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die fittermacher
Cardio-Erholung
Wissen · Stefan Trost
Herz · Ausdauer · Messen

Cardio-Erholung: Was Dein Puls nach dem Training verrät

Wie schnell Dein Puls in der ersten Minute nach dem Training fällt, zeigt, wie zügig Dein Körper von Gas auf Bremse umschaltet. Ein einzelner niedriger Wert auf der Uhr ist kein Befund – weder fürs Herz noch für Übertraining. Vergleichen kannst Du den Wert nur mit Dir selbst, unter gleichen Bedingungen und über Wochen.

Die Cardio-Erholung – Fachleute sagen Herzfrequenzerholung – ist die Zahl der Schläge, um die Dein Puls in der ersten Minute nach dem Aufhören fällt, gerechnet vom Puls am Ende der Belastung.1 Im Belastungs-EKG beim Arzt, auf Rad oder Laufband bis zur Ausbelastung, also bis es nicht mehr weitergeht, ging ein langsamer Abfall mit einem höheren Sterberisiko einher – in Beobachtungsstudien, die einen Zusammenhang zeigen, keine Ursache.1, 2 Für Uhrwerte nach normalem Training habe ich dazu keine Studie gefunden.

Eine geprüfte Bewertungstabelle für Uhrwerte gibt es nach meinem Stand nicht. Die oft genannte Grenze von 12 Schlägen stammt aus dem Belastungs-EKG, gemessen beim langsamen Weitergehen; wer sich sofort hinlegte, hatte die Grenze 18.3, 4 Mein Rat: Miss immer gleich und achte auf den Verlauf über Wochen.

11–20 %
so stark schwankte der 1-Minuten-Wert bei Wiederholung schon im Labor, ganz ohne Uhr – ein einzelner Wert sagt wenig5, 6
97 %
der Fälle zeigte eine Uhr am Handgelenk den Abfall später an als das EKG – eine Studie, ein Modell7
≤ 12
Schläge gelten im Belastungs-EKG beim Arzt als auffällig – für Uhrwerte ist diese Grenze nicht untersucht1, 4

Die Cardio-Erholung in Fragen und Antworten

Auf einen Blick · Einordnung von Personal Trainer Stefan Trost

Neun Fragen, kurz beantwortet

Wenn Du nur zwei Minuten hast, reicht dieser Kasten. Alles Weitere steht darunter.

„Meine Uhr zeigt einen niedrigen Wert – ist das gefährlich?“
Ein einzelner Uhrwert ist kein Befund. Die oft genannte 12 stammt aus dem Belastungs-EKG beim Arzt; für Uhrwerte ist sie nicht untersucht.1, 4 Prüf zuerst, wie die Zahl entstanden ist: Weiterbewegen in der Messminute,8, 9 eine harte Einheit direkt davor10 und vermutlich höheres Alter11, 12 machen sie kleiner, eine verspätet anzeigende Uhr nach meiner Einordnung auch.7 Gefährlich sind Warnzeichen, nicht die Zahl: Bei Brustschmerz, Atemnot, Schwindel oder Herzstolpern im Training hörst Du sofort auf. Hält der Brustschmerz länger als fünf Minuten an, bricht jemand zusammen oder kommen Lähmung oder Sprachstörung dazu, wählst Du sofort 112 (Kapitel 06).13, 14, 15
„Mein Wert ist seit Tagen niedriger als sonst – was tun?“
Erst sauber nachmessen, dann einordnen. Der Wert schwankt schon im Labor um rund 11 bis 20 Prozent.5, 6 Nach einer Nachtschicht war er in einer Studie kleiner;16 ob ein Infekt oder Stress ihn drücken, habe ich nicht geprüft. Meine Einordnung: Fühlst Du Dich gut und läuft das Training wie immer, trainierst Du normal weiter. Liegt das Mittel Deiner letzten fünf gleichen Messungen um mehr als rund ein Viertel unter dem der fünf davor – gerechnet in Kapitel 05 –, sprich mit Deinem Arzt. Ist Deine Uhr neu, sammelst Du erst einige Wochen lang Werte; ihr Mittel ist Dein Ausgangswert.
„Ab welchem Wert ist das gut – und ab wann bedenklich?“
Für Uhrwerte gibt es keine geprüfte Bewertung. Im Belastungs-EKG gelten höchstens 12 Schläge als auffällig, wenn man danach langsam weitergeht, und höchstens 18, wenn man sich sofort hinlegt.1, 3, 4 Auffällig heißt dort: ein Hinweis auf ein höheres Risiko, keine Diagnose.
„Was zeigt mir die Zahl auf meiner Uhr eigentlich?“
Wie schnell Dein Körper nach der Belastung von Gas auf Bremse umschaltet. Zeigt Deine Uhr eine Erholung in Schlägen, schau in ihrer Anleitung nach, ob sie diesen Abfall meint und ob sie eine oder zwei Minuten zählt; eine Erholungszeit in Stunden ist etwas anderes. Ob Muskeln und Energiespeicher wieder bereit sind, zeigt die Zahl nicht (Kapitel 08).
„Wie messe ich richtig?“
Jedes Mal gleich. Mein Rat: Die Belastung im gleichen Tempo beenden, dann hinsetzen, Beine ruhig, genau 60 Sekunden – danach locker auslaufen; nie stehend stillhalten. Hast Du eine Herzerkrankung, nimmst Du Blutdruckmittel, bist Du über 60 oder steigst Du gerade ein, geh die Minute lieber jedes Mal langsam weiter; die Zahl fällt dann kleiner aus.8, 9, 17 Wird Dir nach dem Stopp schwindelig, leg Dich hin und lass es abklären, bevor Du wieder hart trainierst.9, 17 Unter Belastung misst ein Brustgurt genauer als die Uhr.18, 19
„Zeigt mir der Wert, ob ich übertrainiert bin?“
Allein nicht. Für Übertraining gibt es keinen allgemein anerkannten Messwert.20 Bei kurzfristiger Überlastung – zu viel Training, die Leistung sinkt vorübergehend – fiel der Puls in den meisten Studien sogar schneller.21, 22, 23 Meine Einordnung: Ein Signal ist erst eine deutliche Änderung bei gleicher Belastung, in welche Richtung auch immer, zusammen mit Müdigkeit und Leistungsknick.
„Was verbessert den Wert?“
Training – belegt ist das vor allem bei Menschen mit Herzerkrankung. Bei ihnen lag der Wert nach Trainingsprogrammen im Mittel um rund 5 bis 6 Schläge höher als ohne Training.24, 25 Für bewegungsarme Gesunde fehlt eine Auswertung vieler Studien, und die Einzelstudien widersprechen sich.26, 27, 28
„Ich nehme einen Betablocker – sagt der Wert dann noch etwas?“
Ja, im Vergleich mit Dir selbst. Ob Betablocker den Abfall verkleinern, war in Studien gemischt.29, 30, 31 Bei Menschen, die zur Herzuntersuchung kamen und keine Durchblutungsstörung hatten, veränderte der Betablocker ihn nicht.30 Eigens zu Betablockern gegen Bluthochdruck habe ich keine Studie gefunden. Meine Einordnung: Fremde Vergleichswerte taugen dann nicht, Dein eigener Verlauf schon. Ändert Dein Arzt Medikament oder Dosis, beginnt Dein Vergleich von vorn – selbst änderst Du daran nichts.
„Ich bin über 60 – ist mein Wert dann schlechter?“
Vermutlich im Mittel kleiner – darauf deuten erste Studien hin. In einer kleinen Studie mit trainierten Erwachsenen bis Anfang 50 sagte nach Kniebeugen nur das Alter voraus, wie schnell der Puls fiel.11 70-jährige Männer kamen im Belastungstest im Mittel auf 20 Schläge, mit großer Streuung.12 Eigene Werte für Frauen über 60 habe ich nicht gefunden. Für Deine Uhr zählt Dein eigener Verlauf.
01Gilt das für Dich?

Wer Du bist – und was das für Deinen Wert heißt

Die Studien auf dieser Seite stammen aus sehr verschiedenen Gruppen – von jungen Sportlern im Labor bis zu Menschen mit Herzerkrankung im Belastungs-EKG. Lies die Karten, die auf Dich passen. Für alle gilt: Allgemein anerkannte Normwerte gibt es nicht, und ein einzelner Wert schwankt spürbar – Dein wichtigster Vergleich bist deshalb Du selbst.2, 6 Wo ich etwas einordne, statt eine Studie wiederzugeben, steht „Meine Einordnung“ oder „Mein Rat“ davor.

Du trainierst mit Sportuhr

Dein eigener Verlauf zählt

Die Grenzwerte aus der Klinik stammen aus Belastungstests im Labor;1, 2 für Uhrwerte nach dem Training sind sie nach meinem Stand nicht geprüft. Eine Uhr am Handgelenk zeigte den Abfall in einer Studie fast immer verspätet an.7 Miss immer gleich und vergleich Wochen mit Wochen, nicht Dich mit anderen – wie, steht in Kapitel 02.

Du bist über 60

Kleinere Werte sind wahrscheinlich normal

Mit dem Alter sinkt der Pulsabfall im Mittel; in einer kleinen Studie mit trainierten Erwachsenen bis Anfang 50 sagte ihn nach Kniebeugen das Alter als einziger der geprüften Einflüsse voraus.11 70-jährige Männer kamen im Belastungstest im Mittel auf 20 Schläge, mit großer Streuung.12 Ein Wert, der bei Jüngeren auffiele, kann bei Dir der Normalfall sein – deshalb zählt Dein eigener Verlauf. Mein Rat: Geh oder tritt die Messminute langsam weiter, jedes Mal gleich (Kapitel 02).

Du nimmst Medikamente, die den Puls senken

Nur Dein eigener Vergleich

Betablocker senken den Puls unter Belastung; ob sie auch den Abfall danach verkleinern, ist gemischt – nach einem Herzinfarkt lag er mit Betablocker im Mittel bei 12,5 statt 17 Schlägen, in anderen Studien war er nicht kleiner.29, 30, 31 Diese Studien liefen mit Menschen, die herzkrank waren oder zur Herzuntersuchung kamen; bei denen ohne Durchblutungsstörung veränderte der Betablocker den Abfall nicht.30 Eigens zu Betablockern gegen Bluthochdruck habe ich keine Studie gefunden. Training wirkte auch zusammen mit einem Betablocker.32 Ändert Dein Arzt Medikament oder Dosis, beginnt Dein Vergleich von vorn. Mein Rat: Geh die Messminute langsam weiter (Kapitel 02).

Du trainierst viel und hart

Schneller ist nicht immer besser

Wer kurzfristig zu viel trainierte, hatte in Studien einen schnelleren Pulsabfall, obwohl die Leistung sank.21, 23 Direkt nach Sprints und harten Intervallen ist die Erholung dagegen gebremst.10 Mein Rat: Vergleich nur Einheiten derselben Art, und achte auf Müdigkeit und Leistung, nicht auf die Zahl allein.

Du bist eine Frau

Kein eigener Maßstab

Ob Frauen und Männer verschieden abschneiden, ist uneinheitlich: In einer Studie lagen Männer vorn, in zwei anderen waren die Werte vergleichbar – in einer davon bei gleicher Fitness.11, 33, 34 Die Autoren einer großen Auswertung zu Training bei Menschen mit Herzerkrankung fordern ausdrücklich mehr Studien mit Frauen.24 Ein fester Unterschied ist nicht belegt.

Medizinische Vorgeschichte

Erst die Freigabe

Bei Erkrankungen von Herz, Kreislauf, Gelenken oder Stoffwechsel klärst Du vorher mit Deinem Arzt, wie hart Du trainieren darfst.

Nicht Thema dieser Seite Der Ruhepuls, die Herzfrequenzvariabilität – die Schwankung der Abstände zwischen zwei Herzschlägen –, Trainingszonen, ärztliche Belastungstests im Einzelnen, Kinder und Jugendliche und Herzmedikamente außer Betablockern stehen nicht hier. Diese Seite erklärt, was der Pulsabfall nach dem Training zeigt, wie Du ihn misst und was ihn verändert.
02So misst Du richtig

Messen: was Du tust – und was Du lässt

Wenn Du nur ein Kapitel liest, dann dieses. Der Wert hängt stark davon ab, wie Du misst – deshalb zählt vor allem, dass Du es jedes Mal gleich machst.4, 9

✓Beende die Belastung jedes Mal gleich. Art und Härte der Einheit verändern den Wert: Nach Sprints und harten Intervallen war die Erholung deutlich stärker gebremst als nach einem gleichmäßigen Lauf mit ähnlichem Energieverbrauch,10 und nach dem Radfahren fiel der 1-Minuten-Wert in einer Studie um rund 5 Schläge größer aus als nach dem Laufband.35 Mein Rat: Lauf, fahr oder geh die letzten zwei, drei Minuten im gleichen Tempo und hör dann auf einen Schlag auf. Vergleich jede Trainingsart nur mit sich selbst – Rad mit Rad, Lauf mit Lauf, Walking mit Walking – und lockere Einheiten nur mit lockeren.
✓Setz Dich nach dem Aufhören hin – oder geh jedes Mal langsam weiter. Wer die Beine in der Messminute weiterbewegte, hatte einen kleineren Abfall: Wurden sie von außen weiterbewegt, fiel der Puls in der schnellen Anfangsphase innerhalb der ersten Minute nur um 20 statt um 27 Schläge; selbst weiterzutreten wirkte genauso.8 Auch im Sitzen auf dem Rad war der Abfall mit Weitertreten langsamer als ohne.9 Die Klinik-Grenze von 12 Schlägen gilt gerade für langsames Weitergehen, die von 18 für sofortiges Liegen.4 Die US-Herzgesellschaft rät, nach dem Training auszulaufen, weil nach einem abrupten Stopp weniger Blut zum Herzen zurückfließt.17 Mein Rat: Miss nie im Stehen, sondern im Sitzen, und lauf gleich nach der Minute locker aus; am Ergometer bleibst Du sitzen, lässt die Pedale ruhen und startest die Abkühlphase des Geräts nach der Minute. Hast Du eine Herzerkrankung, nimmst Du Blutdruckmittel, bist Du über 60 oder steigst Du gerade ins Training ein, geh oder tritt die Minute lieber langsam weiter – jedes Mal gleich; die Zahl fällt dann kleiner aus. Wird Dir nach dem Stopp schwindelig oder schwarz vor Augen, setz oder leg Dich sofort hin – Liegen gilt als sichere Haltung gegen Ohnmacht9 –, und die Messung ist Nebensache. Schwindel gehört zu den Warnzeichen in Kapitel 06: Lass ihn ärztlich abklären, bevor Du wieder hart trainierst, auch wenn er rasch vergeht.17
✓Nimm jedes Mal dieselbe Haltung ein. Im Liegen fiel der Puls schneller als im Sitzen,9 und die Bremse des Nervensystems griff im Liegen am stärksten, im Stehen am schwächsten.36 Mein Rat: Sitzen oder langsames Weitergehen, nie Stehen – wichtig ist nur, dass Du bei Deiner Wahl bleibst.
✓Miss genau 60 Sekunden ab dem Moment, in dem Du aufhörst. So ist der Wert in den Studien festgelegt: Puls am Ende der Belastung minus Puls eine Minute danach.1 Nach zwei Minuten ist die Zahl eine ganz andere – bei Gesunden in einer kleinen Studie im Mittel 48 statt 27 Schläge.31 Welche Minute Deine Uhr zählt und ab wann, steht in ihrer Anleitung; vergleich nur Werte mit demselben Zeitraum.
✓Nimm einen Brustgurt, wenn es genau sein soll. Ein Brustgurt ist ein schmales Band mit Elektroden, das Du unter der Brust trägst; ob Deine Uhr sich damit verbinden lässt, steht in ihrer Anleitung. In Ruhe und unter Belastung lagen Brustgurte in zwei Vergleichen am nächsten am EKG, auch bei Menschen mit Herzerkrankung.18, 19 Eine Uhr am Handgelenk zeigte den Abfall danach in 97 Prozent der Fälle später an als das EKG.7 Uhr und Brustgurt direkt in der Erholungsminute verglichen hat keine Studie, die ich gefunden habe. Mehr in Kapitel 05.
✓Schreib den Wert mit Einheit und Umständen auf. Trainingsart, Härte, Gerät, Haltung und Schlaf verschoben den Wert in Studien;10, 16, 35, 36 ob Wärme ihn verschiebt, ist nicht direkt untersucht – schreib sie trotzdem auf. Ohne diese Notiz weißt Du nach Wochen nicht mehr, was Du vergleichst.
✕Deute keinen Einzelwert. Bei Wiederholung schwankte der 1-Minuten-Wert schon im Labor um rund 11 bis 20 Prozent.5, 6 Schau auf den Verlauf über Wochen, unter gleichen Bedingungen.
✕Vergleich Dich nicht mit fremden Tabellen. Allgemein anerkannte Normwerte gibt es nicht, und die Grenzwerte aus der Klinik hängen am Messprotokoll.2, 4
Dein Wert ist seit Tagen niedriger als sonst? Geh es der Reihe nach durch: Waren es dieselben Einheiten, oder mehr harte? Hast Du jedes Mal gleich aufgehört und gleich gemessen, im Sitzen oder langsam weitergehend? Hattest Du eine Nachtschicht oder kurze Nächte, war es warm? Kündigt sich ein Infekt an, fühlst Du Dich müde, läuft es schlechter? Meine Einordnung: Fühlst Du Dich gut und läuft es wie immer, trainierst Du normal weiter und misst sauber nach. Fühlst Du Dich krank, lässt Du harte Einheiten weg, egal was die Uhr sagt. Bleibt Dein Mittel über Wochen deutlich niedriger – was „deutlich“ heißt, steht in Kapitel 05 –, sprichst Du mit Deinem Arzt. Bei Warnzeichen hörst Du sofort auf (Kapitel 06).
Wenn Du nur einen Absatz mitnimmst Miss immer gleich, und vergleich Dich nur mit Dir selbst. Gleiche Einheit, danach genau 60 Sekunden im Sitzen oder jedes Mal gleich langsam weitergehend messen, dann auslaufen – und den Wert mit Einheit und Umständen notieren. Eine einzelne Zahl sagt wenig, ein Verlauf über Wochen mehr: So stark schwankt der Wert schon im Labor.5, 6
03Warum der Puls fällt

Gas und Bremse: was in der ersten Minute passiert

Dein Herz hat Gas und Bremse. Wie schnell nach der Belastung die Bremse greift, das misst die Cardio-Erholung.

Wie beim Auto: Zum Beschleunigen gibst Du Gas und nimmst den Fuß von der Bremse. Beim Training macht Dein Körper beides. Das Gas ist der Sympathikus, der Teil des Nervensystems, der auf Leistung schaltet. Die Bremse ist der Vagusnerv; ein Teil des Pulsanstiegs kommt schlicht daher, dass er weniger bremst.1 Hörst Du auf, steigt der Vagusnerv sofort wieder in die Bremse, während das Gas nur langsam zurückgeht.37, 38 Die Zeitleiste zeigt, was in welcher Phase passiert. Die Angaben stammen aus kleinen Laborstudien und einer Übersicht; sie zeigen die Reihenfolge, keinen Fahrplan auf die Sekunde.

30 s

Die ersten 30 Sekunden: Die Bremse greift

Am Anfang fällt der Puls am steilsten. Diesen schnellen Teil steuert vor allem der Vagusnerv: In einem Versuch verlangsamte ein Medikament, das den Vagusnerv blockiert, den Abfall deutlich. Wie hart die Belastung war und ob das Gas mit einem Betablocker gedämpft wurde, spielte für die ersten 30 Sekunden dagegen kaum eine Rolle.39 Ausgelöst wird die Bremse vermutlich, weil das Gehirn das Kommando zur Bewegung zurücknimmt und die Muskeln keine Bewegung mehr melden.37

Deshalb hält Weiterbewegen den Puls oben: Die Muskeln melden weiter Bewegung. In einer Studie bremste genau diese Meldung der Muskeln den schnellen Abfall.8

60 s

Bis zur ersten Minute: Der Abfall wird flacher

Deine Zahl ist der Abfall über die ganze erste Minute, nicht nur über ihre zweite Hälfte. Bei Menschen mit Herzschwäche entfiel im Mittel die Hälfte davon auf die ersten 30 Sekunden: 10 von 20 Schlägen.40 Bei untrainierten jungen Männern fiel der Puls nach mäßiger bis mittelharter Belastung auf dem Rad in der ersten Minute um rund 35 Schläge – laut den Autoren vor allem, weil der Vagusnerv bremst; gemessen im Labor, kein Maßstab für Deine Uhr.38

5 min

Danach: Das Gas geht langsam raus

Noradrenalin, ein Botenstoff des Gas-Nervensystems, sank im Blut erst nach rund einer Minute; von der zweiten bis zur fünften Minute folgte der Puls seinem Rückgang.38 Diese langsame Phase hängt stärker davon ab, wie hart Du trainiert hast.39 Eine Übersicht erklärt sie mit dem Rückzug des Gas-Nervensystems, angestoßen unter anderem von Stoffwechsel und Körperwärme; ganz geklärt ist das nicht.37

Was die Zahl über Dich sagt

Weil der schnelle Teil vor allem die Bremse zeigt, gilt die Cardio-Erholung als einfaches Fenster darauf, wie das Nervensystem das Herz steuert.1, 37 Gut trainierte Ausdauersportler fielen schneller, Menschen mit Herzschwäche langsamer;39 Sportler hatten in jeder Haltung größere Werte als Untrainierte.9 Meine Einordnung: Die Zahl sagt etwas darüber, wie zügig Dein Körper umschaltet. Wie fit Du bist, zeigt sie nur zum Teil – warum, steht in Kapitel 04 und 08.

04Was den Wert verändert

Was den Wert verändert – und was davon belegt ist

Training hebt den Wert, aber langsam. Vieles andere verschiebt ihn schneller – auch in Richtungen, die man nicht erwartet. Welcher Einfluss am stärksten wirkt, ist nach meinem Stand nicht untersucht. Alle Zahlen in diesem Kapitel stammen aus Belastungstests im Labor, meist bis zur Ausbelastung; wie stark sich dieselben Einflüsse in Deinem Uhrwert nach normalem Training zeigen, hat keine Studie geprüft, die ich gefunden habe. Zuerst kommt, was die Zahl am Messtag verschiebt, danach, was sie über Wochen und Monate verändert.

Harte Einheiten: Direkt danach sieht die Zahl schlechter aus

Nach Sprints und harten Intervallen war die Erholung direkt danach stärker gebremst als nach einem gleichmäßigen Lauf mit ähnlichem Energieverbrauch.10 Meine Einordnung: Das ist kein Rückschritt, sondern die Folge der härteren Einheit – deshalb vergleichst Du harte Einheiten nur mit harten.

Schlaf: Eine Nachtschicht drückt den Wert

In einer Studie liefen gesunde Erwachsene einmal nach einer normalen Nacht und einmal nach einer Nachtschicht im Krankenhaus auf dem Laufband. Nach der Nachtschicht fiel der Puls in der ersten Minute um 31 statt um gut 36 Schläge, also um rund 5 weniger.16 Die Nachtschicht brachte allerdings Schlafmangel und Arbeit zugleich. Zu einer bloß kürzeren Nacht habe ich keine Studie gefunden, ebenso keine, die Schlaf und Training in ihrer Wirkung vergleicht. Meine Einordnung: Ein schlechter Wert nach einer Nacht ohne richtigen Schlaf sagt vermutlich mehr über die Nacht als über Deine Form.

Flüssigkeit: bei langen Einheiten in der Wärme

Wer bei langen Einheiten in der Wärme wenig trinkt, hat bei gleicher Leistung einen höheren Puls: Bei Radfahrern stieg er nach zwei Stunden bei 33 Grad umso stärker, je mehr Flüssigkeit sie verloren hatten.41 Bei 26 Grad und rund 2 Prozent Gewichtsverlust war der Puls während der Belastung dagegen nicht gesichert höher – der Unterschied war zu klein, um Zufall auszuschließen; mit Wasser kehrte er in der Erholung aber schneller zum Ausgangswert zurück, nach rund 40 Minuten.42 Ob die 1-Minuten-Zahl selbst leidet, ist nicht direkt untersucht. Meine Einordnung: Trink bei langen, warmen Einheiten – aber erwarte davon keinen Sprung in der Zahl.

Auslaufen: erst messen, dann auslaufen

Viele laufen locker aus, damit der Puls schneller runterkommt. Für die Zahl auf Deiner Uhr gilt das Gegenteil: Wer die Beine in der Messminute weiterbewegt, hat einen kleineren Abfall.8 Lockeres Auslaufen senkte in einer Studie das Laktat, ein Stoffwechselprodukt, das bei harter Belastung im Blut ansteigt, schneller als passive Erholung; die Bremse des Nervensystems griff dadurch aber nicht schneller, und die Autoren raten davon ab, wenn genau das das Ziel ist.43 Mein Rat: Miss im Sitzen und lauf danach aus – oder geh die Messminute jedes Mal gleich langsam weiter (Kapitel 02).

Infekt und Stress: nicht geprüft

Ob ein beginnender Infekt oder Stress den Wert drücken, habe ich nicht geprüft. Die Stellungnahme zum Übertraining weiter unten nennt Krankheiten und Infekte als Ursachen, die man ausschließen muss, bevor man von Übertraining spricht.20 Mein Rat: Fühlst Du Dich krank, lass harte Einheiten weg, egal was die Uhr sagt.

Medikamente, die den Puls senken

Betablocker – Medikamente, die den Puls senken – drücken den Höchstpuls unter Belastung.29 Ob sie auch den Abfall danach verkleinern, ist gemischt. Nach einem Herzinfarkt lag der Wert mit Betablocker im Mittel bei 12,5 statt 17 Schlägen; wer welches Medikament bekam, war aber nicht ausgelost, also nicht per Los verteilt.29 In einer anderen Auswertung änderten Betablocker den Wert nicht, bei Durchblutungsstörungen des Herzens unter Belastung verbesserten sie ihn sogar.30 Bei Herzschwäche verbesserte ein halbes Jahr Betablocker den Wert nicht gesichert.31 All diese Studien liefen mit Menschen, die herzkrank waren oder zur Herzuntersuchung kamen. Am nächsten an Menschen mit einem Betablocker gegen Bluthochdruck kommt die Gruppe ohne Durchblutungsstörung im Herz-Ultraschall: Bei ihr veränderte der Betablocker den Pulsabfall nicht – rückblickend ausgewertet, und warum sie ihn nahmen, ist unbekannt.30 Eine Studie eigens zu Betablockern gegen Bluthochdruck habe ich nicht gefunden.

Ganz wertlos wird der Wert dadurch nicht: In einer großen Beobachtungsstudie hielt der Zusammenhang mit dem Sterberisiko auch, nachdem Medikamente herausgerechnet waren. Bei Menschen mit Herzschwäche, von denen fast neun von zehn einen Betablocker nahmen, ging ein langsamer Abfall nach 90 Sekunden mit mehr Klinikaufenthalten wegen Herzschwäche einher – in einer kleinen, rückblickenden Studie.1, 40 Meine Einordnung: Mit einem Betablocker taugen fremde Vergleichswerte nicht, und ändert Dein Arzt Medikament oder Dosis, beginnt Dein eigener Vergleich von vorn. Dein Medikament änderst Du nie auf eigene Faust.

Alter und Geschlecht

Mit dem Alter sinkt der Wert im Mittel. In einer kleinen Studie mit trainierten Frauen und Männern zwischen 20 und gut 50 sagte nach Kniebeugen allein das Alter voraus, wie schnell der Puls fiel; es erklärte knapp ein Drittel der Unterschiede.11 70-jährige Männer kamen im Belastungstest im Mittel auf 20 Schläge, mit großer Streuung.12 Beim Geschlecht ist die Lage uneinheitlich: In einer Studie mit Gesunden lagen Männer vorn, in zwei anderen unterschieden sich Frauen und Männer kaum – in einer davon bei gleicher Fitness.11, 33, 34 Ein fester Unterschied ist nicht belegt.

Training: belegt vor allem bei Menschen mit Herzerkrankung

Zwei Auswertungen vieler Studien – Fachleute sagen Meta-Analysen – fanden: Bei Menschen mit verengten Herzkranzgefäßen lag der Wert nach Trainingsprogrammen im Mittel um rund 5 Schläge höher, bei Menschen mit Herzschwäche um rund 6, jeweils verglichen mit Gruppen ohne Training.24, 25 Die einzelnen Studien gingen allerdings weit auseinander, Jüngere profitierten mehr, und die Autoren fordern ausdrücklich Studien mit Frauen.24 Training wirkte auch, wenn die Teilnehmer zugleich einen Betablocker nahmen.32 Bei Ausdauersportlern stieg der Wert in einer Auswertung, wenn das Training die Leistung verbesserte – allerdings auch bei Überlastung, siehe unten.21

Für bewegungsarme Gesunde gibt es keine solche Zahl: Eine Meta-Analyse fand dafür zu wenige Daten.26 Die Einzelstudien widersprechen sich. Frauen mit Adipositas, also starkem Übergewicht, steigerten ihren Wert in drei Monaten Lebensstilprogramm von rund 21 auf 28 Schläge, während er in der Vergleichsgruppe leicht sank; das Programm umfasste mehr als Training, und die Gruppen starteten ungleich.27 Bewegungsarme junge Männer verbesserten den 1-Minuten-Wert in acht Wochen dagegen nicht gesichert, weder mit Intervallen noch mit gleichmäßigem Training.28 In einer kleinen Studie stieg der Wert nach acht Wochen Radtraining und lag nach acht Wochen Pause wieder auf dem Ausgangsniveau.44 Meine Einordnung: Erwarte keine schnellen Sprünge. Die Studien messen erst nach Wochen bis Monaten, und dranbleiben lohnt sich, weil der Effekt nach einer Pause zurückging.

Intervalle oder gleichmäßig: keine Rangfolge

Intervalle wechseln kurze, harte Abschnitte mit Pausen. Ob sie den Wert stärker heben als gleichmäßiges Ausdauertraining, ist offen; die Studien kommen zu jedem denkbaren Ergebnis. Die größte, die ich gefunden habe, mit Menschen mit verengten Herzkranzgefäßen, fand nach zwölf Wochen keinen gesicherten Unterschied – beide Formen hoben den Wert.45 In einer kleineren lagen Intervalle vorn,46 in einer mit Menschen mit Herzschwäche hob nur das gleichmäßige Training den Wert.47 Bei bewegungsarmen jungen Männern verbesserten Intervalle nur den Wert nach zwei Minuten, nicht den nach einer.28 Meine Einordnung: Nimm die Form, die Du regelmäßig durchhältst.

Gewicht: erste Hinweise

Frauen mit Übergewicht und einer Hormonstörung, dem PCO-Syndrom, nahmen in einer Studie zehn Wochen lang ab, vor allem mit einer Diät; ob ein Teil von ihnen zusätzlich trainierte, ist unklar. Ihr Wert stieg dabei von rund 31 auf 38 Schläge, und der Anstieg hing mit dem Gewichtsverlust zusammen.48 Eine Vergleichsgruppe gab es nicht – ein erster Hinweis, kein Beleg.

Überlastung und Übertraining: Der Abfall wird meist schneller

Viele erwarten, dass der Puls bei zu viel Training langsamer fällt. Neuere Studien zeigen meist das Gegenteil. Fachleute unterscheiden dabei: Bei kurzfristiger Überlastung sinkt die Leistung vorübergehend und kommt nach Entlastung zurück; beim Übertraining hält die Fehlanpassung lange an.20 Zwei Auswertungen vieler Studien mit Ausdauersportlern fanden bei kurzfristiger Überlastung einen schnelleren Pulsabfall.21, 22 Bei Freizeit-Radfahrern und -Triathleten stieg der Wert nach drei Wochen Überlastung um rund 10 Schläge, in der Vergleichsgruppe um 2, während ihre Leistung sank.23 Bei überlasteten Triathleten stieg er von 38 auf 45 Schläge und lag nach zwei Wochen Entlastung wieder bei 39; die Autoren folgern, dass ein schnellerer Abfall nicht automatisch für mehr Leistung steht. Ältere Studien fanden teils das Gegenteil.49

Eine gemeinsame Stellungnahme zweier Fachgesellschaften für Sportwissenschaft und Sportmedizin nennt als typische Zeichen von Übertraining Müdigkeit, Leistungsknick und Stimmungstiefs, aber keinen Messwert, der allgemein als verlässlich anerkannt ist; Krankheiten, Infekte, Energie- oder Eisenmangel müssen ausgeschlossen werden.20 Meine Einordnung: Ändert sich Dein Wert bei gleicher Belastung deutlich, in welche Richtung auch immer, und kommen Müdigkeit und Leistungsknick dazu, ist das ein Signal: Dann trainierst Du weniger statt mehr. Ein einzelner schlechter Wert direkt nach harten Intervallen oder nach einer Nachtschicht ist dagegen kein Überlastungszeichen.10, 16 Bleiben Müdigkeit und Leistungsknick trotz Pause, lässt Du sie ärztlich abklären.

05Uhr und Messfehler

Uhr und Messfehler: warum ein Einzelwert wenig sagt

Zwei Dinge machen die Zahl auf Deiner Uhr unscharf: das Gerät und die natürliche Schwankung von Tag zu Tag.

Was die Uhr am Handgelenk misst

Uhren messen den Puls meist mit Licht durch die Haut – Fachleute sprechen von optischer Messung. In Ruhe und bei gleichmäßiger Belastung sind sie recht genau, beim Wechsel zwischen Belastung und Ruhe weniger: Bei Bewegung lag der Fehler im Mittel um 30 Prozent höher als in Ruhe, und gegenüber dem EKG hinkte das Signal bis zu 43 Sekunden hinterher, mal gleichbleibend, mal wechselnd.50 Für den Pulsabfall heißt das: In einer Studie zeigte eine Uhr am Handgelenk den Abfall in 97 Prozent der Fälle später an als das EKG. Ihre 1-Minuten-Werte wichen nach dem Laufen um mehr als 20 Prozent ab, nach dem Radfahren um knapp 12 Prozent. Rechneten die Forscher die Verzögerung heraus, lag die Abweichung auf dem Rad unter 10 Prozent.7

Unter Belastung lagen Brustgurte mit Elektroden in zwei Vergleichen am nächsten am EKG – bei Gesunden und bei Menschen mit Herzerkrankung; die Uhren am Handgelenk schwankten je nach Modell und Sportart deutlich.18, 19 Diese Vergleiche sind einige Jahre alt; wie genau heutige Uhren sind, zeigen sie nicht. Schau in der Anleitung Deiner Uhr nach zwei Dingen: Misst sie eine oder zwei Minuten, und zählt sie ab Deinem höchsten Puls oder ab dem Moment, in dem Du die Aufzeichnung beendest? Zählt sie zwei Minuten, fällt die Zahl deutlich größer aus als die 1-Minuten-Werte auf dieser Seite.31

Wie stark der Wert von selbst schwankt

Auch ohne Uhr am Handgelenk schwankt der Wert. In einer Studie mit Gesunden auf dem Laufband lag der zufällige Fehler beim Abfall nach einer Minute bei rund 20 Prozent – größer als bei späteren Messzeitpunkten.6 In einer anderen lag er bei rund 11 Prozent; dort schwankte der 1-Minuten-Wert weniger als die anderen Erholungswerte, und doch gingen kleine, bedeutsame Veränderungen im zufälligen Auf und Ab unter.5 Im Mittel einer Gruppe blieb der Wert stabil: Gesunde um die 30 kamen an drei Messtagen innerhalb eines Monats jedes Mal auf rund 33 Schläge.51 Selbst im Belastungs-EKG beim Arzt war von denen, die beim ersten Test als auffällig galten, beim zweiten Test meist einige Wochen später nur die Hälfte wieder auffällig; das beruht auf sehr wenigen Menschen, und die Autoren nennen ihre Daten vorläufig.52 Meine Einordnung: Im Mittel einer Gruppe bleibt der Wert stabil, beim Einzelnen schwankt er spürbar – deshalb zählt bei Dir der Verlauf aus vielen Messungen.

Was die Schwankung bedeutet · Beispiel gerechnet Beispielwert: 25 Schläge in der ersten Minute (frei gewählt) Zufälliger Fehler einer Messung, rund 11 bis 20 %: 25 × 0,11 ≈ 2,8 und 25 × 0,20 = 5 Schläge Zwei Einzelmessungen: 2,8 × 1,41 × 1,96 ≈ 8 und 5 × 1,41 × 1,96 ≈ 14 Schläge Mittel aus je fünf Messungen: 2,8 × 0,63 × 1,96 ≈ 3 und 5 × 0,63 × 1,96 ≈ 6 Schläge Allgemein, mit dem größeren Fehler: 0,20 × 0,63 × 1,96 ≈ 0,25, also rund ein Viertel des eigenen Werts Zwei Einzelwerte können sich allein durch Zufall um bis zu 8 bis 14 Schläge unterscheiden, zwei Mittel aus je fünf Messungen um bis zu 3 bis 6. Sinkt das Mittel Deiner letzten fünf Messungen um mehr als rund ein Viertel unter das der fünf davor – bei 25 Schlägen um mehr als rund 6, bei 12 um mehr als rund 3, bei 40 um mehr als rund 10 –, steckt wahrscheinlich mehr dahinter als Zufall.

gerechnet Von mir aus den Fehlern zweier Studien gerechnet, vereinfacht: 1,41 ist die Wurzel aus 2, weil beide Werte schwanken; 0,63 die Wurzel aus 2 geteilt durch 5, weil sich der Zufall im Mittel aus fünf Messungen teilweise aufhebt; 1,96 steht für 95 Prozent Sicherheit. Die 25 Schläge und die fünf Messungen sind frei gewählte Beispiele; mit dem kleineren Fehler von 11 Prozent wäre die Grenze rund ein Siebtel statt ein Viertel. Ich nehme das Viertel, damit Zufall seltener als Befund durchgeht.5, 6 Gemessen wurde im Labor; mit einer Uhr im Alltag kommt deren eigener Fehler dazu, die Grenze ist also eher zu knapp als zu großzügig – so ordne ich es ein.

Mein Rat: Miss mehrere Wochen lang unter gleichen Bedingungen, bevor Du einen Trend abliest, und vergleich Mittelwerte statt Einzelwerte – etwa das Mittel Deiner letzten fünf Messungen mit dem der fünf davor.

06Gut oder bedenklich?

Gut oder bedenklich: was die Grenzwerte bedeuten – und was nicht

Die einzigen belegten Grenzwerte stammen aus der Klinik. Sie gelten für Belastungstests mit EKG bis zur Ausbelastung, nicht für Uhrwerte nach normalem Training.

Die Klinik-Grenzwerte und ihr Messprotokoll

Im Belastungs-EKG gilt ein Abfall von höchstens 12 Schlägen in der ersten Minute als auffällig – gemessen, während man aufrecht langsam weitergeht.1, 4 Legt man sich sofort hin, fällt der Puls schneller; dort lag die Grenze bei höchstens 18.3, 4 Auffällig heißt: ein Hinweis auf ein höheres Risiko, keine Diagnose. Allgemein anerkannte Kriterien gibt es nicht, und in Studien mit der Allgemeinbevölkerung legte jede ihre eigene Grenze fest.2

Wo gemessenAuffälligWas gefunden wurde
Uhr nach normalem Trainingnicht untersuchtkeine Studie gefunden
Belastungs-EKG bis zur Ausbelastung
danach aufrecht langsam weitergehen
höchstens 12Erwachsene mit Verdacht auf Herzerkrankung: Sterberisiko nach Abgleich anderer Einflüsse rund doppelt so hoch
Belastungstest mit Herz-Ultraschall
danach sofort hinlegen
höchstens 18Erwachsene ohne Herzschwäche, zur Untersuchung überwiesen: Sterberisiko nach Abgleich rund doppelt so hoch

gemessen So steht es in den Studien.1, 3 Die Grenzwerte stammen aus dem Belastungstest beim Arzt, nicht von Uhren. Beide Studien untersuchten Menschen, die in einer Klinik zum Belastungstest kamen, und beide beobachteten nur: Sie zeigen einen Zusammenhang, keine Ursache. „Nach Abgleich“ heißt: Alter, Geschlecht, Belastbarkeit und weitere Einflüsse wurden herausgerechnet.

Was die Zahl über die Gesundheit sagt

Ein langsamer Abfall ging in vielen Studien mit einem höheren Sterberisiko einher. Eine Auswertung von Beobachtungsstudien mit der Allgemeinbevölkerung fand: Wer sich langsam erholte, hatte im Beobachtungszeitraum ein rund 1,7-fach höheres Sterberisiko als jemand mit schneller Erholung – das galt auch für den Wert nach einer Minute. Für Herz-Kreislauf-Ereignisse wie Herzinfarkt und Schlaganfall und für die Rechnung „je 10 Schläge weniger“ war der Zusammenhang vor allem beim Wert nach zwei Minuten gesichert, beim Wert nach einer Minute nicht. Am deutlichsten war der Zusammenhang mit der Sterblichkeit bei Tests bis zur Ausbelastung.2 Eine große Bevölkerungsstudie aus den USA mit einem nicht ausbelastenden Test fand für die Sterblichkeit keinen gesicherten Zusammenhang; nur das Fünftel mit dem schnellsten Abfall hatte seltener Herzerkrankungen. Diese Studie ist in der Auswertung schon mitgezählt.2, 53

Das alles sind Beobachtungen: Sie zeigen einen Zusammenhang, keine Ursache, und der Lebensstil kann mitspielen.2 Für Uhrwerte nach normalem Training habe ich keine einzige solche Studie gefunden. Meine Einordnung: Kein Grenzwert auf dieser Seite ist eine Diagnose, und ein niedriger Uhrwert ist zuerst ein Grund, sauber nachzumessen.

Bleibt Dein Mittel unter gleichen Bedingungen über Wochen deutlich unter Deinem früheren – mehr, als der Zufall erklärt, siehe Kapitel 05 –, sprichst Du es bei Deinem Arzt an. Meine Einordnung: Bis dahin gilt: Fühlst Du Dich gut und läuft das Training wie immer, trainierst Du normal weiter und misst sauber nach. Neue Beschwerden beim Training sind dagegen ein Grund für ärztlichen Rat – so sieht es auch die Weltgesundheitsorganisation.54

Warnzeichen: Hier hörst Du sofort auf

Harte Belastung kann bei Menschen mit einer – oft unerkannten – Herzerkrankung kurzzeitig einen Herzinfarkt oder einen plötzlichen Herztod auslösen, am ehesten bei Untrainierten. Die US-Herzgesellschaft rät deshalb: Wer im Training Warnzeichen bemerkt, hört sofort auf und lässt sich ärztlich untersuchen, bevor er weitertrainiert.17

✕Schmerz, Druck, Enge oder Brennen in der Brust, auch ausstrahlend in Hals, Kiefer, Arme, Schulterblätter, Rücken oder Oberbauch.13, 17
✕Atemnot, die nicht zur Anstrengung passt.17
✕Schwindel oder Benommenheit, auch nach dem Stopp.17 Schwarzwerden vor den Augen behandelst Du genauso – so ordne ich es ein. Kommen ein unsicherer Gang, eine Lähmung oder eine Sprachstörung dazu, wählst Du 112.15
✕Ohnmacht oder ein kurzer Aussetzer des Bewusstseins im oder nach dem Training.17
✕Herzrasen oder Herzstolpern, das Du so nicht kennst.17
✕Angstschweiß mit kalter, blasser Haut, Übelkeit oder Erbrechen.13 Meine Einordnung: Schwitzen nach harter Belastung ist normal – kalter Angstschweiß mit blasser Haut ist es nicht.
✕Plötzliche Schwäche, Lähmung oder Taubheit einer Körperseite, hängender Mundwinkel, Sprach- oder Sehstörung, plötzlicher Schwindel mit unsicherem Gang, plötzlicher heftiger Kopfschmerz.15, 55

Wann Du 112 wählst

Bricht jemand zusammen und reagiert nicht, wählst Du sofort 112. Atmet er nicht normal, beginnst Du mit der Herzdruckmassage; ist ein Defibrillator griffbereit – ein Schockgerät, das per Sprachansage anleitet –, nutzt Du ihn.14 Atmet er normal, bringst Du ihn in die stabile Seitenlage und prüfst die Atmung immer wieder, bis der Rettungsdienst da ist.56 Bei Zeichen eines Schlaganfalls wählst Du sofort 112, auch wenn sie wieder vergehen: plötzliche Schwäche, Lähmung oder Taubheit einer Körperseite, hängender Mundwinkel, Sprach- oder Sehstörung, plötzlicher Schwindel mit unsicherem Gang oder ein plötzlicher, heftiger Kopfschmerz.15, 55 Bei Verdacht auf einen Herzinfarkt zögerst Du nicht: Hält Schmerz oder Druck in der Brust länger als fünf Minuten an, lässt er in Ruhe nicht nach oder sind die Beschwerden so stark wie nie zuvor, wählst Du sofort 112 – und fährst auf keinen Fall selbst ins Krankenhaus. Gerade bei Frauen können die Anzeichen unspezifisch sein.13 Wer nach einer Ohnmacht wieder zu sich kommt, hört auf und lässt sich ärztlich untersuchen, bevor er weitertrainiert. Bei allen anderen Zeichen hörst Du ebenfalls auf und lässt sie ärztlich abklären, bevor Du weitertrainierst.17 Meine Einordnung: Im Zweifel lieber einmal zu oft 112 als einmal zu wenig.

Wichtig Diese Liste ist eine Gedächtnisstütze, keine Diagnose, und sie ist nicht vollständig. Steht etwas nicht darauf und macht Dir trotzdem Sorgen, hörst Du ebenfalls auf. Eine Uhr ersetzt weder ärztliche Beratung noch eine Erste-Hilfe-Ausbildung.
07Faktencheck

Was Du über den Pulsabfall nach dem Training hören wirst – und was davon stimmt

Rund um den Erholungswert der Uhr kursieren viele feste Überzeugungen – Du hörst sie im Studio, von Freunden, im Netz. Von diesen zehn Aussagen stimmt eine, drei stimmen halb, sechs stimmen so nicht. In dieser Liste heißt ✓ stimmt, ~ stimmt halb, ✕ stimmt so nicht. Wie sicher die Studienlage jeweils ist, steht in Kapitel 09.

~„Mehr als 20 Schläge in der ersten Minute sind ein gutes Zeichen.“ Stimmt halb. Im Belastungs-EKG liegen mehr als 20 Schläge über beiden Grenzen für „auffällig“; wer darüber lag, hatte dort ein geringeres Sterberisiko als die Auffälligen.1, 3, 4 Dass jeder Schlag mehr in der ersten Minute noch günstiger ist, war nicht gesichert.2 Eine geprüfte Grenze für Uhrwerte nach normalem Training habe ich nicht gefunden, und der Wert hängt vermutlich vom Alter ab: 70-jährige Männer lagen im Mittel bei 20 Schlägen, gesunde 30-Jährige in einem anderen Test bei 33.12, 51
~„Je schneller der Puls fällt, desto fitter bist Du.“ Stimmt halb. Ausdauersportler fielen im Mittel schneller als Untrainierte.9, 39 Doch bei Überlastung wurde der Abfall schneller, während die Leistung sank,21, 23 und bei jungen, durchweg fitten Erwachsenen erklärte die Ausdauerleistung nur gut ein Zehntel der Unterschiede.34
~„Unter 12 Schlägen ist gefährlich.“ Stimmt halb. Die 12 ist eine Grenze aus dem Belastungs-EKG beim Arzt, gemessen bis zur Ausbelastung und beim langsamen Weitergehen; dort ging ein Wert von höchstens 12 mit einem höheren Sterberisiko einher – ein Zusammenhang, keine Diagnose.1, 4 Für Uhrwerte nach normalem Training ist die Grenze nicht untersucht, und ein einzelner Wert schwankt stark.6, 7
✕„Ein schlechter Wert heißt Übertraining.“ Stimmt so nicht. Für Übertraining gibt es keinen allgemein anerkannten Messwert,20 und bei kurzfristiger Überlastung fiel der Puls in den meisten Studien sogar schneller.21, 22, 23 Ein Signal ist erst eine deutliche Änderung in eine der beiden Richtungen, zusammen mit Müdigkeit und Leistungsknick – so ordne ich es ein.
✕„Intervalle sind der beste Weg, die Erholung zu verbessern.“ Stimmt so nicht. In Studien lagen mal Intervalle vorn, mal gleichmäßiges Training; die größte, die ich gefunden habe, fand keinen gesicherten Unterschied.45, 46, 47
✕„Lockeres Auslaufen bringt den Puls schneller runter.“ Stimmt so nicht. In der Messminute fällt der Puls beim Weiterbewegen sogar weniger.8 Die Bremse des Nervensystems griff mit Auslaufen nicht schneller; es senkte aber das Laktat schneller.43
✕„Die Uhr merkt, wenn mit meinem Herzen etwas nicht stimmt.“ Stimmt so nicht. Eine Studie, die Uhrwerte nach normalem Training mit Herzerkrankungen in Verbindung bringt, habe ich nicht gefunden; die Studien zum Risiko liefen mit dem Belastungs-EKG.2 Dazu schwankt ein einzelner Wert stark.5, 6 Warnzeichen wie Brustschmerz oder Atemnot merkst Du am Körper, nicht an der Zahl (Kapitel 06).
✕„Mit Betablockern sagt der Wert gar nichts.“ Stimmt so nicht. Im Belastungs-EKG hing ein langsamer Abfall auch dann mit einem höheren Sterberisiko zusammen, als Medikamente herausgerechnet waren.1 Für Uhrwerte unter Betablockern ist das nicht untersucht; Dein eigener Verlauf bleibt brauchbar, fremde Vergleichswerte nicht – so ordne ich es ein.
✕„Was die Uhr anzeigt, wird schon stimmen.“ Stimmt so nicht. Eine Uhr am Handgelenk zeigte den Abfall in 97 Prozent der Fälle später an als das EKG, und ihre 1-Minuten-Werte wichen nach dem Laufen um mehr als 20 Prozent ab.7 Wie genau heutige Modelle sind, zeigt diese eine Studie nicht.
✓„Ein Brustgurt misst den Puls genauer als die Uhr am Handgelenk.“ Stimmt. In Ruhe und unter Belastung lag der Brustgurt in zwei Vergleichen am nächsten am EKG, bei Gesunden und bei Menschen mit Herzerkrankung.18, 19 Direkt in der Erholungsminute verglichen hat beide keine Studie, die ich gefunden habe.
Kurz gesagt Sechs dieser zehn Aussagen – die zu Grenzwerten, Fitness, Übertraining, Herz und Betablockern – machen aus einer Zahl, die stark von Messung und Umständen abhängt, ein festes Urteil.
08Grenzen

Was die Zahl zeigt – und was sie offenlässt

Zur Ehrlichkeit gehört beides: was die Cardio-Erholung zeigt, und was sie nicht zeigt.

✕Kein Maß dafür, ob Du wieder bereit bist. Weil die Uhr den Wert „Erholung“ nennt, klingt es, als zeige er, ob Muskeln und Energiespeicher wieder bereit sind. Gemessen wird aber nur, wie schnell der Puls fällt, und andere Vorgänge laufen in eigenem Tempo weiter: Die Glykogenspeicher, der Kohlenhydratvorrat der Muskeln, ließen sich bei trainierten Läufern mit genug Kohlenhydraten innerhalb eines Tages wieder auffüllen,57, 58 und der Aufbau von Muskeleiweiß war nach Krafttraining auch zwei Tage später noch erhöht.59 Meine Einordnung: Ob Muskeln und Speicher erholt sind, zeigt die Cardio-Erholung nicht.
✕Kein reines Fitnessmaß. Bei jungen Erwachsenen, die alle überdurchschnittlich fit waren, erklärte die Ausdauerleistung nur gut ein Zehntel der Unterschiede – in so einer einheitlichen Gruppe fällt dieser Anteil allerdings eher klein aus.34 Deutlicher ist ein anderer Befund: Bei Überlastung wurde der Abfall schneller, obwohl die Leistung sank.21, 23 Alter, Haltung und Schlaf verschieben den Wert mit.9, 11, 16
✕Keine Diagnose. Die Studien zum Sterberisiko beobachteten Menschen im Belastungstest; Uhrwerte nach normalem Training hat keine davon untersucht.2 Selbst im Belastungs-EKG bestätigte sich ein auffälliger Wert in einer kleinen Auswertung nur bei der Hälfte.52
✕Kleine und besondere Gruppen. Viele Studien zur Messung hatten wenige Teilnehmer, oft nur junge Männer;8, 36, 39 die Trainingsstudien mit belastbaren Zahlen liefen vor allem mit Menschen mit Herzerkrankung.24, 25
✕Ältere Uhren. Die Vergleiche von Uhr und Brustgurt prüften Geräte von vor einigen Jahren; zur Erholungsminute selbst habe ich nur eine Studie mit einem einzigen Uhrenmodell gefunden.7, 18
✕Keine Behandlung. Diese Seite erklärt den Pulsabfall nach dem Training – sie stellt keine Diagnose und ersetzt keine Therapie.
Ein schneller Abfall ist ein gutes Zeichen

Heißt nicht: schneller ist immer besser

Daraus könnte man schließen, dass jeder Anstieg des Werts Fortschritt ist. Bei kurzfristiger Überlastung stieg der Wert aber, während die Leistung sank.23, 49

Ein langsamer Abfall geht mit höherem Risiko einher

Heißt nicht: auf die Zahl trainieren

Daraus könnte man schließen, wer seinen Wert hochtrainiert, lebt länger. Die Studien haben nur beobachtet; ob ein gesteigerter Wert das Risiko senkt, haben sie nicht geprüft.2

Medizinische Vorgeschichte

Im Mittel, nicht im Einzelfall

Die Studien auf dieser Seite zeigen, was im Mittel für eine Gruppe gilt. Mit einer Vorerkrankung zählt Dein eigener Fall – den klärst Du mit Deinem Arzt.

09Wie sicher

Wie sicher ist das alles?

Nicht jede Aussage auf dieser Seite steht gleich fest. Damit Du weißt, worauf Du Dich verlassen kannst, hier die Einordnung in Alltagssprache.

So lesen sich die Stufen: gut belegt – große Auswertungen oder übereinstimmende Bewertungen, alle in dieselbe Richtung; belegt – gute Studien oder Bewertungen, aber mit Grenzen; erste Hinweise – wenige oder kleine Studien oder nur Beobachtungen; uneinheitlich – Studien widersprechen sich; nicht belegt – Studien fanden keinen Nutzen, oder es gibt keine. Ausgelost heißt: Das Los teilte die Gruppen oder die Reihenfolge ein.

AussageEinordnung
Training hebt den Wert bei Menschen mit Herzerkrankunggut belegt – zwei große Auswertungen in dieselbe Richtung, bei großen Unterschieden zwischen den Studien
Den schnellen Abfall in den ersten 30 Sekunden steuert vor allem der Vagusnervbelegt – kleine Laborstudien, übereinstimmend; die Mechanismen sind nicht ganz geklärt
Haltung und Weiterbewegen verändern den 1-Minuten-Wertbelegt – mehrere kleine ausgeloste Studien in dieselbe Richtung, meist mit jungen Männern
Ein langsamer Abfall im Belastungstest geht mit höherem Sterberisiko einherbelegt – große Beobachtungsstudien und eine Auswertung, für den 1-Minuten-Wert beim Vergleich langsam gegen schnell: Zusammenhang, keine Ursache; eine Bevölkerungsstudie ohne gesicherten Zusammenhang
Der 1-Minuten-Wert schwankt beim Einzelnen spürbarbelegt – mehrere Studien zur Wiederholbarkeit im Labor, zufälliger Fehler rund 11 bis 20 Prozent
Ein Brustgurt misst den Puls genauer als die Uhrbelegt – zwei Vergleiche in Ruhe und unter Belastung, mit Geräten von vor einigen Jahren; in der Erholungsminute nicht direkt verglichen
Kurzfristige Überlastung macht den Abfall schnellerbelegt – zwei Auswertungen mit Ausdauersportlern, eine Studie mit Freizeitsportlern; ältere Studien teils gegenteilig
Die Uhr am Handgelenk zeigt den Abfall verspäteterste Hinweise – eine Studie mit einem Uhrenmodell, dazu Messungen zum Zeitverzug
Eine Nachtschicht drückt den Werterste Hinweise – eine Studie, Schlafmangel und Arbeit zugleich; zu einer bloß kürzeren Nacht keine Studie gefunden
Mit dem Alter sinkt der Werterste Hinweise – eine kleine Studie bis Anfang 50 nach Kraftübungen, dazu Mittelwerte 70-jähriger Männer aus einer anderen Studie
Abnehmen hebt den Werterste Hinweise – eine Studie ohne Vergleichsgruppe
Training hebt den Wert bei Gesundenuneinheitlich – bei Ausdauersportlern eine Auswertung mit mittlerem Effekt, auch bei Überlastung; für Bewegungsarme keine Auswertung, Einzelstudien widersprechen sich
Intervalle wirken besser als gleichmäßiges Traininguneinheitlich – Studien in alle Richtungen; die größte gefundene ohne gesicherten Unterschied
Betablocker verkleinern den Abfalluneinheitlich – mal kleiner, mal unverändert, in einer Gruppe sogar größer; nur Studien mit Menschen, die herzkrank waren oder zur Herzuntersuchung kamen, nie ausgelost
Frauen und Männer haben verschiedene Werteuneinheitlich – mal Männer vorn, mal kein Unterschied
Flüssigkeitsmangel verschlechtert den 1-Minuten-Wertnicht belegt – höherer Puls und langsamere Rückkehr zum Ausgangswert gemessen, die 1-Minuten-Zahl nicht direkt
Auslaufen bringt die Bremse des Nervensystems schneller zurücknicht belegt – in einer Studie nicht schneller; in der ersten Minute fällt der Puls dabei weniger
Feste Normwerte nach Alter, Geschlecht oder Trainingsstandnicht belegt – laut einer großen Auswertung muss ein Normbereich erst noch bestimmt werden
Die Klinik-Grenzwerte gelten auch für Uhrwerte nach dem Trainingnicht belegt – keine Studie gefunden

Sechs Zahlen zum Mitnehmen

Das Kurze · Fazit in Zahlen

Jede Zahl mit Quelle und Haken

Die sechs Zahlen stammen aus Beobachtungsstudien, Auswertungen vieler Studien, einer ausgelosten Studie und Messstudien, Stand Oktober 2026; wo ich eine davon selbst gerechnet habe, steht es dabei. Zu jeder steht, wer untersucht wurde, was herauskam und wo der Haken liegt.

11–20 %
zufälliger Fehler
des 1-Minuten-Werts

Ein einzelner Wert sagt wenig – das Mittel über Wochen zählt. Bei einem Wert von 25 Schlägen sind das rund 3 bis 5 Schläge je Messung.

Haken

Gesunde im Labor, zwei Studien mit verschiedenen Tests. Mit einer Uhr im Alltag kommt deren eigener Fehler dazu.

Quelle: Bosquet und Kollegen 2007 · 30 Gesunde, je vier Tests; Bonato und Kollegen 2018 · 14 Männer, vier Termine; Beispiel gerechnet: 25 × 0,11 ≈ 2,8 und 25 × 0,20 = 55, 6
97 %
der Fälle zeigte eine Uhr am Handgelenk
den Pulsabfall verspätet an

Die Uhr hinkt hinterher – unter Belastung misst ein Brustgurt genauer. Die 1-Minuten-Werte der Uhr wichen nach dem Laufen um mehr als 20 Prozent ab.

Haken

Ein einziges Uhrenmodell, mittlere Belastung, kleine Gruppe. Heutige Modelle können anders abschneiden; Brustgurte wurden in anderen Studien nur in Ruhe und unter Belastung geprüft.

Quelle: Bretonneau und Kollegen 2023 · 30 Erwachsene, Uhr gegen EKG7
7
Schläge weniger Abfall in der schnellen Anfangsphase,
wenn sich die Beine weiterbewegen

Weiterbewegen macht die Zahl kleiner – miss jedes Mal gleich. 20 statt 27 Schläge innerhalb der ersten Minute.

Haken

Gesunde Männer auf dem Rad, keine Ausbelastung; die Beine wurden von außen bewegt, selbst Weitertreten wirkte gleich. Ob die Zahlen nach 30 oder nach 60 Sekunden gemessen sind, ist unklar.

Quelle: Peçanha und Kollegen 2020 · 25 Männer, ausgeloste Reihenfolge; gerechnet: 27 − 20 = 78
5–6
Schläge mehr Abfall nach Trainingsprogrammen
bei Menschen mit Herzerkrankung

Training hebt den Wert – belegt vor allem bei Menschen mit Herzerkrankung. Rund 5 bei verengten Herzkranzgefäßen, rund 6 bei Herzschwäche, jeweils verglichen mit Gruppen ohne Training.

Haken

Die Studien gingen weit auseinander, und die Autoren fordern mehr Studien mit Frauen. Für bewegungsarme Gesunde gibt es keine solche Auswertung.

Quelle: Manresa-Rocamora und Kollegen 2020 · Pearson und Smart 2018 · zwei Meta-Analysen kontrollierter Studien24, 25
1,7-fach
höheres Sterberisiko bei langsamer
gegenüber schneller Erholung

Ein Zusammenhang aus Belastungstests, keine Ursache und keine Diagnose. Für den Wert nach einer Minute gesichert beim Vergleich langsam gegen schnell.

Haken

Beobachtungsstudien mit verschiedenen Grenzen; am deutlichsten bei Tests bis zur Ausbelastung. Für Herz-Kreislauf-Ereignisse und die Rechnung je 10 Schläge war der 1-Minuten-Wert allein nicht gesichert.

Quelle: Qiu und Kollegen 2017 · Auswertung von 9 Studien, 41.600 Menschen; genauer Wert 1,682
≤ 12
Schläge in der ersten Minute:
auffällig im Belastungs-EKG beim Arzt

Ein Klinik-Grenzwert mit festem Protokoll – er gilt nicht für Deine Uhr. Gemessen beim langsamen Weitergehen; wer sich sofort hinlegte, hatte die Grenze 18.

Haken

Erwachsene mit Verdacht auf Herzerkrankung, Belastungs-EKG bis zur Ausbelastung; Beobachtung, ein Zentrum. Für Uhrwerte nach dem Training nicht untersucht.

Quelle: Cole und Kollegen 1999 · 2.428 Erwachsene, sechs Jahre beobachtet1, 3

Jede dieser sechs Zahlen ist an der Quelle selbst geprüft, Stand 28.10.2026 – an ihrer Kurzfassung, dem Überblick am Anfang jeder Studie, in PubMed, der großen Datenbank für medizinische Studien, und, wo frei zugänglich, an der vollständigen Arbeit. Die ausführlichen Angaben, mit Teilnehmern, Geldgebern und Interessenkonflikten, soweit ich sie prüfen konnte, folgen im Kapitel „Belegt“.

Der eine Satz, wenn Du Dir nur einen merkst Miss immer gleich und vergleich Dich nur mit Dir selbst, über Wochen – ein einzelner Uhrwert ist weder Zeugnis noch Diagnose.
10Belegt

Worauf sich diese Seite stützt

Zu jeder hochgestellten Zahl im Text: Quelle, Teilnehmer, Ergebnis, Einschränkung, Geldgeber und Interessenkonflikte. Alle Studien habe ich über PubMed geprüft. Wo sich etwas nicht prüfen ließ, steht das dabei.

59 Quellen · hier aufklappenzuklappenGeldgeber und Interessenkonflikte

Ein paar Begriffe, die in den Belegen vorkommen: Eine Auswertung vieler Studien – Fachleute sagen Meta-Analyse – rechnet deren Ergebnisse zusammen; eine Übersichtsarbeit fasst den Stand der Forschung zusammen, eine systematische Übersicht sucht und bewertet die Studien dabei nach festen Regeln. Ausgelost – Fachleute sagen randomisiert – heißt: Das Los entscheidet, wer welche Bedingung bekommt oder in welcher Reihenfolge; bei einer Überkreuz-Studie durchläuft jeder alle Bedingungen nacheinander. Eine Beobachtungsstudie greift nicht ein, sondern beobachtet nur; sie zeigt Zusammenhänge, keine Ursachen. Die Kurzfassung ist der Überblick am Anfang einer Studie. Gesichert heißt: so deutlich, dass Zufall als Erklärung unwahrscheinlich ist. Ein Belastungstest bis zur Ausbelastung läuft, bis es nicht mehr weitergeht. EKG heißt Elektrokardiogramm, die Aufzeichnung der elektrischen Herzaktivität. Ein relatives Risiko oder Hazard Ratio von 2 heißt: In der einen Gruppe trat das Ereignis im Beobachtungszeitraum etwa doppelt so häufig auf. Der typische Messfehler beschreibt, wie stark ein Wert bei Wiederholung zufällig schwankt. Eine standardisierte Mittelwertdifferenz (SMD) macht Ergebnisse vergleichbar, die verschieden gemessen wurden; um 0,2 gilt als klein, um 0,5 als mittel, ab 0,8 als groß. Die koronare Herzkrankheit ist eine Verengung der Herzkranzgefäße; Herzschwäche heißt in der Fachsprache Herzinsuffizienz. HRR steht in den englischen Zitaten für den Pulsabfall nach der Belastung.

So liest Du die Angaben zu den Geldgebern PubMed, die Studiendatenbank der US-Nationalbibliothek für Medizin, ordnet Studien nach ihren Geldgebern ein: Stellen der US-Regierung, etwa die Gesundheitsinstitute NIH – und „außerhalb der US-Regierung“ für alles andere. „Außerhalb der US-Regierung“ heißt also: Das Geld kam von Hochschulen, Stiftungen, anderen Staaten oder Firmen – wer genau, steht nur in der vollständigen Arbeit. Steht bei einer Studie kein Geldgeber, „nicht geprüft“ oder „nicht prüfbar“, habe ich die Finanzierung nicht selbst gelesen.
1Cole CR, Blackstone EH, Pashkow FJ, Snader CE, Lauer MS (1999). Heart-rate recovery immediately after exercise as a predictor of mortality. New England Journal of Medicine 341(18):1351–1357. DOI 10.1056/NEJM199910283411804 · PMID 10536127 Beobachtungsstudie über sechs Jahre mit 2.428 aufeinanderfolgenden Erwachsenen, im Mittel 57 Jahre, 63 % Männer, ohne Herzschwäche und ohne frühere Eingriffe an den Herzkranzgefäßen; Belastungstest bis zu den Beschwerden mit Herzszintigrafie aus diagnostischem Anlass. „The value for the recovery of heart rate was defined as the decrease in the heart rate from peak exercise to one minute after the cessation of exercise. An abnormal value for the recovery of heart rate was defined as a reduction of 12 beats per minute or less from the heart rate at peak exercise.“ 639 Teilnehmer (26 %) lagen in diesem Bereich, 213 starben. Nach Abgleich unter anderem von Alter, Geschlecht, Medikamenten, Durchblutungsstörungen, Risikofaktoren, Ruhepuls und Belastbarkeit: „adjusted relative risk, 2.0; 95 percent confidence interval, 1.5 to 2.7“. Begründung der Autoren: „The increase in heart rate that accompanies exercise is due in part to a reduction in vagal tone. Recovery of the heart rate immediately after exercise is a function of vagal reactivation.“ Einschränkung: Beobachtungsstudie, ein Zentrum, Menschen mit Verdacht auf Herzerkrankung, keine Freizeitsportler. Ob nach dem Test langsam weitergegangen wurde, steht nicht in der Kurzfassung; die Folgearbeit derselben Gruppe (Beleg 3) beschreibt für die früheren Studien Messungen bei leichter Bewegung. Volltext nicht frei zugänglich. Geldgeber in PubMed nicht angegeben; Geldgeber und Interessenkonflikte nicht geprüft.
2Qiu S, Cai X, Sun Z, Li L, Zuegel M, Steinacker JM, Schumann U (2017). Heart Rate Recovery and Risk of Cardiovascular Events and All-Cause Mortality: A Meta-Analysis of Prospective Cohort Studies. Journal of the American Heart Association 6(5). DOI 10.1161/JAHA.117.005505 · PMID 28487388 · PMC5524096 Auswertung von Beobachtungsstudien (Meta-Analyse) mit der Allgemeinbevölkerung; Studien mit Menschen, die wegen Beschwerden zum Belastungstest überwiesen wurden, waren ausgeschlossen. 9 Studien mit 41.600 Teilnehmern für die Sterblichkeit, 5 mit 34.267 für Herz-Kreislauf-Ereignisse. „The pooled hazard ratios associated with attenuated HRR versus fast HRR that served as the referent were 1.69 (95% CI 1.05-2.71) for cardiovascular events and 1.68 (95% CI 1.51-1.88) for all-cause mortality. For every 10 beats per minute decrements in HRR, the hazard ratios were 1.13 (95% CI 1.05-1.21) and 1.09 (95% CI 1.01-1.19), respectively.“ Laut vollständiger Arbeit: Die meisten Studien nutzten Laufband-Stufentests, eine einen 400-Meter-Gehtest; nur eine nannte ausdrücklich ein aktives Auslaufen, keine die Haltung; die Grenzen für einen auffälligen Wert unterschieden sich von Studie zu Studie. Für den Wert nach einer Minute allein (Tabellen 2 und 4): Sterblichkeit langsam gegen schnell 1,74 (1,54–1,96), je 10 Schläge 1,06 (0,92–1,23), nicht gesichert; Herz-Kreislauf-Ereignisse – Herzerkrankung, Herzinfarkt und Schlaganfall – langsam gegen schnell 1,30 (0,78–2,16), je 10 Schläge 1,06 (0,95–1,19), beide nicht gesichert; „it seems likely that 2-minute HRR was more sensitive in predicting the risk of cardiovascular events“. Sterblichkeit bei Tests bis zur Ausbelastung 1,72 (1,53–1,93), in der einen Studie mit nicht ausbelastendem Test 1,22 (0,71–2,09). Normbereiche müssen laut Autoren erst noch bestimmt werden. Einschränkung: Beobachtungsstudien – Zusammenhang, keine Ursache; laut Autoren ist eine Verzerrung durch Ernährung und Verhalten nicht auszuschließen; Hinweise auf eine Veröffentlichungsverzerrung bei den Herz-Kreislauf-Ereignissen. Interessenkonflikte laut vollständiger Arbeit keine („Disclosures: None.“); Geldgeber nicht geprüft.
3Watanabe J, Thamilarasan M, Blackstone EH, Thomas JD, Lauer MS (2001). Heart rate recovery immediately after treadmill exercise and left ventricular systolic dysfunction as predictors of mortality: the case of stress echocardiography. Circulation 104(16):1911–1916. DOI in PubMed nicht angegeben · PMID 11602493 Beobachtungsstudie über drei Jahre mit 5.438 aufeinanderfolgenden Erwachsenen ohne Herzschwäche oder Klappenerkrankung, überwiesen zum Herz-Ultraschall unter Belastung; 190 starben. Nach dem Laufbandtest legten sich alle sofort auf die linke Seite, ohne Auslaufen; laut Einleitung war in früheren Studien während leichter Bewegung gemessen worden. Als auffällig galten höchstens 18 Schläge nach einer Minute; das traf auf 805 Teilnehmer (15 %) zu. Nach Abgleich von Alter, Geschlecht, Belastbarkeit, Pumpfunktion des Herzens, Durchblutungsstörungen und weiteren Einflüssen: „adjusted HR 2.09, 95% CI 1.49 to 2.82“. Fazit der Autoren: „Even in the absence of a cool-down period and even after accounting for left ventricular systolic function, heart rate recovery is a powerful and independent predictor of death.“ Einschränkung: Beobachtungsstudie, ein Zentrum, zur Untersuchung überwiesene Menschen; Volltext nicht frei zugänglich. Geldgeber laut PubMed der US-Gesundheitsdienst und Stellen außerhalb der US-Regierung, Einzelheiten nicht geprüft; Interessenkonflikte nicht geprüft.
4Groarke JD, Tanguturi VK, Hainer J, Klein J, Moslehi JJ, Ng A, Forman DE, Di Carli MF, Nohria A (2015). Abnormal exercise response in long-term survivors of hodgkin lymphoma treated with thoracic irradiation: evidence of cardiac autonomic dysfunction and impact on outcomes. Journal of the American College of Cardiology 65(6):573–583. DOI 10.1016/j.jacc.2014.11.035 · PMID 25677317 Beobachtungsstudie mit 263 Menschen, die Jahre nach einer Bestrahlung des Brustkorbs wegen eines Hodgkin-Lymphoms einen Laufbandtest machten, verglichen mit 526 Vergleichspersonen. Hier nur verwendet für die Festlegung des auffälligen Werts nach Erholungsart: „abnormal heart rate recovery (HRR) at 1 min (≤12 beats/min if active cool-down, or ≤18 beats/min if passive recovery)“. Einschränkung: besondere Gruppe; die Studie belegt hier nur, dass Kliniken die Grenze nach der Erholungsart unterscheiden. Geldgeber in PubMed nicht angegeben; Geldgeber und Interessenkonflikte nicht geprüft.
5Bonato M, Meloni A, Merati G, La Torre A, Agnello L, Vernillo G (2018). Effect of repeated-sprints on the reliability of short-term parasympathetic reactivation. PLoS One 13(2):e0192231. DOI 10.1371/journal.pone.0192231 · PMID 29408911 · PMC5800600 14 gesunde Männer, viermal im Abstand von 7 Tagen fünf Sprints über 30 Meter, danach 10 Minuten Sitzen. „HRR60s and the square root of the mean sum of the squared differences between R-R intervals presented the highest levels of both absolute and relative reliability. However, SWC was lower than the typical error of measurement, indicating insufficient sensitivity to confidently detect small, but meaningful, changes in HRR and HRV indices.“ SWC ist die kleinste bedeutsame Veränderung. Laut vollständiger Arbeit (Tabelle 2) lag der typische Fehler des 1-Minuten-Werts bei 10,9 % (90-%-Bereich 9,0–14,2); relativ verlässlicher war dort die Zeitkonstante des Abfalls (ICC 0,96 gegen 0,91). Einschränkung: wenige junge Männer, Sprints. Geldgeber laut PubMed außerhalb der US-Regierung, Einzelheiten nicht geprüft; Interessenkonflikte nicht geprüft.
6Bosquet L, Gamelin FX, Berthoin S (2007). Reliability of postexercise heart rate recovery. International Journal of Sports Medicine 29(3):238–243. DOI 10.1055/s-2007-965162 · PMID 17614018 30 Gesunde, Frauen und Männer; je zwei Ausbelastungs- und zwei nicht ausbelastende Laufbandtests mit 5 Minuten passiver Erholung. „Absolute reliability was relatively constant over time for raw HR (SEM = approximately 8 %), while it decreased exponentially from the 1st (SEM = approximately 20 %) to the 5th minute of recovery (SEM = approximately 8 %) for Delta HR.“ SEM ist der typische Messfehler, Delta HR der Abfall. Gerechnetes Beispiel auf dieser Seite: 25 × 0,20 = 5 Schläge; die 25 sind frei gewählt. Online 2007 erschienen. Einschränkung: kleine Gruppe, Laborbedingungen; eine andere Studie (Beleg 5) fand den 1-Minuten-Wert verlässlicher als andere Kennzahlen – beide beschreiben große zufällige Schwankungen. Volltext nicht frei zugänglich. Geldgeber in PubMed nicht angegeben; Geldgeber und Interessenkonflikte nicht geprüft.
7Bretonneau Q, Peruque-Gayou E, Wolfs E, Bosquet L (2023). Accuracy of Heart-Rate-Recovery Parameters Assessed From a Wrist-Worn Photoplethysmography Monitor (Polar Unite). International Journal of Sports Physiology and Performance 19(1):13–18. DOI 10.1123/ijspp.2023-0120 · PMID 37917971 30 Erwachsene, je zur Hälfte Frauen; in ausgeloster Reihenfolge Laufband und Fahrradergometer: 3 Minuten Ruhe, 5 Minuten mittlere Belastung, 5 Minuten passive Erholung. Eine Uhr mit optischer Pulsmessung am Handgelenk gegen ein EKG. „coefficients of variation were >20% (in absolute value), except for Δ60 in the bicycle ergometer condition (11.7%).“ „In 97% of cases, the decrease in HR after exercise appeared later with the Unite.“ Mit einem an die Verzögerung angepassten Zeitfenster lag die Abweichung auf dem Rad unter 10 %. Online 2023 erschienen. Einschränkung: ein Gerätemodell, keine Ausbelastung, kleine Gruppe; Volltext nicht frei zugänglich. Ob der Hersteller Geräte gestellt hat, habe ich nicht geprüft. Geldgeber in PubMed nicht angegeben; Geldgeber und Interessenkonflikte nicht geprüft.
8Peçanha T, de Brito LC, Fecchio RY, de Sousa PN, Silva ND, Couto PG, de Abreu AP, da Silva GV, Mion D, Low DA, de Moraes Forjaz CL (2020). Activation of Mechanoreflex, but not Central Command, Delays Heart Rate Recovery after Exercise in Healthy Men. International Journal of Sports Medicine 42(7):602–609. DOI 10.1055/a-1297-4475 · PMID 33352599 Ausgeloste Überkreuz-Studie, online im Dezember 2020 erschienen: 25 gesunde Männer, drei nicht ausbelastende Radeinheiten mit je 5 Minuten Erholung – selbst weitertreten, Beine von außen bewegt („cycling generated by external force“), still sitzen. „Heart rate recovery was similar between active and passive recoveries, regardless of the phase. Heart rate recovery was slower in the passive than inactive recovery in the fast phase (HRR=20±8vs.27 ±10 bpm, p<0.01)“. Gerechnet: 27 − 20 = 7 Schläge weniger Abfall. Die schnelle Phase umfasst laut Kurzfassung den Abfall bis 30 und bis 60 Sekunden; zu welchem der beiden Zeitpunkte die Werte 20 und 27 gehören, lässt die Kurzfassung in PubMed nicht erkennen. Deutung der Autoren: Die Meldungen der bewegten Muskeln bremsen den schnellen Abfall, nicht der Wille zur Bewegung. Einschränkung: nur Männer, Rad, keine Ausbelastung; der Vergleich „selbst getreten gegen still sitzen“ ergibt sich nur indirekt. Volltext nicht frei zugänglich. Geldgeber in PubMed nicht angegeben; Geldgeber und Interessenkonflikte nicht geprüft.
9Barak OF, Ovcin ZB, Jakovljevic DG, Lozanov-Crvenkovic Z, Brodie DA, Grujic NG (2011). Heart rate recovery after submaximal exercise in four different recovery protocols in male athletes and non-athletes. Journal of Sports Science & Medicine 10(2):369–375. DOI in PubMed nicht angegeben · PMID 24149885 · PMC3761860 21 trainierte Sportler und 19 untrainierte Studenten, alle Männer; nach einem nicht ausbelastenden Radtest je 5 Minuten Erholung: aufrecht sitzend ohne Bewegung, sitzend weitertretend, liegend, liegend mit hochgelegten Beinen. Gemessen wurde der Abfall nach 60 Sekunden. „the supine position with or without elevated legs accelerated HRR compared with the two seated positions. Active recovery in the seated upright position was associated with slower HRR compared with inactive recovery in the same position.“ „Values of HRR60 were larger in the group of athletes for all conditions (p < 0.001).“ Einschränkung: nur Männer, Rad, keine Ausbelastung; die Mittelwerte je Haltung habe ich nicht gesehen, die vollständige Arbeit war bei der Prüfung nicht abrufbar. Geldgeber in PubMed nicht angegeben; Geldgeber und Interessenkonflikte nicht geprüft.
10Buchheit M, Laursen PB, Ahmaidi S (2007). Parasympathetic reactivation after repeated sprint exercise. American Journal of Physiology – Heart and Circulatory Physiology 293(1):H133–H141. DOI 10.1152/ajpheart.00062.2007 · PMID 17337589 15 mäßig trainierte Sportler, Frauen und Männer; drei Einheiten: 18 Sprints über 15 Meter, ein gleichmäßiger Lauf mit gleichem Energieverbrauch und harte Intervalle; danach sofort hingesetzt, Puls 10 Minuten aufgezeichnet. „Parasympathetic reactivation indexes were similar for the RS and HI trials but lower than for the MC trial (P < 0.001).“ „Parasympathetic reactivation is highly impaired after RS exercise and appears to be mainly related to anaerobic process participation.“ Einschränkung: kleine Gruppe, Wirkung einer einzelnen Einheit, kein Trainingseffekt; Einzelwerte des Pulsabfalls nicht in der Kurzfassung; Volltext nicht frei zugänglich. Geldgeber in PubMed nicht angegeben; Geldgeber und Interessenkonflikte nicht geprüft.
11Zubac D, Goswami N, Ivančev V, Valić Z, Šimunič B (2021). Independent influence of age on heart rate recovery after flywheel exercise in trained men and women. Scientific Reports 11(1):12011. DOI 10.1038/s41598-021-91565-w · PMID 34103623 · PMC8187710 11 trainierte Männer (22 bis 49 Jahre) und 10 trainierte Frauen (20 bis 53 Jahre), Kniebeugen an einem Schwungradgerät. „The load-independent time-course changes in heart rate recovery markers were comparable between the sexes.“ Das Alter war der einzige bedeutsame Faktor für den schnellen und den langsamen Teil des Abfalls: „~ 30% of the shared variance explained, p = .014“. Einschränkung: klein, Kraftübung statt Ausdauer. Geldgeber laut PubMed außerhalb der US-Regierung, Einzelheiten nicht geprüft; Interessenkonflikte nicht geprüft.
12Lind L, Andrén B (2002). Heart rate recovery after exercise is related to the insulin resistance syndrome and heart rate variability in elderly men. American Heart Journal 144(4):666–672. DOI 10.1067/mhj.2002.124836 · PMID 12360163 70 Männer, alle 70 Jahre alt, Fahrradtest bis zu Beschwerden. „Heart rate recovery after exercise (mean +/- SD 20 +/- 9 beats during the first minute)“. Gerechnet: 20 − 9 = 11 und 20 + 9 = 29; bei üblicher Verteilung liegen rund zwei Drittel in diesem Bereich. Einschränkung: nur Männer eines Jahrgangs aus einer Stadt; Haltung und Auslaufen nicht in der Kurzfassung; Volltext nicht frei zugänglich. Geldgeber in PubMed nicht angegeben; Geldgeber und Interessenkonflikte nicht geprüft.
13Deutsche Herzstiftung. So erkennen Sie schnell einen Herzinfarkt. Webseite, ohne Stand-Datum. herzstiftung.de · Herzinfarkt-Anzeichen · abgerufen am 28.10.2026 Anzeichen: starke Schmerzen und Druck im Brustkorb, die „in andere Körperteile wie Arme, Oberbauch, Rücken, Hals, Kiefer oder Schulterblätter ausstrahlen“ können; Engegefühl, Brennen, Angstschweiß mit blasser, kalter Haut, Übelkeit, Erbrechen, Atemnot. Die Anzeichen können „recht unspezifisch sein – vor allem bei Frauen“. „Generell gilt: Halten die Schmerzen länger als fünf Minuten an, sollten Sie sofort handeln.“ Bei Beschwerden in einem noch nie erlebten Ausmaß Rettungswagen mit Notarzt rufen; „Zögern Sie nicht“. Unter „Vorboten des Herzinfarkts“, für Menschen mit bekannter Herzerkrankung: Bestehen die Beschwerden auch in Ruhe, „muss die 112 gerufen werden“. „Fahren Sie auf keinen Fall selbst!“ Einschränkung: Gesundheitsinformation einer Stiftung, keine Studie.
14Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG). Wiederbelebung – das Wichtigste. gesundheitsinformation.de, Merkblatt (PDF), ohne Stand-Datum. gesundheitsinformation.de · Wiederbelebung · abgerufen am 28.10.2026 Drei Schritte: „Prüfen Sie, ob die Person bewusstlos ist und nicht normal atmet.“ – Notrufnummer 112 wählen – mit der Herzdruckmassage beginnen. „Wenn griffbereit, nutzen Sie auch einen Defibrillator zur Wiederbelebung.“ Einschränkung: Merkblatt eines unabhängigen Instituts, keine Studie; ersetzt keinen Erste-Hilfe-Kurs. Wie tief und wie schnell gedrückt wird, steht auf dem Merkblatt nicht.
15Bundesministerium für Gesundheit, mit dem IQWiG (2022). Schlaganfall. gesund.bund.de, Stand 16.12.2022. gesund.bund.de · Schlaganfall · abgerufen am 28.10.2026 Anzeichen: plötzliche Schwäche, Sprachstörungen, Lähmungen und Taubheitsgefühle, Gesichtsfeldausfall oder herabhängender Mundwinkel, Schwindel und unsicherer Gang, manchmal starke Kopfschmerzen mit Übelkeit und Erbrechen; meist nur eine Körperseite. Bei Verdacht schnell den Notruf 112 wählen und „keinesfalls darauf warten, dass die Beschwerden wieder verschwinden“. Einschränkung: Gesundheitsinformation des Ministeriums, keine Studie.
16Cincin A, Sari I, Oğuz M, Sert S, Bozbay M, Ataş H, Ozben B, Tigen K, Basaran Y (2014). Effect of acute sleep deprivation on heart rate recovery in healthy young adults. Sleep and Breathing 19(2):631–636. DOI 10.1007/s11325-014-1066-x · PMID 25319876 30 Gesunde, 21 Sicherheitskräfte und 9 Pflegekräfte, im Mittel 33 Jahre; Laufbandtest einmal nach einer normalen Nacht, einmal nach einer Nachtschicht im Krankenhaus. Abfall nach einer Minute: 31 nach der Nachtschicht gegen 36,10 nach normaler Nacht (p = 0,004); nach 30 Sekunden 12,74 gegen 17,66. Gerechnet: 36,10 − 31 = 5,1 Schläge. Nach zwei bis fünf Minuten kein gesicherter Unterschied. Online 2014 erschienen. Einschränkung: keine ausgeloste Reihenfolge erkennbar; die Nachtschicht brachte Schlafmangel und Arbeit zugleich; Volltext nicht frei zugänglich. Geldgeber in PubMed nicht angegeben; Geldgeber und Interessenkonflikte nicht geprüft.
17Franklin BA, Thompson PD, Al-Zaiti SS, Albert CM, Hivert MF, Levine BD, Lobelo F, Madan K, Sharrief AZ, Eijsvogels TMH (2020). Exercise-related acute cardiovascular events and potential deleterious adaptations following long-term exercise training: placing the risks into perspective – an update. A scientific statement from the American Heart Association. Circulation 141(13):e705–e736. DOI 10.1161/CIR.0000000000000749 · PMID 32100573 Stellungnahme der American Heart Association. „vigorous physical activity, particularly when performed by unfit individuals, can acutely increase the risk of sudden cardiac death and acute myocardial infarction in susceptible people.“ Laut Volltext Warnzeichen unter anderem „Pain or discomfort at rest or with physical exertion in the chest, neck, jaw, arms“, „Unusual shortness of breath“, „Lightheadedness“, „Awareness of a rapid or irregular heartbeat“; wer sie bemerkt, „should immediately discontinue such activity and seek medical evaluation before resuming PA“. Zum Auslaufen: „Patients should be counseled to include a warm-up and cool-down period during exercise training sessions“, unter anderem, „to avoid the decrease in central blood volume that can occur with abrupt cessation of PA“. Einschränkung: Stellungnahme, keine Studie; Volltext nur in Auszügen auf der Verlagsseite gelesen. Geldgeber und Interessenkonflikte nicht geprüft.
18Gillinov S, Etiwy M, Wang R, Blackburn G, Phelan D, Gillinov AM, Houghtaling P, Javadikasgari H, Desai MY (2017). Variable Accuracy of Wearable Heart Rate Monitors during Aerobic Exercise. Medicine and Science in Sports and Exercise 49(8):1697–1703. DOI 10.1249/MSS.0000000000001284 · PMID 28709155 50 gesunde Erwachsene, im Mittel 38 Jahre, 54 % Frauen; Laufband, Standrad, Crosstrainer; Brustgurt, Unterarmsensor und je zwei Uhren am Handgelenk gegen EKG, in Ruhe und bei leichter bis harter Belastung. „the chest strap monitor (Polar H7) had the best agreement with ECG (rc = 0.996)“; die Uhren am Handgelenk lagen je nach Modell zwischen 0,67 und 0,92. „Electrode-containing chest monitors should be used when accurate HR measurement is imperative.“ Einschränkung: Geräte von 2016/17; die Erholungsminute selbst wurde nicht gemessen. Geldgeber laut PubMed außerhalb der US-Regierung, Einzelheiten nicht geprüft; Interessenkonflikte nicht geprüft.
19Etiwy M, Akhrass Z, Gillinov L, Alashi A, Wang R, Blackburn G, Gillinov SM, Phelan D, Gillinov AM, Houghtaling PL, Javadikasgari H, Desai MY (2019). Accuracy of wearable heart rate monitors in cardiac rehabilitation. Cardiovascular Diagnosis and Therapy 9(3):262–271. DOI 10.21037/cdt.2019.04.08 · PMID 31275816 · PMC6603497 80 Erwachsene mit Herz-Kreislauf-Erkrankung in der Herz-Reha; Laufband und Standrad, Brustgurt und je zwei Uhren gegen EKG, in Ruhe und bei gleichmäßiger Belastung. „the chest strap monitor (Polar H7) had the best agreement with ECG (r=0.99) followed by the Apple Watch (r=0.80), Fitbit Blaze (r=0.78), TomTom Spark (r=0.76) and Garmin Forerunner (r=0.52).“ Keine der Uhren war so genau wie der Brustgurt. Einschränkung: ältere Geräte, nur gleichmäßige Belastung, Erholung nicht gemessen; die vollständige Arbeit war nicht lesbar. Geldgeber in PubMed nicht angegeben; Geldgeber und Interessenkonflikte nicht geprüft.
20Meeusen R, Duclos M, Foster C, Fry A, Gleeson M, Nieman D, Raglin J, Rietjens G, Steinacker J, Urhausen A (2013). Prevention, diagnosis, and treatment of the overtraining syndrome: joint consensus statement of the European College of Sport Science and the American College of Sports Medicine. Medicine and Science in Sports and Exercise 45(1):186–205. DOI 10.1249/MSS.0b013e318279a10a · PMID 23247672 Gemeinsame Stellungnahme zweier Fachgesellschaften für Sportwissenschaft und Sportmedizin. Kurzfristige Überlastung („functional overreaching“) bringt einen vorübergehenden Leistungsabfall, nach der Erholung steigt die Leistung; beim Übertraining sprechen die Autoren von „prolonged maladaptation“. Typische Zeichen des Übertrainings: „fatigue, performance decline, and mood disturbances“. Auszuschließen seien unter anderem Krankheiten und Infekte, zu wenig Energie, zu wenig Kohlenhydrate oder Eiweiß, Eisen- und Magnesiummangel. „Currently, several markers (hormones, performance tests, psychological tests, and biochemical and immune markers) are used, but none of them meet all the criteria to make their use generally accepted.“ Einschränkung: Konsens, keine systematische Auswertung in der Kurzfassung; der Pulsabfall nach dem Training ist dort nicht ausdrücklich genannt; Volltext nicht frei zugänglich. Geldgeber in PubMed nicht angegeben; Geldgeber und Interessenkonflikte nicht geprüft.
21Bellenger CR, Fuller JT, Thomson RL, Davison K, Robertson EY, Buckley JD (2016). Monitoring Athletic Training Status Through Autonomic Heart Rate Regulation: A Systematic Review and Meta-Analysis. Sports Medicine 46(10):1461–1486. DOI 10.1007/s40279-016-0484-2 · PMID 26888648 Systematische Übersicht mit 27 Studien, davon 24 in der Meta-Analyse, mit ausdauertrainierten Sportlern. Mit Leistungsplus durch Training stieg der Pulsabfall (SMD 0,63); mit Leistungsabfall durch Überlastung ebenfalls (SMD 0,46). „However, increases in post-exercise HRV and HRR also occur in response to overreaching“. Einschränkung: Sportler, keine eigene Auswertung für Freizeitsportler in der Kurzfassung; Volltext nicht frei zugänglich. Ein Mitautor arbeitete an einem staatlichen Sportinstitut in Südaustralien. Geldgeber in PubMed nicht angegeben; Geldgeber und Interessenkonflikte nicht geprüft.
22Manresa-Rocamora A, Flatt AA, Casanova-Lizón A, Ballester-Ferrer JA, Sarabia JM, Vera-Garcia FJ, Moya-Ramón M (2021). Heart rate-based indices to detect parasympathetic hyperactivity in functionally overreached athletes. A meta-analysis. Scandinavian Journal of Medicine & Science in Sports 31(6):1164–1182. DOI 10.1111/sms.13932 · PMID 33533045 Meta-Analyse kontrollierter und unkontrollierter Überlastungsstudien mit Ausdauersportlern; gesucht wurde nach Studien mit Frauen und Männern, Suche bis Mai 2020. „We observed a moderate and statistically significant increase in HRR indices among F-OR athletes (SMD= 0.65; 95% CI = 0.44, 0.87), no changes for non-OR athletes (SMD= 0.10; 95% CI = -0.15, 0.34)“. F-OR steht für eine kurzfristige Überlastung mit Leistungsabfall. Einschränkung: Sportler; die Zahl der Studien für diesen Wert steht nicht in der Kurzfassung; Volltext nicht frei zugänglich. Geldgeber in PubMed nicht angegeben; Geldgeber und Interessenkonflikte nicht geprüft.
23Coates AM, Hammond S, Burr JF (2018). Investigating the use of pre-training measures of autonomic regulation for assessing functional overreaching in endurance athletes. European Journal of Sport Science 18(7):965–974. DOI 10.1080/17461391.2018.1458907 · PMID 29635969 28 Freizeit-Radfahrer und -Triathleten: eine Woche weniger Training, drei Wochen Überlastung oder normales Training, eine Woche Erholung; der Pulsabfall wurde 60 Sekunden nach einem Ausbelastungstest gemessen. „Performance decreased from T1 to T2 in the OL group vs. CON (Δ-9 ± 12 vs. Δ9 ± 11 W, P < .001)“; „HRrec increased from T1 to T2 in the OL group vs. CON (Δ10 ± 9 vs. Δ2 ± 5 beats/min, P < .01).“ Einschränkung: Zuteilung, Alter und Geschlechterverteilung nicht in der Kurzfassung; geprüft wurde auch eine Messtechnik (ProCVT), ein Herstellerbezug ist dort nicht genannt; Volltext nicht frei zugänglich. Geldgeber in PubMed nicht angegeben; Geldgeber und Interessenkonflikte nicht geprüft.
24Manresa-Rocamora A, Ribeiro F, Sarabia JM, Íbias J, Oliveira NL, Vera-García FJ, Moya-Ramón M (2020). Exercise-based cardiac rehabilitation and parasympathetic function in patients with coronary artery disease: a systematic review and meta-analysis. Clinical Autonomic Research 31(2):187–203. DOI 10.1007/s10286-020-00687-0 · PMID 32270406 Systematische Übersicht mit Meta-Analyse kontrollierter Studien zu Herz-Reha mit Training bei Menschen mit koronarer Herzkrankheit, Suche bis November 2018, online 2020 erschienen. „HRR (MD = 5.35; 95% confidence interval [CI] = 4.08-6.61 bpm) in favour of the exercise-based CR group“. Sehr große Unterschiede zwischen den Studien (I² = 85 %); der Effekt war bei Jüngeren größer. Die Autoren fordern künftige Studien mit Frauen. Einschränkung: nur Menschen mit Herzerkrankung, große Unterschiede zwischen den Studien; Volltext nicht frei zugänglich. Geldgeber laut PubMed außerhalb der US-Regierung, Einzelheiten nicht geprüft; Interessenkonflikte nicht geprüft.
25Pearson MJ, Smart NA (2018). Exercise therapy and autonomic function in heart failure patients: a systematic review and meta-analysis. Heart Failure Reviews 23(1):91–108. DOI 10.1007/s10741-017-9662-z · PMID 29185161 Systematische Übersicht mit Meta-Analyse von Trainingsstudien bei Herzschwäche, Suche bis März 2017. Laut Kurzfassung lag der Pulsabfall nach einer Minute in den Trainingsgruppen gegenüber Gruppen ohne Training im Mittel um 5,90 Schläge höher: „mean difference 5.90 bpm (95%CI 5.12, 6.69; p < 0.00001)“. Einschränkung: nur Menschen mit Herzschwäche; Zahl der Studien und Teilnehmer für diesen Wert nicht in der Kurzfassung; Volltext nicht frei zugänglich. Geldgeber laut PubMed außerhalb der US-Regierung, Einzelheiten nicht geprüft; Interessenkonflikte nicht geprüft.
26Casanova-Lizón A, Manresa-Rocamora A, Flatt AA, Sarabia JM, Moya-Ramón M (2022). Does Exercise Training Improve Cardiac-Parasympathetic Nervous System Activity in Sedentary People? A Systematic Review with Meta-Analysis. International Journal of Environmental Research and Public Health 19(21). DOI 10.3390/ijerph192113899 · PMID 36360777 · PMC9656115 Systematische Übersicht mit Meta-Analyse zu Training bei bewegungsarmen Gesunden. Die Bremse in Ruhe nahm zu (RMSSD, eine Kennzahl der Herzschlag-Schwankung: SMD 0,57; die Autoren nennen das klein, nach üblicher Einteilung wäre es mittel). „Data were insufficient to investigate the effect of exercise training on HRR.“ Einschränkung: für den Pulsabfall keine Aussage möglich. Geldgeber laut PubMed außerhalb der US-Regierung, Einzelheiten nicht geprüft; Interessenkonflikte nicht geprüft.
27Carroll S, Marshall P, Ingle L, Borkoles E (2012). Cardiorespiratory fitness and heart rate recovery in obese premenopausal women. Scandinavian Journal of Medicine & Science in Sports 22(6):e133–e139. DOI 10.1111/j.1600-0838.2012.01522.x · PMID 22998554 Ausgeloste Studie mit 62 gesunden Frauen mit Adipositas vor den Wechseljahren: drei Monate Lebensstilprogramm ohne Diät gegen eine Vergleichsgruppe. „Post-exercise HRR at 60 s (HRR60) increased from 21.3 ± 6.2 to 27.8 ± 10.2 bpm in the intervention group compared with a smaller reduction (26.8 ± 12.3 to 24.5 ± 9.9 bpm) in controls (test for interaction P = 0.0001).“ Gerechnet: 27,8 − 21,3 = 6,5 Schläge mehr in der Programmgruppe. Einschränkung: Das Programm umfasste mehr als Training; die Gruppen starteten ungleich (21,3 gegen 26,8) – ein Teil des Unterschieds kann darauf zurückgehen. Volltext nicht frei zugänglich. Geldgeber in PubMed nicht angegeben; Geldgeber und Interessenkonflikte nicht geprüft.
28Matsuo T, Saotome K, Seino S, Eto M, Shimojo N, Matsushita A, Iemitsu M, Ohshima H, Tanaka K, Mukai C (2014). Low-volume, high-intensity, aerobic interval exercise for sedentary adults: VO₂max, cardiac mass, and heart rate recovery. European Journal of Applied Physiology 114(9):1963–1972. DOI 10.1007/s00421-014-2917-7 · PMID 24917354 Ausgeloste Studie, 24 gesunde, bewegungsarme Männer, im Mittel 29 Jahre; acht Wochen, dreimal pro Woche unter Aufsicht: 18 Minuten Intervalle gegen 45 Minuten gleichmäßiges Training. „While changes in HRR-1 were not significant in either group, change in HRR-2 for HAIT (9.5 ± 6.4 bpm, 19.0 ± 16.0%, P < 0.01) was greater (P = 0.03) than for CAT“. Einschränkung: klein, nur junge Männer. Geldgeber laut PubMed außerhalb der US-Regierung; der Erstautor arbeitete an einem staatlichen japanischen Institut für Arbeitsschutz; Interessenkonflikte nicht geprüft.
29Tsai SW, Huang YH, Chen YW, Ting CT (2015). Influence of β-blockers on heart rate recovery and rating of perceived exertion when determining training intensity for cardiac rehabilitation. Journal of the Chinese Medical Association 78(9):520–525. DOI 10.1016/j.jcma.2015.05.009 · PMID 26155925 105 Erwachsene nach Herzinfarkt mit erfolgreichem Kathetereingriff, Belastungstest vor der Reha; Vergleich mit und ohne Betablocker, nicht ausgelost. Der Höchstpuls war mit Betablocker niedriger. „The HRR value was lower (12.5 ± 8.8) in participants who were taking β-blockers relative to those who were not (17.0 ± 9.1).“ Gerechnet: 17,0 − 12,5 = 4,5 Schläge. Einschränkung: nicht ausgelost – wer einen Betablocker bekommt, kann sich auch sonst unterscheiden; der Messzeitpunkt steht nicht ausdrücklich in der Kurzfassung; Volltext nicht frei zugänglich. Geldgeber laut PubMed außerhalb der US-Regierung, Einzelheiten nicht geprüft; Interessenkonflikte nicht geprüft.
30Karnik RS, Lewis W, Miles P, Baker L (2008). The effect of beta-blockade on heart rate recovery following exercise stress echocardiography. Preventive Cardiology 11(1):26–28. DOI 10.1111/j.1520-037x.2007.07310.x · PMID 18174788 Rückblickende Auswertung von 334 Erwachsenen mit Herz-Ultraschall unter Belastung, mit gegen ohne Betablocker. Ohne belastungsabhängige Auffälligkeiten im Ultraschall änderten Betablocker den Pulsabfall nicht; mit solchen Auffälligkeiten verbesserten sie ihn. Die Autoren folgern, dass sich der Wert dann weiter zur Einschätzung des Sterberisikos nutzen lässt. Einschränkung: rückblickend, nicht ausgelost, keine Zahlen in der Kurzfassung; Volltext nicht frei zugänglich. Geldgeber in PubMed nicht angegeben; Geldgeber und Interessenkonflikte nicht geprüft.
31Racine N, Blanchet M, Ducharme A, Marquis J, Boucher JM, Juneau M, White M (2003). Decreased heart rate recovery after exercise in patients with congestive heart failure: effect of beta-blocker therapy. Journal of Cardiac Failure 9(4):296–302. DOI 10.1054/jcaf.2003.47 · PMID 13680550 23 Menschen mit stabiler Herzschwäche und 12 Gesunde; die Herzschwäche-Gruppe vor und nach sechs Monaten mit Metoprolol oder Carvedilol, Ausbelastungstest. Nach einer Minute: 17,8 Schläge gegen 26,8 bei den Gesunden, nach zwei Minuten 34,0 gegen 48,0. „Beta-blocker therapy for 6 months did not significantly improve HRR.“ Einschränkung: sehr klein, keine Vergleichsgruppe ohne Betablocker; Volltext nicht frei zugänglich. Geldgeber in PubMed nicht angegeben; Geldgeber und Interessenkonflikte nicht geprüft.
32Medeiros WM, de Luca FA, de Figueredo Júnior AR, Mendes FAR, Gun C (2017). Heart rate recovery improvement in patients following acute myocardial infarction: exercise training, β-blocker therapy or both. Clinical Physiology and Functional Imaging 38(3):351–359. DOI 10.1111/cpf.12420 · PMID 28402023 64 Männer nach Herzinfarkt in vier Gruppen: Training mit Betablocker, nur Training, nur Betablocker, keins von beiden; Belastungstest vor und nach drei Monaten, Pulsabfall bezogen auf die Pulsreserve. Mit Training und Betablocker stieg der Wert in der ersten und zweiten Minute; nur mit Betablocker sank er in der zweiten und dritten Minute (−21,2 % und −16,3 %). „Combination of β-blocker therapy with ET does not compromise the effect of training and instead promotes HRR and aerobic capacity improvement.“ Online 2017 erschienen. Einschränkung: klein, nur Männer; die Zuteilung zu den Gruppen beschreibt die Kurzfassung nicht als ausgelost; umgerechnete Kennzahl statt Schläge; Volltext nicht frei zugänglich. Geldgeber in PubMed nicht angegeben; Geldgeber und Interessenkonflikte nicht geprüft.
33Arena R, Arrowood JA, Fei D, Shelar S, Helm S, Kraft KA (2009). The influence of sex on the relationship between heart rate recovery and other cardiovascular risk factors in apparently healthy subjects. Scandinavian Journal of Medicine & Science in Sports 20(2):291–297. DOI 10.1111/j.1600-0838.2009.00883.x · PMID 19522754 275 offenbar Gesunde, Belastungstest mit Atemgasmessung. „HRR both at 1 min (HRR(1)) and at 2 min (HRR(2)) were higher in males.“ Online 2009 erschienen. Einschränkung: Werte und Alter nicht in der Kurzfassung; Volltext nicht frei zugänglich. Geldgeber laut PubMed die US-Gesundheitsinstitute NIH; Interessenkonflikte nicht geprüft.
34de Mendonca GV, Teodósio C, Bruno PM (2017). Sexual dimorphism in heart rate recovery from peak exercise. European Journal of Applied Physiology 117(7):1373–1381. DOI 10.1007/s00421-017-3627-8 · PMID 28470411 40 Gesunde mit überdurchschnittlicher Fitness, 18 bis 27 Jahre, 23 Männer und 17 Frauen; Ausbelastungstest auf dem Rad, passive Erholung. „HRR at 1 and 2 min of passive recovery was similar between sexes.“ Die maximale Sauerstoffaufnahme, ein Maß der Ausdauerleistung, erklärte 11,2 % der Unterschiede im 1-Minuten-Wert. Bei ähnlicher Fitness hing der Wert nach zwei Minuten laut Autoren aber vom Geschlecht ab. Einschränkung: kleine Gruppe junger, fitter Erwachsener; Volltext nicht frei zugänglich. Geldgeber in PubMed nicht angegeben; Geldgeber und Interessenkonflikte nicht geprüft.
35Maeder MT, Ammann P, Rickli H, Brunner-La Rocca HP (2008). Impact of the exercise mode on heart rate recovery after maximal exercise. European Journal of Applied Physiology 105(2):247–255. DOI 10.1007/s00421-008-0896-2 · PMID 18953564 29 junge Gesunde und 16 ältere Menschen mit chronischer Herzschwäche; Ausbelastungstest auf Rad und Laufband in ausgeloster Reihenfolge, Erholung mit Weiterbewegen. Der Abfall nach einer Minute war nach dem Rad größer als nach dem Laufband: bei den Gesunden 32 gegen 27 Schläge, bei Herzschwäche 19 gegen 14 – gerechnet jeweils 5 Schläge Unterschied. Nach zwei und drei Minuten unterschieden sich die Werte nicht. „HRR-1 depends on the mode of exercise as peak VO(2) does.“ Einschränkung: kleine Gruppen, große Streuung bei den Gesunden (± 14); online 2008 erschienen; Volltext nicht frei zugänglich. Geldgeber in PubMed nicht angegeben; Geldgeber und Interessenkonflikte nicht geprüft.
36Buchheit M, Al Haddad H, Laursen PB, Ahmaidi S (2009). Effect of body posture on postexercise parasympathetic reactivation in men. Experimental Physiology 94(7):795–804. DOI 10.1113/expphysiol.2009.048041 · PMID 19395660 Ausgeloste Reihenfolge, 11 mäßig trainierte Männer, im Mittel 22 Jahre; nach Läufen je 5 Minuten passive Erholung im Stehen, Sitzen, Liegen oder Liegen mit hochgelegten Beinen. „the supine position accelerated and increased parasympathetic reactivation more than the other three positions“; die Kennzahl für die Bremse lag im Sitzen und mit hochgelegten Beinen ebenfalls höher als im Stehen. Nach sehr harten Intervallen blieb ein Haltungseffekt für den Pulsabfall bestehen: „a position effect was preserved for HRR (P < 0.001)“. Einschränkung: wenige junge Männer; Werte des Pulsabfalls je Haltung stehen nicht in der Kurzfassung; Volltext nicht frei zugänglich. Geldgeber laut PubMed außerhalb der US-Regierung, Einzelheiten nicht geprüft; Interessenkonflikte nicht geprüft.
37Peçanha T, Silva-Júnior ND, Forjaz CL (2013). Heart rate recovery: autonomic determinants, methods of assessment and association with mortality and cardiovascular diseases. Clinical Physiology and Functional Imaging 34(5):327–339. DOI 10.1111/cpf.12102 · PMID 24237859 Übersichtsarbeit ohne eigene Daten, online 2013 erschienen. Die Pulserholung sei ein einfaches Werkzeug, um die Steuerung des Herzens durch das Nervensystem einzuschätzen. „HRR can be modelled by an exponential curve, with a fast and a slow decay component.“ „The fast component mainly seems to be dictated by the cardiac parasympathetic reactivation, probably promoted by the deactivation of central command and mechanoreflex inputs immediately after exercise cessation.“ „the slow phase of HRR may be determined by cardiac sympathetic withdrawal, possibly via the deactivation of metaboreflex and thermoregulatory mechanisms.“ Einschränkung: erzählende Übersicht ohne systematische Suche; „seems“, „probably“ und „possibly“ zeigen, dass die Mechanismen nicht abschließend geklärt sind. Geldgeber laut PubMed außerhalb der US-Regierung, Einzelheiten nicht geprüft; Interessenkonflikte nicht geprüft.
38Perini R, Orizio C, Comandè A, Castellano M, Beschi M, Veicsteinas A (1989). Plasma norepinephrine and heart rate dynamics during recovery from submaximal exercise in man. European Journal of Applied Physiology and Occupational Physiology 58(8):879–883. DOI 10.1007/BF02332222 · PMID 2767070 Laborstudie mit 6 untrainierten jungen Männern auf dem Fahrradergometer bei 21, 43 und 65 % der maximalen Sauerstoffaufnahme; Noradrenalin im Blut als Maß des Gas-Nervensystems. Bei mittlerer und höherer Belastung: „after a time lag of 1 min [NE] decreased exponentially“; „in the 1st min HR decreased about 35 beats.min-1“; „from the 2nd to 5th min of recovery HR and [NE] were linearly related“. Deutung der Autoren: „In the 1st min of recovery, independent of the exercise intensity, the adjustment of HR appears to have been due mainly to the prompt restoration of vagal tone.“ Einschränkung: nur 6 Männer, Rad, keine Ausbelastung; Adrenalin nicht gemessen; Volltext nicht frei zugänglich. Geldgeber laut PubMed außerhalb der US-Regierung, Einzelheiten nicht geprüft; Interessenkonflikte nicht geprüft.
39Imai K, Sato H, Hori M, Kusuoka H, Ozaki H, Yokoyama H, Takeda H, Inoue M, Kamada T (1994). Vagally mediated heart rate recovery after exercise is accelerated in athletes but blunted in patients with chronic heart failure. Journal of the American College of Cardiology 24(6):1529–1535. DOI 10.1016/0735-1097(94)90150-3 · PMID 7930286 Laborstudie mit 8 gesunden Freiwilligen, 20 Menschen mit chronischer Herzschwäche und 9 Skilangläufern, laut PubMed-Schlagworten Männer. Gemessen wurde Schlag für Schlag, wie schnell der Puls in den ersten 30 und 120 Sekunden fällt – bei verschiedenen Belastungen und mit Medikamenten, die den Vagusnerv (Atropin) oder das Gas-Nervensystem (Propranolol, ein Betablocker) blockieren. Atropin verlangsamte beide Abschnitte deutlich. „T30 was almost independent of the exercise intensity and sympathetic blockade, whereas T120 was affected by sympathetic nerve activity and exercise work load.“ Der vom Vagusnerv getragene Abfall war bei den Skilangläufern schneller und bei Herzschwäche langsamer als bei gleichaltrigen Gesunden. Einschränkung: sehr kleine Gruppen, nur Männer; gemessen als Zeitkonstante, nicht als Schläge pro Minute; Volltext nicht frei zugänglich. Geldgeber laut PubMed außerhalb der US-Regierung, Einzelheiten nicht geprüft; Interessenkonflikte nicht geprüft.
40Sheppard RJ, Racine N, Roof A, Ducharme A, Blanchet M, White M (2007). Heart rate recovery--a potential marker of clinical outcomes in heart failure patients receiving beta-blocker therapy. Canadian Journal of Cardiology 23(14):1135–1138. DOI 10.1016/s0828-282x(07)70884-x · PMID 18060099 · PMC2652004 Rückblickende Auswertung, 78 Erwachsene mit Herzschwäche, im Mittel 53 Jahre; 88 % nahmen einen Betablocker. „HRR measured was 10+/-9 beats/min after 30 s, 20+/-12 beats/min after 60 s, 25+/-15 beats/min after 90 s and 30+/-13 beats/min after 120 s.“ Wer nach 90 Sekunden unter 24 Schlägen lag, kam in fünf Jahren häufiger wegen Herzschwäche ins Krankenhaus: 8 gegen 2 Aufnahmen. Die Prozentangaben der Kurzfassung (22,2 gegen 2,7 %) passen nicht zu 78 Teilnehmern – gerechnet: 8 ÷ 0,222 ≈ 36 und 2 ÷ 0,027 ≈ 74, zusammen 110. Einschränkung: klein, rückblickend, nur zehn Klinikaufnahmen insgesamt; der Zusammenhang galt nach 90 und 120 Sekunden. Geldgeber in PubMed nicht angegeben; Geldgeber und Interessenkonflikte nicht geprüft.
41Montain SJ, Coyle EF (1992). Influence of graded dehydration on hyperthermia and cardiovascular drift during exercise. Journal of Applied Physiology 73(4):1340–1350. DOI 10.1152/jappl.1992.73.4.1340 · PMID 1447078 Ausgeloste Studie, 8 ausdauertrainierte Radfahrer, 2 Stunden Radfahren bei 33 °C; Trinken ersetzte keinen, 20, 48 oder 81 % des Schweißverlusts, das Körpergewicht sank um 4,2, 3,4, 2,3 und 1,1 %. „The magnitude of dehydration accrued after 2 h of exercise in the four trials was linearly related with the increase in Tes (r = 0.98, P < 0.02), the increase in HR (r = 0.99, P < 0.01)“. Einschränkung: wenige trainierte Radfahrer, Wärme; der Pulsabfall nach der Belastung wurde nicht gemessen; Volltext nicht frei zugänglich. Geldgeber laut PubMed außerhalb der US-Regierung, Einzelheiten nicht geprüft; Interessenkonflikte nicht geprüft.
42Moreno IL, Vanderlei LC, Pastre CM, Vanderlei FM, de Abreu LC, Ferreira C (2013). Cardiorespiratory effects of water ingestion during and after exercise. International Archives of Medicine 6(1):35. DOI 10.1186/1755-7682-6-35 · PMID 24059759 · PMC3849535 31 junge Männer, im Mittel 22 Jahre: 90 Minuten Laufband bei 60 % der maximalen Sauerstoffaufnahme, danach 60 Minuten liegende Erholung; einmal ohne Trinken, einmal mit Wasser. Laut vollständiger Arbeit: bei 26 °C und 2,0 % Gewichtsverlust ohne Trinken unterschied sich der Puls unter Belastung nicht gesichert (p = 0,31); in der Erholung kehrte er mit Wasser schneller zum Ausgangswert zurück, nach rund 40 Minuten. Die Kurzfassung spricht dagegen von einem geringeren Pulsanstieg unter Belastung. Einschränkung: Reihenfolge nicht als ausgelost beschrieben; die Rückkehr zum Ausgangswert ist nicht der 1-Minuten-Wert. Geldgeber in der vollständigen Arbeit nicht genannt, in PubMed nicht angegeben; Interessenkonflikte laut vollständiger Arbeit keine („The authors declare that they have no competing interests.“).
43Bastos FN, Vanderlei LC, Nakamura FY, Bertollo M, Godoy MF, Hoshi RA, Junior JN, Pastre CM (2012). Effects of cold water immersion and active recovery on post-exercise heart rate variability. International Journal of Sports Medicine 33(11):873–879. DOI 10.1055/s-0032-1301905 · PMID 22722961 Ausgeloste Überkreuz-Studie, 20 Männer; Lauf bis zur Erschöpfung, danach 6 Minuten Kaltwasser, lockeres Weiterbewegen oder passive Erholung. „The CWI and AR lowered [Lac] (p<0.05) at 11, 13 and 15 min after exercise cessation in comparison to PR.“ „Further, AR is not recommended if the aim is to accelerate the parasympathetic reactivation.“ Einschränkung: gemessen wurde die Schwankung der Herzschlag-Abstände, nicht der Pulsabfall nach einer Minute; kleine Effekte; Volltext nicht frei zugänglich. Geldgeber in PubMed nicht angegeben; Geldgeber und Interessenkonflikte nicht geprüft.
44Romagnoli M, Alis R, Sanchis-Gomar F, Lippi G, Arduini A (2018). An Eighteen-Minute Submaximal Exercise Test to Assess Cardiac Fitness in Response to Aerobic Training. Journal of Strength and Conditioning Research 32(10):2846–2852. DOI 10.1519/JSC.0000000000000685 · PMID 25226325 20 Gesunde: 10 mit acht Wochen Radtraining und anschließend acht Wochen Pause, 10 zum Vergleich. „Absolute HRR at 60, 120, and 180 seconds after exercise increased at both exercise intensities at W8 of training (p < 0.01, W8 vs. W0) and returned to the pretraining level after detraining (p > 0.05, W16 vs. W0).“ Einschränkung: sehr klein, nicht ausbelastender Test; Alter, Geschlecht und Zahlenwerte nicht in der Kurzfassung; Volltext nicht frei zugänglich. Geldgeber in PubMed nicht angegeben; Geldgeber und Interessenkonflikte nicht geprüft.
45Pattyn N, Beckers PJ, Cornelissen VA, Coeckelberghs E, De Maeyer C, Frederix G, Goetschalckx K, Possemiers N, Schepers D, Van Craenenbroeck EM, Wuyts K, Conraads VM, Vanhees L (2017). The effect of aerobic interval training and continuous training on exercise capacity and its determinants. Acta Cardiologica 72(3):328–340. DOI 10.1080/00015385.2017.1304712 · PMID 28636505 Ausgeloste Studie an mehreren Zentren: 200 Menschen mit koronarer Herzkrankheit, im Mittel 58 Jahre, zwölf Wochen Intervall- gegen gleichmäßiges Ausdauertraining. „Endothelial function and heart rate recovery (HRR) at 1 and 2 min improved (P-time <0.001)“; „Both interventions were equally effective.“ Einschränkung: Menschen mit Herzerkrankung; die Höhe der Verbesserung steht nicht in der Kurzfassung; Volltext nicht frei zugänglich. Geldgeber in PubMed nicht angegeben; Geldgeber und Interessenkonflikte nicht geprüft.
46Villelabeitia-Jaureguizar K, Vicente-Campos D, Senen AB, Jiménez VH, Garrido-Lestache MEB, Chicharro JL (2017). Effects of high-intensity interval versus continuous exercise training on post-exercise heart rate recovery in coronary heart-disease patients. International Journal of Cardiology 244:17–23. DOI 10.1016/j.ijcard.2017.06.067 · PMID 28648356 Ausgeloste Studie mit 73 Menschen mit koronarer Herzkrankheit und niedrigem Risiko, acht Wochen hochintensive Intervalle gegen gleichmäßiges Training. Laut Kurzfassung verbesserten die Intervalle den Abfall nach einer und nach zwei Minuten; die Autoren sehen darin einen Vorteil gegenüber gleichmäßigem Training. Einschränkung: Aus der Kurzfassung geht nicht eindeutig hervor, ob die genannten Zahlenpaare vorher und nachher oder Gruppe gegen Gruppe meinen – deshalb auf dieser Seite ohne Zahl. Volltext nicht frei zugänglich. Geldgeber in PubMed nicht angegeben; Geldgeber und Interessenkonflikte nicht geprüft.
47Dimopoulos S, Anastasiou-Nana M, Sakellariou D, Drakos S, Kapsimalakou S, Maroulidis G, Roditis P, Papazachou O, Vogiatzis I, Roussos C, Nanas S (2006). Effects of exercise rehabilitation program on heart rate recovery in patients with chronic heart failure. European Journal of Cardiovascular Prevention and Rehabilitation 13(1):67–73. DOI 10.1097/01.hjr.0000198449.20775.7c · PMID 16449866 Ausgeloste Studie: 29 Menschen mit stabiler chronischer Herzschwäche, 24 bis zum Ende; 36 Einheiten Intervalltraining (30 Sekunden Höchstlast, 30 Sekunden Pause) gegen gleichmäßiges Training. Nur mit gleichmäßigem Training stieg der Abfall nach einer Minute gesichert, von 15,0 auf 24,0 Schläge; mit Intervallen blieb er bei 21. Einschränkung: sehr klein, ungleiche Ausgangswerte (15 gegen 21); Volltext nicht frei zugänglich. Geldgeber in PubMed nicht angegeben; Geldgeber und Interessenkonflikte nicht geprüft.
48Thomson RL, Buckley JD, Noakes M, Clifton PM, Norman RJ, Brinkworth GD (2009). Heart rate recovery improves after weight loss in overweight and obese women with polycystic ovary syndrome. Fertility and Sterility 93(4):1173–1178. DOI 10.1016/j.fertnstert.2008.12.003 · PMID 19147136 57 Frauen mit Übergewicht oder Adipositas und PCO-Syndrom, im Mittel 30 Jahre; zehn Wochen Diät mit rund 30 % weniger Energie, ohne Vergleichsgruppe; das Gewicht sank um 6,7 %. „The HRR improved from 30.9 +/- 1.1 to 38.0 +/- 1.1 beats/min and that was related to the reduction in body weight (r = -0.34)“. Online 2009 erschienen. Einschränkung: keine Vergleichsgruppe, besondere Gruppe; die ±-Werte sind vermutlich Standardfehler. Dieselbe Arbeitsgruppe hat mit derselben Diät eine Studie mit zusätzlichen Trainingsgruppen veröffentlicht; ob diese 57 Frauen dazugehören und teils trainierten, sagt die Kurzfassung nicht. Volltext nicht frei zugänglich. Geldgeber laut PubMed außerhalb der US-Regierung, Einzelheiten nicht geprüft; Interessenkonflikte nicht geprüft.
49Aubry A, Hausswirth C, Louis J, Coutts AJ, Buchheit M, Le Meur Y (2015). The Development of Functional Overreaching Is Associated with a Faster Heart Rate Recovery in Endurance Athletes. PLoS One 10(10):e0139754. DOI 10.1371/journal.pone.0139754 · PMID 26488766 · PMC4619310 31 erfahrene Triathleten, Männer (10 zum Vergleich, 21 mit Überlastung): drei Wochen mehr Umfang, zwei Wochen Entlastung; Ausbelastungstest auf dem Rad. 10 entwickelten Zeichen einer kurzfristigen Überlastung: „only the f-OR group demonstrated a 99% chance of increase in HRR during the overload period (+8 ± 5 bpm, large effect size)“. Laut vollständiger Arbeit von 38 auf 45 Schläge, nach der Entlastung 39; ältere Studien hätten teils einen langsameren, teils einen schnelleren Abfall berichtet. Fazit der Autoren: „a faster HRR is not systematically associated with improved physical performance“. Einschränkung: nur Männer; die Einteilung in „überlastet“ erfolgte nachträglich nach dem Leistungsabfall. Geldgeber laut PubMed außerhalb der US-Regierung, Einzelheiten nicht geprüft; Interessenkonflikte nicht geprüft.
50Bent B, Goldstein BA, Kibbe WA, Dunn JP (2020). Investigating sources of inaccuracy in wearable optical heart rate sensors. NPJ Digital Medicine 3:18. DOI 10.1038/s41746-020-0226-6 · PMID 32047863 · PMC7010823 53 auswertbare Erwachsene von 18 bis 54 Jahren, gleichmäßig über alle Hauttöne verteilt; wer Medikamente nahm, die den Puls beeinflussen, war laut vollständiger Arbeit ausgeschlossen. Sitzen, Gehen, Tippen; Verbraucher- und Forschungsgeräte gegen ein EKG-Pflaster. „absolute error during activity was, on average, 30% higher than during rest.“ Laut vollständiger Arbeit hinkten die Geräte dem EKG zwischen 0 und 43 Sekunden hinterher, teils gleichbleibend, teils wechselnd. Kein gesicherter Unterschied zwischen Hauttönen. Einschränkung: keine harte Belastung, kein Pulsabfall nach dem Training gemessen, ältere Geräte. Geldgeber in PubMed nicht angegeben; Geldgeber und Interessenkonflikte nicht geprüft.
51Tulumen E, Khalilayeva I, Aytemir K, Ergun Baris Kaya FE, Sinan Deveci O, Aksoy H, Kocabas U, Okutucu S, Tokgozoglu L, Kabakci G, Ozkutlu H, Oto A (2011). The reproducibility of heart rate recovery after treadmill exercise test. Annals of Noninvasive Electrocardiology 16(4):365–372. DOI 10.1111/j.1542-474X.2011.00464.x · PMID 22008492 · PMC6932741 52 gesunde Freiwillige ohne Risikofaktoren, im Mittel 30 Jahre, 30 Frauen; derselbe Laufband-Stufentest an Tag 1, 7 und 30. „the 1st minute HRR indices after peak exercise were 33 ± 10, 33 ± 10, 33 ± 11, respectively (P = 0.66, ICC = 0.88).“ Einschränkung: junge Gesunde, Labortest; Haltung und Auslaufen nicht geprüft, die vollständige Arbeit war nicht lesbar; wie stark der Einzelne schwankte, steht nicht in der Kurzfassung. Autorennamen wie in PubMed. Geldgeber in PubMed nicht angegeben; Geldgeber und Interessenkonflikte nicht geprüft.
52Yawn BP, Ammar KA, Thomas R, Wollan PC (2003). Test-retest reproducibility of heart rate recovery after treadmill exercise. Annals of Family Medicine 1(4):236–241. DOI 10.1370/afm.37 · PMID 15055414 · PMC1466608 Rückblickender Vergleich von Krankenakten: 90 Erwachsene aus der hausärztlichen Versorgung mit zwei Laufband-Belastungstests im Abstand von höchstens 18 Wochen, im Mittel 29 Tagen; der zweite Test war angeordnet worden, weil der erste nicht eindeutig war. „In this sample, no definition of abnormal HRR provided more than 55% concordance between results from the first and second stress tests.“ Übereinstimmung heißt dort: bei beiden Tests auffällig geteilt durch beim ersten Test auffällig. Laut vollständiger Arbeit waren nach der Grenze „weniger als 12“ nur 4 Menschen beim ersten Test auffällig, 2 davon auch beim zweiten: „providing a 50% reproducibility“. Die Autoren nennen ihre Daten vorläufig. Einschränkung: rückblickend, klein, vorläufig; die Übereinstimmung beruht auf sehr wenigen Auffälligen. Gesamtübereinstimmung über alle 90 gerechnet: (84 + 2) ÷ 90 = 95,6 %. Geldgeber laut PubMed der US-Gesundheitsdienst, Einzelheiten nicht geprüft; Interessenkonflikte nicht geprüft.
53Morshedi-Meibodi A, Larson MG, Levy D, O'Donnell CJ, Vasan RS (2002). Heart rate recovery after treadmill exercise testing and risk of cardiovascular disease events (The Framingham Heart Study). American Journal of Cardiology 90(8):848–852. DOI 10.1016/s0002-9149(02)02706-6 · PMID 12372572 Beobachtungsstudie aus der Framingham-Herzstudie mit 2.967 Menschen ohne Herz-Kreislauf-Erkrankung, im Mittel 43 Jahre; Laufbandtest bei einer Routineuntersuchung, im Mittel 15 Jahre beobachtet. „In multivariable models, continuous HR recovery indexes were not associated with the incidence of CHD or CVD events, or with all-cause mortality.“ Das Fünftel mit dem größten Abfall nach einer Minute hatte seltener Erkrankungen der Herzkranzgefäße (Hazard Ratio 0,54) und Herz-Kreislauf-Ereignisse (0,61), aber keine geringere Sterblichkeit. Die Autoren: „These findings should be confirmed in other settings.“ Einschränkung: Gegenbefund zu den Klinik-Studien; laut der Auswertung in Beleg 2 keine Belastung bis zur Ausbelastung; Volltext nicht frei zugänglich. Geldgeber laut PubMed der US-Gesundheitsdienst; Interessenkonflikte nicht geprüft.
54Bull FC, Al-Ansari SS, Biddle S, et al. (2020). World Health Organization 2020 guidelines on physical activity and sedentary behaviour. British Journal of Sports Medicine 54(24):1451–1462. DOI 10.1136/bjsports-2020-102955 · PMID 33239350 · PMC7719906 Leitlinie der Weltgesundheitsorganisation (WHO). „All adults should undertake 150-300 min of moderate-intensity, or 75-150 min of vigorous-intensity physical activity“. Laut Volltext dazu Krafttraining „on 2 or more days a week“; „There was no evidence to support a dose-response association with higher volumes of muscle-strengthening activities.“ Ältere ab 65, als Teil ihrer wöchentlichen Bewegung: „varied multicomponent physical activity at moderate or greater intensity on 3 or more days a week in order to enhance functional capacity and prevent falls“. Bewegung bei Arbeit, Freizeit, im Haushalt und auf Wegen zählt mit. „Pre-exercise medical clearance is generally unnecessary for individuals without contraindications prior to beginning light-intensity or moderate-intensity physical activity not exceeding the demands of brisk walking or everyday living.“ Wer beim Steigern neue Beschwerden bekommt, soll ärztlichen Rat suchen. Einschränkung: Empfehlung, keine Studie. Erst- und Letztautorin arbeiten bei der WHO. Geldgeber und Interessenkonflikte im frei zugänglichen Teil der Arbeit nicht enthalten, nicht geprüft.
55Deutsche Schlaganfall-Gesellschaft (2020). Auch in Krisenzeiten Schlaganfallsymptome ernst nehmen. Mitteilung, Berlin, April 2020. dsg-info.de · Schlaganfallsymptome ernst nehmen · abgerufen am 28.10.2026 Typische Zeichen: „einseitige Lähmung, Gefühls-, Seh- und Sprachstörungen, Gangunsicherheit sowie plötzlich auftretende Kopfschmerzen“. Auch vorübergehende Lähmung, Sprach- oder Sehstörung, die nach kurzer Zeit verschwindet, gilt als Notfall, der sofort behandelt werden muss. Zum Schnelltest: „Wenn nur eine der drei Reaktionen auffällig ist, muss sofort die 112 gewählt werden.“ Einschränkung: Mitteilung einer Fachgesellschaft, keine Studie.
56Bundesministerium für Gesundheit (2025). Erste Hilfe: Beherzt und ohne Angst anpacken. gesund.bund.de, Stand 07.10.2025. gesund.bund.de · Erste Hilfe · abgerufen am 28.10.2026 „Eine bewusstlose Person, die selbstständig atmet, wird in die stabile Seitenlage gebracht.“ Notruf 112 wählen und „bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes mindestens einmal pro Minute die Atmung kontrollieren.“ Einschränkung: Gesundheitsinformation des Ministeriums, keine Studie; ersetzt keinen Erste-Hilfe-Kurs.
57Costill DL, Sherman WM, Fink WJ, Maresh C, Witten M, Miller JM (1981). The role of dietary carbohydrates in muscle glycogen resynthesis after strenuous running. American Journal of Clinical Nutrition 34(9):1831–1836. DOI 10.1093/ajcn/34.9.1831 · PMID 7282610 Ausgeloste Studie mit trainierten Läufern, Männer; 16,1 Kilometer bei 80 % der maximalen Sauerstoffaufnahme. „Consuming increasing amounts of carbohydrate, between 88 to 648 g carbohydrate/day, resulted in increasingly larger amounts of muscle glycogen resynthesis (24 h) after exercise.“ „It appears that muscle glycogen can be normalized between daily strenuous running activity.“ Einschränkung: alt, nur Männer, Teilnehmerzahl nicht in der Kurzfassung. Geldgeber laut PubMed außerhalb der US-Regierung, Einzelheiten nicht geprüft; Interessenkonflikte nicht geprüft.
58Burke LM, van Loon LJC, Hawley JA (2016). Postexercise muscle glycogen resynthesis in humans. Journal of Applied Physiology 122(5):1055–1067. DOI 10.1152/japplphysiol.00860.2016 · PMID 27789774 Übersichtsarbeit, online 2016 erschienen. „In the early postexercise period (0-4 h), glycogen depletion provides a strong drive for its own resynthesis, with the provision of CHO (~1 g/kg body mass) optimizing this process. During the later phase of recovery (4-24 h), CHO intake should meet the anticipated fuel needs of the training/competition, with the type, form, and pattern of intake being less important than total intake.“ Einschränkung: Übersicht; dass die Speicher nach 24 Stunden vollständig gefüllt sind, steht so nicht in der Kurzfassung. Geldgeber in PubMed nicht angegeben; Geldgeber und Interessenkonflikte nicht geprüft.
59Phillips SM, Tipton KD, Aarsland A, Wolf SE, Wolfe RR (1997). Mixed muscle protein synthesis and breakdown after resistance exercise in humans. American Journal of Physiology 273(1 Pt 1):E99–E107. DOI 10.1152/ajpendo.1997.273.1.E99 · PMID 9252485 8 Untrainierte, 4 Frauen und 4 Männer, nüchtern; acht Sätze mit je acht Wiederholungen bei 80 % des Maximalgewichts. „Exercise resulted in significant increases above rest in muscle FSR at all times: 3 h = 112%, 24 h = 65%, 48 h = 34% (P < 0.01).“ FSR ist die Aufbaurate des Muskeleiweißes. Einschränkung: sehr klein, nüchtern gemessen, Krafttraining statt Ausdauer. Geldgeber laut PubMed außerhalb der US-Regierung und der US-Gesundheitsdienst, Einzelheiten nicht geprüft; Interessenkonflikte nicht geprüft.
Was auf dieser Seite fehlt – und warum Normwerte nach Alter, Geschlecht oder Trainingsstand gibt es nicht, und eine Studie, die Uhrwerte nach normalem Training als Gesundheitszeichen prüft, habe ich nicht gefunden. Welchen Zeitraum und welchen Ausgangswert die gängigen Uhren für ihren Erholungswert nehmen, habe ich nicht geprüft. Ob ein beginnender Infekt, Stress, Alkohol oder Kaffee den Wert verschieben, habe ich nicht untersucht. Für Menschen, die einen Betablocker gegen Bluthochdruck nehmen, habe ich keine Studie zum Pulsabfall gefunden; andere Herzmedikamente habe ich nicht recherchiert. Eigene Werte für Frauen über 60 habe ich in den Studien dieser Seite nicht gefunden. Für bewegungsarme Gesunde fehlt eine Auswertung vieler Studien dazu, wie stark Training den Wert hebt, und für Gesunde eine, die Intervalle und gleichmäßiges Training für diesen Wert vergleicht. Die US-Herzgesellschaft rät nach dem Training zum Auslaufen statt zu einem abrupten Stopp; deshalb empfiehlt die Seite zum Messen das Sitzen oder langsame Weitergehen. Wie riskant eine Minute ruhiges Sitzen für Ältere oder Menschen mit Blutdruckmitteln ist, hat keine Studie dieser Seite untersucht. Was bei einem Zusammenbruch zu tun ist, folgt dem Merkblatt des IQWiG und der Erste-Hilfe-Seite des Bundesgesundheitsministeriums; das ersetzt keinen Erste-Hilfe-Kurs. Mehrere Volltexte waren nicht frei zugänglich; dort stehen nur Angaben aus der Kurzfassung. Geldgeber und Interessenkonflikte stehen meist nur in der vollständigen Arbeit; wo ich sie nicht selbst gelesen habe, steht „nicht geprüft“. Lieber eine ehrliche Lücke als eine Angabe, für die niemand geradesteht.
Zum Schluss, in eigener Sache Ich bin Personal Trainer, kein Arzt. Ich behandle nichts – ich trainiere um Beschwerden herum und Schritt für Schritt in mehr Belastbarkeit hinein. Wo ärztliche Freigabe nötig ist, fange ich ohne sie nicht an. Diese Seite erklärt, was Studien zeigen, und ersetzt keine ärztliche Beratung.