Energy-Gels sind Kohlenhydrate zum Schlucken: meist Maltodextrin, also Ketten aus Traubenzucker, in den meisten Gels dazu Fruchtzucker – rund 25 Gramm in einem kleinen Beutel.1, 2 Sie sollen Läufern, Radfahrern und Triathleten bei langen Belastungen Nachschub liefern, ohne dass sie kauen müssen. Unter 45 Minuten Belastung brauchst Du laut der Deutschen Gesellschaft für Ernährung, kurz DGE, keine Kohlenhydrate unterwegs, nennenswerte Mengen erst ab einer Stunde zügigem Tempo.3
Ich bin Personal Trainer – was hier steht, habe ich in Studien nachgeschlagen, nicht aus dem Bauch erzählt. Auf vielen Packungen steht ein Verhältnis: früher 2:1, heute oft 1:0,8. Gemeint ist Traubenzucker zu Fruchtzucker. Das neue Verhältnis bringt messbar mehr – aber erst, wenn Du viel davon nimmst.4, 5, 6 Und auch wenn das Gel in Sekunden geschluckt ist: Im Muskel kommt die Energie nach und nach an, nicht auf Knopfdruck.6
Auf einen Blick · Einordnung von Stefan Trost
Acht Fragen, kurz beantwortet
Wenn Du nur ein paar Minuten hast, reicht dieser Kasten. Alles Weitere steht darunter.
Ob Du ein Gel brauchst, entscheiden zwei Dinge: wie lange Du unterwegs bist und wie zügig. Finde Dich in einer der Karten wieder – sie sagen Dir, ob ein Gel für Dich überhaupt in Frage kommt.
Zügig heißt hier: Du atmest deutlich schneller, kommst ins Schwitzen und kannst nur noch in kurzen Sätzen reden. Das ist meine Übersetzung für den Alltag. Die Studien auf dieser Seite liefen meist bei 60 bis 70 Prozent der maximalen Sauerstoffaufnahme – dem Maß für die größtmögliche Ausdauerleistung –, also deutlich unter Vollgas, aber klar über einem Spaziergang;6, 11, 17 die Mengen der DGE gelten für intensive Belastung.3 Flottes Gehen zählt in einer großen internationalen Sammeltabelle zum Energieverbrauch als mittlere Intensität, nicht als hohe.18 Für Krafttraining und die meisten Kurse brauchst Du kein Gel: Die Studien und Empfehlungen hier drehen sich um lange Ausdauerbelastungen. Das ist meine Einschätzung, keine Studienregel.
Bis zweieinhalb Stunden nennt die DGE 30 bis 60 Gramm Kohlenhydrate pro Stunde, darüber bis zu 90.3 Trainierte Radfahrer vertrugen in einer Studie sogar 120 Gramm pro Stunde gut – aus Getränk, Gel, Fruchtgummi oder allem gemischt.19 Mehr bringt das aber nicht automatisch: In einer anderen Studie schonten 120 statt 90 Gramm die eigenen Speicher nicht zusätzlich.20
Unter 45 Minuten sieht die DGE keine Notwendigkeit für Kohlenhydrate unterwegs, bis 75 Minuten genügen kleine Mengen – oder sogar nur den Mund mit einem Zuckergetränk ausspülen; warum das wirkt, steht in Kapitel 04.3 Für diese Dauer reichen in aller Regel die Speicher, die Du mitbringst.
Bei lockerem Tempo verbraucht Dein Körper wenig Blutzucker und wenig vom Zuckerspeicher im Muskel – Fachleute sagen Glykogen; beides steigt mit dem Tempo.7 Bei niedriger Belastung sollen die Mengen deshalb nach unten angepasst werden.5 Bekommst Du auf einer langen, lockeren Tour Hunger, tut es auch ein Riegel – die Form ist laut DGE Geschmackssache.3
Ein Gel liefert rund 100 Kilokalorien. Bei 80 Kilogramm macht das beim flotten Gehen ein Drittel des Mehrverbrauchs wieder wett – die Rechnung steht direkt unter den Karten. Wer zum Abnehmen unterwegs ist und nicht auf Leistung trainiert, lässt das Gel besser weg. Das ist meine Einschätzung, keine Studienregel.
Laut einer aktuellen Übersichtsarbeit – einer Auswertung vieler Studien – liefen weniger als 3 Prozent der Studien in diesem Feld nur mit Frauen. In den wenigen direkten Vergleichen verbrannten Frauen den geschluckten Zucker ähnlich gut oder etwas weniger pro Minute als Männer.6 Eine grundsätzliche Grenze zeigte sich nicht – mehr Forschung fordern die Autoren ausdrücklich.6
Bei Erkrankungen von Herz, Kreislauf, Gelenken oder Stoffwechsel klärst Du vorher mit Deinem Arzt, ob und wie viel davon für Dich passt.
gerechnet Von mir aus Tabellenwerten gerechnet: die 25 Gramm aus einer gemeinsamen Stellungnahme von Fachleuten des Internationalen Olympischen Komitees,1 die 4 Kilokalorien je Gramm aus dem öffentlichen Gesundheitsportal Österreichs,21 die 4,8 MET aus derselben Sammeltabelle zum Energieverbrauch von Aktivitäten.18 MET heißt metabolisches Äquivalent – ein Vielfaches des Ruheumsatzes. Die 80 Kilogramm sind ein Beispiel; Tabellenwerte sind Mittelwerte, Dein eigener Verbrauch kann abweichen.
Wenn Du nur ein Kapitel liest, dann dieses. Ob ein Gel hilft, entscheidet sich weniger an der Marke als an Menge, Zeitpunkt und Wasser.
In den meisten Gels stecken zwei Zuckerarten. Bei 2:1 ist der Traubenzucker die 2 und der Fruchtzucker die 1 – meist steht der Traubenzucker vorn. Manche Hersteller drehen die Reihenfolge um und schreiben 0,8:1; gemeint ist dasselbe wie 1:0,8, also etwas weniger Fruchtzucker als Traubenzucker.2
Glukose ist Traubenzucker, der Stoff, mit dem Dein Muskel am direktesten arbeitet. Maltodextrin besteht aus Ketten von Glukose, ist kaum süß und im Darm sehr schnell zerlegt – im Körper verhält es sich wie Glukose.5 Fruktose ist Fruchtzucker. Allein geschluckt wird sie langsamer aufgenommen und muss erst in der Leber umgebaut werden; in Vergleichen lag ihre Verbrennung typischerweise rund ein Viertel unter der von Glukose.6 Warum steckt sie trotzdem im Gel? Weil sie eine andere Tür in den Körper nimmt.
Glukose gelangt über einen bestimmten Transporter aus dem Darm ins Blut. Dieser Transporter ist bei rund 60 Gramm pro Stunde ausgelastet – mehr Glukose kommt kaum schneller an, egal wie viel Du nachschiebst.5 Fruktose nutzt einen anderen Transporter. Wer beide Zucker zusammen nimmt, öffnet also zwei Türen gleichzeitig; Fachleute sprechen von mehrfach transportierbaren Kohlenhydraten.
Wie viel vom geschluckten Zucker tatsächlich verbrannt wird, lässt sich messen: Der Zucker trägt eine natürliche Markierung, die in der ausgeatmeten Luft wieder auftaucht.26, 27 Wie viel das bringt, zeigte eine Studie mit trainierten Radfahrern: Mit Glukose plus Fruktose verbrannten sie den geschluckten Zucker in der Spitze mit 1,26 Gramm pro Minute, mit reiner Glukose – ob in derselben Gesamtmenge oder einem Drittel weniger – nur mit 0,80 bis 0,83. Das sind rund 55 Prozent mehr.28 In neueren Studien mit 120 Gramm pro Stunde lagen trainierte Radfahrer in der Spitze bei rund 1,6 Gramm pro Minute.19, 20
Die meisten frühen Studien nutzten zwei Teile Glukose auf einen Teil Fruktose – dasselbe Verhältnis, das als 2:1 auf vielen Packungen steht.20 Eine Forschergruppe verglich dann gezielt verschiedene Mischungen. Bei 108 Gramm pro Stunde verbrannten Radfahrer mit 1:0,8 rund 11 Prozent mehr vom geschluckten Zucker als mit 2:1 und klagten am wenigsten über Völlegefühl, Krämpfe und Übelkeit.27 Bei 90 Gramm pro Stunde waren es 18 Prozent mehr, und die Leistung in abschließenden Sprints lag knapp 3 Prozent höher.4 Eine aktuelle Übersichtsarbeit zu Kohlenhydraten unterwegs sieht den günstigsten Bereich irgendwo zwischen 1:0,6 und 1:1.6
gerechnet Von mir aus den Verhältniszahlen gerechnet. Ob ein Hersteller das Verhältnis aus Glukose plus Maltodextrin oder nur aus Glukose bildet, steht nicht immer auf der Packung.
Bis etwa 60 Gramm pro Stunde reicht eine einzige Zuckerart – dafür ist die Glukose-Tür groß genug.5, 6 Die direkten Vergleiche verschiedener Verhältnisse liefen mit rund 70 bis 110 Gramm pro Stunde,6 die beiden hier genannten mit trainierten Radfahrern.4, 27 Wer eine Stunde läuft und ein Gel nimmt, merkt vom Verhältnis also nichts. Das ist meine Folgerung, keine Studienregel.
Und mehr ist nicht automatisch besser: Mit 120 Gramm pro Stunde im Verhältnis 1:0,8 verbrannten Radfahrer in einer Studie 17 Prozent mehr vom geschluckten Zucker als mit 90 Gramm im Verhältnis 2:1. Die eigenen Speicher schonte das aber nicht zusätzlich, und in der letzten Stunde wurde ein kleinerer Anteil des geschluckten Zuckers verbrannt, 76 statt 86 Prozent. Aus Sicht des Stoffwechsels brachte die höhere Menge den Autoren zufolge keinen Vorteil.20
Fachleute fragen, wann ein Stoff bioverfügbar ist – also im Blut angekommen und für den Muskel nutzbar. Beim Gel passiert das nicht auf einen Schlag, sondern in Etappen. Die Zeitangaben stammen aus verschiedenen Studien, meist mit trainierten Radfahrern, die ab dem Start regelmäßig Kohlenhydrate bekamen. Die Zeitachse zählt also ab Beginn der Belastung, nicht ab einem einzelnen Gel: Ein Teil des Zuckers ist schon nach wenigen Minuten im Darm,9 die volle Verbrennung baut sich mit dem Nachschub über die Stunden auf. Die Zeitachse zeigt die Reihenfolge, keinen Fahrplan auf die Minute.
Der Mund erkennt Kohlenhydrate, bevor Du schluckst. In Untersuchungen mit Bildgebung reagierten Belohnungszentren im Gehirn auf Glukose, nicht aber auf einen Süßstoff – und auf kaum süßes Maltodextrin ähnlich wie auf Glukose.8 Schon das Ausspülen des Mundes mit einer Zuckerlösung machte Radfahrer in Zeitfahren von rund einer Stunde ein bis zwei Minuten schneller – ohne dass sie etwas schluckten.8, 30
Das ist kein Treibstoff, sondern ein Signal. Es erklärt vermutlich, warum ein Gel sich sofort gut anfühlen kann, obwohl im Muskel noch nichts angekommen ist – das ist meine Einschätzung.
Der Magen gibt Zuckerlösungen nur portionsweise weiter. Von einer dünnen Glukoselösung hatte in einer Studie nach 17 Minuten die Hälfte den Magen verlassen, von einer konzentrierten erst nach 130 Minuten. Bei gleicher Konzentration ging Maltodextrin schneller als Glukose.9 Während einer Radbelastung hatte der Magen von einem Getränk mit 17 Prozent Zucker nach 80 Minuten erst gut drei Fünftel weitergegeben, von einem dünnen mit 4,5 Prozent und von Wasser fast alles.10
Gemessen wurde dabei die Flüssigkeit, nicht der Zucker. Weil in der konzentrierten Lösung so viel mehr Zucker steckt, wurde davon trotzdem mehr verbrannt – rund 42 Gramm aus dem 17-prozentigen Getränk gegenüber 31 aus dem dünnen, in 80 Minuten, gerechnet aus den Prozentangaben derselben Studie. Das Wasser dagegen kam mit den konzentrierten Getränken langsamer im Blut an, und reine Glukose zog im Dünndarm in einem Test in Ruhe sogar Wasser hinein – gleich konzentriertes Maltodextrin nicht.10 Wasser zum Gel macht die Energie also nicht schneller, es hilft der Flüssigkeit.
Aus dem Darm gelangt der Zucker ins Blut und zum Muskel. In älteren Studien stieß die Verbrennung des geschluckten Zuckers bei rund einem Gramm pro Minute an ihre Grenze,26 mit Glukose plus Fruktose lag sie später höher.28 Wie viel davon verbrannt wird, hängt auch vom Tempo ab: Bei sehr lockerer Belastung wird weniger verbrannt, deshalb sollen die Mengen dann nach unten angepasst werden.5
Die Verbrennung des geschluckten Zuckers steigt über die Stunden an. Ihren Höchstwert erreicht sie oft erst nach rund zwei Stunden,6 in einer Studie mit drei Stunden Radfahren sogar erst am Ende.11 Passend dazu zeigen sich Leistungsunterschiede zwischen verschiedenen Zuckermischungen meist erst ab der dritten Stunde.5
Die Leber speichert höchstens rund 100 Gramm Zucker als Glykogen; bei einem 75 Kilogramm schweren Sportler in zügigem Tempo gibt sie etwa 30 Gramm pro Stunde davon ab. Ohne Kohlenhydrate unterwegs droht bei längerer, zügiger Belastung nach rund drei Stunden eine Unterzuckerung.6 Genau dagegen ist das Gel gemacht – als Reservekanister, der früh angezapft werden will.
gerechnet Von mir aus den Werten gerechnet: Gelgröße aus der Stellungnahme der Fachleute des Internationalen Olympischen Komitees,1 Sportgetränk und Trinkmenge – alle 15 Minuten 150 bis 350 Milliliter – aus dem Positionspapier der DGE.3 Gramm und Milliliter habe ich gleichgesetzt, das ist bei Wasser genau und beim Gel grob. Ob sich Gel und Wasser im Magen so mischen wie ein fertiges Getränk, ist damit nicht gesagt.
Für den Körper kaum. In einer Studie verbrannten Radfahrer den Zucker aus einem Gel mit Wasser genauso gut wie aus einem Getränk mit gleicher Zucker- und Wassermenge, 1,44 gegenüber 1,42 Gramm pro Minute.11 Bei 120 Gramm pro Stunde machte es keinen Unterschied, ob der Zucker als Getränk, Gel, Fruchtgummi oder alles gemischt kam.19 Ein praktischer Unterschied bleibt: Ein Rest bleibt gern im Beutel, sodass am Ende weniger im Körper landet als gedacht.6
Gel ist nicht gleich Gel. Die Unterschiede liegen weniger im Zucker als in der Verdünnung, in der Menge pro Beutel und in dem, was zusätzlich drinsteckt.
Rund 25 Gramm Kohlenhydrate in einem kleinen Beutel, meist Maltodextrin, oft mit Fruchtzucker.1 Ob Wasser dazugehört, sagen die Hersteller unterschiedlich: Manche empfehlen es ausdrücklich, andere werben auch bei konzentrierten Gels mit „ohne Wasser“.2 Was Wasser bewirkt, steht in Kapitel 04.
Isotonisch heißt: gleich viele gelöste Teilchen wie im Blut. Solche Gels sind so stark verdünnt, dass sie laut Hersteller ohne Wasser auskommen.2 Dafür trägst Du für dieselbe Menge Zucker mehr Gewicht mit: 22 Gramm in 60 Millilitern statt rund 25 Gramm in einem Beutel von 30 bis 40 Gramm.1, 2
Gemacht für Sportler, die 90 Gramm pro Stunde und mehr anpeilen; ein wiederverschließbarer Beutel auf dem Markt enthält sogar drei Portionen mit zusammen 90 Gramm.2 Für Einheiten unter 75 Minuten ist das mehr, als die DGE nennt – dort reichen kleine Mengen.3
Enthält zusätzlich Alginat, einen Gelbildner aus Algen, in manchen Produkten auch Pektin. Im sauren Magen soll daraus ein festeres Gel werden, das den Zucker schonend weitergibt.17, 31 Ob das den Magen wirklich schont, ist umstritten – mehr im Kasten unten.
Viele Marken bieten Sorten mit Koffein an, von 20 bis 200 Milligramm pro Beutel.2 Koffein wirkt – aber es summiert sich. Mehr dazu in Kapitel 06.
Manche Gels enthalten Natrium, Aminosäuren – also Eiweißbausteine – oder Stoffe, die als Nootropika beworben werden, als Mittel für den Kopf.2 Von diesen Zusätzen nimmt sich diese Seite die Nootropika vor, in Kapitel 06.
Die Tabelle zeigt verbreitete Marken mit ein bis drei Produkten und den Angaben, die die Hersteller selbst machen. Sie ist keine Empfehlung und kein Test – welches Gel Dir bekommt, zeigt nur Dein eigener Magen im Training.
| Produkt | Kohlenhydrate | Zucker | Koffein | Besonderheit |
|---|---|---|---|---|
| PowerBarPowerGel Original | 26 g | Maltodextrin und Fruktose, 2:1 | einzelne Sorten rund 50 mg | mit Wasser einnehmen |
| PowerBarFuel Gel 30 | 30 g | Maltodextrin und Fruktose, 1:0,8 | Sorte Cola-Orange 100 mg | laut Hersteller ohne Nachtrinken |
| Science in SportGO Isotonic | 22 g | nur Maltodextrin | Sorten mit 75 mg | isotonisch, 60 ml, ohne Wasser |
| Science in SportBeta Fuel | 40 g | Maltodextrin und Fruktose, 1:0,8 | ohne | hochdosiert |
| Science in SportBeta Fuel + Nootropics | 40 g | Maltodextrin und Fruktose, 1:0,8 | 200 mg | mit L-Theanin, Taurin und Citicolin; laut Hersteller höchstens ein Gel am Tag |
| MaurtenGel 100 · Gel 160 | 25 · 40 g | Glukose und Fruktose, 1:0,8 | Gel 100 Caf 100: 100 mg | Hydrogel mit Alginat; ohne Wasser, Trinken bleibt laut Hersteller wichtig |
| High5Energy Gel | 23 g | Glukosesirup und Maltodextrin; Fruktose nicht als eigene Zutat genannt | Sorte mit 30 mg | Flüssigkeit dazu empfohlen; Variante „Aqua“ ohne Wasser |
| GUEnergy Gel | 21–23 g | Maltodextrin und Fruktose, Verhältnis nicht angegeben | 0, 20 oder 40 mg | ein paar Schlucke Wasser dazu; mit Aminosäuren |
| Precision Fuel & HydrationPF 30 · PF 90 | 30 · 90 g | auf der Herstellerseite nicht genannt | PF 30 als Sorte mit 100 mg | PF 90: drei Portionen in einem wiederverschließbaren Beutel; weniger Nachtrinken nötig, schreibt der Hersteller |
| EnervitCarbo Gel C2:1PRO | 40 g | 2:1 | Sorte mit 100 mg | auch als Variante mit Natrium |
| Dextro EnergyGel 40 | 40 g | Maltodextrin und Fruktose, 1:0,8 | Sorte Lemon 100 mg | hochdosiert |
| NeversecondC30 | 30 g | 2:1 | Sorte C30+ mit 75 mg | laut Hersteller isotonisch und ohne Wasser – rechnerisch nicht plausibel, siehe unten |
Herstellerangaben Abgelesen auf den Internetseiten der Hersteller im Oktober 2026, Kohlenhydrate je Beutel. Keine eigenen Messungen und keine Empfehlung; Rezepturen ändern sich, und nicht jede Sorte gibt es in jedem Land. „Ohne Wasser“ heißt bei konzentrierten Gels nur, dass sie sich ohne Nachtrinken schlucken lassen – im Magen bleiben sie konzentriert, Wasser dazu schadet nicht; das ist meine Einschätzung. Drei Widersprüche sind mir aufgefallen: Neversecond nennt sein C30 „isotonisch“ – bei 30 Gramm Zucker in 60 Millilitern, davon ein Drittel Fruktose, kann das nach meiner Rechnung nicht stimmen; nachgemessen habe ich es nicht. Für die Sorte Double Espresso der GO-Gels mit Koffein nennt die deutsche Seite von Science in Sport in der Beschreibung 75, in der Nährwerttabelle 150 Milligramm Koffein, die US-amerikanische Seite 75; und beim Gel mit Nootropika führt die Herstellerseite B-Vitamine auf, die in der Zutatenliste eines Händlers fehlen.2 Weitere Marken werben ebenfalls mit 1:0,8 – die Tabelle zeigt eine Auswahl.
Viele Gels gibt es mit Koffein, einzelne mit Stoffen, die als Nootropika beworben werden. Für Koffein ist die Wirkung gut belegt. Für die übrigen Zusätze kaum – und eine Studie, die sie im Gel unterwegs geprüft hat, habe ich nicht gefunden.
Koffein hat gut belegte Vorteile für die Ausdauerleistung. Nach der gemeinsamen Stellungnahme von Fachleuten des Internationalen Olympischen Komitees wirken 3 bis 6 Milligramm pro Kilogramm Körpergewicht, etwa eine Stunde vor dem Start genommen; auch kleinere Mengen um 200 Milligramm kommen in Frage, vor und während der Belastung zusammen mit Kohlenhydraten.1 100 bis 300 Milligramm unterwegs, genommen nach 15 bis 80 Minuten Belastung, können Zeitfahren auf dem Rad um 3 bis 7 Prozent verbessern.1 Mehr bringt nicht mehr: Ab etwa 9 Milligramm pro Kilogramm gab es keinen zusätzlichen Nutzen, aber häufiger Übelkeit, Unruhe und Schlafprobleme.1
Für gesunde Erwachsene stuft die europäische Lebensmittelbehörde bis 200 Milligramm auf einmal als unbedenklich ein – auch weniger als zwei Stunden vor intensivem Sport unter normalen Umgebungsbedingungen – und bis 400 Milligramm über den Tag; für Schwangere liegt die Tagesgrenze bei 200 Milligramm. Für Menschen mittleren und höheren Alters bei intensiver Belastung gibt es laut Behörde keine Studien.22 Die höheren Mengen aus dem Leistungssport liegen damit über der Einzelmenge von 200 Milligramm – bei 80 Kilogramm wären 3 bis 6 Milligramm pro Kilogramm 240 bis 480 Milligramm, gerechnet. Für Freizeitsportler ist der untere Bereich um 200 Milligramm deshalb der sinnvollere Rahmen; das ist meine Einschätzung. Abends wird Koffein zum Problem: Schon 100 Milligramm kurz vor dem Schlafengehen können bei manchen den Schlaf stören,22 und in einer Studie störten 400 Milligramm den Schlaf selbst dann noch, wenn sie sechs Stunden vor dem Zubettgehen genommen wurden.23 Wer abends läuft, nimmt besser ein Gel ohne Koffein. Das ist meine Einschätzung, keine Studienregel.
gerechnet Von mir aus den Herstellerangaben und den Grenzwerten der Behörde gerechnet.2, 22 Die Grenzwerte gelten für gesunde Erwachsene; Kaffee, Tee, Cola und Energydrinks zählen mit.
Das Wort verbindet zwei griechische Wörter für „Denken“ und „lenken“. Geprägt hat es ein Pharmakologe Anfang der Siebzigerjahre, für Stoffe, die Gedächtnis und Lernen fördern sollen – vor allem dann, wenn beides beeinträchtigt ist.13, 36 Die meisten dieser Stoffe wirken nicht nach einer einzelnen Dosis, sondern erst nach längerer Einnahme, und wie sie bei Gesunden auf Dauer wirken, ist unbekannt. Gesunden ohne Einschränkungen beim Denken empfehlen die Autoren einer Übersichtsarbeit sie deshalb nicht.13
Heute ist das Wort vor allem ein Werbebegriff, den Hersteller zur Vermarktung nutzen. In einer Befragung sportlich aktiver Menschen war Koffein das am häufigsten genannte „Nootropikum“, vor Kreatin, Omega-3-Fettsäuren, L-Theanin und Nikotin.37 Wie unscharf der Begriff ist, zeigt die Übersichtsarbeit selbst: Anregende Mittel hat sie bewusst ausgeklammert, weil ihre Hauptwirkung keine nootropische sei.13
Ein Gel auf dem Markt verbindet 40 Gramm Kohlenhydrate im Verhältnis 1:0,8 mit vier Zusätzen, die für den Kopf gedacht sind; die Herstellerseite nennt außerdem B-Vitamine. Der Hersteller empfiehlt höchstens ein Gel am Tag.2 Was die einzelnen Zusätze nach den Studien bringen:
Verbessert Aufmerksamkeit und Ausdauerleistung.1, 14 200 Milligramm sind zugleich die größte Menge, die die Behörde für gesunde Erwachsene auf einmal als unbedenklich einstuft.22
Ein Stoff, der in Teeblättern vorkommt. Zusammen mit Koffein besserten sich in Studien Wachheit und das Umschalten der Aufmerksamkeit in den ersten zwei Stunden – die Wirkung folgte aber eher der Koffeinmenge.38 Bei schwarzem Tee führte die europäische Lebensmittelbehörde die bessere Aufmerksamkeit allein auf das Koffein zurück, nicht auf das L-Theanin.14 Bei trainierten Sportlern brachten in einer Studie weder Koffein noch Theanin noch beides zusammen einen Vorteil bei Ausdauer und Koordination – auch das Koffein nicht, obwohl es in vielen anderen Studien wirkt; Theanin allein schwächte sogar die Haltekraft von Beinen und Rücken.39 Bei Curling-Spielern schnitt die Kombination in hoher Dosis dagegen bei Zielgenauigkeit und einem Aufmerksamkeitstest am besten ab.40
Taurin steckt auch in manchen Energydrinks.1 Eine einzelne Dosis brachte in einer Auswertung von Studien im Mittel einen kleinen Vorteil bei Ausdauer- und Kraftleistungen; die Sicherheit dieser Aussage stufen die Autoren als gering bis sehr gering ein.41 Für die Denkleistung fand eine Auswertung von Studien mit Vergleichsgruppe keinen gesicherten Effekt.42
Citicolin wird als Nahrungsergänzung für die Aufmerksamkeit angeboten. Ein Getränk mit Citicolin und Koffein verbesserte in einer Studie Aufmerksamkeit und Reaktionszeit – die Autoren schreiben selbst, dass sich die Wirkung der Zutaten nicht trennen lässt und auch allein vom Koffein kommen könnte.43 In einer zweiten Studie besserten sich Aufmerksamkeit und Tempo von Jugendlichen nach vier Wochen täglicher Einnahme; drei der Autoren arbeiteten beim Hersteller des Wirkstoffs.44
Rund um Gels kursieren viele Aussagen – Du hörst sie im Studio, von Freunden, im Netz. Von diesen zehn Aussagen stimmt eine, fünf stimmen halb, vier stimmen so nicht. In dieser Liste heißt ✓ stimmt, ~ stimmt halb, ✕ stimmt so nicht.
Zur Ehrlichkeit gehört beides: was die Studien zeigen, und was sie nicht zeigen.
Die Empfehlungen gelten für intensive Belastung; für lockeres Tempo nennt das Positionspapier keine eigenen Mengen.3 Was hier zum Gehen steht, ist aus den Grundlagen abgeleitet – aus Studien zum Brennstoff bei verschiedenem Tempo7 und aus Tabellenwerten zum Energieverbrauch.18
Die meisten Messungen liefen im Labor mit gleichmäßiger Belastung. Die Autoren der aktuellen Übersichtsarbeit aus Kapitel 03 fordern ausdrücklich Studien unter Bedingungen, die echten Wettkämpfen näherkommen – und mit Frauen.6
Eine der Koffein-Studien auf dieser Seite schloss Menschen mit Herzrhythmusstörungen, Bluthochdruck oder Herzschwäche ausdrücklich aus.43 Ob Koffein-Gels dann für Dich in Frage kommen, klärst Du mit Deinem Arzt.
Nicht jede Aussage auf dieser Seite steht gleich fest. Damit Du weißt, worauf Du Dich verlassen kannst, hier die Einordnung in Alltagssprache.
So lesen sich die Stufen: gut belegt – viele Studien oder ein Konsens von Fachleuten, gleiche Richtung · belegt – mehrere kleinere Studien oder eine Empfehlung von Fachgesellschaften · erste Hinweise – wenige Studien oder überwiegend eine Arbeitsgruppe · uneinheitlich – Studien widersprechen sich · nicht belegt – keine Studie gefunden, die es zeigt.
| Aussage | Einordnung |
|---|---|
| Glukose plus Fruktose wird bei großen Mengen besser verbrannt als Glukose allein | gut belegt – viele Messungen mit markiertem Zucker, gleiche Richtung |
| Koffein verbessert die Ausdauerleistung | gut belegt – gemeinsame Einschätzung von Fachleuten des Internationalen Olympischen Komitees |
| Unter 45 Minuten braucht es keine Kohlenhydrate unterwegs | belegt – Empfehlung der DGE nach den Werten einer US-Fachgesellschaft, für intensive Belastung |
| Konzentrierte Zuckerlösungen verlassen den Magen langsamer, ihr Wasser kommt später im Blut an | belegt – zwei kleine Studien, gleiche Richtung, mit Getränken statt Gels; verbrannt wurde trotzdem mehr Zucker |
| Gel mit Wasser wird so gut verbrannt wie ein Getränk | belegt – zwei kleine Studien, gleiche Richtung; beide mit Verbindungen zu Herstellern |
| Die Verbrennung erreicht ihren Höchstwert erst nach rund zwei Stunden | belegt – Messungen mit markiertem Zucker, fast nur im Labor |
| Ausspülen des Mundes verbessert rund einstündige Leistungen | belegt – mehrere kleine Studien |
| 1:0,8 schlägt 2:1 bei großen Mengen | erste Hinweise – wenige kleine Studien, überwiegend aus einer Arbeitsgruppe in Neuseeland |
| Der Darm lässt sich auf Kohlenhydrate unterwegs trainieren | erste Hinweise – zwei kleine Studien; eine Übersichtsarbeit hält es für vielversprechend |
| Hydrogel schont den Magen oder bringt Leistung | uneinheitlich – eine Studie dafür, mehrere dagegen |
| Mehr als 90 Gramm pro Stunde bringen mehr Leistung | nicht belegt – mehr Verbrennung gemessen, kein Leistungsvorteil gezeigt |
| Nootropika außer Koffein bringen unterwegs etwas | nicht belegt – Wirkung vom Koffein kaum zu trennen oder klein und unsicher; im Gel unterwegs nicht geprüft |
Das Kurze · Fazit in Zahlen
Jede Zahl mit Quelle und Haken
Die sechs Zahlen stammen aus Studien, einer Übersichtsarbeit, einem Positionspapier und den Angaben einer Behörde, Stand Oktober 2026. Zu jeder steht, wer untersucht wurde, was herauskam und wo der Haken liegt.
Bis 75 Minuten genügen kleine Mengen, für ein bis zweieinhalb Stunden nennt die DGE 30 bis 60 Gramm pro Stunde: Für die kurze Runde reicht Wasser.
Eine Empfehlung für intensive Belastung, keine einzelne Studie; für lockeres Gehen gibt es keine eigenen Zahlen.
Mehr kommt nur über eine zweite Zuckerart an: Fruktose öffnet eine zweite Tür.
Übersichtsarbeit, überwiegend auf Studien mit Trainierten gestützt; der Autor arbeitete damals für das Forschungsinstitut der Sportgetränkemarke Gatorade. Bei sehr lockerem Tempo liegt der Bedarf niedriger.
Bei 90 Gramm pro Stunde, dazu knapp 3 Prozent mehr Sprintleistung: Das neue Verhältnis zählt bei großen Mengen.
Zwölf Radfahrer, Getränk statt Gel; die Forschung zu 1:0,8 stammt überwiegend aus einer Arbeitsgruppe in Neuseeland. Bis etwa 60 Gramm pro Stunde ist das Verhältnis nachrangig.
Wer unterwegs regelmäßig Kohlenhydrate übt, verträgt sie besser: Gels gehören ins Training, nicht erst in den Wettkampf.
25 Läufer auf drei Gruppen verteilt, also kleine Gruppen, zwei Wochen, Labor. Geübt wurde mit Gel-Scheiben aus dem Labor statt mit Gels aus dem Handel, und kohlenhydratreiches Essen wirkte genauso gut.
Nach zwei Stunden gleichmäßigem Fahren, mit Glukose plus Fruktose; gegenüber reiner Glukose waren es 8 Prozent: Der Reservekanister wirkt, wenn es lang wird.
Acht trainierte Radfahrer im Labor, Getränk mit 108 Gramm pro Stunde. Die 19 Prozent sind ein Plus an Leistung in Watt; die Zeiten, die die Studie selbst angibt, passen nicht dazu, die Wattwerte aus einer Übersichtsarbeit schon.
Über den Tag bis 400 Milligramm: Koffein-Gels zählen mit.
Gilt für gesunde Erwachsene unter normalen Umgebungsbedingungen; für Schwangere liegt die Grenze bei 200 Milligramm am Tag, und für intensive Belastung im mittleren und höheren Alter gibt es keine Studien. Schon 100 Milligramm kurz vor dem Schlafengehen können bei manchen den Schlaf stören.
Jede Zahl ist an ihrer Quelle selbst geprüft, Stand Oktober 2026 – die Studien überwiegend an ihrer Kurzfassung in PubMed, der großen Datenbank für medizinische Studien, das Positionspapier und die Behördenangaben an ihrem Wortlaut. Die vollständigen Angaben, mit Teilnehmern, Geldgebern und Interessenkonflikten, folgen im Kapitel „Belegt“.
Zu jeder hochgestellten Zahl im Text: Quelle, Untersuchte, Ergebnis, Einschränkung, Geldgeber und Interessenkonflikte. Studien habe ich über PubMed geprüft, die Empfehlungen am Positionspapier der DGE, die Grenzwerte für Koffein an der Kurzfassung der Behörde und die Produktangaben auf den Seiten der Hersteller. Wo sich etwas nicht prüfen ließ, steht das dabei.