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die fittermacher
Kraft oder Ausdauer
Wissen · Stefan Trost
Training · Abnehmen · Gesundheit

Kraft oder Ausdauer – was bringt mehr?

Beides – schon in zwei, drei Stunden pro Woche passt beides hinein. Krafttraining bremst den Muskelverlust, gerade beim Abnehmen. Ausdauer senkt das Fett etwas stärker und macht Dich ausdauernder. Ob Du abnimmst, entscheidet aber vor allem das Essen.

Ob Du mit Krafttraining oder mit Ausdauertraining mehr erreichst, hängt vom Ziel ab. Im direkten Vergleich über acht Monate senkte Ausdauer Gewicht und Fett stärker, Krafttraining baute mehr Magermasse auf, also vor allem Muskeln; beides zusammen kostete doppelt so viel Zeit und brachte beim Fett nicht klar mehr als Ausdauer allein.1 Beim Abnehmen mit Diät verloren ältere Menschen mit Adipositas, also starkem Übergewicht, mit Krafttraining deutlich weniger Magermasse als mit Ausdauer allein; bei Übergewichtigen blieb sie mit Krafttraining und Diät in wenigen Studien im Mittel nahezu gleich.2, 3

Training allein bewegt die Waage nur langsam. Je 30 Minuten Ausdauer pro Woche lag das Gewicht in Studien über meist wenige Monate um gut ein halbes Kilo niedriger, und der Körper gleicht einen Teil des Mehrverbrauchs wieder aus.4, 5 Deshalb entscheidet beim Abnehmen vor allem das Essen – das ist meine Einschätzung.

2 %
ihrer Magermasse – vor allem Muskeln – verloren ältere Menschen mit Adipositas beim Abnehmen mit Diät und Krafttraining; mit Diät und Ausdauer allein waren es 5 %2
0,52 kg
weniger Körpergewicht je 30 Minuten Ausdauertraining pro Woche – bei Übergewicht, über Studien von mindestens acht Wochen4
30–60 Min.
Krafttraining pro Woche: größte Risikominderung in Studien, die Menschen nur beobachteten, vor allem beim Sterberisiko – bei sehr unsicherer Datenlage6

Kraft oder Ausdauer in Fragen und Antworten

Auf einen Blick · Einordnung von Personal Trainer Stefan Trost

Neun Fragen, kurz beantwortet

Wenn Du nur zwei Minuten hast, reicht dieser Kasten. Alles Weitere steht darunter.

„Ich habe zwei, drei Stunden pro Woche – wie teile ich sie auf?“
Zwei Krafteinheiten zu je rund 30 Minuten, der Rest Ausdauer, die Du gern machst – plus zügiges Gehen im Alltag. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt Krafttraining an mindestens zwei Tagen und pro Woche 150 bis 300 Minuten zügige Bewegung oder 75 bis 150 Minuten intensive wie Laufen; Alltagsbewegung zählt mit.7 Mit zwei Stunden Training fehlen dafür rund anderthalb Stunden zügiges Gehen im Alltag. Die Aufteilung ist meine Einschätzung, von keiner Studie getestet; mehr in Kapitel 02.
„Was bringt mehr zum Abnehmen?“
Ausdauer verbrennt mehr – entscheidend ist aber vor allem das Essen, so schätze ich es ein. Ausdauer verbraucht pro Stunde mehr und senkte ohne Diät Gewicht und Fett stärker als Krafttraining.1, 8 Mit Krafttraining und weniger Kalorien verloren Übergewichtige rund fünf Kilo Fett, ihre Magermasse blieb im Mittel nahezu gleich; wie viel davon das Training ausmachte, zeigt diese Auswertung nicht.3
„Verliere ich beim Abnehmen Muskeln, wenn ich nur Ausdauer mache?“
Mehr als mit Krafttraining. Ältere Menschen mit Adipositas, die mit einer Diät rund neun Prozent abnahmen, verloren mit Ausdauertraining 5 Prozent ihrer Magermasse, mit Krafttraining 2 Prozent, mit beidem 3 Prozent.2 Krafttraining bremst den Verlust also, ganz verhindert hat es ihn nicht. Wer abnimmt, behält das Krafttraining deshalb bei – das ist meine Einschätzung.
„Wie viel Krafttraining brauche ich mindestens?“
Weniger, als die meisten denken. In Beobachtungsstudien, die nur beobachten und nicht eingreifen, lag die größte Risikominderung bei 30 bis 60 Minuten pro Woche, bei sehr unsicherer Datenlage.6 Für die Muskeln zählt, wie viele Sätze Du pro Woche machst – ein Satz ist eine Reihe von Wiederholungen am Stück –, nicht auf wie viele Tage Du sie verteilst.9, 10 Schon ein Satz pro Übung, ein- bis dreimal pro Woche, steigerte bei geübten Männern die Kraft, wenn er bis zur Erschöpfung ging.11
„Baue ich mit Ausdauertraining Muskeln ab?“
Im Mittel nicht. Wer zum Krafttraining Ausdauer ergänzte, baute genauso viel Muskel und Maximalkraft auf – die Kraft für ein einzelnes, möglichst schweres Gewicht – wie mit Krafttraining allein. Nur die Schnellkraft, etwa beim Springen, wuchs etwas weniger, vor allem wenn beides in derselben Einheit stattfand.12
„Was ist besser für Blutzucker und Blutdruck?“
Beide wirken ähnlich, beim Blutzucker beides zusammen am stärksten. Bei Typ-2-Diabetes senkten beide den Langzeitblutzucker im Mittel ähnlich, die Kombination am stärksten – bei mehr Trainingszeit.13, 14, 15 Den oberen Blutdruckwert senkten Ausdauer und Krafttraining mit Gewichten in einer großen Auswertung jeweils um rund viereinhalb mmHg, der Einheit des Blutdrucks.16 Bei Bluthochdruck ist Ausdauer besser untersucht, für Krafttraining gibt es Hinweise aus mäßig guten Studien.17, 18, 19
„Ich bin über 60 – was ist für mich wichtiger?“
Krafttraining und Gleichgewicht, dazu Ausdauer. Krafttraining machte Ältere deutlich kräftiger und erleichterte das Aufstehen vom Stuhl.20 Stürze verringerten vor allem Übungen für Gleichgewicht und Alltagsbewegungen und Programme, die mehrere Übungsarten verbinden; für reines Krafttraining ist die Wirkung unsicher.21 Ab 65 rät die WHO, an drei oder mehr Tagen pro Woche vielseitig zu trainieren, vor allem Gleichgewicht und Kraft.7
„Muss ich vorher zum Arzt?“
Für zügiges Gehen meist nicht. Laut WHO braucht es dafür in der Regel keine Untersuchung, wenn nichts dagegen spricht.7 Bei Typ-2-Diabetes nennt das American College of Sports Medicine (ACSM), eine US-Fachgesellschaft für Sportmedizin, zwei Ausnahmen – Herz-Kreislauf-Beschwerden und Folgeschäden an Augen, Nieren oder Nerven –, und wer bisher kaum aktiv war, holt sich vor härterem Training eine ärztliche Freigabe.15 Bei Erkrankungen von Herz, Kreislauf, Gelenken oder Stoffwechsel klärst Du vorher mit Deinem Arzt, wie hart Du trainieren darfst. Bluthochdruck zählt für mich dazu, auch vor dem ersten Krafttraining. Bei leicht erhöhtem Blutdruck, Blutzucker in der Vorstufe oder Medikamenten rate ich Dir dasselbe, bevor Du härter trainierst als beim zügigen Gehen. Beides ist meine Einschätzung.
„Kann ich am Bauch gezielt Fett verlieren?“
Kaum. Sechs Wochen Bauchübungen änderten das Bauchfett nicht; wer nur einen Arm trainierte, verlor dort nach der genaueren von zwei Messungen nicht mehr Fett als am anderen Arm.22, 23 Eine sehr kleine Studie mit Männern fand etwas mehr Fettverlust am Rumpf – ein erster Hinweis, kein Beleg.24 Fett verlierst Du vor allem am ganzen Körper.
01Gilt das für Dich?

Welches Ziel Du hast – und was daraus folgt

Die Studien auf dieser Seite stammen aus sehr verschiedenen Gruppen – von übergewichtigen Erwachsenen über Menschen mit Typ-2-Diabetes bis zu Frauen nach den Wechseljahren und Menschen ab 65. Lies die Karten, die auf Dich passen. Treffen mehrere zu, gilt: Die zwei Krafteinheiten bleiben, und die Ausdauer verteilst Du auf möglichst viele Tage – das ist meine Einschätzung.

Du willst abnehmen

Essen zuerst, Kraft dazu

Training allein senkte das Gewicht nur langsam, und der Körper glich einen Teil des Mehrverbrauchs wieder aus.4, 5 Mit weniger Kalorien und Krafttraining verloren Übergewichtige Fett, und ihre Magermasse blieb im Mittel nahezu gleich.3 Ausdauer verbraucht in derselben Zeit mehr, Krafttraining bremst den Muskelverlust – nimm beides. Wie viel Du essen kannst, um abzunehmen, steht nicht auf dieser Seite; einen ersten Anhaltspunkt gibt der Kalorienrechner.

Du willst Muskeln aufbauen oder halten

Ohne Krafttraining geht es nicht

Krafttraining steigerte die Magermasse stärker als Ausdauertraining.1 Bei Untrainierten wuchsen in kleinen Studien auch durch hartes Ausdauertraining die Beinmuskeln25 – für Rumpf und Arme reicht das nicht, das ist meine Einschätzung. Zwei Krafteinheiten pro Woche sind ein guter Start; so empfiehlt es auch die WHO.7

Du bist über 60

Kraft und Gleichgewicht

In Studien mit Menschen ab 50 nahm die Magermasse mit Krafttraining im Mittel um gut ein Kilo zu, mit mehr Training mehr; mit steigendem Alter etwas weniger.26 Krafttraining erleichterte Älteren das Aufstehen vom Stuhl.20 Gegen Stürze wirken vor allem Übungen für Gleichgewicht und Alltagsbewegungen21 – sie passen gut ans Ende der Krafteinheit, das ist meine Einschätzung.

Du hast Typ-2-Diabetes oder die Vorstufe

Beides, ohne lange Pausen

Ausdauer und Krafttraining senkten den Langzeitblutzucker, beides zusammen am stärksten – bei mehr Trainingszeit.13 Die Wirkung einer Einheit auf das Insulin hält nur Stunden bis wenige Tage an; das ACSM, eine US-Fachgesellschaft für Sportmedizin, rät deshalb zu höchstens zwei Tagen ohne Ausdauer am Stück. Für die Vorstufe, den Prädiabetes, nennt es eine ähnliche Wirkung der Trainingsformen.15 Die Zwei-Tage-Regel übernehme ich für die Vorstufe – das ist meine Einschätzung. Nimmst Du Insulin oder Tabletten, die die Insulinausschüttung anregen, kann Bewegung den Blutzucker zu stark senken – klär mit Deinem Arzt, wie Du dann vorgehst.15

Du hast hohen Blutdruck

Ausdauer zuerst, Kraft dazu

Im Mittel senkten Ausdauer und übliches Krafttraining mit Gewichten den Blutdruck ähnlich.16 Bei Menschen mit Bluthochdruck sank er mit Ausdauer deutlich, oben um rund 8 und unten um rund 5 mmHg; Ausdauer ist bei ihnen besser untersucht als Krafttraining.17 Auch mit Krafttraining sank er in neueren Auswertungen, in einer oben um knapp 6 mmHg – ein Hinweis aus nur mäßig guten Studien.18, 19 Wo die Teilnehmer schon Blutdrucksenker nahmen, senkte das Training den Druck im Mittel kaum weiter; einzelne Studien fanden auch dann eine zusätzliche Senkung – die Autoren deuten das selbst vorsichtig.18 Deine Tabletten änderst Du nie allein. Halteübungen ohne Bewegung, etwa der Wandsitz, wirkten in einer großen Auswertung am stärksten; in einer älteren gab es dazu nur wenige Studien.16, 17 Mit Bluthochdruck klärst Du vor dem Einstieg mit Deinem Arzt, wie hart Du trainieren darfst, Halteübungen und harte Intervalle ausdrücklich eingeschlossen; beim Heben atmest Du weiter, statt die Luft anzuhalten – das ist meine Einschätzung.

Du bist eine Frau nach den Wechseljahren

Knochen brauchen Belastung

Krafttraining und Belastung durch das eigene Körpergewicht, etwa Gehen, Laufen oder Springen, wirkten sich ähnlich günstig auf die Knochendichte aus.27 Schweres Krafttraining unter Aufsicht verbesserte sie auch bei Frauen mit geringer Knochendichte.28 Radfahren und Schwimmen tragen das Körpergewicht nicht; ob sie den Knochen ähnlich nützen, zeigen diese Studien nicht. Geht es Dir um die Knochen, wähl für die Ausdauer eher Gehen oder Laufen. Bei geringer Knochendichte klärst Du schweres Heben und Springen vorher mit Deinem Arzt und lernst es unter Anleitung – das ist meine Einschätzung.

Du hast sehr wenig Zeit

Kraft zuerst

Schon 30 bis 60 Minuten Krafttraining pro Woche gingen in Beobachtungsstudien mit der größten Risikominderung einher, bei unsicherer Datenlage.6 Intervalle – kurze, sehr harte Abschnitte im Wechsel mit Pausen – senkten das Fett ähnlich wie gleichmäßige Ausdauer, mit rund 40 Prozent weniger Zeit; das sind erste Hinweise aus kurzen Studien mit Jüngeren.29 Eine Stunde Kraft pro Woche, dazu Bewegung im Alltag, ist ein Anfang, der zählt – das ist meine Einschätzung.

Medizinische Vorgeschichte

Erst die Freigabe

Bei Erkrankungen von Herz, Kreislauf, Gelenken oder Stoffwechsel klärst Du vorher mit Deinem Arzt, wie hart Du trainieren darfst.

Nicht Thema dieser Seite Wettkampfsport und Trainingspläne für Fortgeschrittene, Kinder und Jugendliche, Schwangerschaft, der Wiedereinstieg nach einer Verletzung oder Operation, Ernährung im Einzelnen und die Technik einzelner Übungen stehen nicht hier. Diese Seite erklärt, was Kraft- und Ausdauertraining jeweils bringen – und wie Du wenig Zeit sinnvoll aufteilst.
02So machst Du es

Training: was Du tust – und was Du lässt

Wenn Du nur ein Kapitel liest, dann dieses. Die Frage ist selten „Kraft oder Ausdauer“, sondern wie Du beides in Deine Woche bekommst.

✓Mach an zwei Tagen pro Woche Krafttraining. So empfiehlt es die WHO für die Gesundheit; bei 30 bis 60 Minuten pro Woche lag in Beobachtungsstudien die größte Risikominderung.6, 7 Für die Muskeln allein zählt die Zahl der Sätze: Ob Du sie auf einen, zwei oder drei Tage verteilst, machte keinen Unterschied, solange es insgesamt gleich viele waren.10
✓Füll die übrige Zeit mit Ausdauer, die Du gern machst – und geh im Alltag zügig. Zügig gehen, Rad fahren, laufen, schwimmen – laut WHO zählt Bewegung bei der Arbeit, zu Hause und auf dem Weg mit; als Untergrenze nennt sie 150 Minuten zügige oder 75 Minuten intensive Bewegung pro Woche.7 Je mehr Minuten, desto mehr sanken Gewicht und Bauchumfang, bis 300 Minuten pro Woche stetig weiter.4
✓Behalte Krafttraining bei, wenn Du abnimmst. Mit Diät und Krafttraining verloren Ältere mit Adipositas 2 Prozent ihrer Magermasse, mit Diät und Ausdauer allein 5 Prozent.2
✓Fang mit wenigen Sätzen an und steigere langsam. Die WHO rät, klein anzufangen und Häufigkeit, Dauer und Härte nach und nach zu steigern.7 Jeder weitere Satz pro Woche brachte im Mittel etwas mehr Muskelzuwachs.9 Schon ein Satz pro Übung steigerte bei geübten Männern die Kraft, wenn er bis zur Erschöpfung ging.11 Bei Einsteigern brachte ein Satz pro Übung anfangs ähnlich viel Kraft wie mehrere, auf Dauer brachten mehrere Sätze mehr.30 Mit ein bis zwei Sätzen zu beginnen, ist meine Einschätzung.
✓Trenn Kraft und Ausdauer um ein paar Stunden, wenn Dir Schnellkraft wichtig ist. Schnellkraft brauchst Du etwa beim Springen. In derselben Einheit wuchs sie etwas weniger; mit mindestens drei Stunden Abstand war kein Unterschied gesichert, also keiner, der sich klar vom Zufall abhebt. Muskelaufbau und Maximalkraft litten im Mittel nicht.12
✓Nimm Intervalle, wenn die Zeit knapp ist – und Du eingewöhnt bist. Intervalle wechseln kurze, sehr harte Abschnitte mit Pausen. Beim Fett zeigte sich kein gesicherter Unterschied zu gleichmäßiger Ausdauer, bei rund 40 Prozent weniger Zeit – erste Hinweise aus kurzen Studien mit Übergewichtigen bis 45.29 In Studien mit Übergewicht und gestörtem Blutzucker gingen die meisten Verletzungen auf harte Intervalle zurück, nicht auf moderates Training.15 Eingewöhnt heißt für mich: einige Wochen regelmäßig moderat trainiert, ohne Beschwerden – das ist meine Einschätzung. Mit Bluthochdruck oder einer Herzerkrankung klärst Du Intervalle vorher mit Deinem Arzt – das ist meine Einschätzung.
✕Erwarte vom Training allein keinen großen Gewichtsverlust. Je 30 Minuten Ausdauer pro Woche lag das Gewicht am Ende der Studien um gut ein halbes Kilo niedriger.4 In 15 meist kurzen Studien mit überprüfter Teilnahme fiel der Gewichtsverlust durch Training nach Schätzung der Autoren um bis zu 55 bis 64 Prozent kleiner aus, als Rechenmodelle erwarten ließen.5
✕Rechne nicht mit dem Nachbrenneffekt, dem Mehrverbrauch nach dem Training. Selbst nach langen, harten Einheiten machte er nur 6 bis 15 Prozent dessen aus, was die Einheit selbst kostete.31
✕Mach keine Bauchübungen, um Bauchfett zu verlieren. Sie machten in einer Studie die Bauchmuskeln ausdauernder, das Fett darüber änderten sie in sechs Wochen nicht.22
✕Starte nicht gleich hart, wenn Du lange nichts gemacht hast. Für zügiges Gehen braucht es laut WHO in der Regel keine ärztliche Untersuchung, wenn nichts dagegen spricht.7 Wer bisher kaum aktiv war und Typ-2-Diabetes hat, holt sich vor härterem Training eine ärztliche Freigabe;15 wer beim Steigern neue Beschwerden bekommt, geht zum Arzt.7 Wann Du sonst vorher zum Arzt gehst, steht in der Fragenkarte oben.
Wenn Du nur einen Absatz mitnimmst Mach beides – und streich das Krafttraining nie zuerst. Zwei kurze Krafteinheiten pro Woche sind ein guter Anfang, und beim Abnehmen bremst Krafttraining den Muskelverlust. In der wichtigsten Studie dazu trainierten die Teilnehmer allerdings dreimal pro Woche rund 40 Minuten Kraft; ob zwei kurze Einheiten genauso viel bringen, ist nicht untersucht.2 Die übrige Zeit gehört der Ausdauer, die Du gern machst, zügiges Gehen im Alltag eingeschlossen. Ob Du abnimmst, entscheidet vor allem das Essen – das ist meine Einschätzung.

So teilst Du zwei oder drei Stunden auf

Keine Studie hat genau diese Aufteilungen gegeneinander getestet. Sie verbinden die Empfehlung der WHO – Krafttraining an mindestens zwei Tagen, dazu 150 bis 300 Minuten zügige Bewegung pro Woche – mit den 30 bis 60 Minuten Krafttraining, bei denen die Risikominderung in Beobachtungsstudien am größten war.6, 7 Es ist meine Einschätzung, nicht gemessen.

Zwei Stunden pro Woche: zwei Krafteinheiten zu je 30 Minuten für den ganzen Körper, dazu 60 Minuten Ausdauer, etwa zweimal 30 oder dreimal 20 Minuten. Bis zur Untergrenze der WHO von 150 Minuten fehlen dann noch 90 Minuten zügige Bewegung. Diese Lücke schließen knapp 13 Minuten zügiges Gehen am Tag, etwa auf dem Weg zur Arbeit oder zum Einkaufen – gerechnet: 90 Minuten geteilt durch sieben Tage. Drei Stunden pro Woche: wieder zwei Krafteinheiten zu je 30 Minuten, dazu rund 120 Minuten Ausdauer, auf drei oder vier Tage verteilt. Bis 150 Minuten fehlen dann nur noch 30; für intensive Ausdauer wie Laufen nennt die WHO ohnehin nur die halbe Minutenzahl. Wer weniger schafft: Etwas Bewegung ist besser als keine.7

Willst Du vor allem abnehmen, verschiebst Du eher Minuten zur Ausdauer, Richtung 150 Minuten und mehr – die zwei Krafteinheiten bleiben. Sind Muskeln Dein Hauptziel, machst Du mehr Sätze und eher drei Krafteinheiten; dann liegst Du über den 30 bis 60 Minuten aus den Beobachtungsstudien, aber für die Muskeln brachten mehr Sätze mehr.9 Mit Typ-2-Diabetes verteilst Du die Ausdauer auf mindestens drei Tage, etwa dreimal 20 Minuten, damit nie mehr als zwei Tage ohne Ausdauereinheit vergehen.15 Ab 65 gestaltest Du laut WHO einen Teil davon an drei oder mehr Tagen als Training aus mehreren Bausteinen, vor allem Gleichgewicht und Kraft;7 Gleichgewichtsübungen passen gut ans Ende der Krafteinheit – das ist meine Einschätzung.

Was in 30 Minuten Krafttraining passt: sechs bis acht Übungen für Beine, Rücken, Brust, Schultern und Rumpf, je ein bis zwei Sätze. Ein Satz ist eine Reihe von Wiederholungen am Stück, etwa zehn Kniebeugen. Das Gewicht wählst Du so, dass die letzten Wiederholungen schwer werden, Du sie aber noch sauber schaffst. Auch das ist meine Einschätzung; in den Studien auf dieser Seite trainierten die Gruppen meist mehr, etwa drei Sätze an acht Geräten dreimal pro Woche.8

Ziel für Ziel: was jede Form bringt

Die Tabelle legt nebeneinander, was Studien für Ausdauer, Krafttraining und beides zusammen gemessen haben. Die Zeilen stammen aus verschiedenen Gruppen von Menschen – sie zeigen die Richtung, nicht, was bei Dir herauskommt.

ZielAusdauerKraftBeides
Fett, ohne Diät
Übergewichtige, 8 Monate
stärker gesunkenweniger gesunkenkein gesicherter Unterschied zu Ausdauer, bei doppelter Zeit
Magermasse beim Abnehmen mit Diät
ab 65, adipös; Veränderung in 6 Monaten
−5 %−2 %−3 %
Kraft
dieselbe Gruppe
+4 %+19 %+18 %
Ausdauer­leistung je Kilo
dieselbe Gruppe; steigt auch durchs Abnehmen
+18 %+8 %+17 %
Knochen­dichte Hüfte
dieselbe Gruppe
−3 %−0,5 %−1 %
Langzeit­blutzucker, Prozent­punkte
Typ-2-Diabetes, 22 Wochen
−0,51−0,38−0,97gerechnet; mehr Trainings­zeit
Blutdruck oben / unten, mmHg
Auswertung vieler Studien
−4,5 / −2,5−4,6 / −3,0−6,0 / −2,5
HDL, das „gute“ Cholesterin
Auswertungen und eine Studie
+2,5 mg/dlkein gesicherter Anstiegkein gesicherter Unterschied zu den einzelnen Formen

gemessen So steht es in den Studien. Fett aus einem direkten Vergleich der drei Formen, ohne Gruppe ohne Training;1 Magermasse, Kraft, Ausdauerleistung und Hüfte aus einer Studie mit Älteren, die alle mit Diät rund 9 Prozent abnahmen – Veränderung vom Start bis nach sechs Monaten;2 Langzeitblutzucker gegen eine Gruppe ohne Training;13 Blutdruck gegen Gruppen ohne Training, Krafttraining hier mit Bewegung, ohne Halteübungen;16 HDL aus zwei Auswertungen und, für beides zusammen, aus der Studie zum Langzeitblutzucker.13, 32, 33 Den Wert für beides beim Langzeitblutzucker habe ich gerechnet: −0,51 gegen kein Training plus −0,46 zusätzlich durch die Kombination ergibt −0,97. Ausdauerleistung heißt hier: die größte Menge Sauerstoff, die der Körper bei voller Anstrengung aufnimmt, je Kilo Körpergewicht – sie steigt deshalb auch, wenn man nur abnimmt.

03Fett und Gewicht

Fett und Gewicht: was Training leistet – und was das Essen

Ausdauer verbraucht pro Stunde mehr als Krafttraining und senkte im direkten Vergleich das Fett stärker. Doch keine der beiden Formen ersetzt das Essen.

Ausdauer senkt das Fett etwas stärker

In einem direkten Vergleich trainierten übergewichtige, bisher kaum aktive Erwachsene acht Monate lang entweder Ausdauer, Kraft oder beides. Sie sollten ihre Ernährung dabei nicht ändern. Mit Ausdauer und mit beidem sanken Gewicht und Fett stärker als mit Krafttraining allein; diese beiden Gruppen unterschieden sich untereinander nicht gesichert, obwohl die Kombination doppelt so viel Zeit kostete. Die Ausdauergruppe trainierte dabei rund 120 Minuten pro Woche, wahlweise auf Laufband, Crosstrainer oder Fahrradergometer; Krafttraining verbraucht pro Stunde weniger, vermutlich weil zwischen den Sätzen Pausen liegen. Die Autoren folgern: Für Fett und Gewicht ist Ausdauer am günstigsten, für mehr Magermasse braucht es Krafttraining.1, 8

Wie viel bewegt Ausdauer? Eine Auswertung von über hundert Studien mit Übergewichtigen fand: Je 30 Minuten pro Woche lag das Gewicht am Ende der Studien, meist nach wenigen Monaten, um gut ein halbes Kilo niedriger und der Bauchumfang um gut einen halben Zentimeter. Bei 150 Minuten pro Woche waren es knapp drei Kilo, bei 300 Minuten gut vier. Spürbar kleiner wurden Bauchumfang und Körperfett nach Einschätzung der Autoren ab etwa 150 Minuten, das Körperfett teils schon früher.4 Krafttraining allein senkte das Fett ebenfalls, im Mittel um rund ein Kilo bei Übergewichtigen und um gut ein halbes in einer Auswertung mit gesunden Erwachsenen.3, 34 Meine Einordnung: Ausdauer ist fürs Fett die etwas stärkere Form – aber beide Formen bewegen die Waage langsam.

Warum das Essen mehr zählt

Stell Dir Dein Körperfett als Konto vor: Training erhöht die Ausgaben, das Essen bestimmt die Einnahmen. Steigen mit den Ausgaben auch die Einnahmen, bleibt der Kontostand gleich. Genau das passiert offenbar oft. In 15 meist kurzen Studien, in denen die Teilnahme am Training überprüft wurde, fiel der Gewichtsverlust nach Schätzung der Autoren um bis zu 55 bis 64 Prozent kleiner aus, als Rechenmodelle erwarten ließen – bei großer Unsicherheit.5 Eine Übersicht fand im Mittel aller Studien nur einen kleinen Ausgleich, mit sehr großer Streuung; für Studien über rund anderthalb Jahre ergab ihr Rechenmodell einen Ausgleich von über 80 Prozent, gestützt auf wenige lange Studien.35 Dass Trainierende sich dafür im Alltag weniger bewegen, ließ sich kaum belegen.36 Der Ausgleich läuft deshalb vermutlich vor allem über mehr Hunger und mehr Essen – das nehme ich an. Auch das ACSM nennt den Gewichtsverlust durch Bewegung allein meist klein, außer bei einer Stunde und mehr am Tag.15

Mit weniger Kalorien sieht es anders aus: In fünf Studien verloren Übergewichtige mit Krafttraining und Diät rund fünf Kilo Fett, und ihre Magermasse – alles außer Fett, vor allem Muskeln – änderte sich nicht gesichert, jeweils verglichen mit Menschen, die gar nichts änderten. Wie viel davon das Training ausmachte und wie viel die Diät, zeigt diese Auswertung nicht; die Autoren halten die fünf Kilo für vergleichbar mit dem, was in anderen Studien Ausdauer plus Diät brachte.3 Warum die Magermasse wichtig ist, steht in Kapitel 04.

Nachbrennen und Grundumsatz: kleiner als gedacht

Nach dem Training verbraucht der Körper noch eine Weile mehr Energie – man spricht vom Nachbrenneffekt. Selbst nach langen, harten Einheiten machte er nur 6 bis 15 Prozent dessen aus, was die Einheit selbst kostete; für Krafttraining ist er kaum untersucht. Eine Übersicht nennt die frühere Hoffnung, er helfe nennenswert beim Abnehmen, im Großen und Ganzen unbegründet: Was zählt, ist der Verbrauch während des Trainings.31

Auch der Grundumsatz – der Verbrauch in Ruhe, auch Ruheumsatz genannt – steigt mit mehr Muskeln nur wenig. Ein Kilo Muskel verbraucht in Ruhe etwa 13 Kilokalorien am Tag, bei über 50-Jährigen etwas weniger; so lautet ein bewährter Schätzwert, den eine Messstudie bestätigte.37 Ein Kilo mehr Muskel – ungefähr so viel Magermasse legten Menschen ab 50 mit Krafttraining im Mittel zu26 – hebt den Ruheumsatz also um rund 13 Kilokalorien am Tag. In Studien gemessen stieg der Ruheumsatz durch Krafttraining im Mittel um knapp 100 Kilokalorien am Tag, durch Ausdauer nicht gesichert. Die Studien waren aber uneinheitlich und anfällig für Verzerrung, also für Schwächen im Aufbau, die das Ergebnis verschieben können; die Unsicherheit ist groß, und Ältere und Frauen nach den Wechseljahren fehlten.38 Mit den 13 Kilokalorien je Kilo Muskel lässt sich das allein nicht erklären: Dafür wären gut sieben Kilo mehr Muskel nötig – gerechnet: 96 Kilokalorien, so der genaue Mittelwert, geteilt durch 13. Woher der Rest kommt, ist offen. Meine Einordnung: Etwas mehr ja, viel mehr nein – ein Bonus, kein Abnehmprogramm.

Intervalle: ähnliches Ergebnis, weniger Zeit

Intervalltraining wechselt kurze, sehr anstrengende Abschnitte mit Pausen. Bei Übergewichtigen bis 45 Jahre zeigte sich beim Körperfett kein gesicherter Unterschied zu gleichmäßiger Ausdauer, bei rund 40 Prozent weniger Zeit; die Studien liefen im Mittel nur zehn Wochen. Laufen senkte das Fett in diesen Studien deutlich, Radfahren nicht messbar.29 Das heißt nicht, dass Radfahren beim Abnehmen nichts bringt: In der Studie über acht Monate, in der Ausdauer das Fett senkte, konnten die Teilnehmer auch aufs Fahrradergometer.8 Die Ausdauerleistung stieg bei jüngeren Gesunden mit Intervallen etwas stärker als mit gleichmäßigem Training.39 Wann Intervalle für Dich passen, steht in Kapitel 02.

Gezielt am Bauch: kaum

In einer Studie machten junge Erwachsene sechs Wochen lang an fünf Tagen pro Woche sieben Bauchübungen. Ihre Bauchmuskeln wurden ausdauernder, Bauchfett und Bauchumfang änderten sich nicht.22 Trainierten Menschen nur einen Arm, zeigte die genauere Messung im Magnetresonanztomografen am trainierten Arm nicht mehr Fettverlust als am anderen; nur die Messung mit der Hautfaltenzange sah bei Männern einen.23 Nach Training mit nur einem Bein nahm das Fett nicht an diesem Bein ab, wohl aber an Armen und Rumpf.40 Eine sehr kleine Studie mit übergewichtigen Männern fand dagegen etwas mehr Fettverlust am Rumpf, wenn ein Teil des Laufens durch Bauchübungen ersetzt wurde. Damit beide Gruppen gleich viel Energie verbrauchten, dauerten die Einheiten mit Bauchübungen 84 statt 45 Minuten; am ganzen Körper verloren beide Gruppen ähnlich viel Fett. Die Bauchgruppe hatte schon zu Beginn mehr Rumpffett, und bei so wenigen Teilnehmern ist das ein erster Hinweis, kein Beleg.24 Meine Einordnung: Wo Du zuerst Fett verlierst, bestimmt vor allem Dein Körper, nicht die Übung.

04Muskeln, Knochen, Ausdauer

Muskeln, Knochen, Ausdauer: wo jede Form ihre Stärke hat

Für Muskeln und Kraft ist Krafttraining nicht zu ersetzen, für die Ausdauerleistung ist es das Ausdauertraining. Bei den Knochen und gegen Stürze zählt, dass Belastung und Gleichgewicht dabei sind.

Muskeln aufbauen

Im direkten Vergleich über acht Monate steigerten Krafttraining und die Kombination die Magermasse stärker als Ausdauer allein.1 In Studien mit Menschen ab 50 nahm die Magermasse mit Krafttraining vom Start bis zum Ende im Mittel um gut ein Kilo zu, mit mehr Training mehr und mit steigendem Alter etwas weniger; viele dieser Studien hatten keine Vergleichsgruppe.26 Ältere wurden deutlich kräftiger, gingen etwas schneller und kamen leichter vom Stuhl hoch.20 Auch Ausdauertraining kann Muskeln wachsen lassen: Bei Untrainierten wuchsen in kleinen Studien die Beinmuskeln, die dabei am meisten arbeiten – nach Einschätzung der Autoren braucht es dafür hartes Training an vier bis fünf Tagen pro Woche.25 Bei jüngeren und mittelalten Erwachsenen bauten Frauen bei gleichem Programm im Verhältnis ähnlich viel Muskel auf wie Männer und legten an Kraft im Oberkörper relativ sogar mehr zu; Ältere waren nicht dabei.41

Muskeln halten beim Abnehmen

Wer abnimmt, verliert nicht nur Fett, sondern auch Muskeln. Wie viel Krafttraining dabei ausmacht, zeigt eine Studie mit Menschen ab 65, die Adipositas hatten, sich wenig bewegten und schon leicht bis mäßig gebrechlich waren; die meisten waren Frauen. Alle nahmen mit einer Diät über ein halbes Jahr rund neun Prozent ab und trainierten dazu dreimal pro Woche Ausdauer, Kraft oder beides. Mit Ausdauer allein gingen 5 Prozent der Magermasse verloren, mit Krafttraining 2 Prozent, mit beidem 3 Prozent. Die Kraft stieg mit Krafttraining um knapp ein Fünftel, mit Ausdauer kaum, und die Knochendichte an der Hüfte sank mit Ausdauer am stärksten. In einem Leistungstest mit Alltagsaufgaben schnitten die Teilnehmer mit beidem am besten ab – sie trainierten allerdings 75 bis 90 statt rund 60 Minuten pro Einheit.2 Meine Einordnung: Krafttraining und die Kombination bremsten den Verlust der Magermasse besser als Ausdauer allein; verhindern ließ er sich nicht. Das Krafttraining dauerte dort rund 40 Minuten, dreimal pro Woche.

Beides zusammen: kein Muskelfresser

Viele fürchten, dass Ausdauer den Muskelaufbau bremst. Eine Auswertung von über 40 Studien verglich Krafttraining allein mit demselben Krafttraining plus Ausdauer: Muskelwachstum und Maximalkraft fielen im Mittel gleich aus, egal ob gelaufen oder Rad gefahren wurde und ob die Teilnehmer im Mittel jünger oder älter als 40 waren. Nur die Schnellkraft, etwa beim Springen, wuchs etwas weniger – deutlich nur, wenn beides in derselben Einheit stattfand.12 Bei Menschen über 50 steigerte die Kombination die Ausdauerleistung ähnlich wie Ausdauertraining allein und die Kraft ähnlich wie Krafttraining allein; ein gesicherter Unterschied zeigte sich nicht.42

Knochen: Belastung zählt

Knochen werden fester, wenn sie belastet werden. Bei Frauen nach den Wechseljahren wirkten sich Krafttraining, Belastung durch das eigene Körpergewicht – Gehen, Laufen, Springen – und beides zusammen günstig auf die Knochendichte an Wirbelsäule und Hüfte aus; einen gesicherten Unterschied zwischen den Formen gab es nicht, die Wirkung war klein bis mittel.27 Schweres, beaufsichtigtes Krafttraining mit Stoßbelastung, etwa beim Landen nach einem kleinen Sprung, zweimal pro Woche eine halbe Stunde, hob die Knochendichte der Lendenwirbelsäule auch bei Frauen mit geringer Knochendichte; als einzige Verletzung trat ein leichter Krampf im unteren Rücken auf.28 Beim Abnehmen sank die Knochendichte an der Hüfte mit Krafttraining weniger als mit Ausdauer allein.2 Ob dadurch weniger Knochen brechen, zeigen diese Studien nicht – sie messen die Dichte.

Stürze: Gleichgewicht vor allem

Training senkte bei Menschen ab 60 die Zahl der Stürze um knapp ein Viertel; das ist mit hoher Sicherheit belegt. Am besten belegt sind Übungen für Gleichgewicht und Alltagsbewegungen; Programme, die mehrere Arten verbinden, meist Gleichgewicht mit Krafttraining, senkten die Stürze wahrscheinlich um rund ein Drittel. Für Programme, die vor allem aus Krafttraining bestehen, ist die Wirkung auf Stürze dagegen unsicher.21 Die WHO empfiehlt Menschen ab 65, einen Teil ihrer Bewegung an drei oder mehr Tagen als Training aus mehreren Bausteinen zu gestalten, vor allem Gleichgewicht und Kraft, um Stürzen vorzubeugen.7

Ausdauerleistung: Ausdauer vorn

Die Ausdauerleistung misst man als die größte Menge Sauerstoff, die der Körper bei voller Anstrengung aufnehmen kann, meist je Kilo Körpergewicht. In der Studie mit Älteren, die abnahmen, stieg dieser Wert mit Ausdauer um 18 Prozent, mit beidem um 17 Prozent und mit Krafttraining allein um 8 Prozent.2 Die 8 Prozent der Kraftgruppe erklärt aber ungefähr schon ihr Gewichtsverlust: Wer leichter wird, nimmt je Kilo mehr Sauerstoff auf. Rechnet man das Abnehmen heraus, blieb die Sauerstoffaufnahme in der Kraftgruppe etwa gleich, in den beiden anderen Gruppen stieg sie um rund 8 Prozent – das habe ich überschlägig gerechnet, der Rechenweg steht im Beleg. Für den Alltag zählt das durchaus – wer leichter ist, kommt leichter die Treppe hoch. Herz und Kreislauf hat das Krafttraining dort also kaum trainiert – so erwarten es die Autoren schon in ihrer Einleitung: Krafttraining steigert die Kraft, ohne die Sauerstoffaufnahme nennenswert zu ändern. Bei Jüngeren steigerten gleichmäßiges Ausdauertraining und Intervalle sie deutlich, Intervalle etwas mehr.39

05Blutzucker, Blutdruck, Blutfette

Blutzucker, Blutdruck, Blutfette: beide Formen wirken

Für die Werte, die Dein Arzt misst, ist „Kraft oder Ausdauer“ die falsche Frage. Beide senken sie; beim Blutzucker wirkt die Kombination am stärksten – mit mehr Zeit.

Blutzucker bei Typ-2-Diabetes

Der Langzeitblutzucker, kurz HbA1c, zeigt, wie hoch der Blutzucker im Mittel über die letzten Wochen war. In einer großen Studie mit Erwachsenen mit Typ-2-Diabetes sank er gegenüber einer Gruppe ohne Training mit Ausdauer um 0,51 Prozentpunkte, mit Krafttraining um 0,38 und mit beidem um knapp einen Prozentpunkt – diesen Wert habe ich aus den Angaben der Studie gerechnet. Die Kombigruppe trainierte allerdings auch länger. Bei Blutdruck und Blutfetten war kein Unterschied zwischen den Gruppen gesichert.13 Eine Auswertung, die die Formen direkt verglich, sah Ausdauer um 0,2 Prozentpunkte vor Krafttraining und die Kombination vor beiden; ließ man die Studien mit hohem Risiko für Verzerrung weg, war keiner der Unterschiede mehr gesichert.14

Oft heißt es, Krafttraining senke den Blutzucker besser als Ausdauer. Eine kleine Studie scheint das zu stützen: Dort sank der Wert nur in der Kraftgruppe deutlich. In ihrer Zusammenfassung stehen aber nur Vergleiche jeder Gruppe mit ihrem eigenen Ausgangswert; einen direkten Vergleich der beiden Gruppen konnte ich nicht prüfen. Die Ausdauergruppe trainierte zudem nur 15 bis 30 Minuten pro Einheit.43 Drei neuere Auswertungen nennen verschiedene Sieger – mal intensives Krafttraining, mal die Kombination –, und die Sicherheit ihrer Ergebnisse reicht von sehr niedrig bis mittel.44, 45, 46 Das ACSM, eine US-Fachgesellschaft für Sportmedizin, fasst zusammen: Verbraucht man gleich viel Energie, verbessern die Trainingsformen den Blutzucker ähnlich – auch in der Vorstufe, dem Prädiabetes.15

Warum wirkt jede Bewegung? Ein arbeitender Muskel nimmt Zucker aus dem Blut auf, auch ohne Insulin, und danach wirkt das Insulin für Stunden bis wenige Tage besser. Deshalb rät das ACSM bei Typ-2-Diabetes zu höchstens zwei Tagen ohne Ausdauer am Stück.15 Meine Einordnung: Regelmäßig zählt mehr als die Form.

Blutdruck

Der Blutdruck wird in mmHg angegeben, Millimeter Quecksilbersäule; der obere Wert ist der Druck beim Herzschlag, der untere der zwischen zwei Schlägen. Eine große Auswertung von Studien fand: Ausdauertraining senkte ihn um rund 4,5 zu 2,5 mmHg, übliches Krafttraining mit Bewegung, etwa mit Gewichten, um 4,6 zu 3,0 und beides zusammen um 6,0 zu 2,5. Am stärksten wirkten Halteübungen ohne Bewegung, etwa der Wandsitz mit dem Rücken an der Wand, um rund 8 zu 4 mmHg.16 Eine ältere Auswertung zeigt, für wen es am meisten bringt: Bei Menschen mit Bluthochdruck sank der Druck mit Ausdauer um rund 8 zu 5 mmHg, bei normalem Blutdruck kaum. Krafttraining mit Bewegung zeigte dort bei Bluthochdruck keine gesicherte Wirkung, war aber auch kaum untersucht; die Autoren rieten Menschen mit Bluthochdruck deshalb vorerst zu Ausdauer. Zu Halteübungen gab es in dieser Auswertung nur wenige Studien, und sie galten bei Bluthochdruck lange als heikel, weil der Druck währenddessen stark steigen kann.17 Neuere Auswertungen sehen Krafttraining günstiger. In der größeren der beiden sank der Druck bei Bluthochdruck oben um knapp 6 mmHg, bei normalem Blutdruck kaum; die Studien waren nur mäßig gut, und beim unteren Wert fanden gerade die besser gemachten kaum eine Senkung. Wo die Teilnehmer schon Blutdrucksenker nahmen, senkte das Training den Druck im Mittel kaum weiter; einzelne Studien fanden auch dann eine zusätzliche Senkung – die Autoren deuten das selbst vorsichtig.18 Die zweite, nur aus Studien, in denen das Los die Gruppen einteilte, fand bei Menschen ab 60 mit leichtem Bluthochdruck oben rund 10 mmHg, bei großen Unterschieden zwischen den Studien.19 Meine Einordnung: Mit Bluthochdruck klärst Du Halteübungen vorher mit Deinem Arzt. Wo leicht erhöht aufhört und Bluthochdruck anfängt, ordnet er für Dich ein.

Blutfette

Ausdauertraining hob das HDL, das „gute“ Cholesterin, im Mittel um 2,5 mg/dl – wenig, aber gesichert; nötig waren dafür nach einer Schätzung der Autoren mindestens rund 120 Minuten pro Woche, und längere Einheiten brachten mehr.32 Krafttraining senkte LDL, das „schlechte“ Cholesterin, um rund 6 mg/dl und die Triglyzeride, eine Form von Blutfett, um rund 8 mg/dl; das HDL stieg nicht gesichert.33 Rechnet man aus, was eine einzelne neue Studie erwarten ließe, reicht die Spanne aber von Verbesserung bis Verschlechterung; die Autoren mahnen deshalb zur Vorsicht.47 Meine Einordnung: Für die Blutfette ist Training ein Baustein, kein Ersatz für Ernährung oder verordnete Medikamente.

06Wie viel reicht

Wie viel reicht – für Gesundheit, Muskeln und Gewicht

Die WHO nennt eine Spanne für Ausdauer und eine Untergrenze für Krafttraining. Für die Gesundheit beginnt der Nutzen früher, als viele denken.

Was die WHO empfiehlt

Erwachsene sollen pro Woche 150 bis 300 Minuten moderat aktiv sein, etwa zügig gehen, oder 75 bis 150 Minuten intensiv, etwa laufen, oder eine Mischung aus beidem; dazu Krafttraining für die Muskeln an mindestens zwei Tagen. Bewegung bei der Arbeit, zu Hause und auf dem Weg zählt mit. Für Menschen ab 65 soll ein Teil davon an drei oder mehr Tagen ein Training aus mehreren Bausteinen sein, vor allem Gleichgewicht und Kraft. Und: Etwas Bewegung ist besser als keine, mehr ist besser. Dass mehr Krafttraining als das noch mehr bringt, dafür fand die WHO keinen Beleg.7

30 bis 60 Minuten Krafttraining pro Woche

Eine Auswertung von 16 Langzeitbeobachtungen fand: Wer muskelkräftigend trainierte, hatte ein um 10 bis 17 Prozent niedrigeres Risiko, früher zu sterben – auch an Herz-Kreislauf-Leiden oder Krebs – und an Diabetes oder Lungenkrebs zu erkranken, unabhängig davon, wie viel Ausdauer er machte. Am größten war die Risikominderung bei etwa 30 bis 60 Minuten pro Woche. Darüber wurde sie für Sterblichkeit, Herz-Kreislauf und Krebs in diesen Daten wieder kleiner, das Risiko lag aber bis etwa 130 bis 140 Minuten pro Woche weiter unter dem ohne Krafttraining; für Diabetes wurde die Minderung nicht kleiner. Ob mehr Krafttraining wirklich weniger bringt, nennen die Autoren unklar. Krafttraining und Ausdauer zusammen gingen mit einem niedrigeren Sterberisiko einher als keins von beiden.6 Eine weitere Auswertung fand dasselbe Muster: Gegenüber keiner Bewegung lag die Sterblichkeit mit Krafttraining um 21 Prozent niedriger, mit Kraft und Ausdauer um 40 Prozent.48

Der Haken: Das sind Beobachtungen, keine Versuche. Sie zeigen einen Zusammenhang, keine Ursache – Menschen, die Krafttraining machen, leben auch sonst oft anders. Die Autoren selbst stufen die Sicherheit ihrer Ergebnisse als sehr niedrig ein, für Diabetes als niedrig; es waren wenige Studien, und die Werte könnten zu hoch geschätzt sein.6 Meine Einordnung: Wer sagt, für Krafttraining fehle die Zeit, redet über eine Stunde pro Woche.

Für Muskeln: die Sätze zählen

Für das Muskelwachstum zählt vor allem die Zahl der Sätze pro Woche, also der Reihen von Wiederholungen am Stück: Jeder zusätzliche Satz brachte im Mittel etwas mehr Zuwachs.9 Ob Du sie auf einen oder auf drei Tage verteilst, machte bei gleicher Gesamtzahl keinen nennenswerten Unterschied.10 Für mehr Kraft reicht anfangs wenig: Bei Einsteigern brachte ein Satz pro Übung in der ersten Zeit ähnlich viel wie mehrere, auf Dauer brachten mehrere Sätze mehr.30 Auch bei geübten Männern steigerte schon ein Satz pro Übung, ein- bis dreimal pro Woche, die Kraft messbar, wenn er bis zur Erschöpfung ging, wenn auch weniger als mehr Sätze.11 Ab 50 ging mehr Training mit mehr Magermasse einher.26

Für Gewicht und Blutfette: eher mehr Ausdauer

Beim Gewicht wirkte Ausdauer umso stärker, je mehr Minuten es waren, bis 300 Minuten pro Woche; spürbar kleiner wurden Bauchumfang und Körperfett nach Einschätzung der Autoren ab etwa 150 Minuten, das Körperfett teils schon früher.4 Das HDL stieg nach einer Schätzung erst ab rund 120 Minuten Ausdauer pro Woche.32 Wer abnehmen oder seine Blutfette verbessern will, braucht also eher mehr Ausdauerminuten als die 60 bis 120 aus Kapitel 02 – die Krafteinheiten bleiben trotzdem, das ist meine Einschätzung.

Beides kostet Zeit

Oft heißt es, beides zusammen sei am besten. Das stimmt nur zum Teil – in den Studien kostete beides auch mehr Zeit. Im direkten Vergleich zur Körperzusammensetzung brauchte die Kombination doppelt so viel Zeit und brachte beim Fett keinen gesicherten Vorteil gegenüber Ausdauer allein.1 Beim Blutzucker brachte sie mehr, die Kombigruppe trainierte dort aber ebenfalls länger.13 Meine Einordnung: Mit zwei, drei Stunden pro Woche passt beides hinein, wenn das Krafttraining kurz bleibt – so wie in Kapitel 02 beschrieben.

07Faktencheck

Was Du über Kraft und Ausdauer hören wirst – und was davon stimmt

Rund um Kraft und Ausdauer kursieren viele feste Überzeugungen – Du hörst sie im Studio, von Freunden, im Netz. Von diesen zehn Aussagen stimmt eine, drei stimmen halb, sechs stimmen so nicht. In dieser Liste heißt ✓ stimmt, ~ stimmt halb, ✕ stimmt so nicht. Wie sicher die Studienlage jeweils ist, steht in Kapitel 09.

~„Zum Abnehmen musst Du Ausdauer machen.“ Stimmt halb. Ausdauer verbrauchte in derselben Zeit mehr und senkte Gewicht und Fett stärker als Krafttraining.1, 8 Doch Training allein bewegt die Waage langsam,4 und beim Abnehmen mit Diät bremste erst Krafttraining den Muskelverlust.2 Ob Du abnimmst, entscheidet vor allem das Essen – das ist meine Einschätzung.
✓„Wer abnimmt, sollte Krafttraining machen, um die Muskeln zu halten.“ Stimmt – mit einer Einschränkung. Mit Diät und Krafttraining verloren Ältere mit Adipositas deutlich weniger Magermasse als mit Diät und Ausdauer allein, und in einer Auswertung weiterer Studien änderte sich die Magermasse mit Krafttraining und Diät nicht gesichert.2, 3 Ganz verhindern ließ sich der Verlust in der großen Studie aber nicht: Krafttraining bremst ihn.2
✕„Muskeln verbrennen auch im Schlaf so viel, dass Du damit abnimmst.“ Stimmt so nicht. Ein Kilo Muskel verbraucht in Ruhe etwa 13 Kilokalorien am Tag.37 Gemessen stieg der Ruheumsatz durch Krafttraining im Mittel um knapp 100 Kilokalorien am Tag, bei unsicherer Studienlage.38 Etwas mehr ja – als Abnehmprogramm taugt das nicht, das ist meine Einschätzung.
✕„Mit Bauchübungen verlierst Du Bauchfett.“ Stimmt so nicht. Sechs Wochen Bauchübungen änderten das Bauchfett nicht, und nach einseitigem Training nahm das Fett am trainierten Arm oder Bein nicht stärker ab.22, 23, 40 Eine sehr kleine Studie mit Männern fand etwas mehr Fettverlust am Rumpf – ein erster Hinweis, kein Beleg.24
✕„Ausdauertraining frisst Muskeln.“ Stimmt so nicht. Mit Ausdauer zusätzlich zum Krafttraining wuchsen Muskeln und Maximalkraft im Mittel genauso wie mit Krafttraining allein; nur die Schnellkraft wuchs etwas weniger.12 Bei Untrainierten ließ hartes Ausdauertraining die Beinmuskeln sogar wachsen.25
✕„Gegen Diabetes ist Krafttraining besser als Ausdauer.“ Stimmt so nicht. Im Mittel senken beide Formen den Langzeitblutzucker ähnlich. In einer Auswertung lag Ausdauer leicht vorn, aber nicht mehr gesichert, wenn man nur die verlässlicheren Studien nahm;14 eine neuere sah intensives Krafttraining knapp vorn.45 Bei gleichem Energieverbrauch wirken die Formen laut ACSM ähnlich.15
✕„Krafttraining ist eher etwas für Männer.“ Stimmt so nicht. Bei jüngeren und mittelalten Erwachsenen bauten Frauen im selben Programm im Verhältnis ähnlich viel Muskel auf und legten an Kraft im Oberkörper relativ sogar mehr zu.41 Nach den Wechseljahren wirkte sich Krafttraining günstig auf die Knochendichte aus, schweres auch bei geringer Knochendichte.27, 28
✕„Für Krafttraining brauchst Du viel Zeit.“ Stimmt so nicht. Bei 30 bis 60 Minuten pro Woche lag in Beobachtungsstudien die größte Risikominderung, bei unsicherer Datenlage,6 und schon ein Satz pro Übung steigerte bei geübten Männern die Kraft, wenn er bis zur Erschöpfung ging.11
~„Krafttraining schützt vor Stürzen.“ Stimmt halb. Es macht Ältere kräftiger und erleichtert das Aufstehen.20 Weniger Stürze sind aber vor allem für Übungen für Gleichgewicht und Alltagsbewegungen belegt; für Programme, die vor allem aus Krafttraining bestehen, ist die Wirkung unsicher.21
~„Beides zusammen bringt am meisten.“ Stimmt halb. Beim Langzeitblutzucker und bei Alltagsaufgaben im Alter lag die Kombination vorn, bei mehr Trainingszeit.2, 13 Beim Fett brachte sie keinen gesicherten Vorteil gegenüber Ausdauer allein,1 bei Muskeln und Maximalkraft keinen gegenüber Krafttraining allein,12 und beim Blutdruck sind die Auswertungen uneins.16, 17 In Beobachtungsstudien ging sie mit einem niedrigeren Sterberisiko einher als keine Bewegung.6, 48
Kurz gesagt Die Aussagen, die so nicht stimmen, machen Krafttraining mal zu klein, mal zu groß: Es braucht weniger Zeit als gedacht, passt für Frauen genauso und wird durch Ausdauer nicht ausgebremst. Doch es verbrennt in Ruhe nur etwas mehr, Bauchübungen schmelzen kein Bauchfett, und beim Blutzucker liegt es nicht gesichert vorn.
08Grenzen

Was die Studien zeigen – und was sie offenlassen

Zur Ehrlichkeit gehört beides: was die Studien zeigen, und was sie nicht zeigen.

✕Keine Studie zur Aufteilung in Kapitel 02. Wie Du zwei oder drei Stunden aufteilst, hat keine Studie gegeneinander getestet; die Aufteilung ist meine Einschätzung, angelehnt an die WHO-Empfehlung und die Beobachtungsdaten. Die Ausdauerminuten der WHO erreicht sie nur, wenn zügiges Gehen im Alltag dazukommt.6, 7
✕Kurze Studien. Die meisten Trainingsstudien laufen Wochen bis Monate; in der großen Auswertung zu Ausdauer und Gewicht dauerten nur zwei Studien länger als ein knappes Jahr.4 Über längere Zeit glich der Körper einen größeren Teil des Mehrverbrauchs wieder aus.35
✕Ausgewählte Teilnehmer. Manche Studien nahmen nur Menschen auf, die in einer Probephase dabeigeblieben waren,13 andere ließen unter Aufsicht trainieren;8, 28 ob die Ergebnisse für weniger Beharrliche oder ohne Aufsicht gelten, ist laut den Autoren unsicher.8, 13
✕Beobachtung statt Versuch. Die Zahlen zu Sterblichkeit und Erkrankungen stammen aus Beobachtungsstudien; sie zeigen Zusammenhänge, keine Ursachen.6, 48
✕Ersatzmaße. Gemessen wurden oft Knochendichte statt Knochenbrüche, Magermasse statt Muskel und Blutwerte statt Erkrankungen – das ist meine Einordnung, und sie gilt für fast alle Studien auf dieser Seite.
✕Keine Behandlung. Diese Seite erklärt, was Kraft- und Ausdauertraining bringen – sie stellt keine Diagnose und ersetzt keine Therapie.
Ausdauer senkt Fett stärker

Heißt nicht: Kraft weglassen

Daraus könnte man schließen, wer abnehmen will, braucht kein Krafttraining. Beim Abnehmen mit Diät bremste aber gerade Krafttraining den Muskelverlust – mit Ausdauer allein ging mehr verloren.2

30 bis 60 Minuten reichen

Heißt nicht: mehr schadet

Daraus könnte man schließen, mehr Krafttraining sei schlecht. Die Daten sind Beobachtungen mit sehr unsicherer Lage, und bis etwa 130 bis 140 Minuten pro Woche lag das Risiko weiter unter dem ohne Krafttraining; für die Muskeln brachten mehr Sätze mehr.6, 9

Medizinische Vorgeschichte

Im Mittel, nicht im Einzelfall

Die Studien auf dieser Seite zeigen, was im Mittel für eine Gruppe gilt. Mit einer Vorerkrankung zählt Dein eigener Fall – den klärst Du mit Deinem Arzt.

09Wie sicher

Wie sicher ist das alles?

Nicht jede Aussage auf dieser Seite steht gleich fest. Damit Du weißt, worauf Du Dich verlassen kannst, hier die Einordnung in Alltagssprache.

So lesen sich die Stufen: gut belegt – große Auswertungen oder übereinstimmende Bewertungen, alle in dieselbe Richtung; belegt – gute Studien oder Bewertungen, aber mit Grenzen; erste Hinweise – wenige oder kleine Studien oder nur Beobachtungen; uneinheitlich – Studien widersprechen sich; nicht belegt – Studien fanden keinen Nutzen, oder es gibt keine. Ausgelost heißt: Das Los teilte die Gruppen ein.

AussageEinordnung
Krafttraining steigert Kraft und Magermasse, auch im Altergut belegt – viele Studien und mehrere große Auswertungen
Training senkt Stürze bei Älteren, vor allem mit Gleichgewichtsübungengut belegt – große Übersicht mit hoher Sicherheit; Mischprogramme mit mittlerer Sicherheit, reines Krafttraining unsicher
Ausdauer senkt Gewicht und Fett stärker als Krafttrainingbelegt – ein direkter Vergleich und große Auswertungen; Training allein bewegt die Waage wenig
Krafttraining bremst beim Abnehmen den Muskelverlustbelegt – eine große ausgeloste Studie mit Älteren und eine Auswertung weiterer Studien; der Verlust wird gebremst, nicht ganz verhindert
Frauen bauen mit Krafttraining im Verhältnis ähnlich viel Muskel auf wie Männerbelegt – eine Auswertung vieler Studien mit Jüngeren und Mittelalten; wenige Studien zum Muskelwachstum
Ausdauer und Krafttraining senken den Blutdruck ähnlichbelegt – große Auswertungen; bei Bluthochdruck Ausdauer besser untersucht, für Krafttraining Hinweise aus mäßig guten Studien; zu Halteübungen in der älteren Auswertung wenige Studien
Die Kombination senkt den Langzeitblutzucker am stärkstenbelegt – bei mehr Trainingszeit; ob es an der Form oder an der Zeit liegt, ist offen
Krafttraining senkt den Langzeitblutzucker besser als Ausdauernicht belegt – im Mittel ähnlich; mal liegt die eine, mal die andere Form knapp vorn
Gehen und Laufen wirken auf die Knochen ähnlich günstig wie Krafttrainingbelegt – nach den Wechseljahren, gemessen an der Knochendichte, nicht an Brüchen
Ausdauer hebt das HDL-Cholesterinbelegt – kleiner Effekt, mit Mindestumfang geschätzt
Krafttraining verbessert LDL und Triglyzerideuneinheitlich – im Mittel leicht gesenkt, für eine einzelne neue Studie reicht die Erwartung von besser bis schlechter
30 bis 60 Minuten Krafttraining pro Woche gehen mit der größten Risikominderung einhererste Hinweise – nur Beobachtungsstudien, Sicherheit laut Autoren sehr niedrig: Zusammenhang, keine Ursache
Krafttraining hebt den Ruheumsatzerste Hinweise – im Mittel knapp 100 kcal am Tag, Studien uneinheitlich und anfällig für Verzerrung
Intervalle senken das Fett wie gleichmäßige Ausdauer, mit weniger Zeiterste Hinweise – wenige, kurze Studien mit Übergewichtigen bis 45
Ausdauer bremst den Muskelaufbau, wenn Krafttraining dazukommtnicht belegt – große Auswertung: kein Unterschied bei Muskel und Maximalkraft
Der Nachbrenneffekt hilft nennenswert beim Abnehmennicht belegt – laut Übersicht nur 6 bis 15 Prozent des Verbrauchs der Einheit
Gezielt an einer Körperstelle Fett verlierennicht belegt – meist kein örtlicher Effekt; eine sehr kleine Studie mit Männern dagegen

Sechs Zahlen zum Mitnehmen

Das Kurze · Fazit in Zahlen

Jede Zahl mit Quelle und Haken

Die sechs Zahlen stammen aus zwei ausgelosten Studien, drei Auswertungen vieler Studien und einer Messstudie zum Energieverbrauch der Organe, Stand Oktober 2026; wo ich eine davon selbst gerechnet habe, steht es dabei. Zu jeder steht, was herauskam und wo der Haken liegt.

0,52 kg
weniger Körpergewicht je 30 Minuten
Ausdauertraining pro Woche, über die Studiendauer

Ausdauer hilft beim Abnehmen – aber langsam. Bei 150 Minuten pro Woche waren es knapp drei Kilo.

Haken

Übergewichtige, meist Studien über wenige Monate, nur zwei über ein knappes Jahr hinaus; viele mit Risiko für Verzerrung, zur Ernährung kaum Angaben.

Quelle: Jayedi und Kollegen 2024 · Auswertung von 116 ausgelosten Studien4
2 ×
so viel Zeit für Kraft und Ausdauer zusammen –
beim Fett ohne gesicherten Vorteil gegenüber Ausdauer allein

Beides lohnt sich für die Magermasse, nicht fürs Fett allein.

Haken

Übergewichtige mit ungünstigen Blutfetten, die ihre Ernährung nicht ändern sollten; ausgewertet wurde ein Teil der zufällig Verteilten. Wie viele Kilo jede Gruppe verlor, nennt die frei zugängliche Zusammenfassung der Studie nicht.

Quelle: Willis und Kollegen 2012 · 8 Monate, ausgelost1, 8
2 %
Magermasse verloren mit Diät und Krafttraining –
mit Diät und Ausdauer allein 5 %

Beim Abnehmen bleibt das Krafttraining drin.

Haken

Ab 65, adipös, bewegungsarm, leicht bis mäßig gebrechlich, meist Frauen; ein halbes Jahr, Krafttraining dreimal pro Woche rund 40 Minuten. Magermasse umfasst neben Muskeln auch Wasser und Organe.

Quelle: Villareal und Kollegen 2017 · 160 Teilnehmer, ausgelost2
13 kcal
verbraucht ein Kilo Muskel
in Ruhe am Tag

Mehr Muskeln sind ein Bonus, kein Abnehmprogramm.

Haken

Schätzwert, geprüft an Erwachsenen ohne Adipositas, über 50 etwas weniger. Gemessen stieg der Ruheumsatz durch Krafttraining um knapp 100 kcal am Tag, mit großer Unsicherheit.

Quelle: Wert nach Elia, geprüft von Wang und Kollegen 2010 · 131 Erwachsene, Organe im Kernspin, Ruheumsatz gemessen37, 38
rund 4,5 mmHg
senkten Ausdauer (4,49) und Krafttraining
mit Bewegung (4,55) den oberen Wert, gegen kein Training – gerundet 4,5 und 4,6

Für den Blutdruck taugen beide – bei Bluthochdruck ist Ausdauer besser untersucht.

Haken

Auswertung sehr verschiedener Studien. Bei Bluthochdruck ist Ausdauer besser untersucht; für Krafttraining gibt es Hinweise aus mäßig guten Studien.

Quelle: Edwards und Kollegen 2023 · Auswertung von 270 ausgelosten Studien; Cornelissen und Smart 2013 · 93 ausgeloste Studien; MacDonald und Kollegen 2016 · 64 kontrollierte Studien16, 17, 18
30–60 Min.
Krafttraining pro Woche: größte Risikominderung,
vor allem beim Sterberisiko

Eine Stunde pro Woche ist ein Anfang, der in diesen Daten schon zählte – meine Einschätzung.

Haken

Beobachtungsstudien: Zusammenhang, keine Ursache; Sicherheit laut Autoren sehr niedrig, für Diabetes niedrig. Darüber wurde die Risikominderung wieder kleiner, blieb aber bis etwa 130 bis 140 Minuten unter dem Risiko ohne Krafttraining.

Quelle: Momma und Kollegen 2022 · Auswertung von 16 Langzeitbeobachtungen6

Jede dieser sechs Zahlen ist an der Quelle selbst geprüft, Stand 28.10.2026 – an ihrer Kurzfassung, dem Überblick am Anfang jeder Studie, in PubMed, der großen Datenbank für medizinische Studien, und, wo frei zugänglich, an der vollständigen Arbeit. Die ausführlichen Angaben, mit Teilnehmern, Geldgebern und Interessenkonflikten, soweit ich sie prüfen konnte, folgen im Kapitel „Belegt“.

Der eine Satz, wenn Du Dir nur einen merkst Zweimal pro Woche Krafttraining, der Rest Ausdauer, die Du gern machst, dazu zügiges Gehen im Alltag – und fürs Abnehmen zählt das Essen nach meiner Einschätzung mehr als die Trainingsform.
10Belegt

Worauf sich diese Seite stützt

Zu jeder hochgestellten Zahl im Text: Quelle, Teilnehmer, Ergebnis, Einschränkung, Geldgeber und Interessenkonflikte. Alle Studien habe ich über PubMed geprüft. Wo sich etwas nicht prüfen ließ, steht das dabei.

48 Quellen · hier aufklappenzuklappenGeldgeber und Interessenkonflikte

Ein paar Begriffe, die in den Belegen vorkommen: Eine Auswertung – Fachleute sagen Meta-Analyse – rechnet die Ergebnisse vieler Studien zusammen; eine Netzwerk-Auswertung vergleicht dabei auch Formen, die nie direkt gegeneinander getestet wurden. Eine Übersichtsarbeit fasst den Stand der Forschung zusammen, eine systematische Übersicht sucht und bewertet die Studien dabei nach festen Regeln; Cochrane ist ein unabhängiges Netzwerk, das solche Übersichten erstellt. Ausgelost – Fachleute sagen randomisiert – heißt: Das Los entscheidet, wer welches Training macht. Eine Beobachtungsstudie greift nicht ein, sondern beobachtet nur; sie zeigt Zusammenhänge, keine Ursachen. Verzerrung heißt: Schwächen im Aufbau einer Studie, die das Ergebnis in eine Richtung schieben können. Gesichert heißt: so deutlich, dass Zufall als Erklärung unwahrscheinlich ist. Magermasse ist alles außer Fett – vor allem Muskeln, dazu Wasser, Organe und Knochen. HbA1c ist der Langzeitblutzucker; mmHg ist die Einheit des Blutdrucks, mg/dl die der Blutfette. Die maximale Sauerstoffaufnahme ist ein Maß für die Ausdauerleistung. Eine standardisierte Mittelwertdifferenz macht Ergebnisse vergleichbar, die mit verschiedenen Verfahren gemessen wurden; um 0,2 gilt als klein, um 0,5 als mittel, ab 0,8 als groß.

So liest Du die Angaben zu den Geldgebern PubMed, die Studiendatenbank der US-Nationalbibliothek für Medizin, ordnet Studien nach ihren Geldgebern ein: Stellen der US-Regierung, etwa die Gesundheitsinstitute NIH – und „außerhalb der US-Regierung“ für alles andere. „Außerhalb der US-Regierung“ heißt also: Das Geld kam von Hochschulen, Stiftungen, anderen Staaten oder Firmen – wer genau, steht nur in der vollständigen Arbeit. Steht bei einer Studie kein Geldgeber, „nicht geprüft“ oder „nicht prüfbar“, habe ich die Finanzierung nicht selbst gelesen.
1Willis LH, Slentz CA, Bateman LA, Shields AT, Piner LW, Bales CW, Houmard JA, Kraus WE (2012). Effects of aerobic and/or resistance training on body mass and fat mass in overweight or obese adults. Journal of Applied Physiology 113(12):1831–1837. DOI 10.1152/japplphysiol.01370.2011 · PMID 23019316 · PMC3544497 Ausgeloste Studie STRRIDE AT/RT, 8 Monate, drei Gruppen, keine Kontrollgruppe: Krafttraining, Ausdauer, beides. Laut Kurzfassung 119 sitzende, übergewichtige oder adipöse Erwachsene. „The AT and AT/RT groups reduced total body mass and fat mass more than RT (P < 0.05), but they were not different from each other. RT and AT/RT increased lean body mass more than AT (P < 0.05). While requiring double the time commitment, a program of combined AT and RT did not result in significantly more fat mass or body mass reductions over AT alone.“ Fazit der Autoren: Ausdauer sei für Fett und Gewicht am günstigsten, für mehr Magermasse brauche es Krafttraining. Einschränkung: Die Kurzfassung nennt keine Kilowerte je Gruppe und spricht von „lean body mass“, also Magermasse; den Volltext konnte ich nicht abrufen. Laut Schwesterveröffentlichung (Beleg 8) wurden 196 zufällig verteilt und 144 blieben bis zum Ende; die 119 sind vermutlich die vollständig Ausgewerteten – das nehme ich an. Geldgeber laut PubMed die US-Gesundheitsinstitute NIH; Förderkennziffer und Interessenkonflikte nicht geprüft.
2Villareal DT, Aguirre L, Gurney AB, Waters DL, Sinacore DR, Colombo E, Armamento-Villareal R, Qualls C (2017). Aerobic or resistance exercise, or both, in dieting obese older adults. New England Journal of Medicine 376(20):1943–1955. DOI 10.1056/NEJMoa1616338 · PMID 28514618 · PMC5552187 Ausgeloste Studie LITOE mit 160 Menschen ab 65 mit Adipositas (BMI ab 30), bewegungsarm und laut Volltext alle leicht bis mäßig gebrechlich, 141 bis zum Ende dabei, 6 Monate: Gewichtsprogramm plus Ausdauer, plus Krafttraining oder plus beides, dazu eine Kontrollgruppe ohne beides. Training dreimal pro Woche rund 60 Minuten; das Krafttraining umfasste 40 Minuten an neun Geräten, gesteigert bis 2 bis 3 Sätze mit etwa 85 % des Maximalgewichts; die Kombigruppe trainierte 75 bis 90 Minuten. „Body weight decreased by 9% in all exercise groups“. Magermasse: „56.5 to 54.8 kg [3% decrease] and 58.1 to 57.1 kg [2% decrease], respectively, vs. 55.0 to 52.3 kg [5% decrease]“ (Kombination, Kraft, Ausdauer). Kraft: +18 % (Kombination), +19 % (Kraft), +4 % (Ausdauer). Maximale Sauerstoffaufnahme je Kilo Körpergewicht: +17 %, +18 % (Ausdauer), +8 % (Kraft), bei einem Gewichtsverlust von rund 9 % in allen drei Gruppen. Laut Einleitung steigert Krafttraining die Kraft „without significantly changing peak oxygen consumption“. Überschlägig gerechnet aus den Gruppenmittelwerten, Wert je Kilo mal Körpergewicht: Kraft 17,0 × 101,8 ≈ 1.731 und 18,3 × 93,3 ≈ 1.707 ml pro Minute, also etwa gleich; Ausdauer 17,6 × 96,9 ≈ 1.705 und 20,9 × 87,9 ≈ 1.837, rund 8 % mehr; beides 17,2 × 99,0 ≈ 1.703 und 20,3 × 90,5 ≈ 1.837, rund 8 % mehr. Knochendichte Hüfte: −1 %, −0,5 %, −3 %. Leistungstest für Alltagsaufgaben: +21 % mit beidem, +14 % mit je einer Form. Alle Werte sind Veränderungen vom Start bis nach sechs Monaten. Die Autoren: Den Verlust an Knochendichte an der Hüfte verhinderte nur Krafttraining („only resistance training prevented the weight-loss–induced reduction in bone mineral density at the total hip“); bei der Kombination wurden die Verluste an Magermasse und Knochendichte „attenuated but not prevented“. Einschränkung: nur Ältere mit Adipositas, die an einem solchen Programm teilnehmen konnten, laut Autoren meist Frauen, weiß und gut ausgebildet; ein halbes Jahr; unerwünschte Ereignisse vor allem Verletzungen an Muskeln und Gelenken. Magermasse ist nicht gleich Muskel. Geldgeber laut Kurzfassung die US-Gesundheitsinstitute NIH; laut Volltext „No commercial support was received“; Interessenkonflikte nicht geprüft.
3Lopez P, Taaffe DR, Galvão DA, Newton RU, Nonemacher ER, Wendt VM, Bassanesi RN, Turella DJP, Rech A (2022). Resistance training effectiveness on body composition and body weight outcomes in individuals with overweight and obesity across the lifespan: a systematic review and meta-analysis. Obesity Reviews 23(5):e13428. DOI 10.1111/obr.13428 · PMID 35191588 · PMC9285060 Auswertung von 114 ausgelosten Studien mit 4.184 Übergewichtigen jeden Alters, jeweils gegen Gruppen ohne Maßnahme. Laut Volltext: Krafttraining mit Kalorienreduktion (5 Studien) Fettmasse −5,1 kg, Magermasse −0,2 kg, nicht gesichert (Spanne der möglichen Werte −1,2 bis +0,8 kg). Krafttraining allein: Fettmasse −1,0 kg, Magermasse +0,8 kg. Kraft plus Ausdauer: −1,4 kg Fett; mit Kalorienreduktion −5,3 kg Fett und −0,3 kg Magermasse, nicht gesichert – diese −5,3 kg nennt die Kurzfassung. Die Autoren halten die Ergebnisse mit Kalorienreduktion für vergleichbar mit Ausdauer plus Kalorienreduktion in früheren Studien. Einschränkung: laut Volltext viele Studien mit hohem Risiko für Verzerrung; verschiedene Messmethoden; Ausreißer wurden für die Hauptergebnisse entfernt; kein Vergleich mit Diät allein, laut Autoren deshalb offen, wie viel Training und Diät jeweils beitrugen; Programme im Mittel 14,6 Wochen. Geldgeber laut PubMed außerhalb der US-Regierung; zu Interessenkonflikten steht im Volltext nur „No conflict of interest statement' in the first proofs“.
4Jayedi A, Soltani S, Emadi A, Zargar MS, Najafi A (2024). Aerobic exercise and weight loss in adults: a systematic review and dose-response meta-analysis. JAMA Network Open 7(12):e2452185. DOI 10.1001/jamanetworkopen.2024.52185 · PMID 39724371 · PMC11672165 Auswertung von 116 ausgelosten Studien mit 6.880 übergewichtigen oder adipösen Erwachsenen (61 % Frauen, im Mittel 46 Jahre), beaufsichtigtes Ausdauertraining über mindestens 8 Wochen. „Each 30 minutes per week of aerobic exercise was associated with reduced body weight by 0.52 kg“, Bauchumfang −0,56 cm, Körperfettanteil −0,37 Prozentpunkte. Laut Volltext −2,79 kg bei 150 und −4,19 kg bei 300 Minuten pro Woche, linear bis 300 Minuten. Die Autoren: Ab 150 Minuten pro Woche seien die Veränderungen bei Bauchumfang und Körperfett klinisch bedeutsam. Einschränkung: 54 der 116 Studien mit ernstem Risiko für Verzerrung; nur zwei Studien länger als 48 Wochen; kaum Angaben zur Ernährung; große Unterschiede zwischen den Studien. Geldgeber und Interessenkonflikte nicht geprüft.
5Dhurandhar EJ, Kaiser KA, Dawson JA, Alcorn AS, Keating KD, Allison DB (2015). Predicting adult weight change in the real world: a systematic review and meta-analysis accounting for compensatory changes in energy intake or expenditure. International Journal of Obesity 39(8):1181–1187. DOI 10.1038/ijo.2014.184 · PMID 25323965 · PMC4516704 Systematische Übersicht über 28 ausgeloste Studien, in denen die Teilnahme objektiv überprüft wurde, davon laut Volltext 15 mit Training. Verglichen wurde mit Rechenmodellen für den erwarteten Gewichtsverlust. „Dietary restriction and exercise studies may result in up to 12-44% and 55-64% less weight loss than expected, respectively, under an assumption of no behavioral compensation.“ Einschränkung: wenige, meist kurze Studien mit Erwachsenen bis 60; „up to“, also Obergrenzen, mit großer Unsicherheit. Geldgeber laut Volltext das International Life Sciences Institute North America, nach Angabe der Autoren ohne Einfluss auf die Studie; Interessenkonflikte nicht geprüft.
6Momma H, Kawakami R, Honda T, Sawada SS (2022). Muscle-strengthening activities are associated with lower risk and mortality in major non-communicable diseases: a systematic review and meta-analysis of cohort studies. British Journal of Sports Medicine 56(13):755–763. DOI 10.1136/bjsports-2021-105061 · PMID 35228201 · PMC9209691 Auswertung von 16 Langzeitbeobachtungen mit Erwachsenen ohne schwere Erkrankungen. „Muscle-strengthening activities were associated with a 10-17% lower risk of all-cause mortality, cardiovascular disease (CVD), total cancer, diabetes and lung cancer.“ „J-shaped associations with the maximum risk reduction (approximately 10-20%) at approximately 30-60 min/week“ für Sterblichkeit, Herz-Kreislauf und Krebs; für Diabetes eine große Minderung bis 60 Minuten ohne Wiederanstieg. Krafttraining plus Ausdauer gegen keins von beiden: niedrigeres Risiko für Sterblichkeit insgesamt, durch Herz-Kreislauf und durch Krebs. Die Autoren nennen den Einfluss größerer Mengen „unclear“; bis etwa 130 bis 140 Minuten pro Woche lag das Risiko laut Volltext weiter niedrig. Bei Herz-Kreislauf und Krebs ging es in den meisten Studien um das Sterben daran, nicht um das Erkranken. Einschränkung: Beobachtungsstudien mit selbst berichtetem Training, meist aus den USA; Zusammenhang, keine Ursache. Die Autoren stufen die Sicherheit der Ergebnisse als sehr niedrig ein, für Diabetes als niedrig; wenige Studien, Verzerrung durch nicht veröffentlichte Studien nicht prüfbar, die Werte könnten zu hoch geschätzt sein. Geldgeber laut Verlagsseite das japanische Gesundheitsministerium, das damals seine Bewegungsempfehlungen überarbeitete; „None declared“ zu Interessenkonflikten – beides laut Verlagsseite, von mir nicht selbst nachgelesen.
7Bull FC, Al-Ansari SS, Biddle S, et al. (2020). World Health Organization 2020 guidelines on physical activity and sedentary behaviour. British Journal of Sports Medicine 54(24):1451–1462. DOI 10.1136/bjsports-2020-102955 · PMID 33239350 · PMC7719906 Leitlinie der Weltgesundheitsorganisation (WHO). „All adults should undertake 150-300 min of moderate-intensity, or 75-150 min of vigorous-intensity physical activity“. Laut Volltext dazu Krafttraining „on 2 or more days a week“; „There was no evidence to support a dose-response association with higher volumes of muscle-strengthening activities.“ Ältere ab 65, als Teil ihrer wöchentlichen Bewegung: „varied multicomponent physical activity at moderate or greater intensity on 3 or more days a week in order to enhance functional capacity and prevent falls“. Bewegung bei Arbeit, Freizeit, im Haushalt und auf Wegen zählt mit. „Pre-exercise medical clearance is generally unnecessary for individuals without contraindications prior to beginning light-intensity or moderate-intensity physical activity not exceeding the demands of brisk walking or everyday living.“ Wer beim Steigern neue Beschwerden bekommt, soll ärztlichen Rat suchen. Einschränkung: Empfehlung, keine Studie. Erst- und Letztautorin arbeiten bei der WHO. Geldgeber und Interessenkonflikte im frei zugänglichen Teil der Arbeit nicht enthalten, nicht geprüft.
8Bateman LA, Slentz CA, Willis LH, Shields AT, Piner LW, Bales CW, Houmard JA, Kraus WE (2011). Comparison of aerobic versus resistance exercise training effects on metabolic syndrome (from the Studies of a Targeted Risk Reduction Intervention Through Defined Exercise – STRRIDE-AT/RT). American Journal of Cardiology 108(6):838–844. DOI 10.1016/j.amjcard.2011.04.037 · PMID 21741606 · PMC3752599 Schwesterveröffentlichung zur selben Studie. Bewegungsarme, übergewichtige Männer und Frauen von 18 bis 70 Jahren mit ungünstigen Blutfetten; vier Monate Vorphase ohne Training, dann 196 zufällig verteilt, 144 bis zum Ende dabei. Krafttraining: 3 Tage pro Woche, 3 Sätze zu 8 bis 12 Wiederholungen an 8 Geräten für alle großen Muskelgruppen; Ausdauer: rund 120 Minuten pro Woche bei 75 % der maximalen Sauerstoffaufnahme. Laut Methodenteil sollten die Teilnehmer ihre Ernährung nicht ändern; wer eine Diät machte oder plante, war ausgeschlossen. Zum metabolischen Syndrom: Krafttraining allein änderte den Gesamtwert nicht, Ausdauer verbesserte ihn tendenziell, die Kombination deutlich. Einschränkung: Ausgewertet wurden hier nur 86 Teilnehmer mit vollständigen Daten; Diabetes und Bluthochdruck waren ausgeschlossen. Methodenteil und Kurzfassung nennen für die Ausdauer verschiedene Stufen (65–80 % gegen 75 %). Laut Autoren waren die Teilnehmer motiviert und trainierten teils beaufsichtigt; ohne Aufsicht könnten die Ergebnisse anders ausfallen. Geldgeber laut PubMed die NIH; Interessenkonflikte nicht geprüft.
9Schoenfeld BJ, Ogborn D, Krieger JW (2017). Dose-response relationship between weekly resistance training volume and increases in muscle mass: a systematic review and meta-analysis. Journal of Sports Sciences 35(11):1073–1082. DOI 10.1080/02640414.2016.1210197 · PMID 27433992 Auswertung von 15 Studien. „Each additional set was associated with an increase in effect size (ES) of 0.023 corresponding to an increase in the percentage gain by 0.37%.“ Die Einteilung in unter 5, 5 bis 9 und 10 oder mehr Sätze pro Muskel und Woche zeigte nur einen Trend. Einschränkung: wenige, kleine Studien. Ein Autor arbeitet laut PubMed bei einer Firma für Trainingsinformation (Weightology LLC). Geldgeber und Interessenkonflikte nicht geprüft.
10Schoenfeld BJ, Grgic J, Krieger J (2019). How many times per week should a muscle be trained to maximize muscle hypertrophy? A systematic review and meta-analysis of studies examining the effects of resistance training frequency. Journal of Sports Sciences 37(11):1286–1295. DOI 10.1080/02640414.2018.1555906 · PMID 30558493 Auswertung von 25 Studien. „there is strong evidence that resistance training frequency does not significantly or meaningfully impact muscle hypertrophy when volume is equated.“ Ohne gleichen Umfang war der Vorteil von drei gegenüber einem Tag pro Woche „modest“. Einschränkung: viele kleine, kurze Studien. Ein Autor arbeitet laut PubMed bei einer Firma für Trainingsinformation (Weightology LLC). Geldgeber und Interessenkonflikte nicht geprüft.
11Androulakis-Korakakis P, Fisher JP, Steele J (2020). The minimum effective training dose required to increase 1RM strength in resistance-trained men: a systematic review and meta-analysis. Sports Medicine 50(4):751–765. DOI 10.1007/s40279-019-01236-0 · PMID 31797219 Systematische Übersicht über 6 Studien mit krafttrainierten Männern; ein Satz mit 6 bis 12 Wiederholungen und etwa 70 bis 85 % des Maximalgewichts, bis zur Erschöpfung, gemessen an Kniebeuge und Bankdrücken. „All identified studies showed that a single set performed minimum 1 time and maximum 3 times per week was sufficient to induce significant 1RM strength gains.“ Im Mittel +12 kg im Maximalgewicht; die Autoren nennen das „suboptimal, yet significant“. Einschränkung: nur trainierte Männer, sehr wenige Studien; die Suche machte eine Person allein. Geldgeber und Interessenkonflikte nicht geprüft.
12Schumann M, Feuerbacher JF, Sünkeler M, Freitag N, Rønnestad BR, Doma K, Lundberg TR (2022). Compatibility of concurrent aerobic and strength training for skeletal muscle size and function: an updated systematic review and meta-analysis. Sports Medicine 52(3):601–612. DOI 10.1007/s40279-021-01587-7 · PMID 34757594 · PMC8891239 Auswertung von 43 Studien mit gesunden Erwachsenen: Kraft- plus Ausdauertraining gegen dasselbe Krafttraining allein, mindestens 4 Wochen. Standardisierte Mittelwertdifferenz für Maximalkraft −0,06, Schnellkraft −0,28 (gesichert), Muskelwachstum −0,01. „Attenuation of explosive strength was more pronounced when concurrent training was performed within the same session (p = 0.043) than when sessions were separated by at least 3 h (p > 0.05).“ Kein Einfluss von Laufen gegen Radfahren, Trainingsstand und mittlerem Alter je Studie unter oder über 40. Einschränkung: Studien laut Volltext von mittlerer Qualität, sieben von niedriger. Geldgeber und Interessenkonflikte nicht geprüft.
13Sigal RJ, Kenny GP, Boulé NG, Wells GA, Prud'homme D, Fortier M, Reid RD, Tulloch H, Coyle D, Phillips P, Jennings A, Jaffey J (2007). Effects of aerobic training, resistance training, or both on glycemic control in type 2 diabetes: a randomized trial. Annals of Internal Medicine 147(6):357–369. DOI 10.7326/0003-4819-147-6-200709180-00005 · PMID 17876019 Ausgeloste Studie DARE mit 251 Erwachsenen von 39 bis 70 Jahren mit Typ-2-Diabetes, vier Gruppen: Ausdauer, Kraft, beides, keine Bewegung; dreimal pro Woche über 22 Wochen. Voraussetzung: „A negative result on a stress test or clearance by a cardiologist, and adherence to exercise during a 4-week run-in period“. HbA1c gegen die Gruppe ohne Training: −0,51 Prozentpunkte mit Ausdauer, −0,38 mit Kraft; die Kombination zusätzlich −0,46 gegenüber Ausdauer und −0,59 gegenüber Kraft. Gerechnet: Kombination gegen keine Bewegung −0,97 auf beiden Wegen. „Changes in blood pressure and lipid values did not statistically significantly differ among groups. Adverse events were more common in the exercise groups.“ Einschränkung laut Autoren: nicht verblindet, nur Teilnehmer, die vorher dabeiblieben, und die Kombigruppe trainierte insgesamt länger. Der Satz zu den HbA1c-Werten ist in der PubMed-Kurzfassung verstümmelt; die Zuordnung −0,51 = Ausdauer ergibt sich aus der Probe auf beiden Wegen. Das Intervall zu −0,38 ist dort schief angegeben (−0,72 bis −0,22). Den Volltext konnte ich nicht abrufen; Art der unerwünschten Ereignisse, Geldgeber und Interessenkonflikte nicht geprüft.
14Schwingshackl L, Missbach B, Dias S, König J, Hoffmann G (2014). Impact of different training modalities on glycaemic control and blood lipids in patients with type 2 diabetes: a systematic review and network meta-analysis. Diabetologia 57(9):1789–1797. DOI 10.1007/s00125-014-3303-z · PMID 24996616 Netzwerk-Auswertung von 14 Studien mit 915 Teilnehmern mit Typ-2-Diabetes, beaufsichtigtes Training über mindestens 8 Wochen. „AET was more effective than RT in improving HbA1c levels (mean difference [MD] -0.20%“. Die Kombination senkte den HbA1c um 0,17 Prozentpunkte stärker als Ausdauer und um 0,62 stärker als Kraft. „The exclusion of trials with a high risk of bias yielded only non-significant results.“ Einschränkung laut Autoren: geringe Qualität der Studien, wenig Angaben zu Komplikationen und Nebenwirkungen. Geldgeber und Interessenkonflikte nicht geprüft.
15Kanaley JA, Colberg SR, Corcoran MH, Malin SK, Rodriguez NR, Crespo CJ, Kirwan JP, Zierath JR (2022). Exercise/physical activity in individuals with type 2 diabetes: a consensus statement from the American College of Sports Medicine. Medicine and Science in Sports and Exercise 54(2):353–368. DOI 10.1249/MSS.0000000000002800 · PMID 35029593 · PMC8802999 Konsenspapier des American College of Sports Medicine (ACSM), selbst im Volltext gelesen. „During any type of physical activity (PA), glucose uptake into active skeletal muscles increases via insulin-independent pathways.“ Die bessere Insulinwirkung hält 2 bis 72 Stunden an; deshalb Ausdauer mit „no more than two consecutive days between bouts“. „Glycemia and insulin sensitivity … are improved similarly with different modes of structured exercise training when energy expenditure is matched“. Verletzungen in Studien meist bei harten Intervallen, nicht bei moderatem Training. „In adults who are currently sedentary, medical clearance is recommended prior to participation in moderate-to high-intensity PA.“ „Glycemia and insulin sensitivity in adults with overweight/obesity and with insulin resistance, prediabetes, or T2D are improved similarly with different modes of structured exercise training when energy expenditure is matched“ – gilt also auch für die Vorstufe. „Weight loss from PA alone is generally small, although possible with 1 or more hours of daily moderate-or high-intensity exercise“. „For most individuals planning to participate in a low- to moderate-intensity PA like brisk walking, no pre-exercise medical evaluation is needed unless symptoms of CVD or microvascular complications are present.“ Unterzuckerung: „Use of select medications for T2D may increase the risk of exercise-related hypoglycemia, including insulin and insulin secretagogues (i.e., sulfonylureas and meglitinides)“. Einschränkung: Konsens einer Fachgesellschaft, keine eigene Studie; die Tabelle mit den Zahlenempfehlungen fehlte im frei zugänglichen Teil der Arbeit. Geldgeber laut PubMed die NIH und Stellen außerhalb der US-Regierung; Interessenkonflikte nicht geprüft.
16Edwards JJ, Deenmamode AHP, Griffiths M, Arnold O, Cooper NJ, Wiles JD, O'Driscoll JM (2023). Exercise training and resting blood pressure: a large-scale pairwise and network meta-analysis of randomised controlled trials. British Journal of Sports Medicine 57(20):1317–1326. DOI 10.1136/bjsports-2022-106503 · PMID 37491419 Auswertung von 270 ausgelosten Studien mit 15.827 Teilnehmern, Training über mindestens 2 Wochen gegen Kontrollgruppen. Blutdruck oben/unten: „aerobic exercise training (-4.49/-2.53 mm Hg, p<0.001), dynamic resistance training (-4.55/-3.04 mm Hg, p<0.001), combined training (-6.04/-2.54 mm Hg, p<0.001), high-intensity interval training (-4.08/-2.50 mm Hg, p<0.001) and isometric exercise training (-8.24/-4.00 mm Hg, p<0.001)“. Wirksamste Einzelübung für den oberen Wert: der isometrische Wandsitz. Einschränkung: sehr verschiedene Studien und Teilnehmer; den Anteil mit Bluthochdruck nennt die Kurzfassung nicht. Ob die Halteübungen hier auf wenigen Studien beruhen, ist ohne Volltext nicht prüfbar. Laut Verlagsseite keine Förderung für die Arbeit und keine Interessenkonflikte – von mir nicht selbst nachgelesen.
17Cornelissen VA, Smart NA (2013). Exercise training for blood pressure: a systematic review and meta-analysis. Journal of the American Heart Association 2(1):e004473. DOI 10.1161/JAHA.112.004473 · PMID 23525435 · PMC3603230 Auswertung von 93 ausgelosten Studien mit 5.223 Erwachsenen. Oberer Wert gesenkt nach Ausdauer (−3,5 mmHg), Krafttraining mit Bewegung (−1,8) und Halteübungen (−10,9), nicht nach Kombination; unterer Wert nach allen vier Formen. Bei Bluthochdruck senkte Ausdauer um „−8.3 … /−5.2 … mm Hg“, bei normalem Blutdruck kaum. Krafttraining mit Bewegung bei Bluthochdruck laut Volltext oben +0,47 und unten −1,0 mmHg, beides nicht gesichert, aus nur 4 Studiengruppen; bei leicht erhöhtem Blutdruck wirkte es tendenziell am stärksten, nicht gesichert. Die Autoren: „it may be prudent to prescribe endurance training rather than dynamic resistance training for the hypertensive individual if lower BP is desired“. Halteübungen: „Data from a small number of isometric resistance training studies“; laut Einleitung früher mit überschießendem Blutdruckanstieg in Verbindung gebracht („exaggerated hypertensive responses“). Einschränkung: Suche bis Februar 2012; wenige Studien zu Halteübungen und zu Krafttraining bei Bluthochdruck. Geldgeber laut PubMed außerhalb der US-Regierung; Interessenkonflikte nicht geprüft.
18MacDonald HV, Johnson BT, Huedo-Medina TB, Livingston J, Forsyth KC, Kraemer WJ, Farinatti PTV, Pescatello LS (2016). Dynamic Resistance Training as Stand-Alone Antihypertensive Lifestyle Therapy: A Meta-Analysis. Journal of the American Heart Association 5(10):e003231. DOI 10.1161/JAHA.116.003231 · PMID 27680663 · PMC5121472 Auswertung von 64 kontrollierten Studien (82 % davon ausgelost) mit 71 Trainingsgruppen; 2.344 Teilnehmer laut Tabelle 1 (1.305 Training, 1.039 Kontrolle; in der Diskussion 2.374), im Mittel 47 Jahre alt, übergewichtig, meist mit leicht erhöhtem Blutdruck, rund 15 % mit Blutdrucksenkern. Krafttraining mit Bewegung an 2,8 Tagen pro Woche über rund 14 Wochen bei mittlerer Last. Insgesamt sank der Blutdruck gegen Kontrolle um 3,0 zu 2,1 mmHg. Im Modell mit mehreren Einflussgrößen (Volltext, Tabellen 3 und 4): bei Bluthochdruck oben −5,7 mmHg (95-%-Vertrauensbereich −9,0 bis −2,7; 14 Gruppen), unten −5,2 (−8,4 bis −1,9); bei leicht erhöhtem Blutdruck −3,0 zu −3,3, bei normalem 0,0 zu −0,9 (im Ergebnistext −1,0). Gruppen mit Blutdrucksenkern: oben −0,4 (−3,8 bis 3,0), unten −1,2 (−3,4 bis 1,0), beides nicht gesichert; die Autoren: „should be interpreted with caution“, weil nur rund 15 % Blutdrucksenker nahmen und ein Drittel der Studien dazu nichts angab. Zugleich nennen sie Einzelstudien, in denen Training und Blutdrucksenker sich verstärkten („reported by some, but not all, studies“); laut Einleitung sank der Druck in Einzelstudien auch bei gut eingestelltem Bluthochdruck deutlich. Die Autoren nennen die Studienlage „of only fair‐to‐moderate quality“; Krafttraining „should be further investigated“ als eigenständige Behandlung bei Bluthochdruck. Einschränkung: Vergleich zwischen Studien, nicht innerhalb derselben Menschen; Studien ohne Angabe zu Blutdrucksenkern (22) sind der Gruppe ohne Blutdrucksenker zugeschlagen; die besser gemachten Studien zeigten beim unteren Wert kaum eine Senkung (−0,3 mmHg, nicht gesichert). Geldgeber: University of Connecticut (Forschungsförderung und Institut InCHIP), ein Autor vom brasilianischen Forschungsrat CNPq; Interessenkonflikte laut Volltext keine.
19Henkin JS, Pinto RS, Machado CLF, Wilhelm EN (2023). Chronic effect of resistance training on blood pressure in older adults with prehypertension and hypertension: A systematic review and meta-analysis. Experimental Gerontology 177:112193. DOI 10.1016/j.exger.2023.112193 · PMID 37121334 · Volltext frei beim Verlag (CC BY) Auswertung von 24 ausgelosten Studien mit 835 Menschen ab 60 Jahren mit leicht erhöhtem Blutdruck oder Bluthochdruck; Krafttraining mit Bewegung allein gegen Kontrolle. Insgesamt oben −6,9 und unten −3,4 mmHg; bei Bluthochdruck oben −10,4 (95-%-Vertrauensbereich −15,7 bis −5,2) und unten −4,0 mmHg, bei leicht erhöhtem Blutdruck −4,9 zu −2,8. Bluthochdruck heißt hier nur Stufe 1 (9 Trainingsgruppen, keine mit Stufe 2); der Unterschied zu leicht erhöhtem Blutdruck war nicht gesichert (oben p = 0,07). 14 der 24 Studien galten als gut gemacht; „High heterogeneity (>50 %) was observed in all analyses“. Rund 23 % der Trainierenden nahmen Blutdrucksenker, nicht getrennt ausgewertet. Einschränkung: große Unterschiede zwischen den Studien; Volltext über den Verlag gelesen, nicht am PDF. Geld: Stipendium des brasilianischen Forschungsrats CNPq für einen Autor, kein eigener Abschnitt zur Förderung; Interessenkonflikte laut Autoren keine („The authors declare no conflict of interest“).
20Liu CJ, Latham NK (2009). Progressive resistance strength training for improving physical function in older adults. Cochrane Database of Systematic Reviews (3):CD002759. DOI 10.1002/14651858.CD002759.pub2 · PMID 19588334 · PMC4324332 Cochrane-Übersicht über 121 ausgeloste Studien mit 6.700 Älteren, meist zwei- bis dreimal pro Woche hartes Krafttraining. Großer Effekt auf die Kraft (standardisierte Mittelwertdifferenz 0,84), Gehtempo +0,08 m/s, Aufstehen vom Stuhl mittel bis groß verbessert, körperliche Fähigkeiten insgesamt klein, aber gesichert verbessert. Einschränkung: Nebenwirkungen schlecht erfasst; die Suche endete 2008. Geldgeber und Interessenkonflikte nicht geprüft.
21Sherrington C, Fairhall NJ, Wallbank GK, Tiedemann A, Michaleff ZA, Howard K, Clemson L, Hopewell S, Lamb SE (2019). Exercise for preventing falls in older people living in the community. Cochrane Database of Systematic Reviews 1(1):CD012424. DOI 10.1002/14651858.CD012424.pub2 · PMID 30703272 · PMC6360922 Cochrane-Übersicht über 108 ausgeloste Studien mit 23.407 Menschen ab 60, im Mittel 76 Jahre, 77 % Frauen. „Exercise reduces the rate of falls by 23%“ (hohe Sicherheit). Gleichgewichts- und Funktionsübungen −24 % (hohe Sicherheit), Mischprogramme, meist mit Krafttraining, −34 % (mittlere Sicherheit). „We are uncertain of the effects of programmes that are primarily resistance training, or dance or walking programmes on the rate of falls“. Einschränkung: viele Studien mit unklarem oder hohem Risiko für Verzerrung. Geldgeber und Interessenkonflikte nicht geprüft.
22Vispute SS, Smith JD, LeCheminant JD, Hurley KS (2011). The effect of abdominal exercise on abdominal fat. Journal of Strength and Conditioning Research 25(9):2559–2564. DOI 10.1519/JSC.0b013e3181fb4a46 · PMID 21804427 Ausgeloste Studie mit 24 gesunden, bewegungsarmen Erwachsenen von 18 bis 40 Jahren: 7 Bauchübungen, 2 × 10 Wiederholungen, 5 Tage pro Woche, 6 Wochen, gegen Kontrolle; alle mit gleichbleibender Kalorienzufuhr. „Six weeks of abdominal exercise training alone was not sufficient to reduce abdominal subcutaneous fat and other measures of body composition.“ Die Bauchmuskeln wurden ausdauernder. Einschränkung: klein, kurz, geringer Umfang. Geldgeber laut PubMed außerhalb der US-Regierung; Interessenkonflikte nicht geprüft.
23Kostek MA, Pescatello LS, Seip RL, Angelopoulos TJ, Clarkson PM, Gordon PM, Moyna NM, Visich PS, Zoeller RF, Thompson PD, Hoffman EP, Price TB (2007). Subcutaneous fat alterations resulting from an upper-body resistance training program. Medicine and Science in Sports and Exercise 39(7):1177–1185. PMID 17596787 104 Erwachsene trainierten 12 Wochen beaufsichtigt nur ihren nicht dominanten Arm. Mit der Hautfaltenzange nahm das Fett bei Männern am trainierten Arm ab; „MRI determinations of subcutaneous fat changes were not different between arms in the total sample and by gender“. Die Autoren sehen das als Stütze dafür, dass es keinen örtlichen Fettabbau gibt. Einschränkung: Die beiden Messverfahren widersprechen sich; nur ein Arm trainiert. Die DOI in PubMed scheint unvollständig, deshalb nur der PubMed-Link. Geldgeber laut PubMed die NIH; Interessenkonflikte nicht geprüft.
24Brobakken MF, Krogsaeter I, Helgerud J, Wang E, Hoff J (2023). Abdominal aerobic endurance exercise reveals spot reduction exists: a randomized controlled trial. Physiological Reports 11(22):e15853. DOI 10.14814/phy2.15853 · PMID 38010201 · PMC10680576 Ausgeloste Studie mit 16 übergewichtigen Männern, 10 Wochen, 4 Einheiten pro Woche: Laufband plus Bauchübungen gegen Laufband allein. „Trunk fat mass decreased more (697 g, 3%, p < 0.05)“ in der Bauchgruppe; Gesamtfett sank in beiden Gruppen ähnlich. Einschränkung laut Volltext: 8 Männer je Gruppe. Die Einheiten der Bauchgruppe dauerten 84 statt 45 Minuten, damit beide Gruppen gleich viel Energie verbrauchten; abgeglichen wurde das an zwei kleinen Gruppen von je fünf anderen Männern, nicht für jeden Teilnehmer einzeln. Die Bauchgruppe hatte zu Beginn mehr Rumpffett (16,3 gegen 12,2 kg) und mehr Gewicht (103 gegen 93 kg), ohne gesicherten Unterschied. Rumpffett −1,2 kg in der Bauchgruppe, keine Änderung in der Laufgruppe; Gesamtfett und Gewicht sanken in beiden Gruppen ohne gesicherten Unterschied. Ernährung nicht erfasst; Fett unter der Haut und zwischen den Organen nicht getrennt; nur Männer. Zwei Autoren arbeiten laut PubMed zusätzlich bei Myworkout, einer medizinischen Rehabilitationsklinik in Trondheim; „None“ zu Interessenkonflikten laut Volltext. Geldgeber nicht geprüft.
25Konopka AR, Harber MP (2014). Skeletal muscle hypertrophy after aerobic exercise training. Exercise and Sport Sciences Reviews 42(2):53–61. DOI 10.1249/JES.0000000000000007 · PMID 24508740 · PMC4523889 Übersichtsarbeit: „aerobic exercise acutely and chronically alters protein metabolism and induces skeletal muscle hypertrophy“. Laut Volltext beobachteten acht von neun Studien seit 2005 Muskelwachstum in den am meisten beanspruchten Muskeln, bei Untrainierten. Nötig seien „sufficient exercise intensity (70-80% HRR), duration (30-45 minutes) and frequency (4-5 days per week)“. Einschränkung: keine systematische Suche, stark gestützt auf eigene kleine Studien. Geldgeber laut PubMed die NIH und weitere Stellen; Interessenkonflikte nicht geprüft.
26Peterson MD, Sen A, Gordon PM (2011). Influence of resistance exercise on lean body mass in aging adults: a meta-analysis. Medicine and Science in Sports and Exercise 43(2):249–258. DOI 10.1249/MSS.0b013e3181eb6265 · PMID 20543750 · PMC2995836 Auswertung von 49 Studien mit 1.328 Menschen ab 50. „The weighted pooled estimate of mean LBM change was 1.1 kg“; mehr Trainingsumfang ging mit mehr Zuwachs einher, höheres Alter mit weniger. Einschränkung: 32 der 49 Studien waren nicht ausgelost; ausgewertet wurde die Veränderung vom Start bis zum Ende, nicht der Abstand zu einer Gruppe ohne Training; sehr große Unterschiede zwischen den Studien. Geldgeber laut PubMed die NIH; Interessenkonflikte nicht geprüft.
27Kemmler W, Shojaa M, Kohl M, von Stengel S (2020). Effects of different types of exercise on bone mineral density in postmenopausal women: a systematic review and meta-analysis. Calcified Tissue International 107(5):409–439. DOI 10.1007/s00223-020-00744-w · PMID 32785775 · PMC7546993 Auswertung kontrollierter Studien über mindestens 6 Monate mit Frauen nach den Wechseljahren, 84 Trainingsgruppen: Belastung durch das Körpergewicht, Krafttraining, beides. Standardisierte Mittelwertdifferenzen an der Lendenwirbelsäule 0,40 (Kraft), 0,26 (Körpergewicht), 0,42 (beides); am Schenkelhals 0,27, 0,37, 0,35; an der Hüfte 0,51, 0,40, 0,34. „we provided further evidence for the favorable effect of exercise on BMD largely independent of the type of exercise.“ Einschränkung: Knochendichte, keine Brüche; große Unterschiede zwischen den Studien; die Autoren halten Auswertungen für ein zu grobes Werkzeug, um daraus Empfehlungen abzuleiten. Geldgeber laut PubMed außerhalb der US-Regierung; Interessenkonflikte nicht geprüft.
28Watson SL, Weeks BK, Weis LJ, Harding AT, Horan SA, Beck BR (2018). High-intensity resistance and impact training improves bone mineral density and physical function in postmenopausal women with osteopenia and osteoporosis: the LIFTMOR randomized controlled trial. Journal of Bone and Mineral Research 33(2):211–220. DOI 10.1002/jbmr.3284 · PMID 28975661 Ausgeloste Studie mit 101 Frauen nach den Wechseljahren mit geringer Knochendichte, 8 Monate: zweimal pro Woche 30 Minuten beaufsichtigtes schweres Krafttraining mit Stoßbelastung (5 × 5 Wiederholungen über 85 % des Maximalgewichts) gegen leichtes Training zu Hause. Lendenwirbelsäule +2,9 % gegen −1,2 %, Schenkelhals +0,3 % gegen −1,9 %; „only one adverse event reported (HiRIT: minor lower back spasm“. Einschränkung: „under highly supervised conditions“, sonst gesunde Frauen, Knochendichte statt Brüche. Zwei Autorinnen arbeiten laut PubMed auch bei The Bone Clinic, Brisbane; ob ein Interessenkonflikt erklärt ist, habe ich nicht geprüft. Geldgeber laut PubMed außerhalb der US-Regierung.
29Wewege M, van den Berg R, Ward RE, Keech A (2017). The effects of high-intensity interval training vs. moderate-intensity continuous training on body composition in overweight and obese adults: a systematic review and meta-analysis. Obesity Reviews 18(6):635–646. DOI 10.1111/obr.12532 · PMID 28401638 Auswertung von 13 Studien mit Übergewichtigen von 18 bis 45 Jahren, im Mittel 10 Wochen mit 3 Einheiten. „There were no significant differences between HIIT and MICT for any body composition measure, but HIIT required ~40% less training time commitment.“ Laufen senkte das Fett deutlich, „but cycling training did not induce fat loss“. Einschränkung: wenige, kurze Studien mit Jüngeren. Geldgeber und Interessenkonflikte nicht geprüft.
30Wolfe BL, LeMura LM, Cole PJ (2004). Quantitative analysis of single- vs. multiple-set programs in resistance training. Journal of Strength and Conditioning Research 18(1):35–47. DOI 10.1519/1533-4287(2004)018<0035:QAOSVM>2.0.CO;2 · PMID 14971985 Auswertung von 16 Studien mit 621 gesunden Teilnehmern zwischen 15 und 71 Jahren, Programme ab sechs Wochen, Kraft vor und nach dem Training gemessen. „This quantitative review indicates that single-set programs for an initial short training period in untrained individuals result in similar strength gains as multiple-set programs. However, as progression occurs and higher gains are desired, multiple-set programs are more effective.“ Bei Geübten und bei längeren Programmen (17 bis 40 Wochen) waren mehrere Sätze überlegen. Einschränkung: ältere Auswertung, nur englischsprachige Studien; gemessen wurde Kraft, nicht Muskelzuwachs; wie lang die „initial short training period“ ist, beziffert die Kurzfassung nicht. Nur die Kurzfassung geprüft; in PubMed Central gibt es keinen frei zugänglichen Volltext. Geldgeber und Interessenkonflikte nicht geprüft.
31LaForgia J, Withers RT, Gore CJ (2006). Effects of exercise intensity and duration on the excess post-exercise oxygen consumption. Journal of Sports Sciences 24(12):1247–1264. DOI 10.1080/02640410600552064 · PMID 17101527 Übersichtsarbeit zum Nachbrenneffekt. „even those studies incorporating exercise stimuli resulting in prolonged EPOC durations have identified that the EPOC comprises only 6-15% of the net total oxygen cost of the exercise.“ Für Krafttraining „remains unclear“. „the earlier research optimism regarding an important role for the EPOC in weight loss is generally unfounded.“ Einschränkung: erzählende Übersicht ohne systematische Suche; bei Intervallen liegt der Anteil laut Autoren womöglich höher. Geldgeber und Interessenkonflikte nicht geprüft.
32Kodama S, Tanaka S, Saito K, et al. (2007). Effect of aerobic exercise training on serum levels of high-density lipoprotein cholesterol: a meta-analysis. Archives of Internal Medicine 167(10):999–1008. DOI 10.1001/archinte.167.10.999 · PMID 17533202 Auswertung von 25 Artikeln zu ausgelosten Studien. „Mean net change in HDL-C level was statistically significant but modest (2.53 mg/dL“. „Minimal weekly exercise volume for increasing HDL-C level was estimated to be 900 kcal of energy expenditure per week or 120 minutes of exercise per week.“ Je 10 Minuten längere Einheit rund 1,4 mg/dl mehr. Einschränkung: nur eine Datenbank durchsucht; der Mindestumfang ist geschätzt. Geldgeber laut PubMed außerhalb der US-Regierung; Interessenkonflikte nicht geprüft.
33Kelley GA, Kelley KS (2009). Impact of progressive resistance training on lipids and lipoproteins in adults: a meta-analysis of randomized controlled trials. Preventive Medicine 48(1):9–19. DOI 10.1016/j.ypmed.2008.10.010 · PMID 19013187 Auswertung von 29 ausgelosten Studien mit 1.329 Erwachsenen, Studien bis Juli 2007. „Statistically significant improvements were found for TC (-5.5 mg/dl …), TC/HDL-C (-0.5 …), non-HDL-C (-8.7 mg/dl …), LDL-C (-6.1 mg/dl …) and TG (-8.1 mg/dl …) but not HDL-C (0.7 mg/dl, -1.2 to 2.6).“ Einschränkung: siehe die Folgeauswertung derselben Autoren (Beleg 47). Online erschienen 2008. Geldgeber laut PubMed außerhalb der US-Regierung; Interessenkonflikte nicht geprüft.
34Wewege MA, Desai I, Honey C, Coorie B, Jones MD, Clifford BK, Leake HB, Hagstrom AD (2022). The effect of resistance training in healthy adults on body fat percentage, fat mass and visceral fat: a systematic review and meta-analysis. Sports Medicine 52(2):287–300. DOI 10.1007/s40279-021-01562-2 · PMID 34536199 Auswertung von 54 ausgelosten Studien mit gesunden Erwachsenen, Ganzkörper-Krafttraining über mindestens 4 Wochen gegen keine Bewegung. Körperfettanteil −1,46 Prozentpunkte, Fettmasse −0,55 kg, Bauchfett zwischen den Organen gesichert vermindert. Geschlecht änderte das Ergebnis nicht. Einschränkung: mittlere Studienqualität; das Messverfahren beeinflusste das Ergebnis. Geldgeber und Interessenkonflikte nicht geprüft.
35Riou MÈ, Jomphe-Tremblay S, Lamothe G, Stacey D, Szczotka A, Doucet É (2015). Predictors of energy compensation during exercise interventions: a systematic review. Nutrients 7(5):3677–3704. DOI 10.3390/nu7053677 · PMID 25988763 · PMC4446773 Systematische Übersicht über 61 Studien mit 928 Teilnehmern. „The overall mean energy compensation was 18% ± 93%.“ „For studies of longer duration (about 80 weeks), the energy compensation approached 84%.“ Einschränkung: sehr große Streuung, kurze Programme sehr uneinheitlich; die 84 % ergeben sich aus einem Rechenmodell, laut Autoren mit nur wenigen langen Studien; ob Teilnehmer nebenbei Diät hielten, ließ sich laut Volltext nicht ausschließen. Geldgeber und Interessenkonflikte nicht geprüft.
36Washburn RA, Lambourne K, Szabo AN, Herrmann SD, Honas JJ, Donnelly JE (2014). Does increased prescribed exercise alter non-exercise physical activity/energy expenditure in healthy adults? A systematic review. Clinical Obesity 4(1):1–20. DOI 10.1111/cob.12040 · PMID 25425128 · PMC5996763 Systematische Übersicht über 31 Artikel mit gesunden Erwachsenen. „We found minimal evidence to support the hypothesis that prescribed physical activity/exercise training results in decreased non-exercise physical activity/energy expenditure in healthy adults.“ Einschränkung laut Autoren: kaum Studien, die genau dafür ausgelegt und groß genug waren. Geldgeber laut PubMed außerhalb der US-Regierung; Interessenkonflikte nicht geprüft.
37Wang Z, Ying Z, Bosy-Westphal A, Zhang J, Schautz B, Later W, Heymsfield SB, Müller MJ (2010). Specific metabolic rates of major organs and tissues across adulthood: evaluation by mechanistic model of resting energy expenditure. American Journal of Clinical Nutrition 92(6):1369–1377. DOI 10.3945/ajcn.2010.29885 · PMID 20962155 · PMC2980962 Prüfung der Standardwerte von Elia (1992) für den Energieverbrauch der Organe an 131 gesunden Erwachsenen ohne Adipositas: Organe per Kernspin, Ruheumsatz gemessen. Elia nennt „13 for skeletal muscle“ (kcal je kg und Tag). Für Jüngere und mittlere Jahrgänge bestätigt; über 50 überschätzen die Werte um 3 %, für Muskel dort 12,6. Einschränkung: Modellrechnung, keine direkte Messung am Muskel; nur Menschen ohne Adipositas. Geldgeber laut PubMed die NIH und Stellen außerhalb der US-Regierung; Interessenkonflikte nicht geprüft.
38MacKenzie-Shalders K, Kelly JT, So D, Coffey VG, Byrne NM (2020). The effect of exercise interventions on resting metabolic rate: a systematic review and meta-analysis. Journal of Sports Sciences 38(14):1635–1649. DOI 10.1080/02640414.2020.1754716 · PMID 32397898 Auswertung von 18 Studien. „While there was no effect of aerobic exercise on RMR (MD: 81.65 kCal·day[95% CI: -57.81, 221.10], P = 0.25), resistance exercise increased RMR compared to controls (MD: 96.17 kCal·day[95% CI: 45.17, 147.16], P = 0.0002).“ Einschränkung laut Autoren: „heterogenous methodologies and high risk of bias“; ausgeschlossen waren Menschen ab 65 und Frauen nach den Wechseljahren. Geldgeber und Interessenkonflikte nicht geprüft.
39Milanović Z, Sporiš G, Weston M (2015). Effectiveness of high-intensity interval training (HIT) and continuous endurance training for VO2max improvements: a systematic review and meta-analysis of controlled trials. Sports Medicine 45(10):1469–1481. DOI 10.1007/s40279-015-0365-0 · PMID 26243014 Auswertung von 28 kontrollierten Studien mit 723 gesunden Erwachsenen von 18 bis 45 Jahren. Maximale Sauerstoffaufnahme gegen keine Bewegung: +4,9 ml/kg/min mit gleichmäßiger Ausdauer, +5,5 mit Intervallen; Intervalle gegen gleichmäßige Ausdauer +1,2. Einschränkung: nur Jüngere; ausgewertet zum Teil mit „magnitude-based inferences“, einem umstrittenen Statistikverfahren – das ist meine Einordnung. Geldgeber und Interessenkonflikte nicht geprüft.
40Ramírez-Campillo R, Andrade DC, Campos-Jara C, Henríquez-Olguín C, Alvarez-Lepín C, Izquierdo M (2013). Regional fat changes induced by localized muscle endurance resistance training. Journal of Strength and Conditioning Research 27(8):2219–2224. DOI 10.1519/JSC.0b013e31827e8681 · PMID 23222084 11 junge Erwachsene trainierten 12 Wochen nur ein Bein an der Beinpresse, mit sehr vielen Wiederholungen. Das Körperfett sank um 5,1 %, aber „this reduction was not achieved in the trained body segment“; an Armen und Rumpf nahm es ab. Einschränkung: sehr klein, nicht ausgelost, nur Junge. Geldgeber laut PubMed die NIH und Stellen außerhalb der US-Regierung; Interessenkonflikte nicht geprüft.
41Roberts BM, Nuckols G, Krieger JW (2020). Sex differences in resistance training: a systematic review and meta-analysis. Journal of Strength and Conditioning Research 34(5):1448–1460. DOI 10.1519/JSC.0000000000003521 · PMID 32218059 Auswertung von Studien mit jungen bis mittelalten Männern und Frauen im selben Programm. Muskelwachstum: kein gesicherter Unterschied (10 Studien). Kraft im Oberkörper: relativ größerer Zuwachs bei Frauen (17 Studien). Kraft im Unterkörper: kein gesicherter Unterschied (23 Studien). Einschränkung: wenige Studien zum Muskelwachstum, kurze Studien; Ältere und Frauen nach den Wechseljahren nicht erfasst. Zwei Autoren arbeiten laut PubMed bei Firmen für Trainingsinformation (Stronger by Science LLC, Weightology LLC). Geldgeber und Interessenkonflikte nicht geprüft.
42Khalafi M, Sakhaei MH, Rosenkranz SK, Symonds ME (2022). Impact of concurrent training versus aerobic or resistance training on cardiorespiratory fitness and muscular strength in middle-aged to older adults: a systematic review and meta-analysis. Physiology & Behavior 254:113888. DOI 10.1016/j.physbeh.2022.113888 · PMID 35728627 Auswertung von 49 Studien mit 2.587 Menschen über 50, Mittelwerte 55 bis 88 Jahre. Kombination gegen Krafttraining allein: höhere maximale Sauerstoffaufnahme; gegen Ausdauer allein: mehr Kraft. Kein Unterschied in der Sauerstoffaufnahme zwischen Kombination und Ausdauer und in der Kraft zwischen Kombination und Krafttraining. Einschränkung: Die Kurzfassung nennt keine; den Volltext konnte ich nicht abrufen. Bei der Sauerstoffaufnahme war der Unterschied zwischen Kombination und Ausdauer knapp nicht gesichert. Geldgeber und Interessenkonflikte nicht geprüft.
43Cauza E, Hanusch-Enserer U, Strasser B, et al. (2005). The relative benefits of endurance and strength training on the metabolic factors and muscle function of people with type 2 diabetes mellitus. Archives of Physical Medicine and Rehabilitation 86(8):1527–1533. DOI 10.1016/j.apmr.2005.01.007 · PMID 16084803 Ausgeloste Studie mit 22 (Kraft) und 17 (Ausdauer) Menschen mit Typ-2-Diabetes, 4 Monate, keine Gruppe ohne Training. Ausdauer bei 60 % der maximalen Sauerstoffaufnahme, 15 bis höchstens 30 Minuten, dreimal pro Woche; Kraft bis zu 6 Sätze pro Muskelgruppe und Woche. „A significant decline in Hb A1c was only observed in the ST group (8.3%+/-1.7% to 7.1%+/-0.2%, P=.001).“ Die Autoren folgern trotzdem: „ST was more effective than ET in improving glycemic control.“ Einschränkung: klein; in der Kurzfassung ist jede Gruppe nur gegen ihren Ausgangswert getestet, ein Vergleich der Gruppen steht dort nicht; PubMed verschlagwortet die Studie mit „Analysis of Variance“, ob die Gruppen gegeneinander getestet wurden, ist also offen; die Werte der Ausdauergruppe fehlen dort; die Streuungsangaben passen nicht zusammen. Den Volltext konnte ich nicht abrufen. Geldgeber laut PubMed außerhalb der US-Regierung; Interessenkonflikte nicht geprüft.
44Mannucci E, Bonifazi A, Monami M (2021). Comparison between different types of exercise training in patients with type 2 diabetes mellitus: a systematic review and network metanalysis of randomized controlled trials. Nutrition, Metabolism and Cardiovascular Diseases 31(7):1985–1992. DOI 10.1016/j.numecd.2021.02.030 · PMID 33965297 Netzwerk-Auswertung von 25 Studien über mindestens drei Monate bei Typ-2-Diabetes. Training gegen keine Bewegung: HbA1c −0,3 Prozentpunkte, Körperfett −1,44 Prozentpunkte, oberer Blutdruck −5,6 mmHg. „Combined aerobic/resistance training seems to be superior to aerobic training alone, but differences are small and the reliability of supporting evidence limited.“ Einschränkung: Werte je Trainingsform nur als standardisierte Differenz; in der Kurzfassung stehen dazu „%“-Zeichen, die nicht passen. Geldgeber und Interessenkonflikte nicht geprüft.
45Yu J, Li X, Yu H, Huang Y (2026). Comparative effects of different intensities of aerobic and resistance exercise on glycemic control and cardiorespiratory fitness in middle-aged older patients with type 2 diabetes: a network meta-analysis. Frontiers in Public Health 14:1818686. DOI 10.3389/fpubh.2026.1818686 · PMID 42267276 · PMC13243112 Netzwerk-Auswertung von 29 ausgelosten Studien mit 1.301 Teilnehmern, mittleres Alter je Studie ab 55. HbA1c gegen übliche Versorgung: intensives Krafttraining −0,62 (mittlere Sicherheit), moderate Ausdauer −0,58, intensive Ausdauer mit moderatem Krafttraining −0,54, leichtes Krafttraining −0,54 (jeweils niedrige Sicherheit). Einschränkung: dünnes Netz an Studien, kurze Nachbeobachtung; die Kurzfassung nennt zwei verschiedene Registriernummern (CRD420251270452 und CRD420261306289). Geldgeber und Interessenkonflikte nicht geprüft.
46Zhan L, Wang L, Liu S, Wu S, Zhou C, Wang Z, Shi F, Qian Y, Xiao J, Xu S (2026). The optimal exercise modality and dose for glycemic control in older adults with type 2 diabetes mellitus: a systematic review and network meta-analysis. Frontiers in Endocrinology 17:1832624. DOI 10.3389/fendo.2026.1832624 · PMID 42528691 · PMC13414825 Netzwerk-Auswertung von 34 ausgelosten Studien mit 2.461 Teilnehmern, mittleres Alter je Studie ab 60. HbA1c gegen Kontrolle: Kombination −1,05, traditionelle chinesische Bewegungsformen −0,80, Intervalle −0,63, gleichmäßige Ausdauer −0,48, Krafttraining −0,44 Prozentpunkte. Einschränkung laut Volltext: Sicherheit sehr niedrig bis mittel, im direkten Vergleich war Krafttraining allein nicht gesichert wirksam. Laut Verlagsseite keine Förderung und keine Interessenkonflikte erklärt – von mir nicht selbst nachgelesen. Zugehörigkeit: 5 der 10 Autoren gehören laut PubMed zusätzlich einem Zentrum zur Bewahrung der traditionellen Sportkultur der Provinz Hubei an.
47Kelley GA, Kelley KS (2009). Impact of progressive resistance training on lipids and lipoproteins in adults: another look at a meta-analysis using prediction intervals. Preventive Medicine 49(6):473–475. DOI 10.1016/j.ypmed.2009.09.018 · PMID 19804794 Dieselben Daten, neu gerechnet mit der Spanne, die eine einzelne neue Studie erwarten ließe: LDL −6,1 (−28,9 bis 16,4) mg/dl, Triglyzeride −8,1 (−34,5 bis 18,3) mg/dl. „Caution may be warranted in recommending that PRT improves TC, HDL-C, TC/HDL-C, non-HDL-C, LDL-C, and TG in adults.“ Einschränkung: Studien bis 2007. Geldgeber laut PubMed außerhalb der US-Regierung; Interessenkonflikte nicht geprüft.
48Saeidifard F, Medina-Inojosa JR, West CP, et al. (2019). The association of resistance training with mortality: a systematic review and meta-analysis. European Journal of Preventive Cardiology 26(15):1647–1665. DOI 10.1177/2047487319850718 · PMID 31104484 Auswertung von 11 Studien (eine ausgeloste, zehn Beobachtungsstudien) mit 370.256 Teilnehmern, im Mittel 8,85 Jahre beobachtet. Gegen keine Bewegung: Sterblichkeit 21 % niedriger mit Krafttraining, 40 % niedriger mit Kraft und Ausdauer; Herz-Kreislauf-Sterblichkeit grenzwertig, Krebssterblichkeit ohne Zusammenhang. Einschränkung laut Autoren: zu wenige Daten, um zu sagen, ob Krafttraining Ausdauer ersetzen kann. Überwiegend Beobachtung. Geldgeber laut PubMed die NIH; Interessenkonflikte nicht geprüft.
Was auf dieser Seite fehlt – und warum Eine Studie, die genau die Aufteilung von zwei oder drei Stunden pro Woche testet, habe ich nicht gefunden; die Vorschläge in Kapitel 02 sind meine Einschätzung. Wettkampfsport, Kinder und Jugendliche, Schwangerschaft und der Wiedereinstieg nach Verletzung oder Operation behandelt diese Seite nicht. Für Einsteiger und Ältere fehlt eine geprüfte Quelle dazu, wie wenig Krafttraining für Muskelzuwachs gerade noch reicht; zum einen Satz pro Übung stehen hier nur Kraftwerte, bei Einsteigern aus einer älteren Auswertung. Mehrere Volltexte konnte ich nicht abrufen, darunter die Studie mit dem direkten Vergleich zu Fett und Muskeln und die große Studie zum Blutzucker; dort stehen nur Angaben aus der Kurzfassung. Geldgeber und Interessenkonflikte stehen meist nur in der vollständigen Arbeit; wo ich sie nicht selbst gelesen habe, steht „nicht geprüft“. Lieber eine ehrliche Lücke als eine Angabe, für die niemand geradesteht.
Zum Schluss, in eigener Sache Ich bin Personal Trainer, kein Arzt. Ich behandle nichts – ich trainiere um Beschwerden herum und Schritt für Schritt in mehr Belastbarkeit hinein. Wo ärztliche Freigabe nötig ist, fange ich ohne sie nicht an. Diese Seite erklärt, was Studien zeigen, und ersetzt keine ärztliche Beratung.