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die fittermacher
Zehn Sätze
Wissen · Stefan Trost
Training · Abnehmen · Faktencheck

Zehn Sätze, die Du im Studio hörst – und was davon stimmt

Von zehn verbreiteten Sätzen stimmt einer, einer halb, acht so nicht. Fürs Abnehmen zählt, wie viel Du Dich bewegst und was Du isst, nicht der Puls.

Bis zum Muskelversagen – bis keine saubere Wiederholung mehr geht – musst Du nicht gehen, und schwere Gewichte machen Dich vor allem kräftiger. Tiefe Kniebeugen schaden gesunden Knien nach bisherigen Hinweisen nicht, wenn die Technik sitzt und das Gewicht langsam steigt. Und jede Bewegung zählt – wer auf Dauer fitter werden will, steigert nach und nach.

Wer im Studio anfängt, hört schnell feste Regeln: im Fettverbrennungspuls trainieren, bis zum Muskelversagen gehen, siebzig Prozent vom Maximum nehmen, also vom Gewicht, das Du genau einmal schaffst. Hinter fast jeder steckt eine echte Beobachtung – nur gilt sie für einen Ausschnitt, nicht für Dein Ziel.

Woran Du erkennst, wem Du glauben kannst: Frag, für wen eine Regel gemessen wurde, wie groß der Unterschied war und woher die Zahl stammt.

13 kcal
verbraucht ein Kilo Muskel in Ruhe am Tag – nicht hundert, wie oft behauptet1
−4,6 cm
Bauchumfang in einem halben Jahr mehr als ohne Training – bei viel Bauchfett, fünfmal pro Woche, locker wie zügig2
≈ 15
Wiederholungen schafften Menschen im Mittel mit 70 % ihres Maximums – je nach Übung und Mensch viel mehr oder weniger3

Die Sätze aus dem Studio in Fragen und Antworten

Auf einen Blick · Einordnung von Personal Trainer Stefan Trost

Die zehn Sätze in neun Fragen

Wenn Du nur zwei Minuten hast, reicht dieser Kasten. Alles Weitere steht darunter.

„Muss ich zum Abnehmen im Fettverbrennungspuls trainieren?“
Nein. Gemeint ist der Pulsbereich, in dem der Körper pro Minute am meisten Fett verbrennt – im Mittel bei gut 60 Prozent des höchsten Pulses.4 Bei lockerem Tempo stammt zwar ein größerer Anteil der Energie aus Fett.5 Doch über 24 Stunden gemessen verbrannten Menschen nach lockerem und nach zügigem Training etwa gleich viel Fett,6 und in einem halben Jahr schrumpfte der Bauchumfang bei gleichem Verbrauch je Einheit gleich stark, egal wie schnell trainiert wurde.2 Training in diesem Bereich wirkt, aber nicht nachweislich besser als anderes Tempo.7 Entscheidend sind, wie viel Du Dich insgesamt bewegst, und das Essen.
„Ist Krafttraining zum Abnehmen besser als Ausdauer?“
Nicht fürs Fett. Im direkten Vergleich über acht Monate senkte Ausdauer bei übergewichtigen Erwachsenen mittleren Alters Gewicht und Fett stärker als Krafttraining; Krafttraining baute dafür mehr Magermasse auf, also vor allem Muskeln.8 Ältere mit starkem Übergewicht, die mit Diät abnahmen, verloren mit Krafttraining weniger Magermasse als mit Ausdauer allein.9 Übergewichtige mit Krafttraining und Diät verloren in wenigen Studien im Mittel keine gesicherte Magermasse.10 Meine Einordnung: Deshalb gehört Krafttraining beim Abnehmen dazu.
„Verbrenne ich nach dem Training oder mit mehr Muskeln nicht viel mehr?“
Kaum. Der Mehrverbrauch nach dem Training, der Nachbrenneffekt, machte selbst nach langen, harten Einheiten laut einer Übersicht nur 6 bis 15 Prozent dessen aus, was die Einheit kostete.11 Und ein Kilo Muskel verbraucht in Ruhe etwa 13 Kilokalorien am Tag, nicht hundert.1 Durch Krafttraining stieg der Ruheumsatz – das, was Dein Körper in völliger Ruhe verbraucht – in Studien zwar um knapp 100 Kilokalorien am Tag, aber insgesamt, bei unsicherer Studienlage.12 Mit den zugelegten Muskeln allein lässt sich das nicht erklären (Kapitel 03).
„Muss ich bis zum Muskelversagen trainieren?“
Nein. Bei Trainierten wuchs der vordere Oberschenkel praktisch gleich stark, ob ein Bein bis zum Versagen trainierte oder ein, zwei Wiederholungen früher aufhörte.13 Das American College of Sports Medicine (ACSM), die große US-Fachgesellschaft für Sportmedizin, hält zwei bis drei Wiederholungen Reserve für ausreichend.14 Nah heran solltest Du aber gehen: Je näher am Versagen, desto mehr wuchsen die Muskeln in einer Auswertung – ein erster Hinweis.15
„Wie schwer soll mein Gewicht sein – etwa siebzig Prozent vom Maximum?“
Als Startwert ja, als feste Regel nein. Mit 70 Prozent schafften Menschen im Mittel etwa 15 Wiederholungen – je nach Übung und Mensch sehr verschieden viele.3 Ob Du das Gewicht über Prozent steuerst oder über das Gefühl, wie viele Wiederholungen noch drin wären, machte für die Kraft in Studien keinen gesicherten Unterschied; wenn überhaupt, lag das Gefühl leicht vorn.16 Mein Rat: Nimm ein Gewicht, mit dem Deine Wiederholungen sauber gehen und noch ein, zwei übrig wären.
„Werde ich mit schweren Gewichten zu muskulös?“
Kaum. Untrainierte junge Frauen legten in zwölf Wochen Krafttraining mit mittleren bis schweren Gewichten im Mittel knapp ein Kilo Magermasse zu, ihre Beinkraft stieg aber um gut ein Viertel.17 Im Verhältnis zum Start legten Frauen ähnlich viel Muskel zu wie Männer.18, 19 Und ob Du leicht oder schwer trainierst, änderte am Muskelzuwachs wenig, wenn die Sätze – ein Satz ist eine Reihe von Wiederholungen am Stück, danach Pause – bis ans Versagen gingen; schwere Gewichte brachten vor allem mehr Kraft.20
„Kann ich mit Bauchübungen gezielt am Bauch abnehmen?“
Nein. Sechs Wochen Bauchübungen machten die Bauchmuskeln ausdauernder, Bauchfett und Bauchumfang blieben gleich.21 Wo Du zuerst Fett verlierst, bestimmt vor allem Dein Körper.
„Sind tiefe Kniebeugen schlecht fürs Knie?“
Für gesunde Knie nach bisherigen Hinweisen nicht – wenn Du die Technik unter Anleitung lernst und das Gewicht langsam steigerst. Eine Übersicht fand keinen Hinweis, dass tiefe Kniebeugen Knorpel, Bänder und Sehnen stärker gefährden; das beruht aber vor allem auf Berechnungen und Modellen, nicht auf Verletzungsstudien.22 Mein Rat: Tut Dir das Knie immer wieder weh, auch nur nach langen Wegen, klär die Tiefe vorher mit Deinem Arzt.
„Reicht nicht einfach mehr Bewegung?“
Für die Gesundheit zählt jede Bewegung. Laut WHO, der Weltgesundheitsorganisation, ist etwas Bewegung besser als keine.23 In einer großen Beobachtungsstudie mit Erwachsenen ab 40 hatten Menschen mit rund 8.000 Schritten am Tag ein deutlich niedrigeres Sterberisiko als mit 4.000 – ein Zusammenhang, kein Beweis.24 Am Anfang wirst Du beim Krafttraining auch ohne Steigern kräftiger, außer Du fängst sehr leicht an; für weiteren Fortschritt brauchst Du nach und nach mehr Belastung.14
01Gilt das für Dich?

Welches Ziel Du hast – und was daraus folgt

Die Studien hinter den zehn Sätzen stammen aus sehr verschiedenen Gruppen – von jungen, trainierten Männern bis zu Älteren mit Übergewicht. Lies die Karten, die auf Dich passen.

Du fängst gerade an

Erst die Grundregeln

Die WHO rät zu Krafttraining an mindestens zwei Tagen pro Woche, dazu Ausdauer und Bewegung im Alltag – klein anfangen und nach und nach steigern.23 Bis zum Muskelversagen musst Du dabei nicht gehen.14 Mein Rat für den Anfang: zweimal pro Woche sechs bis acht Übungen für Beine, Rücken, Brust, Schultern und Rumpf, je ein bis zwei Sätze – ein Satz bringt schon etwas, zwei bringen mehr; das ACSM rät gesunden Erwachsenen zu mindestens zwei14 – mit acht bis zwölf Wiederholungen, einem üblichen Startbereich aus der älteren ACSM-Empfehlung, keiner Pflicht,14, 25 und einem Gewicht, bei dem am Ende noch zwei gingen. Lass Dir die Technik am Anfang von einem Trainer zeigen – das Gewicht kommt danach.

Du willst abnehmen

Menge vor Puls

Ob Du locker oder zügig trainierst, machte für den Fettverlust in Studien kaum einen Unterschied.2, 26 Mehr Bewegung brachte in einer Studie mehr; dort verloren Menschen, die ihr Essen nicht änderten, in acht Monaten mit rund 32 Kilometern Joggen pro Woche knapp fünf Kilo Fett.26 Bewegung allein wirkt also langsam. Für die Gesundheit rät die WHO zu 150 bis 300 Minuten mäßiger Bewegung pro Woche, Wege und Alltag zählen mit;23 für einen deutlichen Gewichtsverlust nennt das ACSM mehr als 250 Minuten.27 Schneller geht es zusammen mit dem Essen; einen ersten Anhaltspunkt gibt der Kalorienrechner. Krafttraining gehört dazu: Ältere mit starkem Übergewicht verloren damit beim Abnehmen weniger Magermasse.9

Du willst Muskeln aufbauen

Sätze und Anstrengung

Muskeln wuchsen mit leichten wie mit schweren Gewichten ähnlich, wenn die Sätze bis ans Versagen gingen;20, 28 nah heran reicht laut ACSM auch.14 Mit leichten Gewichten gehst Du aber näher heran: Dort unterschätzt man den Abstand eher, und ob mehr Reserve genauso wirkt, ist offen.29 Mehr Sätze brachten mehr Muskel, deutlich ab etwa zehn Sätzen pro Muskelgruppe und Woche.14 Die größten Kraftzuwächse bringen schwere Gewichte ab etwa 80 Prozent Deines Maximums; stärker wirst Du aber auch mit leichteren.14, 30

Du bist eine Frau

Schwer heißt nicht massig

Bei untrainierten jungen Frauen stieg die Beinkraft in zwölf Wochen um gut ein Viertel, die Magermasse um knapp ein Kilo.17 Im Verhältnis zum Ausgangswert legten Frauen ähnlich viel Muskel zu wie Männer.18, 19 Ob leicht oder schwer: Am Muskelzuwachs änderte die Last wenig, wenn die Sätze bis ans Versagen gingen.20 Muskeln wachsen langsam – Kraft wächst schnell.

Du bist über 50

Kraft geht schneller als Muskel

Bis etwa 50 bleibt die Muskelmasse recht stabil, danach nimmt sie langsam ab; über 70 sinkt sie um ein halbes bis ein Prozent pro Jahr, die Kraft zwei- bis fünfmal so schnell.31, 32 Krafttraining ist für gesunde Erwachsene jeden Alters sicher.14 Ab 65 rät die WHO, an drei oder mehr Tagen pro Woche vielseitig zu trainieren, mit Gleichgewicht und Kraft – als Teil der wöchentlichen Bewegung, damit Du seltener stürzt.23 Bis zum Muskelversagen musst Du gerade im Alter nicht gehen – das ACSM hält das bei Älteren womöglich für nicht ratsam.14 Mein Rat: Hör auf, wenn noch zwei bis drei Wiederholungen gingen; näher heran erst, wenn Du die Übung sicher beherrschst.

Knie oder Rücken machen Probleme

Erst klären, dann anpassen

Die Entwarnung zur tiefen Kniebeuge gilt für gesunde Knie.22 Meine Einordnung: Gesund heißt hier: keine bekannte Erkrankung oder Verletzung am Knie und keine Schmerzen, die im Alltag immer wiederkommen. Bei chronischem Kreuzschmerz ohne erkennbare Ursache linderte Bewegungstherapie den Schmerz, auch mit kräftigenden Übungen.33, 34 Mein Rat: Frag Deinen Arzt, ob Du das Knie oder den Rücken unter Last beugen darfst, wie weit, und welche Bewegungen Du lassen sollst. Mit dieser Antwort kann Dir ein Trainer die passende Tiefe zeigen.

Medizinische Vorgeschichte

Erst die Freigabe

Bei Erkrankungen von Herz, Kreislauf, Gelenken oder Stoffwechsel klärst Du vorher mit Deinem Arzt, wie hart Du trainieren darfst.

Nicht Thema dieser Seite Wettkampfsport und Trainingspläne für Fortgeschrittene, Kinder und Jugendliche, Schwangerschaft, der Wiedereinstieg nach einer Verletzung oder Operation, Ernährung im Einzelnen und die Technik einzelner Übungen stehen nicht hier. Diese Seite prüft zehn verbreitete Trainingssätze – und zeigt, woran Du einen guten Rat erkennst.
02So machst Du es

Training: was Du tust – und was Du lässt

Wenn Du nur ein Kapitel liest, dann dieses. Von den zehn Sätzen bleiben ein paar Regeln, die tragen.

✓Miss den Erfolg alle paar Wochen, etwa am Bauchumfang – nicht am Puls im Training. Verbrauchten die Gruppen je Einheit gleich viel – die lockere trainierte dafür 58 statt 40 Minuten –, sank der Bauchumfang in einem halben Jahr gleich stark, ob locker oder zügig trainiert wurde;2 mehr Bewegung brachte in einer anderen Studie mehr.26
✓Trainier an zwei Tagen pro Woche Kraft für den ganzen Körper. So empfiehlt es die WHO;23 auch für mehr Kraft nennt das ACSM mindestens zwei Einheiten pro Woche.14 Gemeint sind alle großen Muskelgruppen: Beine und Gesäß, Rücken, Brust, Schultern, Arme und Rumpf.
✓Hör ein, zwei Wiederholungen vor dem Versagen auf. So wuchsen die Muskeln bei Trainierten praktisch genauso;13 das ACSM hält auch zwei, drei Wiederholungen Reserve für genug.14 Nach Training bis zum Versagen waren trainierte Männer auch ein bis zwei Tage später noch weniger erholt als nach Sätzen, in denen sie nur die Hälfte der möglichen Wiederholungen machten.35 Mit leichten Gewichten unterschätzt man den Abstand eher – dort gehst Du näher heran.29
✓Wähl das Gewicht über die Wiederholungen. Leg fest, wie viele Wiederholungen Du schaffen willst – als Einsteiger etwa acht bis zwölf, ein bequemer Mittelbereich aus einer älteren Empfehlung, keine Grenze25 –, und nimm ein Gewicht, mit dem das sauber geht und noch ein, zwei übrig wären. Prozentangaben sind dafür ein Startwert, denn mit derselben Prozentzahl schaffen Menschen unterschiedlich viele Wiederholungen, an der Beinpresse zum Beispiel deutlich mehr als beim Bankdrücken.3 Wie viele Wiederholungen noch drin wären, schätzen Menschen im Mittel etwa eine zu niedrig, mit großen Unterschieden.36 Mein Rat: Trau Dir also etwas mehr zu.
✓Steigere langsam – und erst, wenn es leicht wird. Am Anfang wirst Du auch ohne Steigern stärker, außer Du fängst sehr leicht an; für weiteren Fortschritt braucht es nach und nach mehr.14 Die WHO rät, klein anzufangen und Häufigkeit, Dauer und Härte nach und nach zu steigern.23 Als grober Anhalt aus der älteren, inzwischen abgelösten Empfehlung des ACSM: zwei bis zehn Prozent mehr Gewicht, sobald Du ein, zwei Wiederholungen über Deinem Ziel schaffst.25 Mein Rat: An Kurzhanteln ist schon die nächste Stufe oft ein größerer Sprung; dann schaffst Du erst weniger Wiederholungen und arbeitest Dich wieder hoch.
✓Geh in die Kniebeuge so tief, wie Du sauber kommst – wenn Deine Knie gesund sind, Du die Technik unter Anleitung gelernt hast und das Gewicht langsam steigerst.22 Über viele Übungen hinweg brachte der volle Bewegungsumfang mehr Kraft und mehr Beinmuskel als ein verkürzter.37 Mein Rat: Sauber heißt: Die Fersen bleiben am Boden, der Rücken bleibt gerade, die Knie zeigen in Richtung der Fußspitzen. Mit Knieproblemen klär die Tiefe vorher mit Deinem Arzt.
✕Verlass Dich nicht auf einen Fettverbrennungspuls. Der Bereich, in dem Du am meisten Fett verbrennst, ist von Mensch zu Mensch verschieden;4 und über den Tag gleicht sich der Fettanteil aus.6
✕Mach keine Bauchübungen, um Bauchfett zu verlieren. Sie machten in einer Studie die Bauchmuskeln ausdauernder, das Fett darüber änderten sie in sechs Wochen nicht.21
✕Rechne nicht mit dem Nachbrenneffekt, dem Mehrverbrauch nach dem Training. Selbst nach langen, harten Einheiten machte er laut einer Übersicht nur 6 bis 15 Prozent dessen aus, was die Einheit selbst kostete.11
✕Trainier nicht weiter, wenn Dein Körper Warnzeichen sendet. Bei Schmerz in der Brust, ungewohnter Atemnot, Schwindel, Herzstolpern oder einer Ohnmacht hörst Du sofort auf und lässt es ärztlich abklären, bevor Du weitertrainierst.38 Hält Schmerz oder Druck in der Brust länger als fünf Minuten an oder lässt er in Ruhe nicht nach, kommen eine Lähmung, eine Sprach- oder Sehstörung dazu oder bricht jemand zusammen, wählst Du sofort 112.39, 40, 41 Die ganze Liste steht in Kapitel 06.
Wenn Du nur einen Absatz mitnimmst Frag bei jedem Spruch: Für wen gilt das, wie groß ist der Unterschied, woher stammt die Zahl? Die meisten Studioregeln haben einen wahren Kern. Fürs Abnehmen zählen die Menge der Bewegung und das Essen, für Muskeln die Zahl der Trainingssätze und die Anstrengung – nicht das letzte Quälen bis zum Versagen. Und im Zweifel hörst Du auf.

Meine drei Fragen, mit denen Du jeden Spruch prüfst

Für wen wurde das gemessen? Viele Studien zum Krafttraining liefen mit jungen, oft trainierten Männern. Die Auswertung, nach der schon ein Satz pro Übung für mehr Maximalkraft, also mehr Gewicht bei einer einzigen Wiederholung, reicht – wenn auch nicht für das meiste –, stützt sich zum Beispiel nur auf Studien mit geübten Männern; eine Langzeitstudie zur Griffkraft lief nur mit Männern japanischer Herkunft auf Hawaii.42, 43 Wie groß ist der Unterschied? Ein Effekt kann echt und trotzdem klein sein – der Nachbrenneffekt ist das beste Beispiel.11 Woher stammt die Zahl? Gemessen, gerechnet oder nur weitererzählt? Die verbreitete Faustzahl, man verliere ab 50 jedes Jahr ein bis zwei Prozent Muskel, stammt laut einer Übersicht nicht aus der Studie, die dafür meist genannt wird – die Studien dahinter fanden weniger als ein Prozent pro Jahr.32

Ein gutes Zeichen ist, wenn jemand sagt, wo seine Regel endet. Das ACSM hat das vorgemacht: Es hat seine eigenen alten Faustregeln fürs Krafttraining gelockert und schreibt, aus seiner Sicht sei es wichtiger, dass überhaupt mehr Menschen Krafttraining machen – mit einem Programm, das zu ihnen passt –, als feste Vorgaben einzuhalten.14

03Fett und Energie

Fett und Energie: was beim Abnehmen wirklich zählt

Fünf der zehn Sätze drehen sich ums Abnehmen. Fast alle verwechseln, was in einer Trainingsstunde passiert, mit dem, was über Wochen zählt.

Fettverbrennungspuls: richtig beobachtet, falsch gefolgert

Je lockerer Du trainierst, desto größer ist der Anteil der Energie, der aus Fett stammt; bei sehr harter Belastung spielt Fett kaum noch eine Rolle.5 Pro Minute verbrennt der Körper am meisten Fett bei mittlerem Tempo – in einer großen Messstudie im Mittel bei gut 60 Prozent des höchsten Pulses. Wo genau dieser Punkt liegt, war von Mensch zu Mensch verschieden; bei Frauen lag er im Mittel bei etwas höherem Tempo als bei Männern. Und wie viel Fett jemand dabei höchstens verbrannte, ließ sich aus Fitness, Aktivität und Geschlecht nur zu einem kleinen Teil vorhersagen.4 Ein pauschaler „Fettverbrennungspuls“ trifft ihn deshalb nur ungefähr.

Wichtiger ist: Der Körper gleicht über den Tag aus. In der Stoffwechselkammer, einem Raum, in dem der Energieverbrauch rund um die Uhr gemessen wird, verbrannten Erwachsene nach gleich viel lockerem oder zügigem Training über 24 Stunden etwa gleich viel Fett.6 Auch über Wochen spielte das Tempo kaum eine Rolle: Verbrauchten die Gruppen je Einheit gleich viel, schrumpfte der Bauchumfang in einem halben Jahr gleich stark, ob locker oder zügig trainiert wurde – und mit der halben Menge kaum weniger.2 In einer anderen Studie verloren Menschen bei gleicher Wochenstrecke ähnlich viel Fett, ob sie gingen oder joggten; der kleine Unterschied war nicht gesichert. Erst die größere Strecke brachte deutlich mehr.26

Studien, in denen genau im Bereich der stärksten Fettverbrennung trainiert wurde, zeigen: Das wirkt – aber verglichen wurde nur mit gar keinem Training. Einen Vorteil gegenüber anderem Tempo können die Autoren einer Auswertung daraus nicht ableiten; Fettabbau entscheide sich an der Energiebilanz über längere Zeit, also daran, ob Du über Wochen mehr Energie verbrauchst, als Du mit dem Essen aufnimmst.7 In der WHO-Leitlinie und in der Zusammenfassung der US-Empfehlung zum Abnehmen steht eine Bewegungsmenge pro Woche, kein Pulsbereich.23, 27 Meine Einordnung: Trainier in dem Tempo, das Du lange und gern durchhältst – die Minuten zählen mehr als der Puls.

Krafttraining oder Ausdauer zum Abnehmen?

Bei bewegungsarmen, übergewichtigen Erwachsenen mittleren Alters sanken im direkten Vergleich über acht Monate Gewicht und Fett mit Ausdauer stärker als mit Krafttraining. Krafttraining baute dafür mehr Magermasse auf, also vor allem Muskeln, und beides zusammen kostete doppelt so viel Zeit, ohne beim Fett einen gesicherten Vorteil gegenüber Ausdauer allein.8 Beim Abnehmen mit Diät verloren Ältere mit starkem Übergewicht, die schon etwas gebrechlich waren, mit Krafttraining deutlich weniger Magermasse als mit Ausdauer allein.9 Übergewichtige verschiedenen Alters, die Krafttraining mit einer Diät verbanden, verloren im Mittel keine gesicherte Magermasse – das stützt sich allerdings auf nur fünf Studien.10 Meine Einordnung: Ausdauer senkt das Fett etwas stärker, Krafttraining bremst den Muskelverlust – nimm beides. Ausführlicher steht das auf der Seite Kraft oder Ausdauer.

Nachbrenneffekt: echt, aber klein

Nach dem Training verbraucht der Körper noch eine Weile mehr Energie, um sich zu erholen – das ist der Nachbrenneffekt. Eine Übersicht fand: Selbst nach langen, harten Einheiten machte er nur 6 bis 15 Prozent dessen aus, was die Einheit selbst kostete; die frühere Hoffnung, er helfe nennenswert beim Abnehmen, nennen die Autoren im Großen und Ganzen unbegründet.11 Nach Intervallen – kurzen, sehr harten Abschnitten im Wechsel mit Pausen – war er größer als nach gleichmäßigem Training, im Mittel aber nur um rund 8 bis 31 Kilokalorien.44 Eine kleine Studie mit jungen Männern maß nach 45 Minuten zügigem Radfahren über 14 Stunden deutlich mehr, gut ein Drittel des Verbrauchs der Einheit.45 Die Zahlen gehen also auseinander. Ein Rechenbeispiel: Kostet Dich eine lange, harte Einheit 300 Kilokalorien, kämen nach der Übersicht höchstens 18 bis 45 Kilokalorien Nachbrennen dazu, nach der kleinen Studie gut 100 – gerechnet: 300 mal 6 bis 15 Prozent und 300 mal 37 Prozent. So oder so zählt der Verbrauch während des Trainings mehr.

Ein Kilo Muskel: 13, nicht 100 Kilokalorien

Ein Kilo Muskel verbraucht in Ruhe etwa 13 Kilokalorien am Tag. Herz und Nieren liegen bei 440, das Gehirn bei 240, die Leber bei 200 und Fettgewebe bei 4,5 Kilokalorien je Kilo; so lauten bewährte Schätzwerte, die eine Messstudie bestätigte, bei über 50-Jährigen etwas niedriger.1 Je Kilo arbeiten Herz, Nieren, Gehirn und Leber also um ein Vielfaches stärker als der Muskel. Ein Kilo mehr Muskel hebt den Ruheumsatz um rund 13 Kilokalorien am Tag. In Studien gemessen stieg der Ruheumsatz durch Krafttraining im Mittel um knapp 100 Kilokalorien am Tag – insgesamt, nicht je Kilo Muskel, bei uneinheitlichen Studien und großer Unsicherheit.12 Das ist mehr, als die zugelegten Muskeln allein erklären: Gerechnet bräuchte es dafür gut sieben Kilo Muskel – knapp 100 geteilt durch 13 –, mit Krafttraining allein legten Übergewichtige in Studien im Mittel aber nur knapp ein Kilo Magermasse zu.10 Woher der Rest kommt, ist offen. Die besseren Gründe für Muskeln liegen woanders: Nach dem Essen ist der Muskel der größte Abnehmer für Zucker aus dem Blut,46 und Kraft entscheidet im Alter mit darüber, wie gut Du Deinen Alltag schaffst (Kapitel 05).

Bauchübungen gegen Bauchfett: nein

In einer Studie machten junge Erwachsene sechs Wochen lang an fünf Tagen pro Woche sieben Bauchübungen. Ihre Bauchmuskeln wurden ausdauernder, Bauchfett und Bauchumfang änderten sich nicht.21 Trainierten Menschen nur einen Arm, zeigte die genauere Messung im Magnetresonanztomografen am trainierten Arm nicht mehr Fettverlust als am anderen.47 Nach Training mit nur einem Bein nahm das Fett nicht an diesem Bein ab, wohl aber an Armen und Rumpf.48 Eine kleine Studie mit übergewichtigen Männern fand dagegen etwas mehr Fettverlust am Rumpf, als ein Teil des Laufens durch Bauchübungen ersetzt wurde – ein erster Hinweis, kein Beleg.49

Für Menschen mit chronischem Kreuzschmerz ohne erkennbare Ursache lohnt sich Bewegung trotzdem: Bewegungstherapie linderte den Schmerz, und kräftigende und stabilisierende Übungen verbesserten die Funktion – mit niedriger bis mittlerer Sicherheit der Daten.33, 34 Oft heißt es auch, ein starker Rumpf verbessere die Haltung und die Kraft bei großen Übungen; eine belastbare Studie dazu habe ich nicht gefunden. Meine Einordnung: Wo Du zuerst Fett verlierst, bestimmt vor allem Dein Körper, nicht die Übung.

04Krafttraining dosieren

Krafttraining: wie schwer, wie hart, wie tief

Vier der zehn Sprüche betreffen das Krafttraining selbst. Hier hat sich am meisten bewegt.

Bis zum Muskelversagen? Nicht nötig

Muskelversagen heißt: Du schaffst keine weitere Wiederholung mehr sauber. In einer Studie trainierten trainierte Frauen und Männer acht Wochen lang ein Bein bis zum Versagen und das andere mit ein bis zwei Wiederholungen Reserve, also so, dass noch eine oder zwei gegangen wären. Der vordere Oberschenkel wuchs auf beiden Seiten praktisch gleich; in der Einheit selbst ermüdete das Bein bis zum Versagen stärker.13 Nach Training bis zum Versagen waren trainierte Männer auch ein bis zwei Tage später noch weniger erholt als nach Sätzen, in denen sie nur die Hälfte der möglichen Wiederholungen machten.35

Auswertungen vieler Studien fanden für die Kraft keinen Vorteil des Versagens.50, 51 Beim Muskelwachstum ist das Bild uneinheitlich: Eine Auswertung sah insgesamt einen Vorteil des Versagens, aber keinen mehr, sobald die Trainingsmenge gleich war;51 bei Trainierten fand eine Auswertung aus nur zwei Studien einen kleinen Vorteil;50 eine andere fand erste Hinweise, dass Muskeln umso mehr wachsen, je näher die Sätze am Versagen enden.15 Das ACSM fasst zusammen: Training bis zum Versagen ist nicht nötig, nah heran oder zwei bis drei Wiederholungen Reserve reichen; für Ältere hält es das womöglich sogar für nicht ratsam.14

Ein Haken: Wie viele Wiederholungen noch drin wären, schätzen Menschen im Mittel etwa eine zu niedrig, mit großen Unterschieden,36 und mit leichten Gewichten unterschätzt man den Abstand eher.29 Meine Einordnung: Die letzte Wiederholung soll richtig anstrengend sein. Aufzuhören, sobald es unangenehm wird, ist zu früh. Brennen im arbeitenden Muskel gegen Ende des Satzes ist normal, ebenso Muskelkater in den ein, zwei Tagen danach. Stechender oder ziehender Schmerz im Gelenk ist es nicht – dann hörst Du auf.

Siebzig Prozent vom Maximum: ein Startwert

Dein Maximum ist das Gewicht, das Du genau einmal sauber schaffst. Mit 70 Prozent davon schafften Menschen in vielen Studien im Mittel etwa 15 Wiederholungen – mehr, als eine verbreitete Tabelle aus Trainerlehrbüchern angibt, an der Beinpresse mehr als beim Bankdrücken und von Mensch zu Mensch sehr verschieden.3 Läufer schafften an der Beinpresse mit 70 Prozent gut doppelt so viele Wiederholungen wie Gewichtheber.52

Wer, welche ÜbungWiederholungen mit 70 % des Maximums
Verbreitete Tabelle aus Lehrbüchern11
Mittel vieler Studienetwa 15
Beinpresse19
Bankdrücken14
Läufer an der Beinpresse40
Gewichtheber an der Beinpresse18

gemessen So steht es in den Studien, auf ganze Wiederholungen gerundet: die ersten vier Zeilen aus einer Auswertung von 269 Studien, in denen das Maximum gemessen und nicht geschätzt wurde;3 die letzten beiden aus einer kleinen Studie mit Läufern und Gewichthebern.52

Dein Maximum lässt sich aus einem Satz bis zur Erschöpfung schätzen. In einer Studie traf die Schätzung mit weniger als etwa zehn Wiederholungen besser; eine andere, mit trainierten älteren Frauen, fand eine Formel, die auch mit bis zu 20 Wiederholungen gut traf.53, 54 Mein Rat: Als Einsteiger musst Du Dein Maximum weder kennen noch austesten – das Gewicht über die Wiederholungen zu wählen, wie in Kapitel 02 beschrieben, reicht. Ob Du das Gewicht über Prozent steuerst oder über das Gefühl, wie viele Wiederholungen noch drin wären, machte für die Kraft in Studien keinen gesicherten Unterschied; wenn überhaupt, lag das Gefühl leicht vorn.16, 55 Das ACSM gibt Lasten weiter in Prozent an – für Maximalkraft ab etwa 80 Prozent – und nennt die Steuerung über das Gefühl attraktiv, aber noch nicht genau genug belegt.14 Meine Einordnung: Prozent ist ein Startwert. Das passende Gewicht ist das, mit dem Deine Wiederholungszahl sauber geht und noch ein, zwei übrig wären.

Wie viele Wiederholungen wofür?

Die alten Faustregeln – wenige Wiederholungen für Kraft, acht bis zwölf für Muskelaufbau, sehr viele für Kraftausdauer, also dafür, eine Last lange zu bewegen – stimmen nur zum Teil. Für Maximalkraft brachten schwere Gewichte mehr.20, 28, 30 Muskeln wuchsen dagegen mit leichten wie mit schweren Gewichten ähnlich – in diesen Studien gingen die Sätze aber immer bis ans Versagen;20, 28 ob leichte Gewichte mit mehr Reserve genauso wirken, ist offen. Mehr Sätze brachten mehr Muskel, deutlich ab etwa zehn Sätzen pro Muskelgruppe und Woche.14 Acht bis zwölf Wiederholungen sind ein bequemer Mittelbereich aus älteren Empfehlungen, keine Grenze.14, 25 Für eine feste Zone für Kraftausdauer fand das ACSM keine ausreichenden Daten.14

Zu muskulös? Kraft wächst schneller als Muskel

Der Spruch „Trainier lieber leicht, sonst wirst Du zu muskulös“ fällt meist gegenüber Frauen, oft auch als „schwer macht breit“. Untrainierte junge Frauen, die zwölf Wochen lang dreimal pro Woche mit mittleren bis schweren Gewichten trainierten, legten im Mittel knapp ein Kilo Magermasse zu, ihre Beinkraft aber um gut ein Viertel.17 In einer großen Studie mit Armtraining legten Männer im Verhältnis nur wenig mehr Muskel zu als Frauen; Frauen gewannen am Arm relativ deutlich mehr Kraft. Einzelne reagierten sehr verschieden, von gar keinem bis zu sehr großem Zuwachs.18, 19 Ob leicht oder schwer, änderte am Muskelzuwachs wenig, wenn die Sätze bis ans Versagen gingen; schwere Gewichte brachten vor allem mehr Kraft.20 Meine Einordnung: Auch wer stark reagiert, legt über Monate zu, nicht über Nacht – Du siehst es kommen und kannst Gewicht oder Umfang jederzeit anpassen. Und ist die letzte Wiederholung seit Monaten nie schwer, ist der Reiz zu klein – mehr Wiederholungen oder mehr Gewicht helfen.

Tiefe Kniebeugen: für gesunde Knie nach bisherigen Hinweisen kein Problem

Eine Übersicht kam zu dem Schluss: Tiefe Kniebeugen erhöhen das Verletzungsrisiko für Knorpel, Bänder und Sehnen nicht – vorausgesetzt, die Technik wird unter fachkundiger Anleitung gelernt und das Gewicht nach und nach gesteigert. Nach Berechnungen und Messungen an Kniegelenken Verstorbener ist der Druck hinter der Kniescheibe bei 90 Grad Beugung am höchsten und nimmt tiefer wieder ab. Realistische Schätzungen der Kräfte im Knie gibt es für die Kniebeuge laut den Autoren aber schon ab etwa 50 Grad Beugung nicht – auch der Wert für 90 Grad stammt aus Rechenmodellen und Präparaten, nicht aus Messungen beim Training. Halbe und Viertel-Kniebeugen mit sehr schweren Gewichten, wie man sie tief nicht bewegen könnte, belasten Knie und Wirbelsäule auf Dauer nach Einschätzung der Autoren eher stärker; zu leichten Gewichten, wie Einsteiger sie nehmen, sagt die Übersicht dabei nichts.22 Der Haken: Das beruht vor allem auf Berechnungen und Modellen. Ob tiefe oder flache Kniebeugen öfter zu Verletzungen führen, hat bisher – soweit ich sehe – niemand direkt verglichen.

Für die Muskeln brachte die tiefe Variante mindestens so viel: In kleinen Studien wuchs der vordere Oberschenkel stärker oder gleich, Gesäß und Innenseite des Oberschenkels stärker.56, 57 Tief hieß in einer davon: Knie bis etwa 120 Grad gebeugt, flach: bis etwa 60 Grad.56 Selbst im Wettkampf-Gewichtheben und im Kraftdreikampf gibt es weniger Verletzungen als in Kontaktsportarten; ob zu viel Gewicht zu früh sie auslöst, hat kaum eine Studie untersucht.58 Meine Einordnung: Erst die ärztliche Freigabe, wo eine nötig ist, dann Technik, dann Umfang, zuletzt Gewicht.

05Bewegung und Älterwerden

Bewegung, Training und Älterwerden

„Hauptsache Bewegung“ stimmt für die Gesundheit. Wer auf Dauer fitter oder kräftiger werden will, steigert irgendwann – und mit dem Alter wird Kraft wichtiger.

Jede Bewegung zählt

Die WHO hält fest: Etwas Bewegung ist besser als keine, und Nutzen gibt es schon unterhalb ihrer Empfehlungen.23 In einer großen Beobachtungsstudie mit Erwachsenen ab 40 hatten Menschen mit rund 8.000 Schritten am Tag ein etwa halb so hohes Sterberisiko wie mit 4.000.24 In einer Auswertung von 15 Langzeitbeobachtungen sank das Risiko mit mehr Schritten, bis es bei über 60-Jährigen ab etwa 6.000 bis 8.000 Schritten und bei Jüngeren ab etwa 8.000 bis 10.000 kaum noch weiter fiel.59 Ob ein schnelleres Schritttempo zusätzlich etwas bringt, ist offen: In einer Auswertung hing es nach Abgleich mit der Schrittzahl nicht mehr mit dem Sterberisiko zusammen, in einer anderen nur noch teilweise.24, 59 Der Haken: Das sind Beobachtungen, keine Versuche – Menschen, die viel gehen, leben auch sonst oft anders.

Bewegung ist nicht automatisch Training

Zu Beginn ist das Steigern beim Krafttraining laut ACSM noch gar nicht nötig, um einen Nutzen zu haben; für weiteren Fortschritt braucht der Körper aber irgendwann einen wachsenden Reiz.14 Die WHO rät, klein anzufangen und Häufigkeit, Dauer und Härte nach und nach zu steigern.23 Meine Einordnung: Dieselbe Runde im selben Tempo hält, was Du hast, und das ist für die Gesundheit viel wert. Fitter wirst Du davon nach einer Weile nicht mehr – das folgt aus dem Grundsatz der steigenden Belastung, nicht aus einer eigenen Studie.

Muskeln und Kraft im Alter

Oft heißt es, ab Mitte zwanzig verliere man jedes Jahr rund ein Prozent Muskelmasse. Eine Übersicht zeigt etwas anderes: Über weite Teile des Erwachsenenlebens bleibt die Muskelmasse recht stabil. In Studien, die Junge und Alte vergleichen, ergibt sich im Mittel ein Verlust von knapp einem halben Prozent pro Jahr, bei über 70-Jährigen ein halbes bis ein Prozent. Ebenso verbreitet ist die Zahl von ein bis zwei Prozent pro Jahr ab 50: Sie stammt laut den Autoren nicht aus der Studie, die dafür meist genannt wird, und die Studien dahinter fanden weniger als ein Prozent.32 In einer großen Messstudie mit Ganzkörper-Kernspin, also Aufnahmen im Magnetresonanztomografen, nahm die Muskelmasse erst ab etwa 50 merklich ab.31 Die Kraft sinkt dagegen zwei- bis fünfmal so schnell wie die Masse.32, 60

Kraft in der Lebensmitte hängt mit dem Alltag im Alter zusammen: Männer mit der schwächsten Griffkraft im mittleren Alter gingen 25 Jahre später deutlich häufiger sehr langsam als die kräftigsten. Untersucht wurden nur Männer japanischer Herkunft auf Hawaii, und es ist ein Zusammenhang, kein Beweis.43 Viel Zeit braucht Krafttraining für die Gesundheit nicht: In Beobachtungsstudien lag die größte Risikominderung, vor allem beim Sterberisiko, bei 30 bis 60 Minuten pro Woche; die Autoren nennen die Sicherheit dieser Daten sehr niedrig.61 Meine Einordnung: Kraft lässt schneller nach als Muskel – ein guter Grund, jetzt mit dem Krafttraining anzufangen, in jedem Alter.

06Im Zweifel abbrechen

Sicherheit: Im Zweifel hörst Du auf

Alles auf dieser Seite ist Einordnung – bis auf eine Regel. Meldet Dein Körper im Training etwas, das Du nicht einordnen kannst, hörst Du auf. Nicht „noch den Satz zu Ende“.

Harte Belastung kann bei Menschen mit einer unerkannten Herzerkrankung kurzzeitig einen Herzinfarkt oder einen plötzlichen Herztod auslösen, am ehesten bei Untrainierten. Die US-Herzgesellschaft rät deshalb: Wer im Training Warnzeichen bemerkt, hört sofort auf und lässt sich ärztlich untersuchen, bevor er weitertrainiert.38 Krafttraining selbst ist für gesunde Erwachsene jeden Alters sicher.14 Für leichte bis mittlere Bewegung wie zügiges Gehen braucht es laut WHO in der Regel keine ärztliche Untersuchung, wenn nichts dagegen spricht.23 Mein Rat: Bluthochdruck zählt für mich zu den Erkrankungen des Kreislaufs, ob mit oder ohne Tabletten. Hast Du ihn oder nimmst Du Tabletten fürs Herz, klärst Du vorher mit Deinem Arzt, wie hart Du trainieren darfst. Und beim Heben atmest Du weiter, statt die Luft anzuhalten.

✕Schmerz, Druck, Enge oder Brennen in der Brust, auch ausstrahlend in Hals, Kiefer, Arme, Schulterblätter, Rücken oder Oberbauch.38, 39
✕Atemnot, die nicht zur Anstrengung passt.38
✕Schwindel oder Benommenheit.38 Schwarzwerden vor den Augen behandelst Du genauso – so ordne ich es ein. Kommen ein unsicherer Gang, eine Lähmung oder eine Sprachstörung dazu, wählst Du 112.40
✕Ohnmacht oder ein kurzer Aussetzer des Bewusstseins im oder nach dem Training.38
✕Herzrasen oder Herzstolpern, das Du so nicht kennst.38
✕Angstschweiß mit kalter, blasser Haut, Übelkeit oder Erbrechen.39 Meine Einordnung: Schwitzen nach harter Belastung ist normal – kalter Angstschweiß mit blasser Haut ist es nicht.
✕Plötzliche Schwäche, Lähmung oder Taubheit einer Körperseite, hängender Mundwinkel, Sprach- oder Sehstörung, plötzlicher Schwindel mit unsicherem Gang, plötzlicher heftiger Kopfschmerz.40, 62

Wann Du 112 wählst

Bricht jemand zusammen und reagiert nicht, wählst Du sofort 112. Atmet er nicht normal, beginnst Du mit der Herzdruckmassage; ist ein Defibrillator griffbereit – ein Schockgerät, das per Sprachansage anleitet –, nutzt Du ihn.41 Atmet er normal, bringst Du ihn in die stabile Seitenlage und prüfst die Atmung immer wieder, bis der Rettungsdienst da ist.63 Bei Zeichen eines Schlaganfalls wählst Du sofort 112, auch wenn sie wieder vergehen: plötzliche Schwäche, Lähmung oder Taubheit einer Körperseite, hängender Mundwinkel, Sprach- oder Sehstörung, plötzlicher Schwindel mit unsicherem Gang oder ein plötzlicher, heftiger Kopfschmerz.40, 62 Bei Verdacht auf einen Herzinfarkt zögerst Du nicht: Hält Schmerz oder Druck in der Brust länger als fünf Minuten an, lässt er in Ruhe nicht nach oder sind die Beschwerden so stark wie nie zuvor, wählst Du sofort 112 – und fährst auf keinen Fall selbst ins Krankenhaus. Gerade bei Frauen können die Anzeichen unspezifisch sein.39 Bei allen anderen Zeichen hörst Du auf und lässt sie ärztlich abklären, bevor Du weitertrainierst.38 Meine Einordnung: Im Zweifel lieber einmal zu oft 112 als einmal zu wenig. Und Gelenkschmerz, der nach der Einheit nicht wieder weggeht, gehört ebenfalls zum Arzt, nicht in die nächste Einheit.

Wichtig Diese Liste ist eine Gedächtnisstütze, keine Diagnose, und sie ist nicht vollständig. Steht etwas nicht darauf und macht Dir trotzdem Sorgen, gilt die Regel oben. Diese Seite ersetzt keine ärztliche Beratung und keine Erste-Hilfe-Ausbildung.
07Faktencheck

Die zehn Sätze – und was davon stimmt

Diese zehn Sätze hörst Du im Studio, von Freunden, im Netz. Von diesen zehn Aussagen stimmt eine, eine stimmt halb, acht stimmen so nicht. In dieser Liste heißt ✓ stimmt, ~ stimmt halb, ✕ stimmt so nicht. Wie sicher die Studienlage jeweils ist, steht in Kapitel 09.

✕„Zum Abnehmen musst Du im Fettverbrennungspuls trainieren.“ Stimmt so nicht. Bei lockerem Tempo stammt zwar mehr Energie aus Fett,5 doch über den Tag gleicht sich das aus, und über Wochen machte das Tempo kaum einen Unterschied; mehr Bewegung brachte mehr.2, 6, 26
✕„Krafttraining ist zum Abnehmen besser als Cardio.“ Stimmt so nicht. Ausdauer senkte Gewicht und Fett stärker; Krafttraining baute mehr Magermasse auf, und Ältere mit starkem Übergewicht verloren damit beim Abnehmen weniger davon.8, 9 Meine Einordnung: Deshalb gehören beide dazu.
✕„Durch den Nachbrenneffekt verbrennst Du noch Stunden später viele Kalorien.“ Stimmt so nicht. Es gibt ihn, aber er ist klein: selbst nach langen, harten Einheiten laut einer Übersicht nur 6 bis 15 Prozent des Verbrauchs der Einheit; eine kleine Studie maß gut ein Drittel.11, 45
✕„Ein Kilo Muskel verbrennt hundert Kalorien am Tag.“ Stimmt so nicht. Es sind etwa 13.1 Die knapp 100 Kilokalorien, um die der Ruheumsatz durch Krafttraining in Studien stieg, gelten für den ganzen Körper, nicht je Kilo Muskel.12
✕„Du musst bis zum Muskelversagen gehen, sonst bringt es nichts.“ Stimmt so nicht. Mit ein, zwei Wiederholungen Reserve wuchsen die Muskeln bei Trainierten praktisch gleich,13 und das ACSM hält Versagen für nicht nötig.14 Nah heran solltest Du aber gehen.15
~„Nimm siebzig Prozent von Deinem Maximum.“ Stimmt halb. Als Startwert taugt eine Prozentzahl; gegenüber der Steuerung über das Gefühl zeigte sie bei der Kraft keinen gesicherten Unterschied.16 Mit derselben Prozentzahl schaffen verschiedene Menschen aber unterschiedlich viele Wiederholungen.3
✕„Mit Bauchübungen wirst Du Bauchfett los.“ Stimmt so nicht. Sechs Wochen Bauchübungen änderten das Bauchfett nicht, und nach einseitigem Training nahm das Fett am trainierten Arm oder Bein nicht stärker ab.21, 47, 48 Eine kleine Studie fand etwas mehr Fettverlust am Rumpf – ein erster Hinweis, kein Beleg.49
✕„Trainier lieber leicht, sonst wirst Du zu muskulös.“ Stimmt so nicht. Muskeln wachsen langsam: Untrainierte junge Frauen legten in zwölf Wochen knapp ein Kilo Magermasse zu.17 Und am Muskelzuwachs änderte die Last wenig, wenn die Sätze bis ans Versagen gingen; schwere Gewichte brachten vor allem mehr Kraft.20
✕„Tiefe Kniebeugen sind schlecht fürs Knie.“ Stimmt so nicht – belegt ist ein Schaden für gesunde Knie nicht. Eine Übersicht fand kein höheres Risiko für Knorpel, Bänder und Sehnen, gestützt vor allem auf Berechnungen und Modelle. Die Voraussetzung: Die Technik sitzt, und die Last steigt langsam.22
✓„Hauptsache Bewegung.“ Stimmt – für die Gesundheit. Etwas Bewegung ist besser als keine, und mehr Schritte gingen mit einem niedrigeren Sterberisiko einher.23, 24, 59 Der Haken: Auf Dauer wirst Du fitter oder kräftiger nur mit steigender Belastung – am Anfang reicht es beim Krafttraining oft, regelmäßig dabeizubleiben.14
Kurz gesagt Fast jeder dieser Sätze beginnt mit einer richtigen Beobachtung und endet bei einem falschen Schluss: Fett im Training ist nicht Fett vom Bauch, Muskeln sind kein Kalorienofen, Versagen ist kein Muss, und siebzig Prozent sind nicht für jeden gleich schwer. Der Satz, der hält, ist der bescheidenste: Bewegung zählt.
08Grenzen

Was die Studien zeigen – und was sie offenlassen

Zur Ehrlichkeit gehört beides: was die Studien zeigen, und was sie nicht zeigen.

✕Junge, trainierte Teilnehmer. Viele Studien zum Krafttraining liefen mit jungen, oft trainierten Männern; für Einsteiger, Ältere und Frauen gibt es zu manchen Fragen deutlich weniger Daten.3, 13, 50
✕Kurze Studien. Die meisten Trainingsstudien laufen Wochen bis Monate; was über Jahre passiert, zeigen sie nicht.2, 13
✕Modelle statt Verletzungsstudien. Die Entwarnung zur tiefen Kniebeuge beruht vor allem auf Berechnungen und Modellen; Ursachen von Verletzungen im Krafttraining sind kaum untersucht.22, 58
✕Beobachtung statt Versuch. Die Zahlen zu Schritten, Griffkraft und Krafttraining-Minuten stammen aus Beobachtungsstudien; sie zeigen Zusammenhänge, keine Ursachen.24, 43, 59, 61
✕Widersprüchliche Zahlen. Beim Nachbrenneffekt und beim Muskelwachstum nah am Versagen kommen Studien zu verschiedenen Ergebnissen; beide Seiten stehen auf dieser Seite.11, 45, 50, 51
✕Keine Behandlung. Diese Seite erklärt, was Studien zu verbreiteten Trainingsregeln zeigen – sie stellt keine Diagnose und ersetzt keine Therapie.
Versagen ist nicht nötig

Heißt nicht: Anstrengung egal

Daraus könnte man schließen, locker trainieren reiche. Muskeln wuchsen umso mehr, je näher die Sätze am Versagen endeten – erste Hinweise –, und wo leichte Gewichte so gut wirkten wie schwere, gingen die Sätze bis ans Versagen.15, 20

Der Puls spielt fürs Fett kaum eine Rolle

Heißt nicht: lockeres Training ist wertlos

Daraus könnte man schließen: Dann trainiere ich eben hart und bin schneller fertig, lockeres Training ist vertane Zeit. Lockeres Training senkte den Bauchumfang genauso stark wie zügiges, wenn dabei gleich viel Energie verbraucht wurde – jede Einheit dauerte nur länger, 58 statt 40 Minuten.2

Medizinische Vorgeschichte

Im Mittel, nicht im Einzelfall

Die Studien auf dieser Seite zeigen, was im Mittel für eine Gruppe gilt. Mit einer Vorerkrankung zählt Dein eigener Fall – den klärst Du mit Deinem Arzt.

09Wie sicher

Wie sicher ist das alles?

Nicht jede Aussage auf dieser Seite steht gleich fest. Damit Du weißt, worauf Du Dich verlassen kannst, hier die Einordnung in Alltagssprache.

So lesen sich die Stufen: gut belegt – große Auswertungen oder übereinstimmende Bewertungen, alle in dieselbe Richtung; belegt – gute Studien oder Bewertungen, aber mit Grenzen; erste Hinweise – wenige oder kleine Studien oder nur Beobachtungen; uneinheitlich – Studien widersprechen sich; nicht belegt – Studien fanden keinen Nutzen, oder es gibt keine. Ausgelost heißt: Das Los teilte die Gruppen ein.

AussageEinordnung
Fürs Fett zählt das Tempo kaumbelegt – mehrere ausgeloste Studien über Monate und Messungen in der Stoffwechselkammer
Mehr Bewegung bringt mehr Fettverlustbelegt – eine ausgeloste Studie und die Empfehlung einer Fachgesellschaft; in einer zweiten Studie brachte die halbe Menge fast gleich viel
Ein Kilo Muskel verbraucht in Ruhe etwa 13 kcalbelegt – bewährter Schätzwert, durch eine Messstudie bestätigt
Der Nachbrenneffekt ist kleinuneinheitlich – eine Übersicht nennt 6 bis 15 Prozent, eine kleine Studie gut ein Drittel
Ausdauer senkt das Fett stärker als Krafttrainingbelegt – ein großer direkter Vergleich
Bis zum Muskelversagen ist für Kraft nicht nötiggut belegt – mehrere Auswertungen und eine Fachgesellschaft
Bis zum Muskelversagen ist für Muskelwachstum nicht nötigbelegt – Auswertungen und Fachgesellschaft; Hinweise, dass Nähe zum Versagen hilft
Muskeln wachsen mit leichten und schweren Gewichten ähnlich, wenn die Sätze bis ans Versagen gehengut belegt – mehrere große Auswertungen
Mit derselben Prozentzahl schaffen Menschen unterschiedlich viele Wiederholungen; Beinpresse und Bankdrücken unterscheiden sichgut belegt – große Auswertung mit gemessenem Maximum
Steuerung über Prozent und über das Gefühl: kein gesicherter Unterschied bei der Kraft, wenn überhaupt, liegt das Gefühl leicht vornerste Hinweise – wenige, kleine Studien mit jungen Trainierten
Frauen bauen im Verhältnis ähnlich viel Muskel auf wie Männerbelegt – eine Auswertung und eine große Studie; wenige Daten zu Älteren
Tiefe Kniebeugen schaden gesunden Knien nicht – bei gelernter Technik und langsam steigender Lasterste Hinweise – Übersicht über Berechnungen und Modelle, keine Verletzungsstudie
Gezielt am Bauch Fett verlierennicht belegt – meist kein örtlicher Effekt; eine kleine Studie dagegen
Mehr Schritte gehen mit niedrigerem Sterberisiko einherbelegt – eine große Beobachtungsstudie und eine Auswertung von 15 Langzeitbeobachtungen: Zusammenhang, keine Ursache
Ab Mitte zwanzig geht jedes Jahr ein Prozent Muskel verloren, ab 50 ein bis zweinicht belegt – Übersicht: lange recht stabil, über 70 ein halbes bis ein Prozent; die Zahl ab 50 stammt nicht aus der Studie, die dafür meist genannt wird
Griffkraft in der Lebensmitte hängt mit dem Alltag im Alter zusammenerste Hinweise – eine Beobachtungsstudie nur mit Männern
Bei Warnzeichen sofort aufhören und abklären lassenbelegt – Empfehlung von Fachgesellschaften; als Vorsichtsregel nicht eigens in Studien geprüft

Sechs Zahlen zum Mitnehmen

Das Kurze · Fazit in Zahlen

Jede Zahl mit Quelle und Haken

Die sechs Zahlen stammen aus zwei ausgelosten Studien, zwei Übersichten, einer Auswertung vieler Studien und einer Messstudie zum Energieverbrauch der Organe, Stand Oktober 2026. Zu jeder steht, was herauskam und wo der Haken liegt.

13 kcal
verbraucht ein Kilo Muskel
in Ruhe am Tag – nicht hundert

Muskeln sind ein Bonus, kein Kalorienofen.

Haken

Schätzwert, geprüft an Erwachsenen ohne Adipositas, also ohne starkes Übergewicht, über 50 etwas weniger.

Quelle: Wert nach Elia, geprüft von Wang und Kollegen 2010 · 131 Erwachsene, Organe im Kernspin, Ruheumsatz gemessen1
−4,6 cm
Bauchumfang in 24 Wochen mehr als ohne Training –
locker wie zügig, bei gleichem Verbrauch je Einheit

Locker oder zügig – der Bauch schrumpfte gleich.

Haken

Erwachsene mit viel Bauchfett, fünfmal pro Woche; gut ein Viertel brach ab; Bauchumfang statt direkter Fettmessung. Mit der halben Menge waren es −3,9 cm, ohne gesicherten Unterschied. Zügig trainiert war die einzelne Einheit kürzer.

Quelle: Ross und Kollegen 2015 · 300 Teilnehmer, ausgelost2
6–15 %
der Energie einer langen, harten Einheit kommen
höchstens durch den Nachbrenneffekt dazu

Der Nachbrenneffekt ist echt, aber klein.

Haken

Erzählende Übersicht; eine kleine Studie mit jungen Männern maß nach zügigem Radfahren gut ein Drittel.

Quelle: LaForgia und Kollegen 2006 · Übersichtsarbeit11, 45
0,18 cm
mehr Muskeldicke am vorderen Oberschenkel in acht Wochen –
mit und ohne Training bis zum Versagen praktisch gleich

Ein, zwei Wiederholungen Reserve reichen.

Haken

Trainierte Frauen und Männer, acht Wochen, eine Messstelle je Muskel, keine Verblindung; nah ans Versagen ging es trotzdem.

Quelle: Refalo und Kollegen 2024 · 18 Teilnehmer, Beine ausgelost13
≈ 15
Wiederholungen schafften Menschen
im Mittel mit 70 % ihres Maximums

Prozent ist ein Startwert, keine Vorschrift.

Haken

Große Unterschiede zwischen Menschen und Übungen; meist jüngere Teilnehmer, für Ältere wenige Daten.

Quelle: Nuzzo und Kollegen 2024 · Auswertung von 269 Studien3
0,5–1 %
Muskelmasse pro Jahr verlieren Menschen über 70 –
nicht ein Prozent ab Mitte zwanzig

Lange bleibt der Muskel – die Kraft geht schneller.

Haken

Übersicht über Studien mit sehr verschiedenen Messmethoden; große Unterschiede zwischen Menschen.

Quelle: Mitchell und Kollegen 2012 · Übersichtsarbeit32

Jede dieser sechs Zahlen ist an der Quelle selbst geprüft, Stand 28.10.2026 – an ihrer Kurzfassung, dem Überblick am Anfang jeder Studie, in PubMed, der großen Datenbank für medizinische Studien, und, wo frei zugänglich, an der vollständigen Arbeit. Die ausführlichen Angaben, mit Teilnehmern, Geldgebern und Interessenkonflikten, soweit ich sie prüfen konnte, folgen im Kapitel „Belegt“.

Der eine Satz, wenn Du Dir nur einen merkst Fürs Abnehmen zählen Menge und Essen, für Muskeln die Zahl der Trainingssätze und die Anstrengung, für die Gesundheit jede Bewegung – und im Zweifel hörst Du auf.
10Belegt

Worauf sich diese Seite stützt

Zu jeder hochgestellten Zahl im Text: Quelle, Teilnehmer, Ergebnis, Einschränkung, Geldgeber und Interessenkonflikte. Alle Studien habe ich über PubMed geprüft. Wo sich etwas nicht prüfen ließ, steht das dabei.

63 Quellen · hier aufklappenzuklappenGeldgeber und Interessenkonflikte

Ein paar Begriffe, die in den Belegen vorkommen: Eine Auswertung – Fachleute sagen Meta-Analyse – rechnet die Ergebnisse vieler Studien zusammen; eine Netzwerk-Auswertung vergleicht dabei auch Formen, die nie direkt gegeneinander getestet wurden. Eine Übersichtsarbeit fasst den Stand der Forschung zusammen, eine systematische Übersicht sucht und bewertet die Studien dabei nach festen Regeln; Cochrane ist ein unabhängiges Netzwerk, das solche Übersichten erstellt. Ausgelost – Fachleute sagen randomisiert – heißt: Das Los entscheidet, wer welches Training macht. Eine Beobachtungsstudie greift nicht ein, sondern beobachtet nur; sie zeigt Zusammenhänge, keine Ursachen. Verzerrung heißt: Schwächen im Aufbau einer Studie, die das Ergebnis in eine Richtung schieben können. Gesichert heißt: so deutlich, dass Zufall als Erklärung unwahrscheinlich ist. Magermasse ist alles außer Fett – vor allem Muskeln, dazu Wasser, Organe und Knochen. Das Maximum, englisch 1RM, ist das Gewicht, das man genau einmal schafft; „Wiederholungen in Reserve“ (RIR) heißt, wie viele Wiederholungen man noch geschafft hätte. Die maximale Sauerstoffaufnahme ist ein Maß für die Ausdauerleistung. Eine Stoffwechselkammer ist ein Raum, in dem der Energieverbrauch über Stunden gemessen wird. HR (Hazard Ratio) vergleicht das Risiko zweier Gruppen über die Zeit, OR (Odds Ratio, Chancenverhältnis) die Chancen; bei häufigen Ereignissen liegt die Odds Ratio höher als das Risikoverhältnis. Eine standardisierte Mittelwertdifferenz (SMD) oder Effektgröße (ES) macht Ergebnisse vergleichbar, die mit verschiedenen Verfahren gemessen wurden; um 0,2 gilt als klein, um 0,5 als mittel, ab 0,8 als groß.

So liest Du die Angaben zu den Geldgebern PubMed, die Studiendatenbank der US-Nationalbibliothek für Medizin, ordnet Studien nach ihren Geldgebern ein: Stellen der US-Regierung, etwa die Gesundheitsinstitute NIH – und „außerhalb der US-Regierung“ für alles andere. „Außerhalb der US-Regierung“ heißt also: Das Geld kam von Hochschulen, Stiftungen, anderen Staaten oder Firmen – wer genau, steht nur in der vollständigen Arbeit. Steht bei einer Studie kein Geldgeber, „nicht geprüft“ oder „nicht prüfbar“, habe ich die Finanzierung nicht selbst gelesen.
1Wang Z, Ying Z, Bosy-Westphal A, Zhang J, Schautz B, Later W, Heymsfield SB, Müller MJ (2010). Specific metabolic rates of major organs and tissues across adulthood: evaluation by mechanistic model of resting energy expenditure. American Journal of Clinical Nutrition 92(6):1369–1377. DOI 10.3945/ajcn.2010.29885 · PMID 20962155 · PMC2980962 Prüfung der Standardwerte von Elia (1992) für den Energieverbrauch der Organe an 131 gesunden Erwachsenen ohne Adipositas: Organe per Kernspin, Ruheumsatz gemessen. Elia nennt „13 for skeletal muscle“ (kcal je kg und Tag). Für Jüngere und mittlere Jahrgänge bestätigt; über 50 überschätzen die Werte um 3 %, für Muskel dort 12,6. Einschränkung: Modellrechnung, keine direkte Messung am Muskel; nur Menschen ohne Adipositas. Geldgeber laut PubMed die NIH und Stellen außerhalb der US-Regierung; Interessenkonflikte nicht geprüft.
2Ross R, Hudson R, Stotz PJ, Lam M (2015). Effects of exercise amount and intensity on abdominal obesity and glucose tolerance in obese adults: a randomized trial. Annals of Internal Medicine 162(5):325–334. DOI 10.7326/M14-1189 · PMID 25732273 · NCT00955071 Ausgeloste Studie über 24 Wochen mit 300 Erwachsenen mit Bauchfett-Adipositas: Kontrolle, wenig Menge bei niedriger Intensität, viel Menge bei niedriger (50 % der höchsten Sauerstoffaufnahme) und viel Menge bei hoher Intensität (75 %); in beiden „viel“-Gruppen gleich viel Energie pro Einheit, fünfmal pro Woche. Taillenumfang, nach Alter und Geschlecht bereinigt, jeweils stärker gesunken als in der Gruppe ohne Training: „reductions in waist circumference were greater in the LALI (-3.9 cm …), HALI (-4.6 cm …), and HAHI (-4.6 cm …) groups than the control group“, „did not differ among the exercise groups (P > 0.43)“ – die Gruppe mit halber Menge also ohne gesicherten Unterschied zu den beiden anderen; auch das Gewicht unterschied sich nicht. Zeit pro Einheit 31 (halbe Menge), 58 und 40 Minuten. Fazit der Autoren: „Fixed amounts of exercise independent of exercise intensity resulted in similar reductions in abdominal obesity.“ Einschränkung: 217 von 300 beendeten die Studie; Taillenumfang statt direkter Fettmessung in der Kurzfassung. Volltext nicht abgerufen; dass die Werte der Unterschied zur Gruppe ohne Training sind, folgt aus dem Satzbau der Kurzfassung. Geldgeber laut PubMed außerhalb der US-Regierung; Interessenkonflikte nicht geprüft.
3Nuzzo JL, Pinto MD, Nosaka K, Steele J (2024). Maximal number of repetitions at percentages of the one repetition maximum: a meta-regression and moderator analysis of sex, age, training status, and exercise. Sports Medicine 54(2):303–321. DOI 10.1007/s40279-023-01937-7 · PMID 37792272 · PMC10933212 Auswertung von 952 Tests bis zur Erschöpfung mit 7.289 Personen aus 269 Studien, nur mit gemessenem Maximum; meist Männer, gesund, unter 59 Jahre. Laut Volltext bei 70 % des Maximums „~ 15 repetitions“ gegenüber 11 in einer verbreiteten Lehrbuchtabelle; Beinpresse 19,0 und Bankdrücken 14,1 Wiederholungen; bei 80 % schwankte die Zahl zwischen Menschen um 2,5, bei 60 % um 4,4 Wiederholungen. Geschlecht, Alter und Trainingsstand änderten das Verhältnis wenig. Einschränkung laut Volltext: Suche nicht nach den üblichen Regeln; überwiegend 20- bis 40-Jährige, für Ältere und viele Übungen wenige Daten. Zwei Autoren arbeiteten früher bei einem Hersteller von Krafttrainingsgeräten (Vitruvian); Promotionsstipendium der australischen Regierung.
4Venables MC, Achten J, Jeukendrup AE (2005). Determinants of fat oxidation during exercise in healthy men and women: a cross-sectional study. Journal of Applied Physiology 98(1):160–167. DOI 10.1152/japplphysiol.00662.2003 · PMID 15333616 Querschnittstudie mit 300 gesunden Erwachsenen (157 Männer, 143 Frauen), Stufentest auf dem Laufband. Höchste Fettverbrennung „at 48.3 +/- 0.9% maximal oxygen uptake (Vo(2 max)), equivalent to 61.5 +/- 0.6% maximal heart rate.“ „Physical activity, Vo(2 max), and gender explained only 12% of the interindividual variation in MFO during exercise, whereas body fatness was not a predictor.“ Einschränkung: Querschnitt, Stufentest statt Dauerbelastung, große unerklärte Unterschiede zwischen Menschen. Online erschienen 2004. Geldgeber laut PubMed außerhalb der US-Regierung; Interessenkonflikte nicht geprüft.
5Achten J, Gleeson M, Jeukendrup AE (2002). Determination of the exercise intensity that elicits maximal fat oxidation. Medicine and Science in Sports and Exercise 34(1):92–97. DOI 10.1097/00005768-200201000-00015 · PMID 11782653 Methodenstudie mit 18 mäßig trainierten Radfahrern, Stufentest und Dauertests, Messung der Atemgase. „Fat(max) was equivalent to 64 +/- 4%VO(2max) and 74 +/- 3%HR(max).“ „The contribution of fat oxidation to energy expenditure became negligible above 89 +/- 3%VO(2max)“. „at exercise intensities above Fat(max), fat oxidation rates drop markedly.“ Einschränkung: kleine Gruppe, nur trainierte Männer, Labor-Radergometer; nicht auf Einsteiger übertragbar. Geldgeber laut PubMed außerhalb der US-Regierung; Interessenkonflikte nicht geprüft.
6Melanson EL, Sharp TA, Seagle HM, Horton TJ, Donahoo WT, Grunwald GK, Hamilton JT, Hill JO (2002). Effect of exercise intensity on 24-h energy expenditure and nutrient oxidation. Journal of Applied Physiology 92(3):1045–1052. DOI 10.1152/japplphysiol.00706.2001 · PMID 11842038 Ausgeloste Überkreuzstudie mit 16 Erwachsenen (8 Männer, 8 Frauen) in der Stoffwechselkammer über je 24 Stunden: Ruhetag, 400 kcal Training bei 40 % und bei 70 % der maximalen Sauerstoffaufnahme. „24-h fat oxidation was not different across conditions.“ „It is concluded that exercise intensity has no effect on 24-h EE or nutrient oxidation.“ Einschränkung: einzelne Tage, keine Wochen; kleine Gruppe. Geldgeber laut PubMed der US-Gesundheitsdienst; Interessenkonflikte nicht geprüft.
7Zhao G, Khong TK, Yan Y, Yusof A (2026). Effect of FATmax-intensity exercise on body composition and cardiovascular health in overweight and obese individuals: a systematic review and meta-analysis. Diabetes, Metabolic Syndrome and Obesity 19:619590. DOI 10.2147/DMSO.S619590 · PMID 42807962 · PMC13618583 Auswertung von 18 ausgelosten Studien mit 744 Übergewichtigen, Training im Bereich der höchsten Fettverbrennung gegen Gruppen ohne Training; Fettmasse −3,68 kg (aus 11 Studien mit 313 Teilnehmern). Laut Volltext: „we cannot claim its superiority over other exercise intensities (eg, HIIT or vigorous continuous training)“ und „body fat reduction is a thermodynamic process dictated by a chronic negative energy balance“. Einschränkung: keine Vergleiche mit anderem Tempo bei gleicher Energiemenge; Studien teils nur in einer chinesischsprachigen Datenbank. Geldgeber und Interessenkonflikte im frei zugänglichen Teil der Arbeit nicht enthalten, nicht geprüft.
8Willis LH, Slentz CA, Bateman LA, Shields AT, Piner LW, Bales CW, Houmard JA, Kraus WE (2012). Effects of aerobic and/or resistance training on body mass and fat mass in overweight or obese adults. Journal of Applied Physiology 113(12):1831–1837. DOI 10.1152/japplphysiol.01370.2011 · PMID 23019316 · PMC3544497 Ausgeloste Studie STRRIDE AT/RT, 8 Monate, drei Gruppen, keine Kontrollgruppe: Krafttraining, Ausdauer, beides. Laut Kurzfassung 119 sitzende, übergewichtige oder adipöse Erwachsene. „The AT and AT/RT groups reduced total body mass and fat mass more than RT (P < 0.05), but they were not different from each other. RT and AT/RT increased lean body mass more than AT (P < 0.05). While requiring double the time commitment, a program of combined AT and RT did not result in significantly more fat mass or body mass reductions over AT alone.“ Fazit der Autoren: Ausdauer sei für Fett und Gewicht am günstigsten, für mehr Magermasse brauche es Krafttraining. Einschränkung: Die Kurzfassung nennt keine Kilowerte je Gruppe und spricht von „lean body mass“, also Magermasse; den Volltext konnte ich nicht abrufen. Laut einer Schwesterveröffentlichung derselben Studie wurden 196 zufällig verteilt und 144 blieben bis zum Ende; die 119 sind vermutlich die vollständig Ausgewerteten – das nehme ich an. Geldgeber laut PubMed die US-Gesundheitsinstitute NIH; Förderkennziffer und Interessenkonflikte nicht geprüft.
9Villareal DT, Aguirre L, Gurney AB, Waters DL, Sinacore DR, Colombo E, Armamento-Villareal R, Qualls C (2017). Aerobic or resistance exercise, or both, in dieting obese older adults. New England Journal of Medicine 376(20):1943–1955. DOI 10.1056/NEJMoa1616338 · PMID 28514618 · PMC5552187 Ausgeloste Studie LITOE mit 160 Menschen ab 65 mit Adipositas (BMI ab 30), bewegungsarm und laut Volltext alle leicht bis mäßig gebrechlich, 141 bis zum Ende dabei, 6 Monate: Gewichtsprogramm plus Ausdauer, plus Krafttraining oder plus beides, dazu eine Kontrollgruppe ohne beides. Training dreimal pro Woche rund 60 Minuten; das Krafttraining umfasste 40 Minuten an neun Geräten, gesteigert bis 2 bis 3 Sätze mit etwa 85 % des Maximalgewichts; die Kombigruppe trainierte 75 bis 90 Minuten. „Body weight decreased by 9% in all exercise groups“. Magermasse: „56.5 to 54.8 kg [3% decrease] and 58.1 to 57.1 kg [2% decrease], respectively, vs. 55.0 to 52.3 kg [5% decrease]“ (Kombination, Kraft, Ausdauer). Kraft: +18 % (Kombination), +19 % (Kraft), +4 % (Ausdauer). Maximale Sauerstoffaufnahme je Kilo Körpergewicht: +17 %, +18 % (Ausdauer), +8 % (Kraft), bei einem Gewichtsverlust von rund 9 % in allen drei Gruppen. Alle Werte sind Veränderungen vom Start bis nach sechs Monaten. Die Autoren: Den Verlust an Knochendichte an der Hüfte verhinderte nur Krafttraining („only resistance training prevented the weight-loss–induced reduction in bone mineral density at the total hip“); bei der Kombination wurden die Verluste an Magermasse und Knochendichte „attenuated but not prevented“. Einschränkung: nur Ältere mit Adipositas, die an einem solchen Programm teilnehmen konnten, laut Autoren meist Frauen, weiß und gut ausgebildet; ein halbes Jahr; unerwünschte Ereignisse vor allem Verletzungen an Muskeln und Gelenken. Magermasse ist nicht gleich Muskel. Geldgeber laut Kurzfassung die US-Gesundheitsinstitute NIH; laut Volltext „No commercial support was received“; Interessenkonflikte nicht geprüft.
10Lopez P, Taaffe DR, Galvão DA, Newton RU, Nonemacher ER, Wendt VM, Bassanesi RN, Turella DJP, Rech A (2022). Resistance training effectiveness on body composition and body weight outcomes in individuals with overweight and obesity across the lifespan: a systematic review and meta-analysis. Obesity Reviews 23(5):e13428. DOI 10.1111/obr.13428 · PMID 35191588 · PMC9285060 Auswertung von 114 ausgelosten Studien mit 4.184 Übergewichtigen jeden Alters, jeweils gegen Gruppen ohne Maßnahme. Laut Volltext: Krafttraining mit Kalorienreduktion (5 Studien) Fettmasse −5,1 kg, Magermasse −0,2 kg, nicht gesichert (Spanne der möglichen Werte −1,2 bis +0,8 kg). Krafttraining allein: Fettmasse −1,0 kg, Magermasse +0,8 kg. Kraft plus Ausdauer: −1,4 kg Fett; mit Kalorienreduktion −5,3 kg Fett und −0,3 kg Magermasse, nicht gesichert – diese −5,3 kg nennt die Kurzfassung. Die Autoren halten die Ergebnisse mit Kalorienreduktion für vergleichbar mit Ausdauer plus Kalorienreduktion in früheren Studien. Einschränkung: laut Volltext viele Studien mit hohem Risiko für Verzerrung; verschiedene Messmethoden; Ausreißer wurden für die Hauptergebnisse entfernt; kein Vergleich mit Diät allein, laut Autoren deshalb offen, wie viel Training und Diät jeweils beitrugen; Programme im Mittel 14,6 Wochen. Geldgeber laut PubMed außerhalb der US-Regierung; zu Interessenkonflikten steht im Volltext nur „No conflict of interest statement' in the first proofs“.
11LaForgia J, Withers RT, Gore CJ (2006). Effects of exercise intensity and duration on the excess post-exercise oxygen consumption. Journal of Sports Sciences 24(12):1247–1264. DOI 10.1080/02640410600552064 · PMID 17101527 Übersichtsarbeit zum Nachbrenneffekt. „even those studies incorporating exercise stimuli resulting in prolonged EPOC durations have identified that the EPOC comprises only 6-15% of the net total oxygen cost of the exercise.“ Für Krafttraining „remains unclear“. „the earlier research optimism regarding an important role for the EPOC in weight loss is generally unfounded.“ Einschränkung: erzählende Übersicht ohne systematische Suche; bei Intervallen liegt der Anteil laut Autoren womöglich höher. Geldgeber und Interessenkonflikte nicht geprüft.
12MacKenzie-Shalders K, Kelly JT, So D, Coffey VG, Byrne NM (2020). The effect of exercise interventions on resting metabolic rate: a systematic review and meta-analysis. Journal of Sports Sciences 38(14):1635–1649. DOI 10.1080/02640414.2020.1754716 · PMID 32397898 Auswertung von 18 Studien. „While there was no effect of aerobic exercise on RMR (MD: 81.65 kCal·day[95% CI: -57.81, 221.10], P = 0.25), resistance exercise increased RMR compared to controls (MD: 96.17 kCal·day[95% CI: 45.17, 147.16], P = 0.0002).“ Einschränkung laut Autoren: „heterogenous methodologies and high risk of bias“; ausgeschlossen waren Menschen ab 65 und Frauen nach den Wechseljahren. Geldgeber und Interessenkonflikte nicht geprüft.
13Refalo MC, Helms ER, Robinson ZP, Hamilton DL, Fyfe JJ (2024). Similar muscle hypertrophy following eight weeks of resistance training to momentary muscular failure or with repetitions-in-reserve in resistance-trained individuals. Journal of Sports Sciences 42(1):85–101. DOI 10.1080/02640414.2024.2321021 · PMID 38393985 Vergleich innerhalb derselben Person: 12 Männer und 6 Frauen mit mindestens drei Jahren Trainingserfahrung trainierten 8 Wochen lang zweimal pro Woche an Beinpresse und Beinstrecker, ein Bein bis zum Muskelversagen, das andere mit geschätzt zwei beziehungsweise einer Wiederholung Reserve. „Increases in quadriceps thickness (average of RF and VL) from pre- to post-intervention were similar for FAIL [0.181 cm …] and RIR [0.182 cm …].“ „Lifting velocity and repetition loss were consistently greater for FAIL versus RIR“. Einschränkung: klein, nur Trainierte, nur vorderer Oberschenkel mit einer Messstelle je Muskel, keine Verblindung, keine Kraftmessung als Ergebnis; Ermüdung nur innerhalb der Einheit gemessen; für leichte Lasten offen. Laut Volltext ohne Förderung; drei Autoren arbeiten als Trainer und Autoren in der Fitnessbranche, laut Erklärung profitiert keine Firma von den Ergebnissen (Volltext im Archiv der Auckland University of Technology).
14Currier BS, D'Souza AC, Singh MAF, Lowisz CV, Rawson ES, Schoenfeld BJ, Smith-Ryan AE, Steen JP, Thomas GA, Triplett NT, Washington TA, Werner TJ, Phillips SM (2026). American College of Sports Medicine Position Stand. Resistance training prescription for muscle function, hypertrophy, and physical performance in healthy adults: an overview of reviews. Medicine and Science in Sports and Exercise 58(4):851–872. DOI 10.1249/MSS.0000000000003897 · PMID 41843416 · PMC12965823 Empfehlung des American College of Sports Medicine (ACSM), die die Fassung von 2009 ablöst; Zusammenfassung von 137 Übersichtsarbeiten mit über 30.000 gesunden Erwachsenen. „voluntary strength was enhanced by lifting heavier loads (≥80% one-repetition maximum)“; „Muscle hypertrophy was enhanced by higher volumes (≥10 sets/wk)“, laut Volltext „≥10 sets/muscle group/wk“; „Training to momentary muscle fatigue … did not consistently impact training outcomes.“ Laut Volltext: Versagen „is not necessary for benefits to occur“, womöglich „inadvisable for certain populations (e.g., older individuals)“; ausreichend seien „near-failure“ oder 2 bis 3 Wiederholungen Reserve; Muskelwachstum mit Lasten von 30 bis 100 % ähnlich; für Kraftausdauer „insufficient data“; Steuerung über das Anstrengungsempfinden „appealing“, aber ohne genaue Zielwerte. Laut Volltext: „progression is not necessary to achieve beneficial outcomes, and overload, or more accurately, increasing the stimulus in some manner, is likely a requirement only for those seeking continued longer term progress.“ „Resistance training is safe for healthy adults of all ages“. „Deviating from previous guidelines, we propose that individualizing programs to increase RT participation is, from our perspective, more important than conforming to specific RTx criteria outlined in previous Position Stands.“ Einschränkung: Übersicht über Übersichten, nur gesunde Erwachsene; viele zugrunde liegende Studien klein. Ohne Förderung für die Arbeit; ein Autor saß früher im wissenschaftlichen Beirat eines Herstellers von Fitnessgeräten (Tonal), laut Volltext.
15Robinson ZP, Pelland JC, Remmert JF, Refalo MC, Jukic I, Steele J, Zourdos MC (2024). Exploring the dose–response relationship between estimated resistance training proximity to failure, strength gain, and muscle hypertrophy: a series of meta-regressions. Sports Medicine 54(9):2209–2231. DOI 10.1007/s40279-024-02069-2 · PMID 38970765 Erkundende Auswertung vieler Studien; die Wiederholungen in Reserve wurden aus den Studienbeschreibungen geschätzt. „Strength gains were similar across a wide range of RIR, while muscle hypertrophy improves as sets are terminated closer to failure.“ Einschränkung laut Autoren: „caution is warranted when interpreting the present analysis due to its exploratory nature“; Modelle nur mäßig passend. Geldgeber und Interessenkonflikte nicht geprüft.
16Hickmott LM, Chilibeck PD, Shaw KA, Butcher SJ (2022). The effect of load and volume autoregulation on muscular strength and hypertrophy: a systematic review and meta-analysis. Sports Medicine – Open 8(1):9. DOI 10.1186/s40798-021-00404-9 · PMID 35038063 · PMC8762534 Auswertung von 15 Studien mit Krafttrainierten, davon 6 zur Steuerung der Last gegen feste Prozentwerte (133 Teilnehmer, meist junge Männer, eine Studie mit Jugendlichen): 3 über das Anstrengungsgefühl, 3 über die gemessene Hantelgeschwindigkeit. „No significant differences between autoregulated and standardized load prescription were demonstrated for 1RM strength“. Laut Volltext Teilgruppe Gefühl: „near-significance with a small effect favoring autoregulated over standardized load prescription when subjective autoregulation was employed“ (+3,15 kg, p = 0,06). Einschränkung: wenige, kleine Studien mit jungen Trainierten. Laut Verlagsseite ohne Förderung und ohne Interessenkonflikte.
17Alexander SE, Gatto B, Knowles OE, Williams RM, Fiebig KN, Jansons P, Della Gatta PA, Garnham A, Eynon N, Wadley GD, Aisbett B, Hiam D, Lamon S (2024). Bioavailable testosterone and androgen receptor activation, but not total testosterone, are associated with muscle mass and strength in females. Journal of Physiology 603(18):5181–5208. DOI 10.1113/JP286803 · PMID 39393048 · PMC12456396 27 untrainierte Frauen vor den Wechseljahren, im Mittel 23,5 Jahre, 12 Wochen Krafttraining dreimal pro Woche. Laut Volltext: Magermasse „42.1 ± 5.5 kg … 42.9 ± 5.7 kg“, Beinpresse +27,3 %, Querschnitt des Oberschenkels +5,9 %. Gerechnet: 42,9 − 42,1 = 0,8 kg. Laut Volltext und Tabelle 3 hing das Gesamttestosteron nicht mit den Veränderungen durch das Training zusammen; das frei verfügbare zeigte einen schwachen Zusammenhang mit dem Kraftzuwachs („positively associated to the changes in muscle strength“), nicht mit dem Zuwachs des Muskelquerschnitts (p = 0,799). Die Kurzfassung spricht dagegen von einem Zusammenhang mit der Muskelmasse. Einschränkung: kleine Gruppe ohne Kontrollgruppe und ohne Vergleich mit Männern; laut Autoren kleine Effekte. Datum laut PubMed 11.10.2024 (online). Gefördert vom Forschungsfonds des Internationalen Olympischen Komitees und vom Australian Research Council; „None declared“ zu Interessenkonflikten.
18Roberts BM, Nuckols G, Krieger JW (2020). Sex differences in resistance training: a systematic review and meta-analysis. Journal of Strength and Conditioning Research 34(5):1448–1460. DOI 10.1519/JSC.0000000000003521 · PMID 32218059 Auswertung von Studien mit jungen bis mittelalten Männern und Frauen im selben Programm. Muskelwachstum: kein gesicherter Unterschied (10 Studien). Kraft im Oberkörper: relativ größerer Zuwachs bei Frauen (17 Studien). Kraft im Unterkörper: kein gesicherter Unterschied (23 Studien). Einschränkung: wenige Studien zum Muskelwachstum, kurze Studien; Ältere und Frauen nach den Wechseljahren nicht erfasst. Zwei Autoren arbeiten laut PubMed bei Firmen für Trainingsinformation (Stronger by Science LLC, Weightology LLC). Geldgeber und Interessenkonflikte nicht geprüft.
19Hubal MJ, Gordish-Dressman H, Thompson PD, Price TB, Hoffman EP, Angelopoulos TJ, Gordon PM, Moyna NM, Pescatello LS, Visich PS, Zoeller RF, Seip RL, Clarkson PM (2005). Variability in muscle size and strength gain after unilateral resistance training. Medicine and Science in Sports and Exercise 37(6):964–972. PMID 15947721 585 Erwachsene (342 Frauen, 243 Männer), 12 Wochen Training der Armbeuger eines Arms. „Size changes ranged from -2 to +59%“. „Men experienced 2.5% greater gains for CSA … compared with women. Despite greater absolute gains in men, relative increases in strength measures were greater in women versus men“. Einschränkung: ein Muskel, ein Arm; mittlere Zuwächse in absoluten Zahlen nur im Volltext, nicht geprüft. PubMed nennt keine DOI. Geldgeber laut PubMed die US-Gesundheitsinstitute NIH; Interessenkonflikte nicht geprüft.
20Schoenfeld BJ, Grgic J, Ogborn D, Krieger JW (2017). Strength and hypertrophy adaptations between low- vs. high-load resistance training: a systematic review and meta-analysis. Journal of Strength and Conditioning Research 31(12):3508–3523. DOI 10.1519/JSC.0000000000002200 · PMID 28834797 Auswertung von 21 Studien, leichte (bis 60 % des Maximums) gegen schwere Lasten, alle Sätze bis zum Muskelversagen. „maximal strength benefits are obtained from the use of heavy loads while muscle hypertrophy can be equally achieved across a spectrum of loading ranges.“ Einschränkung: gilt für Sätze bis zum Versagen; Teilnehmerzahl nicht in der Kurzfassung. Zwei Autoren laut PubMed bei Firmen für Forschung und Trainingsinformation (Ogborn Research & Consulting, Weightology LLC). Geldgeber und Interessenkonflikte nicht geprüft.
21Vispute SS, Smith JD, LeCheminant JD, Hurley KS (2011). The effect of abdominal exercise on abdominal fat. Journal of Strength and Conditioning Research 25(9):2559–2564. DOI 10.1519/JSC.0b013e3181fb4a46 · PMID 21804427 Ausgeloste Studie mit 24 gesunden, bewegungsarmen Erwachsenen von 18 bis 40 Jahren: 7 Bauchübungen, 2 × 10 Wiederholungen, 5 Tage pro Woche, 6 Wochen, gegen Kontrolle; alle mit gleichbleibender Kalorienzufuhr. „Six weeks of abdominal exercise training alone was not sufficient to reduce abdominal subcutaneous fat and other measures of body composition.“ Die Bauchmuskeln wurden ausdauernder. Einschränkung: klein, kurz, geringer Umfang. Geldgeber laut PubMed außerhalb der US-Regierung; Interessenkonflikte nicht geprüft.
22Hartmann H, Wirth K, Klusemann M (2013). Analysis of the load on the knee joint and vertebral column with changes in squatting depth and weight load. Sports Medicine 43(10):993–1008. DOI 10.1007/s40279-013-0073-6 · PMID 23821469 Erzählende Übersicht über mehr als 164 Arbeiten. „the highest retropatellar compressive forces and stresses can be seen at 90°“; Sorgen um Knorpelschäden bei tiefen Kniebeugen „are unfounded“; „deep squats do not contribute increased risk of injury to passive tissues.“ Halbe und Viertel-Kniebeugen mit sehr schweren Lasten „will favour degenerative changes in the knee joints and spinal joints in the long term.“ Voraussetzung: Technik „learned accurately under expert supervision and with progressive training loads“. Einschränkung: keine systematische Bewertung der Studienqualität; „There are no realistic estimations of knee-joint forces for knee-flexion angles beyond 50° in the deep squat“; keine Verletzungsstudie; gilt für gesunde Gelenke. Geldgeber und Interessenkonflikte nicht geprüft.
23Bull FC, Al-Ansari SS, Biddle S, et al. (2020). World Health Organization 2020 guidelines on physical activity and sedentary behaviour. British Journal of Sports Medicine 54(24):1451–1462. DOI 10.1136/bjsports-2020-102955 · PMID 33239350 · PMC7719906 Leitlinie der Weltgesundheitsorganisation (WHO). „All adults should undertake 150-300 min of moderate-intensity, or 75-150 min of vigorous-intensity physical activity“. Laut Volltext dazu Krafttraining „on 2 or more days a week“; „There was no evidence to support a dose-response association with higher volumes of muscle-strengthening activities.“ Ältere ab 65, als Teil ihrer wöchentlichen Bewegung: „varied multicomponent physical activity at moderate or greater intensity on 3 or more days a week in order to enhance functional capacity and prevent falls“. Bewegung bei Arbeit, Freizeit, im Haushalt und auf Wegen zählt mit. „Pre-exercise medical clearance is generally unnecessary for individuals without contraindications prior to beginning light-intensity or moderate-intensity physical activity not exceeding the demands of brisk walking or everyday living.“ Wer beim Steigern neue Beschwerden bekommt, soll ärztlichen Rat suchen. Einschränkung: Empfehlung, keine Studie. Erst- und Letztautorin arbeiten bei der WHO. Geldgeber und Interessenkonflikte im frei zugänglichen Teil der Arbeit nicht enthalten, nicht geprüft.
24Saint-Maurice PF, Troiano RP, Bassett DR, Graubard BI, Carlson SA, Shiroma EJ, Fulton JE, Matthews CE (2020). Association of daily step count and step intensity with mortality among US adults. JAMA 323(12):1151–1160. DOI 10.1001/jama.2020.1382 · PMID 32207799 · PMC7093766 Beobachtungsstudie mit 4.840 US-Erwachsenen ab 40, Schrittzähler bis sieben Tage, im Mittel 10 Jahre beobachtet. „Compared with taking 4000 steps per day, taking 8000 steps per day was associated with significantly lower all-cause mortality (HR, 0.49 …)“. „Greater step intensity was not significantly associated with lower mortality after adjustment for total steps per day“. Einschränkung: Beobachtung, Zusammenhang, keine Ursache; eine Messwoche. Geldgeber laut PubMed die US-Gesundheitsinstitute NIH und Stellen außerhalb der US-Regierung; Interessenkonflikte nicht geprüft.
25American College of Sports Medicine (2009). American College of Sports Medicine position stand. Progression models in resistance training for healthy adults. Medicine and Science in Sports and Exercise 41(3):687–708. DOI 10.1249/MSS.0b013e3181915670 · PMID 19204579 Frühere Empfehlung des ACSM. Einsteiger: „loads correspond to a repetition range of an 8-12 repetition maximum (RM)“; Muskelaufbau: „1-12 RM … with emphasis on the 6-12 RM zone“; Kraftausdauer: „light to moderate loads (40-60% of 1 RM) … for high repetitions (>15)“; Steigerung: „2-10% increase in load be applied when the individual can perform the current workload for one to two repetitions over the desired number.“ Einschränkung: durch die Fassung von 2026 abgelöst; nur die Kurzfassung geprüft. Geldgeber und Interessenkonflikte nicht geprüft.
26Slentz CA, Duscha BD, Johnson JL, Ketchum K, Aiken LB, Samsa GP, Houmard JA, Bales CW, Kraus WE (2004). Effects of the amount of exercise on body weight, body composition, and measures of central obesity: STRRIDE – a randomized controlled study. Archives of Internal Medicine 164(1):31–39. DOI 10.1001/archinte.164.1.31 · PMID 14718319 Ausgeloste Studie über 8 Monate mit bewegungsarmen, übergewichtigen Erwachsenen von 40 bis 65 Jahren; 182 zufällig verteilt, 120 bis zum Ende dabei; Ernährung unverändert. Gleiche Menge (rund 19 km pro Woche) als Gehen oder Joggen: Fettmasse −2,0 und −2,5 kg, „not different from each other“; viel Menge (rund 32 km Joggen): −4,8 kg. Einschränkung: Körperfett über Hautfaltenmessung; ein Drittel beendete die Studie nicht. Geldgeber laut PubMed der US-Gesundheitsdienst; Interessenkonflikte nicht geprüft.
27Donnelly JE, Blair SN, Jakicic JM, Manore MM, Rankin JW, Smith BK (2009). American College of Sports Medicine Position Stand. Appropriate physical activity intervention strategies for weight loss and prevention of weight regain for adults. Medicine and Science in Sports and Exercise 41(2):459–471. DOI 10.1249/MSS.0b013e3181949333 · PMID 19127177 Empfehlung des American College of Sports Medicine (ACSM). „Moderate-intensity PA between 150 and 250 min wk(-1) will provide only modest weight loss. Greater amounts of PA (>250 min wk(-1)) have been associated with clinically significant weight loss.“ „Resistance training does not enhance weight loss but may increase fat-free mass“. Ein Pulsbereich zum Fettabbau steht in der Kurzfassung nicht. Einschränkung: Empfehlung, keine Studie; nur die Kurzfassung geprüft, den Volltext konnte ich nicht abrufen. Geldgeber und Interessenkonflikte nicht geprüft.
28Lopez P, Radaelli R, Taaffe DR, Newton RU, Galvão DA, Trajano GS, Teodoro JL, Kraemer WJ, Häkkinen K, Pinto RS (2021). Resistance training load effects on muscle hypertrophy and strength gain: systematic review and network meta-analysis. Medicine and Science in Sports and Exercise 53(6):1206–1216. DOI 10.1249/MSS.0000000000002585 · PMID 33433148 · PMC8126497 Netzwerk-Auswertung von 28 Studien mit 747 gesunden Erwachsenen, leichte, mittlere und schwere Lasten, alle Sätze bis zum Versagen. „no differences in muscle hypertrophy between RT loads“; Kraft mit schweren und mittleren Lasten besser als mit leichten. Einschränkung: im Mittel 23 Jahre, überwiegend Untrainierte. Förderung durch den australischen Forschungsrat für Gesundheit an einzelne Autoren, laut Verlagsseite ohne Einfluss; „The authors have no conflict of interest to declare.“
29Refalo MC, Helms ER, Trexler ET, Hamilton DL, Fyfe JJ (2023). Influence of resistance training proximity-to-failure on skeletal muscle hypertrophy: a systematic review with meta-analysis. Sports Medicine 53(3):649–665. DOI 10.1007/s40279-022-01784-y · PMID 36334240 · PMC9935748 Auswertung von 15 ausgelosten Studien. Mit jeder Versagensdefinition ein „trivial advantage“ für Versagen (Effektgröße 0,19); für das momentane Muskelversagen „no advantage“. Laut Volltext: „individuals are more likely to underestimate their proximity-to-failure when performing RT with lower loads“. Einschränkung laut Volltext: Der kleine Gesamtvorteil hängt an einer angenommenen statistischen Größe; wenige Studien mit Trainierten. Ohne Förderung; zwei Autoren verdienen laut Erklärung Geld als Autoren und Trainer in der Fitnessbranche. Online erschienen 2022.
30Currier BS, Mcleod JC, Banfield L, Beyene J, Welton NJ, D'Souza AC, Keogh JAJ, Lin L, Coletta G, Yang A, Colenso-Semple L, Lau KJ, Verboom A, Phillips SM (2023). Resistance training prescription for muscle strength and hypertrophy in healthy adults: a systematic review and Bayesian network meta-analysis. British Journal of Sports Medicine 57(18):1211–1220. DOI 10.1136/bjsports-2023-106807 · PMID 37414459 · PMC10579494 Netzwerk-Auswertung: Kraft 178 Studien mit 5.097 Teilnehmern, Muskelwachstum 119 Studien mit 3.364 Teilnehmern, je knapp zur Hälfte Frauen. „Higher-load (>80% of single repetition maximum) prescriptions maximised strength gains, and all prescriptions comparably promoted muscle hypertrophy.“ Einschränkung: Last, Sätze und Häufigkeit nur in groben Gruppen; Verzerrungsrisiko häufig nicht ausgeschlossen. Laut Verlagsseite ohne Förderung; ein Autor nennt Forschungsgelder unter anderem vom US National Dairy Council und lizenzierte Patente – die vollständige Erklärung habe ich nicht gelesen.
31Janssen I, Heymsfield SB, Wang ZM, Ross R (2000). Skeletal muscle mass and distribution in 468 men and women aged 18–88 yr. Journal of Applied Physiology 89(1):81–88. DOI 10.1152/jappl.2000.89.1.81 · PMID 10904038 Querschnittstudie mit Ganzkörper-Kernspin. „a noticeable decrease in absolute SM mass was not observed until the end of the fifth decade.“ Der Anteil am Körpergewicht sank schon ab dem dritten Lebensjahrzehnt. Einschränkung: Querschnitt, keine Verläufe bei denselben Menschen. Geldgeber laut PubMed außerhalb der US-Regierung und der US-Gesundheitsdienst; Interessenkonflikte nicht geprüft.
32Mitchell WK, Williams J, Atherton P, Larvin M, Lund J, Narici M (2012). Sarcopenia, dynapenia, and the impact of advancing age on human skeletal muscle size and strength; a quantitative review. Frontiers in Physiology 3:260. DOI 10.3389/fphys.2012.00260 · PMID 22934016 · PMC3429036 Übersicht über Quer- und Längsschnittstudien. „The median of values of rate of loss reported across studies is 0.47% per year in men and 0.37% per year in women.“ Laut Volltext: „Throughout much of adult life, muscle mass remains fairly constant“; über 70 „in the region of 0.5–1% per year“; „However these studies consistently report losses of less than 1% per year. Despite this a figure of 1–2% loss per year over 50 is widely quoted and misattributed“. Kraft: „Average rates of loss are 2–4% per year. This is 2–5 times faster than muscle mass is lost.“ Einschränkung: Übersicht ohne formale Auswertung, sehr verschiedene Messmethoden, große Unterschiede zwischen Menschen. Laut Volltext keine Interessenkonflikte; Geldgeber im frei zugänglichen Teil nicht enthalten.
33Hayden JA, Ellis J, Ogilvie R, Malmivaara A, van Tulder MW (2021). Exercise therapy for chronic low back pain. Cochrane Database of Systematic Reviews 9(9):CD009790. DOI 10.1002/14651858.CD009790.pub2 · PMID 34580864 · PMC8477273 Cochrane-Übersicht über 249 Studien zu chronischem unspezifischem Kreuzschmerz. Bewegungstherapie senkte den Schmerz gegen keine Behandlung, übliche Versorgung oder Schein um 15,2 von 100 Punkten, „a clinically important difference“, mittlere Sicherheit; die Funktion besserte sich weniger als die vorab festgelegte Schwelle. Einschränkung: viele Studien mit Risiko für Verzerrung; nicht speziell Rumpftraining, keine Aussage zur Vorbeugung bei Gesunden. Geldgeber und Interessenkonflikte nicht geprüft.
34Owen PJ, Miller CT, Mundell NL, Verswijveren SJJM, Tagliaferri SD, Brisby H, Bowe SJ, Belavy DL (2020). Which specific modes of exercise training are most effective for treating low back pain? Network meta-analysis. British Journal of Sports Medicine 54(21):1279–1287. DOI 10.1136/bjsports-2019-100886 · PMID 31666220 · PMC7588406 Netzwerk-Auswertung von 89 Studien mit Erwachsenen mit chronischem unspezifischem Kreuzschmerz. Vorn lagen Pilates beim Schmerz, Krafttraining und Stabilisationsübungen bei der Funktion. „The quality of the synthesised evidence was low“. Einschränkung: niedrige Qualität der Daten laut Autoren. Laut Verlagsseite gefördert von Musculoskeletal Australia; „None declared“ zu Interessenkonflikten. Online erschienen 2019.
35Morán-Navarro R, Pérez CE, Mora-Rodríguez R, de la Cruz-Sánchez E, González-Badillo JJ, Sánchez-Medina L, Pallarés JG (2017). Time course of recovery following resistance training leading or not to failure. European Journal of Applied Physiology 117(12):2387–2399. DOI 10.1007/s00421-017-3725-7 · PMID 28965198 10 krafttrainierte Männer, drei Programme an Bankdrücken und Kniebeuge, Messungen bis 72 Stunden danach. „training to failure slows down recovery up to 24-48 h post-exercise.“ Einschränkung: sehr klein, eine einzelne Belastung, keine Langzeitwirkung. Geldgeber und Interessenkonflikte nicht geprüft.
36Halperin I, Malleron T, Har-Nir I, Androulakis-Korakakis P, Wolf M, Fisher J, Steele J (2022). Accuracy in predicting repetitions to task failure in resistance exercise: a scoping review and exploratory meta-analysis. Sports Medicine 52(2):377–390. DOI 10.1007/s40279-021-01559-x · PMID 34542869 12 Studien mit 414 gesunden Teilnehmern. „participants tended to underpredict the number of repetitions to task failure by 0.95 repetitions … but with considerable heterogeneity“; der Trainingsstand änderte die Treffsicherheit kaum. Einschränkung: erkundende Auswertung mit sehr großen Unterschieden zwischen den Studien. Online erschienen 2021. Geldgeber und Interessenkonflikte nicht geprüft.
37Pallarés JG, Hernández-Belmonte A, Martínez-Cava A, Vetrovsky T, Steffl M, Courel-Ibáñez J (2021). Effects of range of motion on resistance training adaptations: a systematic review and meta-analysis. Scandinavian Journal of Medicine and Science in Sports 31(10):1866–1881. DOI 10.1111/sms.14006 · PMID 34170576 Auswertung von 16 Studien. „Full ROM training produced significantly greater adaptations than partial ROM on muscle strength (ES = 0.56, p = 0.004) and lower-limb hypertrophy (ES = 0.88, p = 0.027).“ Einschränkung: wenige Studien, nicht nur Kniebeugen, keine Verletzungsdaten. Geldgeber und Interessenkonflikte nicht geprüft.
38Franklin BA, Thompson PD, Al-Zaiti SS, Albert CM, Hivert MF, Levine BD, Lobelo F, Madan K, Sharrief AZ, Eijsvogels TMH (2020). Exercise-related acute cardiovascular events and potential deleterious adaptations following long-term exercise training: placing the risks into perspective – an update. A scientific statement from the American Heart Association. Circulation 141(13):e705–e736. DOI 10.1161/CIR.0000000000000749 · PMID 32100573 Stellungnahme der American Heart Association. „vigorous physical activity, particularly when performed by unfit individuals, can acutely increase the risk of sudden cardiac death and acute myocardial infarction in susceptible people.“ Laut Volltext Warnzeichen unter anderem „Pain or discomfort at rest or with physical exertion in the chest, neck, jaw, arms“, „Unusual shortness of breath“, „Lightheadedness“, „Awareness of a rapid or irregular heartbeat“; wer sie bemerkt, „should immediately discontinue such activity and seek medical evaluation before resuming PA“. An anderer Stelle: „warning signs/symptoms (eg, syncope, lightheadedness, perceived palpitations or arrhythmias)“ – „Such symptoms mandate the immediate cessation of training/competition and medical review.“ Einschränkung: Stellungnahme, keine Studie; Volltext nur in Auszügen auf der Verlagsseite gelesen. Geldgeber und Interessenkonflikte nicht geprüft.
39Deutsche Herzstiftung. So erkennen Sie schnell einen Herzinfarkt. Webseite, ohne Stand-Datum. herzstiftung.de · Herzinfarkt-Anzeichen · abgerufen am 28.10.2026 Anzeichen: starke Schmerzen und Druck im Brustkorb, die „in andere Körperteile wie Arme, Oberbauch, Rücken, Hals, Kiefer oder Schulterblätter ausstrahlen“ können; Engegefühl, Brennen, Angstschweiß mit blasser, kalter Haut, Übelkeit, Erbrechen, Atemnot. Die Anzeichen können „recht unspezifisch sein – vor allem bei Frauen“. „Generell gilt: Halten die Schmerzen länger als fünf Minuten an, sollten Sie sofort handeln.“ Bei Beschwerden in einem noch nie erlebten Ausmaß Rettungswagen mit Notarzt rufen; „Zögern Sie nicht“. Unter „Vorboten des Herzinfarkts“, für Menschen mit bekannter Herzerkrankung: Bestehen die Beschwerden auch in Ruhe, „muss die 112 gerufen werden“. „Fahren Sie auf keinen Fall selbst!“ Einschränkung: Information einer Stiftung für Betroffene, keine Studie.
40Bundesministerium für Gesundheit, mit dem IQWiG (2022). Schlaganfall. gesund.bund.de, Stand 16.12.2022. gesund.bund.de · Schlaganfall · abgerufen am 28.10.2026 Anzeichen: plötzliche Schwäche, Sprachstörungen, Lähmungen und Taubheitsgefühle, Gesichtsfeldausfall oder herabhängender Mundwinkel, Schwindel und unsicherer Gang, manchmal starke Kopfschmerzen mit Übelkeit und Erbrechen; meist nur eine Körperseite. Bei Verdacht schnell den Notruf 112 wählen und „keinesfalls darauf warten, dass die Beschwerden wieder verschwinden“. Einschränkung: Gesundheitsinformation des Ministeriums, keine Studie.
41Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG). Wiederbelebung – das Wichtigste. gesundheitsinformation.de, Merkblatt (PDF), ohne Stand-Datum. gesundheitsinformation.de · Wiederbelebung · abgerufen am 28.10.2026 Drei Schritte: „Prüfen Sie, ob die Person bewusstlos ist und nicht normal atmet.“ – Notrufnummer 112 wählen – mit der Herzdruckmassage beginnen. „Wenn griffbereit, nutzen Sie auch einen Defibrillator zur Wiederbelebung.“ Einschränkung: Merkblatt eines unabhängigen Instituts, keine Studie; ersetzt keinen Erste-Hilfe-Kurs. Wie tief und wie schnell gedrückt wird, steht auf dem Merkblatt nicht.
42Androulakis-Korakakis P, Fisher JP, Steele J (2020). The minimum effective training dose required to increase 1RM strength in resistance-trained men: a systematic review and meta-analysis. Sports Medicine 50(4):751–765. DOI 10.1007/s40279-019-01236-0 · PMID 31797219 Systematische Übersicht über 6 Studien mit krafttrainierten Männern; ein Satz mit 6 bis 12 Wiederholungen und etwa 70 bis 85 % des Maximalgewichts, bis zur Erschöpfung, gemessen an Kniebeuge und Bankdrücken. „All identified studies showed that a single set performed minimum 1 time and maximum 3 times per week was sufficient to induce significant 1RM strength gains.“ Im Mittel +12 kg im Maximalgewicht; die Autoren nennen das „suboptimal, yet significant“. Einschränkung: nur trainierte Männer, sehr wenige Studien; die Suche machte eine Person allein. Geldgeber und Interessenkonflikte nicht geprüft.
43Rantanen T, Guralnik JM, Foley D, Masaki K, Leveille S, Curb JD, White L (1999). Midlife hand grip strength as a predictor of old age disability. JAMA 281(6):558–560. DOI 10.1001/jama.281.6.558 · PMID 10022113 Langzeitbeobachtung über 25 Jahre mit 6.089 gesunden Männern japanischer Herkunft auf Hawaii, bei der Messung 45 bis 68 Jahre; 3.218 Überlebende nachuntersucht. „The odds ratio (OR) of walking speed of 0.4 m/s or slower was 2.87 (95% confidence interval [CI], 1.76-4.67) in those in the lowest third … of grip strength vs those in the highest third.“ Das Chancenverhältnis (Odds Ratio) ist kein Risikoverhältnis. Untersucht wurden Funktion und Behinderung, nicht Sterblichkeit. Einschränkung: nur Männer einer Herkunft; nur Überlebende nachuntersucht; Beobachtung. Geldgeber und Interessenkonflikte nicht geprüft.
44Panissa VLG, Fukuda DH, Staibano V, Marques M, Franchini E (2021). Magnitude and duration of excess of post-exercise oxygen consumption between high-intensity interval and moderate-intensity continuous exercise: a systematic review. Obesity Reviews 22(1):e13099. DOI 10.1111/obr.13099 · PMID 32656951 Systematische Übersicht über 22 Studien zum Nachbrenneffekt nach Intervallen und gleichmäßiger Ausdauer. Kurze Messungen: „higher EPOC for HIIE (average of ~136 kJ) compared with MICE (average of ~101 kJ)“ und „SIE (average of ~241 kJ) compared with MICE (average of ~151 kJ)“; lange Messungen: „HIIE (average of ~289 kJ) compared with MICE (average of ~159 kJ)“. Gerechnet, durch 4,184 geteilt: 32,5 gegen 24,1, 57,6 gegen 36,1 und 69,1 gegen 38,0 kcal, also Unterschiede von rund 8 bis 31 kcal. Einschränkung: Durchschnitte ohne formale Auswertung; uneinheitliche Methoden; ob die Einheiten gleich viel Energie kosteten, steht nicht in der Kurzfassung. Online erschienen 2020. Geldgeber laut PubMed außerhalb der US-Regierung; Interessenkonflikte nicht geprüft.
45Knab AM, Shanely RA, Corbin KD, Jin F, Sha W, Nieman DC (2011). A 45-minute vigorous exercise bout increases metabolic rate for 14 hours. Medicine and Science in Sports and Exercise 43(9):1643–1648. DOI 10.1249/MSS.0b013e3182118891 · PMID 21311363 10 junge Männer, je 24 Stunden in der Stoffwechselkammer an einem Ruhe- und einem Trainingstag; 45 Minuten Radfahren bei rund 73 % der maximalen Sauerstoffaufnahme. „For 14 h after exercise, energy expenditure was increased 190 ± 71.4 kcal compared with the rest day“, „an additional 37% to the net energy expended during the 45-min cycling bout.“ Einschränkung: sehr klein, nur junge Männer, keine Vergleichsbedingung mit lockerer Belastung; das Ergebnis liegt deutlich über anderen Angaben. Geldgeber laut PubMed außerhalb der US-Regierung; Interessenkonflikte nicht geprüft.
46DeFronzo RA, Tripathy D (2009). Skeletal muscle insulin resistance is the primary defect in type 2 diabetes. Diabetes Care 32(Suppl 2):S157–S163. DOI 10.2337/dc09-S302 · PMID 19875544 · PMC2811436 Übersichtsarbeit. Laut Volltext: „Skeletal muscle is the major site of glucose uptake in the postprandial state in humans.“ Unter hohem Insulin „∼80% of glucose uptake occurs in skeletal muscle“. Nüchtern dagegen: „the majority (∼70–75%) of glucose uptake … occurs in insulin-insensitive tissues (brain, erythrocytes, and splanchnic tissues)“. Einschränkung: Übersicht derselben Arbeitsgruppe, die die Messungen gemacht hat; Laborbedingungen mit dauerhaft hohem Insulin. Geldgeber und Interessenkonflikte im frei zugänglichen Teil der Arbeit nicht enthalten, nicht geprüft.
47Kostek MA, Pescatello LS, Seip RL, Angelopoulos TJ, Clarkson PM, Gordon PM, Moyna NM, Visich PS, Zoeller RF, Thompson PD, Hoffman EP, Price TB (2007). Subcutaneous fat alterations resulting from an upper-body resistance training program. Medicine and Science in Sports and Exercise 39(7):1177–1185. PMID 17596787 104 Erwachsene trainierten 12 Wochen beaufsichtigt nur ihren nicht dominanten Arm. Mit der Hautfaltenzange nahm das Fett bei Männern am trainierten Arm ab; „MRI determinations of subcutaneous fat changes were not different between arms in the total sample and by gender“. Die Autoren sehen das als Stütze dafür, dass es keinen örtlichen Fettabbau gibt. Einschränkung: Die beiden Messverfahren widersprechen sich; nur ein Arm trainiert. Die DOI in PubMed scheint unvollständig, deshalb nur der PubMed-Link. Geldgeber laut PubMed die NIH; Interessenkonflikte nicht geprüft.
48Ramírez-Campillo R, Andrade DC, Campos-Jara C, Henríquez-Olguín C, Alvarez-Lepín C, Izquierdo M (2013). Regional fat changes induced by localized muscle endurance resistance training. Journal of Strength and Conditioning Research 27(8):2219–2224. DOI 10.1519/JSC.0b013e31827e8681 · PMID 23222084 11 junge Erwachsene trainierten 12 Wochen nur ein Bein an der Beinpresse, mit sehr vielen Wiederholungen. Das Körperfett sank um 5,1 %, aber „this reduction was not achieved in the trained body segment“; an Armen und Rumpf nahm es ab. Einschränkung: sehr klein, nicht ausgelost, nur Junge. Geldgeber laut PubMed die NIH und Stellen außerhalb der US-Regierung; Interessenkonflikte nicht geprüft.
49Brobakken MF, Krogsaeter I, Helgerud J, Wang E, Hoff J (2023). Abdominal aerobic endurance exercise reveals spot reduction exists: a randomized controlled trial. Physiological Reports 11(22):e15853. DOI 10.14814/phy2.15853 · PMID 38010201 · PMC10680576 Ausgeloste Studie mit 16 übergewichtigen Männern, 10 Wochen, 4 Einheiten pro Woche: Laufband plus Bauchübungen gegen Laufband allein. „Trunk fat mass decreased more (697 g, 3%, p < 0.05)“ in der Bauchgruppe; Gesamtfett sank in beiden Gruppen ähnlich. Einschränkung laut Volltext: 8 Männer je Gruppe. Die Einheiten der Bauchgruppe dauerten 84 statt 45 Minuten, damit beide Gruppen gleich viel Energie verbrauchten; abgeglichen wurde das an zwei kleinen Gruppen von je fünf anderen Männern, nicht für jeden Teilnehmer einzeln. Die Bauchgruppe hatte zu Beginn mehr Rumpffett (16,3 gegen 12,2 kg) und mehr Gewicht (103 gegen 93 kg), ohne gesicherten Unterschied. Rumpffett −1,2 kg in der Bauchgruppe, keine Änderung in der Laufgruppe; Gesamtfett und Gewicht sanken in beiden Gruppen ohne gesicherten Unterschied. Ernährung nicht erfasst; Fett unter der Haut und zwischen den Organen nicht getrennt; nur Männer. Zwei Autoren arbeiten laut PubMed zusätzlich bei Myworkout, einer medizinischen Rehabilitationsklinik in Trondheim; „None“ zu Interessenkonflikten laut Volltext. Geldgeber nicht geprüft.
50Grgic J, Schoenfeld BJ, Orazem J, Sabol F (2022). Effects of resistance training performed to repetition failure or non-failure on muscular strength and hypertrophy: a systematic review and meta-analysis. Journal of Sport and Health Science 11(2):202–211. DOI 10.1016/j.jshs.2021.01.007 · PMID 33497853 · PMC9068575 Auswertung von 15 ausgelosten Studien mit jungen Erwachsenen, 6 bis 14 Wochen. „no significant difference between the training conditions for muscular strength … and for hypertrophy“. Bei ungleichem Trainingsumfang mehr Kraft ohne Versagen; bei Trainierten mehr Muskelwachstum mit Versagen, laut Volltext aus nur zwei Studien. „Training to muscle failure does not seem to be required for gains in strength and muscle size.“ Einschränkung: nur junge Erwachsene; laut Volltext breite Unsicherheit beim Muskelwachstum. Ein Autor laut PubMed bei einer Fitnessakademie in Zagreb. Online erschienen 2021. Geldgeber und Interessenkonflikte nicht geprüft.
51Vieira AF, Umpierre D, Teodoro JL, Lisboa SC, Baroni BM, Izquierdo M, Cadore EL (2021). Effects of resistance training performed to failure or not to failure on muscle strength, hypertrophy, and power output: a systematic review with meta-analysis. Journal of Strength and Conditioning Research 35(4):1165–1175. DOI 10.1519/JSC.0000000000003936 · PMID 33555822 Auswertung von 13 Studien, auch nicht ausgelosten. Maximalkraft ohne Unterschied; „Resistance training performed to failure showed a greater increase in muscle hypertrophy than RTNF (SMD: 0.75; p = 0.005), whereas no difference was observed considering equalized RT volumes.“ Einschränkung: auch nicht ausgeloste Studien; Teilnehmerangaben nur im Volltext, nicht geprüft. Geldgeber und Interessenkonflikte nicht geprüft.
52Richens B, Cleather DJ (2014). The relationship between the number of repetitions performed at given intensities is different in endurance and strength trained athletes. Biology of Sport 31(2):157–161. DOI 10.5604/20831862.1099047 · PMID 24899782 · PMC4042664 16 Männer, je 8 Gewichtheber und Läufer, Beinpresse. „The endurance runners completed significantly more repetitions than the weightlifters at 70% (39.9 ± 17.6 versus 17.9 ± 2.8 …)“. Laut Volltext beruhen manche verbreitete Tabellen auf „weight room observations or “guesstimates”“. Einschränkung: sehr klein, eine Übung, Querschnitt; Läufer erreichen ihr echtes Maximum womöglich nicht. Geldgeber und Interessenkonflikte nicht geprüft.
53Mayhew JL, Johnson BD, Lamonte MJ, Lauber D, Kemmler W (2008). Accuracy of prediction equations for determining one repetition maximum bench press in women before and after resistance training. Journal of Strength and Conditioning Research 22(5):1570–1577. DOI 10.1519/JSC.0b013e31817b02ad · PMID 18714230 103 junge Frauen, 12 Wochen Training. „Prediction equations were more accurate in the pretraining and posttraining conditions, in which fewer than 10 RTF were used.“ Einschränkung: nur Bankdrücken, nur junge Frauen. Geldgeber und Interessenkonflikte nicht geprüft.
54Kemmler WK, Lauber D, Wassermann A, Mayhew JL (2006). Predicting maximal strength in trained postmenopausal woman. Journal of Strength and Conditioning Research 20(4):838–842. DOI 10.1519/R-18905.1 · PMID 17194251 70 trainierte Frauen um 57 Jahre, vier Gerätübungen. Eine Formel schätzte das Maximum aus Wiederholungen bis zur Erschöpfung „with mean absolute differences between actual 1RM and predicted 1RM for the 4 exercises of 1.5-3.1%“. Einschränkung: nur trainierte Frauen, nur Geräte. Geldgeber und Interessenkonflikte nicht geprüft.
55Helms ER, Byrnes RK, Cooke DM, Haischer MH, Carzoli JP, Johnson TK, Cross MR, Cronin JB, Storey AG, Zourdos MC (2018). RPE vs. percentage 1RM loading in periodized programs matched for sets and repetitions. Frontiers in Physiology 9:247. DOI 10.3389/fphys.2018.00247 · PMID 29628895 · PMC5877330 21 krafttrainierte Männer von 19 bis 35 Jahren, 8 Wochen Kniebeuge und Bankdrücken, Steuerung über gemessene Prozentwerte oder über das Anstrengungsempfinden. „Between-group differences were non-significant“; „Both loading-types are effective.“ Einschränkung: klein, kurz, nur junge Männer; Auswertung zum Teil mit einem umstrittenen Statistikverfahren. Laut Verlagsseite ohne kommerzielle Beziehungen; Geldgeber nicht geprüft.
56Bloomquist K, Langberg H, Karlsen S, Madsgaard S, Boesen M, Raastad T (2013). Effect of range of motion in heavy load squatting on muscle and tendon adaptations. European Journal of Applied Physiology 113(8):2133–2142. DOI 10.1007/s00421-013-2642-7 · PMID 23604798 17 Studenten, 12 Wochen, zufällig tiefe (0–120°) oder flache (0–60°) Kniebeuge. „DS training resulted in superior increases in front thigh muscle CSA (4-7 %) compared to SS training“. Einschränkung: sehr klein, nur junge Männer, keine Verletzungsdaten. Geldgeber und Interessenkonflikte nicht geprüft.
57Kubo K, Ikebukuro T, Yata H (2019). Effects of squat training with different depths on lower limb muscle volumes. European Journal of Applied Physiology 119(9):1933–1942. DOI 10.1007/s00421-019-04181-y · PMID 31230110 17 Männer, 10 Wochen, volle oder halbe Kniebeuge, Muskelvolumen im Kernspin. Oberschenkelstrecker +4,9 % und +4,6 %; Adduktoren und Gesäßmuskel mit voller Kniebeuge stärker gewachsen. Einschränkung: sehr klein, nur junge Männer. Geldgeber und Interessenkonflikte nicht geprüft.
58Aasa U, Svartholm I, Andersson F, Berglund L (2017). Injuries among weightlifters and powerlifters: a systematic review. British Journal of Sports Medicine 51(4):211–219. DOI 10.1136/bjsports-2016-096037 · PMID 27707741 Systematische Übersicht über 9 Studien. Verletzungen „2.4-3.3 injuries/1000 hours“ im Gewichtheben und 1,0 bis 4,4 im Kraftdreikampf; Risiko „similar to other non-contact sports … but low compared to contact sports.“ „Only one retrospective study had analysed possible risk factors.“ Einschränkung: laut Autoren meist Studien geringer Qualität; Wettkampfsportler, nicht Freizeitsportler. Online erschienen 2016. Geldgeber und Interessenkonflikte nicht geprüft.
59Paluch AE, Bajpai S, Bassett DR, et al. (2022). Daily steps and all-cause mortality: a meta-analysis of 15 international cohorts. Lancet Public Health 7(3):e219–e228. DOI 10.1016/S2468-2667(21)00302-9 · PMID 35247352 · PMC9289978 Auswertung von 15 Langzeitbeobachtungen mit 47.471 Erwachsenen, im Mittel 65 Jahre. Mehr Schritte, niedrigeres Sterberisiko, mit Abflachung „among adults aged 60 years and older … until 6000-8000 steps per day and among adults younger than 60 years until 8000-10 000 steps per day.“ Laut Volltext „inconclusive“, ob das Schritttempo zusätzlich nützt. Einschränkung laut Volltext: „causal inferences cannot be made“; nur Länder mit hohem Einkommen. Geldgeber die US-Gesundheitsbehörde CDC, laut Volltext beteiligt an Studienplan, Deutung und Text.
60Goodpaster BH, Park SW, Harris TB, Kritchevsky SB, Nevitt M, Schwartz AV, Simonsick EM, Tylavsky FA, Visser M, Newman AB (2006). The loss of skeletal muscle strength, mass, and quality in older adults: the health, aging and body composition study. Journals of Gerontology Series A 61(10):1059–1064. DOI 10.1093/gerona/61.10.1059 · PMID 17077199 1.880 Ältere, drei Jahre beobachtet. Beinkraft −2,6 bis −4,1 % pro Jahr, „about three times greater than the rates of loss of leg lean mass ( approximately 1% per year)“. Einschränkung: nur Ältere, Beinmagermasse statt Gesamtmuskel, drei Jahre. Geldgeber laut PubMed die US-Gesundheitsinstitute NIH; Interessenkonflikte nicht geprüft.
61Momma H, Kawakami R, Honda T, Sawada SS (2022). Muscle-strengthening activities are associated with lower risk and mortality in major non-communicable diseases: a systematic review and meta-analysis of cohort studies. British Journal of Sports Medicine 56(13):755–763. DOI 10.1136/bjsports-2021-105061 · PMID 35228201 · PMC9209691 Auswertung von 16 Langzeitbeobachtungen mit Erwachsenen ohne schwere Erkrankungen. „Muscle-strengthening activities were associated with a 10-17% lower risk of all-cause mortality, cardiovascular disease (CVD), total cancer, diabetes and lung cancer.“ „J-shaped associations with the maximum risk reduction (approximately 10-20%) at approximately 30-60 min/week“ für Sterblichkeit, Herz-Kreislauf und Krebs; für Diabetes eine große Minderung bis 60 Minuten ohne Wiederanstieg. Krafttraining plus Ausdauer gegen keins von beiden: niedrigeres Risiko für Sterblichkeit insgesamt, durch Herz-Kreislauf und durch Krebs. Die Autoren nennen den Einfluss größerer Mengen „unclear“; bis etwa 130 bis 140 Minuten pro Woche lag das Risiko laut Volltext weiter niedrig. Bei Herz-Kreislauf und Krebs ging es in den meisten Studien um das Sterben daran, nicht um das Erkranken. Einschränkung: Beobachtungsstudien mit selbst berichtetem Training, meist aus den USA; Zusammenhang, keine Ursache. Die Autoren stufen die Sicherheit der Ergebnisse als sehr niedrig ein, für Diabetes als niedrig; wenige Studien, Verzerrung durch nicht veröffentlichte Studien nicht prüfbar, die Werte könnten zu hoch geschätzt sein. Geldgeber laut Verlagsseite das japanische Gesundheitsministerium, das damals seine Bewegungsempfehlungen überarbeitete; „None declared“ zu Interessenkonflikten – beides laut Verlagsseite, von mir nicht selbst nachgelesen.
62Deutsche Schlaganfall-Gesellschaft (2020). Auch in Krisenzeiten Schlaganfallsymptome ernst nehmen. Mitteilung, Berlin, April 2020. dsg-info.de · Schlaganfallsymptome ernst nehmen · abgerufen am 28.10.2026 Typische Zeichen: „einseitige Lähmung, Gefühls-, Seh- und Sprachstörungen, Gangunsicherheit sowie plötzlich auftretende Kopfschmerzen“. Auch eine vorübergehende Lähmung, Sprach- oder Sehstörung „ist ein medizinischer Notfall“. Beim Schnelltest gilt: „Wenn nur eine der drei Reaktionen auffällig ist, muss sofort die 112 gewählt werden“. Einschränkung: Mitteilung einer Fachgesellschaft, keine Studie.
63Bundesministerium für Gesundheit (2025). Erste Hilfe: Beherzt und ohne Angst anpacken. gesund.bund.de, Stand 07.10.2025. gesund.bund.de · Erste Hilfe · abgerufen am 28.10.2026 „Eine bewusstlose Person, die selbstständig atmet, wird in die stabile Seitenlage gebracht.“ Notruf 112 wählen und „bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes mindestens einmal pro Minute die Atmung kontrollieren.“ Einschränkung: Gesundheitsinformation des Ministeriums, keine Studie; ersetzt keinen Erste-Hilfe-Kurs.
Was auf dieser Seite fehlt – und warum Für Einsteiger, Ältere und Frauen gibt es zu vielen Fragen des Krafttrainings weniger Studien als für junge, trainierte Männer. Eine Studie, die Verletzungen bei tiefen und flachen Kniebeugen direkt vergleicht, habe ich nicht gefunden; ebenso keine geprüfte Quelle dafür, dass Rumpftraining die Haltung oder die Kraftübertragung bei großen Übungen verbessert. Wie Medikamente gegen Bluthochdruck den Puls und damit Pulsangaben verändern, behandelt diese Seite nicht. Die Liste der Warnzeichen in Kapitel 06 stützt sich auf eine Stellungnahme einer Fachgesellschaft und auf die Seiten von Herzstiftung, Bundesgesundheitsministerium und Schlaganfall-Gesellschaft; eine Studie, die genau diese Liste prüft, gibt es nicht. Was bei einem Zusammenbruch zu tun ist, folgt dem Merkblatt des IQWiG und der Erste-Hilfe-Seite des Bundesgesundheitsministeriums. Mehrere Volltexte konnte ich nicht abrufen; dort stehen nur Angaben aus der Kurzfassung. Geldgeber und Interessenkonflikte stehen meist nur in der vollständigen Arbeit; wo ich sie nicht selbst gelesen habe, steht „nicht geprüft“. Lieber eine ehrliche Lücke als eine Angabe, für die niemand geradesteht.
Zum Schluss, in eigener Sache Ich bin Personal Trainer, kein Arzt. Ich behandle nichts – ich trainiere um Beschwerden herum und Schritt für Schritt in mehr Belastbarkeit hinein. Wo ärztliche Freigabe nötig ist, fange ich ohne sie nicht an. Diese Seite erklärt, was Studien zeigen, und ersetzt keine ärztliche Beratung.