Käse als Aufschnitt liefert viel Eiweiß: Hart- und Schnittkäse wie Gouda, Edamer, Emmentaler, Maasdamer, Bergkäse oder Butterkäse haben je 100 Gramm rund 21 bis 30 Gramm.1, 2 Dazu kommt bei den meisten Sorten mindestens genauso viel Fett. Wie viel genau, steht in der Nährwerttabelle: Die Angabe „45 % Fett i. Tr.“ meint den Fettanteil in der Trockenmasse, also im Käse ohne sein Wasser.3
Beim Cholesterin kommt es darauf an, was Käse ersetzt: Statt Butter gegessen, hebt er es weniger an, gegenüber Tofu nach ersten Hinweisen stärker.4, 5 In Beobachtungsstudien erkrankten Menschen, die mehr Käse aßen, sogar etwas seltener an Herz und Kreislauf – ein Zusammenhang, kein Beweis.6 Gereifter Käse enthält kaum Milchzucker und passt deshalb meist auch bei Laktoseintoleranz.1, 7 Was nicht passt: pflanzliche Käsealternativen als Eiweißquelle – in einem Marktcheck von 17 Produkten hatten sie im Mittel rund 2 Gramm Eiweiß je 100 Gramm.8
Auf einen Blick · Einordnung von Personal Trainer Stefan Trost
Neun Fragen, kurz beantwortet
Wenn Du nur zwei Minuten hast, reicht dieser Kasten. Alles Weitere steht darunter.
Welcher Käse sich für Dich lohnt, hängt an Deinem Ziel. Finde Dich in einer der Karten wieder.
Eine Scheibe von 30 Gramm liefert je nach Sorte rund 5 bis 9 Gramm Eiweiß (gerechnet, Kapitel 04).1 In einer kleinen Studie regte Käse mit 30 Gramm Eiweiß – gut drei Scheiben des fettreduzierten Studienkäses (gerechnet) – den Aufbau von Muskeleiweiß nach Krafttraining an; einen Unterschied zu Milcheiweißpulver fand sie nicht. Bezahlt hat sie ein Molkereiverband.12 Als Orientierung nennt die Deutsche Gesellschaft für Ernährung für Erwachsene bis 64 Jahre 0,8 Gramm Eiweiß je Kilogramm Körpergewicht am Tag, ab 65 Jahren 1,0 Gramm.13 Bei Krafttraining brachte mehr als rund 1,6 Gramm in einer großen Auswertung keinen weiteren Zuwachs an Muskelmasse – eine unsichere Grenze; vorsichtshalber nennen die Autoren bis zu 2,2 Gramm. Ihr leitender Autor erhielt Geld von einem Milchverband.14 Den Anstoß zum Muskelaufbau gibt das Training, Käse liefert Eiweiß dazu.
30 Gramm haben knapp 40 Kilokalorien beim Harzer, 80 bei Gouda mit 30 % Fett i. Tr. und rund 120 bei Greyerzer (Gruyère) oder Bergkäse (gerechnet, Kapitel 04).1 Je Kilokalorie liefern fettreduzierter Käse und Harzer am meisten Eiweiß.
In Hart- und Schnittkäse liegt der Milchzucker in der Nährstoffdatenbank zwischen null und 0,15 Gramm je 100 Gramm, und die meisten Menschen mit Laktoseintoleranz vertragen bis zu 12 Gramm auf einmal.1, 7 Schmelzkäse enthält dort 5 Gramm, eine Scheibe rund 1,5 (gerechnet). Wird bei Käse der Milchzucker verringert, darf „laktosefrei“ nur unter 0,1 Gramm je 100 Gramm draufstehen.3
Schwangere gelten bei Listerien – Bakterien, die eine Lebensmittelinfektion auslösen – als besonders gefährdet.15 Ein Faltblatt des Bundes rät, Rohmilchkäse und Käse mit Rotschmiere – einer klebrigen rot-gelben Rinde, etwa bei Harzer, Mainzer, Handkäse, Limburger, Münster und Tilsiter – besser nicht zu essen oder vorher ausreichend zu erhitzen, ebenso Mozzarella und Feta aus offenen Gefäßen.16 Lange gereiften Hartkäse aus Rohmilch hält das Faltblatt für unproblematisch; eine Landesbehörde rät dagegen, ganz auf Rohmilchkäse zu verzichten.15, 16 Die Rinde schneidest Du ab. Käse kaufst Du am besten am Stück, Aufschnitt lässt Du Dir in kleinen Mengen frisch aufschneiden und isst ihn in zwei bis drei Tagen; abgepackten nur in kleinen Mengen und lange vor Ablauf der Mindesthaltbarkeit.16
Als Orientierung nennt die Deutsche Gesellschaft für Ernährung bis zu 6 Gramm Salz am Tag; Käse zählt neben Brot, Fleisch und Wurst zu den größten Salzquellen.17 Eine Scheibe Emmentaler bringt rund 0,16 Gramm, Gouda 0,65 und Schmelzkäse 0,84 (gerechnet, Kapitel 04).1
Bei Erkrankungen von Herz, Kreislauf, Nieren oder Stoffwechsel, bei einer Milcheiweißallergie oder wenn Du ein Antidepressivum aus der Gruppe der MAO-Hemmer nimmst, klärst Du vorher mit Deinem Arzt, ob und wie viel Käse für Dich passt. Milch zählt zu den Allergenen, die gekennzeichnet werden müssen;18 lange gereifter Käse kann Tyramin enthalten, das zusammen mit MAO-Hemmern den Blutdruck stark steigen lassen kann.19
Wenn Du nur ein Kapitel liest, dann dieses. Die Sorte und Deine Scheibe entscheiden, was Käse Dir bringt.
Das deutsche Käserecht, die Käseverordnung, teilt Käse in Gruppen ein – allgemein nach dem Wasseranteil im Käse ohne sein Fett, der fettfreien Käsemasse; bekannte Standardsorten wie Gouda oder Emmentaler ordnet sie in einer Liste direkt einer Gruppe zu. Die Wassergrenzen der Gruppen überschneiden sich.3 Je weniger Wasser, desto fester der Käse – und desto mehr Eiweiß und Fett stecken meist in 100 Gramm (Kapitel 04).
Höchstens 56 % Wasser in der fettfreien Käsemasse. Emmentaler muss mindestens zwei Monate reifen, Bergkäse und Cheddar drei.3 In der Tabelle in Kapitel 04 liefern sie viel Eiweiß und viel Calcium.1
Über 54 bis 63 % Wasser in der fettfreien Käsemasse; Gouda, Edamer und Tilsiter reifen mindestens fünf Wochen.3 Maasdamer wird als Schnittkäse verkauft,2 ebenso viele Käse mit Fantasienamen (weiter unten). Tilsiter zählt zu den Käsen mit Rotschmiere – in der Schwangerschaft besser nicht (Kapitel 01).16
Über 61 bis 69 % Wasser in der fettfreien Käsemasse. Butterkäse beschreibt das Käserecht als mild und feinsäuerlich; ein Mindestalter schreibt es ihm nicht vor.3
Pasta-filata-Käse – er wird in heißem Wasser geknetet und gezogen – zählt nicht zu diesen Gruppen, und Mozzarella wird nicht gereift.3 In der Tabelle in Kapitel 04 hat er, zusammen mit Emmentaler, am wenigsten Salz.1
Sauermilchkäse wird aus Sauermilchquark hergestellt, also aus Quark von gesäuerter Milch. Harzer und Mainzer sind Sauermilchkäse in der Magerstufe, also mit weniger als 10 % Fett i. Tr.3 Viel Eiweiß, kaum Fett, wenig Calcium und reichlich Salz (Kapitel 04).1
Kein gereifter Käse, sondern ein Erzeugnis aus Käse: mindestens zur Hälfte – bezogen auf die Trockenmasse – aus Käse, unter Wärme geschmolzen, auch mit Schmelzsalzen, die ihn beim Erhitzen glatt halten.3 Was das für die Nährwerte heißt, steht in Kapitel 06.
Auf fast jeder Käsepackung – ausgenommen Sauermilchkäse wie Harzer – steht der Fettgehalt in der Trockenmasse, abgekürzt „Fett i. Tr.“, oder die Fettstufe.3 Die Stufen reichen von der Magerstufe unter 10 % über Viertelfett ab 10, Halbfett ab 20, Dreiviertelfett ab 30, Fett ab 40, Vollfett ab 45 und Rahm ab 50 bis zur Doppelrahmstufe mit 60 bis 87 % Fett i. Tr.3 Ein Scheibenkäse, der als „Rahmkäse“ verkauft wird, ist laut Herstellerangabe ein Schnittkäse mit 55 %, liegt also in der Rahmstufe;10 Gouda mit 30 % liegt in der Dreiviertelfettstufe. Was „Fett i. Tr.“ für den echten Fettgehalt heißt, rechnet Kapitel 04 vor.
Viele Käse im Kühlregal tragen statt einer Sorte einen Fantasienamen. Was es ist, verrät die Bezeichnung auf der Packung: entweder eine Standardsorte wie Gouda oder die Käsegruppe, etwa „Schnittkäse“.3 Vier solcher Scheibenkäse einer Marke – als Beispiele gewählt, ohne Anspruch auf Vollständigkeit, die Namen stehen in den Belegen – sind laut Herstellerangabe allesamt Schnittkäse mit 48 bis 55 % Fett i. Tr.10 Der Name sagt über die Nährwerte nichts – die Rückseite der Packung schon.
Die Reifestufen beschreiben, wie lange ein Käse gelagert wurde. Für Gouda schreibt das Käserecht mindestens fünf Wochen vor;3 eine Fachzeitschrift für den Lebensmittelhandel nennt für mittelalten Gouda mindestens 12 Wochen, für alten mindestens 30. Je älter, desto würziger und fester wird er.20
Käse liefert viel Eiweiß – aber in zehn der vierzehn Sorten in der Tabelle steckt mehr Fett als Eiweiß.1, 2, 10
| Je 100 Gramm | Energie | Eiweiß | Fett | Salz | Calcium |
|---|---|---|---|---|---|
| Emmentaler1Hartkäse · 45 % Fett i. Tr. | 374 kcal | 27,5 g | 29,2 g | 0,5 g | 1159 mg |
| Bergkäse1Hartkäse · 45 % Fett i. Tr. | 395 kcal | 28,9 g | 30,8 g | 0,8 g | 1100 mg |
| Greyerzer (Gruyère)1Hartkäse · 50 % Fett i. Tr. | 399 kcal | 26,9 g | 32,1 g | 1,5 g | 880 mg |
| Cheddar1Hartkäse · 50 % Fett i. Tr. | 387 kcal | 23,0 g | 32,2 g | 1,5 g | 805 mg |
| Gouda, 48 %1Schnittkäse · 48 % Fett i. Tr. | 379 kcal | 22,5 g | 31,6 g | 2,2 g | 863 mg |
| Gouda, 30 %1Schnittkäse · 30 % Fett i. Tr. | 266 kcal | 29,6 g | 16,0 g | 2,3 g | 958 mg |
| Edamer1Schnittkäse · 40 % Fett i. Tr. | 317 kcal | 25,9 g | 23,4 g | 1,9 g | 793 mg |
| Tilsiter1Schnittkäse · 45 % Fett i. Tr. | 355 kcal | 25,8 g | 27,7 g | 1,7 g | 840 mg |
| Maasdamer2Schnittkäse · 45 % Fett i. Tr. · Herstellerangabe | 353 kcal | 28,0 g | 26,7 g | 1,0 g | – |
| „Rahmkäse“10Schnittkäse · 55 % Fett i. Tr. · Herstellerangabe | 386 kcal | 21,0 g | 33,0 g | 1,7 g | – |
| Butterkäse1halbfester Schnittkäse · 50 % Fett i. Tr. | 347 kcal | 21,5 g | 28,8 g | 2,0 g | 1014 mg |
| Mozzarella1Pasta filata · 45 % Fett i. Tr. | 259 kcal | 17,1 g | 21,0 g | 0,5 g | 378 mg |
| Schmelzkäse, schnittfest1Erzeugnis aus Käse · 45 % Fett i. Tr. | 299 kcal | 15,7 g | 23,6 g | 2,8 g | 560 mg |
| Sauermilchkäse1, 3Magerstufe, unter 10 % Fett i. Tr. · etwa Harzer | 128 kcal | 30,0 g | 0,5 g | 2,6 g | 125 mg |
aus Quellen Werte, wie sie in den Quellen stehen – keine eigenen Rechnungen, in der Tabelle gerundet. Die deutsche Nährstoffdatenbank, der Bundeslebensmittelschlüssel, stützt sich je nach Wert auf Laboranalysen, Fachliteratur oder andere Datenbanken; Energie und Salz berechnet sie aus Formeln. Maasdamer und „Rahmkäse“: Herstellerangaben, ohne Calcium. Einzelne Produkte weichen ab – Dein Etikett gilt.1, 2, 10
gerechnet Von mir aus den Werten der Tabelle gerechnet, mit den ungerundeten Werten der Quellen. 30 Gramm ist die Scheibe, mit der die Deutsche Gesellschaft für Ernährung eine Portion Käse rechnet – Deine Scheibe kann leichter oder schwerer sein. Beim Harzer stehen die 30 Gramm für eine vergleichbare Menge.1, 9, 10
gerechnet Von mir aus den Werten der Nährstoffdatenbank und der Herstellerangabe gerechnet.1, 10
„45 % Fett i. Tr.“ heißt nicht 45 Gramm Fett. Die Angabe bezieht sich auf die Trockenmasse, also auf das, was vom Käse ohne sein Wasser übrig bliebe.3 Ein Maasdamer mit 45 % Fett i. Tr. hat laut Herstellerangabe 26,7 Gramm Fett je 100 Gramm.2 Wie viel es ist, hängt am Wasser: Je weicher der Käse, desto weniger Fett bei gleicher Fettstufe.
gerechnet Von mir aus den Wasser- und Fettwerten der Nährstoffdatenbank gerechnet. „Mindestens“, weil die Datenbank beide Käse mit „mindestens 45 % Fett i. Tr.“ führt; ihre gemessenen Fettwerte liegen etwas darüber.1
Mehr als die Hälfte des Käsefetts sind gesättigte Fettsäuren – je nach Sorte 51 bis 71 Prozent, von mir gerechnet aus den Werten der Datenbank und der Herstellerangaben: gesättigte Fettsäuren geteilt durch Fett, etwa beim Butterkäse 14,78 ÷ 28,8 = 51 Prozent, beim Gouda mit 48 % Fett i. Tr. 22,53 ÷ 31,58 = 71 Prozent.1, 2, 10 Was das für Cholesterin und Herz bedeutet, steht in Kapitel 05.
Beim Salz liegen die Sorten weit auseinander: Mozzarella und Emmentaler haben je 100 Gramm rund ein halbes Gramm, Gouda 2,2 Gramm, Schmelzkäse 2,8.1 Eine Scheibe Gouda bringt mit rund 0,65 Gramm gut ein Zehntel der bis zu 6 Gramm, die die Deutsche Gesellschaft für Ernährung als Orientierung für den Tag nennt (gerechnet).17
Hart- und Schnittkäse sind reich an Calcium. Eine Scheibe Emmentaler liefert rund 350 Milligramm, gut ein Drittel der 1000 Milligramm, die die DGE Erwachsenen am Tag empfiehlt (gerechnet).1, 21 Je 100 Gramm hat Emmentaler 1159 Milligramm, Mozzarella 378 und Harzer nur 125.1
Milchzucker, auch Laktose genannt, steckt in gereiftem Käse kaum. Gereift heißt: Der Käse lagert nach dem Herstellen, bevor er verkauft wird – Gouda mindestens fünf Wochen, Emmentaler zwei Monate (Kapitel 03). In der Datenbank liegt der Milchzucker bei Emmentaler und Gouda unter der Nachweisgrenze – so wenig, dass er sich nicht messen ließ –, bei Bergkäse, Edamer und Butterkäse bei null, bei Cheddar bei 0,15 Gramm je 100 Gramm.1 Auch beim nicht gereiften Mozzarella führt die Datenbank einen Wert unter der Nachweisgrenze; Schmelzkäse enthält dort 5 Gramm, eine Scheibe also rund 1,5 (gerechnet).1 Zum Vergleich: Die meisten Menschen mit Laktoseintoleranz vertragen bis zu 12 Gramm auf einmal ohne oder mit nur geringen Beschwerden.7 Für ein einzelnes Produkt verlässlich ist nur die Angabe „Laktosegehalt: unter 0,1 g/100 g“; sie gehört zu jedem Käse, dessen Milchzucker verringert wurde und der „laktosefrei“ heißt.3
Käse hat viel gesättigtes Fett (Kapitel 04). Viel gesättigtes Fett geht mit höherem LDL-Cholesterin einher, und ein hohes LDL gilt als anerkannter Risikofaktor für Herz-Kreislauf-Erkrankungen – daher die Sorge.4 Mit Butter verglichen, hebt Käse das Cholesterin aber weniger an.4
Eine Auswertung von sieben randomisierten Studien hat Käse direkt mit Butter verglichen: Erwachsene ohne chronische Erkrankung aßen zwei bis sechs Wochen lang viel Käse oder stattdessen Butter mit gleich viel Energie; in sechs der sieben Studien aßen alle beides nacheinander, das Los bestimmte die Reihenfolge. Nach rund 135 Gramm Käse am Tag lag das LDL-Cholesterin, das „schlechte“ Cholesterin, um 0,19 Millimol je Liter niedriger als nach rund 52 Gramm Butter; das sind gut 7 Milligramm je Deziliter (gerechnet).4 Die federführende Autorin dieser Auswertung hatte Forschungsgeld von einem Molkereiunternehmen erhalten – ein möglicher Interessenkonflikt.4 Eine ältere Auswertung mit einem Teil derselben Studien kam gegenüber Butter zum selben Ergebnis. Gegenüber Tofu oder „fettverändertem“ Käse stieg das Cholesterin mit Käse dagegen an, so wie es die Fettzusammensetzung erwarten ließ: Die Vergleichskost enthielt mehr ungesättigtes im Verhältnis zum gesättigten Fett. Wie viele Studien dahinterstehen, nennt die Kurzfassung dieser Auswertung nicht – das sind erste Hinweise.5
Was heißt das? Statt Butter ist Käse für das Cholesterin die bessere Wahl, gegenüber Tofu nach ersten Hinweisen nicht. Die Mengen lagen weit über dem Üblichen: 135 Gramm sind rund viereinhalb Scheiben am Tag (gerechnet).
gerechnet Von mir aus den Werten der Auswertung gerechnet; mg/dl ist die Einheit auf vielen deutschen Laborbefunden.4, 9
Eine große Übersichtsarbeit hat Beobachtungsstudien ausgewertet – Studien, die Essgewohnheiten erfassen und über Jahre verfolgen, wer erkrankt. Zu Herz-Kreislauf-Erkrankungen waren es 18 Studien mit gut 1,8 Millionen Menschen: Wer am meisten Käse aß, erkrankte 8 Prozent seltener als wer am wenigsten aß; je 30 Gramm am Tag mehr waren es 3 Prozent.6 Am niedrigsten lag das Risiko bei rund 40 Gramm am Tag, darüber sank es nicht weiter.6 Das ist ein Zusammenhang, kein Beweis: Wer viel Käse isst, lebt vielleicht auch sonst anders – die Autoren nennen das selbst als Grenze und stufen die Aussagekraft als mäßig ein.6
Käse zählt in Deutschland neben Brot, Fleisch und Wurst zu den größten Salzquellen.17 Mit Bluthochdruck hing Käse in den Beobachtungsstudien der Übersichtsarbeit nicht zusammen.6 Wer auf Salz achten muss, kann trotzdem gezielt wählen: Emmentaler und Mozzarella haben je 100 Gramm nur ein Fünftel bis ein Viertel des Salzes von Gouda (gerechnet, Kapitel 04).1
Auf der Käsepackung steht mehr, als man denkt. Drei Dinge lohnen den Blick: die Bezeichnung, die Nährwerttabelle und der Hinweis zur Rinde.
Die Bezeichnung nennt die Sorte oder die Käsegruppe, dazu den Fettgehalt in der Trockenmasse.3 Wird bei einem Käse der Milchzucker verringert, darf „laktosefrei“ nur draufstehen, wenn weniger als 0,1 Gramm je 100 Gramm drin sind – zusammen mit der Angabe „Laktosegehalt: unter 0,1 g/100 g“ oder einer gleichbedeutenden.3 „Light“ heißt: mindestens 30 Prozent weniger – etwa Fett oder Energie – als ein vergleichbares Produkt, und was weniger ist, muss dabeistehen.22 Diese 30 Prozent sind eine andere Zahl als die 30 in „30 % Fett i. Tr.“: Gouda mit 30 % Fett i. Tr. hat in der Datenbank 16 Gramm Fett je 100 Gramm, rund die Hälfte weniger als Gouda mit 48 % (gerechnet)1 – mehr als die 30 Prozent, die „light“ verlangt. „Fettarm“ ist eine strengere Angabe: höchstens 3 Gramm Fett je 100 Gramm.22 Das schafft auch dieser Gouda nicht.
Ist ein Hart- oder Schnittkäse mit Kunststoff überzogen, muss „Kunststoffüberzug nicht zum Verzehr geeignet“ auf der Packung stehen – den isst Du nicht mit.3 Manche Rinden sind mit Natamycin behandelt, einem Mittel gegen Schimmel, das auch in Arzneien gegen Pilzinfektionen steckt. Erlaubt ist es nur auf der Oberfläche; 5 Millimeter darunter darf es nicht mehr nachweisbar sein. Bei abgepacktem Käse steht es in der Zutatenliste. Das Bundesinstitut für Risikobewertung hält es in einer Stellungnahme von 2012 aus gesundheitlichen Gründen nicht für nötig, solche Rinden zu entfernen; wer den Stoff meiden will, schneidet sie ab. Den Einsatz in Lebensmitteln will das Institut trotzdem so begrenzt wie möglich halten – weil Natamycin auch als Arzneimittel dient und Krankheitserreger dagegen nicht widerstandsfähig werden sollen.11 Ob unbehandelte Rinde für alle anderen unbedenklich ist, sagt diese Stellungnahme nicht. Schwangeren, Älteren und Kranken rät das Institut – unabhängig von Natamycin –, Käserinde zum Schutz vor Listerien abzuschneiden.11, 16
Schmelzkäse besteht mindestens zur Hälfte – bezogen auf die Trockenmasse – aus Käse, der unter Wärme geschmolzen wird, auch mit Schmelzsalzen.3 In der Datenbank hat schnittfester Schmelzkäse 15,7 Gramm Eiweiß, 2,8 Gramm Salz und 5 Gramm Milchzucker je 100 Gramm – weniger Eiweiß und mehr Salz als jeder Schnittkäse der Tabelle in Kapitel 04.1
Pflanzliche Alternativen dürfen in der EU nicht „Käse“ heißen.23 Eine Verbraucherzentrale hat 17 von ihnen geprüft, darunter Scheiben und geriebene Produkte: Sie bestanden meist aus Wasser, Kokosöl oder -fett und Stärke und hatten im Mittel rund 2 Gramm Eiweiß je 100 Gramm – Käse laut derselben Verbraucherzentrale etwa 18 –, kaum Calcium und fast durchweg viel Salz; nur zwei kamen auf 8 und 14 Gramm Eiweiß.8 Für die Klimabilanz sind sie laut der Verbraucherzentrale ein Gewinn.8
Über Käse kursieren Lob und Warnungen – Du hörst sie im Studio, von Freunden, im Netz. Von diesen zehn Aussagen stimmen zwei, vier stimmen halb, vier stimmen so nicht. In dieser Liste heißt ✓ stimmt, ~ stimmt halb, ✕ stimmt so nicht.
Zur Ehrlichkeit gehört beides: was Käse kann, und was nicht.
Auch die Studien haben Grenzen. Die Cholesterin-Studien liefen kurz und mit viel Käse: zwei bis sechs Wochen, rund 135 Gramm am Tag, meist Hartkäse.4 Die Beobachtungsstudien zum Herzen stammen überwiegend aus Europa, Nordamerika und Ozeanien und unterscheiden kaum zwischen den Sorten.6 Die Studie zum Muskeleiweiß maß eine einzige Mahlzeit über vier Stunden, mit jungen Männern; bezahlt hat sie ein Molkereiverband.12
Wie stark das LDL-Cholesterin auf gesättigtes Fett reagiert, kann von Mensch zu Mensch verschieden sein; die Autoren der Auswertung zu Käse und Butter nennen das als offene Frage. Eine ihrer Studien fand den LDL-Anstieg durch Butter bei Menschen mit höherem Ausgangswert stärker. Die drei Studien mit Menschen mit Übergewicht oder ungünstigen Blutfetten kamen zu weit auseinanderliegenden Ergebnissen.4
Rund 135 Gramm am Tag sind viereinhalb Scheiben (gerechnet). Die Autoren weisen selbst darauf hin, dass das kaum der üblichen Menge entspricht.4
In der neueren Auswertung zu Käse und Butter war nicht dabei, wer eine Herz-Kreislauf-Erkrankung, Typ-2-Diabetes oder eine Lebererkrankung hatte oder Cholesterin- oder Blutdrucksenker nahm;4 die ältere lief mit gesunden Erwachsenen.5 Wie viel Käse dann für Dich passt, klärst Du mit Deinem Arzt.
Nicht jede Aussage auf dieser Seite steht gleich fest. Damit Du weißt, worauf Du Dich verlassen kannst, hier die Einordnung in Alltagssprache.
So lesen sich die Stufen: gut belegt – mehrere unabhängige Quellen, alle in dieselbe Richtung · belegt – eine verlässliche Quelle oder mehrere kleine Studien in dieselbe Richtung · erste Hinweise – wenige kleine Studien · uneinheitlich – Studien widersprechen sich · nicht belegt – Studien fanden keinen Vorteil oder keinen Zusammenhang.
| Aussage | Einordnung |
|---|---|
| Hart- und Schnittkäse liefern rund 21 bis 30 Gramm Eiweiß je 100 Gramm | belegt – Nährstoffdatenbank und Herstellerangaben, je nach Wert aus Analysen oder Fachliteratur |
| „Fett i. Tr.“ ist nicht der Fettanteil je 100 Gramm | belegt – Käseverordnung und Nährstoffdatenbank |
| Hart- und Schnittkäse enthalten kaum Milchzucker | belegt – Nährstoffdatenbank, bei mehreren Sorten aus Laboranalysen |
| Bis zu 12 Gramm Milchzucker auf einmal vertragen die meisten mit Laktoseintoleranz | belegt – Gutachten der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit |
| Käse statt Butter hebt das LDL-Cholesterin weniger an | belegt – sieben randomisierte Studien, kurz und mit viel Käse |
| Käse statt Tofu hebt das Cholesterin stärker an | erste Hinweise – eine ältere Auswertung; wie viele Studien dahinterstehen, nennt ihre Kurzfassung nicht |
| In Beobachtungsstudien erkranken Menschen, die mehr Käse essen, etwas seltener an Herz und Kreislauf | belegt – als Zusammenhang aus 18 Beobachtungsstudien, Aussagekraft laut Autoren mäßig; dass Käse die Ursache ist, ist nicht gezeigt |
| Käse erhöht das Risiko für Bluthochdruck | nicht belegt – kein Zusammenhang in Beobachtungsstudien |
| Käse-Eiweiß regt den Aufbau von Muskeleiweiß an wie Milcheiweißpulver | erste Hinweise – eine kleine Studie über eine Mahlzeit, bezahlt von einem Molkereiverband |
| Pflanzliche Käsealternativen enthalten wenig Eiweiß | belegt – ein Marktcheck mit 17 Produkten, Stand 2023 |
| Kunststoffüberzug nicht essen, Natamycin-Rinde muss nicht weg | belegt – Käseverordnung und Bundesinstitut für Risikobewertung |
| In der Schwangerschaft Rohmilchkäse und Käse mit Rotschmiere meiden | belegt – Faltblatt des Bundes und Landesbehörde; bei lange gereiftem Hartkäse aus Rohmilch uneins |
Das Kurze · Fazit in Zahlen
Jede Zahl mit Quelle und Haken
Die sechs Zahlen stammen aus der deutschen Nährstoffdatenbank, dem Käserecht, einer Fachgesellschaft, zwei Übersichtsarbeiten und einem Marktcheck der Verbraucherzentrale Hamburg von 2023, Stand Oktober 2026; wo ich eine davon selbst gerechnet habe, steht es dabei. Zu jeder steht, was herauskam und wo der Haken liegt.
Dazu knapp 9 Gramm Fett und 112 Kilokalorien: viel Eiweiß, aber nicht mager.
30 Gramm ist die Portionsscheibe der DGE; Deine kann leichter sein. Fettreduzierter Käse und Harzer bringen mehr Eiweiß je Kilokalorie – Harzer nicht in der Schwangerschaft.
Der i.-Tr.-Wert bezieht sich auf den Käse ohne Wasser: Den echten Fettgehalt zeigt die Nährwerttabelle.
Wert der Datenbank; Mozzarella mit derselben Fettstufe hat 21 Gramm.
Hart- und Schnittkäse liegen in der Datenbank zwischen null und 0,15 Gramm: bei Laktoseintoleranz meist verträglich.
Schmelzkäse enthält 5 Gramm je 100 Gramm. Bei einer Milcheiweißallergie hilft auch laktosefreier Käse nicht.
Gleich viel Energie aus Käse statt aus Butter: Käse hebt das LDL weniger an.
Rund 135 Gramm Käse am Tag, zwei bis sechs Wochen; gegenüber Tofu stieg das Cholesterin mit Käse – nach ersten Hinweisen.
Bei viel gegenüber wenig Käse in Beobachtungsstudien: kein Hinweis auf Schaden – aber kein Beweis für Schutz.
Ein Zusammenhang, keine Ursache; die Sorten sind kaum unterschieden.
Im Mittel von 17 Produkten – Hart- und Schnittkäse haben 21 bis 30: kein Eiweißersatz.
Marktcheck von 2023; zwei Produkte kamen auf 8 und 14 Gramm.
Jede Zahl ist an ihrer Quelle geprüft, Stand 11.10.2026 – die Studien an PubMed, der großen Datenbank für medizinische Studien, die Nährwerte in der deutschen Nährstoffdatenbank, die Angaben von Behörden auf deren eigenen Seiten – mit den Ausnahmen, die im Kapitel „Belegt“ jeweils dabeistehen. Die vollständigen Angaben, mit Teilnehmern und – soweit prüfbar – Geldgebern und Interessenkonflikten, folgen im Kapitel „Belegt“.
Zu jeder hochgestellten Zahl im Text: Quelle, Teilnehmer, Ergebnis, Einschränkung und, soweit prüfbar, Geldgeber und Interessenkonflikte. Alle Studien habe ich über PubMed geprüft. Wo sich etwas nicht prüfen ließ, steht das dabei.