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die fittermacher
Zink
Wissen · Stefan Trost
Ernährung · Nahrungsergänzung · Zink · Sport

Zink: Wie viel brauchst Du – und ab wann ist es zu viel?

Ein Zinkpräparat brauchen die wenigsten – und wer eins nimmt, sollte niedrig dosieren: Zu viel Zink bremst auf Dauer die Aufnahme von Kupfer, das Dein Körper ebenfalls braucht.

Zink ist ein Spurenelement, also ein Mineralstoff, den Dein Körper nur in kleinen Mengen braucht – aber laufend: für viele Stoffwechselvorgänge, für Wachstum, Wundheilung und die Abwehr.1, 2 Wie viel Du davon essen solltest, hängt davon ab, was sonst auf dem Teller liegt: Viel Vollkorn und Hülsenfrüchte erhöhen den Bedarf, weil der Stoff Phytat aus diesen Lebensmitteln Zink im Darm bindet.2, 3

Ein Zinkmangel ist in Deutschland sehr selten.2, 4 Wer trotzdem ergänzt, kommt mit wenig aus – und sollte wissen, wo die Grenze liegt. Zink wird oft für Muskeln und Testosteron angeboten: Bei guter Versorgung brachte zusätzliches Zink dafür in Studien nichts. Eine Erkältung war damit im Mittel etwas kürzer – verlassen kannst Du Dich darauf nicht.5, 6, 7, 8

11–16 mg
Zink am Tag für Männer, je nach Phytat im Essen – für Frauen 7 bis 102
6,5 mg
Zink am Tag aus Nahrungsergänzung – mehr empfiehlt das Bundesinstitut für Risikobewertung nicht4, 9
25 mg
Zink am Tag aus allem zusammen – die Obergrenze für Erwachsene laut einem Expertengremium der EU10

Zink in Fragen und Antworten

Auf einen Blick · Einordnung von Stefan Trost

Neun Fragen, kurz beantwortet

Wenn Du nur zwei Minuten hast, reicht dieser Kasten. Alles Weitere steht darunter.

„Brauche ich überhaupt ein Zinkpräparat?“
Meistens nicht. Ein Zinkmangel ist in Deutschland sehr selten, und dass ein Präparat Gesunden etwas bringt, ist nicht belegt.4 Männer essen hierzulande im Mittel 11 Milligramm Zink am Tag, weniger als die 14, die die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) bei vollwertiger Kost mit Vollkorn empfiehlt – ein Mangel ist das laut DGE nicht automatisch.2
„Wie viel Zink brauche ich am Tag?“
Das hängt von Deinem Essen ab. Frauen brauchen laut DGE 7 bis 10 Milligramm, Männer 11 bis 16 – je mehr Phytat aus Vollkorn und Hülsenfrüchten, desto mehr.2, 11 Phytat ist ein Stoff in Getreide und Hülsenfrüchten, der Zink im Darm bindet.2, 3
„Ich esse vegetarisch und viel Vollkorn. Muss ich aufpassen?“
Ja, ein bisschen. In einer Auswertung von 26 Studien aßen Vegetarier im Mittel etwas weniger Zink und hatten weniger davon im Blut, Veganer noch etwas weniger.12 Sauerteig, gekeimtes Getreide und eingeweichte Hülsenfrüchte holen mehr Zink heraus.2, 3, 13
„Woran merke ich einen Zinkmangel – und hilft ein Bluttest?“
Schwer – und nur bedingt. Zeichen wie Hautekzeme, Durchfall, schlecht heilende Wunden oder häufige Infekte haben laut DGE viele mögliche Ursachen.2 Der Zinkwert im Blut zeigt einen schweren Mangel; Infekte, Tageszeit, Mahlzeiten und Training verschieben ihn aber.1, 14, 15
„Welches Zinkpräparat ist das beste?“
Wichtiger als die Verbindung, in der das Zink steckt – etwa Citrat, Gluconat oder Oxid –, ist die Menge. In einer Studie nahmen Gesunde aus Zinkcitrat und Zinkgluconat typischerweise rund 61 Prozent auf, aus Zinkoxid 50.16 Zinkbisglycinat und Zinkpicolinat werden oft als besser aufnehmbar angeboten; kleine Studien fanden damit mehr Zink im Blut, in den Haaren oder im Urin – das zeigt die Aufnahme aber nur indirekt; direkt gemessen hat sie keine davon.17, 18, 19
„Wie viel ist zu viel?“
Aus Präparaten höchstens 6,5 Milligramm am Tag, empfiehlt das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR). Eingerechnet ist dabei schon, wie viel Zink Menschen in Deutschland essen.4, 9 Aus allem zusammen gelten für Erwachsene 25 Milligramm am Tag als Obergrenze – darüber kann auf Dauer Kupfer fehlen.10, 20 Wer sehr viel Zink isst, kann mit einem Präparat trotzdem darüber kommen – mehr dazu in Kapitel 05.9
„Hebt Zink mein Testosteron?“
Nur, wenn Dir Zink fehlt. In einer kleinen Studie sank das Testosteron, als junge Männer über Monate zu wenig Zink aßen; bei knapp versorgten älteren Männern stieg es mit Zink an.21 Bei gut versorgten Männern änderte ein hoch dosiertes Präparat nichts.6
„Hilft Zink beim Muskelaufbau oder beim Schlaf?“
In mehreren Studien nicht. Für Muskeln und Schlaf wird ZMA angeboten, eine Mischung aus Zink, Magnesium und Vitamin B6, die vor dem Schlafen genommen wird. Krafttrainierte Männer legten mit einem ZMA-Produkt, das zusätzlich Pflanzenextrakte enthielt, in acht Wochen nicht mehr Muskeln oder Kraft zu als mit einem Scheinmittel – Fachleute sagen Placebo; diese Studie bezahlte der Hersteller des Produkts.7 In zwei kleinen Studien schliefen Trainierende mit ZMA nicht besser.22, 23 Eine Studie, in der Testosteron und Kraft stiegen, bezahlte die Firma, von der das ZMA stammte; ein Mitautor war an dieser Firma beteiligt.24
„Hilft Zink gegen eine Erkältung?“
Vielleicht ein bisschen – zum Vorbeugen kaum. In einer großen Auswertung war eine Erkältung mit Zink im Mittel 2,4 Tage kürzer, die Studien widersprechen sich aber stark; vorbeugend genommen, senkte Zink das Risiko kaum.8 In Studien mit Wirkung lutschten die Teilnehmer über den Tag verteilt mehr als 75 Milligramm – das Dreifache der Obergrenze; als Arzneimittel gibt es Zink über 25 Milligramm am Tag nur auf Rezept.4, 25 Solche Mengen nimmst Du nicht auf Dauer und nur nach Rücksprache mit Deinem Arzt – das ist mein Rat.
01Gilt das für Dich?

Für wen die Werte auf dieser Seite gelten

Die Empfehlungen auf dieser Seite gelten für gesunde Erwachsene. Finde Dich in einer der Karten wieder, dann weißt Du, worauf Du achten solltest.

Du isst gemischt

Meist ausreichend versorgt

Rind- und Schweinefleisch, Käse, Milch und Eier sind laut DGE gute Zinklieferanten. Wer sein Eiweiß überwiegend daraus bekommt und wenig Vollkorn isst, braucht als Frau 7, als Mann 11 Milligramm am Tag; isst Du dazu regelmäßig Vollkorn und Hülsenfrüchte, sind es 8 und 14.2 Ein Zinkmangel ist in Deutschland sehr selten.4 Ein Präparat brauchst Du dann in der Regel nicht – das ist meine Einschätzung, nicht aus Studien abgeleitet.

Du isst vegetarisch oder vegan

Mehr Phytat, etwas mehr Bedarf

Vegetarier aßen in Studien im Mittel etwas weniger Zink und hatten weniger im Blut, Veganer noch etwas weniger.12 Wer viel ungekeimtes Vollkorn und viele Hülsenfrüchte isst, braucht laut DGE mehr – als Mann bis zu 16 Milligramm. Kommt Getreide meist als Sauerteig, gekeimt oder als helles Mehl auf den Tisch, gelten auch vegetarisch und vegan die Werte der mittleren Stufe der DGE: 8 Milligramm für Frauen, 14 für Männer – die drei Stufen stehen in Kapitel 03.2

Du trainierst viel

Mehr Schweiß, nicht automatisch mehr Bedarf

Über den Schweiß geht etwas Zink verloren: In einer Studie aus den USA waren es bei zwei Stunden ruhigem Radfahren knapp ein Zehntel der dort empfohlenen Tagesmenge.26 Die Werte der DGE rechnen Verluste über Haut und Schweiß schon ein.11 Wer genug isst, wird durch Mineralstoff-Präparate nicht leistungsfähiger. Knapp wird es eher, wenn Du für eine Gewichtsklasse oder die Optik wenig isst.27

Du bist schwanger oder stillst

Etwas höherer Bedarf

Für Schwangere und Stillende liegen die Empfehlungen etwas höher als für andere Frauen.2 Die Obergrenze von 25 Milligramm am Tag gilt auch in dieser Zeit.10 Ob Du zusätzlich etwas brauchst, besprichst Du bei der Vorsorge.

Du bist älter oder hast eine Darmerkrankung

Häufiger zu wenig

Ältere und Menschen mit chronisch entzündlichen Darmerkrankungen haben laut DGE häufiger zu wenig Zink; auch nach Operationen zur Gewichtsabnahme, bei denen ein Teil des Magen-Darm-Trakts entfernt wurde, ist das häufig.2, 20 Dann gehört Zink in die ärztliche Betreuung, nicht in Eigenregie – das ist meine Einschätzung.

Medizinische Vorgeschichte

Erst die Freigabe

Bei Erkrankungen von Herz, Kreislauf, Gelenken oder Stoffwechsel klärst Du vorher mit Deinem Arzt, ob und wie viel Zink für Dich passt.

Nicht Thema dieser Seite Die Behandlung eines Mangels oder einer Krankheit mit Zink-Arzneimitteln, Zinksalben und Zink in der Hautpflege sowie Werte für Kinder stehen nicht hier. Bei der Erkältung geht es hier nur um Zink – was sonst hilft, steht auf meiner Seite zur Erkältung. Diese Seite erklärt, wie viel Zink Erwachsene brauchen, wann ein Präparat sinnvoll ist – und wo es aufhört, sinnvoll zu sein.
02So nutzt Du es

Zink im Alltag: was Du tust – und was Du lässt

Wenn Du nur ein Kapitel liest, dann dieses. Bei Zink entscheidet zuerst der Teller, dann erst die Packung.

✓Hol Dir Zink zuerst aus dem Essen. Gute Quellen sind laut DGE Rind- und Schweinefleisch, Käse, Milch und Eier, dazu Nüsse wie Cashewkerne und Weizen- oder Roggenkeime.2 Eiweiß in der Mahlzeit verbessert die Aufnahme eher.3
✓Mach Vollkorn und Hülsenfrüchte zinkfreundlicher. Sauerteig, Keimen und Einweichen bauen Phytat ab oder spülen es aus, und der Körper nimmt mehr Zink auf.3, 13 Wer Getreide vor allem als Sauerteigbrot oder gekeimt isst, braucht laut DGE deshalb weniger Zink als mit ungekeimtem, nicht fermentiertem Vollkorn.2
✕Nimm Zink nicht auf Verdacht hoch dosiert. Mehr als 6,5 Milligramm am Tag aus Präparaten empfiehlt das BfR nicht.4, 9 Wochenlang 50 Milligramm oder mehr können die Aufnahme von Kupfer hemmen.20
✕Nimm Zink nicht zusammen mit einer Eisentablette. Mit 25 Milligramm Eisen oder mehr gleichzeitig nimmt der Körper weniger Zink auf; Eisen in angereicherten Lebensmitteln stört dagegen kaum.3, 20
✓Halte Abstand zu bestimmten Medikamenten. Antibiotika aus den Gruppen der Chinolone und Tetrazykline nimmst Du mindestens zwei Stunden vor oder vier bis sechs Stunden nach dem Zink, das Medikament Penicillamin mit mindestens einer Stunde Abstand. Entwässerungsmittel aus der Gruppe der Thiazide lassen mehr Zink über den Urin abfließen.20 Nimmst Du sie dauerhaft, sprich Zink bei Deinem Arzt an.
✕Erwarte von Zink keinen Schub für Muskeln oder Testosteron. Bei gut versorgten Männern änderte ein hoch dosiertes Zinkpräparat das Testosteron nicht, und in acht Wochen Krafttraining brachte ein ZMA-Produkt weder mehr Muskeln noch mehr Kraft.6, 7
~Ausnahme Erkältung – nur nach Rücksprache mit Deinem Arzt: früh, als Lutschtablette, nicht auf Dauer. In Studien mit Wirkung lutschten die Teilnehmer über den Tag verteilt Tabletten mit zusammen mehr als 75 Milligramm Zink – mehr als das Zehnfache der 6,5 Milligramm oben und mehr als das Dreifache der Obergrenze von 25 Milligramm; mehr als 100 Milligramm brachten nicht mehr.25 Forscher, die drei dieser Studien gemeinsam ausgewertet haben, raten, binnen 24 Stunden nach den ersten Beschwerden zu beginnen.28 Als Arzneimittel braucht Zink über 25 Milligramm am Tag ein Rezept. Für Nahrungsergänzung gilt das nicht – eine gesetzliche Höchstmenge gibt es dafür nicht.4, 29 Lutschtabletten aus der Drogerie schützen Dich also nicht vor zu viel: Zähl die Milligramm zusammen. Wie viel Zink eine Tablette enthält, steht auf der Packung; welche Tablette im Handel denen aus den Studien entspricht, kann ich nicht sagen. Sprich das am besten schon vor der Erkältungszeit mit Deinem Arzt ab, damit Du rechtzeitig beginnen kannst – das ist mein Rat.
✕Zink gibt es auch als Spray oder Gel für die Nase – lass das weg. In den USA verloren Menschen nach einem Zink-Gel für die Nase ihren Geruchssinn; Ärzte, die die Fälle untersucht haben, halten das Zink für die Ursache.30
Wenn Du nur einen Absatz mitnimmst Iss Zink, statt es zu schlucken: Fleisch, Käse, Milch, Eier, Nüsse – und Vollkorn am besten als Sauerteigbrot. Ein Präparat brauchst Du nur mit gutem Grund, und dann reichen höchstens 6,5 Milligramm am Tag. Dauerhaft mehr als 25 Milligramm aus allem zusammen können Kupfer kosten. Für Muskeln und Testosteron brachte zusätzliches Zink in Studien nichts, wenn die Teilnehmer gut versorgt waren.

Zwei Profile – such Dir Deins aus

„Für Sportler“ gilt, wenn Du regelmäßig trainierst – auch, wenn Du überlegst, Zink oder ZMA für Muskeln, Kraft oder Testosteron zu nehmen. „Für alle anderen“ gilt, wenn es Dir um Deine Versorgung im Alltag geht.

Für Sportler

Krafttraining, Ausdauer, Wettkampf

Wofür: eine Lücke schließen – wenn Du für eine Gewichtsklasse oder die Optik wenig isst, vegan trainierst oder Dein Arzt einen Mangel festgestellt hat. Mehr Leistung bringt zusätzliches Zink bei ausreichender Ernährung nicht.27

Wann unnötig: bei normaler Mischkost; als Hilfe für Testosteron, Muskeln oder Schlaf. Dafür zeigten mehrere Studien mit ZMA keine Wirkung.6, 7, 22, 23

Menge: wie für alle höchstens 6,5 Milligramm am Tag aus Präparaten.4, 9 ZMA-Produkte lieferten in den Studien 30 Milligramm Zink und 450 Milligramm Magnesium am Tag. Schon das Zink aus dem Produkt liegt – ohne das Essen – über der Obergrenze von 25 Milligramm, die für alles zusammen gilt;7, 10, 23 warum auch die Menge Magnesium zu hoch ist, steht in Kapitel 06.

Zeitpunkt: nicht zusammen mit einer Eisentablette und mit Abstand zu bestimmten Antibiotika.20 Lass Zink im Blut nicht in den Stunden nach dem Training bestimmen: Nach Ausdauerbelastung lag der Wert in Studien niedriger als vorher.15

Training und Wettkampf: Wer bei Wettkämpfen mit Dopingkontrollen startet, nimmt nur geprüfte Produkte, etwa aus der Kölner Liste, in der auf verbotene Substanzen getestete Nahrungsergänzungsmittel stehen – das ist mein Rat.

Risiken und Wechselwirkungen: In einem Test der Stiftung Warentest enthielten viele Nahrungsergänzungsmittel für Männer zu viel Zink, und meist fehlte der Hinweis, keine weiteren zinkhaltigen Präparate zu nehmen.5 Über Monate zu viel Zink kann Kupfer kosten – mit Blutarmut und Nervenschäden.31

Für alle anderen

Gesund durch den Alltag

Wofür: bei einem festgestellten Mangel oder wenn Du zu einer Gruppe mit erhöhtem Risiko gehörst – vegan mit viel ungekeimtem Vollkorn, chronisch entzündliche Darmerkrankung, höheres Alter.2, 12, 20 Dann gehört das Präparat in die Absprache mit Deinem Arzt.

Wann unnötig: bei Mischkost mit Fleisch, Milchprodukten oder Eiern; als Dauerschutz gegen Erkältungen – vorbeugend genommen, senkte Zink das Risiko kaum.8

Menge: höchstens 6,5 Milligramm am Tag.4, 9 Liefert ein Produkt mehr als 3,5 Milligramm, nimmst Du kein weiteres zinkhaltiges Präparat dazu, rät das BfR.9 Aus allem zusammen dauerhaft nicht mehr als 25 Milligramm.10

Zeitpunkt: nicht zusammen mit einer Eisentablette und möglichst nicht zu einem Vollkorngericht – viel Phytat im Essen bremst die Aufnahme.3, 20 Nüchtern nimmt der Körper anteilig mehr auf als mit einer Mahlzeit.16

Risiken und Wechselwirkungen: Zu viel Zink macht Übelkeit, auf Dauer stört es die Aufnahme von Kupfer und Eisen.4 Bestimmte Antibiotika, Penicillamin und manche Entwässerungsmittel vertragen sich nicht gut mit Zink. Auch manche Haftcremes für Zahnprothesen enthalten Zink – bei Gebrauch nach Anleitung kein Problem, bei sehr viel schon.20

Evidenz gemischt Gemischt heißt: Die Studienlage – Fachleute sagen Evidenz – ist uneinheitlich, die Studien widersprechen sich. Das gilt für Zink bei Erkältung: In einer großen Auswertung war eine Erkältung mit Zink im Mittel 2,4 Tage kürzer, die einzelnen Ergebnisse gingen aber weit auseinander; eine Studie mit einer handelsüblichen Lutschtablette fand keinen Nutzen.8, 32 Bei ZMA widersprechen sich die Studien nur scheinbar: Mehr Testosteron und Kraft fand eine Studie, die die Firma bezahlt hatte, von der das ZMA stammte; ein Mitautor war an dieser Firma beteiligt, und für ZMA war ein Patent angemeldet. Zwei weitere Studien fanden nichts – eine sogar, obwohl auch sie ein Hersteller bezahlt hatte. Deshalb gilt die Wirkung in Kapitel 09 als nicht belegt.6, 7, 24 Meine Einordnung: Für Muskeln und Testosteron spricht bei guter Versorgung nichts für Zink. Für eine beginnende Erkältung kann es einen Versuch wert sein – früh, nicht auf Dauer und in hoher Menge nur nach Rücksprache mit Deinem Arzt.

Entscheidungs-Check

Fünf Fragen, bevor Du Zink kaufst

„Esse ich regelmäßig Fleisch, Käse, Milch oder Eier?“
Ja: Dann brauchst Du wahrscheinlich kein Präparat. Nein: Greif zu Sauerteigbrot und gekeimtem Getreide, weich Hülsenfrüchte ein – und wenn Du ergänzt, dann niedrig dosiert.2, 9, 13
„Gehöre ich zu einer Gruppe mit erhöhtem Risiko?“
Vegan mit viel ungekeimtem Vollkorn, chronisch entzündliche Darmerkrankung, eine Operation zur Gewichtsabnahme, bei der ein Teil des Magen-Darm-Trakts entfernt wurde, höheres Alter, Schwangerschaft oder Stillzeit: Dann sprich Zink bei Deinem Arzt an.2, 20
„Wie viel Zink kommt bei mir zusammen?“
Zähl alles zusammen: Multivitamin, Einzelpräparat, ZMA oder Männerpräparat, Lutschtabletten. Aus Präparaten höchstens 6,5 Milligramm am Tag, aus allem zusammen dauerhaft höchstens 25.4, 9, 10
„Nehme ich Medikamente oder Eisen?“
Antibiotika, Penicillamin oder Eisentabletten: Frag in der Apotheke nach dem richtigen Abstand. Entwässerungsmittel aus der Gruppe der Thiazide lassen mehr Zink über den Urin abfließen – nimmst Du sie dauerhaft, sprich Zink bei Deinem Arzt an.20
„Soll ich meinen Zinkwert im Blut messen lassen – und was sagt er?“
Ohne Beschwerden und ohne erhöhtes Risiko eher nicht; vermutet Dein Arzt einen Mangel, ja – das ist mein Rat. Der Wert sagt am meisten, wenn er morgens, nüchtern, ohne Infekt und nicht in den Stunden nach dem Training gemessen wird.1, 14, 15 Ist Albumin, ein Eiweiß im Blut, niedrig oder eine Entzündung im Gang, sinkt Zink im Blut auch ohne Mangel.14, 33 Deshalb gehören Albumin und der Entzündungswert CRP dazu, und wer über Monate mehr als 25 Milligramm nimmt, lässt auch Kupfer und ein Blutbild bestimmen – auch das ist mein Rat, nicht aus Studien abgeleitet.
03Wie viel Du brauchst

Wie viel Zink Du brauchst – und warum Dein Brot mitredet

Zink brauchst Du nur in kleinen Mengen, aber laufend. Wie viel Du essen solltest, hängt davon ab, wie gut Dein Körper es aus der Mahlzeit herausholt.

Ein Erwachsener trägt insgesamt nur 1,5 bis 2,5 Gramm Zink in sich, das meiste in Muskeln und Knochen.20 Einen Vorrat, aus dem er lange schöpfen könnte, legt der Körper für Zink aber nicht an – klassische Speicherorgane gibt es dafür nicht.2 Isst Du zu wenig, spart er zuerst: Er scheidet sofort weniger aus und greift auf kleine Reserven zurück – vermutlich hat jede Zelle eine.34

Die Empfehlung gibt es in drei Stufen

Die Fachgesellschaften für Ernährung in Deutschland, Österreich und der Schweiz geben seit 2019 drei Werte an – je nachdem, wie viel Phytat Du isst.11 Phytat steckt vor allem in Vollkorngetreide, Mais, Reis und Hülsenfrüchten und bindet Zink im Darm.2, 3 Bei sehr viel Phytat kann der Körper laut DGE bis zu 45 Prozent weniger Zink aufnehmen als bei durchschnittlichem Essen.2

Phytat im EssenSo sieht die Kost ausFrauenMänner
niedrig – rund 330 mg Phytat am Tagwenig Vollkorn und Hülsenfrüchte, Eiweiß überwiegend aus tierischen Lebensmitteln7 mg11 mg
mittel – rund 660 mg Phytatvollwertig mit Fleisch oder Fisch, Vollkorn und Hülsenfrüchten; vegetarisch oder vegan, wenn Getreide meist als Sauerteig, gekeimt oder als helles Mehl auf den Tisch kommt8 mg14 mg
hoch – rund 990 mg Phytatviel ungekeimtes, nicht fermentiertes Vollkorn und viele Hülsenfrüchte, wenig tierisches Eiweiß10 mg16 mg

Die Etiketten unter Tabellen und Rechnungen sagen, woher die Zahlen kommen: „Empfehlung“ – Werte einer Fachgesellschaft, „gemessen“ – Messwerte aus der genannten Quelle, „gerechnet“ – daraus berechnet, mit Rechenweg; wer gerechnet hat, steht jeweils dabei. Empfehlung der DGE Werte für Erwachsene ab 19 Jahren laut DGE; die Mengen an Phytat – in der ersten Spalte, nicht zu verwechseln mit den Milligramm Zink – nennt die gemeinsame Veröffentlichung der Fachgesellschaften.2, 11 Für Schwangere und Stillende liegen die Werte etwas höher. Wer unter der Empfehlung liegt, hat laut DGE nicht automatisch einen Mangel, das Risiko dafür steigt aber.

Daraus folgt etwas, das viele überrascht: Wer gesünder isst – mehr Vollkorn, mehr Hülsenfrüchte, weniger Fleisch –, braucht mehr Zink, nicht weniger. Als Mann sind es dann bis zu 16 statt 11 Milligramm am Tag.2

Wie viel in Deutschland auf dem Teller landet

Laut der Nationalen Verzehrsstudie, einer großen Befragung zum Essen in Deutschland, essen Frauen hierzulande im Mittel 8 Milligramm Zink am Tag, Männer 11. Der Mittelwert der Männer liegt damit unter den 14 Milligramm, die bei mittlerer Phytatzufuhr empfohlen sind – die DGE geht für Deutschland allerdings von einer niedrigen bis mittleren Phytatzufuhr aus, weil hier wenig Vollkorn und Hülsenfrüchte gegessen werden.2 Die Spanne ist groß: Die fünf Prozent der Männer mit der niedrigsten Zufuhr kommen auf höchstens 6,5 Milligramm, die fünf Prozent mit der höchsten auf 16,8 bis 22,9 Milligramm und mehr, je nach Altersgruppe.9 Auf diesen Zahlen baut die Empfehlung des BfR für Präparate auf – mehr in Kapitel 05.

Wo Zink drinsteckt

LebensmittelPortionZink
Austern, gezüchtet, roh85 g32 mg
Rindfleisch aus der Hüfte, gebraten85 g3,8 mg
Kürbiskerne, geröstet28 g2,2 mg
Schweinekotelett, gegrillt85 g1,9 mg
Putenbrust, gebraten85 g1,5 mg
Cheddar43 g1,5 mg
Linsen, gekocht½ Tasse1,3 mg
Milch, 1 % Fett1 Tasse1,0 mg
Erdnüsse, geröstet28 g0,8 mg
Ei1 großes0,6 mg
Vollkornbrot1 Scheibe0,6 mg
Lachs, gegart85 g0,5 mg
Weißbrot1 Scheibe0,2 mg

gemessen Die Zinkwerte sind in Laboren gemessen und stammen aus einer Tabelle der US-Gesundheitsbehörden.20 gerechnet Die Portionen habe ich von Unzen in Gramm umgerechnet und gerundet (1 Unze = 28,35 Gramm); eine US-Tasse fasst knapp einen Viertelliter. Wie viel Zink im Körper ankommt, hängt von der ganzen Mahlzeit ab.

Austern liegen mit Abstand vorn. Im Alltag zählen aber Fleisch, Käse, Milch und Eier: Sie stehen öfter auf dem Tisch, und wer sein Eiweiß überwiegend aus solchen Lebensmitteln bekommt, braucht laut DGE am wenigsten Zink – mit wenig Phytat im Essen holt der Körper mehr davon heraus.2, 20

04Mangel und Blutwert

Zinkmangel: selten, schwer zu erkennen – und der Bluttest hat Tücken

Ein schwerer Zinkmangel kommt in Deutschland kaum vor.2 Ein leichter ist schwer zu erkennen – auch im Labor.

Wer häufiger zu wenig hat

Die Risikogruppen

Ältere, Menschen mit chronisch entzündlichen Darmerkrankungen oder nach einer Operation zur Gewichtsabnahme, bei der ein Teil des Magen-Darm-Trakts entfernt wurde, Vegetarier und vor allem Veganer mit viel Phytat im Essen, dazu Schwangere und Stillende mit ihrem höheren Bedarf.2, 4, 12, 20

Woran man es merken kann

Keine eindeutigen Zeichen

Hautekzeme, Durchfall, schlecht heilende Wunden, häufigere Infekte, Probleme mit Wahrnehmung und Gedächtnis – laut DGE ist keines dieser Zeichen typisch nur für Zinkmangel.2 Auch Geschmack und Geruch können leiden.20

Was der Körper tut

Er spart, bevor er leidet

Fehlt Zink, scheidet der Körper sofort weniger aus und holt es aus kleinen Reserven. Im Blut sinkt der Wert bei einem schweren Mangel rasch, bei einem leichten nur mäßig.34

Der Zinkwert im Blut: nützlich, aber leicht zu verschieben

Gemessen wird meist Zink im Serum oder Plasma, dem flüssigen Teil des Bluts. Ein internationales Expertengremium empfiehlt diesen Wert – mit Einschränkungen: Er reagiert auf einen starken Mangel; in Studien, in denen Menschen gezielt ein Präparat zwischen den Mahlzeiten bekamen, stieg er, auf zusätzliches Zink aus dem Essen reagiert er schwächer. Und er hängt von der letzten Mahlzeit, der Tageszeit, Entzündungen sowie manchen Medikamenten und Hormonen ab.1 In einer großen US-Erhebung, in der die Menschen nur angaben, wie viel Zink sie aßen oder als Präparat nahmen, hing der Wert davon nicht ab; nachmittags und abends lag er niedriger als morgens.14 Das widerspricht sich nicht: Gezielt gegeben, hob ein Präparat den Wert; im Alltag gingen solche Unterschiede offenbar in den übrigen Einflüssen unter – das ist meine Lesart.

Auch Training verschiebt ihn: In den Stunden nach einer Ausdauerbelastung lag Zink im Blut in einer Auswertung mehrerer Studien niedriger als vorher.15 Und ein niedriger Wert ist nicht immer ein Mangel: In einer Auswertung aus Schottland hatte knapp die Hälfte der Menschen, denen Zink verschrieben worden war, vermutlich nur deshalb niedrige Werte, weil Albumin, ein Eiweiß im Blut, niedrig oder eine Entzündung im Gang war.33

So wird der Wert aussagekräftig Morgens, nüchtern, ohne Infekt und nicht in den Stunden nach dem Training – und zusammen mit Albumin und dem Entzündungswert CRP. Als zu niedrig gelten laut den US-Gesundheitsbehörden Werte unter 70 Mikrogramm pro Deziliter bei Frauen und unter 74 bei Männern – von mir umgerechnet etwa 10,7 und 11,3 Mikromol pro Liter, falls Dein Labor diese Einheit nutzt; auf Deinem Befund steht die Grenze Deines Labors.20 Einen Wert deutest Du nie allein, sondern zusammen mit Deinem Essen und Deiner Vorgeschichte – das ist meine Einschätzung.
05Formen, Obergrenze, Kupfer

Formen, Obergrenze, Kupfer: Was beim Präparat zählt

Die Form macht einen kleinen Unterschied, die Menge einen großen. Und mehr Zink kann Dir auf Dauer etwas anderes nehmen: Kupfer.

Welche Form?

In Präparaten steckt Zink immer in einer Verbindung – etwa als Citrat, Gluconat, Oxid, Sulfat, Acetat oder Bisglycinat. In einer Studie mit Gesunden, die 10 Milligramm Zink nüchtern schluckten, nahmen sie aus Citrat und Gluconat typischerweise rund 61 Prozent auf, aus Oxid 50.16 Zwei von ihnen nahmen aus dem Oxid gar nichts Messbares auf, ein Dritter deutlich weniger als die übrigen – die Autoren vermuten, dass ihr Magen zu wenig Säure bildete.

Dazu passt eine ältere Studie: Senkten die Forscher die Magensäure mit einem Magensäureblocker, kam aus Zinkoxid nur noch ein Bruchteil im Blut an, aus Zinkacetat deutlich mehr. Für Menschen mit wenig Magensäure taugt Zinkoxid deshalb nicht, schließen die Autoren.35 Wenig Magensäure hat zum Beispiel, wer Magensäureblocker nimmt – so wurde sie in der Studie gesenkt.

Mit dem Essen ändert sich das Bild: Aus angereicherten Lebensmitteln nahmen Menschen in Studien nur 10 bis 25 Prozent auf, und Oxid schnitt dort kaum schlechter ab als Sulfat – möglicherweise, weil Essen die Magensäure anregt.16

VerbindungZink in der VerbindungAufgenommen, nüchtern, 10 mg
Zinkcitrat31 %61 %
Zinkgluconat14 %61 %
Zinkoxid80 %50 % – bei einzelnen nichts Messbares
Zinksulfat23 %71 % – in einer früheren Studie
Zinkacetat30 %nicht gemessen

gemessen Die Aufnahme hat eine kleine Studie mit Gesunden gemessen (typische Werte, Kapseln ohne Essen); wie viel Zink in jeder Verbindung steckt, nennt die Studie selbst. Den Wert für Sulfat übernehmen ihre Autoren aus einer früheren Studie mit derselben Messmethode; weil er aus einer anderen Studie stammt, ist er nur grob vergleichbar.16

Zinkbisglycinat und Zinkpicolinat werden oft als besser aufnehmbar angeboten. Die Studien dazu sind klein. In einer kam bei Frauen nach einer einzigen Dosis mit Bisglycinat rechnerisch mehr Zink im Blut an als mit Gluconat.17 In einer zweiten stieg bei jungen Frauen Zink im Blut in sechs Wochen mit Zinkglycinat, mit Gluconat nicht – allerdings mit 60 Milligramm am Tag, mehr als dem Doppelten der Obergrenze; ob Zinkglycinat dasselbe ist wie Bisglycinat, bleibt offen.18 In einer dritten stiegen mit Picolinat die Zinkwerte in Haaren, Urin und roten Blutkörperchen, mit Citrat und Gluconat nicht.19

Den Anteil, der tatsächlich aufgenommen wurde, hat keine der drei direkt gemessen. Direkt messen lässt er sich mit markiertem Zink – einer seltenen, nicht strahlenden Atomsorte, deren Weg sich verfolgen lässt –, wie in der Studie mit Citrat, Gluconat und Oxid oben.16 Der Blutwert zeigt die Aufnahme nur indirekt: Er sinkt zum Beispiel auch, wenn Zink nach einer Mahlzeit aus dem Blut in die Gewebe wandert.34

Wie viel Zink in der Verbindung steckt Zinkgluconat (14 % Zink): 70 mg × 0,14 = 9,8 mg Zink Zinkcitrat (31 % Zink): 32 mg × 0,31 = 9,9 mg Zink Zinkoxid (80 % Zink): 12,5 mg × 0,80 = 10 mg Zink Für rund 10 mg Zink braucht es je nach Form 12,5 bis 70 mg der Verbindung – zählen musst Du das Zink

gerechnet Von mir aus den Werten der Studie gerechnet.16 Achte auf der Packung auf die Menge Zink, nicht auf die Menge der Verbindung.

Viel auf einmal bringt weniger, als die Milligramm-Angabe verspricht: In einer kleinen Studie nahm der Körper von 10 Milligramm gelöstem Zink rund 7 auf, von 20 Milligramm 11 – und von 30 Milligramm ebenfalls nur 11.36 Für die Obergrenze zählen trotzdem die geschluckten Milligramm: Sie stammt aus Studien, in denen Menschen etwa drei Monate lang täglich eine feste Menge Zink nahmen und ihr Kupferhaushalt beobachtet wurde.10

Wie viel ist zu viel?

Für Essen und Präparate zusammen gilt in der EU für Erwachsene eine Obergrenze von 25 Milligramm am Tag, auch in Schwangerschaft und Stillzeit. Ein Expertengremium der EU hat sie aus kleinen Studien über etwa drei Monate abgeleitet, in denen rund 50 Milligramm am Tag den Kupferhaushalt nicht störten – und diesen Wert wegen der kleinen, kurzen Studien halbiert.10 In den USA gilt eine Obergrenze von 40 Milligramm; festgelegt hat sie ein Fachgremium der US-Akademien der Wissenschaften.20

Für Nahrungsergänzungsmittel empfiehlt das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) höchstens 6,5 Milligramm je Tagesdosis; enthält ein Produkt mehr als 3,5 Milligramm, soll ein Hinweis davon abraten, weitere zinkhaltige Präparate zu nehmen.9 Rechtlich verbindlich sind diese Werte nicht – gesetzliche Höchstmengen gibt es in Deutschland bisher nicht.29 Zink-Arzneimittel über 25 Milligramm am Tag gibt es nur auf Rezept.4

Was das BfR abgewogen hat Referenzwerte der EU-Lebensmittelbehörde EFSA für Männer: je nach Phytat 9,4 bis 16,3 mg – das BfR rechnet mit der Mitte, rund 13 mg am Tag Die fünf Prozent der Männer, die am wenigsten Zink essen, kommen auf höchstens 6,5 mg 13 − 6,5 = 6,5 mg – so groß ist ihr Abstand zu diesem Rechenwert, so viel schlägt das BfR für Präparate vor Die fünf Prozent der Männer, die am meisten Zink essen, kommen je nach Alter auf 16,8 bis 22,9 mg und mehr 16,8 + 6,5 = 23,3 mg · 22,9 + 6,5 = 29,4 mg Wer schon viel Zink isst, kann mit 6,5 mg über die Obergrenze von 25 mg kommen – das nimmt das BfR für den Nutzen bei sehr niedriger Zufuhr in Kauf

gerechnet Die Herleitung der 6,5 Milligramm stammt vom BfR selbst; die Summen für die Männer, die am meisten essen, habe ich aus den Werten des BfR gerechnet.9 Die 13 Milligramm sind ein Rechenwert des BfR, kein persönlicher Bedarf – Deinen Wert nach DGE zeigt Kapitel 03. Hätte das BfR nur auf die Obergrenze geschaut, blieben für Präparate 1,4 Milligramm – so rechnet das BfR für Jugendliche von 15 bis 17 Jahren: Ihre Obergrenze liegt bei 22 Milligramm, und die mit der höchsten Zufuhr essen schon 20,6. Zu wenig, um die Versorgung spürbar zu verbessern, urteilt das BfR.

Für Dich heißt das: Isst Du viel Fleisch, Käse, Milch und Eier, brauchst Du meist ohnehin kein Präparat – und mit einem kommst Du am ehesten über die Obergrenze. Das ist meine Einschätzung.

Warum Kupfer mitzählt

Viel Zink bei wenig Kupfer im Essen behindert die Aufnahme von Kupfer; die Folge kann eine Blutarmut sein.2 Laut den US-Gesundheitsbehörden können 50 Milligramm Zink oder mehr über Wochen die Kupferaufnahme hemmen.20 Das passt nicht ganz zu den Studien, in denen rund 50 Milligramm über drei Monate den Kupferhaushalt nicht störten. Gemeinsam ist beiden Seiten: Sie setzen ihre Obergrenze mit Abstand darunter an – die EU bei 25, die USA bei 40 Milligramm.10, 20 Deutliche Zeichen eines Kupfermangels – Blutarmut, zu wenige weiße Blutkörperchen – traten laut dem EU-Gremium bei mehr als 150 Milligramm Zink aus Präparaten über lange Zeit auf.10

Wie ernst das werden kann, zeigt eine Auswertung aller Fälle von Kupfermangel, die in Schottland über fünf Jahre in einem Speziallabor auffielen: Drei Viertel der Betroffenen hatten zu viel Zink im Blut, mehr als die Hälfte benutzte eine zinkhaltige Haftcreme für ihre Zahnprothese. Fast alle fielen zuerst durch Veränderungen im Blut auf, drei Viertel hatten auch Nervenbeschwerden wie zunehmende Gangstörungen und Kribbeln. Das Blutbild erholte sich mit Kupfer fast immer, die Nerven nur bei einem Viertel – bei einem Drittel wurden die Beschwerden schlimmer, bei den übrigen blieben sie.31 Die Auswertung von Verschreibungen aus Schottland, die schon in Kapitel 04 vorkam, zeigt zudem: 62 Prozent der Menschen, denen Zink verschrieben worden war, bekamen eine Menge, die einen Kupfermangel auslösen kann – Kupfer gemessen wurde nur bei zweien von ihnen.33

Versteckte Quellen Zink steckt nicht nur im Einzelpräparat, sondern auch in Nährstoffpräparaten wie Multivitaminen, in Präparaten für Männer, in ZMA, in Erkältungs-Lutschtabletten und in manchen Haftcremes für Zahnprothesen.2, 5, 20 Zähl alles zusammen, bevor Du etwas dazunimmst.
06Training, Testosteron, Erkältung

Training, Testosteron, Erkältung: Was Zink kann – und was nicht

Fehlt Zink, merkt der Körper es. Hat er genug, bringt mehr meistens nichts – das zeigt sich beim Training, beim Testosteron und bei ZMA.

Schweiß und Training

Beim Sport geht Zink über den Schweiß verloren. In einer Studie mit Freizeit-Radfahrern in den USA waren es bei zwei Stunden in ruhigem Tempo und angenehmer Temperatur knapp ein Zehntel der dort empfohlenen Tagesmenge.26 Eine eigene, höhere Empfehlung für Sportler sehen die Werte der DGE nicht vor – sie unterscheiden nach Geschlecht und Phytat; die Verluste über Haut und Schweiß sind in die Berechnung eingegangen.2, 11 Laut einer älteren Übersichtsarbeit, die den Stand der Forschung zusammenfasst, essen Sportliche meist so viele Vitamine und Mineralstoffe wie empfohlen, und Präparate machen sie dann nicht leistungsfähiger; knapp wird es vor allem für die, die für eine Gewichtsklasse oder die Optik wenig essen.27

Testosteron

Fehlt Zink, kann das Testosteron sinken: In einer kleinen Studie fiel es bei jungen Männern, die 20 Wochen lang zu wenig Zink aßen, von 39,9 auf 10,6 Nanomol pro Liter – auf gut ein Viertel. Bei älteren, knapp versorgten Männern stieg es mit täglich rund 30 Milligramm Zink – von mir aus der Angabe der Studie umgerechnet – über drei bis sechs Monate von 8,3 auf 16,0, also fast auf das Doppelte.21 In keinem der beiden Versuche gab es eine Vergleichsgruppe.

Gut versorgte Männer sind etwas anderes: Bei regelmäßig trainierenden Männern, die schon 12 bis 23 Milligramm Zink am Tag aßen, änderte in einer Studie ein hoch dosiertes Zinkpräparat – die Mischung ZMA, mehr dazu unten – weder das gesamte noch das freie Testosteron, also den Teil, der im Blut nicht an Eiweiße gebunden ist.6 In einer Übersichtsarbeit über 27 Mittel, die als Testosteron-Booster verkauft werden, hoben die meisten den Wert nicht; Zink und Magnesium gehörten nicht zu den wenigen, bei denen die Autoren eine Wirkung sahen.37

Auf vielen Packungen steht, Zink trage zu einem normalen Testosteronspiegel bei.5 Normal heißt: nicht zu niedrig – nicht: höher als normal. Das ist meine Lesart der Angabe; die Studien oben passen dazu.

ZMA: Zink, Magnesium, Vitamin B6

Um ZMA ranken sich Versprechen: mehr Testosteron, mehr Kraft, besserer Schlaf. ZMA ist eine Mischung aus Zink, Magnesium und Vitamin B6, die vor dem Schlafen genommen wird. In den Studien lieferte sie am Tag 30 Milligramm Zink, 450 Milligramm Magnesium und 10,5 bis 11 Milligramm Vitamin B6.7, 23

Für eine Wirkung spricht eine Studie mit Footballspielern einer US-Hochschule: Mit ZMA stiegen in sieben bis acht Wochen Testosteron und Kraft stärker als mit einem Scheinmittel. Bezahlt hat die Studie die Firma, von der das ZMA stammte; ein Mitautor war an dieser Firma beteiligt, und für ZMA war ein Patent angemeldet – ein klarer Interessenkonflikt. Die Autoren selbst nennen ihre Ergebnisse vorläufig.24

Andere Studien fanden nichts davon: Bei krafttrainierten Männern brachte ein ZMA-Produkt, das zusätzlich Pflanzenextrakte enthielt, in acht Wochen weder mehr Testosteron noch mehr Muskeln oder Kraft als ein Scheinmittel. Auch diese Studie bezahlte ein Hersteller, der des geprüften Produkts; die Forscher erklären, sie hätten die Ergebnisse unabhängig erhoben und ausgewertet und keine finanziellen Interessen daran.7 Die oben beschriebene Studie mit gut versorgten Männern hatte ZMA getestet – auch dort blieb das Testosteron gleich.6 Und in zwei kleinen Studien einer britischen Arbeitsgruppe schliefen Trainierende mit ZMA nicht besser – weder nach normalem noch nach verkürztem Schlaf, je zwei Nächte lang.22, 23

Dazu kommt die Menge: 30 Milligramm Zink liegen über der Obergrenze von 25 Milligramm, die für alles zusammen gilt – das Essen eingerechnet.10 Und 450 Milligramm Magnesium sind fast das Doppelte der 250 Milligramm, die das BfR für Nahrungsergänzung höchstens empfiehlt.29 Mehr zum Magnesium auf meiner Seite zu Magnesium.

Das Bild dazu Zink ist wie Öl im Motor. Fehlt es, läuft er schlecht. Ist genug drin, läuft er mit mehr Öl nicht besser – und zu viel schadet. Das Bild stammt von mir, nicht aus einer Studie; die Ergebnisse zu Testosteron und ZMA passen dazu.

Erkältung

Zur Behandlung genommen, war eine Erkältung in einer großen Auswertung mit Zink im Mittel 2,4 Tage kürzer; die Ergebnisse der einzelnen Studien gingen aber weit auseinander, und mit Zink gab es häufiger leichte Nebenwirkungen wie schlechten Geschmack. Vorbeugend genommen, senkte Zink das Risiko kaum.8 Mit Lutschtabletten aus Zinkacetat oder Zinkgluconat und mehr als 75 Milligramm am Tag war eine Erkältung in Studien im Mittel um ein Drittel kürzer.25 Mit Zinkacetat waren in drei Studien am fünften Tag 70 Prozent wieder gesund, mit Scheintablette 27 Prozent; zwei dieser Studien nahmen nur Erkältungen auf, die höchstens einen Tag alt waren. Ausgewertet haben das Forscher, von denen drei an diesen Studien selbst beteiligt waren.28 Eine Studie mit einer handelsüblichen Lutschtablette fand dagegen keinen Nutzen, obwohl die Teilnehmer sehr früh begannen: Die Tabletten lösten sich schneller auf als in früheren Studien mit Wirkung, und die Teilnehmer kamen im Mittel auf weniger als 75 Milligramm am Tag. Nach dem Absetzen erholten sie sich mit Zink sogar langsamer als mit Scheintablette.32

Wenn Du Zink probierst, dann so, wie es in den Studien mit Wirkung lief: früh, als langsam zergehende Lutschtablette, nicht auf Dauer – und wegen der hohen Menge nur nach Rücksprache mit Deinem Arzt – das ist mein Rat; Zink-Arzneimittel über 25 Milligramm am Tag gibt es nur auf Rezept.4, 28 Mehr dazu auf meiner Seite zur Erkältung.

07Faktencheck

Was Du über Zink hören wirst – und was davon stimmt

Rund um Zink kursieren viele Aussagen – Du hörst sie im Studio, von Freunden, im Netz. Von diesen zehn Aussagen stimmt eine, fünf stimmen halb, vier stimmen so nicht. In dieser Liste heißt ✓ stimmt, ~ stimmt halb, ✕ stimmt so nicht. Wie sicher die Studienlage jeweils ist, steht in Kapitel 09.

✕„Zink stärkt die Abwehr – wer es regelmäßig nimmt, erkältet sich seltener.“ Stimmt so nicht – belegt ist es nicht. Vorbeugend genommen, senkte Zink das Risiko einer Erkältung in Studien kaum.8 Die Abwehr braucht Zink – eine Abwehr, die normal arbeitet, macht zusätzliches Zink aber nicht stärker.4
~„Zink-Lutschtabletten machen eine Erkältung kürzer.“ Stimmt halb. Im Mittel war eine Erkältung mit Zink 2,4 Tage kürzer, aber die Studien widersprechen sich stark.8 Es kommt offenbar auf Menge, Dauer und Tablette an: Eine Studie mit einer handelsüblichen Lutschtablette fand keinen Nutzen, obwohl die Teilnehmer sehr früh begannen.32
~„Vollkorn und Hülsenfrüchte rauben Dir das Zink.“ Stimmt halb. Phytat aus diesen Lebensmitteln bindet Zink im Darm; bei sehr viel Phytat kann die Aufnahme laut DGE um bis zu 45 Prozent sinken. Zugleich enthält Vollkornbrot mehr Zink als Weißbrot, und einen Mangel verursacht es laut DGE nicht. Wer viel Vollkorn und Hülsenfrüchte isst, braucht aber mehr Zink – als Mann bis zu 16 statt 11 Milligramm am Tag.2 Sauerteig und Keimen holen einen Teil zurück.3
~„Zink steigert das Testosteron.“ Stimmt halb. Fehlt Zink, kann der Wert sinken, und bei knapp versorgten Männern stieg er mit Zink an.21 Bei gut versorgten Männern änderte zusätzliches Zink nichts.6
✕„ZMA vor dem Schlafen bringt mehr Muskeln und Kraft.“ Stimmt so nicht – belegt ist es nicht. Bei krafttrainierten Männern brachte ein ZMA-Produkt mit zusätzlichen Pflanzenextrakten in acht Wochen nicht mehr als ein Scheinmittel; die Studie bezahlte der Hersteller des Produkts.7 Eine Studie, in der Testosteron und Kraft stiegen, bezahlte die Firma, von der das ZMA stammte; ein Mitautor war an dieser Firma beteiligt.24
~„Ein Bluttest zeigt, ob Du genug Zink hast.“ Stimmt halb. Einen schweren Mangel zeigt der Wert, einen leichten oft nicht – und Tageszeit, Mahlzeiten, Entzündungen und Training verschieben ihn.1, 14, 15
✕„Bei Zink gilt: viel hilft viel. Überdosieren kann man das nicht.“ Stimmt so nicht. Wochenlang 50 Milligramm oder mehr können die Aufnahme von Kupfer hemmen; über lange Zeit drohen Blutarmut und Nervenschäden.20, 31 Für Erwachsene gelten 25 Milligramm am Tag als Obergrenze für alles zusammen.10
✓„Austern sind die besten Zinklieferanten.“ Stimmt, was die Menge angeht: 85 Gramm gezüchtete Austern liefern 32 Milligramm, gleich viel Rindfleisch 3,8.20 Das liegt über der Obergrenze von 25 Milligramm – die gilt aber für die tägliche Zufuhr über lange Zeit, nicht für eine einzelne Mahlzeit.10 Für den Alltag zählen eher Fleisch, Käse, Milch und Eier, die öfter auf dem Tisch stehen.2
~„Zinkoxid ist wertlos – das nimmt der Körper gar nicht auf.“ Stimmt halb. In einer Studie nahmen Gesunde aus Zinkoxid typischerweise 50 Prozent auf, aus Citrat 61 – zwei allerdings gar nichts Messbares.16 Bei wenig Magensäure kam deutlich weniger im Blut an.35
✕„ZMA lässt Dich besser schlafen.“ Stimmt so nicht – belegt ist es nicht. In zwei kleinen Studien schliefen Trainierende mit ZMA nicht besser als ohne.22, 23
Kurz gesagt Vier dieser Aussagen versprechen von zusätzlichem Zink, was Studien bei gut versorgten Menschen nicht fanden: eine stärkere Abwehr, mehr Testosteron, mehr Muskeln, besseren Schlaf.
08Grenzen

Was Zink nicht kann – und was die Studien offenlassen

Zur Ehrlichkeit gehört beides: was die Studien zeigen, und was sie nicht zeigen.

✕Kaum Schutz vor Erkältungen. Vorbeugend genommen, senkte Zink das Risiko in Studien kaum. Ob es gar nicht vorbeugt oder ein wenig, ist offen – die Studien dazu sind wenig belastbar.8
✕Kein Booster bei guter Versorgung. Testosteron, Muskeln, Kraft und Schlaf änderten sich in den Studien auf dieser Seite mit zusätzlichem Zink nicht – mit Ausnahme einer Studie, die die Firma hinter dem ZMA bezahlt hatte; ein Mitautor war an dieser Firma beteiligt.6, 7, 22, 23, 24
✕Kleine, kurze Studien. Die Formen verglich eine kleine Studie mit je einer einzigen Dosis, die Obergrenze stützt sich auf wenige kleine Studien über etwa drei Monate, und auch die Studien zu ZMA hatten jeweils höchstens ein paar Dutzend Teilnehmer.6, 7, 10, 16 Die genauen Zahlen stehen im Kapitel „Belegt“.
✕Wie oft zu viel Zink einen Kupfermangel auslöst, weiß niemand genau. Die beiden Auswertungen aus Schottland zeigen, dass es vorkommt und dass selten nach Kupfer gesehen wird; wie häufig, nur grob. Die Autoren der Auswertung von Verschreibungen halten es für wahrscheinlich, dass eine bedeutsame Minderheit derer, die hoch dosiertes Zink verschrieben bekommen, einen Kupfermangel entwickelt.31, 33
✕Keine Behandlung. Diese Seite erklärt Zink – sie stellt keine Diagnose und ersetzt keine Therapie.
Mehr im Blut

Heißt nicht mehr Wirkung

Mit Zinkbisglycinat kam in einer Studie nach einer einzigen Dosis rechnerisch rund 43 Prozent mehr Zink im Blut an als mit Gluconat – berechnet aus dem Verlauf des Blutwerts.17 Daraus könnte man schließen, Bisglycinat wirke besser. Das zeigt die Studie nicht – gemessen wurde nur der Blutwert nach einer einzigen Einnahme, bei wenigen Frauen.

Testosteron und ZMA

Nur an Männern untersucht

Die Studien zu Testosteron und ZMA auf dieser Seite liefen mit Männern.6, 7, 21, 22, 23 Was Zink bei Frauen für Hormone und Training bedeutet, sagen sie nicht.

Medizinische Vorgeschichte

Die Formen-Studie lief mit Gesunden

Menschen mit Stoffwechsel-, Darm- oder anderen chronischen Erkrankungen und mit Dauermedikamenten waren in der Studie, die die Zinkformen verglichen hat, ausgeschlossen.16 Ob Du dann ein Präparat brauchst und welches, klärst Du mit Deinem Arzt.

09Wie sicher

Wie sicher ist das alles?

Nicht jede Aussage auf dieser Seite steht gleich fest. Damit Du weißt, worauf Du Dich verlassen kannst, hier die Einordnung in Alltagssprache.

So lesen sich die Stufen: gut belegt – große Auswertungen oder Studien, alle in dieselbe Richtung · belegt – mehrere kleinere Studien oder Bewertungen von Fachgremien, gleiche Richtung · erste Hinweise – eine Studie, wenige Fälle oder nur indirekt gemessen · uneinheitlich – Studien widersprechen sich · nicht belegt – Studien fanden keinen Effekt. Die Zeichen im Faktencheck sagen, ob eine Aussage stimmt; die Stufen hier, wie sicher das ist.

AussageEinordnung
Vegetarier essen und haben im Mittel weniger Zinkbelegt – Auswertung von 26 Studien; die einzelnen Studien waren uneinheitlich, zusammengerechnet zeigt sich ein Unterschied
Viel Phytat senkt die Aufnahme von Zinkbelegt – Fachgesellschaften und Übersichtsarbeiten, gleiche Richtung
Der Blutwert erfasst einen leichten Mangel schlechtbelegt – Expertengremium und eine große Erhebung
Über Monate viel Zink kann einen Kupfermangel auslösenbelegt – Bewertungen von Behörden und Auswertungen von Fällen
Citrat und Gluconat werden gleich gut aufgenommen, Oxid etwas schlechtererste Hinweise – eine Studie mit 15 Gesunden
Bisglycinat und Picolinat werden besser aufgenommenerste Hinweise – kleine Studien, nur indirekt gemessen
Zinkmangel senkt das Testosteronerste Hinweise – eine kleine Studie ohne Vergleichsgruppe
Sportler verlieren über den Schweiß etwas Zinkerste Hinweise – eine kleine Studie
Zink in der Nase kann den Geruchssinn kostenerste Hinweise – Fallberichte, also beschriebene Einzelfälle; die untersuchenden Ärzte halten Zink für die Ursache
Zink verkürzt eine Erkältunguneinheitlich – im Mittel kürzer, die Studien widersprechen sich stark
Zusätzliches Zink hebt bei guter Versorgung Testosteron oder Muskelnnicht belegt – zwei Studien ohne Effekt; dafür nur eine, bezahlt von der Firma hinter dem ZMA, an der ein Mitautor beteiligt war
ZMA verbessert den Schlafnicht belegt – zwei kleine Studien über je zwei Nächte ohne Effekt
Zink beugt Erkältungen vornicht belegt – kaum Unterschied zu Scheinmitteln

Sechs Zahlen zum Mitnehmen

Das Kurze · Fazit in Zahlen

Jede Zahl mit Quelle und Haken

Die sechs Zahlen stammen von Fachgesellschaften, Behörden, einem Expertengremium der EU und der Verbraucherzentrale, aus Studien, einer Übersichtsarbeit und einem Test der Stiftung Warentest, Stand Oktober 2026. Zu jeder steht, was herauskam und wo der Haken liegt.

11–16 mg
Zink am Tag für Männer,
für Frauen 7 bis 10

Je mehr Phytat aus Vollkorn und Hülsenfrüchten, desto mehr: Dein Brot redet mit.

Haken

Empfehlungen für Gruppen, kein persönlicher Wert; wie viel Phytat jemand isst, lässt sich nur grob einschätzen.

Quelle: DGE 2019; Fachgesellschaften aus Deutschland, Österreich und der Schweiz, Haase und Kollegen 20202, 11
61 · 50 %
aufgenommenes Zink aus Citrat
und aus Oxid, nüchtern

Die Form zählt etwas, die Menge mehr: Achte zuerst auf die Milligramm.

Haken

Eine kleine Studie, je eine Dosis von 10 mg ohne Essen; zwei Teilnehmer nahmen aus Oxid gar nichts Messbares auf. Die Prüfpräparate mit Citrat und Gluconat stellte ein Hersteller von Zinkcitrat her.

Quelle: Wegmüller und Kollegen 2014 · 15 Erwachsene16
6,5 mg
Zink am Tag aus Nahrungsergänzung –
höchstens, empfiehlt das BfR

Den Rest liefert das Essen: Ein Präparat ergänzt, es ersetzt nichts.

Haken

Eine Empfehlung, kein Gesetz – viele Produkte enthalten mehr.

Quelle: Bundesinstitut für Risikobewertung; Verbraucherzentrale 2026; Test der Stiftung Warentest, berichtet in der Pharmazeutischen Zeitung 20235, 9, 29
25 mg
Zink am Tag aus allem zusammen –
Obergrenze für Erwachsene laut EU-Gremium

Darüber kann auf Dauer Kupfer fehlen: Mehr ist nicht besser.

Haken

Abgeleitet aus kleinen Studien über etwa drei Monate, mit Sicherheitsabschlag; in den USA gelten 40 mg.

Quelle: Expertengremium der EU 2003, laut EU-Lebensmittelbehörde EFSA 2025 weiter gültig; US-Gesundheitsbehörde NIH 202610, 20
30 mg
Zink am Tag in ZMA-Studien –
mehr als die Obergrenze

Das Testosteron gut versorgter Männer stieg damit nicht: Zink füllt Lücken, es hebt nichts an.

Haken

Kleine Studien, nur mit Männern; zwei davon bezahlten Hersteller – die eine fand eine Wirkung, die andere nicht.

Quelle: Koehler und Kollegen 2009 · 14 Männer; Wilborn und Kollegen 2004 · 42 Männer, Hormone bei 26 gemessen; Brilla und Conte 2000 · 27 Footballspieler6, 7, 24
−2,4 Tage
kürzere Erkältung
mit Zink zur Behandlung

Im Mittel aus acht Studien – mit weit auseinanderliegenden Ergebnissen: Zink kann helfen, verlassen kannst Du Dich nicht darauf.

Haken

Unsichere Studienlage, Mengen und Formen sehr verschieden; mit Zink häufiger leichte Nebenwirkungen. Eine Studie mit einer handelsüblichen Lutschtablette fand keinen Nutzen; mit Tabletten aus der Drogerie kommt man nach Einschätzung ihrer Autoren nicht leicht an den Nutzen heran.

Quelle: Nault und Kollegen 2024 · 8 Behandlungsstudien, 972 Teilnehmer; Hemilä und Kollegen 2020 · 87 Erkältete8, 32

Jede dieser sechs Zahlen ist an der Quelle selbst geprüft, Stand 26.10.2026 – Studien an ihrer Kurzfassung, dem Überblick am Anfang jeder Studie, in PubMed, der großen Datenbank für medizinische Studien, und, wo frei zugänglich, an der vollständigen Arbeit; Angaben von Behörden und Fachgesellschaften an ihren eigenen Dokumenten. Die vollständigen Angaben, mit Teilnehmern, Geldgebern und Interessenkonflikten, folgen im Kapitel „Belegt“.

Der eine Satz, wenn Du Dir nur einen merkst Zink holst Du Dir vom Teller – ein Präparat nur mit gutem Grund und niedrig dosiert: Eine Lücke, die nicht da ist, füllt es nicht – und zu viel davon kostet auf Dauer Kupfer.
10Belegt

Worauf sich diese Seite stützt

Zu jeder hochgestellten Zahl im Text: Quelle, Teilnehmer, Ergebnis, Einschränkung, Geldgeber und Interessenkonflikte. Studien habe ich über PubMed geprüft – eine, die dort nicht verzeichnet ist, an der Zeitschrift selbst –, Angaben von Behörden und Fachgesellschaften an ihren eigenen Dokumenten. Wo sich etwas nicht prüfen ließ, steht das dabei.

37 Quellen · hier aufklappenzuklappenGeldgeber und Interessenkonflikte

Ein paar Begriffe, die in den Belegen vorkommen: Eine Übersichtsarbeit fasst viele Studien zusammen. Gesichert heißt: so deutlich, dass Zufall als Erklärung unwahrscheinlich ist. Das Risikoverhältnis vergleicht zwei Gruppen – 0,93 heißt: fast so oft wie mit Scheinmittel. Ein Ratenverhältnis vergleicht, wie schnell sich zwei Gruppen erholen – über 1 heißt: mit dem Mittel schneller. Die Zahlen in Klammern sind der Vertrauensbereich, in dem der wahre Wert vermutlich liegt. Die Vertrauenswürdigkeit (niedrig, mittel, hoch) ist die Bewertung der Autoren, wie belastbar ein Ergebnis ist. Verblindet heißt: Die Teilnehmer – oder auch die Untersucher – wissen nicht, wer das echte Mittel bekommt. Eine Querschnittsuntersuchung misst Menschen nur zu einem Zeitpunkt und zeigt Zusammenhänge, keine Ursachen. Der Median ist der mittlere Wert: Die eine Hälfte liegt darunter, die andere darüber. Markiertes Zink enthält eine seltene, nicht strahlende Atomsorte, deren Weg durch den Körper sich verfolgen lässt. Zink im Blut wird in Mikrogramm pro Deziliter (µg/dl) oder in Mikromol pro Liter (µmol/l) angegeben.

So liest Du die Angaben zu den Geldgebern PubMed, die Studiendatenbank der US-Nationalbibliothek für Medizin, ordnet Studien nach ihren Geldgebern ein: Stellen der US-Regierung – und „außerhalb der US-Regierung“ für alles andere. „Außerhalb der US-Regierung“ heißt also: Das Geld kam von Hochschulen, Stiftungen, anderen Staaten oder Firmen – wer genau, steht nur in der vollständigen Arbeit. Steht bei einer Studie kein Geldgeber, „nicht geprüft“ oder „nicht prüfbar“, habe ich die Finanzierung nicht selbst gelesen.
1King JC, Brown KH, Gibson RS et al. (2016). Biomarkers of Nutrition for Development (BOND)—Zinc Review. Journal of Nutrition 146(4):858S–885S. DOI 10.3945/jn.115.220079 · PMID 26962190 · PMC4807640 Bericht eines Expertengremiums: Zink ist für viele Stoffwechselvorgänge nötig, der Körper hält seinen Zinkhaushalt über einen weiten Bereich der Zufuhr eng in Balance. Empfohlen werden drei Messgrößen: die Zufuhr mit dem Essen (samt Phytat), Zink im Plasma und bei Kindern das Wachstum. Mehrere Fachgremien halten Zink im Plasma oder Serum für eine brauchbare Messgröße, vor allem, um das Mangelrisiko ganzer Bevölkerungsgruppen einzuschätzen. Der Plasmawert reagiert auf starken Mangel; in kontrollierten Studien stieg er, wenn zusätzliches Zink als Präparat zwischen den Mahlzeiten gegeben wurde, auf Zink aus dem Essen reagiert er schwächer. Wie stark er auf eine geänderte Zufuhr reagiert, ist von Mensch zu Mensch sehr verschieden; er hängt von der letzten Mahlzeit, der Tageszeit, Entzündungen sowie manchen Medikamenten und Hormonen ab. Werte in Haaren, Urin, Nägeln und Blutzellen empfiehlt das Gremium mangels Daten nicht. Einschränkung: Expertenbericht, keine eigene Studie; Kurzfassung und Teile der vollständigen Arbeit gelesen. Gefördert wurde das BOND-Projekt laut Artikel unter anderem von der Bill & Melinda Gates Foundation, dem Lebensmittelkonzern PepsiCo und mehreren Stellen der US-Gesundheitsbehörde NIH; die Autoren erklären keine Interessenkonflikte.
2Deutsche Gesellschaft für Ernährung (2019). Ausgewählte Fragen und Antworten zu Zink (Juli 2019). dge.de Zink ist Bestandteil zahlreicher Enzyme und Eiweiße, beteiligt unter anderem an Zellwachstum, Wundheilung und Abwehr; klassische Speicherorgane gibt es dafür nicht. Empfohlene Zufuhr für Erwachsene ab 19 Jahren bei niedriger, mittlerer und hoher Phytatzufuhr: Frauen 7, 8 und 10 mg, Männer 11, 14 und 16 mg Zink am Tag; für Schwangere und Stillende etwas höher. Bei sehr hohem Phytatgehalt kann die Zinkaufnahme um bis zu 45 % geringer sein als bei durchschnittlichem. Niedrige Phytatzufuhr: wenig Vollkorn und Hülsenfrüchte, Eiweiß überwiegend tierisch; mittlere: vollwertig mit Fleisch oder Fisch, Vollkorn und Hülsenfrüchten, ebenso vegetarisch oder vegan, wenn Getreide vorwiegend aus Sauerteig, ausgemahlenem Mehl oder gekeimtem Getreide besteht; hohe: viel ungekeimtes oder unfermentiertes Vollkorn und Hülsenfrüchte, wenig tierisches Eiweiß. Vollkornbrot führt nicht zu Zinkmangel: Es enthält mehr Zink (1,5 mg pro 100 g) als Weißbrot (0,7 mg). Gute Quellen: Rind- und Schweinefleisch, Käse, Milch, Eier, Nüsse wie Cashew- und Pekannüsse, Weizen- oder Roggenkeime. Risikogruppen: Ältere und Menschen mit chronisch entzündlichen Darmerkrankungen; vegetarische Kost kann das Risiko erhöhen. Mögliche Zeichen eines Mangels: beeinträchtigtes Längenwachstum, Hautekzeme, Durchfälle, Wundheilungsstörungen, Probleme mit Wahrnehmung und Gedächtnis, höhere Infektanfälligkeit – keines davon spezifisch; schwere Formen kommen hierzulande kaum vor. Mittlere Zufuhr laut Nationaler Verzehrsstudie II: Frauen 8, Männer 11 mg am Tag; weil in Deutschland wenig Vollkorn und Hülsenfrüchte gegessen werden, geht die DGE von einer niedrigen bis mittleren Phytatzufuhr aus; ein Teil der Männer erreicht 14 mg nicht; eine Zufuhr unter dem Referenzwert ist nicht mit einem Mangel gleichzusetzen, erhöht aber das Risiko einer Unterversorgung. Zu viel kommt meist aus Nährstoffpräparaten und Mundhygieneprodukten wie Zahnpasta, Mundwasser und Haftcremes; hohe Zinkzufuhr bei niedriger Kupferzufuhr beeinträchtigt die Kupferaufnahme, Folge kann eine Blutarmut sein. Obergrenze laut der EU-Lebensmittelbehörde EFSA für Erwachsene 25 mg am Tag. Hinweis: Information einer Fachgesellschaft, keine eigene Studie; Stand 2019.
3Lönnerdal B (2000). Dietary factors influencing zinc absorption. Journal of Nutrition 130(5S Suppl):1378S–1383S. DOI 10.1093/jn/130.5.1378S · PMID 10801947 Übersicht: Phytat in Getreide, Mais und Reis hemmt die Zinkaufnahme aus Mahlzeiten stark. Abbau oder Verringerung des Phytats – durch das Enzym Phytase, Keimen, Fermentieren oder Züchtung – verbessert die Aufnahme deutlich. Eisen kann die Zinkaufnahme senken, wenn beides zusammen als Präparat gegeben wird, nicht aber als Anreicherung in einer Mahlzeit. Mehr Eiweiß in der Mahlzeit fördert die Aufnahme, einzelne Eiweiße unterschiedlich (das Milcheiweiß Kasein hemmt leicht); auch manche Aminosäuren und organische Säuren wie Citrat fördern sie. Einschränkung: Übersichtsarbeit, Stand 2000; nur Kurzfassung gelesen. Geldgeber und Interessenkonflikte nicht geprüft.
4Verbraucherzentrale (2026). Mehr Zink bei Erkältungen? (Stand 11.08.2026). verbraucherzentrale.de Ein Nutzen von Zinkpräparaten ist nicht bewiesen, zumal die Versorgung in Deutschland gut ist; ein Mangel ist sehr selten, häufiger bei Älteren und Menschen mit entzündlichen Darmerkrankungen; vegetarisch und vor allem vegan essende Menschen sollten ihre Zinkaufnahme im Auge behalten. Zusätzliches Zink stärkt eine normal arbeitende Abwehr nicht. Studien zur Erkältung gaben sehr hohe Mengen von 45 bis 276 mg am Tag über 4,5 bis 21 Tage (laut der Übersichtsarbeit in Beleg 8 gilt diese Spanne für Zinkgluconat); die Erkältung war im Mittel etwa zwei Tage kürzer, die Datenlage schwach. Das BfR empfiehlt für Nahrungsergänzungsmittel höchstens 6,5 mg am Tag; der Wert berücksichtigt bereits die Zufuhr über Lebensmittel. Zinkhaltige Arzneimittel sind apothekenpflichtig und mit mehr als 25 mg pro Tagesdosis verschreibungspflichtig. Bei zu viel Zink akut Übelkeit, Erbrechen und andere Magen-Darm-Beschwerden; mittelfristig eine gestörte Aufnahme von Kupfer und Eisen. Hinweis: Verbraucherinformation, keine eigene Studie; die BfR-Werte sind Empfehlungen, keine gesetzlichen Höchstmengen. Ob genau 25 mg schon rezeptpflichtig sind, lässt die Seite der Verbraucherzentrale offen: Ihr Kasten „Das Wichtigste in Kürze“ schreibt „25 Milligramm Zink und mehr“, Fließtext und Warnhinweise schreiben „mehr als“ und „über“ 25 Milligramm. Die Verordnung, in der die Rezeptpflicht geregelt ist, habe ich nicht selbst geprüft.
5Pharmazeutische Zeitung (2023). Stiftung Warentest – Nahrungsergänzungsmittel kann Mann sich sparen (27.01.2023, L. Rudolph). pharmazeutische-zeitung.de Bericht über einen Test von Nahrungsergänzungsmitteln für Männer durch die Stiftung Warentest: Alle enthielten Zink, das laut Deklaration zu einem normalen Testosteronspiegel beitragen soll; keines hatte ausreichende Belege für einen Nutzen; viele enthielten zu viel Zink und Selen, und meist fehlten Warnhinweise, etwa der, keine weiteren zinkhaltigen Präparate zu nehmen. Hinweis: Bericht einer Fachzeitschrift über einen Warentest; den Test selbst habe ich nicht gelesen.
6Koehler K, Parr MK, Geyer H, Mester J, Schänzer W (2009). Serum testosterone and urinary excretion of steroid hormone metabolites after administration of a high-dose zinc supplement. European Journal of Clinical Nutrition 63(1):65–70. DOI 10.1038/sj.ejcn.1602899 · PMID 17882141 · Tagungsbeitrag 2006 Deutsche Sporthochschule Köln. 14 gesunde, regelmäßig trainierende Männer (22 bis 33 Jahre), die vorher 11,9 bis 23,2 mg Zink am Tag aßen. ZMA erhöhte Zink im Serum und im Urin, aber weder das gesamte noch das freie Testosteron; die Ausscheidung von Abbauprodukten des Testosterons blieb unverändert. Schluss der Autoren: Bei ausreichender Zinkzufuhr hat ZMA keinen nennenswerten Effekt auf das Testosteron. Den Aufbau beschreibt die Kurzfassung nicht; ein Tagungsbeitrag derselben Arbeitsgruppe von 2006 (Koehler, Parr, Geyer, Bode, Schänzer) beschreibt eine Studie mit ebenfalls 14 Männern, vermutlich dieselbe: zufällige Zuteilung, doppelt verblindet, Scheinmittel, acht Wochen; das ZMA wurde in einem Online-Shop bestellt und lieferte laut Etikett 30 mg Zink, 450 mg Magnesium und 10,5 mg Vitamin B6 je Tagesdosis. Einschränkung: 14 Männer mit ausreichender Zinkzufuhr; der Studienaufbau ist nur über den Tagungsbeitrag belegt. Der Tagungsbeitrag dankt der Manfred-Donike-Gesellschaft für Unterstützung; Geldgeber der Arbeit von 2009 laut PubMed außerhalb der US-Regierung, Einzelheiten und Interessenkonflikte nicht geprüft.
7Wilborn CD, Kerksick CM, Campbell BI et al. (2004). Effects of zinc magnesium aspartate (ZMA) supplementation on training adaptations and markers of anabolism and catabolism. Journal of the International Society of Sports Nutrition 1(2):12–20. DOI 10.1186/1550-2783-1-2-12 · PMID 18500945 · PMC2129161 42 krafttrainierte Männer (27 ± 9 Jahre, mindestens ein Jahr Training), acht Wochen standardisiertes Krafttraining viermal pro Woche; doppelt verblindet ein ZMA-Produkt (Z-Mass PM) oder Traubenzucker als Scheinmittel, 30 bis 60 Minuten vor dem Schlafen. Das Produkt lieferte am Tag 30 mg Zink, 450 mg Magnesium und 11 mg Vitamin B6, dazu Kalium, einen Extrakt aus der Juckbohne mit 50 mg L-Dopa (eine Vorstufe des Botenstoffs Dopamin) und einen Pflanzenextrakt mit 30 mg 20-Hydroxyecdyson. Zink im Serum stieg um 12 bis 17 Prozent (laut Kurzfassung 11 bis 17), nicht gesichert. Kein Unterschied zum Scheinmittel bei Testosteron (gesamt und frei), dem Wachstumsfaktor IGF-1, Wachstumshormon, Cortisol, Körperzusammensetzung (Ganzkörpermessung mit schwacher Röntgenstrahlung), Maximalkraft bei Bankdrücken und Beinpresse, Kraftausdauer und Sprintleistung. Geldgeber: ein Forschungszuschuss von Cytodyne Technologies, dem Hersteller des geprüften Produkts. Die Forscher erklären, sie hätten die Ergebnisse unabhängig erhoben, ausgewertet und gedeutet und hätten keine finanziellen Interessen am Ergebnis. Einschränkung: Hormone und Mineralstoffe nur bei 26 Teilnehmern gemessen (13 je Gruppe), weil Proben verloren gingen; das Produkt enthielt mehr als ZMA. Volltext gelesen.
8Nault D, Machingo TA, Shipper AG et al. (2024). Zinc for prevention and treatment of the common cold. Cochrane Database of Systematic Reviews 5(5):CD014914. DOI 10.1002/14651858.CD014914.pub2 · PMID 38719213 · PMC11078591 Übersichtsarbeit: 34 Studien mit 8.526 Teilnehmern (15 zur Vorbeugung, 19 zur Behandlung; 22 mit Erwachsenen, 12 mit Kindern); meist Lutschtabletten; Zinkgluconat wurde in Mengen von 45 bis 276 mg pro Tag über 4,5 bis 21 Tage gegeben, daneben gab es Kapseln, Sirup, Pulver und Mittel für die Nase. Vorbeugung: Risiko einer Erkältung kaum verändert (Risikoverhältnis 0,93; 0,85–1,01; 9 Studien, 1.449 Teilnehmer; niedrige Vertrauenswürdigkeit). Behandlung: Erkältung im Mittel 2,37 Tage kürzer (−4,21 bis −0,53; 8 Studien, 972 Teilnehmer; niedrige Vertrauenswürdigkeit; die Einzelergebnisse wichen sehr stark voneinander ab). Leichte Nebenwirkungen waren bei der Behandlung häufiger (Risikoverhältnis 1,34; 1,15–1,55; 16 Studien; mittlere Vertrauenswürdigkeit); erfasst wurden etwa schlechter Geschmack, Geruchsverlust, Erbrechen, Magenkrämpfe und Durchfall. Einschränkung: Die meisten Studien hatten in mindestens einem Punkt ein unklares oder hohes Risiko für verzerrte Ergebnisse; Mittel, Mengen und Messweisen waren sehr verschieden. Geldgeber laut PubMed außerhalb der US-Regierung, Einzelheiten nicht geprüft; Interessenkonflikte nicht geprüft.
9Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR). Höchstmengenvorschläge für Zink in Lebensmitteln inklusive Nahrungsergänzungsmitteln (Teil der aktualisierten Höchstmengenvorschläge für Vitamine und Mineralstoffe). bfr.bund.de Vorschlag: höchstens 6,5 mg Zink pro Tagesverzehrempfehlung eines Nahrungsergänzungsmittels; bei mehr als 3,5 mg ein Hinweis, auf weitere zinkhaltige Präparate zu verzichten; Lebensmitteln des allgemeinen Verzehrs kein Zinkzusatz. Herleitung: Mittelwert der EFSA-Referenzwerte für Männer bei der niedrigsten und der höchsten Phytatzufuhr (9,4 mg bei 300 mg, 16,3 mg bei 1.200 mg Phytat am Tag) rund 13 mg am Tag, abzüglich der Zufuhr der Männer mit sehr geringer Zufuhr (5. Perzentile – die fünf Prozent mit der geringsten Zufuhr liegen darunter –, Männer von 14 bis 80 Jahren: 6,5 mg) ergibt 6,5 mg. Nach der Obergrenze allein blieben 1,4 mg (Obergrenze für 15- bis 17-Jährige 22 mg minus 20,6 mg Zufuhr am oberen Rand) – zu wenig, um zur Versorgung beizutragen, urteilt das BfR; warum es die Restmenge für diese Altersgruppe rechnet, begründet das Dokument nicht. Bei Männern von 19 bis 80 Jahren beginnen die fünf Prozent mit der höchsten Zufuhr (95. Perzentile) je nach Altersgruppe bei 16,8 bis 22,9 mg am Tag; mit 6,5 mg aus einem Präparat kann die Obergrenze bei Vielverzehrern überschritten werden (bis 29,4 mg) – das stuft das BfR bei Abwägung mit dem Nutzen als noch tolerierbar ein. Hinweis: Empfehlung einer Behörde, rechtlich nicht verbindlich; ein Datum nennt das Dokument nicht.
10Scientific Committee on Food der Europäischen Kommission (2003). Opinion of the Scientific Committee on Food on the Tolerable Upper Intake Level of Zinc. SCF/CS/NUT/UPPLEV/62 Final, 19.03.2003. ec.europa.eu · EFSA-Übersicht der Obergrenzen Obergrenze für Erwachsene 25 mg Zink am Tag aus allen Quellen, auch in Schwangerschaft und Stillzeit; für Kinder je nach Alter 7 bis 22 mg. Die Obergrenze bezieht sich auf die tägliche Zufuhr über lange Zeit. Maßstab ist der Kupferhaushalt: In Studien mit 25 und 21 Frauen nach den Wechseljahren (53 mg am Tag über 90 Tage) und mit 19 jungen Männern (insgesamt 40 mg am Tag über 14 Wochen) fand sich kein schädlicher Effekt. Daraus ein Wert ohne beobachtete Wirkung von rund 50 mg, geteilt durch 2 wegen der kleinen und kurzen Studien. Deutliche Zeichen eines Kupfermangels – Blutarmut, zu wenige weiße Blutkörperchen, geschwächte Abwehr – bei Zink aus Präparaten von über 150 mg am Tag über lange Zeit. Laut der Übersicht der EU-Lebensmittelbehörde EFSA (Fassung 11, August 2025) gilt der Wert weiter. Hinweis: Bewertung eines Expertengremiums, keine eigene Studie. Der 19.03.2003 ist das Datum des Dokuments; als Datum der Stellungnahme selbst nennt es einmal den 5. März 2003 und an anderer Stelle das Jahr 2002.
11Haase H, Ellinger S, Linseisen J, Neuhäuser-Berthold M, Richter M (2020). Revised D-A-CH-reference values for the intake of zinc. Journal of Trace Elements in Medicine and Biology 61:126536. DOI 10.1016/j.jtemb.2020.126536 · PMID 32380426 Die Fachgesellschaften für Ernährung in Deutschland, Österreich und der Schweiz haben die Referenzwerte im Juli 2019 überarbeitet. Berechnet aus den Verlusten des Körpers – über Darm, Urin, Haut und Schweiß, beim Mann über die Samenflüssigkeit –, für Erwachsene getrennt nach niedriger, mittlerer und hoher Phytatzufuhr (0,5, 1,0 und 1,5 mmol am Tag, entsprechend 330, 660 und 990 mg). Empfehlungen für Erwachsene, Schwangere und Stillende: 7 bis 16 mg am Tag, je nach Geschlecht und Phytatzufuhr. Hinweis: Veröffentlichung der Fachgesellschaften, keine eigene Studie. Eine Autorin arbeitet bei der DGE. Geldgeber und Interessenkonflikte nicht geprüft.
12Foster M, Chu A, Petocz P, Samman S (2013). Effect of vegetarian diets on zinc status: a systematic review and meta-analysis of studies in humans. Journal of the Science of Food and Agriculture 93(10):2362–2371. DOI 10.1002/jsfa.6179 · PMID 23595983 Übersichtsarbeit: 34 Studien, davon 26 mit 48 Vergleichen in der gemeinsamen Auswertung. Vegetarier aßen im Mittel 0,88 mg Zink am Tag weniger als Nicht-Vegetarier und hatten 0,93 µmol/l weniger Zink im Serum. Stärker betroffen: Frauen, Veganer und Vegetarier in Entwicklungsländern. Die Autoren raten bei niedriger Zufuhr zu Zubereitungen, die die Aufnahme verbessern, zu angereicherten Lebensmitteln oder niedrig dosierten Präparaten. Einschränkung: Was als vegetarisch galt, war in den Studien uneinheitlich; nur Kurzfassung gelesen. Geldgeber und Interessenkonflikte nicht geprüft.
13Gibson RS, Raboy V, King JC (2018). Implications of phytate in plant-based foods for iron and zinc bioavailability, setting dietary requirements, and formulating programs and policies. Nutrition Reviews 76(11):793–804. DOI 10.1093/nutrit/nuy028 · PMID 30010865 Übersicht: Phytat und seine Salze hemmen die Aufnahme von Eisen und Zink stark. Traditionelle Zubereitung kann den Phytatgehalt senken – weil sich Phytat im Wasser löst und verloren geht oder weil das Enzym Phytase es zu Formen abbaut, die Zink nicht mehr binden. Die EU-Lebensmittelbehörde EFSA leitet den Zinkbedarf Erwachsener für vier Stufen der Phytatzufuhr ab (die DGE nutzt drei); verlässliche Daten zum Phytatgehalt von Lebensmitteln fehlen vielerorts. Einschränkung: Übersicht mit Blick auf Länder mit niedrigem Einkommen; wie viel einzelne Zubereitungen bringen, habe ich nicht geprüft (nur Kurzfassung gelesen). Ein Autor arbeitet beim US-Landwirtschaftsministerium. Geldgeber und Interessenkonflikte nicht geprüft.
14Hennigar SR, Lieberman HR, Fulgoni VL, McClung JP (2018). Serum zinc concentrations in the US population are related to sex, age, and time of blood draw but not dietary or supplemental zinc. Journal of Nutrition 148(8):1341–1351. DOI 10.1093/jn/nxy105 · PMID 29947812 US-Gesundheitserhebung NHANES 2011–2014 mit 4.347 Menschen ab 6 Jahren. Zink im Serum: Männer im Mittel 84,9, Frauen 80,6 µg/dl. Blutabnahme am Nachmittag oder Abend: niedriger (−9,7 und −15,3 µg/dl); mehr Albumin und mehr roter Blutfarbstoff gingen mit höheren Werten einher; niedriges Albumin, Blutarmut bei Frauen und Schwangerschaft machten einen Wert unter der Grenze wahrscheinlicher. Zink aus Essen oder Präparaten beeinflusste den Serumwert nicht. Unter der Grenze lagen rund 8,6 % der Männer und 8,2 % der Frauen ab 10 Jahren. Einschränkung: Erhebung zu einem Zeitpunkt; ein Zusammenhang ist kein Beweis für Ursache und Wirkung. Geldgeber laut PubMed: Stellen der US-Regierung (drei der Autoren arbeiten für ein Forschungsinstitut der US-Armee); Interessenkonflikte nicht geprüft.
15Chu A, Petocz P, Samman S (2017). Plasma/serum zinc status during aerobic exercise recovery: a systematic review and meta-analysis. Sports Medicine 47(1):127–134. DOI 10.1007/s40279-016-0567-0 · PMID 27260681 Übersichtsarbeit: 45 Studien, davon 12 mit 18 Vergleichen in der gemeinsamen Auswertung. In den bis zu vier Stunden nach einer Ausdauerbelastung lag Zink im Serum im Mittel 1,31 µmol/l niedriger als vorher – unabhängig von Trainingsstand, Sportart und Zeitpunkt der Blutabnahme. Einschränkung: Es geht um kurzfristige Schwankungen, nicht um den Zinkstatus; nur Kurzfassung gelesen. Drei der Autoren haben auch die Vegetarier-Auswertung in Beleg 12 verfasst. Geldgeber und Interessenkonflikte nicht geprüft.
16Wegmüller R, Tay F, Zeder C, Brnić M, Hurrell RF (2014). Zinc absorption by young adults from supplemental zinc citrate is comparable with that from zinc gluconate and higher than from zinc oxide. Journal of Nutrition 144(2):132–136. DOI 10.3945/jn.113.181487 · PMID 24259556 · PMC3901420 15 gesunde Erwachsene in Zürich (7 Männer, 8 Frauen, im Mittel 23 und 25 Jahre); je 10 mg Zink als Citrat, Gluconat und Oxid in Kapseln, nüchtern mit Wasser, in zufälliger Reihenfolge, doppelt verblindet; die Aufnahme wurde mit markiertem Zink gemessen. Typische Aufnahme (Median): Citrat 61,3 %, Gluconat 60,9 %, Oxid 49,9 % – Oxid gesichert niedriger. Zwei Teilnehmer nahmen aus Oxid nichts Messbares auf, ein dritter 14 %; ohne diese drei war der Unterschied nicht mehr gesichert. Die Autoren vermuten bei ihnen zu wenig Magensäure. Zink in der Verbindung laut Studie: Sulfat 23 %, Acetat 30 %, Gluconat 14 %, Citrat 31 %, Oxid 80 %. Aus Zinksulfat (10 mg) nahmen Erwachsene in einer früheren Studie mit derselben Methode 71 % auf; aus angereicherten Lebensmitteln waren es 10 bis 25 %, und Oxid und Sulfat unterschieden sich dort kaum – möglicherweise, weil Essen die Magensäure anregt. Ausgeschlossen waren Veganer, Raucher, Schwangere, Stillende und Menschen mit Stoffwechsel-, Darm- oder chronischen Erkrankungen oder Dauermedikamenten. Einschränkung: 15 Menschen, je eine Dosis ohne Essen. Die markierten Prüfsubstanzen für Citrat und Gluconat stellte ein Hersteller von Zinkcitrat her, der auch Angaben zu Geschmack und Preis lieferte; das Oxid kam von anderen Lieferanten. Ob der Hersteller die Studie mitfinanziert hat, habe ich nicht geprüft. Geldgeber laut PubMed außerhalb der US-Regierung, Einzelheiten und Interessenkonflikte nicht geprüft; Volltext gelesen.
17Gandia P, Bour D, Maurette JM et al. (2007). A bioavailability study comparing two oral formulations containing zinc (Zn bis-glycinate vs. Zn gluconate) after a single administration to twelve healthy female volunteers. International Journal for Vitamin and Nutrition Research 77(4):243–248. DOI 10.1024/0300-9831.77.4.243 · PMID 18271278 12 gesunde Frauen; je eine Dosis von 15 mg Zink als Bisglycinat und als Gluconat, in zufälliger Reihenfolge mit einer Woche Pause. Gemessen wurde der Verlauf von Zink im Serum danach (Spitzenwert und Fläche unter der Kurve); mit Bisglycinat war die so berechnete Bioverfügbarkeit – der Anteil, der im Blut ankommt – um 43,4 % höher. Welche der beiden Kenngrößen die 43,4 % beschreiben, sagt die Kurzfassung nicht. Einschränkung: 12 Frauen, je eine Dosis; die Aufnahme wurde nur über den Blutwert erfasst. Geldgeber und Interessenkonflikte nicht geprüft, die vollständige Arbeit war im Oktober 2026 nicht abrufbar.
18DiSilvestro RA, Koch E, Rakes L (2015). Moderately high dose zinc gluconate or zinc glycinate: effects on plasma zinc and erythrocyte superoxide dismutase activities in young adult women. Biological Trace Element Research 168(1):11–14. DOI 10.1007/s12011-015-0334-3 · PMID 25877802 Junge Frauen, je 10 in drei Gruppen: 60 mg Zink am Tag als Glycinat oder als Gluconat oder Scheinmittel, sechs Wochen. Zink im Plasma stieg bei allen Frauen mit Glycinat, mit Gluconat und Scheinmittel insgesamt nicht gesichert. Die Aktivität eines Enzyms in den roten Blutkörperchen, das einen durch Zink ausgelösten Kupfermangel anzeigt, blieb in allen drei Gruppen gleich. Einschränkung: kleine Pilotstudie, eine hohe Dosis (mehr als das Doppelte der EU-Obergrenze), nur sechs Wochen; die Aufnahme selbst wurde nicht gemessen; ob „Glycinat“ dieselbe Verbindung meint wie Bisglycinat, sagt die Kurzfassung nicht. Nur Kurzfassung gelesen; Geldgeber und Interessenkonflikte nicht geprüft.
19Barrie SA, Wright JV, Pizzorno JE, Kutter E, Barron PC (1987). Comparative absorption of zinc picolinate, zinc citrate and zinc gluconate in humans. Agents and Actions 21(1–2):223–228. DOI 10.1007/BF01974946 · PMID 3630857 15 gesunde Freiwillige, doppelt verblindet, je vier Wochen Zinkpicolinat, Zinkcitrat, Zinkgluconat (je 50 mg Zink am Tag) und Scheinmittel in zufälliger Reihenfolge. Mit Picolinat stieg Zink in Haaren, Urin und roten Blutkörperchen gesichert, mit Citrat, Gluconat und Scheinmittel nicht; im Serum keine gesicherte Änderung. Einschränkung: 15 Menschen, indirekte Messwerte, als Dosis das Doppelte der EU-Obergrenze; die Aufnahme selbst wurde nicht gemessen. Geldgeber laut PubMed außerhalb der US-Regierung, Einzelheiten und Interessenkonflikte nicht geprüft.
20National Institutes of Health, Office of Dietary Supplements (2026). Zinc – Fact Sheet for Health Professionals (aktualisiert am 06.01.2026). ods.od.nih.gov Im Körper insgesamt etwa 1,5 g Zink bei Frauen und 2,5 g bei Männern, das meiste in Muskeln und Knochen. Zinkgehalt je US-Portion, unter anderem: Austern (gezüchtet, roh, 3 Unzen) 32 mg; Rindfleisch (bottom sirloin, gebraten, 3 Unzen) 3,8; Kürbiskerne (geröstet, 1 Unze) 2,2; Schweinekotelett (mit Knochen, gegrillt, 3 Unzen) 1,9; Putenbrust (gebraten, 3 Unzen) 1,5; Cheddar (1,5 Unzen) 1,5; Linsen (gekocht, ½ Tasse) 1,3; Milch (1 % Fett, 1 Tasse) 1,0; Erdnüsse (geröstet, 1 Unze) 0,8; Ei (1 großes) 0,6; Vollkornbrot (1 Scheibe) 0,6; Lachs (gegart, 3 Unzen) 0,5; Weißbrot (1 Scheibe) 0,2. Obergrenze für Erwachsene 40 mg am Tag, festgelegt vom Food and Nutrition Board der US-Akademien und abgeleitet aus der Wirkung auf den Kupferhaushalt; 50 mg oder mehr über Wochen können die Kupferaufnahme hemmen. Zu wenig Zink ist häufig bei chronisch entzündlichen Darmerkrankungen und nach Operationen zur Gewichtsabnahme, bei denen Teile des Magen-Darm-Trakts entfernt wurden; Vegetarier und Veganer essen meist weniger Zink; Schwangere und Stillende gehören zu den Gruppen mit erhöhtem Risiko; Zinkmangel kann Geschmack und Geruch stören. Zink im Serum unter 70 µg/dl bei Frauen und 74 µg/dl bei Männern gilt als Zeichen unzureichender Versorgung (von mir umgerechnet mit 65,38 µg je µmol: etwa 10,7 und 11,3 µmol/l); der Wert passt nicht immer zur Zufuhr. Chinolon- und Tetrazyklin-Antibiotika mindestens 2 Stunden vor oder 4 bis 6 Stunden nach dem Zink; Penicillamin mit mindestens 1 Stunde Abstand; Thiazid-Entwässerungsmittel erhöhen die Zinkausscheidung über den Urin. Präparate mit 25 mg Eisen oder mehr senken gleichzeitig genommen die Zinkaufnahme, Eisen in angereicherten Lebensmitteln kaum. Manche Haftcremes für Zahnprothesen enthalten 17 bis 34 mg Zink je Gramm; bei Gebrauch nach Anleitung (0,5 bis 1,5 g am Tag) kein Problem, viele sind inzwischen zinkfrei; Fälle von Zinküberladung gab es nach übermäßigem Gebrauch. Zink steckt auch in manchen Erkältungs-Lutschtabletten. Hinweis: Information einer US-Behörde, keine eigene Studie.
21Prasad AS, Mantzoros CS, Beck FW, Hess JW, Brewer GJ (1996). Zinc status and serum testosterone levels of healthy adults. Nutrition 12(5):344–348. DOI 10.1016/s0899-9007(96)80058-x · PMID 8875519 Drei Teile: eine Querschnittsuntersuchung mit 40 Männern von 20 bis 80 Jahren – Zink in weißen Blutzellen hing mit dem Testosteron zusammen (Korrelation r = 0,43 und 0,30; 1 wäre ein vollständiger Gleichlauf). Vier junge Männer (im Mittel 27,5 Jahre) mit zinkarmer Kost: Testosteron nach 20 Wochen von 39,9 auf 10,6 nmol/l. Neun ältere, knapp versorgte Männer (im Mittel 64 Jahre) bekamen drei bis sechs Monate lang 459 µmol Zink am Tag als Gluconat – von mir umgerechnet: 459 µmol × 65,38 µg/µmol ≈ 30 mg – mit einem Anstieg des Testosterons von 8,3 auf 16,0 nmol/l. Schluss der Autoren: Zink könnte den Testosteronspiegel mitsteuern. Einschränkung: sehr kleine Gruppen, keine Vergleichsgruppe; ein Zusammenhang ist kein Beweis für Ursache und Wirkung. Geldgeber laut PubMed: Gesundheitsdienst der US-Regierung und außerhalb der US-Regierung, Einzelheiten und Interessenkonflikte nicht geprüft.
22Edwards BJ, Adam RL, Drummond D et al. (2024). Effects of an acute dose of zinc monomethionine asparate and magnesium asparate (ZMA) on subsequent sleep and next-day morning performance (countermovement jumps, repeated sprints and Stroop test). Nutrients 16(15):2466. DOI 10.3390/nu16152466 · PMID 39125347 · PMC11313716 19 Männer, die in der Freizeit trainieren und ausreichend Zink, Magnesium und Vitamin B6 aßen; je zwei Nächte ohne Tablette, mit Scheinmittel oder mit ZMA (30 mg Zink, 450 mg Magnesium, 10,5 mg Vitamin B6) 30 bis 60 Minuten vor dem Schlafen, in wechselnder Reihenfolge. Kein Effekt auf den Schlaf (Bewegungsmessung am Handgelenk und eigenes Empfinden), auf wiederholte Sprints oder einen Konzentrationstest; die Sprunghöhe war mit ZMA höher als mit Scheinmittel, aber nicht höher als ohne Tablette. Einschränkung: 19 Männer, je zwei Nächte. Finanzierung aus internen Mitteln der Liverpool John Moores University; die Autoren erklären keine Interessenkonflikte; das ZMA lieferte ein Hersteller von Sporternährung.
23Gallagher C, Austin V, Dunlop KA et al. (2024). Effects of supplementing zinc magnesium aspartate on sleep quality and submaximal weightlifting performance, following two consecutive nights of partial sleep deprivation. Nutrients 16(2):251. DOI 10.3390/nu16020251 · PMID 38257144 · PMC10820214 16 Männer mit mindestens zwei Jahren Krafttraining; je zwei Nächte mit nur vier Stunden Schlaf, ohne Tablette, mit Scheinmittel oder mit ZMA (30 mg Zink, 450 mg Magnesium, 10,5 mg Vitamin B6), doppelt verblindet. Kein Effekt auf den Schlaf (Bewegungsmessung und Müdigkeitsempfinden) und auf Kraftwerte bei Bankdrücken und Kniebeugen am Morgen danach. Einschränkung: 16 Männer, je zwei Nächte; dieselbe Arbeitsgruppe wie Beleg 22. Keine Finanzierung von außen, die Autoren erklären keine Interessenkonflikte; das ZMA kam vom selben Hersteller wie dort.
24Brilla LR, Conte V (2000). Effects of a novel zinc-magnesium formulation on hormones and strength. Journal of Exercise Physiology Online 3(4):26–36. asep.org · nicht in PubMed verzeichnet Online-Zeitschrift der American Society of Exercise Physiologists. 57 Footballspieler einer US-Hochschule (zweite Leistungsklasse des Hochschulsports) begannen, 27 beendeten die Studie: 12 mit ZMA, 15 mit Scheinmittel; zufällige Zuteilung, doppelt verblindet, abends drei Kapseln (laut Studie 30 mg Zink als Monomethionin-Aspartat, 450 mg Magnesium als Aspartat, 10,5 mg Vitamin B6). Dauer laut Kurzfassung acht Wochen, laut Methodenteil sieben Wochen nach einer Woche Eingewöhnung. Freies Testosteron mit ZMA von 132,1 auf 176,3 pg/ml, mit Scheinmittel von 141,0 auf 126,5. Der Wachstumsfaktor IGF-1 stieg laut Kurzfassung mit ZMA (424,2 auf 439,3 ng/ml) und sank mit Scheinmittel (437,3 auf 343,3 ng/ml), gesichert; der Ergebnisteil spricht dagegen nur von einem Trend. Kraft und Leistung der Beinmuskeln stiegen mit ZMA stärker. Die Autoren nennen ihre Ergebnisse vorläufig. Interessenkonflikt: Die Studie bezahlte die Firma SNAC System, von der das ZMA stammte; der Mitautor V. Conte war an der Firma beteiligt, das Patent für ZMA angemeldet – so steht es in der Arbeit selbst. Einschränkung: hohe Abbruchquote, ungleiche Ausgangswerte der Gruppen, Messzeiten nicht nach Gruppen abgestimmt; Kurzfassung und Ergebnisteil weichen voneinander ab. Volltext gelesen.
25Hemilä H (2017). Zinc lozenges and the common cold: a meta-analysis comparing zinc acetate and zinc gluconate, and the role of zinc dosage. JRSM Open 8(5):2054270417694291. DOI 10.1177/2054270417694291 · PMID 28515951 · PMC5418896 Auswertung von 7 Studien mit 575 Teilnehmern mit natürlicher Erkältung; nur Lutschtabletten mit mehr als 75 mg Zink pro Tag, verglichen mit Scheintabletten. Erkältung im Mittel 33 % kürzer (21–45 %); Zinkacetat 40 %, Zinkgluconat 28 %, Unterschied nicht gesichert. 80 bis 92 mg pro Tag (5 Studien): 33 %, 192 bis 207 mg pro Tag (2 Studien): 35 %, Unterschied nicht gesichert. Schluss des Autors: kein Hinweis, dass mehr als 100 mg pro Tag besser wirken. Einschränkung: Auswertung durch einen einzelnen Forscher. Er ist auch Erstautor der Einzeldaten-Auswertung und der Studie mit der handelsüblichen Tablette auf dieser Seite (Belege 28 und 32) – diese Belege stammen also aus derselben Hand und bestätigen sich nicht unabhängig voneinander. Geldgeber und Interessenkonflikte nicht geprüft.
26DeRuisseau KC, Cheuvront SN, Haymes EM, Sharp RG (2002). Sweat iron and zinc losses during prolonged exercise. International Journal of Sport Nutrition and Exercise Metabolism 12(4):428–437. DOI 10.1123/ijsnem.12.4.428 · PMID 12500986 9 Männer und 9 Frauen, Freizeit-Radfahrer, zwei Stunden bei etwa 50 % der maximalen Sauerstoffaufnahme und 23 °C. Die Zinkkonzentration im Schweiß sank über die zwei Stunden. Zinkverlust über den Schweiß in zwei Stunden: 9 % (Männer) und 8 % (Frauen) der US-Tagesempfehlung. Milligramm nennt die Kurzfassung nicht, auch nicht, welche US-Empfehlung die Autoren zugrunde gelegt haben – deshalb rechne ich die Prozente nicht in Milligramm um. Die Zinkzufuhr hing nicht mit dem Zink im Schweiß zusammen. Einschränkung: 18 Menschen, eine Belastung bei angenehmer Temperatur; nur Kurzfassung gelesen. Geldgeber und Interessenkonflikte nicht geprüft.
27Lukaski HC (2004). Vitamin and mineral status: effects on physical performance. Nutrition 20(7–8):632–644. DOI 10.1016/j.nut.2004.04.001 · PMID 15212745 Übersicht: Körperlich Aktive essen meist so viele Vitamine und Mineralstoffe wie für die Allgemeinheit empfohlen. Liegt die Zufuhr darunter, kann die Leistung leiden, bei Mineralstoffen schon bei leichtem Mangel. Wer ausreichend isst, verbessert seine Leistung mit Vitamin- und Mineralstoffpräparaten nicht. Gefährdet sind junge Mädchen und Sportler in Gewichtsklassen oder Sportarten, in denen die Optik zählt, weil sie wenig essen. Einschränkung: Übersicht eines einzelnen Forschers, Stand 2004; was sie im Einzelnen zu Zink sagt, habe ich nicht geprüft (nur Kurzfassung gelesen). Der Autor arbeitete für das US-Landwirtschaftsministerium. Geldgeber und Interessenkonflikte nicht geprüft.
28Hemilä H, Fitzgerald JT, Petrus EJ, Prasad A (2017). Zinc acetate lozenges may improve the recovery rate of common cold patients: an individual patient data meta-analysis. Open Forum Infectious Diseases 4(2):ofx059. DOI 10.1093/ofid/ofx059 · PMID 28480298 · PMC5410113 Auswertung der Einzeldaten aus 3 Studien mit 199 Erkälteten: Lutschtabletten aus Zinkacetat mit 80 bis 92 mg Zink pro Tag über ein bis zwei Wochen gegen Scheintabletten; die Tabletten lösten sich in etwa 15 bzw. 30 Minuten auf. Mit Zink war die Genesungsrate 3,1-mal so hoch (Ratenverhältnis 3,1; 2,1–4,7); am fünften Tag waren 70 % gesund, mit Scheintablette 27 %. Alter, Geschlecht, Allergie, Rauchen und Schwere der Erkältung änderten den Effekt nicht. Keine schweren Nebenwirkungen. Zwei der Studien nahmen nur Erkältungen auf, die höchstens 24 Stunden alt waren; für die dritte, größte, ist der Beginn nicht bekannt. Studien ohne Wirkung hatten oft weniger als 75 mg Zink pro Tag oder Zusätze wie Zitronensäure, die Zink binden; nach Einschätzung der Autoren gilt das auch für die meisten Lutschtabletten im Handel. Rat der Autoren: Lutschtabletten aus Zinkacetat mit höchstens 100 mg Zink pro Tag binnen 24 Stunden nach den ersten Beschwerden ausprobieren. Einschränkung: drei kleine Studien; Menschen mit schweren oder chronischen Erkrankungen waren ausgeschlossen. Drei der vier Autoren waren an den ausgewerteten Studien beteiligt, zwei haben sie geleitet – sie werten also eigene Ergebnisse aus. In der abrufbaren Textfassung fehlten die Angaben zu Geldgebern und Interessenkonflikten, sie sind nicht geprüft.
29Verbraucherzentrale (2026). Mikronährstoffe – Ab wann ist es zu viel? (Stand 19.08.2026). verbraucherzentrale.de Vom BfR empfohlene Höchstmengen für Nahrungsergänzungsmittel pro Tag, unter anderem: Zink 6,5 mg (bei mehr als 3,5 mg der Hinweis, keine weiteren zinkhaltigen Präparate zu nehmen), Magnesium 250 mg, auf zwei oder mehr Portionen verteilt. Die Empfehlungen sind rechtlich nicht verbindlich; gesetzliche Höchstmengen gibt es in Deutschland bisher nicht, einheitliche Werte der EU ebenfalls nicht. Hinweis: Verbraucherinformation auf Grundlage der BfR-Vorschläge, keine eigene Studie.
30Davidson TM, Smith WM (2010). The Bradford Hill criteria and zinc-induced anosmia: a causality analysis. Archives of Otolaryngology – Head & Neck Surgery 136(7):673–676. DOI 10.1001/archoto.2010.111 · PMID 20644061 25 Menschen, die sich in einer Universitätsklinik für Störungen von Nase und Geruchssinn vorstellten, weil sie nach einem frei verkäuflichen Zinkgluconat-Gel für die Nase plötzlich nicht mehr riechen konnten. Die Autoren prüften neun anerkannte Kriterien für Ursache und Wirkung (nach Bradford Hill) an Fällen und Fachliteratur und kommen zu dem Schluss: Zinkgluconat in der Nase verursacht Riechstörungen bis zum Verlust des Geruchssinns. Einschränkung: Fallserie, also beschriebene Einzelfälle, und Literaturauswertung, keine Vergleichsstudie; das Gel war ein in den USA als homöopathisch vermarktetes Mittel. Geldgeber und Interessenkonflikte nicht geprüft.
31Gabreyes AA, Abbasi HN, Forbes KP et al. (2013). Hypocupremia associated cytopenia and myelopathy: a national retrospective review. European Journal of Haematology 90(1):1–9. DOI 10.1111/ejh.12020 · PMID 23034053 Alle Fälle von Kupfermangel in Schottland über fünf Jahre aus einem nationalen Referenzlabor: 16 Menschen. 12 hatten erhöhtes Zink im Serum, neun benutzten bei der Diagnose eine zinkhaltige Haftcreme für Zahnprothesen. 94 % zeigten zuerst Veränderungen im Blut (Blutarmut, zu wenige Blutplättchen oder weiße Blutkörperchen), 75 % Nervenbeschwerden wie zunehmende Gangstörungen und Kribbeln. Mit Kupfer und Beseitigung der Ursache besserten sich 93 % der Blutveränderungen, die Nerven nur bei 25 %; bei 33 % wurden die Beschwerden schlimmer, bei 42 % blieben sie gleich. Einschränkung: 16 Fälle, rückblickend ausgewertet; zeigt, was passieren kann, nicht wie häufig. Zwei der Autoren haben auch die Auswertung in Beleg 33 verfasst. Geldgeber und Interessenkonflikte nicht geprüft.
32Hemilä H, Haukka J, Alho M, Vahtera J, Kivimäki M (2020). Zinc acetate lozenges for the treatment of the common cold: a randomised controlled trial. BMJ Open 10(1):e031662. DOI 10.1136/bmjopen-2019-031662 · PMID 31980506 · PMC7045205 253 Beschäftigte der Stadt Helsinki per Los zugeteilt; 87, die im Winter eine Erkältung bekamen, wurden ausgewertet (45 mit Zink, 42 mit Scheintablette). Handelsübliche Lutschtablette mit 13 mg Zink als Acetat, nach etwa 8 Minuten aufgelöst; sechs am Tag (78 mg geplant, tatsächlich im Mittel 65 mg), höchstens 5 Tage; Beginn im Median 4 Stunden nach den ersten Beschwerden. Kein gesicherter Unterschied in der Erholung (Ratenverhältnis 0,68; 0,42–1,08). In den zwei Tagen nach dem Absetzen erholten sich die Teilnehmer mit Zink langsamer als mit Scheintablette. Ohne jede Nebenwirkung blieben 37 % mit Zink und 69 % mit Scheintablette. Laut Volltext lösten sich die Tabletten in früheren Studien mit Wirkung in 15 bis 30 Minuten auf und waren oft deutlich größer. Die Autoren schreiben, mit Zink-Lutschtabletten aus der Drogerie sei der Nutzen für Erkältete nicht leicht zu erreichen; sie raten künftigen Studien zu mehr als 92 mg Zink pro Tag, einer Einnahme über mehr als 5 Tage und langsamer löslichen Tabletten. Einschränkung: Selbstauskunft per Fragebogen, eine bestimmte Tablette, nur 5 Tage. Geldgeber laut PubMed außerhalb der US-Regierung, Einzelheiten nicht geprüft; Interessenkonflikte nicht geprüft.
33Duncan A, Yacoubian C, Watson N, Morrison I (2015). The risk of copper deficiency in patients prescribed zinc supplements. Journal of Clinical Pathology 68(9):723–725. DOI 10.1136/jclinpath-2014-202837 · PMID 26085547 Schottland: Akten von 70 Menschen, denen Zink verschrieben worden war. 62 % bekamen Mengen, die einen Kupfermangel auslösen können; bei 48 % war Zink im Plasma vermutlich wegen niedrigen Albumins oder einer Entzündung niedrig, nicht wegen eines Mangels. Kupfer wurde nur bei zwei gemessen. 9 % entwickelten eine unerklärte Blutarmut, 7 % Nervenbeschwerden, wie sie für einen Kupfermangel typisch sind. Schluss der Autoren: Wahrscheinlich entwickelt eine bedeutsame Minderheit derer, denen hoch dosiertes Zink verschrieben wird, einen Kupfermangel. Einschränkung: rückblickende Auswertung von Akten, kleine Zahl, keine Vergleichsgruppe; ab welcher Menge die Autoren von einem Risiko ausgehen, habe ich nicht geprüft (nur Kurzfassung gelesen). Geldgeber und Interessenkonflikte nicht geprüft.
34King JC (2011). Zinc: an essential but elusive nutrient. American Journal of Clinical Nutrition 94(2):679S–684S. DOI 10.3945/ajcn.110.005744 · PMID 21715515 · PMC3142737 Übersicht: Bei zu wenig Zink im Essen sinken die Verluste des Körpers sofort deutlich; hält der Engpass an, holt er Zink aus kleinen Reserven – vermutlich hat jede Zelle eine kleine Reserve. Zink im Plasma sinkt bei schwerem Mangel rasch, bei leichtem nur mäßig; es sinkt aber auch bei Infekten, Verletzungen, Stress, der Einnahme von Steroiden und nach einer Mahlzeit, weil Zink dann aus dem Blut in die Gewebe wandert. Einschränkung: Übersicht einer einzelnen Forscherin; nur Kurzfassung gelesen. Geldgeber und Interessenkonflikte nicht geprüft.
35Henderson LM, Brewer GJ, Dressman JB et al. (1995). Effect of intragastric pH on the absorption of oral zinc acetate and zinc oxide in young healthy volunteers. Journal of Parenteral and Enteral Nutrition 19(5):393–397. DOI 10.1177/0148607195019005393 · PMID 8577018 10 Gesunde (5 Männer, 5 Frauen); je 50 mg Zink als Acetat oder Oxid nach neun Stunden Fasten, bei saurem Magen (pH höchstens 3) oder nach dem Magensäureblocker Famotidin (pH mindestens 5). Fläche unter der Kurve des Plasmazinks – ein Maß dafür, wie viel im Blut ankommt: Acetat 524 (sauer) und 378 (wenig Säure), Oxid 364 und 66 µg·h/dl. Schluss der Autoren: Zinkoxid eignet sich nicht für Menschen mit wenig Magensäure. Einschränkung: 10 Menschen, je eine hohe Dosis; die Aufnahme nur über den Blutwert erfasst. Geldgeber laut PubMed: Gesundheitsdienst der US-Regierung und außerhalb der US-Regierung, Einzelheiten und Interessenkonflikte nicht geprüft.
36Tran CD, Miller LV, Krebs NF, Lei S, Hambidge KM (2004). Zinc absorption as a function of the dose of zinc sulfate in aqueous solution. American Journal of Clinical Nutrition 80(6):1570–1573. DOI 10.1093/ajcn/80.6.1570 · PMID 15585770 8 gesunde Erwachsene (3 Männer, 5 Frauen); nüchtern Zinksulfat in Wasser gelöst, sechs Dosen von 2 bis 30 mg; die Aufnahme wurde mit markiertem Zink gemessen. Aufgenommen: 7,4 mg von 10,4 mg, 11,0 mg von 20,3 mg und 11,2 mg von 30,1 mg; das Modell der Autoren sagt höchstens etwa 13 mg voraus. Schluss: Über 20 mg steigt die aufgenommene Menge kaum noch. Einschränkung: 8 Menschen, in Wasser gelöst und nüchtern – mit Tabletten und Essen kann es anders aussehen. Geldgeber laut PubMed: Gesundheitsdienst der US-Regierung und außerhalb der US-Regierung, Einzelheiten und Interessenkonflikte nicht geprüft.
37Morgado A, Tsampoukas G, Sokolakis I et al. (2023). Do "testosterone boosters" really increase serum total testosterone? A systematic review. International Journal of Impotence Research 36(4):348–364 (Druckausgabe 2024). DOI 10.1038/s41443-023-00763-9 · PMID 37697053 Übersichtsarbeit über Studien aus zwei Jahrzehnten: 52 Studien zu 27 als Testosteron-Booster verkauften Mitteln, darunter 5 zu Zink und Magnesium; Maßstab war der Anstieg des Gesamt-Testosterons gegenüber Scheinmittel bei Sportlern, Männern mit altersbedingt niedrigem Testosteron, unfruchtbaren und gesunden Männern. Die meisten Mittel hoben das Testosteron nicht; als wirksam oder möglicherweise wirksam stuften die Autoren nur wenige ein – Zink und Magnesium gehören nicht dazu. Einschränkung: nur Kurzfassung gelesen; wie die Autoren die Studien zu Zink im Einzelnen bewertet haben, habe ich nicht geprüft. Die Autoren erklären keine Interessenkonflikte.
Was auf dieser Seite fehlt – und warum Werte für Kinder und Jugendliche (außer in der Rechnung des BfR in Kapitel 05), Zink als Arzneimittel bei Krankheiten und Zink für Haut und Haare behandelt diese Seite nicht. Die Lebensmittelwerte stammen aus einer US-Tabelle; für Produkte aus deutschen Läden können sie etwas abweichen. Welches Präparat im Handel einer Studie entspricht, kann ich nicht sagen. Die Rezeptgrenze für Zink-Arzneimittel habe ich nur über die Verbraucherzentrale geprüft, nicht an der Verordnung selbst. Geldgeber und Interessenkonflikte stehen meist nur in der vollständigen Arbeit; wo ich sie nicht selbst gelesen habe – meist, weil nur die Kurzfassung frei zugänglich war oder der Abruf nicht klappte, als ich die Quellen im Oktober 2026 geprüft habe –, steht „nicht geprüft“. Lieber eine ehrliche Lücke als eine Angabe, für die niemand geradesteht.
Zum Schluss, in eigener Sache Ich bin Personal Trainer, kein Arzt. Ich behandle nichts – ich trainiere um Beschwerden herum und Schritt für Schritt in mehr Belastbarkeit hinein. Wo ärztliche Freigabe nötig ist, fange ich ohne sie nicht an. Diese Seite erklärt, was Studien zeigen, und ersetzt keine ärztliche Beratung.