüft. Nur Kurzfassung gelesen.
15Sigal RJ, Kenny GP, Boulé NG, Wells GA, Prud'homme D, Fortier M, Reid RD, Tulloch H, Coyle D, Phillips P, Jennings A, Jaffey J (2007). Effects of aerobic training, resistance training, or both on glycemic control in type 2 diabetes: a randomized trial. Annals of Internal Medicine 147(6):357–369. DOI 10.7326/0003-4819-147-6-200709180-00005 · PMID 17876019 Ausgeloste Studie DARE mit 251 Erwachsenen von 39 bis 70 Jahren mit Typ-2-Diabetes, vier Gruppen: Ausdauer, Kraft, beides, keine Bewegung; dreimal pro Woche über 22 Wochen. Voraussetzung: „A negative result on a stress test or clearance by a cardiologist, and adherence to exercise during a 4-week run-in period“. HbA1c gegen die Gruppe ohne Training: −0,51 Prozentpunkte mit Ausdauer, −0,38 mit Kraft; die Kombination zusätzlich −0,46 gegenüber Ausdauer und −0,59 gegenüber Kraft. Gerechnet: Kombination gegen keine Bewegung −0,97 auf beiden Wegen. „Changes in blood pressure and lipid values did not statistically significantly differ among groups. Adverse events were more common in the exercise groups.“ Einschränkung laut Autoren: nicht verblindet, nur Teilnehmer, die vorher dabeiblieben, und die Kombigruppe trainierte insgesamt länger. Der Satz zu den HbA1c-Werten ist in der PubMed-Kurzfassung verstümmelt; die Zuordnung −0,51 = Ausdauer ergibt sich aus der Probe auf beiden Wegen. Das Intervall zu −0,38 ist dort schief angegeben (−0,72 bis −0,22). Den Volltext konnte ich nicht abrufen; Art der unerwünschten Ereignisse, Geldgeber und Interessenkonflikte nicht geprüft.
16Kanaley JA, Colberg SR, Corcoran MH, Malin SK, Rodriguez NR, Crespo CJ, Kirwan JP, Zierath JR (2022). Exercise/physical activity in individuals with type 2 diabetes: a consensus statement from the American College of Sports Medicine. Medicine and Science in Sports and Exercise 54(2):353–368. DOI 10.1249/MSS.0000000000002800 · PMID 35029593 · PMC8802999 Konsenspapier des American College of Sports Medicine (ACSM), selbst im Volltext gelesen. „During any type of physical activity (PA), glucose uptake into active skeletal muscles increases via insulin-independent pathways.“ Die bessere Insulinwirkung hält 2 bis 72 Stunden an; deshalb Ausdauer mit „no more than two consecutive days between bouts“. „Glycemia and insulin sensitivity … are improved similarly with different modes of structured exercise training when energy expenditure is matched“. Verletzungen in Studien meist bei harten Intervallen, nicht bei moderatem Training. „In adults who are currently sedentary, medical clearance is recommended prior to participation in moderate-to high-intensity PA.“ „Glycemia and insulin sensitivity in adults with overweight/obesity and with insulin resistance, prediabetes, or T2D are improved similarly with different modes of structured exercise training when energy expenditure is matched“ – gilt also auch für die Vorstufe. „Weight loss from PA alone is generally small, although possible with 1 or more hours of daily moderate-or high-intensity exercise“. „For most individuals planning to participate in a low- to moderate-intensity PA like brisk walking, no pre-exercise medical evaluation is needed unless symptoms of CVD or microvascular complications are present.“ Unterzuckerung: „Use of select medications for T2D may increase the risk of exercise-related hypoglycemia, including insulin and insulin secretagogues (i.e., sulfonylureas and meglitinides)“. Einschränkung: Konsens einer Fachgesellschaft, keine eigene Studie; die Tabelle mit den Zahlenempfehlungen fehlte im frei zugänglichen Teil der Arbeit. Geldgeber laut PubMed die NIH und Stellen außerhalb der US-Regierung; Interessenkonflikte nicht geprüft.
17Edwards JJ, Deenmamode AHP, Griffiths M, Arnold O, Cooper NJ, Wiles JD, O'Driscoll JM (2023). Exercise training and resting blood pressure: a large-scale pairwise and network meta-analysis of randomised controlled trials. British Journal of Sports Medicine 57(20):1317–1326. DOI 10.1136/bjsports-2022-106503 · PMID 37491419 Auswertung von 270 ausgelosten Studien mit 15.827 Teilnehmern, Training über mindestens 2 Wochen gegen Kontrollgruppen. Blutdruck oben/unten: „aerobic exercise training (-4.49/-2.53 mm Hg, p<0.001), dynamic resistance training (-4.55/-3.04 mm Hg, p<0.001), combined training (-6.04/-2.54 mm Hg, p<0.001), high-intensity interval training (-4.08/-2.50 mm Hg, p<0.001) and isometric exercise training (-8.24/-4.00 mm Hg, p<0.001)“. Wirksamste Einzelübung für den oberen Wert: der isometrische Wandsitz. Einschränkung: sehr verschiedene Studien und Teilnehmer; den Anteil mit Bluthochdruck nennt die Kurzfassung nicht. Ob die Halteübungen hier auf wenigen Studien beruhen, ist ohne Volltext nicht prüfbar. Laut Verlagsseite keine Förderung für die Arbeit und keine Interessenkonflikte – von mir nicht selbst nachgelesen.
18Cornelissen VA, Smart NA (2013). Exercise training for blood pressure: a systematic review and meta-analysis. Journal of the American Heart Association 2(1):e004473. DOI 10.1161/JAHA.112.004473 · PMID 23525435 · PMC3603230 Auswertung von 93 ausgelosten Studien mit 5.223 Erwachsenen. Oberer Wert gesenkt nach Ausdauer (−3,5 mmHg), Krafttraining mit Bewegung (−1,8) und Halteübungen (−10,9), nicht nach Kombination; unterer Wert nach allen vier Formen. Bei Bluthochdruck senkte Ausdauer um „−8.3 … /−5.2 … mm Hg“, bei normalem Blutdruck kaum. Krafttraining mit Bewegung bei Bluthochdruck laut Volltext oben +0,47 und unten −1,0 mmHg, beides nicht gesichert, aus nur 4 Studiengruppen; bei leicht erhöhtem Blutdruck wirkte es tendenziell am stärksten, nicht gesichert. Die Autoren: „it may be prudent to prescribe endurance training rather than dynamic resistance training for the hypertensive individual if lower BP is desired“. Halteübungen: „Data from a small number of isometric resistance training studies“; laut Einleitung früher mit überschießendem Blutdruckanstieg in Verbindung gebracht („exaggerated hypertensive responses“). Einschränkung: Suche bis Februar 2012; wenige Studien zu Halteübungen und zu Krafttraining bei Bluthochdruck. Geldgeber laut PubMed außerhalb der US-Regierung; Interessenkonflikte nicht geprüft.
19MacDonald HV, Johnson BT, Huedo-Medina TB, Livingston J, Forsyth KC, Kraemer WJ, Farinatti PTV, Pescatello LS (2016). Dynamic Resistance Training as Stand-Alone Antihypertensive Lifestyle Therapy: A Meta-Analysis. Journal of the American Heart Association 5(10):e003231. DOI 10.1161/JAHA.116.003231 · PMID 27680663 · PMC5121472 Auswertung von 64 kontrollierten Studien (82 % davon ausgelost) mit 71 Trainingsgruppen; 2.344 Teilnehmer laut Tabelle 1 (1.305 Training, 1.039 Kontrolle; in der Diskussion 2.374), im Mittel 47 Jahre alt, übergewichtig, meist mit leicht erhöhtem Blutdruck, rund 15 % mit Blutdrucksenkern. Krafttraining mit Bewegung an 2,8 Tagen pro Woche über rund 14 Wochen bei mittlerer Last. Insgesamt sank der Blutdruck gegen Kontrolle um 3,0 zu 2,1 mmHg. Im Modell mit mehreren Einflussgrößen (Volltext, Tabellen 3 und 4): bei Bluthochdruck oben −5,7 mmHg (95-%-Vertrauensbereich −9,0 bis −2,7; 14 Gruppen), unten −5,2 (−8,4 bis −1,9); bei leicht erhöhtem Blutdruck −3,0 zu −3,3, bei normalem 0,0 zu −0,9 (im Ergebnistext −1,0). Gruppen mit Blutdrucksenkern: oben −0,4 (−3,8 bis 3,0), unten −1,2 (−3,4 bis 1,0), beides nicht gesichert; die Autoren: „should be interpreted with caution“, weil nur rund 15 % Blutdrucksenker nahmen und ein Drittel der Studien dazu nichts angab. Zugleich nennen sie Einzelstudien, in denen Training und Blutdrucksenker sich verstärkten („reported by some, but not all, studies“); laut Einleitung sank der Druck in Einzelstudien auch bei gut eingestelltem Bluthochdruck deutlich. Die Autoren nennen die Studienlage „of only fair‐to‐moderate quality“; Krafttraining „should be further investigated“ als eigenständige Behandlung bei Bluthochdruck. Einschränkung: Vergleich zwischen Studien, nicht innerhalb derselben Menschen; Studien ohne Angabe zu Blutdrucksenkern (22) sind der Gruppe ohne Blutdrucksenker zugeschlagen; die besser gemachten Studien zeigten beim unteren Wert kaum eine Senkung (−0,3 mmHg, nicht gesichert). Geldgeber: University of Connecticut (Forschungsförderung und Institut InCHIP), ein Autor vom brasilianischen Forschungsrat CNPq; Interessenkonflikte laut Volltext keine.
20Kemmler W, Shojaa M, Kohl M, von Stengel S (2020). Effects of different types of exercise on bone mineral density in postmenopausal women: a systematic review and meta-analysis. Calcified Tissue International 107(5):409–439. DOI 10.1007/s00223-020-00744-w · PMID 32785775 · PMC7546993 Auswertung kontrollierter Studien über mindestens 6 Monate mit Frauen nach den Wechseljahren, 84 Trainingsgruppen: Belastung durch das Körpergewicht, Krafttraining, beides. Standardisierte Mittelwertdifferenzen an der Lendenwirbelsäule 0,40 (Kraft), 0,26 (Körpergewicht), 0,42 (beides); am Schenkelhals 0,27, 0,37, 0,35; an der Hüfte 0,51, 0,40, 0,34. „we provided further evidence for the favorable effect of exercise on BMD largely independent of the type of exercise.“ Einschränkung: Knochendichte, keine Brüche; große Unterschiede zwischen den Studien; die Autoren halten Auswertungen für ein zu grobes Werkzeug, um daraus Empfehlungen abzuleiten. Geldgeber laut PubMed außerhalb der US-Regierung; Interessenkonflikte nicht geprüft.
21Watson SL, Weeks BK, Weis LJ, Harding AT, Horan SA, Beck BR (2018). High-intensity resistance and impact training improves bone mineral density and physical function in postmenopausal women with osteopenia and osteoporosis: the LIFTMOR randomized controlled trial. Journal of Bone and Mineral Research 33(2):211–220. DOI 10.1002/jbmr.3284 · PMID 28975661 Ausgeloste Studie mit 101 Frauen nach den Wechseljahren mit geringer Knochendichte, 8 Monate: zweimal pro Woche 30 Minuten beaufsichtigtes schweres Krafttraining mit Stoßbelastung (5 × 5 Wiederholungen über 85 % des Maximalgewichts) gegen leichtes Training zu Hause. Lendenwirbelsäule +2,9 % gegen −1,2 %, Schenkelhals +0,3 % gegen −1,9 %; „only one adverse event reported (HiRIT: minor lower back spasm“. Einschränkung: „under highly supervised conditions“, sonst gesunde Frauen, Knochendichte statt Brüche. Zwei Autorinnen arbeiten laut PubMed auch bei The Bone Clinic, Brisbane; ob ein Interessenkonflikt erklärt ist, habe ich nicht geprüft. Geldgeber laut PubMed außerhalb der US-Regierung.
22Sardeli AV, Komatsu TR, Mori MA, Gáspari AF, Chacon-Mikahil MPT (2018). Resistance training prevents muscle loss induced by caloric restriction in obese elderly individuals: a systematic review and meta-analysis. Nutrients 10(4):423. DOI 10.3390/nu10040423 · PMID 29596307 · PMC5946208 Systematische Übersicht mit Meta-Analyse über sechs ausgeloste Studien (zwei Veröffentlichungen derselben Studie als eine gezählt) mit adipösen, bewegungsarmen älteren Menschen, im Mittel über 57 Jahre: Kalorienreduktion mit oder ohne Krafttraining, dreimal pro Woche, 12 bis 24 Wochen; Körperzusammensetzung per DXA, einer Röntgenmessung. „RT reduced 93.5% of CR-induced LBM loss (0.819 kg [0.364 to 1.273]), with similar reduction in FBM and BM, compared with CR.“ CR heißt Kalorienreduktion, LBM Magermasse, FBM Fettmasse, BM Körpergewicht. Laut Volltext Magermasse mit Diät allein im Mittel −0,76 kg, mit Krafttraining +0,05 kg; Fett ähnlich (−3,73 gegen −3,86 kg). Einschränkung: wenige Studien, Qualität 5 bis 7 von 9 Punkten auf der PEDro-Skala, einer Bewertung der Studiengüte; laut Autoren „a wide range of responsivity among individuals“. Laut Volltext bei Europe PMC: „The authors declare no conflict of interest.“ Geldgeber dort nicht genannt – nicht geprüft.
23Villareal DT, Aguirre L, Gurney AB, Waters DL, Sinacore DR, Colombo E, Armamento-Villareal R, Qualls C (2017). Aerobic or resistance exercise, or both, in dieting obese older adults. New England Journal of Medicine 376(20):1943–1955. DOI 10.1056/NEJMoa1616338 · PMID 28514618 · PMC5552187 Ausgeloste Studie LITOE mit 160 Menschen ab 65 mit Adipositas, 141 bis zum Ende dabei, 6 Monate: Gewichtsprogramm plus Ausdauer, plus Krafttraining oder plus beides, dazu eine Kontrollgruppe ohne beides. „Body weight decreased by 9% in all exercise groups“. „Lean mass decreased less in the combination and resistance groups than in the aerobic group (56.5 to 54.8 kg [3% decrease] and 58.1 to 57.1 kg [2% decrease], respectively, vs. 55.0 to 52.3 kg [5% decrease])“. Kraft +19 Prozent mit Krafttraining, +4 Prozent mit Ausdauer. Einschränkung: nur Ältere mit Adipositas; ein halbes Jahr; unerwünschte Ereignisse vor allem Verletzungen an Muskeln und Gelenken. Magermasse ist nicht gleich Muskel. Geldgeber laut Kurzfassung die US-Gesundheitsinstitute NIH; laut Volltext keine Unterstützung durch Firmen.
24Wewege MA, Desai I, Honey C, Coorie B, Jones MD, Clifford BK, Leake HB, Hagstrom AD (2022, online 2021). The effect of resistance training in healthy adults on body fat percentage, fat mass and visceral fat: a systematic review and meta-analysis. Sports Medicine 52(2):287–300. DOI 10.1007/s40279-021-01562-2 · PMID 34536199 Auswertung von 54 ausgelosten Studien mit gesunden Erwachsenen: Krafttraining für den ganzen Körper über mindestens vier Wochen gegen kein Training. Körperfettanteil −1,46 Prozentpunkte, Fettmasse −0,55 kg; auch das Fett im Bauchraum um die Organe sank. Einschränkung: Qualität der Studien im Mittel 9 von 15 Punkten auf einer Bewertungsskala, also mittelmäßig; die Ergebnisse hingen von der Messmethode ab. Geprüft an der Kurzfassung.
25Lopez P, Taaffe DR, Galvão DA, Newton RU, Nonemacher ER, Wendt VM, Bassanesi RN, Turella DJP, Rech A (2022). Resistance training effectiveness on body composition and body weight outcomes in individuals with overweight and obesity across the lifespan: a systematic review and meta-analysis. Obesity Reviews 23(5):e13428. DOI 10.1111/obr.13428 · PMID 35191588 · PMC9285060 Auswertung von 114 ausgelosten Studien mit 4.184 Übergewichtigen jeden Alters, jeweils gegen Gruppen ohne Maßnahme. Laut Volltext: Krafttraining allein Fettmasse −1,0 kg, Magermasse +0,8 kg; Krafttraining mit Kalorienreduktion (5 Studien) Fettmasse −5,1 kg, Magermasse −0,2 kg, nicht gesichert. Einschränkung: laut Volltext viele Studien mit hohem Verzerrungsrisiko; verschiedene Messmethoden; kein Vergleich mit Diät allein, laut Autoren deshalb offen, wie viel Training und Diät jeweils beitrugen; Programme im Mittel 14,6 Wochen. Geldgeber laut PubMed außerhalb der US-Regierung, Einzelheiten nicht geprüft; zu Interessenkonflikten steht im Volltext keine Erklärung.
26Kovacevic A, Mavros Y, Heisz JJ, Fiatarone Singh MA (2018, online 2017). The effect of resistance exercise on sleep: a systematic review of randomized controlled trials. Sleep Medicine Reviews 39:52–68. DOI 10.1016/j.smrv.2017.07.002 · PMID 28919335 Systematische Übersicht über 13 ausgeloste Studien. „Chronic resistance exercise improves all aspects of sleep, with the greatest benefit for sleep quality. These benefits of isolated resistance exercise are attenuated when resistance exercise is combined with aerobic exercise and compared to aerobic exercise alone. However, the acute effects of resistance exercise on sleep remain poorly studied and inconsistent.“ Die Autoren fordern weitere Studien, unter anderem bei Gruppen, die häufig schlecht schlafen. Einschränkung: Teilnehmerzahl, Alter und Gesundheitszustand der Teilnehmer, wie oft sie trainierten und die Größe der Effekte habe ich nicht geprüft – der Volltext war nicht abrufbar. Die Kurzfassung nennt auch Wirkungen auf Angst und Depression; womöglich waren Studien mit Erkrankten dabei. Geldgeber laut PubMed außerhalb der US-Regierung, Einzelheiten nicht geprüft.
27Craven J, McCartney D, Desbrow B, Sabapathy S, Bellinger P, Roberts L, Irwin C (2022). Effects of acute sleep loss on physical performance: a systematic and meta-analytical review. Sports Medicine 52(11):2669–2690. DOI 10.1007/s40279-022-01706-y · PMID 35708888 · PMC9584849 Systematische Übersicht mit Meta-Analyse: 69 Arbeiten, 227 Messgrößen, 959 Teilnehmer, davon 89 Prozent Männer. Schlafverlust hieß höchstens 6 Stunden Schlaf in 24 Stunden. Leistung im Mittel aller Testarten −7,56 Prozent; „consistent negative effects only observed with deprivation and late-restriction protocols“ – late restriction heißt früher geweckt als sonst –, und „tasks performed in the AM were largely unaffected“, AM heißt vormittags; laut Volltext Kraft −2,85 Prozent, insgesamt gesichert; in den Untergruppen gesichert nur nach durchwachter Nacht und nur bei Beinübungen. Volltext gelesen. Einschränkung: kurzfristiger, kein dauerhafter Schlafmangel; sehr große Unterschiede zwischen den Studien; fast nur Männer. Geldgeber und Interessenkonflikte nicht prüfbar – der Anhang war bei der Prüfung im Oktober 2026 nicht abrufbar.
28Liu CJ, Latham NK (2009). Progressive resistance strength training for improving physical function in older adults. Cochrane Database of Systematic Reviews (3):CD002759. DOI 10.1002/14651858.CD002759.pub2 · PMID 19588334 · PMC4324332 Cochrane-Übersicht über 121 ausgeloste Studien mit 6.700 Älteren, meist zwei- bis dreimal pro Woche hartes Krafttraining. Großer Effekt auf die Kraft (standardisierte Mittelwertdifferenz 0,84), Gehtempo +0,08 m/s, Aufstehen vom Stuhl mittel bis groß verbessert, körperliche Fähigkeiten insgesamt klein, aber gesichert verbessert. Einschränkung: Nebenwirkungen schlecht erfasst; die Suche endete 2008. Geldgeber und Interessenkonflikte nicht geprüft.
29Momma H, Kawakami R, Honda T, Sawada SS (2022). Muscle-strengthening activities are associated with lower risk and mortality in major non-communicable diseases: a systematic review and meta-analysis of cohort studies. British Journal of Sports Medicine 56(13):755–763. DOI 10.1136/bjsports-2021-105061 · PMID 35228201 · PMC9209691 Auswertung von 16 Langzeitbeobachtungen mit Erwachsenen ohne schwere Erkrankungen. „Muscle-strengthening activities were associated with a 10-17% lower risk of all-cause mortality, cardiovascular disease (CVD), total cancer, diabetes and lung cancer.“ „J-shaped associations with the maximum risk reduction (approximately 10-20%) at approximately 30-60 min/week“ für Sterblichkeit, Herz-Kreislauf und Krebs; beim Diabetes sank das Risiko laut Volltext bis 60 Minuten deutlich und darüber langsamer weiter; bei Herz-Kreislauf und Krebs ging es in den meisten Studien um das Sterben daran, nicht um das Erkranken. Einschränkung: Beobachtungsstudien mit selbst berichtetem Training, meist aus den USA; Zusammenhang, keine Ursache. Die Autoren stufen die Sicherheit der Ergebnisse als sehr niedrig ein, für Diabetes als niedrig: „The overall quality of the evidence on diabetes was rated as ‘low’.“ Geldgeber laut Verlagsseite das japanische Gesundheitsministerium; „None declared“ zu Interessenkonflikten.
30Weinstein AA, van Aert RCM, Donovan K, Muskens L, Kop WJ (2024). Affective Responses to Acute Exercise: A Meta-Analysis of the Potential Beneficial Effects of a Single Bout of Exercise on General Mood, Anxiety, and Depressive Symptoms. Psychosomatic Medicine 86(6):486–497. DOI 10.1097/PSY.0000000000001321 · PMID 38787545 Meta-Analyse, 103 Studien, 4.671 Teilnehmer; Stimmung vorher und bis 30 Minuten nach einer Einheit. „General mood state improved from preexercise to postexercise (g = 0.336, 95% CI = 0.234-0.439). Anxiety (g = 0.497 …) and depressive symptoms (g = 0.407 …) also improved“. „Meta-regression analyses with potential moderators (intensity of exercise, mode of exercise, usual physical activity level, or weight status of participants) also did not reduce the heterogeneity.“ Einschränkung: Vorher-nachher-Vergleiche ohne Kontrollgruppe; starke Streuung, „not explained by differences in participants' health status“; Suche nur in PubMed und Literaturlisten. Nur Kurzfassung gelesen. Geldgeber in PubMed nicht angegeben; Interessenkonflikte nicht geprüft.
31Gordon BR, McDowell CP, Hallgren M, Meyer JD, Lyons M, Herring MP (2018). Association of Efficacy of Resistance Exercise Training With Depressive Symptoms: Meta-analysis and Meta-regression Analysis of Randomized Clinical Trials. JAMA Psychiatry 75(6):566–576. DOI 10.1001/jamapsychiatry.2018.0572 · PMID 29800984 · PMC6137526 Meta-Analyse von 33 ausgelosten Studien mit 1.877 Teilnehmern, gesund oder krank, Krafttraining gegen inaktive Kontrolle. „moderate-sized mean effect ∆ of 0.66 (95% CI, 0.48-0.83)“; „The number needed to treat was 4“; „smaller reductions in depressive symptoms were derived from randomized clinical trials with blinded allocation and/or assessment“. Kein Zusammenhang mit Trainingsmenge oder Kraftzuwachs. Einschränkung: starke Streuung; in den sorgfältigeren Studien kleinere Effekte. Nur Kurzfassung gelesen. Geldgeber in PubMed nicht angegeben. Volltext bei der Prüfung im Oktober 2026 nicht abrufbar; Interessenkonflikte nicht geprüft.
32Gordon BR, McDowell CP, Lyons M, Herring MP (2017). The Effects of Resistance Exercise Training on Anxiety: A Meta-Analysis and Meta-Regression Analysis of Randomized Controlled Trials. Sports Medicine 47(12):2521–2532. DOI 10.1007/s40279-017-0769-0 · PMID 28819746 16 Arbeiten mit 922 Teilnehmern, im Mittel 43 Jahre, 68 Prozent Frauen. „RET significantly reduced anxiety symptoms (Δ = 0.31, 95% CI 0.17-0.44)“; „Larger effects were found among healthy participants (Δ = 0.50 …) compared to participants with a physical or mental illness (Δ = 0.19 …)“. Kein gesicherter Zusammenhang mit der Intensität. Einschränkung: wenige Studien; Vergleich nur mit inaktiver Kontrolle. Nur Kurzfassung gelesen. Geldgeber und Interessenkonflikte nicht geprüft.
33SantaBarbara NJ, Whitworth JW, Ciccolo JT (2017). A systematic review of the effects of resistance training on body image. Journal of Strength and Conditioning Research 31(10):2880–2888. DOI 10.1519/JSC.0000000000002135 · PMID 28723817 Systematische Übersicht ohne Meta-Analyse: Erwachsene, Krafttraining allein, geprüfte Körperbild-Fragebögen vor und nach dem Programm; 11 Studien. „The majority (8 of 11) of studies concluded that resistance training can significantly improve multiple dimensions of body image, including body satisfaction, appearance evaluation, and social physique anxiety; however, only 3 studies were considered high quality based on their PEDro score“. Einschränkung: Selbstauskunft; Methodenschwächen laut Autoren. Nur Kurzfassung gelesen.
34Campbell A, Hausenblas HA (2009). Effects of exercise interventions on body image: a meta-analysis. Journal of Health Psychology 14(6):780–793. DOI 10.1177/1359105309338977 · PMID 19687115 Meta-Analyse von 57 Programmen mit Vorher-nachher-Daten für Trainings- und Kontrollgruppe; alle Trainingsarten und Altersgruppen. „A small random effect indicated that exercise intervention conditions had improved body image compared to control conditions“; Alter, Erscheinungsjahr, Häufigkeit und Art des Trainings beeinflussten den Effekt. Einschränkung: nicht nur Krafttraining; die Größe des Effekts als Zahl habe ich nicht geprüft. Nur Kurzfassung gelesen.
35Collins H, Booth JN, Duncan A, Fawkner S, Niven A (2019). The effect of resistance training interventions on 'the self' in youth: a systematic review and meta-analysis. Sports Medicine – Open 5(1):29. DOI 10.1186/s40798-019-0205-0 · PMID 31270635 · PMC6609926 Vorab registrierte systematische Übersicht mit Meta-Analyse, nur reines Krafttraining: 7 Studien mit laut Volltext 460 Jugendlichen von 10 bis 16 Jahren; Meta-Analyse aus 4 Studien (7 Datensätze); 8 bis 24 Wochen, zwei- bis viermal pro Woche; Fragebögen zum Selbstbild. „resistance training self-efficacy (Hedges' g = 0.538 …), physical strength (… 0.289 …), physical self-worth (… 0.319 …) and global self-worth (… 0.409 …)“; Körperattraktivität, Kondition und Sportkompetenz nicht gesichert. Laut Volltext: „positive effect of RT on specific measures of ‘self’, but not for the more general measure of self-concept“. Diese Aussage stützt sich laut Volltext auf eine einzelne Studie mit Kindern, die nicht in die Meta-Analyse einging; deren Autoren nennen einen Deckeneffekt und Verständnisprobleme mit dem Fragebogen als mögliche Gründe. Einschränkung: Jugendliche, nicht Erwachsene; wenige, kleine Studien, „just two studies being classified as ‘strong’“, teils ohne Kontrollgruppe; Selbstauskunft. Geldgeber in PubMed nicht angegeben, im gelesenen Volltext nicht enthalten.
36Park SH, Han KS, Kang CB (2014). Effects of exercise programs on depressive symptoms, quality of life, and self-esteem in older people: a systematic review of randomized controlled trials. Applied Nursing Research 27(4):219–226. DOI 10.1016/j.apnr.2014.01.004 · PMID 24602398 Systematische Übersicht mit Meta-Analyse über 18 ausgeloste Studien mit Menschen ab 65, alle Arten von Trainingsprogrammen; Suche bis Mai 2012. Selbstwert „SMD 0.49; 95% CI 0.09, 0.88“; depressive Beschwerden SMD −0,36. Einschränkung: breiter Vertrauensbereich; nicht nur Krafttraining; die Studien zum Selbstwert habe ich nicht einzeln geprüft.
37Palmer CA, Bower JL, Cho KW, Clementi MA, Lau S, Oosterhoff B, Alfano CA (online 2023). Sleep loss and emotion: A systematic review and meta-analysis of over 50 years of experimental research. Psychological Bulletin 150(4):440–463. DOI 10.1037/bul0000410 · PMID 38127505 Vorab angemeldete Meta-Analyse von Versuchen mit Gesunden: 154 Studien, 5.717 Teilnehmer zwischen 7 und 79 Jahren, durchwachte Nacht, verkürzter oder unterbrochener Schlaf. „all forms of sleep loss resulted in reduced positive affect (SMD = -0.27 to -1.14), increased anxiety symptoms (SMD = 0.57-0.63)“; „Findings for negative affect, reports of emotional valence in response to emotional stimuli, and depressive symptoms were mixed“. Einschränkung: nur Versuche mit Schlafverlust: „Eligible studies used experimental reductions of sleep via total sleep deprivation, partial sleep restriction, or sleep fragmentation in healthy populations“ – ob mehr Schlaf die Stimmung hebt, prüft die Auswertung nicht; wie lange der Schlafentzug jeweils dauerte, steht nicht in der Kurzfassung, nicht geprüft; Ergebnisse je nach Art des Schlafverlusts verschieden. Nur Kurzfassung gelesen. Geldgeber laut PubMed außerhalb der US-Regierung, Einzelheiten nicht geprüft; Interessenkonflikte nicht geprüft. In PubMed nur das Online-Datum, Heftjahr nicht geprüft.
38Gjestvang C, Abrahamsen F, Stensrud T, Haakstad LAH (2021). What makes individuals stick to their exercise regime? A one-year follow-up study among novice exercisers in a fitness club setting. Frontiers in Psychology 12:638928. DOI 10.3389/fpsyg.2021.638928 · PMID 34122230 · PMC8194699 Vorausschauende Beobachtung über ein Jahr: 250 Neuanmeldungen ohne Trainingserfahrung (weniger als 60 Minuten Training pro Woche im letzten halben Jahr) aus 25 Studios einer nordischen Kette, Männer und Frauen etwa gleich, im Mittel 36 Jahre; Antworten nach 3, 6 und 12 Monaten von 224, 213 und 187. „the strongest predictor for reporting regular exercise attendance was higher levels of the motive "enjoyment" (OR = 1.84 …)“, dann die Zuversicht, dabeizubleiben (OR 1,73), und Unterstützung durch Familie und Freunde (OR 1,16). Laut Volltext regelmäßig, also mindestens zweimal pro Woche im Studio: 51,8, 37,6 und 37,4 Prozent der Antwortenden – auf alle 250 bezogen gerechnet 46, 32 und 28 Prozent (116, 80 und 70 Personen); „About 17% reported regular exercise attendance at all time-points“; nach 12 Monaten hatten 86,6 Prozent ihren Vertrag noch, laut Autoren „most participants in the current study reported purchasing a 12-month contract that could not be canceled“. Die Auswertung fasst die Angaben nach 3, 6 und 12 Monaten zusammen. Die Autoren: „we cannot determine whether participants reporting regular exercise attendance were exercising because they had higher levels of self-efficacy, or whether they scored higher on self-efficacy since they exercised“. Einschränkung: Selbstauskunft, keine Daten vom Einlass; eine Kette in Norwegen; keine Auslosung. Interessenkonflikte laut Volltext: „The authors declare that the research was conducted in the absence of any commercial or financial relationships“. Eingeladen wurden die Teilnehmer über die Studiokette.
39Roordink EM, Steenhuis IHM, Kroeze W, Schoonmade LJ, Sniehotta FF, van Stralen MM (2023, online 2021). Predictors of lapse and relapse in physical activity and dietary behaviour: a systematic search and review on prospective studies. Psychology & Health 38(5):623–646. DOI 10.1080/08870446.2021.1981900 · PMID 34851220 Systematische Übersicht über 37 vorausschauende Arbeiten mit Erwachsenen. „self-efficacy as the only consistent predictor across the different outcomes, predicting both lapse and relapse in physical activity, and relapse in dietary behaviour“; für die meisten anderen Faktoren reichten die Belege nicht. Einschränkung: erzählende Auswertung ohne gemeinsame Rechnung, viele Faktoren nur einmal untersucht. Geldgeber laut PubMed außerhalb der US-Regierung, Einzelheiten nicht geprüft.
40Teixeira PJ, Carraça EV, Markland D, Silva MN, Ryan RM (2012). Exercise, physical activity, and self-determination theory: a systematic review. International Journal of Behavioral Nutrition and Physical Activity 9:78. DOI 10.1186/1479-5868-9-78 · PMID 22726453 · PMC3441783 Systematische Übersicht über 66 Studien bis Juni 2011. „consistent support for a positive relation between more autonomous forms of motivation and exercise, with a trend towards identified regulation predicting initial/short-term adoption more strongly than intrinsic motivation, and intrinsic motivation being more predictive of long-term exercise adherence“; „Mixed evidence was found concerning the role of other types of motives (e.g., health/fitness and body-related)“; „The majority of studies have employed descriptive (i.e., non-experimental) designs“. Einschränkung: überwiegend Zusammenhänge. Ein Mitautor (Ryan RM) ist Mitbegründer der geprüften Theorie, der Selbstbestimmungstheorie – eine Nähe zur eigenen Theorie.
41Rhodes RE, Fiala B, Conner M (2009). A review and meta-analysis of affective judgments and physical activity in adult populations. Annals of Behavioral Medicine 38(3):180–204. DOI 10.1007/s12160-009-9147-y · PMID 20082164 Meta-Analyse von 102 Studien (82 zu Zusammenhängen, 20 Experimente) mit Erwachsenen. Zwischen dem Gefühl, Bewegung sei angenehm, und Bewegung „summary r of 0.42 (95% CI 0.37 to 0.46)“; „persuasive, information-based, and self-regulatory interventions failed to change AJ; by contrast, environmental and experiential interventions showed promise“. AJ heißt dieses Gefühlsurteil. Einschränkung: Zusammenhang, die Ursache ist laut Autoren offen.
42Rhodes RE, Kates A (2015). Can the affective response to exercise predict future motives and physical activity behavior? A systematic review of published evidence. Annals of Behavioral Medicine 49(5):715–731. DOI 10.1007/s12160-015-9704-5 · PMID 25921307 Systematische Übersicht über 24 Studien. „A positive change in the basic affective response during moderate intensity exercise was linked to future physical activity, but postexercise affect had a null relationship.“ Einschränkung: Zusammenhang. Geldgeber laut PubMed außerhalb der US-Regierung, Einzelheiten nicht geprüft.
43Kaushal N, Rhodes RE (2015). Exercise habit formation in new gym members: a longitudinal study. Journal of Behavioral Medicine 38(4):652–663. DOI 10.1007/s10865-015-9640-7 · PMID 25851609 Längsschnitt über 12 Wochen mit 111 neuen Studiogängern. „exercising for at least four bouts per week for 6 weeks was the minimum requirement to establish an exercise habit“; Gewohnheit und Absicht sagten das Training nebeneinander voraus; die Gewohnheitsbildung sagten „consistency (β = .21), low behavioral complexity (β = .19), environment (β = .17) and affective judgments (β = .13)“ voraus. Einschränkung: keine Auslosung, Selbstauskunft; die Sechs-Wochen-Angabe gilt für die, die mindestens viermal pro Woche kamen.
44Phillips LA, Gardner B (2016, online 2015). Habitual exercise instigation (vs. execution) predicts healthy adults' exercise frequency. Health Psychology 35(1):69–77. DOI 10.1037/hea0000249 · PMID 26148187 Vorausschauende Studie mit 123 gesunden Erwachsenen: Befragung zu Beginn und nach einem Monat, dazwischen elektronisches Tagebuch. „Exercise instigation habit strength was the only unique predictor of exercise frequency.“ Instigation heißt das Anfangen, execution die Ausführung. Einschränkung: ein Monat, Selbstauskunft.
45Kaushal N, Rhodes RE, Spence JC, Meldrum JT (2017). Increasing physical activity through principles of habit formation in new gym members: a randomized controlled trial. Annals of Behavioral Medicine 51(4):578–586. DOI 10.1007/s12160-017-9881-5 · PMID 28188586 · Studienregister NCT02785107 Ausgelost, zwei Gruppen, 8 Wochen: 94 neue Studiogänger mit Trainingsabsicht, aber unter den Bewegungsempfehlungen. Die Versuchsgruppe bekam zu Beginn einen Workshop und nach vier Wochen einen Auffrischungsanruf. Mehr mittlere bis hohe Bewegung „in both accelerometry (d = 0.39, p = .04) and self-report (d = 0.53, p = .01)“; mehr Nutzung von Auslösern (d = 0,56) und mehr Beständigkeit (d = 0,40). Einschränkung: klein und kurz; die Autoren fordern längere Nachbeobachtung.
46Rebar AL, Elavsky S, Maher JP, Doerksen SE, Conroy DE (2014). Habits predict physical activity on days when intentions are weak. Journal of Sport & Exercise Psychology 36(2):157–165. DOI 10.1123/jsep.2013-0173 · PMID 24686952 Tagesstudie über 14 Tage mit 128 Studierenden: Bewegung mit Beschleunigungsmesser gemessen, Absicht täglich erfragt. „On days when people had intentions that were weaker than typical for them, habit strength was positively related to physical activity, but on days when people had typical or stronger intentions than was typical for them, habit strength was unrelated to daily physical activity.“ Einschränkung: Studierende, zwei Wochen, Alltagsbewegung, nicht Studiotraining.
47Gardner B, de Bruijn GJ, Lally P (2011). A systematic review and meta-analysis of applications of the Self-Report Habit Index to nutrition and physical activity behaviours. Annals of Behavioral Medicine 42(2):174–187. DOI 10.1007/s12160-011-9282-0 · PMID 21626256 Meta-Analyse von 22 Arbeiten (21 Datensätze) zu Ernährung und Bewegung. „Weighted habit-behaviour effects were medium-to-strong (fixed: r + = 0.44; random: r + = 0.46)“; „Eight tests found that habit moderated the intention-behaviour relation.“ Einschränkung: Zusammenhang; die Gewohnheit wurde per Selbstauskunft gemessen. Nur Kurzfassung gelesen.
48Rhodes RE, Kaushal N, Quinlan A (2016). Is physical activity a part of who I am? A review and meta-analysis of identity, schema and physical activity. Health Psychology Review 10(2):204–225. DOI 10.1080/17437199.2016.1143334 · PMID 26805431 Übersicht mit Meta-Analyse: 62 Datensätze, 32 zusammengerechnet, „primarily of modest quality“. Zusammenhang zwischen Identität und Bewegung „r = .44 (CI = .39-.48)“; Identität als „moderator of the intention-behavior relationship“; „more rigorous research designs, including interventions to increase identity/schema, are warranted“. Einschränkung: Zusammenhang. Ob eigene Studien der Autoren eingeschlossen sind, habe ich nicht geprüft.
49Wierts CM, Kroc E, Rhodes RE (2024). The role of intention, behavioral regulation, and physical activity behavior in the prediction of physical activity identity across time. Behavioral Sciences 14(10):886. DOI 10.3390/bs14100886 · PMID 39457757 · PMC11505567 Beobachtung mit Messungen alle drei Wochen über neun Wochen: 66 wenig aktive Erwachsene, neu oder wieder einsteigend. „small, non-significant increase in physical activity identity across time“; „Identity was resistant to change among new physical activity initiates in this study and longer time frames of assessment are needed (e.g., six months).“ Einschränkung: klein, kurz, Selbstauskunft.
50Psilander N, Eftestøl E, Cumming KT, Juvkam I, Ekblom MM, Sunding K, Wernbom M, Holmberg HC, Ekblom B, Bruusgaard JC, Raastad T, Gundersen K (2019). Effects of training, detraining, and retraining on strength, hypertrophy, and myonuclear number in human skeletal muscle. Journal of Applied Physiology 126(6):1636–1645. DOI 10.1152/japplphysiol.00917.2018 · PMID 30991013 9 Männer und 10 Frauen; 10 Wochen einbeiniges Krafttraining, 20 Wochen Pause, 5 Wochen beidbeiniges Wiedertraining. Im trainierten Bein: Faserquerschnitt rund +17 Prozent, Muskeldicke rund +10 Prozent, Kraft rund +20 Prozent. Nach der Pause waren Muskeldicke und Faserquerschnitt wieder am Ausgangswert, die Kraft blieb erhöht. Einschränkung: 19 Personen, ein Bein. Geldgeber laut PubMed außerhalb der US-Regierung, Einzelheiten nicht geprüft.
51Singh B, Murphy A, Maher C, Smith AE (2024). Time to form a habit: a systematic review and meta-analysis of health behaviour habit formation and its determinants. Healthcare (Basel) 12(23):2488. DOI 10.3390/healthcare12232488 · PMID 39685110 · PMC11641623 Vorab registrierte systematische Übersicht mit Meta-Analyse: 20 Studien mit Versuchscharakter, 2.601 Teilnehmer, im Mittel 21,5 bis 73,5 Jahre alt; Bewegung, Wassertrinken, Vitamine, Zahnseide, gesundes Essen und anderes. „Most studies had a high risk of bias rating (n = 11)“. Vier Studien maßen die Zeit bis zur Gewohnheit: „ranging from 59–66 days (median) and 106–154 days (means), with substantial individual variability (4–335 days)“. Laut Volltext: „only four studies directly reported on the requirements for developing health habits“; in einer Studie zu gesundem Essen „a median of 59 days (range: 4 to 335 days). However, only 23% of the included participants reached the predetermined threshold“; in einer Studie zu Essen, Trinken oder Bewegung „the median time to reach 95% automaticity was 66 days (range: 18 to 254 days)“. Laut Volltext legte Zahnseide in Programmen stärker zu als Bewegung (1,11 gegen 0,69), womöglich wegen der Programme: „these differences may reflect variations in intervention effectiveness rather than inherent differences in habit formation potential across behaviours“; die 21-Tage-Idee stamme „from the book … by Maxwell Maltz“; Empfehlung „at least two to five months“. Einschränkung: nur vier Studien maßen die Dauer direkt; Gewohnheit per Selbstauskunft; im Volltext steht der Gesamteffekt einmal mit 0,69, einmal mit 0,67. Die Einzelstudie mit 66 Tagen steht hier so, wie die Übersicht sie wiedergibt; sie selbst habe ich nicht geprüft. Geldgeber und Interessenkonflikte standen nicht im gelesenen Volltext.
52Willis LH, Slentz CA, Bateman LA, Shields AT, Piner LW, Bales CW, Houmard JA, Kraus WE (2012). Effects of aerobic and/or resistance training on body mass and fat mass in overweight or obese adults. Journal of Applied Physiology 113(12):1831–1837. DOI 10.1152/japplphysiol.01370.2011 · PMID 23019316 · PMC3544497 Ausgeloste Studie, 8 Monate, drei Gruppen ohne Gruppe ohne Training: Krafttraining, Ausdauer, beides; 119 bewegungsarme, übergewichtige Erwachsene. „The AT and AT/RT groups reduced total body mass and fat mass more than RT (P < 0.05), but they were not different from each other. RT and AT/RT increased lean body mass more than AT (P < 0.05).“ AT heißt Ausdauertraining. Einschränkung: Kilowerte je Gruppe habe ich nicht geprüft, der Volltext war nicht abrufbar. Geldgeber laut PubMed die US-Gesundheitsinstitute NIH.
53Spiegel K, Tasali E, Penev P, Van Cauter E (2004). Brief communication: sleep curtailment in healthy young men is associated with decreased leptin levels, elevated ghrelin levels, and increased hunger and appetite. Annals of Internal Medicine 141(11):846–850. DOI 10.7326/0003-4819-141-11-200412070-00008 · PMID 15583226 Ausgeloster Überkreuzversuch: 12 gesunde junge Männer (im Mittel 22 Jahre), je zwei Tage verkürzter und verlängerter Schlaf bei kontrollierter Kost und Bewegung. „Sleep restriction was associated with average reductions in the anorexigenic hormone leptin (decrease, 18%; P = 0.04), elevations in the orexigenic factor ghrelin (increase, 28%; P < 0.04), and increased hunger (increase, 24%; P < 0.01) and appetite (increase, 23%; P = 0.01), especially for calorie-dense foods with high carbohydrate content (increase, 33% to 45%; P = 0.02).“ Einschränkung laut Autoren: „only 12 young men and did not measure energy expenditure.“ Nur Kurzfassung gelesen. Geldgeber laut PubMed der US-Gesundheitsdienst und Stellen außerhalb der US-Regierung.
54Stutz J, Eiholzer R, Spengler CM (2019). Effects of evening exercise on sleep in healthy participants: a systematic review and meta-analysis. Sports Medicine 49(2):269–287. DOI 10.1007/s40279-018-1015-0 · PMID 30374942 Auswertung von 23 Studien mit Gesunden: eine Abendeinheit gegen keine. „the studies reviewed here do not support the hypothesis that evening exercise negatively affects sleep, in fact rather the opposite. However, sleep-onset latency, total sleep time, and SE might be impaired after vigorous exercise ending ≤ 1 h before bedtime.“ SE heißt Schlafeffizienz. Einschränkung: einzelne Einheiten; die Unterschiede nach Art der Einheit hingen an einer einzigen Studie; Krafttraining ist in der Kurzfassung nicht gesondert ausgewiesen, genannt sind Laufen und Radfahren.
55Watson NF, Badr MS, Belenky G und 18 weitere (2015). Recommended amount of sleep for a healthy adult: a joint consensus statement of the American Academy of Sleep Medicine and Sleep Research Society. Journal of Clinical Sleep Medicine 11(6):591–592. DOI 10.5664/jcsm.4758 · PMID 25979105 · PMC4442216 Konsenserklärung zweier US-Fachgesellschaften für Schlafmedizin und Schlafforschung, erarbeitet von einem Gremium aus Fachleuten in einem Abstimmungsverfahren. „Adults should sleep 7 or more hours per night on a regular basis to promote optimal health.“ Die Empfehlung gilt für Erwachsene von 18 bis 60 Jahren. Einschränkung: Konsens von Fachleuten, keine eigene Studie. Geldgeber: die beiden Fachgesellschaften, dazu eine Kooperationsvereinbarung mit der US-Seuchenschutzbehörde CDC. Mehrere beteiligte Fachleute erklären Verbindungen zur Industrie.
56Peterson MD, Sen A, Gordon PM (2011). Influence of resistance exercise on lean body mass in aging adults: a meta-analysis. Medicine and Science in Sports and Exercise 43(2):249–258. DOI 10.1249/MSS.0b013e3181eb6265 · PMID 20543750 · PMC2995836 Auswertung von 49 Studien mit 1.328 Menschen ab 50. „The weighted pooled estimate of mean LBM change was 1.1 kg“ – LBM ist die Magermasse; mehr Trainingsumfang ging mit mehr Zuwachs einher, höheres Alter mit weniger. Einschränkung: Nur gut ein Drittel der Studien war ausgelost und hatte eine Vergleichsgruppe; ausgewertet wurde die Veränderung vom Start bis zum Ende, nicht der Abstand zu einer Gruppe ohne Training. Geldgeber laut PubMed die US-Gesundheitsinstitute NIH.
57Hayes LD, Elliott BT (2019). Short-term exercise training inconsistently influences basal testosterone in older men: a systematic review and meta-analysis. Frontiers in Physiology 9:1878. DOI 10.3389/fphys.2018.01878 · PMID 30692929 · PMC6339914 Auswertung von 22 Studien (9 ausgelost, 13 ohne Kontrollgruppe) mit Männern ab 60. Krafttraining: „-0.003 (95% CI = -0.330-0.324“; Ausdauer und Intervalle mit kleinem, gesichertem Anstieg. Schluss: „resistance training does not significantly influence basal testosterone in older men.“ Einschränkung: viele Studien ohne Kontrollgruppe, wenige je Trainingsform.
58Oaten M, Cheng K (2006). Longitudinal gains in self-regulation from regular physical exercise. British Journal of Health Psychology 11(Pt 4):717–733. DOI 10.1348/135910706X96481 · PMID 17032494 Ein Durchgang ohne Auslosung: zwei Monate Kontrollphase, dann zwei Monate Trainingsprogramm – dieselben Personen, keine getrennte Kontrollgruppe. Gemessen wurden eine Laboraufgabe nach Gedankenunterdrückung und Fragebögen. „participants also reported significant decreases in perceived stress, emotional distress, smoking, alcohol and caffeine consumption, and an increase in healthy eating, emotional control, maintenance of household chores, attendance to commitments, monitoring of spending and an improvement in study habits“. Einschränkung: Die Teilnehmerzahl habe ich nicht geprüft; die Veränderungen im Alltag sind Selbstauskunft. Der Rahmen der Studie ist die Akku-Theorie der Selbstkontrolle, deren Kernbefund in großen Wiederholungen nicht hielt (Belege 59 und 60). Nur Kurzfassung gelesen. Geldgeber laut PubMed außerhalb der US-Regierung, Einzelheiten nicht geprüft.
59Hagger MS, Chatzisarantis NLD, Alberts H und 61 weitere (2016). A multilab preregistered replication of the ego-depletion effect. Perspectives on Psychological Science 11(4):546–573. DOI 10.1177/1745691616652873 · PMID 27474142 Vorab registrierte Wiederholung in 23 Laboren mit 2.141 Teilnehmern, ein festgelegter Versuchsaufbau mit Laboraufgaben. „the size of the ego-depletion effect was small with 95% confidence intervals (CIs) that encompassed zero (d = 0.04, 95% CI [-0.07, 0.15]“. Einschränkung: ein Versuchsaufbau, Labor, meist junge Erwachsene; Training wurde nicht untersucht. Nur Kurzfassung gelesen. Geldgeber laut PubMed außerhalb der US-Regierung, Einzelheiten nicht geprüft.
60Vohs KD, Schmeichel BJ, Lohmann S und 125 weitere (2021). A multisite preregistered paradigmatic test of the ego-depletion effect. Psychological Science 32(10):1566–1581. DOI 10.1177/0956797621989733 · PMID 34520296 · PMC12422598 Vorab registriert, 36 Labore, 3.531 Teilnehmer; Autoren aus beiden Lagern, darunter Vertreter der Theorie. Der Bestätigungstest ergab ein „nonsignificant result“ mit einem Effekt von 0,06; „the data were 4 times more likely under the null than the alternative hypothesis“; in einer erkundenden Auswertung ohne Ausschlüsse 0,08, gesichert. Einschränkung: Laboraufgaben; Training wurde nicht untersucht. Nur Kurzfassung gelesen. Geldgeber laut PubMed außerhalb der US-Regierung, Einzelheiten nicht geprüft.
61Galla BM, Duckworth AL (2015). More than resisting temptation: beneficial habits mediate the relationship between self-control and positive life outcomes. Journal of Personality and Social Psychology 109(3):508–525. DOI 10.1037/pspp0000026 · PMID 25643222 · PMC4731333 6 Studien mit zusammen 2.274 Teilnehmern, überwiegend Befragungen; zwei vorausschauend, über drei Monate und über mehrere Jahre. Studie 1, die einzige zu Bewegung, war eine einmalige Online-Befragung von 500 Erwachsenen. Schluss der Autoren: „beneficial habits – perhaps more so than effortful inhibition – are an important factor“. Studie 1: „habits for eating healthy snacks, exercising, and getting consistent sleep mediated the effect of self-control on both increased automaticity and lower reported effortful inhibition in enacting those behaviors“. Einschränkung: Zusammenhänge, Selbstauskunft; in mehreren Teilstudien Jugendliche und Studierende. Geldgeber laut PubMed die US-Gesundheitsinstitute NIH und Stellen außerhalb der US-Regierung.
62Kaushal N, Rhodes RE, Meldrum JT, Spence JC (2017). The role of habit in different phases of exercise. British Journal of Health Psychology 22(3):429–448. DOI 10.1111/bjhp.12237 · PMID 28374463 Vorausschauend über sechs Wochen: 181 Erwachsene von 18 bis 65 aus neun Studios und Freizeitzentren. „Intention (β = .28, p = .00) and habit preparation (β = .20, p = .03), predicted exercise … but not habit performance“; die zeitliche Beständigkeit war in beiden Phasen der stärkste Vorhersagewert der Gewohnheit. Einschränkung: Selbstauskunft, sechs Wochen.
63Harkin B, Webb TL, Chang BP, Prestwich A, Conner M, Kellar I, Benn Y, Sheeran P (2016, online 2015). Does monitoring goal progress promote goal attainment? A meta-analysis of the experimental evidence. Psychological Bulletin 142(2):198–229. DOI 10.1037/bul0000025 · PMID 26479070 Meta-Analyse über 138 ausgeloste Studien mit 19.951 Teilnehmern aus verschiedenen Lebensbereichen. Fortschritt zu beobachten „promoted goal attainment (d+ = 0.40, 95% CI [0.32, 0.48])“; „progress monitoring had larger effects on goal attainment when the outcomes were reported or made public, and when the information was physically recorded.“ Einschränkung: nicht speziell Training. Nur Kurzfassung gelesen. Geldgeber laut PubMed außerhalb der US-Regierung, Einzelheiten nicht geprüft.
64Rackow P, Scholz U, Hornung R (2015). Received social support and exercising: an intervention study to test the enabling hypothesis. British Journal of Health Psychology 20(4):763–776. DOI 10.1111/bjhp.12139 · PMID 25854295 Ausgelost, 8 Wochen, online: Die Versuchsgruppe sollte einen neuen Trainingspartner finden und regelmäßig mit ihm trainieren. „Received emotional social support predicted self-efficacy, self-monitoring, and action planning in the intervention group … received emotional social support was indirectly connected with exercise via the examined mediators“; praktische Hilfe zeigte keinen Effekt. Einschränkung: Ausgelost war nur, wer einen Trainingspartner suchen sollte; der Weg über die Zuversicht ist ein Zusammenhang innerhalb der Versuchsgruppe. Selbstauskunft; Teilnehmerzahl nicht geprüft. Nur Kurzfassung gelesen.
65Wang Z, Ying Z, Bosy-Westphal A, Zhang J, Schautz B, Later W, Heymsfield SB, Müller MJ (2010). Specific metabolic rates of major organs and tissues across adulthood: evaluation by mechanistic model of resting energy expenditure. American Journal of Clinical Nutrition 92(6):1369–1377. DOI 10.3945/ajcn.2010.29885 · PMID 20962155 · PMC2980962 Prüfung der Standardwerte von Elia (1992) für den Energieverbrauch der Organe an 131 gesunden Erwachsenen ohne Adipositas: Organe per Kernspin, Ruheumsatz gemessen. Elia nennt „13 for skeletal muscle“ (Kilokalorien je Kilo und Tag). Für Jüngere und mittlere Jahrgänge bestätigt; über 50 überschätzen die Werte um 3 Prozent, für Muskel dort 12,6. Einschränkung: Der Wert je Kilo Muskel ist nicht direkt am Muskel gemessen; die Studie prüfte im Modell, ob die Standardwerte zusammen den gemessenen Ruheumsatz treffen. Nur Menschen ohne Adipositas. Geldgeber laut PubMed die US-Gesundheitsinstitute NIH und Stellen außerhalb der US-Regierung.
66Panissa VLG, Cardoso LK, Rossi PAQ, Fukuda DH, Rossi FE (2024, online 2023). The impact of acute and chronic resistance training on appetite and energy intake: a scoping review examining resistance exercise and comparisons with other exercise modalities. Appetite 193:107155. DOI 10.1016/j.appet.2023.107155 · PMID 38081545 Übersicht ohne gemeinsame Auswertung: 17 Studien zu einer einzelnen Einheit, 9 über Wochen, davon 3 mit Krafttraining allein gegen eine Kontrollgruppe. „Acute RT compared to control conditions appears to induce responses favoring appetite inhibition.“ – „Chronic RT does not seem to stimulate compensatory mechanisms“ – „Chronic ET and CT may be more prone to favor appetite inhibition than RT.“ CT heißt Kombination aus Kraft und Ausdauer. Einschränkung: wenige Studien über Wochen; Heißhunger nicht gesondert ausgewertet. Geldgeber laut PubMed außerhalb der US-Regierung, Einzelheiten nicht geprüft.
67Engberg E, Alen M, Kukkonen-Harjula K, Peltonen JE, Tikkanen HO, Pekkarinen H (2012). Life events and change in leisure time physical activity: a systematic review. Sports Medicine 42(5):433–447. DOI 10.2165/11597610-000000000-00000 · PMID 22512413 Systematische Übersicht über 34 Arbeiten mit Messung vor und nach dem Ereignis; Krankheiten ausgeschlossen. „In men and women, transition to university, having a child, remarriage and mass urban disaster decreased PA levels, while retirement increased PA“; bei jungen Frauen senkten unter anderem Berufsstart, Zusammenziehen, Heirat, Schwangerschaft, Trennung und weniger Einkommen die Bewegung; „experiencing multiple simultaneous life events decreased PA in men and women“. Einschränkung: Zusammenhänge; die Effekte liefen teils nach Geschlecht und Alter gegenläufig. Geldgeber laut PubMed außerhalb der US-Regierung, Einzelheiten nicht geprüft.
68Benito PJ, Cupeiro R, Ramos-Campo DJ, Alcaraz PE, Rubio-Arias JÁ (2020). A systematic review with meta-analysis of the effect of resistance training on whole-body muscle growth in healthy adult males. International Journal of Environmental Research and Public Health 17(4):1285. DOI 10.3390/ijerph17041285 · PMID 32079265 · PMC7068252 Auswertung von 111 Studien (158 Gruppen, 1.927 Teilnehmer): gesunde Männer von 18 bis 40 Jahren, Programme von 4 bis 24 Wochen, laut Volltext im Mittel rund 10 Wochen; Vorher-nachher-Vergleich ohne Kontrollgruppe, Studien mit Kaloriendefizit ausgeschlossen. „RT significantly increased muscle mass (FFM+LMM+SMM; Δ1.53 kg; 95% CI [1.30, 1.76]“; laut Volltext fettfreie Masse +1,56 kg, Magermasse +1,65 kg, Skelettmuskel +1,11 kg; Spanne „from 0 to 7.2 kg“; mehr Sätze pro Einheit gingen mit weniger Zuwachs einher. Einschränkung: nur junge Männer, keine Kontrollgruppen; sehr verschiedene Messverfahren; Skelettmuskel nur in 11 Gruppen gemessen. Volltext gelesen; Geldgeber und Interessenkonflikte standen nicht darin.
69Alexander SE, Gatto B, Knowles OE, Williams RM, Fiebig KN, Jansons P, Della Gatta PA, Garnham A, Eynon N, Wadley GD, Aisbett B, Hiam D, Lamon S (2025, online 2024). Bioavailable testosterone and androgen receptor activation, but not total testosterone, are associated with muscle mass and strength in females. Journal of Physiology 603(18):5181–5208. DOI 10.1113/JP286803 · PMID 39393048 · PMC12456396 27 untrainierte Frauen vor den Wechseljahren, im Mittel 23,5 Jahre, 12 Wochen Krafttraining dreimal pro Woche. Laut Volltext Magermasse 42,1 → 42,9 kg, gerechnet +0,8 kg; Beinpresse +27,3 Prozent. Das Gesamttestosteron hing laut Volltext nicht mit den Veränderungen durch das Training zusammen; das frei verfügbare zeigte einen schwachen Zusammenhang mit dem Kraftzuwachs. Einschränkung: kleine Gruppe ohne Kontrollgruppe. Gefördert vom Forschungsfonds des Internationalen Olympischen Komitees und vom Australian Research Council; „None declared“ zu Interessenkonflikten.
70Thompson TP, Horrell J, Taylor AH, Wanner A, Husk K, Wei Y, Creanor S, Kandiyali R, Neale J, Sinclair J, Nasser M, Wallace G (2020). Physical activity and the prevention, reduction, and treatment of alcohol and other drug use across the lifespan (The PHASE review): a systematic review. Mental Health and Physical Activity 19:100360. DOI 10.1016/j.mhpa.2020.100360 · PMID 33020704 · PMC7527800 Systematische Übersicht über 32 Studien. „Meta-analysis of four studies showed no clear evidence for an effect of PA on alcohol consumption“; Vorbeugung des Einstiegs ins Trinken RR 0,72 aus 2 Studien. Einschränkung: Behandlungsstudien mit mittlerem bis hohem Verzerrungsrisiko.
71Conroy DE, Ram N, Pincus AL, Coffman DL, Lorek AE, Rebar AL, Roche MJ (2015, online 2014). Daily physical activity and alcohol use across the adult lifespan. Health Psychology 34(6):653–660. DOI 10.1037/hea0000157 · PMID 25222084 · PMC4362843 Tagebuchstudie mit drei Phasen von je 21 Tagen: 150 Erwachsene von 19 bis 89 Jahren gaben jeden Abend Bewegung und Alkohol an. „daily deviations in PA were significantly associated with daily total alcohol use“; „Once the within-person process linking PA and alcohol use was controlled, usual PA and total alcohol use were not associated.“ Einschränkung: Selbstauskunft; Zusammenhang, die Ursache ist laut Autoren offen. Geldgeber laut PubMed die US-Gesundheitsinstitute NIH.
72Loenneke JP, Dankel SJ, Bell ZW, Buckner SL, Mattocks KT, Jessee MB, Abe T (2019). Is muscle growth a mechanism for increasing strength? Medical Hypotheses 125:51–56. DOI 10.1016/j.mehy.2019.02.030 · PMID 30902152 Hypothesenpapier ohne eigene Datenauswertung. „at present, there is no experimental evidence that would support any paradigm in which muscle hypertrophy is a mechanism for increasing strength with exercise.“ Einschränkung: Meinungsbeitrag einer Arbeitsgruppe; Gegenposition in Beleg 73.
73Taber CB, Vigotsky A, Nuckols G, Haun CT (2019). Exercise-induced myofibrillar hypertrophy is a contributory cause of gains in muscle strength. Sports Medicine 49(7):993–997. DOI 10.1007/s40279-019-01107-8 · PMID 31016546 Kommentar, in PubMed als „Editorial“ geführt, ohne hinterlegte Kurzfassung. Aussage laut Titel: Das Wachstum der Muskelfasern ist eine mitwirkende Ursache des Kraftzuwachses – die Gegenposition zu Beleg 72. Einschränkung: Inhalt nicht gelesen, geprüft habe ich nur Titel und Kennangaben. Ein Autor ist in anderen Veröffentlichungen mit einer Firma für Trainingsinformation verbunden (Stronger by Science LLC), hier mit Hochschulanschrift.
74Henkin JS, Pinto RS, Machado CLF, Wilhelm EN (2023). Chronic effect of resistance training on blood pressure in older adults with prehypertension and hypertension: A systematic review and meta-analysis. Experimental Gerontology 177:112193. DOI 10.1016/j.exger.2023.112193 · PMID 37121334 · Volltext frei beim Verlag (CC BY) Auswertung von 24 ausgelosten Studien mit 835 Menschen ab 60 Jahren mit leicht erhöhtem Blutdruck oder Bluthochdruck; Krafttraining mit Bewegung allein gegen Kontrolle. Insgesamt oben −6,9 und unten −3,4 mmHg; bei Bluthochdruck oben −10,4 (95-%-Vertrauensbereich −15,7 bis −5,2) und unten −4,0 mmHg, bei leicht erhöhtem Blutdruck −4,9 zu −2,8. Bluthochdruck heißt hier nur Stufe 1 (9 Trainingsgruppen, keine mit Stufe 2); der Unterschied zu leicht erhöhtem Blutdruck war nicht gesichert (oben p = 0,07). 14 der 24 Studien galten als gut gemacht; „High heterogeneity (>50 %) was observed in all analyses“. Rund 23 % der Trainierenden nahmen Blutdrucksenker, nicht getrennt ausgewertet. Einschränkung: große Unterschiede zwischen den Studien; Volltext über den Verlag gelesen, nicht am PDF. Geld: Stipendium des brasilianischen Forschungsrats CNPq für einen Autor, kein eigener Abschnitt zur Förderung; Interessenkonflikte laut Autoren keine („The authors declare no conflict of interest“).
75Lamon S, Morabito A, Arentson-Lantz E, Knowles O, Vincent GE, Condo D, Alexander SE, Garnham A, Paddon-Jones D, Aisbett B (2021). The effect of acute sleep deprivation on skeletal muscle protein synthesis and the hormonal environment. Physiological Reports 9(1):e14660. DOI 10.14814/phy2.14660 · PMID 33400856 · PMC7785053 Randomisierter Überkreuzversuch: 13 gesunde junge Erwachsene (7 Männer, 6 Frauen), eine Nacht ohne Schlaf gegen normalen Schlaf. „Acute sleep deprivation reduced muscle protein synthesis by 18% (CON: 0.072 ± 0.015% vs. DEP: 0.059 ± 0.014%·h, p = .040)“; „sleep deprivation increased plasma cortisol by 21% (p = .030) and decreased plasma testosterone by 24% (p = .029)“. Laut Volltext sank der Muskelaufbau bei allen Männern, nicht bei allen Frauen. Einschränkung: Laut Volltext wurde nur in eine Richtung getestet, was einen Befund leichter gesichert erscheinen lässt; 13 Personen, eine Nacht, eine Messung über zwei Stunden. „The authors have no conflict of interest to declare.“ Geldgeber im gelesenen Text nicht gefunden.
76Van Cauter E, Plat L, Copinschi G (1998). Interrelations between sleep and the somatotropic axis. Sleep 21(6):553–566. DOI 10.1093/sleep/21.6.553 · PMID 9779515 Übersicht. „In men, approximately 70% of the daily GH output occurs during early sleep throughout adulthood. In women, the contribution of sleep-dependent GH release to the daily output is lower and more variable.“ GH heißt Wachstumshormon. Einschränkung: Übersicht der eigenen Arbeitsgruppe; sagt nichts über die Reparatur von Muskeln. Nur Kurzfassung gelesen. Geldgeber laut PubMed der US-Gesundheitsdienst und Stellen außerhalb der US-Regierung.
77Van Cauter E, Copinschi G (2000). Interrelationships between growth hormone and sleep. Growth Hormone & IGF Research 10(Suppl B):S57–S62. DOI 10.1016/s1096-6374(00)80011-8 · PMID 10984255 Übersicht. „in normal men, a sleep-onset-associated pulse is generally the major or even the only daily episode of active secretion“; „There is a linear relationship between the amount of SW sleep … and the amount of concomitant GH secretion.“ SW sleep heißt Tiefschlaf. Einschränkung: Übersicht derselben Arbeitsgruppe wie Beleg 76; sagt nichts über Muskelreparatur. Nur Kurzfassung gelesen. Geldgeber laut PubMed der US-Gesundheitsdienst und Stellen außerhalb der US-Regierung.
78Dattilo M, Antunes HK, Medeiros A, Mônico Neto M, Souza HS, Tufik S, de Mello MT (2011). Sleep and muscle recovery: endocrinological and molecular basis for a new and promising hypothesis. Medical Hypotheses 77(2):220–222. DOI 10.1016/j.mehy.2011.04.017 · PMID 21550729 Hypothesenpapier. „we hypothesized that sleep debt decreases the activity of protein synthesis pathways and increases the activity of degradation pathways, favoring the loss of muscle mass and thus hindering muscle recovery after damage induced by exercise“. Einschränkung: eine Hypothese, die sich teils auf Rattenversuche stützt. Geldgeber laut PubMed außerhalb der US-Regierung, Einzelheiten nicht geprüft.
79Martin Ginis KA, McEwan D, Josse AR, Phillips SM (2012). Body image change in obese and overweight women enrolled in a weight-loss intervention: the importance of perceived versus actual physical changes. Body Image 9(3):311–317. DOI 10.1016/j.bodyim.2012.04.002 · PMID 22608984 Längsschnitt in einem 16-wöchigen Programm aus Diät und Training, ohne Vergleichsgruppe: 88 übergewichtige Frauen, im Mittel 28 Jahre. „Perceived physical changes accounted for most explained variance (12-37%) in body image change“; „perceived changes to the body are more important than actual changes“; „Improved perceptions of body fat were a particularly important predictor“. Einschränkung: Diät plus Training, nicht Krafttraining allein; Zusammenhang. Geldgeber laut PubMed außerhalb der US-Regierung, Einzelheiten nicht geprüft.
80Marques A, Peralta M, Sarmento H, Loureiro V, Gouveia ÉR, Gaspar de Matos M (2019). Prevalence of risk for exercise dependence: a systematic review. Sports Medicine 49(2):319–330. DOI 10.1007/s40279-018-1011-4 · PMID 30374944 Systematische Übersicht über 34 Arbeiten. Risiko für Trainingssucht „between 3 and 7% of regular exercisers and the university student population, and between 6 and 9% of the athlete population“; insgesamt „an overall prevalence of 3-9% is estimated. Risk for EXD is a cause for concern“. Einschränkung: „Risiko“ per Fragebogen, keine Diagnose.
81Trott M, Jackson SE, Firth J, Fisher A, Johnstone J, Mistry A, Stubbs B, Smith L (2020). Exercise addiction prevalence and correlates in the absence of eating disorder symptomology: a systematic review and meta-analysis. Journal of Addiction Medicine 14(6):e321–e329. DOI 10.1097/ADM.0000000000000664 · PMID 32496431 Meta-Analyse von 13 Studien mit 3.635 Personen ohne Hinweis auf eine Essstörung. Allgemein Trainierende „8.1% (95% CI 1.5%-34.2%)“; „Overall prevalence rates varied depending on the EA measurement tool.“ EA heißt Trainingssucht. Einschränkung: sehr breiter Vertrauensbereich, Fragebögen.
82Rhodes RE, Wierts CM, Kullman S, Magel E, Strachan S (2025, online 2024). Intervention effects on physical activity identity: a systematic review and meta-analysis. Health Psychology Review 19(1):123–144. DOI 10.1080/17437199.2024.2412996 · PMID 40008714 Meta-Analyse experimenteller und quasi-experimenteller Studien mit Erwachsenen: 40 Effektgrößen, 4.939 Teilnehmer. Identität 0,18 (0,11 bis 0,24), Bewegung in 30 Studien 0,61 (0,41 bis 0,81); „potential publication bias“; „the effect may be smaller than changes in behaviour in these interventions“. Einschränkung: mögliche Verzerrung durch nicht veröffentlichte Studien.
83Wyatt P, Berry SE, Finlayson G, O'Driscoll R, Hadjigeorgiou G, Drew DA, Khatib HA, Nguyen LH, Linenberg I, Chan AT, Spector TD, Franks PW, Wolf J, Blundell J, Valdes AM (2021). Postprandial glycaemic dips predict appetite and energy intake in healthy individuals. Nature Metabolism 3(4):523–529. DOI 10.1038/s42255-021-00383-x · PMID 33846643 · PMC7610681 Beobachtung innerhalb der Studie PREDICT 1: 1.070 Gesunde ohne Diabetes aus Großbritannien und eine US-Vergleichsgruppe; 8.624 Standardfrühstücke und 71.715 frei gewählte Mahlzeiten, Zuckersensor zu Hause, Hunger per App. Ein Abfall 2 bis 3 Stunden nach dem Essen hing zusammen mit „an increase in hunger at 2-3 h (r = 0.16, P < 0.001) … greater energy intake at 24 h (r = 0.27, P < 0.001)“. Laut Volltext: oberstes gegen unterstes Viertel „+312 kcal … higher overall Energy intake“; aß dieselbe Person dieselbe Mahlzeit erneut, war der Zusammenhang mit Hunger nicht gesichert (r = 0,04); in der US-Gruppe war er beim Hunger nicht gesichert; „glucose dips are just one part of the picture“. Einschränkung: Beobachtung, Zusammenhang; Essen selbst protokolliert; Schlaf und Bewegung nicht berücksichtigt; 97 Prozent weiß; Wochen, nicht Monate. Volltext gelesen. Geldgeber laut Volltext: Zoe Global Ltd, Wellcome Trust, NIHR; fünf Autoren laut PubMed bei Zoe Global Ltd – ein möglicher Interessenkonflikt. Die Erklärung zu Interessenkonflikten stand nicht im gelesenen Text, nicht geprüft.
84Stopyra MA, Friederich HC, Sailer S, Pauen S, Bendszus M, Herzog W, Simon JJ (2021, online 2019). The effect of intestinal glucose load on neural regulation of food craving. Nutritional Neuroscience 24(2):109–118. DOI 10.1080/1028415X.2019.1600275 · PMID 30983543 Einfach verblindeter Versuch: 26 normalgewichtige Frauen bekamen Glukose oder Wasser über eine Magensonde, dazu Bildgebung. „Despite an increase of blood glucose levels in response to the glucose compared to the water infusion, neither subjective food craving nor neural regulation of food craving showed significant differences.“ Food craving heißt Heißhunger. Einschränkung: klein, nur Frauen, Labor.
85Nasilowski F, Reichenberger J, Denk B, Gaertner R, Klink E, Unternaehrer E, Volkmer N, Wienhold S, Pruessner J, Meier M (2026). The influence of glucose intake and psychosocial stress on food craving in healthy adults. Comprehensive Psychoneuroendocrinology 27:100372. DOI 10.1016/j.cpnec.2026.100372 · PMID 42621379 · PMC13487594 Versuch mit 62 gesunden, nüchternen Erwachsenen (im Mittel 23 Jahre, 55 Prozent Frauen): Glukose oder Kontrollgetränk, danach Stresstest oder Kontrollbedingung. „Higher cortisol reactivity, and a greater increase in blood glucose led to significant reductions in food craving over time.“ Einschränkung: Laborversuch mit jungen Erwachsenen, kurzer Zeitraum.
86Chen FT, Etnier JL, Chan KH, Chiu PK, Hung TM, Chang YK (2020). Effects of exercise training interventions on executive function in older adults: a systematic review and meta-analysis. Sports Medicine 50(8):1451–1467. DOI 10.1007/s40279-020-01292-x · PMID 32447717 · PMC7376513 Systematische Übersicht mit Meta-Analyse über 33 ausgeloste Studien mit Menschen über 55, geistig gesund oder mit leichter kognitiver Beeinträchtigung; Training gegen Kontrollgruppe. Gemessen wurden exekutive Funktionen, die geistige Steuerung, mit Laboraufgaben, darunter die Hemmung – einen ersten Impuls unterdrücken. „Overall, exercise training was associated with a significant small improvement in EF“ (g = 0,21); die Verbesserung zeigte sich „for measures of inhibition, updating, and shifting“; nach Trainingsart unter anderem „resistance exercise (g = 0.22)“; bei über 75-Jährigen „no effect on EF“. Einschränkung: kleine Wirkung, Laboraufgaben; zu Verhalten im Alltag steht in der Kurzfassung nichts. Nur Kurzfassung gelesen.
87Ye M, Song T, Xia H, Hou Y, Chen A (2024). Effects of aerobic exercise on executive function of healthy middle-aged and older adults: a systematic review and meta-analysis. International Journal of Nursing Studies 160:104912. DOI 10.1016/j.ijnurstu.2024.104912 · PMID 39326271 Systematische Übersicht mit Meta-Analyse über 42 ausgeloste Studien mit 2.881 gesunden Menschen ab 45, nur Ausdauertraining. „aerobic exercise had positive effects on improving cognitive flexibility (Hedge's g = 0.343, p < 0.001), working memory (Hedge's g = 0.392, p < 0.001), and inhibitory control (Hedge's g = 0.229, p < 0.001) in healthy middle-aged and older adults“. Inhibitory control heißt Hemmung, also einen ersten Impuls unterdrücken. Einschränkung: nur Ausdauertraining, kleine Wirkung bei der Hemmung, Laboraufgaben; zu Verhalten im Alltag steht in der Kurzfassung nichts. Nur Kurzfassung gelesen.
88Leasure JL, Neighbors C, Henderson CE, Young CM (2015). Exercise and alcohol consumption: what we know, what we need to know, and why it is important. Frontiers in Psychiatry 6:156. DOI 10.3389/fpsyt.2015.00156 · PMID 26578988 · PMC4629692 Erzählende Übersicht. „Surprisingly, several large, population-based studies have shown a positive association between physical activity and alcohol intake.“ Training als Behandlung bei Alkoholproblemen: „mixed results“. Einschränkung: keine systematische Suche; die zugrunde liegenden Bevölkerungsstudien habe ich nicht einzeln geprüft.
89Potter NJ, Tomkinson GR, Dufner TJ, Walch TJ, Roemmich JN, Wilson PB, Fitzgerald JS (2021). Effects of exercise training on resting testosterone concentrations in insufficiently active men: a systematic review and meta-analysis. Journal of Strength and Conditioning Research 35(12):3521–3528. DOI 10.1519/JSC.0000000000004146 · PMID 35134000 Auswertung von 11 ausgelosten Studien mit 421 wenig aktiven, gesunden Männern von 19 bis 75 Jahren; Ausdauer, Kraft oder beides, im Median 12 Wochen. „Overall, exercise training had a negligible effect on resting total testosterone concentration (mean SMD [95% CI]: 0.00 [-0.20 to 0.20]).“ Trainingsform, Alter und Gewicht änderten das nicht. Einschränkung: wenige Studien, nur Männer. Ein Autor laut PubMed beim US-Landwirtschaftsministerium.
90West DW, Burd NA, Tang JE, Moore DR, Staples AW, Holwerda AM, Baker SK, Phillips SM (2010, online 2009). Elevations in ostensibly anabolic hormones with resistance exercise enhance neither training-induced muscle hypertrophy nor strength of the elbow flexors. Journal of Applied Physiology 108(1):60–67. DOI 10.1152/japplphysiol.01147.2009 · PMID 19910330 · PMC2885075 12 gesunde junge Männer trainierten 15 Wochen lang einen Arm nur mit Bizepscurls, den anderen mit Curls und anschließend viel Beintraining, das Wachstumshormon, IGF-1 und Testosteron kurz ansteigen ließ. „Muscle cross-sectional area (CSA) increased by 12% in LH and 10% in HH (P < 0.001) with no difference between conditions“. Einschränkung: 12 Männer, ein Muskel; sagt nichts über Hormonmengen weit über dem eigenen Spiegel. Geldgeber laut PubMed außerhalb der US-Regierung, Einzelheiten nicht geprüft.
91Hubal MJ, Gordish-Dressman H, Thompson PD, Price TB, Hoffman EP, Angelopoulos TJ, Gordon PM, Moyna NM, Pescatello LS, Visich PS, Zoeller RF, Seip RL, Clarkson PM (2005). Variability in muscle size and strength gain after unilateral resistance training. Medicine and Science in Sports and Exercise 37(6):964–972. PMID 15947721 · keine DOI in PubMed 585 Erwachsene (342 Frauen, 243 Männer), 12 Wochen Training der Armbeuger eines Arms, Kernspin des Bizeps. „Size changes ranged from -2 to +59%“. Einschränkung: ein Muskel am Oberarm; die Spannweite beschreibt Einzelpersonen. Geldgeber laut PubMed die US-Gesundheitsinstitute NIH und der US-Gesundheitsdienst.
92Nedeltcheva AV, Kilkus JM, Imperial J, Schoeller DA, Penev PD (2010). Insufficient sleep undermines dietary efforts to reduce adiposity. Annals of Internal Medicine 153(7):435–441. DOI 10.7326/0003-4819-153-7-201010050-00006 · PMID 20921542 · PMC2951287 Überkreuzversuch: 10 übergewichtige Nichtraucher (3 Frauen, 7 Männer), im Mittel 41 Jahre; je 14 Tage moderate Kalorienreduzierung, einmal mit 8,5, einmal mit 5,5 Stunden Schlafgelegenheit pro Nacht. Mit kurzem Schlaf verloren sie 0,6 statt 1,4 Kilo Fett und 2,4 statt 1,5 Kilo Magermasse (fettfreie Masse); dazu mehr Hunger. Einschränkung: Die Autoren nennen Dauer und Gruppengröße selbst als Grenze. Kein begleitendes Krafttraining; Magermasse umfasst mehr als Muskeln. Geldgeber laut PubMed die US-Gesundheitsinstitute NIH; Volltext nicht gelesen.
93Bartholomew JB, Stults-Kolehmainen MA, Elrod CC, Todd JS (2008). Strength gains after resistance training: the effect of stressful, negative life events. Journal of Strength and Conditioning Research 22(4):1215–1221. DOI 10.1519/JSC.0b013e318173d0bf · PMID 18545186 135 Studierende in Krafttrainingskursen, 12 Wochen, zweimal 1,5 Stunden pro Woche; Stress per Fragebogen, Gruppen am Median geteilt. „the low stress participants experienced a significantly greater increase in bench press and squat than their high stress counterparts.“ Einschränkung: Beobachtung innerhalb eines Kurses, Selbstauskunft, junge Studierende.
94MacKenzie-Shalders K, Kelly JT, So D, Coffey VG, Byrne NM (2020). The effect of exercise interventions on resting metabolic rate: a systematic review and meta-analysis. Journal of Sports Sciences 38(14):1635–1649. DOI 10.1080/02640414.2020.1754716 · PMID 32397898 Auswertung von 18 Studien. „While there was no effect of aerobic exercise on RMR (MD: 81.65 kCal·day[95% CI: -57.81, 221.10], P = 0.25), resistance exercise increased RMR compared to controls (MD: 96.17 kCal·day[95% CI: 45.17, 147.16], P = 0.0002).“ Gerechnet: Für 96 Kilokalorien bräuchte es bei 13 Kilokalorien je Kilo rund 7,4 Kilo Muskel. Einschränkung laut Autoren: „heterogenous methodologies and high risk of bias“; ausgeschlossen waren Menschen ab 65 und Frauen nach den Wechseljahren. Wie lange nach der letzten Einheit gemessen wurde, habe ich nicht geprüft – das könnte einen Teil des Unterschieds erklären.
95LaForgia J, Withers RT, Gore CJ (2006). Effects of exercise intensity and duration on the excess post-exercise oxygen consumption. Journal of Sports Sciences 24(12):1247–1264. DOI 10.1080/02640410600552064 · PMID 17101527 Übersichtsarbeit zum Nachbrenneffekt, Fachleute sagen EPOC. „even those studies incorporating exercise stimuli resulting in prolonged EPOC durations have identified that the EPOC comprises only 6-15% of the net total oxygen cost of the exercise.“ Für Krafttraining „remains unclear because of the limited number of studies“. „the earlier research optimism regarding an important role for the EPOC in weight loss is generally unfounded.“ Einschränkung: erzählende Übersicht ohne systematische Suche, Stand 2006; bei Intervallen liegt der Anteil laut Autoren womöglich höher. Nur Kurzfassung gelesen.
96Knab AM, Shanely RA, Corbin KD, Jin F, Sha W, Nieman DC (2011). A 45-minute vigorous exercise bout increases metabolic rate for 14 hours. Medicine and Science in Sports and Exercise 43(9):1643–1648. DOI 10.1249/MSS.0b013e3182118891 · PMID 21311363 10 junge Männer von 22 bis 33 Jahren, je 24 Stunden in der Stoffwechselkammer an einem Ruhe- und einem Trainingstag; 45 Minuten Radfahren bei rund 73 Prozent der maximalen Sauerstoffaufnahme. „For 14 h after exercise, energy expenditure was increased 190 ± 71.4 kcal compared with the rest day“; „The 190 kcal expended after exercise above resting levels represented an additional 37% to the net energy expended during the 45-min cycling bout.“ Einschränkung: sehr klein, nur junge Männer, Radfahren statt Krafttraining, keine Vergleichsbedingung mit lockerer Belastung; das Ergebnis liegt deutlich über anderen Angaben. Nur Kurzfassung gelesen. Geldgeber laut PubMed außerhalb der US-Regierung, Einzelheiten nicht geprüft.
97Riou MÈ, Jomphe-Tremblay S, Lamothe G, Stacey D, Szczotka A, Doucet É (2015). Predictors of energy compensation during exercise interventions: a systematic review. Nutrients 7(5):3677–3704. DOI 10.3390/nu7053677 · PMID 25988763 · PMC4446773 Systematische Übersicht über 61 Studien mit 928 Teilnehmern. „The overall mean energy compensation was 18% ± 93%.“ „For studies of longer duration (about 80 weeks), the energy compensation approached 84%.“ Kompensation heißt hier: Der Körper verlor weniger Energie, als das Training kostete. Einschränkung: Nur Ausdauer- und Intervalltraining, Krafttraining war ausgeschlossen; nur 18- bis 55-Jährige. Was die Teilnehmer aßen und wie viel sie sich sonst bewegten, war laut Autoren nicht erfasst – woher der Ausgleich kommt, bleibt offen: „since we did not have access to EI or NSPA … it is impossible to determine to what extent these factors contributed“ (EI heißt aufgenommene Energie, NSPA Bewegung außerhalb des Trainings). Sehr große Streuung; die 84 Prozent ergeben sich aus einem Rechenmodell mit nur wenigen langen Studien. Volltext gelesen.
98Hellerstein MK (1999). De novo lipogenesis in humans: metabolic and regulatory aspects. European Journal of Clinical Nutrition 53(Suppl 1):S53–S65. DOI 10.1038/sj.ejcn.1600744 · PMID 10365981 Übersicht eines Autors zur Neubildung von Fett aus Kohlenhydraten (De-novo-Lipogenese, DNL). „Eucaloric replacement of dietary fat by CHO does not induce hepatic DNL to any substantial degree.“ – „Body fat is thereby accrued, but the pathway of DNL is not traversed“ – „Only when CHO energy intake exceeds TEE does DNL in liver or adipose tissue contribute significantly to the whole-body energy economy.“ CHO heißt Kohlenhydrate, TEE der gesamte Energieverbrauch. Einschränkung: erzählende Übersicht, Stand 1999. Nur Kurzfassung gelesen.
99Halliday TM, White MH, Hild AK, Conroy MB, Melanson EL, Cornier MA (2021). Appetite and energy intake regulation in response to acute exercise. Medicine and Science in Sports and Exercise 53(10):2173–2181. DOI 10.1249/MSS.0000000000002678 · PMID 33831896 · PMC8440326 Ausgeloster Überkreuzversuch mit 24 körperlich inaktiven Erwachsenen, zur Hälfte Frauen: Krafttraining (ein Satz bis zum Versagen an 12 Übungen), 45 Minuten Gehen oder Sitzen. „No differences in ad libitum energy intake (REx, 991 ± 68; AEx, 937 ± 65; SED, 944 ± 76 kcal; P = 0.50) or appetite ratings (all, P > 0.05) were detected.“ Einschränkung: eine Einheit, eine Mahlzeit. Geldgeber laut PubMed die US-Gesundheitsinstitute NIH und Stellen außerhalb der US-Regierung.
100Joo J, Williamson SA, Vazquez AI, Fernandez JR, Bray MS (2019). The influence of 15-week exercise training on dietary patterns among young adults. International Journal of Obesity 43(9):1681–1690. DOI 10.1038/s41366-018-0299-3 · PMID 30659257 · PMC6639161 Trainingsstudie TIGER: 2.680 junge Erwachsene, 15 Wochen Ausdauertraining mit Pulsmessung; Ernährungsfragebogen mit 102 Lebensmitteln vorher (2.476 Bögen) und nachher (1.859). „most dietary pattern scores were decreased following exercise training“; „A longer duration of exercise was associated with decreased preferences for the western … and snacking … patterns“. Einschränkung: Ausdauer, nicht Krafttraining; Selbstauskunft; keine Gruppe ohne Training, laut Volltext: „Our within-subject design did not include a control group“; nachher rund ein Viertel weniger Bögen als vorher (gerechnet: 1 − 1.859 ÷ 2.476 ≈ 0,25). Geldgeber laut PubMed die US-Gesundheitsinstitute NIH.
101Mata J, Silva MN, Vieira PN, Carraça EV, Andrade AM, Coutinho SR, Sardinha LB, Teixeira PJ (2009). Motivational "spill-over" during weight control: increased self-determination and exercise intrinsic motivation predict eating self-regulation. Health Psychology 28(6):709–716. DOI 10.1037/a0016764 · PMID 19916639 Auswertung innerhalb einer einjährigen ausgelosten Studie mit 239 übergewichtigen oder adipösen Frauen: Programm zur Förderung von Bewegung und innerer Motivation gegen allgemeine Gesundheitsschulung. „General self-determination and more autonomous exercise motivation predicted eating self-regulation over 12 months“; die Selbstbestimmung „fully mediated the relation between physical activity and eating self-regulation“. Einschränkung: Das Programm arbeitete ausdrücklich an Motivation und Abnehmen, nicht nur am Training; Fragebögen; der Weg über die Motivation ist ein Zusammenhang innerhalb der Studie. Geldgeber laut PubMed außerhalb der US-Regierung, Einzelheiten nicht geprüft.
102Fleig L, Küper C, Lippke S, Schwarzer R, Wiedemann AU (2015). Cross-behavior associations and multiple health behavior change: a longitudinal study on physical activity and fruit and vegetable intake. Journal of Health Psychology 20(5):525–534. DOI 10.1177/1359105315574951 · PMID 25903240 Befragung von 2.693 Erwachsenen an zwei Zeitpunkten im Abstand von vier Wochen. „Physical activity and nutrition appear to facilitate rather than hinder each other.“ Einschränkung: kurz, Selbstauskunft, Zusammenhang. Geldgeber laut PubMed außerhalb der US-Regierung, Einzelheiten nicht geprüft.
103Jayawardene WP, Torabi MR, Lohrmann DK (2016, online 2015). Exercise in young adulthood with simultaneous and future changes in fruit and vegetable intake. Journal of the American College of Nutrition 35(1):59–67. DOI 10.1080/07315724.2015.1022268 · PMID 26251968 Bevölkerungsbefragung über drei Zeitpunkte mit 18 bis 22, 23 bis 27 und 27 bis 31 Jahren; 6.244 Befragte. „Only 9% continued exercising for 30 minutes more than 5 days/week“; „Increase in Time-2 exercise by one day/week resulted in increased Time-3 fruit and vegetable intakes by 0.17 and 0.13 times/week“. Einschränkung: Selbstauskunft; Zusammenhang – „resulted in“ ist die Formulierung der Autoren, ausgelost wurde nicht.
104Leproult R, Van Cauter E (2011). Effect of 1 week of sleep restriction on testosterone levels in young healthy men. JAMA 305(21):2173–2174. DOI 10.1001/jama.2011.710 · PMID 21632481 · PMC4445839 Kurzbericht: 10 gesunde junge Männer (im Mittel 24 Jahre); erst 3 Nächte mit 10 Stunden, dann 8 Nächte mit 5 Stunden Bettzeit im Labor. Testosteron zwischen 8 und 22 Uhr „16.5 [2.8] nmol/L vs 18.4 [3.8] nmol/L; P = .049“; „Daytime testosterone levels were decreased by 10% to 15%“; Cortisol unverändert; Antrieb („vigor“) „from 28 (5) after the first night to 19 (7) after the seventh night“. Volltext gelesen. Einschränkung: „small convenience sample“; die Reihenfolge war nicht ausgelost – erst ausgeschlafen, dann verkürzt. Geldgeber laut PubMed die US-Gesundheitsinstitute NIH.
105Dang J, Barker P, Baumert A und 33 weitere (2021, online 2020). A multilab replication of the ego depletion effect. Social Psychological and Personality Science 12(1):14–24. DOI 10.1177/1948550619887702 · PMID 34113424 · PMC8186735 Vorab registriert, 12 Labore, 1.775 Teilnehmer, ein Aufgabenpaar. „small and significant ego depletion effect“ von 0,10, nach Ausschlüssen 0,16. Einschränkung: ein Aufgabenpaar; Training wurde nicht untersucht. Nur Kurzfassung gelesen.
106Baron KG, Reid KJ, Zee PC (2013). Exercise to improve sleep in insomnia: exploration of the bidirectional effects. Journal of Clinical Sleep Medicine 9(8):819–824. DOI 10.5664/jcsm.2930 · PMID 23946713 · PMC3716674 11 Frauen mit Schlafstörung (Insomnie), im Mittel 61 Jahre; 16 Wochen dreimal 30 Minuten Ausdauertraining, Tagebücher und Armband täglich. „Daily exercise was not associated with subjective or objective sleep variables during the corresponding night. However, participants had shorter exercise duration following nights with longer SOL (p < 0.05).“ – „Results suggest that sleep influences next day exercise rather than exercise influencing sleep.“ SOL heißt Einschlafdauer. Über die 16 Wochen besserten sich Schlafzeit und Schlafqualität. Einschränkung: 11 Frauen mit Insomnie, Ausdauer; Zusammenhänge von Tag zu Tag, keine Ursache. Geldgeber laut PubMed die US-Gesundheitsinstitute NIH.
Was auf dieser Seite fehlt – und warum Wie lange eine Einheit dauern sollte und wie schnell Du abnimmst, sagt diese Seite nicht; dafür habe ich keine passenden Quellen geprüft. Ob der Körper nach Krafttraining nachts gezielt mehr Fett statt Zucker verbrennt, habe ich ebenfalls nicht geprüft; hier geht es um den Verbrauch insgesamt. Wie Alkohol Deinen Schlaf und Dein Training am nächsten Tag beeinflusst, beantwortet diese Seite nicht. Die oft zitierte Einzelstudie mit 66 Tagen habe ich nicht selbst gelesen; ihre Werte stehen hier so, wie eine Übersicht sie wiedergibt. Lieber eine ehrliche Lücke als eine Angabe, für die niemand geradesteht.
Zum Schluss, in eigener Sache Ich bin Personal Trainer, kein Arzt. Ich behandle nichts – ich trainiere um Beschwerden herum und Schritt für Schritt in mehr Belastbarkeit hinein. Wo ärztliche Freigabe nötig ist, fange ich ohne sie nicht an. Diese Seite erklärt, was Studien zeigen, und ersetzt keine ärztliche Beratung.