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die fittermacher
Einnahme und Abstände
Wissen · Stefan Trost
Nahrungsergänzung · Einnahme · Medikamente

Nahrungs­ergänzung: Wann einnehmen – und mit welchem Abstand?

Für die meisten Präparate ist die Uhrzeit Nebensache: Nimm sie so, dass Du sie nicht vergisst, Omega-3 am besten zu einer Mahlzeit. Wirklich zählt der Abstand zu bestimmten Medikamenten – und bei Eisen der leere Magen ohne Kaffee.

Rund um die Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln kursieren viele Regeln: morgens oder abends, nüchtern oder zum Essen, zusammen oder getrennt. Viele davon stammen aus Studien, die nur eine einzige Mahlzeit messen. Über eine ganze Kost oder über Wochen fiel ein Teil dieser Unterschiede kleiner aus oder verschwand.1, 2

Anders bei Medikamenten. Mineralstoffe wie Calcium, Magnesium, Eisen und Zink können im Darm bestimmte Arzneimittel binden, etwa Schilddrüsenhormon, einige Antibiotika und Mittel gegen Osteoporose. Der nötige Abstand reicht je nach Mittel von 30 Minuten bis 6 Stunden; er steht in der Fachinformation, der ausführlichen Packungsbeilage für Ärzte und Apotheker.3, 4, 5 Ich bin Personal Trainer, kein Arzt und kein Apotheker – was für Dein Mittel gilt, sagt Dir die Apotheke.

2 Std.
Abstand mindestens zwischen Schilddrüsentablette und Eisen oder Calciumcarbonat laut deutscher Fachinformation – erst die Tablette; das US-Label, die Fachinformation in den USA, nennt 4 Stunden3, 6
66 %
weniger Eisen aus einer Tablette, genommen zum Frühstück mit Kaffee statt mit Wasser – bei Frauen mit leeren Eisenspeichern7
63 %
weniger des Antibiotikums Ciprofloxacin im Blut, zusammen mit einer Eisentablette genommen – gesunde Männer, von mir aus den Studienwerten umgerechnet8

Einnahme und Abstände in Fragen und Antworten

Auf einen Blick · Einordnung von Stefan Trost

Neun Fragen, kurz beantwortet

Wenn Du nur zwei Minuten hast, reicht dieser Kasten. Alles Weitere steht darunter.

„Morgens oder abends – wann nehme ich meine Präparate?“
Meist ist das egal. Für Magnesium nennt das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) keine Tageszeit, nur mindestens zwei Portionen am Tag.9 Für Vitamin D und B-Vitamine hat keine Studie, die ich gefunden habe, eine Tageszeit verglichen; Omega-3 stieg in einer kleinen Studie morgens wie abends gleich, die Blutfette sanken dort aber nur morgens – ein erster Hinweis.10 Einen B-Komplex nimmst Du nach ersten Hinweisen besser nicht abends.11 Nimm Deine Präparate so, dass Du sie nicht vergisst – das ist meine Einschätzung.
„Zum Essen oder auf nüchternen Magen?“
Die meisten zum Essen, Eisen eher nüchtern. Omega-3 als Ethylester, einer verbreiteten Form in Kapseln, nahm der Körper zu einer fettreichen Mahlzeit deutlich besser auf.12, 13 Calcium kommt laut der US-Gesundheitsbehörde NIH zum Essen besser an.14 Eisen nimmt der Darm nüchtern am besten auf; wer davon Magenbeschwerden bekommt, nimmt es laut NIH zum Essen.7, 15
„Muss Vitamin D zu einer fettreichen Mahlzeit?“
Nicht zwingend. Nach einer einzelnen Dosis kam Vitamin D mit Fett meist etwas besser an.16, 17 Über drei Monate unterschied sich der Blutwert in der einzigen ausgelosten Studie, die ich gefunden habe, aber nicht erkennbar.2 Nur eine kleine Beobachtung ohne Vergleichsgruppe spricht für die größte Mahlzeit.18 Zu einer Mahlzeit ist vernünftig, fettreich muss sie nicht sein – das ist meine Einschätzung.
„Wie nehme ich Eisen am besten?“
Morgens, ohne Kaffee und Frühstück – und nicht unbedingt jeden Tag. Mit Kaffee kam bei Frauen mit leeren Speichern gut die Hälfte weniger Eisen an, mit Frühstück und Kaffee zwei Drittel weniger.7 Dieselbe Menge, jeden zweiten Tag über sechs Monate genommen, füllte die Speicher so weit wie täglich über drei – mit weniger Magen-Darm-Beschwerden.19 Eisen nimmst Du nur bei ärztlich festgestelltem Mangel.
„Magnesium, Zink, Eisen, Calcium – was darf ich zusammen nehmen?“
Magnesium und Zink zusammen geht; Eisen nimmst Du als Präparat getrennt von Zink und Calcium. Ob sich Magnesium und Zink in üblichen Mengen stören, hat keine Studie geprüft, die ich gefunden habe; nur sehr viel Zink senkte die Magnesiumaufnahme.20 Calcium senkte die Eisenaufnahme zu einer Mahlzeit um die Hälfte und mehr, über Wochen lag der Eisenspeicher etwas niedriger;21, 22 mit Zink besserten sich die Eisenwerte weniger.23 Die NIH nennt den Rat, Calcium und Eisen zu trennen.15 Verschiedene Mahlzeiten genügen – beides ist meine Einschätzung.
„Ich nehme eine Schilddrüsentablette – was muss ich beachten?“
Die Tablette zuerst, die Mineralstoffe später. Levothyroxin, das Schilddrüsenhormon, nimmst Du morgens nüchtern, mindestens eine halbe Stunde vor dem Frühstück; Eisen und Calcium als Carbonat laut deutscher Fachinformation frühestens zwei Stunden danach, laut US-Label vier Stunden; Kaffee eine halbe bis eine Stunde danach.3, 6 Calciumcitrat und, schwächer, Magnesium stören laut Studien ebenfalls.24, 25 Am einfachsten nimmst Du Calcium mittags, Zink abends und Magnesium auf beide verteilt – das ist meine Einschätzung.
„Ich nehme Magenschutz – muss ich etwas beachten?“
Ja – vor allem bei den Blutwerten. Säureblocker wie Pantoprazol, oft „Magenschutz“ genannt, senken die Bildung von Magensäure. Sie sind etwas anderes als säurebindende Magenmittel; einen Zeitabstand zu Präparaten nennt ihre Fachinformation nicht. Über Monate können sie aber den Magnesiumwert senken.26 Nimmst Du Schilddrüsenhormon, können sie dessen Aufnahme verringern; die Fachinformation rät dann zu regelmäßigen Kontrollen der Schilddrüsenwerte.3 Lass die Blutwerte beim Arzt prüfen.
„Ich bekomme ein Antibiotikum – muss ich Magnesium oder Zink weglassen?“
Bei manchen ja – oder mit Abstand. Antibiotika aus den Gruppen der Tetrazykline wie Doxycyclin und der Fluorchinolone wie Ciprofloxacin binden Magnesium, Eisen und Zink, die meisten auch Calcium; nur bei Moxifloxacin spielt Calcium laut Fachinformation keine Rolle. Der Abstand reicht laut deutschen Fachinformationen von 1 bis 6 Stunden.4, 27, 28, 29 Frei verkäufliche Präparate pausierst Du während einer kurzen Behandlung am einfachsten – das ist meine Einschätzung. Was Dir verordnet wurde, setzt Du nicht eigenmächtig ab; den Abstand nennt Dir die Apotheke.
„Ich nehme Marcumar – darf ich Vitamin K2 oder Omega-3 nehmen?“
Nur nach Rücksprache mit Deinem Arzt. Vitamin-K-haltige Präparate schwächen laut Fachinformation die Wirkung von Gerinnungshemmern wie Marcumar.30 In einer kleinen Studie senkten schon 10 Mikrogramm Vitamin K2 am Tag die Wirkung eines solchen Mittels bei einem Teil der Teilnehmer spürbar.31 Für Omega-3-Arzneimittel verlangt die Fachinformation Gerinnungskontrollen;32 frei verkäufliches Fischöl sprich ebenfalls an – das ist meine Einschätzung.
01Gilt das für Dich?

Für wen der Zeitpunkt wirklich zählt

Die Studien auf dieser Seite stammen aus sehr verschiedenen Gruppen – von jungen Frauen mit leeren Eisenspeichern bis zu Erwachsenen, die Schilddrüsenhormon nehmen. Die Angaben zu Medikamenten stammen aus den Fachinformationen, den ausführlichen Packungsbeilagen für Ärzte und Apotheker. Lies die Karten, die auf Dich passen, dann weißt Du, was für Dich gilt.

Du nimmst ein, zwei Präparate

Hauptsache regelmäßig

Für Magnesium, Vitamin D, Omega-3 oder B-Vitamine ist keine Tageszeit belegt, die besser wirkt; für Omega-3 gibt es einen ersten Hinweis auf den Morgen.9, 10 Bei Medikamenten sinkt die Einnahmetreue im Mittel, je öfter am Tag man sie nehmen muss;33, 34 dass es bei Präparaten genauso ist, nehme ich an. Nimm sie zu einer festen Mahlzeit, dann vergisst Du sie nicht – das ist meine Einschätzung.

Du nimmst Schilddrüsenhormon

Die Tablette zuerst

Levothyroxin morgens nüchtern, mindestens eine halbe Stunde vor dem Frühstück; Eisen, Calcium als Carbonat und säurebindende Magenmittel mit Aluminium laut deutscher Fachinformation frühestens zwei Stunden danach.3 In kleinen Studien stieg der Wert, der eine Unterfunktion anzeigt, wenn Calcium oder Eisen gleichzeitig mit der Tablette kamen.35, 36 Zum Kaffee eine halbe bis eine Stunde Abstand.3

Du bekommst ein Antibiotikum

Abstand oder Pause

Doxycyclin und andere Tetrazykline sowie Ciprofloxacin und andere Fluorchinolone werden schlechter aufgenommen, wenn Mineralstoffe wie Magnesium, Eisen oder Zink gleichzeitig im Darm sind, Doxycyclin und Ciprofloxacin auch mit Calcium; bei Moxifloxacin spielt Calcium laut Fachinformation keine Rolle.4, 8, 27, 28 Der Abstand reicht laut deutschen Fachinformationen von 1 bis 6 Stunden – welcher für Dein Mittel gilt, steht in der Packungsbeilage.4, 29

Du nimmst ein Mittel gegen Osteoporose

Morgens allein, nur mit Wasser

Bisphosphonate wie Alendronat nimmt der Darm ohnehin kaum auf; mit Kaffee oder Orangensaft sank die Aufnahme in Studien um rund 60 Prozent.5, 37 Laut Fachinformation nimmst Du Alendronat morgens nüchtern mit normalem Wasser, nicht mit Mineralwasser, und wartest mindestens 30 Minuten bis zu Essen, Getränken und anderen Mitteln; bei Ibandronat sind es 60 Minuten.5, 38 Calcium und Magnesium also später am Tag.

Du nimmst einen Gerinnungshemmer

Vitamin K nicht ohne Arzt

Bei Marcumar und ähnlichen Mitteln geht es nicht um Stunden, sondern um eine gleichbleibende Zufuhr: Vitamin-K-haltige Präparate können die Wirkung abschwächen; die Fachinformation rät dann zu häufigeren Gerinnungskontrollen.30 Fang Vitamin K2 nicht ohne Rücksprache mit Deinem Arzt an, und setz es nicht eigenmächtig ab.

Du nimmst seit Monaten Säureblocker

Magnesium im Blick

Säureblocker wie Pantoprazol oder Omeprazol, oft „Magenschutz“ genannt, können über Monate den Magnesiumwert im Blut senken; die Fachinformation nennt selten schwere Fälle ab drei Monaten, meist nach einem Jahr.26 In einer großen Beobachtungsstudie hatten Menschen nach zwei Jahren damit häufiger einen Eisenmangel.39 Nimmst Du auch Schilddrüsenhormon, können sie dessen Aufnahme senken; laut Fachinformation werden die Schilddrüsenwerte dann regelmäßig kontrolliert.3 Sprich die Blutwerte bei Deinem Arzt an, statt auf Verdacht zu ergänzen.

Du hast einen Eisenmangel

Hier zählt der Zeitpunkt

Bei Eisen machen Kaffee und Frühstück einen messbaren Unterschied, die Tageszeit vielleicht auch; und jeden zweiten Tag genommen, füllte dieselbe Menge die Speicher so gut wie täglich, nur langsamer.7, 19 Wie viel Eisen Du nimmst, legt Dein Arzt fest. Kapitel 04 zeigt, wie Du das Beste aus der Tablette holst.

Du isst viel Vollkorn oder vegetarisch

Zink nicht zum Müsli

Phytat, ein Stoff aus Vollkorn, Hülsenfrüchten und Nüssen, bindet Zink; laut der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) kann die Aufnahme bei sehr viel Phytat um bis zu 45 Prozent sinken.40 Ein Zinkpräparat nimmst Du deshalb besser nicht zum Vollkornfrühstück – das ist meine Einschätzung.

Medizinische Vorgeschichte

Erst die Freigabe

Bei Erkrankungen von Herz, Kreislauf, Nieren, Magen, Darm oder Stoffwechsel klärst Du vorher mit Deinem Arzt, ob und wie viel davon für Dich passt.

Nicht Thema dieser Seite Ob Du ein Präparat überhaupt brauchst und wie viel davon, steht auf den Seiten zu den einzelnen Stoffen; Arzneimittel untereinander, Kinder, Schwangerschaft und Stillzeit, Kreatin und Eiweiß rund ums Training sowie Pflanzenextrakte wie Johanniskraut stehen nicht hier. Diese Seite erklärt, wann und womit Du Deine Präparate nimmst – und wie viel Abstand sie zu Medikamenten brauchen.
02So machst Du es

Einnahme: was Du tust – und was Du lässt

Wenn Du nur ein Kapitel liest, dann dieses. Wenige Regeln, die tragen – statt eines Stundenplans für jede Kapsel.

✓Nimm Deine Medikamente zuerst und lies die Packungsbeilage. Dort steht der Abstand zu Mineralstoffen; er reicht je nach Mittel von 30 Minuten bis 6 Stunden.4, 5, 41 Nahrungsergänzungsmittel müssen solche Hinweise nicht tragen.42
✓Nimm Omega-3 zu einer Mahlzeit mit etwas Fett – vor allem, wenn auf der Packung Ethylester steht.12, 13
✓Teil Magnesium auf zwei Portionen. So rät es das BfR, weil Du es vermutlich besser verträgst; eine Tageszeit nennt es nicht.9
✓Nimm Calcium in Portionen bis 500 Milligramm. Von kleineren Mengen nimmt der Körper anteilig mehr auf; zum Essen kommt Calcium laut NIH besser an.14, 43
✓Nimm Eisen morgens mit Wasser oder Orangensaft – ohne Kaffee, Tee und Frühstück dazu, wenn Du es verträgst.7, 44 Nimmst Du Schilddrüsenhormon, hat die Tablette Vorrang: Eisen frühestens zwei Stunden danach.3
✓Trenn Eisen, Zink und Calcium, wenn Du mehrere davon als Präparat nimmst – zu verschiedenen Mahlzeiten. Bei Calcium und Eisen raten Fachleute laut NIH dazu;15 bei Eisen und Zink, weil Eisen ab etwa 25 Milligramm laut NIH die Zinkaufnahme senken kann;45 bei Calcium und Zink ist es meine Einschätzung nach einer kleinen Studie.46
✕Trink Kaffee oder Tee nicht zur Eisentablette. Kaffee zur Tablette senkte die Aufnahme um gut die Hälfte.7 Bei Eisen aus einer Mahlzeit hemmte Kaffee auch eine Stunde später noch so stark wie gleichzeitig, eine Stunde vorher nicht;44 für Eisentabletten hat das keine Studie geprüft, die ich gefunden habe. Wenn Du nicht verzichten willst: Kaffee lieber eine Stunde vorher als danach – das ist meine Einschätzung.
✕Nimm kein Multivitamin mit Mineralstoffen zusammen mit der Schilddrüsentablette. Eisen und Calcium senken die Aufnahme von Levothyroxin; die deutsche Fachinformation nennt mindestens zwei Stunden Abstand.3, 35, 36
✕Fang Vitamin K2 nicht an, wenn Du Marcumar nimmst – nicht ohne Deinen Arzt.30, 31
✕Verschweig Biotin nicht vor einer Blutabnahme. Das B-Vitamin, das auch in Kombipräparaten steckt, kann Schilddrüsen- und Herzwerte verfälschen; ein erhöhtes Risiko sieht das BfR ab 150 Mikrogramm am Tag.47, 48
✕Bau Dir keinen Stundenplan mit vielen Zeitfenstern. Bei Medikamenten sinkt die Einnahmetreue im Mittel, je öfter am Tag man sie nehmen muss; für Präparate nehme ich dasselbe an.33, 34
Wenn Du nur einen Absatz mitnimmst Nimmst Du Medikamente, gilt zuerst deren Packungsbeilage: Schilddrüsenhormon, bestimmte Antibiotika und Mittel gegen Osteoporose brauchen Abstand zu Mineralstoffen. Die übrigen Präparate nimmst Du zu festen Mahlzeiten, Omega-3 mit etwas Fett – nur Eisen morgens ohne Kaffee und Frühstück. Eisen, Zink und Calcium nimmst Du nicht gleichzeitig, wenn Du mehrere davon nimmst.

Zwei Profile – such Dir Deins aus

„Für Sportler“ gilt, wenn Du regelmäßig trainierst und Präparate rund ums Training nimmst. „Für alle anderen“ gilt, wenn es Dir um Alltag, Alter und Medikamente geht. Nimmst Du als Sportler Medikamente, gilt der Teil zu Medikamenten aus „Für alle anderen“ auch für Dich – das ist meine Einschätzung.

Für Sportler

Rund ums Training

Wofür: Omega-3, Magnesium, Vitamin D, Zink oder Eisen so nehmen, dass sie ankommen – und sich nicht gegenseitig im Weg stehen.

Wann unnötig: Einen Zeitplan rund ums Training brauchst Du nicht. Ob Omega-3 vor oder nach dem Training anders wirkt, hat keine Studie untersucht, die ich gefunden habe.49

Menge: Wie viel Du brauchst, steht auf den Seiten zu den einzelnen Stoffen. Für Magnesium schlägt das BfR höchstens 250 Milligramm am Tag je Präparat vor, auf zwei oder mehr Portionen verteilt.9

Zeitpunkt: Omega-3 zu einer Mahlzeit mit Fett;12 Zink nicht zum Vollkornfrühstück;40, 50 Eisen, falls ärztlich verordnet, morgens nüchtern – und jeden zweiten Tag, wenn Dein Arzt einverstanden ist.7, 19

Risiken und Wechselwirkungen: Zink über lange Zeit in hohen Mengen kann Kupfer verdrängen; ein Expertengremium der EU hält bis 25 Milligramm am Tag aus allen Quellen für unbedenklich.51 Eisen und Zink als Präparate nicht gleichzeitig.45

Für alle anderen

Alltag, Alter, Medikamente

Wofür: Präparate so nehmen, dass sie Medikamente nicht stören – und andersherum.

Wann unnötig: Milch und eisenreiches Essen musst Du nicht trennen – selbst Calcium als Präparat senkte den roten Blutfarbstoff über Wochen nicht; das ist meine Einschätzung.22 Und Vitamin C zum Eisen änderte bei Erwachsenen über Wochen kaum etwas.52, 53

Menge: Wie viel Du brauchst, steht auf den Seiten zu den einzelnen Stoffen; Calcium nimmst Du in Portionen bis 500 Milligramm.14

Zeitpunkt: Medikamente nach Packungsbeilage zuerst, Mineralstoffe mit Abstand – bei Schilddrüsenhormon laut deutscher Fachinformation mindestens zwei Stunden.3 Präparate zu festen Mahlzeiten, damit Du sie nicht vergisst – meine Einschätzung.

Risiken und Wechselwirkungen: Mineralstoffe binden Schilddrüsenhormon, einige Antibiotika und Mittel gegen Osteoporose;3, 5, 28 Vitamin K schwächt Gerinnungshemmer wie Marcumar;30 Biotin verfälscht Laborwerte.47

Evidenz gemischt Gemischt heißt: Die Studienlage – Fachleute sagen Evidenz – ist uneinheitlich. Das gilt für Vitamin D und Fett: Nach einer einzelnen Dosis kam mit Fett meist mehr an; in der einzigen ausgelosten Studie über drei Monate unterschied sich der Blutwert nicht erkennbar, und nach der ersten Dosis war dort sogar die fettarme Mahlzeit am besten; eine kleine Beobachtung ohne Vergleichsgruppe fand mit der größten Mahlzeit höhere Werte.2, 16, 17, 18 Es gilt für Calcium und Eisen: Der rote Blutfarbstoff sank über Wochen nicht, der Eisenspeicher im Blut schon etwas.22 Und es gilt für Eisen jeden zweiten Tag: Dieselbe Menge füllte die Speicher so weit wie täglich, nur langsamer; eine Auswertung kleinerer Studien fand beim roten Blutfarbstoff einen knappen, nicht gesicherten Vorteil für täglich.19, 54

Entscheidungs-Check

Fünf Fragen für Deinen Einnahmeplan

„Nehme ich Schilddrüsenhormon, ein Antibiotikum, ein Mittel gegen Osteoporose oder ein anderes Medikament?“
Ja: Schau in die Packungsbeilage nach dem Abstand zu Calcium, Magnesium, Eisen und Zink – oder frag in der Apotheke.41
„Nehme ich einen Gerinnungshemmer wie Marcumar?“
Ja: Vitamin K und Omega-3 nur nach Rücksprache mit Deinem Arzt.30, 32
„Nehme ich Eisen?“
Ja: morgens mit Wasser oder Orangensaft, ohne Kaffee und Frühstück; frag Deinen Arzt, ob jeden zweiten Tag für Dich passt.7, 19
„Nehme ich mehrere Mineralstoffe als Präparat?“
Ja: Eisen, Zink und Calcium zu verschiedenen Mahlzeiten, Magnesium auf zwei Portionen verteilt.9, 15, 45
„Steckt Biotin in einem meiner Präparate, und steht eine Blutabnahme an?“
Ja: Sag es dem Arzt oder Labor, erst recht ab 150 Mikrogramm am Tag.47 Lautet die Antwort auf alle fünf Fragen „nein“, nimm Deine Präparate einfach zu einer festen Mahlzeit – das ist meine Einschätzung.
03Grundlagen

Warum der Zeitpunkt manchmal zählt – und meistens nicht

Ob es eine Rolle spielt, wann und womit Du etwas nimmst, entscheidet sich im Darm. Vier Dinge passieren dort. Auf die Uhr schauen lohnt sich vor allem bei zweien: wenn sich ein Mineralstoff an ein Medikament bindet, und bei Eisen, weil der Körper dort nachregelt.

1 · Manches braucht Fett

Vitamin D, Vitamin E und Omega-3-Fettsäuren lösen sich in Fett, nicht in Wasser. Der Darm nimmt sie zusammen mit dem Fett aus der Nahrung auf; laut NIH kommt Vitamin D aber auch ohne Fett zum Teil an.55, 56 Wie stark das Fett zählt, hängt von der Form ab: Omega-3 als Ethylester, eine verbreitete Form in Kapseln, nahm der Körper zu einer fettreichen Mahlzeit dreimal so gut auf wie in früheren Messungen zu einer fettarmen.12

2 · Manches teilt sich den Weg

Eisen und Zink gelangen zum Teil über dieselben Transporter – eine Art Pforte in der Darmwand – ins Blut. Gibt man beide nüchtern in Wasser gelöst, hemmen sie sich gegenseitig; in einer Mahlzeit, mit den Mengen aus dem Essen, war davon kaum etwas zu sehen.57, 58 In den Mengen, die im Essen stecken, nutzt der Darm laut einer Übersicht meist eigene Wege für jeden Mineralstoff; ins Gehege kommen sie sich vor allem bei höheren Mengen.59

3 · Manches bindet sich

Calcium, Magnesium, Eisen, Zink und Aluminium können im Darm mit bestimmten Arzneistoffen eine feste Verbindung eingehen, die der Körper nicht aufnimmt – Fachleute sprechen von Chelat-Bildung.29, 60 Ähnlich bindet Phytat, ein Stoff aus Vollkorn, Hülsenfrüchten und Nüssen, Zink und Magnesium.40, 61 Und Kaffee und Tee hemmen mit ihren Polyphenolen, bestimmten Pflanzenstoffen, die Aufnahme von Eisen aus Pflanzen und Präparaten.7, 62 Hier zählt der Abstand – bei Medikamenten, weil an diesem Tag genug Wirkstoff ankommen muss.

4 · Der Körper regelt nach

Bei manchen Stoffen steuert der Körper selbst, wie viel er aufnimmt. Nach einer Eisendosis steigt im Blut das Hormon Hepcidin, das die Eisenaufnahme bremst; am Tag darauf nimmt der Darm deshalb weniger auf.63, 64 Dazu kommt, dass sich Effekte aus einer einzelnen Mahlzeit über eine ganze Kost verdünnen: Vitamin C, das Eisen aus einer einzelnen Mahlzeit deutlich besser verfügbar macht, wirkte über mehrere Tage mit gemischter Kost viel schwächer.1

Das Bild dazu Eine Studie mit einer einzelnen Mahlzeit ist wie ein Foto von einer Kreuzung im Berufsverkehr: Es zeigt den Stau, aber nicht, ob Du im Lauf der Woche später ankommst. Für Mineralstoffe ist oft die Woche wichtiger als das Foto. Bei einem Antibiotikum zählt dagegen das Foto: Es muss an diesem Tag genug Wirkstoff im Blut sein. Das Bild und die Einordnung stammen von mir.

Zwei Arten von Studien

Die meisten Regeln zur Einnahme stammen aus Studien mit einer einzelnen Mahlzeit oder Dosis: Sie messen über Stunden, wie viel im Blut ankommt. Solche Studien zeigen, ob sich zwei Dinge hemmen. Ob das über Wochen am Blutwert etwas ändert, zeigen erst Studien über Wochen und Monate – und davon gibt es weniger.2, 22 Auf dieser Seite steht deshalb bei den wichtigsten Befunden, ob sie aus einer einzelnen Mahlzeit stammen oder über Wochen gemessen wurden.

Bei Medikamenten ist der Befund aus einer einzelnen Dosis wichtig: Nahmen gesunde Männer das Antibiotikum Ciprofloxacin zusammen mit einer Eisentablette, lagen die Spitzenwerte im Blut unter der Menge, die viele empfindliche Erreger hemmt.8 Die Angaben zu Medikamenten auf dieser Seite stammen deshalb aus den Fachinformationen, den ausführlichen Packungsbeilagen für Ärzte und Apotheker; die Studien dahinter zeigen nur die Größenordnung.

Zum Mitnehmen Bei Mineralstoffen untereinander gleicht der Körper über Wochen vieles aus – bei Medikamenten zählt jede einzelne Dosis.
04Zum Essen oder nüchtern

Zum Essen oder nüchtern, morgens oder abends – Stoff für Stoff

Für die meisten Präparate gibt es keine Tageszeit, die nachweislich besser wirkt. Bei Eisen und bei Omega-3 als Ethylester zählt es dagegen messbar, was gleichzeitig im Magen ist.

Vitamin D: Mahlzeit ja, fettreich nicht nötig

Nach einer einzelnen hohen Dosis kam Vitamin D zu einer Mahlzeit mit Fett besser an als zu einer fettfreien: Der Vitamin-D-Wert im Blut lag nach zwölf Stunden um rund ein Drittel höher – gemessen wurde allerdings das eingenommene Vitamin D selbst, nicht der Speicherwert, den der Arzt im Labor bestimmt.16 In einer anderen Studie stieg dieser Speicherwert zwei Wochen nach einer einzelnen Dosis stärker, wenn sie zu einer Mahlzeit mit mindestens 15 Gramm Fett kam.17 Eine Übersicht fasst zusammen: Mit Fett wird Vitamin D besser aufgenommen, ohne Fett aber auch.65

Über Wochen sieht es anders aus. In der einzigen ausgelosten Studie über drei Monate, die ich gefunden habe, bekamen ältere Menschen einmal im Monat eine hohe Dosis – nüchtern, zu einer fettarmen oder zu einer fettreichen Mahlzeit. Nach 30 und nach 90 Tagen war der Speicherwert in allen drei Gruppen ähnlich gestiegen, ohne gesicherten Unterschied; nach der ersten Dosis hatte sogar die fettarme Mahlzeit am meisten gebracht.2 Für die übliche Einnahme über Monate gibt es nur eine kleine Beobachtung aus einer Klinik: Menschen, deren Wert trotz Vitamin D nicht ausreichend stieg, nahmen es zur größten Mahlzeit des Tages, und nach zwei bis drei Monaten lag der Speicherwert um gut die Hälfte höher. Eine Vergleichsgruppe gab es nicht; der Anstieg kann also auch andere Gründe haben.18 Meine Einordnung: Vitamin D zu einer Mahlzeit, wie Du sie ohnehin isst – eine besonders fettreiche muss es nicht sein.

Omega-3: zur Mahlzeit, vor allem als Ethylester

Omega-3 aus Fischöl gibt es in mehreren Formen; auf vielen Packungen steht Ethylester, Triglycerid – die natürliche Form der Fette im Fischöl – oder „rTG“, eine wieder zu Triglyceriden umgebaute Form. Ethylester nahm der Körper zu einer fettarmen Mahlzeit schlecht auf, zu einer fettreichen etwa dreimal so gut – verglichen mit einer früheren Messung derselben Forscher.12, 66 In einer Studie mit einem Omega-3-Arzneimittel erreichten unter fettarmer Kost nur wenige Teilnehmer wenigstens die Hälfte der Menge, die sie unter fettreicher Kost aufnahmen.13 Die Erstautoren beider Arbeiten arbeiteten bei Pharmafirmen, in einem Fall beim Hersteller des geprüften Mittels.

Über sechs Monate stieg der Anteil von Omega-3 in den roten Blutkörperchen mit wieder zu Triglyceriden umgebauten Fettsäuren etwas stärker als mit Ethylestern – deutlich stieg er mit beiden.67 Laut NIH heben alle Formen die Werte im Blut deutlich.68 In einer kleinen Studie stieg der Omega-3-Wert im Blut gleich, ob die Teilnehmer Würstchen mit Fischöl morgens oder abends aßen; die Blutfette sanken nur bei der Einnahme am Morgen. Es war ein kleiner Vorversuch, und die meisten Autoren arbeiteten bei einer Lebensmittelfirma; ob der Unterschied bei den Blutfetten zwischen den Gruppen gesichert war, steht nicht in der Kurzfassung.10 Ob es einen Unterschied macht, Omega-3 vor oder nach dem Training zu nehmen, hat keine Studie untersucht, die ich gefunden habe.49 Meine Einordnung: Omega-3 zu einer Mahlzeit mit etwas Fett, egal um welche Uhrzeit. Geht es Dir um die Blutfette, spricht ein erster kleiner Vorversuch für das Frühstück.

Magnesium: verteilen statt Uhrzeit

Das BfR schlägt für Magnesium höchstens 250 Milligramm am Tag je Präparat vor und rät, die Menge auf zwei oder mehr Portionen zu verteilen – weil Du sie vermutlich besser verträgst und weil die Studien, auf denen die Grenze beruht, so dosiert haben.9 Eine Tageszeit nennt das BfR nicht. Dass Magnesium beim Einschlafen hilft, ist nur schwach belegt; eine aktuelle Übersicht hält es nicht für eine Behandlung von Schlafstörungen.69 Mehr dazu steht auf der Seite zu Magnesium.

Calcium: kleine Portionen, Carbonat zum Essen

Von kleinen Mengen Calcium nimmt der Körper anteilig mehr auf als von großen; laut NIH am besten von Portionen bis 500 Milligramm.14, 43 Calciumcarbonat ist stärker auf Magensäure angewiesen als Calciumcitrat, das Du laut NIH auch ohne Essen nehmen kannst; insgesamt kommt Calcium aus Präparaten zum Essen besser an – auch bei wenig Magensäure.14 Calcium kann Eisen und Zink hemmen – mehr dazu in Kapitel 05 – und bindet Schilddrüsenhormon und manche Antibiotika, mehr dazu in Kapitel 06.

Eisen: morgens, nüchtern, ohne Kaffee

Für Eisen gibt es die genauesten Daten. In einer Studie mit Frauen, deren Eisenspeicher leer waren, nahm der Darm aus einer Eisentablette mit Kaffee gut die Hälfte weniger auf als mit Wasser, zu einem Frühstück mit Kaffee und Orangensaft zwei Drittel weniger – obwohl im Saft rund 90 Milligramm Vitamin C steckten. Ohne Frühstück und Kaffee half Vitamin C dagegen: Mit 80 Milligramm nahm der Darm knapp ein Drittel mehr auf; gut die sechsfache Menge brachte nicht mehr. Nachmittags kam rund ein Drittel weniger an als morgens – ein Hinweis, nicht gesichert.7

Auch jeden Tag ist nicht unbedingt besser. Nach einer Eisendosis bremst der Körper die Aufnahme für rund 24 Stunden; jeden zweiten Tag genommen, kam deshalb von jeder Dosis mehr an.63, 64 In einer Studie mit Frauen mit knappem Eisen bekamen alle dieselbe Gesamtmenge: täglich über drei Monate oder jeden zweiten Tag über sechs. Am Ende waren die Eisenspeicher in beiden Gruppen gleich gefüllt, und jeden zweiten Tag gab es an den Einnahmetagen weniger Magen-Darm-Beschwerden. Täglich ging es schneller: Nach gut sechs Wochen und nach gut drei Monaten lagen die Speicher mit täglicher Einnahme höher.19 Die Autoren schränken ein: Wer wegen einer Blutarmut schnell auffüllen muss, ist mit täglicher Einnahme womöglich besser bedient.19 Eine Auswertung kleinerer Studien fand beim roten Blutfarbstoff keinen gesicherten Unterschied zwischen beiden Wegen, mit einem knappen Vorteil für täglich, und insgesamt ähnlich viele Nebenwirkungen; nur Metallgeschmack kam bei täglicher Einnahme häufiger vor.54 Wie viel Eisen Du nimmst und wie oft, legt Dein Arzt fest.

Kaffee und Tee etwas später helfen nur zum Teil: Bei Eisen aus einer Mahlzeit hemmte Kaffee eine Stunde danach so stark wie Kaffee zum Essen; nur Kaffee eine Stunde vorher hemmte nicht.44 Tee eine Stunde nach dem Essen halbierte die Hemmung etwa.70 Für Eisentabletten ist das nicht untersucht, soweit ich gefunden habe. Bei gefüllten Eisenspeichern hing Tee laut einer Übersicht nicht mit dem Eisenstatus zusammen; bei knappem Eisen gab es Hinweise auf einen Zusammenhang – aus Beobachtungsstudien, kein Beweis.71 Bekommst Du von Eisen nüchtern Magenbeschwerden, kannst Du es laut NIH zum Essen nehmen.15

Zink: nicht zum Vollkorn

Phytat aus Vollkorn, Hülsenfrüchten und Nüssen senkt die Zinkaufnahme; die DGE staffelt ihre Empfehlung danach, wie viel Phytat jemand isst, und nennt bis zu 45 Prozent weniger Aufnahme bei sehr viel Phytat.40 In einer Studie über einen Tag nahmen Frauen aus einer phytatreichen Kost ein Viertel weniger Zink auf, rund 1 Milligramm am Tag.50 Tierisches Eiweiß zur Mahlzeit verbessert die Zinkaufnahme.40 Einweichen, Keimen und Sauerteig bauen Phytat ab.40 Meine Einordnung: Ein Zinkpräparat nicht zum Vollkornmüsli, sondern zu einer anderen Mahlzeit.

B-Vitamine: kein bester Zeitpunkt, abends eher nicht

Einen besten Zeitpunkt für B-Vitamine belegt keine Studie, die ich gefunden habe. Eine kleine Studie gibt einen Hinweis auf den Abend: Teilnehmer, die fünf Tage lang vor dem Schlafen einen B-Komplex nahmen, schliefen nach eigenen Angaben schlechter und waren beim Aufwachen müder. Der B-Komplex lief dort nur nebenher; der Hauptteil, hoch dosiertes Vitamin B6 allein, änderte die Schlafqualität nicht, nur die Erinnerung an Träume.11 In einer anderen kleinen Studie schliefen Gesunde mit hoch dosiertem Methylcobalamin, einer Form von Vitamin B12, kürzer; wann am Tag sie es nahmen, steht nicht in der Kurzfassung, und die Autoren nennen ihre Studie selbst vorläufig.72 Meine Einordnung: Wenn Du einen B-Komplex nimmst, dann morgens oder mittags. Dass der Urin danach gelb wird, liegt am Riboflavin, auch Vitamin B2 genannt, das der Körper ausscheidet – mehr dazu auf der Seite zum Vitamin-B-Komplex.73

Vitamin A, E und K

Vitamin E braucht laut NIH Fett, um aufgenommen zu werden, und Vitamin K aus Gemüse kommt mit etwas Fett besser an.56 Eine Empfehlung, Präparate deshalb zum Essen zu nehmen, steht bei der NIH für A, E und K nicht. Meine Einordnung: Nimm sie trotzdem zu einer Mahlzeit, wie Vitamin D und Omega-3 – das ist leicht zu merken. Vitamin K und Gerinnungshemmer stehen in Kapitel 06.

05Was sich verträgt

Was sich verträgt – und was nicht

Viele Warnungen vor Kombinationen stammen aus Studien mit einer einzelnen Mahlzeit. Die Tabelle stellt daneben, was über Wochen davon übrig blieb.

Was trifft auf­einanderZu einer Mahlzeit oder an einem TagÜber Wochen
Calcium und Eisen300 bis 600 mg Calcium: 50 bis 60 % weniger EisenRoter Blut­farbstoff nicht gesunken, Eisen­speicher etwas niedriger, je mehr Calcium
Eisen und Zink als PräparateNüchtern in Wasser: gegen­seitige Hemmung; in einer Mahlzeit kaumZink mit Eisen: Eisen­werte besserten sich weniger; Eisen änderte den Zink­status meist nicht
Calcium und ZinkCalcium-Präparat zur Mahlzeit: halb so viel Zink; Calcium im Essen eines Tages: kein UnterschiedRund 470 mg mehr Calcium am Tag, in Phasen einer 36-Tage-Studie: rund 2 mg Zink am Tag weniger auf­genommen
Zink und Kupfer–50 mg Zink über Wochen: laut NIH kann weniger Kupfer auf­genommen werden, laut EU-Gremium Kupfer­status unverändert; Mangel mit Beschwerden bei mehr als 150 mg über lange Zeit
Zink und Magnesium–142 mg Zink senkten die Magnesium­aufnahme; in üblichen Mengen nicht unter­sucht
Phytat und ZinkPhytat­reiche Kost eines Tages: ein Viertel weniger ZinkVegeta­risch über 8 Wochen: ein Drittel weniger Zink auf­genommen; der Zink­haushalt blieb aus­geglichen
Phytat und Magnesium60 % weniger Magnesium aus Brot mit zuge­setztem Phytatnicht unter­sucht
Vitamin C und Eisen80 mg Vitamin C: knapp ein Drittel mehr aus einer Eisen­tabletteBei Erwachsenen kaum Unterschied im Eisen­status
Kaffee, Tee und EisenKaffee zur Eisen­tablette: gut die Hälfte weniger; Tee zur Mahlzeit: knapp zwei Drittel wenigerBei gefüllten Speichern kein Zusammen­hang mit dem Eisen­status, bei knappen Hinweise darauf

gemessen So steht es in den Studien und Angaben der Behörden: Calcium und Eisen;21, 22 Eisen und Zink;23, 57, 58 Calcium und Zink;46, 50 Zink und Kupfer;45, 51 Zink und Magnesium;20 Phytat;50, 61, 74 Vitamin C;7, 52, 53 Kaffee und Tee.7, 44, 71 Die 60 Prozent bei Magnesium habe ich aus den Werten der Studie umgerechnet.

Was daraus folgt

Calcium und Eisen sind das bekannteste Beispiel: Zu einer einzelnen Mahlzeit senkten schon Milch und Käse mit rund 165 Milligramm Calcium die Eisenaufnahme um die Hälfte und mehr.21 Über Wochen sank der rote Blutfarbstoff in einer Auswertung von Studien nicht; der Eisenspeicher im Blut, das Ferritin, lag aber umso niedriger, je mehr Calcium die Teilnehmer bekamen. Die Autoren halten die Daten für zu dünn für feste Empfehlungen und erwarten nicht, dass getrennte Einnahme bei Schwangeren die Blutarmut seltener macht.22 Laut NIH ist die Wirkung von Calcium auf die Eisenaufnahme nicht endgültig gesichert; trotzdem raten Fachleute dort, Calcium- und Eisenpräparate zu verschiedenen Tageszeiten zu nehmen.15

Bei Eisen und Zink hängt es von der Menge ab. Ab etwa 25 Milligramm Eisen gleichzeitig mit einem Zinkpräparat kann die Zinkaufnahme laut NIH sinken; die Zahl geht auf eine ältere Vermutung zurück, nicht auf eine Messung.45, 58 In einer Mahlzeit, mit den Mengen aus dem Essen, fiel die Hemmung kaum ins Gewicht; ob das auch für Präparate ab 25 Milligramm Eisen gilt, ist offen – eine Übersicht hält eine Wirkung dann für möglich und nennt den Rat, Eisenpräparate zwischen den Mahlzeiten zu nehmen.57, 58 In Studien über Wochen besserten sich die Eisenwerte weniger, wenn Zink dazukam; einen starken Grund, von gemeinsamer Einnahme abzuraten, sehen die Autoren aber nicht.23

Calcium und Zink: Ein Calciumpräparat zur Mahlzeit halbierte in einer Studie die Zinkaufnahme, und in Phasen mit mehr Calcium aus Milch oder einem Präparat sank sie um rund 2 Milligramm am Tag.46 In einer anderen Studie änderte Calcium aus dem Essen die Zinkaufnahme nicht.50

Zink und Kupfer betrifft vor allem hohe Mengen über lange Zeit, und hier sind sich zwei Behörden nicht ganz einig. Das EU-Expertengremium sah bei 50 Milligramm Zink am Tag über rund drei Monate keine Veränderung des Kupferstatus und hält zur Vorsorge die Hälfte, 25 Milligramm am Tag aus allen Quellen, für unbedenklich.51 Laut NIH können 50 Milligramm und mehr über Wochen die Kupferaufnahme hemmen; die US-Obergrenze liegt bei 40 Milligramm.45 Weniger aufgenommen heißt noch nicht Mangel: Einen Kupfermangel mit Beschwerden beschreibt das EU-Gremium erst bei mehr als 150 Milligramm Zink als Präparat über lange Zeit.51 Fälle mit Blutarmut und Nervenbeschwerden, wie sie für Kupfermangel typisch sind, traten bei verordneten hohen Zinkmengen auf.75

Ob Magnesium und Zink sich in den Mengen üblicher Präparate stören, hat keine Studie geprüft, die ich gefunden habe; gemessen ist nur, dass sehr viel Zink – fast das Sechsfache der EU-Grenze – die Magnesiumaufnahme senkte.20 Und Vitamin C zum Eisen: Zu einer einzelnen Dosis kommt damit mehr an,7 über Wochen änderte es bei Erwachsenen den Eisenstatus aber kaum – auch nicht, wenn sie Eisentabletten nahmen.52, 53

Meine Einordnung Trennen lohnt sich bei Präparaten in höheren Mengen: Eisen, Zink und Calcium nicht gleichzeitig. Der Grund sind nicht nur Messungen an einer Mahlzeit: Mit Calcium lag der Eisenspeicher über Wochen etwas niedriger, mit Zink besserten sich die Eisenwerte weniger, und die NIH rät bei Calcium und Eisen dazu. Trennen kostet wenig – für alles, was aus dem Essen kommt, brauchst Du dagegen keinen Stundenplan.
06Medikamente

Abstand zu Medikamenten: der Teil, der wirklich zählt

Hier geht es nicht um ein paar Prozent mehr oder weniger, sondern darum, ob ein Arzneimittel wirkt. Welcher Abstand gilt, steht in der Packungsbeilage Deines Mittels – und er unterscheidet sich von Wirkstoff zu Wirkstoff.

Was die Fachinformationen sagen

Die Tabelle zeigt für einige verbreitete Wirkstoffe, was die deutsche oder europäische Fachinformation zum Abstand zu Mineralstoffen sagt – und daneben das US-Label, die Fachinformation in den USA. Die beiden weichen zum Teil deutlich voneinander ab. Für Dein Präparat gilt seine eigene Packungsbeilage; sie muss laut Arzneimittelgesetz Wechselwirkungen nennen und, wo nötig, den genauen Zeitpunkt der Einnahme.41

Wirkstoff, wofürDeutschland, EUUSA
Levo­thyroxin, Schilddrüsen­hormonNüchtern, mind. ½ Std. vor dem Früh­stück; Eisen, Calcium­carbonat, Magen­mittel mit Aluminium frühestens 2 Std. danach; Kaffee ½ bis 1 Std. Abstand½ bis 1 Std. vor dem Früh­stück; 4 Std. Abstand zu Eisen, Calcium, Magen­mitteln, davor oder danach
Cipro­floxacin, Anti­biotikum1 bis 2 Std. vor oder mind. 4 Std. nach Mineral­stoffen2 Std. vor oder 6 Std. nach
Levo­floxacin, Anti­biotikum2 Std. davor bis 2 Std. danach kein Eisen, Zink oder Magnesiumgleich
Moxi­floxacin, Anti­biotikumetwa 6 Std. Abstand zu Magnesium, Eisen, Zink; Calcium ohne Wechsel­wirkung4 Std. vor oder 8 Std. nach
Doxy­cyclin, Anti­biotikum2 bis 3 Std. Abstand zu Mineral­stoffen und Milchkeine Stunden­angabe
Mino­cyclin, Anti­biotikum2 bis 3 Std. vor oder nachnicht geprüft
Alen­dronat, gegen Osteo­poroseNüchtern, nur mit normalem Wasser, nicht Mineral­wasser; mind. 30 Min. bis zu Essen, Getränken, anderen Mittelngleich
Iban­dronat, gegen Osteo­porose6 Std. vorher und 1 Std. danach keine anderen Mittel zum Ein­nehmennicht geprüft
Dolute­gravir, gegen HIVNüchtern: Präpa­rate mind. 2 Std. danach oder 6 Std. davor; zu einer Mahlzeit auch zusammennicht geprüft

gemessen So steht es in den Fachinformationen und US-Labels, Stand jeweils in den Belegen: Levothyroxin;3, 6 Ciprofloxacin;28, 76 Levofloxacin;29 Moxifloxacin;4, 77 Doxycyclin;27, 78 Minocyclin;79 Alendronat;5 Ibandronat;38 Dolutegravir.80 „Nicht geprüft“ heißt: Das US-Label habe ich nicht abgerufen.

Wie viel ohne Abstand verloren geht

Nahmen gesunde Männer Ciprofloxacin zusammen mit einer Eisentablette, kamen knapp zwei Drittel weniger im Blut an, mit einem Multivitamin mit Zink gut ein Fünftel weniger – von mir aus den Werten der Studie umgerechnet.8 Calcium als Teil einer Mahlzeit beeinflusst Ciprofloxacin laut Fachinformation nur unwesentlich, Milchprodukte allein dagegen schon.28 Bei Tetrazyklinen nennt eine ältere Übersicht 50 bis 90 Prozent weniger, wenn Milch, säurebindende Magenmittel oder Eisen gleichzeitig kamen; drei Stunden Abstand verhinderten das.60 Bei Alendronat senkten Kaffee oder Orangensaft die ohnehin winzige Aufnahme um rund 60 Prozent, ein Frühstück zur selben Zeit um mehr als 85 Prozent.37 Beim HIV-Mittel Dolutegravir senkte Eisen auf nüchternen Magen die Menge im Blut um gut die Hälfte; nahmen die Teilnehmer Dolutegravir zwei Stunden vor dem Präparat oder beides zu einer Mahlzeit, war der Effekt aufgehoben.81

Bei Schilddrüsenhormon zeigt sich der Verlust am Blutwert: In zwei kleinen Studien stieg der TSH-Wert – das Hormon, das eine Unterfunktion anzeigt –, wenn Calcium oder Eisen über Wochen gleichzeitig mit der Tablette kamen; bei einem Teil der Teilnehmer nahmen Beschwerden einer Unterfunktion zu.35, 36 Kaffee zur Tablette senkte die Aufnahme deutlich, Kaffee eine Stunde später nicht mehr.82 Ob zwei oder vier Stunden Abstand zu Mineralstoffen genügen, hat keine Studie verglichen, die ich gefunden habe. Die deutsche Fachinformation nennt Eisen, Calciumcarbonat und Magenmittel mit Aluminium, das US-Label allgemein Eisen- und Calciumpräparate und säurebindende Magenmittel.3, 6 Eine Übersicht zählt auch Calciumcitrat zu den gesicherten Störern, und in einer kleinen Studie senkte Magnesium die Aufnahme etwas.24, 25

Meine Einordnung Nimm das Medikament zuerst und die Mineralstoffe später – Calcium etwa zum Mittagessen, Zink zum Abendessen, Magnesium auf beide verteilt. Bei Schilddrüsenhormon hältst Du so die zwei Stunden aus der deutschen Fachinformation und meist auch die vier aus dem US-Label ein. Nimmst Du Schilddrüsenhormon und Eisen, gehört der nüchterne Morgen der Tablette: Eisen frühestens zwei Stunden danach; wie Du das mit dem Frühstück verbindest, besprichst Du mit Arzt oder Apotheke. Während einer kurzen Antibiotika-Behandlung pausierst Du frei verkäufliche Präparate am einfachsten; was Dir verordnet wurde, setzt Du nicht eigenmächtig ab. Welcher Abstand für Dein Mittel gilt, sagt Dir die Apotheke.

Vitamin K und Gerinnungshemmer

Bei Gerinnungshemmern wie Phenprocoumon, bekannt als Marcumar, geht es nicht um Stunden. Vitamin K wirkt ihnen entgegen: Laut Fachinformation können Vitamin-K-haltige Präparate und eine plötzlich geänderte Ernährung die Wirkung verändern; dann sind häufigere Gerinnungskontrollen nötig.30 In einer kleinen Studie mit Gesunden, die einen ähnlichen Gerinnungshemmer bekamen, senkten schon 10 Mikrogramm Vitamin K2 am Tag die Wirkung bei einem Teil der Teilnehmer spürbar – weniger als die Menge, die laut den Autoren in Präparaten üblich ist. Die Autoren raten, solche Präparate unter diesen Mitteln zu meiden.31 Auch Glucosamin, Gojibeeren und Johanniskraut nennt die Fachinformation.30 Fang ein Präparat mit Vitamin K nicht an und setz es nicht ab, ohne mit Deinem Arzt zu sprechen.

Omega-3 und Blutgerinnung

Omega-3-Fettsäuren können die Blutungszeit etwas verlängern. Die EU-Lebensmittelbehörde EFSA sah für Erwachsene bis 5 Gramm der beiden wichtigsten Omega-3-Fettsäuren, EPA und DHA, am Tag kein erhöhtes Blutungsrisiko; zu Gerinnungshemmern äußert sie sich in ihrer Zusammenfassung nicht.83 Für ein Omega-3-Arzneimittel mit bis zu 4 Gramm am Tag verlangt die Fachinformation, dass Menschen mit Gerinnungshemmern überwacht werden.32 In einer Auswertung großer Herzstudien gab es mit Omega-3 insgesamt nicht mehr Blutungen, mit hoch dosiertem reinem EPA aber etwas mehr; die Arbeit bezahlte der Hersteller eines solchen Präparats. Eigens ausgewertet hat sie nur Begleitmittel wie ASS (Acetylsalicylsäure), die die Blutplättchen hemmen, nicht Marcumar.84 Für frei verkäufliche Fischölkapseln gibt es keine Fachinformation. Nimmst Du einen Gerinnungshemmer, sprich jedes Omega-3-Präparat bei Deinem Arzt an.

Säureblocker: Magnesium und Eisen

Säureblocker aus der Gruppe der Protonenpumpenhemmer, etwa Pantoprazol, oft „Magenschutz“ genannt, senken die Bildung von Magensäure. Sie sind etwas anderes als säurebindende Magenmittel, die vorhandene Säure binden; nur diese nennt zum Beispiel die Fachinformation der Schilddrüsentablette beim Abstand.3 Über Monate können Säureblocker den Magnesiumwert im Blut senken. Die Fachinformation nennt selten schwere Fälle nach mindestens drei Monaten, meist nach einem Jahr, und rät Ärzten, bei langer Einnahme eine Kontrolle des Werts zu erwägen.26, 85 Eine Auswertung von Beobachtungsstudien fand bei Menschen, die solche Mittel nahmen, häufiger einen niedrigen Magnesiumwert.86 In einer großen Beobachtungsstudie hatten Menschen nach zwei Jahren mit Säureblockern häufiger einen Eisenmangel.39 Beides zeigt einen Zusammenhang, keinen Beweis. Laut NIH hängt eine Behandlung über bis zu zehn Jahre bei gefüllten Eisenspeichern nicht mit Eisenmangel zusammen; wer schon einen Eisenmangel hat, spricht unter Säureblockern aber womöglich schlechter auf Eisentabletten an.15 Einen Zeitabstand zu Magnesium- oder Eisenpräparaten nennt die Fachinformation nicht.26 Calcium kommt auch bei wenig Magensäure zum Essen besser an.14 Bei langer Einnahme können Säureblocker auch die Aufnahme von Vitamin B12 verringern; die Fachinformation nennt das vor allem für Menschen mit knappen B12-Reserven oder anderen Risiken. Mehr dazu steht auf der Seite zum Vitamin-B-Komplex.26 Nimmst Du zugleich Schilddrüsenhormon: Säureblocker können dessen Aufnahme senken; die Fachinformation empfiehlt dann, die Schilddrüsenwerte regelmäßig zu kontrollieren; Vorsicht gilt laut Fachinformation auch beim Absetzen.3, 24 Wann Du den Säureblocker selbst nimmst, steht in seiner Packungsbeilage.

Biotin: falsche Laborwerte

Biotin, ein B-Vitamin, kann viele Labortests stören: Es kann Schilddrüsenwerte und den Troponin-Test bei Verdacht auf Herzinfarkt verfälschen. Ein erhöhtes Risiko sieht das BfR ab 150 Mikrogramm am Tag, auch in einem B-Komplex, und rät, Arzt oder Labor die Einnahme zu nennen; eine Frist zum Absetzen nennt es nicht.47, 48 Die deutsche Fachinformation für Levothyroxin rät, das Labor zu informieren; das US-Label für Levothyroxin nennt mindestens zwei Tage Pause vor der Messung der Schilddrüsenwerte.3, 6 Sag es vor jeder Blutabnahme – und frag, ob Du vorher pausieren sollst.

Wo die verbindliche Angabe steht Die Packungsbeilage eines Arzneimittels muss Wechselwirkungen nennen, wo nötig den genauen Zeitpunkt der Einnahme, und dazu raten, bei Fragen Arzt oder Apotheker zu fragen.41 Für Nahrungsergänzungsmittel gilt das nicht – auch wenn sie ähnlich hoch dosiert sind.42 Die Tabelle oben zeigt, wie verschieden die Abstände sind; eine Faustregel für alle Mittel gibt es nicht. Nimmst Du ein Medikament, nimm jedes neue Präparat mit in die Apotheke und frag dort.
07Faktencheck

Was Du über die Einnahme hören wirst – und was davon stimmt

Rund um die Einnahme von Präparaten kursieren viele Regeln – Du hörst sie im Studio, von Freunden, im Netz. Von diesen zehn Aussagen stimmen zwei, drei stimmen halb, fünf stimmen so nicht. In dieser Liste heißt ✓ stimmt, ~ stimmt halb, ✕ stimmt so nicht. Wie sicher die Studienlage jeweils ist, steht in Kapitel 09.

✕„Magnesium wirkt abends besser.“ Stimmt so nicht: Dafür gibt es keinen Beleg. Eine Studie, die Magnesium morgens und abends vergleicht, habe ich nicht gefunden; das BfR nennt keine Tageszeit, nur mindestens zwei Portionen am Tag.9 Dass Magnesium beim Einschlafen hilft, ist nur schwach belegt.69
~„Vitamin D wirkt nur mit einer fettreichen Mahlzeit.“ Stimmt halb. Nach einer einzelnen Dosis kam mit Fett meist mehr an.16, 17 In der einzigen ausgelosten Studie über drei Monate unterschied sich der Blutwert aber nicht erkennbar, ob nüchtern, fettarm oder fettreich.2 Nur eine kleine Beobachtung ohne Vergleichsgruppe spricht für die größte Mahlzeit.18
✓„Omega-3 gehört zu einer Mahlzeit.“ Stimmt – nach ersten Hinweisen, vor allem für Ethylester: Zu einer fettreichen Mahlzeit kam etwa dreimal so viel an wie in früheren Messungen zu einer fettarmen.12, 13 Die Studien maßen einzelne Dosen, ihre Erstautoren arbeiteten bei Pharmafirmen.
✕„Omega-3 nie direkt nach dem Training.“ Stimmt so nicht: Dafür gibt es keinen Beleg. Ob Omega-3 vor oder nach dem Training anders wirkt, hat keine Studie untersucht, die ich gefunden habe.49 Nimm es zu einer Mahlzeit, wann immer die ist.
~„B-Vitamine am Abend halten wach.“ Stimmt halb. In einer kleinen, kurzen Studie schliefen Teilnehmer mit einem B-Komplex am Abend schlechter.11 In einer anderen schliefen Gesunde mit sehr viel B12 in einer bestimmten Form kürzer; die Autoren vermuten einen Weg über das Schlafhormon Melatonin, belegt ist er nicht, und zu welcher Tageszeit sie es nahmen, ist unklar.72
✕„Eisen musst Du jeden Tag nehmen, sonst wirkt es nicht.“ Stimmt so nicht. Dieselbe Menge, jeden zweiten Tag über sechs Monate genommen, füllte die Eisenspeicher so weit wie täglich über drei Monate, mit weniger Magen-Darm-Beschwerden – nur langsamer.19 Wie oft Du Eisen nimmst, legt Dein Arzt fest.
~„Vitamin C verbessert die Eisenaufnahme.“ Stimmt halb. Aus einer einzelnen Eisentablette kam mit Vitamin C knapp ein Drittel mehr an.7 Über Wochen änderte Vitamin C den Eisenstatus bei Erwachsenen aber kaum.52, 53
✕„Eine Stunde nach dem Essen stört Kaffee das Eisen nicht mehr.“ Stimmt so nicht. Kaffee eine Stunde nach einer Mahlzeit hemmte die Aufnahme des Eisens daraus so stark wie gleichzeitig; nur Kaffee eine Stunde vorher hemmte nicht.44
✕„Zwei Stunden Abstand zu Medikamenten reichen immer.“ Stimmt so nicht. Beim Antibiotikum Moxifloxacin nennt die deutsche Fachinformation etwa sechs Stunden zu Magnesium, Eisen und Zink, beim Osteoporose-Mittel Ibandronat sechs Stunden davor nichts anderes einzunehmen.4, 38 Was für Dein Mittel gilt, steht in seiner Packungsbeilage.
✓„Zur Schilddrüsentablette keinen Kaffee.“ Stimmt. Die deutsche Fachinformation rät zu einer halben bis einer Stunde Abstand; in einer kleinen Studie senkte Kaffee zur Tablette die Aufnahme deutlich, Kaffee eine Stunde später nicht mehr.3, 82
Kurz gesagt Drei der fünf Aussagen, die so nicht stimmen, machen die Einnahme komplizierter als nötig: Magnesium nur abends, Omega-3 nie nach dem Training, Eisen jeden Tag. Die anderen beiden machen sie zu leicht: Kaffee eine Stunde nach dem Essen stört das Eisen weiter, und zwei Stunden Abstand reichen nicht bei jedem Medikament.
08Grenzen

Was ein Einnahmeplan nicht kann – und was die Studien offenlassen

Zur Ehrlichkeit gehört beides: was die Studien zeigen, und was sie nicht zeigen.

✕Keine Faustregel für Medikamente. Die Abstände unterscheiden sich von Wirkstoff zu Wirkstoff und zwischen deutschen und US-amerikanischen Fachinformationen; selbst beim selben Wirkstoff gelten für manche Tabletten andere Regeln.28, 76, 87
✕Kaum Daten über Monate. Ob Vitamin D oder Omega-3 über Monate besser wirken, wenn Du sie täglich zu einer Mahlzeit nimmst, hat keine ausgeloste Studie geprüft, die ich gefunden habe; für Vitamin D gibt es nur eine kleine Beobachtung ohne Vergleichsgruppe.2, 18, 67
✕Kaum getestete Abstände. Die Studien zu Medikamenten gaben Mineralstoff und Arzneimittel meist gleichzeitig; welcher Abstand genügt, ist selten geprüft. Beim HIV-Mittel Dolutegravir etwa wurde geprüft, das Mittel zwei Stunden vor dem Präparat zu nehmen – nicht aber die sechs Stunden, die die Fachinformation für die umgekehrte Reihenfolge nennt.8, 35, 36, 81
✕Studien mit Grenzen. Viele Befunde stammen aus einer einzelnen Mahlzeit oder Dosis. Die genauesten Eisenstudien liefen mit jungen Frauen mit knappem Eisen,7, 19 die Omega-3-Studien zur Mahlzeit mit Firmenbezug,12, 13 und die Studien zur Einnahmetreue betreffen Medikamente, nicht Präparate.33, 34
✕Keine Behandlung. Diese Seite erklärt, wann und womit Du Präparate nimmst – sie stellt keine Diagnose und ersetzt keine Therapie.
Calcium bremst Eisen

Heißt nicht: Milch weglassen

Daraus könnte man schließen, Milchprodukte und eisenreiches Essen nie zusammen zu essen. Über Wochen sank der rote Blutfarbstoff aber nicht; trennen lohnt sich vor allem bei Präparaten.15, 22

Eisen nüchtern am besten

Heißt nicht: um jeden Preis

Daraus könnte man schließen, Eisen müsse immer auf leeren Magen. Bekommst Du davon Beschwerden, kannst Du es laut NIH zum Essen nehmen – und jeden zweiten Tag gab es weniger Beschwerden.15, 19

Medizinische Vorgeschichte

Im Mittel, nicht im Einzelfall

Die Studien auf dieser Seite zeigen, was im Mittel für eine Gruppe gilt. Mit einer Vorerkrankung zählt Dein eigener Fall – den klärst Du mit Deinem Arzt.

09Wie sicher

Wie sicher ist das alles?

Nicht jede Aussage auf dieser Seite steht gleich fest. Damit Du weißt, worauf Du Dich verlassen kannst, hier die Einordnung in Alltagssprache.

So lesen sich die Stufen: gut belegt – große Auswertungen oder übereinstimmende Bewertungen, alle in dieselbe Richtung; belegt – gute Studien oder Bewertungen, aber mit Grenzen; erste Hinweise – wenige oder kleine Studien; uneinheitlich – Studien oder Fachleute widersprechen sich; nicht belegt – Studien fanden keinen Nutzen, oder es gibt keine.

AussageEinordnung
Mineralstoffe senken die Aufnahme bestimmter Antibiotika, von Schilddrüsenhormon und Osteoporose-Mittelngut belegt – Fachinformationen in Deutschland und den USA, Studien zur Aufnahme; wie viel Abstand nötig ist, unterscheidet sich je Mittel
Calcium oder Eisen zur Schilddrüsentablette lassen den TSH-Wert steigenerste Hinweise – zwei kleine Studien ohne Vergleichsgruppe, dazu die Fachinformationen
Säureblocker senken die Aufnahme von Schilddrüsenhormonbelegt – Fachinformationen in Deutschland und den USA, eine Übersicht über Studien
Vitamin K schwächt Gerinnungshemmer wie Marcumargut belegt – Fachinformationen in Deutschland und den USA; dass schon kleine Mengen K2 wirken, zeigt eine kleine Studie mit Gesunden
Eisen kommt nüchtern und ohne Kaffee oder Tee besser anbelegt – mehrere Studien mit markiertem Eisen und einzelnen Dosen oder Mahlzeiten
Eisen kommt morgens besser an als nachmittagserste Hinweise – eine kleine Studie, der Unterschied ist nicht gesichert
Eisen jeden zweiten Tag füllt die Speicher so gut wie täglich, bei gleicher Gesamtmengebelegt – eine ausgeloste, doppelt verblindete Studie mit jungen Frauen, täglich ging es schneller; eine Auswertung kleinerer Studien fand beim roten Blutfarbstoff keinen gesicherten Unterschied
Vitamin C verbessert über Wochen den Eisenstatusnicht belegt – bei Erwachsenen kaum Unterschied, auch mit Eisentabletten
Calcium senkt über Wochen den Eisenstatusuneinheitlich – roter Blutfarbstoff nicht gesunken, Eisenspeicher etwas; die Autoren halten die Daten für zu dünn
Omega-3 als Ethylester braucht eine Mahlzeit mit Fetterste Hinweise – Studien mit einzelnen Dosen, mit Firmenbezug
Vitamin D wirkt nur mit einer fettreichen Mahlzeituneinheitlich – einzelne Dosis mit Fett meist besser, über drei Monate kein gesicherter Unterschied; eine kleine Beobachtung ohne Vergleichsgruppe spricht für die größte Mahlzeit
Magnesium wirkt zu einer bestimmten Tageszeit bessernicht belegt – keine Vergleichsstudie gefunden; das BfR nennt keine Tageszeit
Phytat senkt die Zinkaufnahmegut belegt – Studien und Referenzwerte der DGE, die nach Phytat gestaffelt sind
Zink in hohen Mengen verdrängt Kupferbelegt – für hohe Mengen; ab welcher Menge, beurteilen das EU-Expertengremium und die NIH verschieden; dazu Fallberichte bei verordnetem Zink
Eisen und Zink als Präparate hemmen sich gegenseitigbelegt – nüchtern in Lösung gemessen, in Mahlzeiten mit Mengen aus dem Essen kaum; über Wochen besserten sich die Eisenwerte mit Zink weniger
B-Vitamine am Abend stören den Schlaferste Hinweise – eine kleine, kurze Studie mit Einnahme am Abend; eine zweite mit sehr viel B12 ohne Angabe der Tageszeit
Omega-3 nach dem Training wirkt schlechternicht belegt – keine Studie gefunden
Je mehr Einnahmen am Tag, desto häufiger wird eine vergessenbelegt – für Medikamente; dass es bei Präparaten genauso ist, nehme ich an

Sechs Zahlen zum Mitnehmen

Das Kurze · Fazit in Zahlen

Jede Zahl mit Quelle und Haken

Die sechs Zahlen stammen aus drei Fachinformationen und drei Studien, Stand Oktober 2026; wo ich eine davon selbst gerechnet habe, steht es dabei. Zu jeder steht, was herauskam und wo der Haken liegt.

30 Min.
mindestens nach Alendronat bis zu Essen,
Getränken und anderen Mitteln

Osteoporose-Mittel morgens allein: nüchtern, nur mit normalem Wasser.

Haken

Andere Wirkstoffe, andere Regeln: Bei Ibandronat 60 Minuten danach und sechs Stunden davor nichts.

Quelle: Fachinformation FOSAMAX, Stand März 2024; Produktinformation Bonviva, EMA, die Arzneimittelbehörde der EU5, 38
2 Std.
mindestens zwischen Schilddrüsenhormon
und Eisen oder Calciumcarbonat – erst die Tablette

Die Tablette zuerst, die Mineralstoffe später.

Haken

Das US-Label nennt vier Stunden; ob zwei oder vier genügen, hat keine Studie verglichen, die ich gefunden habe.

Quelle: Fachinformation L-Thyroxin Henning, Stand Juni 2023; US-Label LEVO-T, Mai 20263, 6
6 Std.
Abstand zwischen Magnesium, Eisen oder Zink
und dem Antibiotikum Moxifloxacin

Zwei Stunden reichen nicht bei jedem Antibiotikum.

Haken

Das US-Label nennt 4 Stunden davor oder 8 danach; bei anderen Antibiotika reicht die Spanne laut deutscher Fachinformation von 1 bis 4 Stunden, je nach Wirkstoff und Reihenfolge.

Quelle: Fachinformation Avalox, Stand Januar 2026; US-Label AVELOX, Juli 20254, 77
63 %
weniger Ciprofloxacin im Blut,
zusammen mit einer Eisentablette

Ohne Abstand kann ein Antibiotikum zu schwach ankommen.

Haken

Gesunde Männer, eine einzelne Dosis zusammen mit Eisen; Abstände wurden nicht geprüft. Prozentwert von mir aus den Werten der Studie gerechnet.

Quelle: Polk und Kollegen 1989 · 12 gesunde Männer, jeder bekam alle Varianten8
66 %
weniger Eisen aus einer Tablette
zum Frühstück mit Kaffee

Eisen morgens, ohne Kaffee und Frühstück.

Haken

Einzelne Dosen bei jungen Frauen mit leeren Speichern; gemessen wurde die Aufnahme, nicht der Blutwert über Wochen.

Quelle: von Siebenthal und Kollegen 2023 · 34 Frauen, 204 Dosen mit markiertem Eisen7
56 %
häufiger Magen-Darm-Beschwerden an Tagen mit Eisen,
wenn täglich statt jeden zweiten Tag

Jeden zweiten Tag reicht – wenn Du dafür doppelt so lange nimmst.

Haken

Täglich füllten sich die Speicher schneller; dieselbe Gesamtmenge jeden zweiten Tag brauchte sechs statt drei Monate. Junge Frauen mit knappem Eisen, kaum mit Blutarmut; wer schnell auffüllen muss, ist laut den Autoren womöglich mit täglicher Einnahme besser bedient. Prozentwert von mir aus dem Verhältnis 1,56 gerechnet.

Quelle: von Siebenthal und Kollegen 2023 · 150 Frauen, ausgelost, doppelt verblindet; Eisenspeicher am Ende in beiden Gruppen gleich19

Jede dieser sechs Zahlen ist an der Quelle selbst geprüft, Stand 27.10.2026 – Studien an ihrer Kurzfassung, dem Überblick am Anfang jeder Studie, in PubMed, der großen Datenbank für medizinische Studien, und, wo frei zugänglich, an der vollständigen Arbeit; die Fachinformationen an ihrem Wortlaut bei fachinfo.de, der EMA und der US-Arzneimittelbehörde FDA. Die ausführlichen Angaben, mit Teilnehmern, Geldgebern und Interessenkonflikten, soweit ich sie prüfen konnte, folgen im Kapitel „Belegt“.

Der eine Satz, wenn Du Dir nur einen merkst Medikamente zuerst und nach ihrer Packungsbeilage, Eisen morgens ohne Kaffee, Omega-3 zum Essen – und alles andere so, dass Du es nicht vergisst.
10Belegt

Worauf sich diese Seite stützt

Zu jeder hochgestellten Zahl im Text: Quelle, Teilnehmer, Ergebnis, Einschränkung, Geldgeber und Interessenkonflikte. Studien habe ich über PubMed geprüft, Fachinformationen und Angaben von Behörden an ihren eigenen Dokumenten. Wo sich etwas nicht prüfen ließ, steht das dabei.

87 Quellen · hier aufklappenzuklappenGeldgeber und Interessenkonflikte

Ein paar Begriffe, die in den Belegen vorkommen: Eine Fachinformation ist die ausführliche Packungsbeilage eines Arzneimittels für Ärzte und Apotheker; das US-Label ist ihr Gegenstück in den USA. Eine Auswertung – Fachleute sagen Meta-Analyse – rechnet die Ergebnisse vieler Studien zusammen; eine Übersichtsarbeit fasst den Stand der Forschung zusammen, eine systematische Übersicht sucht und bewertet die Studien dabei nach festen Regeln. Ausgelost – Fachleute sagen randomisiert – heißt: Das Los entscheidet, wer das Mittel bekommt und wer in die Vergleichsgruppe kommt; ein Scheinmittel, auch Placebo genannt, sieht aus wie das Präparat, enthält aber keinen Wirkstoff. Bei einer Überkreuz-Studie bekommt jeder Teilnehmer nacheinander alle Varianten. Verblindet heißt: Die Teilnehmer wissen nicht, was sie bekommen; doppelt verblindet: auch die Forscher nicht. Eine Beobachtungsstudie greift nicht ein, sondern beobachtet nur; sie zeigt Zusammenhänge, keine Ursachen. Eine Fall-Kontroll-Studie vergleicht Menschen mit einer Erkrankung mit Menschen ohne. Markiertes Eisen enthält seltene, ungefährliche Formen des Eisens, sogenannte Isotope, die sich im Blut wiederfinden lassen; so lässt sich messen, wie viel aus einer Dosis ankommt. Gesichert heißt: so deutlich, dass Zufall als Erklärung unwahrscheinlich ist. Ferritin ist der Wert im Blut, der den Eisenspeicher anzeigt, Hämoglobin der rote Blutfarbstoff. TSH ist das Hormon, das die Schilddrüse antreibt; steigt es, deutet das auf zu wenig Schilddrüsenhormon. 25-OH-D ist der Vitamin-D-Wert, den das Labor als Speicherwert bestimmt. Der INR-Wert zeigt, wie stark ein Gerinnungshemmer wirkt. Mikrogramm (µg) ist ein Tausendstel Milligramm; µg/l und ng/ml sind Einheiten für Blutwerte.

So liest Du die Angaben zu den Geldgebern PubMed, die Studiendatenbank der US-Nationalbibliothek für Medizin, ordnet Studien nach ihren Geldgebern ein: Stellen der US-Regierung – und „außerhalb der US-Regierung“ für alles andere. „Außerhalb der US-Regierung“ heißt also: Das Geld kam von Hochschulen, Stiftungen, anderen Staaten oder Firmen – wer genau, steht nur in der vollständigen Arbeit. Steht bei einer Studie kein Geldgeber, „nicht geprüft“ oder „nicht prüfbar“, habe ich die Finanzierung nicht selbst gelesen.
1Cook JD, Reddy MB (2001). Effect of ascorbic acid intake on nonheme-iron absorption from a complete diet. American Journal of Clinical Nutrition 73(1):93–98. DOI 10.1093/ajcn/73.1.93 · PMID 11124756 12 Personen, drei Kostphasen von je fünf Tagen mit 51 bis 247 mg Vitamin C am Tag: „There was no significant difference in mean iron absorption among the 3 dietary periods“. – „The facilitating effect of vitamin C on iron absorption from a complete diet is far less pronounced than that from single meals.“ Einschränkung: klein, kurze Phasen. Geldgeber und Interessenkonflikte nicht geprüft.
2Dawson-Hughes B, Harris SS, Palermo NJ, Ceglia L, Rasmussen H (2013). Meal conditions affect the absorption of supplemental vitamin D3 but not the plasma 25-hydroxyvitamin D response to supplementation. Journal of Bone and Mineral Research 28(8):1778–1783. DOI 10.1002/jbmr.1896 · PMID 23427007 Ausgeloste Studie mit 62 gesunden älteren Menschen: einmal im Monat 50.000 IE, nüchtern, zu einer fettreichen oder einer fettarmen Mahlzeit, 90 Tage. Nach zwölf Stunden stieg Vitamin D3 im Blut um 200,9 (nüchtern), 207,4 (fettreich) und 241,1 nmol/l (fettarm) – fettarm deutlich mehr als die beiden anderen. „However, increments in 25(OH)D levels at 30 and 90 days did not differ significantly in the three groups.“ Einschränkung: Monatsdosen, keine tägliche Einnahme; rund 20 Personen je Gruppe – nicht gesichert heißt nicht nachgewiesen gleich; nur Ältere. Geldgeber laut PubMed außerhalb der US-Regierung, Einzelheiten und Interessenkonflikte nicht geprüft.
3Sanofi-Aventis Deutschland GmbH. Fachinformation L-Thyroxin Henning 25–200 Tabletten (Levothyroxin-Natrium), Stand Juni 2023; dazu L-Thyroxin Henning Tropfen, Stand Juli 2025. fachinfo.de, Tabletten · fachinfo.de, Tropfen Abschnitt 4.2: „Die gesamte Tagesdosis wird morgens nüchtern mindestens eine halbe Stunde vor dem Frühstück unzerkaut mit Flüssigkeit eingenommen.“ Abschnitt 4.5: Die Aufnahme kann durch aluminiumhaltige magensäurebindende Arzneimittel, eisenhaltige Arzneimittel und Calciumcarbonat vermindert werden; „Deshalb sollte die Einnahme von L-Thyroxin Henning mindestens zwei Stunden vor diesen erfolgen.“ Zu Kaffee: „Daher wird empfohlen, einen Zeitraum von einer halben bis zu einer Stunde zwischen der Einnahme von Levothyroxin und dem Konsum von Kaffee einzuhalten“. Zu Säureblockern: „Die gleichzeitige Anwendung mit PPI kann zu einer Abnahme der Absorption der Schilddrüsenhormone führen, da die PPI einen Anstieg des pH-Werts im Magen verursachen.“ Empfohlen werden „eine regelmäßige Überwachung der Schilddrüsenfunktion und eine klinische Überwachung“; Vorsicht sei auch geboten, wenn die Behandlung mit PPI beendet wird. Abschnitt 4.4: Biotin kann Schilddrüsentests verfälschen; das Labor soll informiert werden, eine Frist zum Absetzen nennt die Fachinformation nicht. Magnesium nennt Abschnitt 4.5 nicht eigens. Hinweis: Fachinformation des Herstellers, keine Studie; gelesen in Auszügen über fachinfo.de. Ob es für die Tabletten eine neuere Fassung als Juni 2023 gibt, habe ich nicht geprüft; die Tropfen desselben Herstellers (Juli 2025) nennen dieselben Abstände.
4Bayer Vital GmbH. Fachinformation Avalox 400 mg Filmtabletten (Moxifloxacin), Stand Januar 2026. fachinfo.de Abschnitt 4.5: „Zwischen der Verabreichung eines Arzneimittels, das zwei- oder dreiwertige Kationen enthält (z. B. Magnesium oder Aluminium enthaltende Antazida, Didanosin-Tabletten, Sucralfat, Eisen- oder Zink-haltige Arzneimittel), und der Gabe von Moxifloxacin sollten etwa 6 Stunden verstreichen.“ Hinweis: Fachinformation des Herstellers, gelesen in Auszügen. Calciumpräparate führt Abschnitt 4.5 unter den Mitteln, bei denen klinische Studien „keine Wechselwirkungen“ zeigten; Magnesium nennt er als Bestandteil von Antazida.
5Organon Healthcare GmbH. Fachinformation FOSAMAX einmal wöchentlich 70 mg Tabletten (Alendronsäure), Stand März 2024. fachinfo.de Abschnitt 4.2: „FOSAMAX muss auf nüchternen Magen mindestens 30 Minuten vor dem ersten Essen, Getränk oder Einnehmen von Arzneimitteln für den Tag und darf nur mit normalem Wasser eingenommen werden. Andere Getränke (einschließlich Mineralwasser), Nahrungsmittel und manche Arzneimittel können möglicherweise die Resorption von Alendronat beeinträchtigen“. Abschnitt 4.5 nennt Calcium-Ergänzungsmittel und Antazida. Abschnitt 5.2: „Die gemeinsame Einnahme von Alendronat mit Kaffee oder Orangensaft reduzierte die Bioverfügbarkeit um etwa 60 %.“ Das US-Label (02/2026) nennt dieselben 30 Minuten. Hinweis: Fachinformation des Herstellers, gelesen in Auszügen.
6Neolpharma Inc. LEVO-T (levothyroxine sodium) tablets, Prescribing Information, Revision 05/2026. accessdata.fda.gov, PDF „Administer LEVO-T as a single daily dose, on an empty stomach, one-half to one hour before breakfast.“ – „Administer LEVO-T at least 4 hours before or after drugs known to interfere with LEVO-T absorption“. Beratungsteil, Abschnitt 17: „Inform patients that agents such as iron and calcium supplements and antacids can decrease the absorption of levothyroxine. Instruct patients not to take LEVO-T tablets within 4 hours of these agents.“ Abschnitt 7: „Sucralfate, antacids and proton pump inhibitors may cause hypochlorhydria, affect intragastric pH, and reduce levothyroxine absorption.“ Zu Biotin: „Stop biotin and biotin-containing supplements for at least 2 days before assessing TSH and/or T4 levels“. Hinweis: US-Fachinformation eines Herstellers, keine Studie, gelesen in Auszügen. Das US-Label des bekannteren Markenpräparats Synthroid konnte ich nicht abrufen.
7von Siebenthal HK, Moretti D, Zimmermann MB, Stoffel NU (2023). Effect of dietary factors and time of day on iron absorption from oral iron supplements in iron deficient women. American Journal of Hematology 98(9):1356–1363. DOI 10.1002/ajh.26987 · PMID 37357807 34 Frauen mit leeren Eisenspeichern bekamen je 100 mg markiertes Eisen unter sechs Bedingungen, zusammen 204 Dosen; Bezug war Eisen morgens mit Wasser. „80 mg AA increased FIA by 30% (p < .001) but 500 mg AA did not further increase FIA (p = .226); coffee decreased FIA by 54% (p = .004); coffee with breakfast decreased FIA by 66% (p < .001) despite the presence of ~90 mg of AA. Serum hepcidin was higher (p < .001) and FIA was 37% lower (p = .059) in the afternoon compared to the morning.“ AA ist Vitamin C, FIA der Anteil des aufgenommenen Eisens; das Frühstück enthielt Kaffee und Orangensaft. Einschränkung: nur junge Frauen mit leeren Speichern, nur Eisensulfat; gemessen wurde die Aufnahme einzelner Dosen, nicht der Eisenstatus über Wochen. Der Unterschied zum Nachmittag ist nicht gesichert. Geldgeber laut PubMed außerhalb der US-Regierung, Einzelheiten und Interessenkonflikte nicht geprüft.
8Polk RE, Healy DP, Sahai J, Drwal L, Racht E (1989). Effect of ferrous sulfate and multivitamins with zinc on absorption of ciprofloxacin in normal volunteers. Antimicrobial Agents and Chemotherapy 33(11):1841–1844. DOI 10.1128/AAC.33.11.1841 · PMID 2610494 · PMC172774 Überkreuz-Studie mit 12 gesunden Männern: je sieben Tage Eisensulfat (325 mg dreimal am Tag) oder ein Multivitamin mit Zink, dann 500 mg Ciprofloxacin nüchtern zusammen mit der letzten Dosis. Fläche unter der Kurve allein 14,5 und 15,7, mit Eisen 5,4, mit dem Multivitamin 11,3 µg·h/ml. „Peak concentrations of ciprofloxacin with regimen B were below the MIC for 90% of strains of many organisms normally considered susceptible.“ Gerechnet: (14,5 − 5,4) ÷ 14,5 = 63 % weniger mit Eisen; (14,5 − 11,3) ÷ 14,5 = 22 % weniger mit dem Multivitamin. Bezug ist die erste Messung ohne Eisen; gegen die zweite (15,7) ergäben sich 66 und 28 % – ich nenne die vorsichtigeren Werte. Einschränkung: zwölf gesunde Männer, gleichzeitige Einnahme, Abstände nicht geprüft. Geldgeber laut PubMed außerhalb der US-Regierung, Einzelheiten und Interessenkonflikte nicht geprüft.
9Bundesinstitut für Risikobewertung. Höchstmengenvorschläge für Magnesium in Lebensmitteln inklusive Nahrungsergänzungsmitteln (verlinkt aus Stellungnahme 006/2024 vom 22.02.2024); dazu Presseinformation 50/2017 vom 12.12.2017. bfr.bund.de, PDF · Presseinformation Höchstmenge „von 250 Milligramm (mg) pro Tagesverzehrempfehlung eines NEM-Produkts“; „Es wird empfohlen, diese Tagesverzehrmenge auf zwei oder mehr Portionen pro Tag zu verteilen.“ Begründung laut Presseinformation: In den meisten Studien kam Magnesium in zwei oder mehr Portionen, und „dies vermutlich die Verträglichkeit erhöht“. Eine Tageszeit oder Mahlzeit nennen beide Dokumente nicht. Hinweis: Angaben einer Bundesbehörde, keine Studie; das PDF trägt kein eigenes Datum.
10Konishi T, Takahashi Y, Shiina Y, Oike H, Oishi K (2021). Time-of-day effects of consumption of fish oil-enriched sausages on serum lipid parameters and fatty acid composition in normolipidemic adults: A randomized, double-blind, placebo-controlled, and parallel-group pilot study. Nutrition 90:111247. DOI 10.1016/j.nut.2021.111247 · PMID 33962365 Ausgeloste, doppelt verblindete Pilotstudie, also ein kleiner Vorversuch, mit 20 gesunden Erwachsenen in Japan über acht Wochen: Würstchen mit Fischöl (1.010 mg DHA, 240 mg EPA) morgens und ein Würstchen ohne nennenswertes Fischöl abends, oder umgekehrt. „Serum concentrations of TG and total saturated FA were significantly decreased in the BF-FO group, whereas those of ω-3 PUFA were significantly and identically increased in both groups.“ BF-FO ist die Gruppe mit Fischöl am Morgen, TG sind die Blutfette, die Triglyceride. Fazit der Autoren: „the timing of FO intake affects both serum FA concentrations and TG metabolism“; ob der Unterschied zwischen den Gruppen gesichert war, steht nicht in der Kurzfassung. Einschränkung: Pilotstudie mit 20 Personen, Fischöl in einem Lebensmittel statt in Kapseln. Drei der fünf Autoren arbeiteten bei Maruha Nichiro, einer japanischen Lebensmittelfirma; Geldgeber und Interessenkonflikte nicht geprüft.
11Adventure-Heart DJ, Madden NA, Delfabbro P (2018). Effects of Vitamin B6 (Pyridoxine) and a B Complex Preparation on Dreaming and Sleep. Perceptual and Motor Skills 125(3):451–462. DOI 10.1177/0031512518770326 · PMID 29665762 Ausgeloste, doppelt verblindete Studie mit 100 Teilnehmern in Australien über fünf Tage, 240 mg Vitamin B6 vor dem Schlafen; ein B-Komplex lief als Nebenarm mit: „participants in the B complex group showed significantly lower self-rated sleep quality and significantly higher tiredness on waking.“ Vitamin B6 allein, der Hauptteil der Studie, „significantly increased the amount of dream content participants recalled“, beeinflusste den Schlaf sonst aber nicht: „nor did it significantly affect other sleep-related variables“. Einschränkung: Nebenarm, fünf Tage, nur eigene Angaben der Teilnehmer, viele Fragen auf einmal. Geldgeber und Interessenkonflikte nicht geprüft.
12Lawson LD, Hughes BG (1988). Absorption of eicosapentaenoic acid and docosahexaenoic acid from fish oil triacylglycerols or fish oil ethyl esters co-ingested with a high-fat meal. Biochemical and Biophysical Research Communications 156(2):960–963. DOI 10.1016/s0006-291x(88)80937-9 · PMID 2847723 Männer, Einzeldosen zu einer fettreichen Mahlzeit mit 44 g Fett, verglichen mit früher berichteten Werten bei 8 g Fett: „Absorption of both EPA and DHA from fish oil ethyl esters was increased three-fold, to about 60%, by co-ingestion with the high-fat meal, indicating that absorption of fatty acid ethyl esters is highly dependent on the amount of co-ingested fat.“ Bei Triglyceriden stieg die Aufnahme von EPA von 69 auf 90 %. Einschränkung: Vergleich mit einer früheren Studie, nicht gleichzeitig ausgelost; Zahl der Teilnehmer nicht in der Kurzfassung. Die Autoren arbeiteten bei Murdock Pharmaceuticals; Geldgeber nicht geprüft.
13Davidson MH, Johnson J, Rooney MW, Kyle ML, Kling DF (2012). A novel omega-3 free fatty acid formulation has dramatically improved bioavailability during a low-fat diet compared with omega-3-acid ethyl esters: the ECLIPSE (Epanova® compared to Lovaza® in a pharmacokinetic single-dose evaluation) study. Journal of Clinical Lipidology 6(6):573–584. DOI 10.1016/j.jacl.2012.01.002 · PMID 23312053 Ausgeloste Überkreuz-Studie mit 54 Erwachsenen mit Übergewicht: je 4 g Omega-3 als freie Fettsäuren oder als Ethylester, unter fettarmer und fettreicher Kost, einzelne Dosen. „During the low-fat period, 30 of 51 (58.8%) subjects dosed with OM-3 FFA maintained an AUC(0-t) that was ≥50% of the respective high-fat AUC(0-t) in contrast to only 3 of 50 (6.0%) subjects dosed with OM-3 EE.“ Einschränkung: Arzneimittelmenge, Einzeldosen. Der Erstautor arbeitete beim Hersteller der geprüften neuen Form, die gegen ein bereits zugelassenes Ethylester-Mittel eines anderen Herstellers antrat – ein Interessenkonflikt. Geldgeber laut PubMed außerhalb der US-Regierung, Einzelheiten nicht geprüft.
14National Institutes of Health, Office of Dietary Supplements. Calcium – Fact Sheet for Health Professionals. ods.od.nih.gov „Absorption from supplements is highest with doses of 500 mg or less“; „Calcium citrate is less dependent on stomach acid for absorption than calcium carbonate, so it can be taken without food.“ – „In general, however, absorption of calcium supplements is greater when they are taken with food, regardless of whether the user's gastric acid is low.“ Hinweis: Merkblatt einer US-Bundesbehörde, gelesen in Auszügen; ein Datum der letzten Überarbeitung habe ich nicht gefunden.
15National Institutes of Health, Office of Dietary Supplements. Iron – Fact Sheet for Health Professionals, aktualisiert am 04.09.2025. ods.od.nih.gov „Taking iron supplements with food can help minimize these adverse effects.“ Zu Calcium: Es könne die Eisenaufnahme stören, „although this effect has not been definitively established“; „experts suggest that people take individual calcium and iron supplements at different times of the day“. Zu Zink: „supplements containing 25 mg iron or more can reduce zinc absorption and plasma zinc concentrations“. Zu Säureblockern: „Treatment with proton pump inhibitors for up to 10 years is not associated with iron depletion or anemia in people with normal iron stores, but patients with iron deficiency taking proton pump inhibitors can have suboptimal responses to iron supplementation.“ Hinweis: Merkblatt einer US-Bundesbehörde, gelesen in Auszügen. Kaffee, Tee und Einnahme jeden zweiten Tag nennt es nicht.
16Dawson-Hughes B, Harris SS, Lichtenstein AH, Dolnikowski G, Palermo NJ, Rasmussen H (2015). Dietary fat increases vitamin D-3 absorption. Journal of the Academy of Nutrition and Dietetics 115(2):225–230. DOI 10.1016/j.jand.2014.09.014 · PMID 25441954 Ausgeloste Studie über einen Tag mit 50 gesunden älteren Menschen: einmal 50.000 IE Vitamin D3 zu einem fettfreien oder einem fetthaltigen Frühstück. „The mean peak (12-hour) plasma vitamin D-3 level after the dose was 32% (95% CI 11% to 52%) greater in subjects consuming fat-containing compared with fat-free meals“. Einschränkung: eine einzige hohe Dosis, nur Ältere; gemessen wurde Vitamin D3 im Blut, nicht der Speicherwert 25-OH-D. PubMed nennt nur das Online-Datum 2014. Geldgeber laut PubMed außerhalb der US-Regierung und US-Regierung, Einzelheiten und Interessenkonflikte nicht geprüft.
17Raimundo FV, Lang MA, Scopel L, Marcondes NA, Araújo MG, Faulhaber GA, Furlanetto TW (2015). Effect of fat on serum 25-hydroxyvitamin D levels after a single oral dose of vitamin D in young healthy adults: a double-blind randomized placebo-controlled study. European Journal of Nutrition 54(3):391–396. DOI 10.1007/s00394-014-0718-8 · PMID 24853643 Ausgeloste, doppelt verblindete Studie mit 64 jungen Gesunden: einmal 50.000 IE zum Frühstück mit 0, 15 oder 30 g Fett oder Scheinmittel; Speicherwert 25-OH-D nach 14 Tagen. „A single oral dose of vitamin D given with food increased mean serum 25(OH)D levels, after 2 weeks, and the mean increase was larger, when the meal had at least 15 g of fat.“ Einschränkung: eine Dosis, zwei Wochen, kleine Gruppen; Zahlen nur im Volltext. PubMed nennt das Online-Datum 2014. Geldgeber laut PubMed außerhalb der US-Regierung, Einzelheiten und Interessenkonflikte nicht geprüft.
18Mulligan GB, Licata A (2010). Taking vitamin D with the largest meal improves absorption and results in higher serum levels of 25-hydroxyvitamin D. Journal of Bone and Mineral Research 25(4):928–930. DOI 10.1002/jbmr.67 · PMID 20200983 Beobachtung ohne Vergleichsgruppe an einer Klinik in den USA: 17 Menschen, deren Vitamin-D-Wert trotz Behandlung nicht ausreichend stieg, sollten ihr übliches Präparat zur größten Mahlzeit des Tages nehmen. Nach zwei bis drei Monaten stieg der Speicherwert im Mittel von 30,5 auf 47,2 ng/ml: „Overall, the average serum 25(OH)D level increased by 56.7% +/- 36.7%.“ Die Mengen lagen laut Kurzfassung zwischen 1.000 und 50.000 IE; ob alle täglich nahmen, geht aus ihr nicht klar hervor. Einschränkung: keine Vergleichsgruppe, nur 17 Personen, ausgewählt, weil ihr Wert nicht gestiegen war – ein Teil des Anstiegs kann andere Gründe haben. Geldgeber und Interessenkonflikte nicht geprüft.
19von Siebenthal HK, Gessler S, Vallelian F, Steinwendner J, Kuenzi UM, Moretti D, Zimmermann MB, Stoffel NU (2023). Alternate day versus consecutive day oral iron supplementation in iron-depleted women: a randomized double-blind placebo-controlled study. eClinicalMedicine 65:102286. DOI 10.1016/j.eclinm.2023.102286 · PMID 38021373 · PMC10659995 150 junge Schweizer Frauen mit knappem Eisen: 100 mg Eisen täglich über 90 Tage, danach Scheinmittel, oder 100 mg jeden zweiten Tag über 180 Tage – gleiche Gesamtmenge, morgens vor dem Frühstück mit einer Vitamin-C-Quelle. Am Ende der Eisengabe, nach 90 gegen 180 Tagen: „median serum ferritin was 43.8 μg/L (31.7-58.2) versus 44.8 μg/L (33.8-53.6) (P = 0.98)“. Bei gleicher Dauer lag die tägliche Einnahme vorn: „Serum ferritin was higher in the consecutive-day group than in the alternate-day group at 46 and 93 days (P < 0.01 for both); the reverse was true at 183 days“ – da nahm die Tagesgruppe schon drei Monate Scheinmittel. An den Einnahmetagen gab es mit täglicher Einnahme häufiger Magen-Darm-Beschwerden (Verhältnis 1,56; gerechnet: 56 % häufiger). Eisenmangel nach sechs Monaten: 11,4 % in der Tagesgruppe gegen 3,0 % in der Gruppe jeden zweiten Tag (P = 0,049). Die Autoren: „alternate day dosing reduces total iron absorption per unit time compared to consecutive day dosing“. Die Autoren schreiben, für Frauen mit Blutarmut und Beschwerden, die schnell auffüllen müssen, sei die Einnahme jeden zweiten Tag womöglich nicht optimal. Einschränkung: junge, gesunde Frauen, kaum mit Blutarmut; tägliche Erinnerung per App; dieselbe Gesamtmenge über dieselbe Zeit hat die Studie nicht verglichen. Geldgeber: Schweizerischer Nationalfonds, laut Volltext ohne Einfluss auf die Studie; „The authors declare no competing interests.“
20Spencer H, Norris C, Williams D (1994). Inhibitory effects of zinc on magnesium balance and magnesium absorption in man. Journal of the American College of Nutrition 13(5):479–484. DOI 10.1080/07315724.1994.10718438 · PMID 7836627 Erwachsene Männer auf einer Station für Stoffwechselbilanzen: „Zn supplements of 142 mg/day decreased Mg absorption and the Mg balance significantly“. Die umgekehrte Richtung, Magnesium gegen Zink, prüfte die Studie nicht. Einschränkung: sehr hohe Zinkmenge, Zahl der Teilnehmer nicht in der Kurzfassung. Geldgeber und Interessenkonflikte nicht geprüft.
21Hallberg L, Brune M, Erlandsson M, Sandberg AS, Rossander-Hultén L (1991). Calcium: effect of different amounts on nonheme- and heme-iron absorption in humans. American Journal of Clinical Nutrition 53(1):112–119. DOI 10.1093/ajcn/53.1.112 · PMID 1984335 126 Personen, Weizenbrötchen mit 40 bis 600 mg Calcium: „Iron absorption was reduced by 50-60% at doses of 300-600 mg Ca. Giving 165 mg Ca as milk, cheese, or calcium chloride reduced absorption by 50-60%.“ Einschränkung: Einzelmahlzeiten. Geldgeber laut PubMed außerhalb der US-Regierung, Einzelheiten und Interessenkonflikte nicht geprüft.
22Abioye AI, Okuneye TA, Odesanya AO, Adisa O, Abioye AI, Soipe AI, Ismail KA, Yang JF, Fasehun LK, Omotayo MO (2021). Calcium Intake and Iron Status in Human Studies: A Systematic Review and Dose-Response Meta-Analysis of Randomized Trials and Crossover Studies. Journal of Nutrition 151(5):1084–1101. DOI 10.1093/jn/nxaa437 · PMID 33758936 „The negative effect of calcium intake was statistically significant in short-term iron absorption studies, but the effect magnitude was low … The inverse dose-response association of calcium intake with the serum ferritin concentration was significant (P value = 0.0004). There was, however, no reduction in the hemoglobin concentration“. – „The existing body of studies is insufficient to make recommendations with high confidence“. Einschränkung: Studien sehr verschieden. Geldgeber und Interessenkonflikte nicht geprüft.
23Fischer Walker C, Kordas K, Stoltzfus RJ, Black RE (2005). Interactive effects of iron and zinc on biochemical and functional outcomes in supplementation trials. American Journal of Clinical Nutrition 82(1):5–12. DOI 10.1093/ajcn.82.1.5 · PMID 16002793 Übersicht über ausgeloste Studien mit Eisen und Zink, vor allem bei Kindern und Schwangeren in ärmeren Ländern: „when zinc is given with iron, iron indicators do not improve as greatly as when iron is given alone. In most of the studies, iron supplementation did not affect the biochemical status of zinc“; „there is no strong evidence to discourage joint supplementation.“ Einschränkung: andere Bevölkerungen als in Deutschland. Geldgeber laut PubMed außerhalb der US-Regierung, Interessenkonflikte nicht geprüft.
24Skelin M, Lucijanić T, Amidžić Klarić D, Rešić A, Bakula M, Liberati-Čizmek AM, Gharib H, Rahelić D (2017). Factors Affecting Gastrointestinal Absorption of Levothyroxine: A Review. Clinical Therapeutics 39(2):378–403. DOI 10.1016/j.clinthera.2017.01.005 · PMID 28153426 Übersichtsarbeit: „A decrease in the absorption of LT4 is established and clinically significant when administered concomitantly with cholestyramine, colesevelam, lanthanum, calcium carbonate, calcium citrate, calcium acetate, iron sulfate, ciprofloxacin, aluminum hydroxide, sevelamer, or proton pump inhibitors.“ LT4 ist Levothyroxin. Einschränkung: erzählende Übersicht ohne gemeinsame Auswertung; die Studien sind laut den Autoren sehr verschieden. Geldgeber und Interessenkonflikte nicht geprüft.
25Attinger MC, von Felten S, Rodrigues CL, Krützfeldt J, Risch L, Bonzon J (2025). Single Center, Open-Label, Randomized Crossover Trial on Drug-Drug Interactions of Levothyroxine/Magnesium-Citrate and Levothyroxine/Magnesium-Aspartate in Healthy Subjects – The ThyroMag Trial. Clinical and Translational Science 18(11):e70409. DOI 10.1111/cts.70409 · PMID 41221788 · PMC12605969 Offene, ausgeloste Überkreuz-Studie mit 15 gesunden Erwachsenen: 1 mg Levothyroxin allein oder zusammen mit Magnesiumaspartat oder Magnesiumcitrat, gemessen über sechs Stunden. „Coadministration of magnesium aspartate significantly reduced thyroxine AUC by 12% … and coadministration of magnesium citrate reduced thyroxine AUC non-significantly by 7%“. Die Autoren raten, Levothyroxin getrennt von Magnesium zu nehmen. Einschränkung: Gesunde, eine einzelne hohe Dosis, kurze Messung; das Magnesium kam als in Wasser gelöstes Pulver, was die Autoren für den wahrscheinlichsten Grund des kleinen Effekts halten. Geldgeber laut PubMed außerhalb der US-Regierung; laut Volltext „The authors declare no conflicts of interest.“
26Takeda GmbH. Fachinformation Pantozol 40 mg magensaftresistente Tabletten (Pantoprazol), Stand April 2023. fachinfo.de Abschnitt 4.4: Schwerer Magnesiummangel im Blut wurde selten berichtet, bei Behandlung „für mindestens drei Monate, jedoch in den meisten Fällen für ein Jahr“; bei langer Behandlung oder zusammen mit Digoxin oder Entwässerungsmitteln „sollte der Arzt vor und periodisch während der Behandlung mit PPI eine Überwachung der Magnesiumwerte in Betracht ziehen“. Außerdem kann es, wie bei allen säurehemmenden Mitteln, durch zu wenig Magensäure „zur Malabsorption von Vitamin B12 (Cyanocobalamin) kommen“. Genannt werden dafür Menschen mit krankhaft erhöhter Säurebildung, die lange behandelt werden, und Menschen mit Risikofaktoren oder knappen B12-Reserven; bedacht werden soll das vor allem bei langer Behandlung. Eisen und einen Zeitabstand zu Magnesium- oder Eisenpräparaten nennt die Fachinformation nicht. Das US-Label von PRILOSEC nennt ebenfalls mindestens drei Monate. Hinweis: Fachinformation des Herstellers, gelesen in Auszügen. Eine Mitteilung der US-Arzneimittelbehörde FDA von 2011 zu diesem Thema war nicht abrufbar.
27ratiopharm GmbH. Fachinformation Doxy-M-ratiopharm 100 mg/200 mg Tabletten (Doxycyclin), Stand Juni 2025. fachinfo.de Abschnitt 4.5: Die Aufnahme kann durch „Aluminium, Calcium (Milch, Milchprodukte und calciumhaltige Fruchtsäfte) und Magnesium in Antazida oder durch Zink-, Bismut- oder Eisenpräparate“ beeinträchtigt werden. „Daher sollten derartige Arznei- oder Nahrungsmittel in einem zeitlichen Abstand von 2-3 Stunden eingenommen werden.“ Hinweis: Fachinformation des Herstellers, gelesen in Auszügen.
28Bayer Vital GmbH. Fachinformation Ciprobay 500 mg Filmtabletten (Ciprofloxacin), Stand Oktober 2026. fachinfo.de Abschnitt 4.5: Arzneimittel und Mineralzusätze mit mehrwertigen Kationen, „z. B. Kalzium, Magnesium, Aluminium, Eisen“, verringern die Aufnahme; „Deshalb sollte Ciprofloxacin entweder 1‑2 Stunden vor oder mindestens 4 Stunden nach diesen Präparaten eingenommen werden.“ Zu Milchprodukten allein gilt derselbe Abstand; „Kalzium als Bestandteil einer Mahlzeit beeinflusst die Resorption von Ciprofloxacin (oral) nur unwesentlich.“ Hinweis: Fachinformation des Herstellers, gelesen in Auszügen über fachinfo.de.
29Sanofi-Aventis Deutschland GmbH. Fachinformation Tavanic 250 mg und 500 mg Filmtabletten (Levofloxacin), Stand Juli 2026. fachinfo.de Abschnitt 4.5: Zubereitungen mit zwei- oder dreiwertigen Kationen, „wie beispielsweise Eisen- oder Zinksalze oder magnesium- oder aluminiumhaltige Antazida“, sollen „2 Stunden vor bis 2 Stunden nach der Anwendung von Tavanic-Filmtabletten nicht“ eingenommen werden. „Für Calciumsalze konnte ein minimaler Effekt auf die Resorption von Levofloxacin nach oraler Gabe nachgewiesen werden.“ Das US-Label nennt ebenfalls zwei Stunden davor oder danach. Hinweis: Fachinformation des Herstellers, gelesen in Auszügen; das US-Label (LEVAQUIN, 10/2018) nur zum Abgleich.
30Viatris Healthcare GmbH. Fachinformation Marcumar 3 mg Tabletten (Phenprocoumon), Stand Juni 2026. fachinfo.de Abschnitt 4.2: „Allerdings reduziert die gleichzeitige Aufnahme von Vitamin-K-haltigen Nahrungsmitteln die antikoagulative Wirkung des Marcumars.“ Abschnitt 4.5: Bei abrupter Umstellung der Ernährung „und Einnahme von Vitamin-K-haltigen Präparaten“ kann sich die Wirksamkeit verändern; „In diesen Fällen empfiehlt es sich, häufigere Gerinnungskontrollen vorzunehmen.“ Unter den Stoffen, die die Wirkung abschwächen können: „Vitamin-K-haltige Präparate“. Genannt werden auch Glucosamin, Gojibeeren und Johanniskraut. Einen Zeitabstand nennt die Fachinformation nicht. Das US-Label für Warfarin rät ebenso zu einer gleichbleibenden Vitamin-K-Zufuhr. Hinweis: Fachinformation des Herstellers, gelesen in Auszügen. Omega-3 und Fischöl nennt sie nach meinem Abruf nicht.
31Theuwissen E, Teunissen KJ, Spronk HMH, Hamulyák K, Ten Cate H, Shearer MJ, Vermeer C, Schurgers LJ (2013). Effect of low-dose supplements of menaquinone-7 (vitamin K2) on the stability of oral anticoagulant treatment: dose-response relationship in healthy volunteers. Journal of Thrombosis and Haemostasis 11(6):1085–1092. DOI 10.1111/jth.12203 · PMID 23530987 18 Gesunde wurden vier Wochen mit dem Gerinnungshemmer Acenocoumarol eingestellt, 15 erreichten den Zielwert; danach sechs Wochen steigende Mengen Vitamin K2 (MK-7). „A daily intake of 45 μg of MK-7 significantly decreased the group mean values of both the INR and ucFII by ~ 40%. Daily intakes of 10 and 20 μg of MK-7 were independently judged by two hematologists to cause a clinically relevant lowering of the INR in at least 40% and 60% of subjects, respectively“. Die Autoren nennen 10 µg weniger als die übliche Menge im Handel (45 µg) und raten, solche Präparate unter diesen Mitteln zu meiden. Einschränkung: Gesunde statt Menschen, die einen Gerinnungshemmer brauchen; Acenocoumarol, nicht Phenprocoumon; ohne Vergleichsgruppe, Mengen nacheinander gesteigert. Geldgeber laut PubMed außerhalb der US-Regierung, Einzelheiten und Interessenkonflikte nicht geprüft; die Erstautorin gab als Kontakt eine Adresse bei VitaK in Maastricht an; was VitaK ist und ob daraus ein Interesse an Vitamin-K-Produkten folgt, habe ich nicht geprüft.
32BASF AS. Fachinformation Omacor 1000 mg Weichkapseln (Omega-3-Säurenethylester 90), Stand Januar 2024. fachinfo.de Arzneimittel mit 460 mg EPA- und 380 mg DHA-Ethylester je Kapsel, bis zu vier Kapseln am Tag. Abschnitt 4.2: Einnahme zu den Mahlzeiten. Abschnitt 4.4: Wegen der moderaten Verlängerung der Blutungszeit bei der Höchstdosis sollen Menschen, die zugleich Gerinnungshemmer bekommen, überwacht werden. Abschnitt 4.5: „Bei gleichzeitiger Verabreichung von Warfarin und Omacor wurden keine hämorrhagischen Komplikationen beobachtet. Dennoch muss die Prothrombinzeit kontrolliert werden“. Das US-Label von LOVAZA nennt ebenso Kontrollen, auch bei Mitteln wie ASS. Hinweis: Fachinformation eines Arzneimittels mit höherer Menge als die meisten Fischölkapseln; nicht direkt auf frei verkäufliche Präparate übertragbar.
33Claxton AJ, Cramer J, Pierce C (2001). A systematic review of the associations between dose regimens and medication compliance. Clinical Therapeutics 23(8):1296–1310. DOI 10.1016/s0149-2918(01)80109-0 · PMID 11558866 Systematische Übersicht über 76 Studien, in denen die Einnahme von Medikamenten elektronisch erfasst wurde: „1 dose = 79% +/- 14%, 2 doses = 69% +/- 15%, 3 doses = 65% +/- 16%, 4 doses = 51% +/- 20%“; zwischen einer und zwei Einnahmen am Tag war der Unterschied nicht gesichert. Einschränkung: Medikamente, keine Nahrungsergänzung – die Übertragung ist meine Annahme. Die Erstautorin arbeitete bei Eli Lilly; Geldgeber laut PubMed außerhalb der US-Regierung, Einzelheiten nicht geprüft.
34Coleman CI, Limone B, Sobieraj DM, Lee S, Roberts MS, Kaur R, Alam T (2012). Dosing frequency and medication adherence in chronic disease. Journal of Managed Care Pharmacy 18(7):527–539. DOI 10.18553/jmcp.2012.18.7.527 · PMID 22971206 · PMC10438207 Auswertung von 51 Studien zu Medikamenten bei chronischen Krankheiten: Gegenüber einmal am Tag lag die Einnahmetreue bei zwei-, drei- und viermal am Tag niedriger, je nach Maß um 6,7 bis 54,2 Prozentpunkte. Einschränkung: Medikamente, keine Nahrungsergänzung. Geldgeber laut PubMed außerhalb der US-Regierung; Interessenkonflikte nicht geprüft.
35Singh N, Singh PN, Hershman JM (2000). Effect of calcium carbonate on the absorption of levothyroxine. JAMA 283(21):2822–2825. DOI 10.1001/jama.283.21.2822 · PMID 10838651 Studie ohne Vergleichsgruppe mit 20 Menschen mit Schilddrüsenunterfunktion, 27 bis 78 Jahre: drei Monate 1.200 mg Calcium als Carbonat zusammen mit Levothyroxin. „Mean thyrotropin levels increased significantly, from 1.6 mIU/L at baseline to 2.7 mIU/L during the calcium period, and decreased to 1.4 mIU/L after calcium discontinuation“; 20 % lagen in der Calcium-Zeit über dem Normalbereich. Einschränkung: klein, ohne Vergleichsgruppe, gleichzeitige Einnahme – ob ein Abstand das Problem löst, prüfte die Studie nicht. Geldgeber laut PubMed außerhalb der US-Regierung, Einzelheiten und Interessenkonflikte nicht geprüft.
36Campbell NR, Hasinoff BB, Stalts H, Rao B, Wong NC (1992). Ferrous sulfate reduces thyroxine efficacy in patients with hypothyroidism. Annals of Internal Medicine 117(12):1010–1013. DOI 10.7326/0003-4819-117-12-1010 · PMID 1443969 14 Menschen mit Schilddrüsenunterfunktion nahmen zwölf Wochen 300 mg Eisensulfat gleichzeitig mit Thyroxin: „the mean level of serum thyrotropin … rose from 1.6 +/- 0.4 to 5.4 +/- 2.8 mU/L“; bei neun nahmen Beschwerden und Zeichen einer Unterfunktion zu. Einschränkung: 14 Personen, ohne Vergleichsgruppe, gleichzeitige Einnahme. Geldgeber laut PubMed außerhalb der US-Regierung, Einzelheiten und Interessenkonflikte nicht geprüft.
37Gertz BJ, Holland SD, Kline WF, Matuszewski BK, Freeman A, Quan H, Lasseter KC, Mucklow JC, Porras AG (1995). Studies of the oral bioavailability of alendronate. Clinical Pharmacology & Therapeutics 58(3):288–298. DOI 10.1016/0009-9236(95)90245-7 · PMID 7554702 Mehrere Studien, überwiegend mit Frauen nach den Wechseljahren: Nüchtern mit Wasser und zwei Stunden bis zum Essen kamen im Mittel 0,76 % der Dosis an. „Taking alendronate either 60 or 30 minutes before a standardized breakfast reduced bioavailability by 40% relative to the 2-hour wait. Taking alendronate either concurrently with or 2 hours after breakfast drastically (> 85%) impaired availability. Black coffee or orange juice alone, when taken with the drug, also reduced bioavailability (approximately 60%).“ Die 30 Minuten nennen die Autoren eine praktische Empfehlung. Einschränkung: Einzeldosen; Mineralstoffpräparate nicht eigens geprüft. Der Erstautor arbeitete beim Hersteller von Alendronat – ein Interessenkonflikt. Geldgeber laut PubMed außerhalb der US-Regierung, Einzelheiten nicht geprüft.
38Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA). Bonviva 150 mg Filmtabletten (Ibandronsäure), Produktinformation (EPAR), deutsch. ema.europa.eu, PDF Abschnitt 4.2: Einnahme „nach einer nächtlichen Nüchternperiode (von mindestens 6 Stunden) und 1 Stunde vor der ersten Nahrungs- oder Flüssigkeitsaufnahme (außer Wasser) des Tages“; „Wasser mit einer hohen Calciumkonzentration darf nicht verwendet werden.“ Abschnitt 4.5: Calcium-Ergänzungspräparate, Antazida und Arzneimittel mit Aluminium, Magnesium oder Eisen können die Aufnahme beeinflussen; deshalb sollen mindestens 6 Stunden vor und 1 Stunde nach der Einnahme keine anderen Arzneimittel zum Einnehmen genommen werden. Hinweis: Produktinformation des Zulassungsinhabers; die Fassung nennt kein Datum der letzten Überarbeitung. Das US-Label habe ich nicht gefunden.
39Lam JR, Schneider JL, Quesenberry CP, Corley DA (2017). Proton Pump Inhibitor and Histamine-2 Receptor Antagonist Use and Iron Deficiency. Gastroenterology 152(4):821–829.e1. DOI 10.1053/j.gastro.2016.11.023 · PMID 27890768 Fall-Kontroll-Studie in Kalifornien mit 77.046 Menschen mit neuem Eisenmangel und 389.314 ohne: „Both ≥2 years of PPIs (adjusted odds ratio, 2.49; 95% confidence interval, 2.35-2.64) and ≥2 years of H2RAs (odds ratio, 1.58; 95% CI, 1.46-1.71) were associated with an increased subsequent risk for iron deficiency.“ Einschränkung: Beobachtungsstudie; gemessen wurden Eisenmangel-Diagnosen, nicht die Aufnahme aus Eisentabletten. Geldgeber und Interessenkonflikte nicht geprüft.
40Deutsche Gesellschaft für Ernährung. Referenzwerte Zink (Stand der Ableitung 2019); dazu Ausgewählte Fragen und Antworten zu Zink, Juli 2019. dge.de, Referenzwerte · dge.de, Fragen und Antworten „Die Zinkaufnahme ist stark abhängig von der Phytatzufuhr (z. B. in Vollkorngetreide und Hülsenfrüchte) der Nahrung.“ – „Auch die gleichzeitige Zufuhr von tierischem Protein erhöht die Bioverfügbarkeit von Zink.“ Die Empfehlungen sind nach niedriger, mittlerer und hoher Phytatzufuhr gestaffelt. Aus den Fragen und Antworten: Die Aufnahme kann bei sehr hohen Phytatgehalten „um bis zu 45 % vermindert sein“; Einweichen, Keimung oder Sauerteiggärung bauen Phytat ab. Hinweis: Angaben einer Fachgesellschaft, gelesen in Auszügen. Ob die 3. Auflage der Referenzwerte (2025) bei Zink etwas geändert hat, habe ich nicht geprüft. Zum Zeitpunkt der Einnahme sagen beide Dokumente nichts.
41Arzneimittelgesetz (AMG), § 11 Packungsbeilage. gesetze-im-internet.de Die Packungsbeilage muss unter anderem nennen: „Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln oder anderen Mitteln, soweit sie die Wirkung des Arzneimittels beeinflussen können“, die „Häufigkeit der Verabreichung, erforderlichenfalls mit Angabe des genauen Zeitpunkts“, und „die ausdrückliche Empfehlung, bei Fragen zur Klärung der Anwendung den Arzt oder Apotheker zu befragen“. Hinweis: Gesetzestext, abgerufen am 27.10.2026.
42Verbraucherzentrale. Wechselwirkungen mit Medikamenten. Klartext Nahrungsergänzung, Stand 21.02.2026. verbraucherzentrale.de Arzneimittel müssen Wechselwirkungen in der Packungsbeilage nennen: „Das gilt aber nicht für Nahrungs­ergänzungsmittel - auch wenn diese genauso hoch oder sogar noch höher dosiert sind.“ Freiwillige Hinweise seien möglich. Hinweis: Verbraucherberatung, keine Behörde.
43Heaney RP, Weaver CM, Fitzsimmons ML (1990). Influence of calcium load on absorption fraction. Journal of Bone and Mineral Research 5(11):1135–1138. DOI 10.1002/jbmr.5650051107 · PMID 2270776 Gesunde Frauen, 15 bis 500 mg Calcium zu einer Mahlzeit: „Fractional absorption was highly inversely correlated with the logarithm of load … At the lowest loads, absorption averaged 64.0% and at the highest, 28.6%.“ Einschränkung: Einzelmahlzeiten; Zahl der Teilnehmerinnen nicht in der Kurzfassung. Gefördert von der US-Regierung laut PubMed; Interessenkonflikte nicht geprüft.
44Morck TA, Lynch SR, Cook JD (1983). Inhibition of food iron absorption by coffee. American Journal of Clinical Nutrition 37(3):416–420. DOI 10.1093/ajcn/37.3.416 · PMID 6402915 Studien mit markiertem Eisen bei Menschen mit gefüllten Speichern: „A cup of coffee reduced iron absorption from a hamburger meal by 39% as compared to a 64% decrease with tea“. – „No decrease in iron absorption occurred when coffee was consumed 1 h before a meal, but the same degree of inhibition as with simultaneous ingestion was seen when coffee was taken 1 h later.“ Einschränkung: Einzelmahlzeiten, Zahl der Teilnehmer nicht in der Kurzfassung. Gefördert von der US-Regierung laut PubMed; Interessenkonflikte nicht geprüft.
45National Institutes of Health, Office of Dietary Supplements. Zinc – Fact Sheet for Health Professionals, aktualisiert am 06.01.2026. ods.od.nih.gov Präparate mit 25 mg Eisen oder mehr gleichzeitig mit Zink können die Zinkaufnahme senken; „the iron added to enriched or fortified foods does not significantly interfere with zinc absorption“. – „Doses of 50 mg of zinc or more over a period of weeks can inhibit copper absorption“. Hinweis: Merkblatt einer US-Bundesbehörde, gelesen in Auszügen; die US-Obergrenze liegt bei 40 mg.
46Wood RJ, Zheng JJ (1997). High dietary calcium intakes reduce zinc absorption and balance in humans. American Journal of Clinical Nutrition 65(6):1803–1809. DOI 10.1093/ajcn/65.6.1803 · PMID 9174476 18 Frauen nach den Wechseljahren, Studie über 36 Tage; in zwei von drei Phasen rund 470 mg zusätzliches Calcium am Tag aus Milch oder Calciumphosphat: „Net zinc absorption and zinc balance were significantly reduced by approximately 2 mg/d during both high-calcium treatments.“ In einer zweiten Studie mit anderen Teilnehmern, Männern und Frauen, kam ein Präparat mit 600 mg Calcium als Carbonat zu einer Testmahlzeit: „Zinc absorption was reduced significantly by 50% when the calcium supplement was given with the meal.“ Zusätzliches Zink im Calciumpräparat glich das aus. Einschränkung: klein; die Studie über 36 Tage nur mit älteren Frauen, die Mahlzeit-Studie mit Männern und Frauen von 21 bis 69 Jahren. Geldgeber laut PubMed außerhalb der US-Regierung und US-Regierung, Interessenkonflikte nicht geprüft.
47Bundesinstitut für Risikobewertung. Biotin: Supplemente können Laboruntersuchungen verfälschen. Fragen und Antworten, 21.05.2026. bfr.bund.de, PDF „Bekannt ist aber, dass die Einnahme von hochdosierten Biotinsupplementen (ab 150 Mikrogramm (µg) pro Tagesdosis) zu Verfälschungen von Labortests und damit zu Problemen bei der medizinischen Diagnostik z. B. von Herzinfarkten oder bei der Interpretation von Schilddrüsenwerten führen kann.“ Ein erhöhtes Risiko sehe das BfR ab 150 µg am Tag, auch in einem Kombipräparat wie einem B-Komplex. Es empfiehlt einen Hinweis auf den Produkten, vor Labortests Arzt oder Labor zu informieren; eine Frist zum Absetzen nennt es nicht. Hinweis: Angaben einer Bundesbehörde, keine eigene Studie; gelesen am PDF.
48Li D, Radulescu A, Shrestha RT, Root M, Karger AB, Killeen AA, Hodges JS, Fan SL, Ferguson A, Garg U, Sokoll LJ, Burmeister LA (2017). Association of Biotin Ingestion With Performance of Hormone and Nonhormone Assays in Healthy Adults. JAMA 318(12):1150–1160. DOI 10.1001/jama.2017.13705 · PMID 28973622 · PMC5818818 Sechs Gesunde nahmen eine Woche 10 mg Biotin am Tag: „biotin ingestion-associated interference was found in 9 of the 23 (39%) biotinylated assays compared with none of the 14 nonbiotinylated assays“; je nach Test fielen Werte falsch hoch oder falsch niedrig aus. Einschränkung: sechs Personen, nur eine hohe Menge. Geldgeber und Interessenkonflikte nicht geprüft.
49Fernández-Lázaro D, Arribalzaga S, Gutiérrez-Abejón E, Azarbayjani MA, Mielgo-Ayuso J, Roche E (2024). Omega-3 Fatty Acid Supplementation on Post-Exercise Inflammation, Muscle Damage, Oxidative Response, and Sports Performance in Physically Healthy Adults – A Systematic Review of Randomized Controlled Trials. Nutrients 16(13):2044. DOI 10.3390/nu16132044 · PMID 38999792 · PMC11243702 Systematische Übersicht über 13 Studien mit gesunden Erwachsenen, ein Tag bis 26 Wochen Omega-3. Den Zeitpunkt der Einnahme rund ums Training untersucht die Übersicht nicht; „studies did not evaluate omega-3 status at baseline or following supplementation and therefore the observations must be treated with caution.“ Eine eigene Suche in PubMed nach Studien, die Omega-3 vor und nach dem Training vergleichen, ergab keinen Treffer. Einschränkung: Dass es keine Studie gibt, kann ich nur für meine Suche sagen. Geldgeber und Interessenkonflikte nicht geprüft.
50Hunt JR, Beiseigel JM (2009). Dietary calcium does not exacerbate phytate inhibition of zinc absorption by women from conventional diets. American Journal of Clinical Nutrition 89(3):839–843. DOI 10.3945/ajcn.2008.27175 · PMID 19176739 10 Frauen, vier Tageskosten mit wenig oder viel Phytat und Calcium: „Phytate significantly reduced fractional zinc absorption by approximately 10 percentage points and reduced absolute zinc absorption by 25%, or approximately 1 mg/d. Differences in dietary calcium did not affect zinc absorption, regardless of a high or low dietary phytate content.“ Einschränkung: zehn Frauen, je ein Tag. Gefördert vom US-Landwirtschaftsministerium; Interessenkonflikte nicht geprüft.
51Wissenschaftlicher Lebensmittelausschuss der EU (SCF) (2003). Opinion of the Scientific Committee on Food on the Tolerable Upper Intake Level of Zinc, 19.03.2003. ec.europa.eu, PDF „An UL of 25 mg/day is recommended.“ – „A NOAEL of 50 mg/day is based on the absence of any adverse effects on a wide range of relevant indicators of copper status“, mit dem Faktor 2 wegen kleiner, kurzer Studien. Ein Kupfermangel mit Beschwerden zeige sich „only after feeding zinc in the form of dietary supplements in excess of 150 mg/day for long periods“. Die EFSA führt die 25 mg in ihrer Übersicht vom August 2025 weiter. Hinweis: Bewertung eines EU-Gremiums, keine eigene Studie.
52Li N, Zhao G, Wu W, Zhang M, Liu W, Chen Q, Wang X (2020). The Efficacy and Safety of Vitamin C for Iron Supplementation in Adult Patients With Iron Deficiency Anemia: A Randomized Clinical Trial. JAMA Network Open 3(11):e2023644. DOI 10.1001/jamanetworkopen.2020.23644 · PMID 33136134 · PMC7607440 Offene ausgeloste Studie mit 440 Erwachsenen mit Eisenmangel-Blutarmut, fast alle Frauen: 100 mg Eisen alle acht Stunden mit oder ohne 200 mg Vitamin C. Nach zwei Wochen stieg der rote Blutfarbstoff um 2,00 gegen 1,84 g/dl, „thus meeting the criteria for equivalence“, nach acht Wochen um 4,20 gegen 4,07 g/dl; beim Ferritin kein gesicherter Unterschied. Einschränkung: offen, großzügige Grenze für Gleichwertigkeit; Eisen eine halbe Stunde nach dem Essen. Geldgeber und Interessenkonflikte nicht geprüft.
53Hunt JR, Gallagher SK, Johnson LK (1994). Effect of ascorbic acid on apparent iron absorption by women with low iron stores. American Journal of Clinical Nutrition 59(6):1381–1385. DOI 10.1093/ajcn/59.6.1381 · PMID 8198064 25 Frauen mit knappen Eisenspeichern, doppelt verblindet, je fünf Wochen dreimal 500 mg Vitamin C zu den Mahlzeiten oder Scheinmittel: „Ascorbic acid did not affect most biochemical indexes of iron status … but slightly increased serum ferritin (11.9 vs 10.7 micrograms/L, P < 0.06)“. Einschränkung: klein, kein Eisenpräparat. Die Autoren arbeiteten beim US-Landwirtschaftsministerium; Interessenkonflikte nicht geprüft.
54Dhanvijay AD, Patidar V, Singh J, Kumar S, Mudgal SK, Varikasuvu SR, Kumar R (2025). Efficacy of daily versus alternate day oral iron supplementation for management of anaemia among general population: a systematic review and meta-analysis. BMC Pharmacology and Toxicology 26(1):152. DOI 10.1186/s40360-025-00984-2 · PMID 40841680 · PMC12372323 Auswertung von 11 ausgelosten Studien mit 1.014 Teilnehmern über 3 Wochen bis 6 Monate: „The pooled analysis found a small, statistically non-significant increase in hemoglobin with daily dosing over alternate-day (MD: 0.28, 95% CI: −0.01 to 0.56, p = 0.06“; bei Ferritin und anderen Eisenwerten kein gesicherter Unterschied; „Adverse effects were similar between groups (RR: 1.07, 95% CI: 0.86 to 1.34), though metallic taste was more frequent with daily dosing.“ Das Fazit der Autoren nennt trotzdem „alternate-day dosing showing better tolerability“ – in den Zahlen stützt das nur der Metallgeschmack. Einschränkung: Vertrauenswürdigkeit für die meisten Ergebnisse laut den Autoren sehr niedrig; die Auswertung schließt die Schweizer Studie oben mit ein und ist deshalb keine unabhängige Bestätigung. Geldgeber und Interessenkonflikte nicht geprüft.
55National Institutes of Health, Office of Dietary Supplements. Vitamin D – Fact Sheet for Health Professionals. ods.od.nih.gov „The concurrent presence of fat in the gut enhances vitamin D absorption, … some vitamin D is absorbed even without dietary fat.“ Zur Tageszeit enthält das Merkblatt keinen Satz. Hinweis: Merkblatt einer US-Bundesbehörde; ein Datum der letzten Überarbeitung habe ich auf der Seite nicht gefunden, die Seite wurde laut Server im Oktober 2026 geändert.
56National Institutes of Health, Office of Dietary Supplements. Vitamin E und Vitamin K – Fact Sheets for Health Professionals, aktualisiert am 19. und 22.10.2026; dazu Vitamin A, 10.03.2025. Vitamin E · Vitamin K · Vitamin A Vitamin E: „Because the digestive tract requires fat to absorb vitamin E, people with fat-malabsorption disorders are more likely to … become deficient“. Vitamin K: „Consuming vegetables at the same time as some fat improves phylloquinone absorption from the vegetables“. Eine Empfehlung, Präparate mit Vitamin A, E oder K zum Essen zu nehmen, enthalten die Merkblätter nicht. Hinweis: Merkblätter einer US-Bundesbehörde, gelesen in Auszügen.
57Olivares M, Pizarro F, Ruz M, de Romaña DL (2012). Acute inhibition of iron bioavailability by zinc: studies in humans. Biometals 25(4):657–664. DOI 10.1007/s10534-012-9524-z · PMID 22297381 Übersicht der Arbeitsgruppe: „Studies performed in humans have shown an inhibitory effect of Zn on Fe absorption when both minerals are given together as a solution in fasting conditions.“ – „A negative interaction was not observed when Fe and Zn were provided in a composite hamburger meal, premature formula, human milk, or cow milk.“ Als Grund nennt sie die Konkurrenz um dieselben Transporter in der Darmwand. Einschränkung: Übersicht über eigene und fremde Einzelmahlzeit-Studien. Geldgeber laut PubMed außerhalb der US-Regierung, Interessenkonflikte nicht geprüft.
58Whittaker P (1998). Iron and zinc interactions in humans. American Journal of Clinical Nutrition 68(2 Suppl):442S–446S. DOI 10.1093/ajcn/68.2.442S · PMID 9701159 Übersichtsarbeit: „high iron concentrations can negatively affect zinc absorption in adults when these trace minerals are given in solution. However, when iron and zinc are given in a meal, this effect is not observed.“ Dass mehr als 25 mg Eisen die Zinkaufnahme messbar beeinflussen, beschreibt die Übersicht als Vermutung eines anderen Forschers aus dem Jahr 1986: „This could occur if iron supplements are taken with a meal, and iron experts recommend that iron supplements be taken between meals.“ Hinweis: Übersicht; der Autor arbeitete bei der US-Lebensmittelbehörde FDA. Interessenkonflikte nicht geprüft.
59Sandström B (2001). Micronutrient interactions: effects on absorption and bioavailability. British Journal of Nutrition 85 Suppl 2:S181–S185. PMID 11509108 Übersichtsarbeit: „At levels of essential micronutrients present in foods, most micronutrients appear to utilise specific absorptive mechanisms and not be vulnerable to interactions. In aqueous solutions and at higher intake levels competition between elements with similar chemical characteristics and uptake by non-regulated processes can take place.“ Der dämpfende Effekt von Calcium auf Eisen habe sich in Langzeitstudien nicht bestätigt. Hinweis: erzählende Übersicht, keine eigene Studie. Geldgeber und Interessenkonflikte nicht geprüft.
60Neuvonen PJ (1976). Interactions with the absorption of tetracyclines. Drugs 11(1):45–54. DOI 10.2165/00003495-197611010-00004 · PMID 946598 Übersichtsarbeit: „Milk and other dairy products, antacids containing polyvalent cations, as well as various iron salts ingested simultaneously with tetracycline derivatives, might interfere with their absorption by 50 to 90% or even more.“ – „An interval of 3 hours between the ingestion of tetracyclines and cations prevents the interaction.“ Einschränkung: alte Übersicht; die Größe hängt von Wirkstoff, Mineralstoff, Menge und Zeitplan ab. Geldgeber und Interessenkonflikte nicht geprüft.
61Bohn T, Davidsson L, Walczyk T, Hurrell RF (2004). Phytic acid added to white-wheat bread inhibits fractional apparent magnesium absorption in humans. American Journal of Clinical Nutrition 79(3):418–423. DOI 10.1093/ajcn/79.3.418 · PMID 14985216 Je acht bis neun Erwachsene, Weißbrot mit zugesetzter Phytinsäure in einer Menge wie in Vollkorn: Die Magnesiumaufnahme sank „from 32.5 +/- 6.9% (no added phytic acid) to 13.0 +/- 6.9%“. Gerechnet: (32,5 − 13,0) ÷ 32,5 = 60 % weniger. Einschränkung: Einzelmahlzeiten, wenige Teilnehmer. Geldgeber und Interessenkonflikte nicht geprüft.
62Hurrell RF, Reddy M, Cook JD (1999). Inhibition of non-haem iron absorption in man by polyphenolic-containing beverages. British Journal of Nutrition 81(4):289–295. PMID 10999016 Brotmahlzeit mit verschiedenen Getränken: Getränke mit 20 bis 50 mg Polyphenolen je Portion senkten die Eisenaufnahme um 50 bis 70 %, mit 100 bis 400 mg um 60 bis 90 %; „Inhibition by black tea was 79-94%“. – „Adding milk to coffee and tea had little or no influence on their inhibitory nature.“ Einschränkung: Einzelmahlzeiten. Geldgeber laut PubMed außerhalb der US-Regierung, Einzelheiten und Interessenkonflikte nicht geprüft.
63Stoffel NU, Cercamondi CI, Brittenham G, Zeder C, Geurts-Moespot AJ, Swinkels DW, Moretti D, Zimmermann MB (2017). Iron absorption from oral iron supplements given on consecutive versus alternate days and as single morning doses versus twice-daily split dosing in iron-depleted women: two open-label, randomised controlled trials. The Lancet Haematology 4(11):e524–e533. DOI 10.1016/S2352-3026(17)30182-5 · PMID 29032957 Zwei offene ausgeloste Studien mit Frauen von 18 bis 40 mit leeren Speichern. 60 mg täglich über 14 Tage gegen jeden zweiten Tag über 28 Tage: „cumulative fractional iron absorptions were 16·3% … in the consecutive-day group versus 21·8% … in the alternate-day group (p=0·0013)“; das Hormon Hepcidin war bei täglicher Einnahme höher. Auf zwei Portionen am Tag verteilt stieg das Hepcidin, ohne dass mehr ankam. Einschränkung: offen, klein, gemessen wurde die Aufnahme, nicht der Blutwert über Monate. Geldgeber laut Kurzfassung: Schweizerischer Nationalfonds; Interessenkonflikte nicht geprüft.
64Stoffel NU, Zeder C, Brittenham GM, Moretti D, Zimmermann MB (2020). Iron absorption from supplements is greater with alternate day than with consecutive day dosing in iron-deficient anemic women. Haematologica 105(5):1232–1239. DOI 10.3324/haematol.2019.220830 · PMID 31413088 · PMC7193469 19 Frauen mit Eisenmangel-Blutarmut, 100 oder 200 mg Eisen an den Tagen 2, 3 und 5. Kurzfassung: Eisen führt zu einem Anstieg des Hormons Hepcidin, „that persists for 24 hours“; „fractional iron absorption (FIA) on days 2 and 5 was 40-50% higher than on day 3“. Einschränkung: einzelne Dosen, klein; die Autoren fordern Langzeitstudien mit Blutwerten und Nebenwirkungen. Geldgeber: ETH Zürich; Interessenkonflikte nicht geprüft.
65Silva MC, Furlanetto TW (2018). Intestinal absorption of vitamin D: a systematic review. Nutrition Reviews 76(1):60–76. DOI 10.1093/nutrit/nux034 · PMID 29025082 Systematische Übersicht über 46 Arbeiten: „Vitamin D was better absorbed when it was consumed with fat-containing meals, but absorption also occurred without fat or oily vehicles.“ Einschränkung: überwiegend Studien mit Einzeldosen; die Letztautorin leitete auch die Studie oben mit 0, 15 und 30 g Fett. Geldgeber laut PubMed außerhalb der US-Regierung, Interessenkonflikte nicht geprüft.
66Lawson LD, Hughes BG (1988). Human absorption of fish oil fatty acids as triacylglycerols, free acids, or ethyl esters. Biochemical and Biophysical Research Communications 152(1):328–335. DOI 10.1016/s0006-291x(88)80718-6 · PMID 3358766 Acht Männer, Einzeldosen zu einer fettarmen Mahlzeit: „As triacylglycerols, eicosapentaenoic acid (1.00 g) and docosahexaenoic acid (0.67 g) were absorbed only 68% and 57% as well as the free acids. The ethyl esters were absorbed only 20% and 21% as well as the free acids.“ Einschränkung: acht Personen, indirekte Messung, eine Mahlzeit. Die Autoren arbeiteten bei Murdock Pharmaceuticals, einer Firma – ein möglicher Interessenkonflikt; Geldgeber nicht geprüft.
67Neubronner J, Schuchardt JP, Kressel G, Merkel M, von Schacky C, Hahn A (2011). Enhanced increase of omega-3 index in response to long-term n-3 fatty acid supplementation from triacylglycerides versus ethyl esters. European Journal of Clinical Nutrition 65(2):247–254. DOI 10.1038/ejcn.2010.239 · PMID 21063431 Ausgeloste, doppelt verblindete Studie mit 150 Menschen über sechs Monate: täglich 1,01 g EPA und 0,67 g DHA als wieder veresterte Triglyceride oder als Ethylester, oder Scheinmittel. „The omega-3 index increased to a greater extent in the rTAG group than in the EE group (t(3): 186 versus 161% (P<0.001); t(6): 197 versus 171% (P<0.01)).“ Ob mit oder ohne Mahlzeit, sagt die Kurzfassung nicht. Einschränkung: laut einer späteren Arbeit derselben Gruppe Menschen mit erhöhten Blutfetten, die ein Statin nahmen, einen Cholesterinsenker. Ein Mitautor hat den Omega-3-Index mitentwickelt, der in kommerziellen Laboren gemessen wird; Geldgeber und Interessenkonflikte nicht geprüft. PubMed nennt das Online-Datum 2010.
68National Institutes of Health, Office of Dietary Supplements. Omega-3 Fatty Acids – Fact Sheet for Health Professionals. ods.od.nih.gov „Omega-3s as re-esterified triglycerides, natural triglycerides, and free fatty acids have somewhat higher bioavailability … than ethyl esters, but consumption of all forms significantly increases plasma EPA and DHA levels.“ Zur Einnahme mit oder ohne Mahlzeit und zur Tageszeit enthält das Merkblatt keinen Satz. Hinweis: Merkblatt einer US-Bundesbehörde; ein Datum der letzten Überarbeitung habe ich auf der Seite nicht gefunden.
69Lopresti AL, Smith SJ, Drummond PD (2026). Magnesium Supplementation for Sleep in Adults: A Systematic Review of Randomized Controlled Trials. Journal of Dietary Supplements 23(5):553–581. DOI 10.1080/19390211.2026.2719670 · PMID 42661485 Systematische Übersicht über 12 ausgeloste Studien: „Current evidence does not support oral magnesium as a routine treatment for insomnia. It may provide modest benefits for selected subjective outcomes in some adults, but the findings are inconsistent, and the certainty of the evidence is low or very low.“ Die Tageszeit der Einnahme behandelt die Kurzfassung nicht. Einschränkung: erzählende Zusammenfassung ohne Auswertung über alle Studien. Zwei Autoren arbeiten bei einem Institut für Auftragsforschung; Geldgeber und Interessenkonflikte nicht geprüft.
70Ahmad Fuzi SF, Koller D, Bruggraber S, Pereira DI, Dainty JR, Mushtaq S (2017). A 1-h time interval between a meal containing iron and consumption of tea attenuates the inhibitory effects on iron absorption: a controlled trial in a cohort of healthy UK women using a stable iron isotope. American Journal of Clinical Nutrition 106(6):1413–1421. DOI 10.3945/ajcn.117.161364 · PMID 29046302 12 gut mit Eisen versorgte Frauen, drei Testmahlzeiten: „An ∼50% reduction in the inhibitory effect of tea (relative to water) was observed, from 37.2% (TM-2) to 18.1% (TM-3)“ – Tee eine Stunde nach dem Essen statt dazu. Einschränkung: zwölf Personen, große Streuung, kein Eisenmangel. Geldgeber und Interessenkonflikte nicht geprüft.
71Temme EH, Van Hoydonck PG (2002). Tea consumption and iron status. European Journal of Clinical Nutrition 56(5):379–386. DOI 10.1038/sj.ejcn.1601309 · PMID 12001007 Übersicht über 16 Studien zum Eisenstatus: „This overview shows that tea consumption does not influence iron status in Western populations in which most people have adequate iron stores … Only in populations of individuals with marginal iron status does there seem to be a negative association between tea consumption and iron status.“ Einschränkung: vor allem Beobachtungsstudien, keine systematische Methode beschrieben. Geldgeber und Interessenkonflikte nicht geprüft.
72Mayer G, Kröger M, Meier-Ewert K (1996). Effects of vitamin B12 on performance and circadian rhythm in normal subjects. Neuropsychopharmacology 15(5):456–464. DOI 10.1016/S0893-133X(96)00055-3 · PMID 8914118 20 Gesunde, je 14 Tage 3 mg B12 als Cyano- oder Methylcobalamin, einfach verblindet, ohne Scheinmittel-Gruppe: „Sleep time was significantly reduced under MB12 intake.“ MB12 ist Methylcobalamin; „Only MB12 has a positive psychotropic alerting effect“. Die Autoren schließen: „vitamin B12 exerts a direct influence on melatonin“. Die Autoren nennen die Studie vorläufig. Einschränkung: klein, ohne Vergleichsgruppe mit Scheinmittel, sehr hohe Menge; die Tageszeit der Einnahme steht nicht in der Kurzfassung. Geldgeber und Interessenkonflikte nicht geprüft.
73National Institutes of Health, Office of Dietary Supplements. Riboflavin – Fact Sheet for Health Professionals, aktualisiert am 11.05.2022. ods.od.nih.gov „When excess amounts are consumed, they are either not absorbed or the small amount that is absorbed is excreted in urine.“ Als Nebenwirkung in Studien nennt das Merkblatt verfärbten Urin. Hinweis: Merkblatt einer US-Bundesbehörde, gelesen in Auszügen.
74Hunt JR, Matthys LA, Johnson LK (1998). Zinc absorption, mineral balance, and blood lipids in women consuming controlled lactoovovegetarian and omnivorous diets for 8 wk. American Journal of Clinical Nutrition 67(3):421–430. DOI 10.1093/ajcn/67.3.421 · PMID 9497185 21 Frauen, je acht Wochen vegetarisch mit Milch und Ei oder gemischt, ausgelost und überkreuz: „reduced the amount of zinc absorbed by 35% (2.4 compared with 3.7 mg/d) and reduced plasma zinc by 5% within the normal range. Zinc balance was maintained with both diets.“ Die vegetarische Kost enthielt rund dreimal so viel Phytat. Einschränkung: klein, kontrollierte Kost. Geldgeber und Interessenkonflikte nicht geprüft.
75Duncan A, Yacoubian C, Watson N, Morrison I (2015). The risk of copper deficiency in patients prescribed zinc supplements. Journal of Clinical Pathology 68(9):723–725. DOI 10.1136/jclinpath-2014-202837 · PMID 26085547 Auswertung der Akten von 70 Menschen, denen Zink verordnet wurde: 62 % bekamen Mengen, die einen Kupfermangel auslösen können; Kupfer wurde nur bei zweien gemessen; 9 % entwickelten eine ungeklärte Blutarmut, 7 % Nervenbeschwerden, wie sie für Kupfermangel typisch sind. Einschränkung: Aktenauswertung, verordnete hohe Mengen; eine Schwelle belegt die Arbeit nicht. Geldgeber und Interessenkonflikte nicht geprüft.
76Bayer HealthCare Pharmaceuticals. CIPRO (ciprofloxacin), Prescribing Information, Revision 07/2016. accessdata.fda.gov, PDF „CIPRO should be taken at least two hours before or six hours after Multivalent cation-containing products administration“; das Label nennt dabei auch Calcium, Eisen und Zink. Hinweis: US-Fachinformation; das Dokument weist selbst darauf hin, dass es nicht die neueste Fassung sein muss – eine neuere habe ich nicht geprüft.
77Bayer HealthCare Pharmaceuticals. AVELOX (moxifloxacin), Prescribing Information, Revision 07/2025. accessdata.fda.gov, PDF „AVELOX should be taken at least 4 hours before or 8 hours after these agents“ – gemeint sind säurebindende Magenmittel, Sucralfat, Multivitamine und andere Präparate mit Magnesium, Aluminium, Eisen oder Zink. Hinweis: US-Fachinformation, gelesen in Auszügen.
78Pfizer Labs. Vibramycin (doxycycline), Prescribing Information, Revision 08/2025. accessdata.fda.gov, PDF „Absorption of tetracyclines is impaired by antacids containing aluminum, calcium, or magnesium, and iron-containing preparations.“ Eine Stundenangabe nennt das Label nicht; „The absorption of doxycycline is not markedly influenced by simultaneous ingestion of food or milk.“ Hinweis: US-Fachinformation, gelesen in Auszügen.
79ratiopharm GmbH. Fachinformation Minocyclin-ratiopharm 50 mg Hartkapseln, Stand März 2024. fachinfo.de Abschnitt 4.5: Aluminium-, Calcium- und Magnesium-Salze sowie Eisenpräparate vermindern die Aufnahme; „Diese Arzneimittel sollten deshalb immer 2 bis 3 Stunden vor oder nach Minocyclin-ratiopharm 50 mg Hartkapseln eingenommen werden.“ Für Milch und Milchprodukte gilt derselbe Abstand. Hinweis: Fachinformation des Herstellers, gelesen in Auszügen; das US-Label habe ich nicht abgerufen.
80Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA). Tivicay 50 mg Filmtabletten (Dolutegravir), Produktinformation (EPAR), englisch. ema.europa.eu, PDF Laut Abschnitt 4.5, sinngemäß: Mit einer Mahlzeit können Tivicay und Präparate mit Calcium, Eisen oder Magnesium zusammen eingenommen werden; nüchtern sollen solche Präparate mindestens 2 Stunden nach oder 6 Stunden vor Tivicay kommen. In der Tabelle: Eisen nüchtern senkte die Menge im Blut um 54 %, Calcium um 39 %. Hinweis: Produktinformation; den Wortlaut konnte ich nur in Auszügen abrufen und gebe ihn sinngemäß wieder. Dieselbe Regel – nüchtern 2 Stunden vor oder 6 Stunden nach dem Präparat – nennen die Autoren der Studie von Song und Kollegen 2015. Die deutsche Fassung und das US-Label habe ich nicht abgerufen.
81Song I, Borland J, Arya N, Wynne B, Piscitelli S (2015). Pharmacokinetics of dolutegravir when administered with mineral supplements in healthy adult subjects. Journal of Clinical Pharmacology 55(5):490–496. DOI 10.1002/jcph.439 · PMID 25449994 · PMC4407950 Ausgeloste Überkreuz-Studie mit 24 Gesunden: Dolutegravir mit Calciumcarbonat oder Eisenfumarat, nüchtern, mit Mahlzeit oder zwei Stunden vor dem Präparat. Nüchtern zusammen: Fläche unter der Kurve „reduced by 39%“ mit Calcium, „by 54%“ mit Eisen; „Dolutegravir administration 2 hours before calcium or iron supplement administration (fasted), as well as administration with a meal, counteracted the effect.“ Die sechs Stunden in der Fachinformation wurden nicht geprüft, sondern von den Regeln für Magenmittel übernommen. Einschränkung: Gesunde, Einzeldosen. Die Erstautorin arbeitete bei GlaxoSmithKline, das an der Firma hinter Dolutegravir beteiligt ist – ein Interessenkonflikt. Geldgeber laut PubMed außerhalb der US-Regierung, Einzelheiten nicht geprüft.
82Benvenga S, Bartolone L, Pappalardo MA, Russo A, Lapa D, Giorgianni G, Saraceno G, Trimarchi F (2008). Altered intestinal absorption of L-thyroxine caused by coffee. Thyroid 18(3):293–301. DOI 10.1089/thy.2007.0222 · PMID 18341376 Fallserie mit acht Frauen und Aufnahmetests mit einer Einzeldosis bei sechs Frauen und neun Freiwilligen: mit Kaffee, mit Wasser, oder Wasser und 60 Minuten später Kaffee. „compared to water, coffee lowered AIRST4 (by 36% and 29%) … and AUC (by 36% and 27%)“; Wasser und Wasser mit Kaffee eine Stunde später unterschieden sich nicht. Einschränkung: sehr klein, Messung über vier Stunden nach einer Dosis, italienischer Kaffee. Geldgeber und Interessenkonflikte nicht geprüft.
83EFSA Panel on Dietetic Products, Nutrition and Allergies (2012). Scientific Opinion on the Tolerable Upper Intake Level of eicosapentaenoic acid (EPA), docosahexaenoic acid (DHA) and docosapentaenoic acid (DPA). EFSA Journal 10(7):2815. efsa.europa.eu „Long-term supplemental intakes of EPA and DHA combined up to about 5 g/day do not appear to increase the risk of spontaneous bleeding episodes or bleeding complications … provided the oxidative stability of the n-3 LCPUFAs is guaranteed.“ Die Aussage gilt für Erwachsene allgemein; zu Gerinnungshemmern äußert sich die Kurzfassung nicht. Hinweis: Bewertung einer EU-Behörde, gelesen an der Kurzfassung; das vollständige Gutachten habe ich nicht gelesen.
84Javaid M, Kadhim K, Bawamia B, Cartlidge T, Farag M, Alkhalil M (2024). Bleeding Risk in Patients Receiving Omega-3 Polyunsaturated Fatty Acids: A Systematic Review and Meta-Analysis of Randomized Clinical Trials. Journal of the American Heart Association 13(10):e032390. DOI 10.1161/JAHA.123.032390 · PMID 38742535 · PMC11179820 Auswertung von 11 großen ausgelosten Studien mit 120.643 Menschen mit Herz-Kreislauf-Erkrankung oder hohem Risiko: „There was no difference in the incidence of any bleeding events among patients receiving omega‐3 PUFAs and those who did not (2.6% versus 2.4%; RR, 1.09 [95% CI, 0.91–1.31]“. Mit hoch dosiertem reinem EPA: „a 50% higher risk of any bleeding“, absolut 0,6 Prozentpunkte. Eigens ausgewertet wurde nur der Einfluss von Plättchenhemmern wie ASS als Begleitmittel, nicht der von Gerinnungshemmern wie Marcumar. Einschränkung: nur Studiendaten, Blutungen je Studie verschieden erfasst; Kurzfassung nennt 11, der Ergebnisteil 15 Studien. Geldgeber laut Volltext: „This work was supported by an educational grant from Amarin“ – der Hersteller eines hoch dosierten EPA-Präparats, ein Interessenkonflikt; die Autoren erklären keine eigenen Interessenkonflikte.
85Medicines and Healthcare products Regulatory Agency (MHRA). Proton pump inhibitors in long-term use: reports of hypomagnesaemia. Drug Safety Update, April 2012. gov.uk „The observed increase in risk of hypomagnesaemia has been associated with prolonged use of PPIs (>1 year).“ Die britische Arzneimittelbehörde rät, den Magnesiumwert bei langer Einnahme vor Beginn und regelmäßig zu erwägen, besonders zusammen mit Digoxin oder Entwässerungsmitteln. Hinweis: Mitteilung einer Behörde, keine Studie.
86Cheungpasitporn W, Thongprayoon C, Kittanamongkolchai W, Srivali N, Edmonds PJ, Ungprasert P, O'Corragain OA, Korpaisarn S, Erickson SB (2015). Proton pump inhibitors linked to hypomagnesemia: a systematic review and meta-analysis of observational studies. Renal Failure 37(7):1237–1241. DOI 10.3109/0886022X.2015.1057800 · PMID 26108134 Auswertung von 9 Beobachtungsstudien mit 109.798 Menschen: „The pooled RR of hypomagnesemia in patients with PPI use was 1.43 (95% CI, 1.08-1.88).“ Einschränkung: nur Beobachtungsstudien, also ein Zusammenhang, kein Beweis; Dauer der Einnahme in der Kurzfassung nicht aufgeschlüsselt. Geldgeber und Interessenkonflikte nicht geprüft.
87Theramex Ireland Limited. Fachinformationen Risedronat Theramex einmal wöchentlich 35 mg Filmtabletten und Actonel einmal wöchentlich 35 mg magensaftresistente Tabletten (Mononatriumrisedronat), Stand jeweils Oktober 2024. fachinfo.de, Filmtabletten · fachinfo.de, magensaftresistent Filmtabletten, Abschnitt 4.2: „Spätestens 30 Minuten vor der ersten Aufnahme von Nahrung, anderen Arzneimitteln oder Getränken (ausgenommen gewöhnlichem Trinkwasser).“ Magensaftresistente Tabletten desselben Wirkstoffs, Abschnitt 4.2: „sind am Morgen sofort nach dem Frühstück einzunehmen“; Präparate mit Calcium, Magnesium, Eisen und Aluminium sind laut dieser Fachinformation „zu einer anderen Tageszeit einzunehmen“. Hinweis: Fachinformationen des Herstellers, gelesen in Auszügen. Sie zeigen, dass beim selben Wirkstoff je nach Tablette andere Regeln gelten.
Was auf dieser Seite fehlt – und warum Ob Du ein Präparat überhaupt brauchst und wie viel davon, steht auf den Seiten zu den einzelnen Stoffen, nicht hier. Arzneimittel untereinander, Kinder, Schwangerschaft und Stillzeit, Pflanzenextrakte wie Johanniskraut und Kreatin oder Eiweiß rund ums Training behandelt diese Seite nicht. Die Tabelle zu Medikamenten zeigt Beispiele; für andere Wirkstoffe, andere Tabletten desselben Wirkstoffs und andere Hersteller gelten womöglich andere Abstände. Mehrere US-Labels habe ich nicht abrufen können. Geldgeber und Interessenkonflikte stehen meist nur in der vollständigen Arbeit; wo ich sie nicht selbst gelesen habe – meist, weil nur die Kurzfassung frei zugänglich war –, steht „nicht geprüft“. Lieber eine ehrliche Lücke als eine Angabe, für die niemand geradesteht.
Zum Schluss, in eigener Sache Ich bin Personal Trainer, kein Arzt. Ich behandle nichts – ich trainiere um Beschwerden herum und Schritt für Schritt in mehr Belastbarkeit hinein. Wo ärztliche Freigabe nötig ist, fange ich ohne sie nicht an. Diese Seite erklärt, was Studien zeigen, und ersetzt keine ärztliche Beratung.