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die fittermacher
Speiseöle
Wissen · Stefan Trost
Ernährung · Speiseöle · Olivenöl · Rapsöl · Braten

Speiseöle: Olivenöl, Rapsöl, Braten und Omega-3

Beim Braten entscheiden die Fettsäuren mehr als der Rauchpunkt – und unter den Alltagsölen liefert Rapsöl das meiste Omega-3.

Speiseöl ist praktisch reines Fett: 100 Gramm Raps- oder Olivenöl liefern 884 Kilokalorien, ein Esslöffel mit 13,5 Gramm rund 119.1 Die Unterschiede stecken im Fettsäuremuster. Rapsöl bringt 9,1 Gramm Omega-3 je 100 Gramm mit, Olivenöl 0,8, klassisches Sonnenblumenöl keins.1

Beim Braten zählt mehr als der Rauchpunkt. In einem Frittiertest hielten Olivenöle 24 bis 27 Stunden durch, ein Pflanzenölgemisch 15 – gemessen bis zum gesetzlichen Grenzwert für Zersetzungsprodukte.2 Kokosöl dagegen hebt das LDL-Cholesterin stärker als andere Pflanzenöle.3

0,8 g
freie Fettsäuren je 100 Gramm: die Obergrenze für „nativ extra“4
9,1 g
Omega-3 je 100 Gramm Rapsöl – Olivenöl hat 0,81
119 kcal
in einem Esslöffel Öl mit 13,5 Gramm, gerechnet1

Speiseöle in Fragen und Antworten

Auf einen Blick · Einordnung von Stefan Trost

Neun Fragen, kurz beantwortet

Wenn Du nur zwei Minuten hast, reicht dieser Kasten. Alles Weitere steht darunter.

„Darf ich mit Olivenöl braten?“
Ja. In einem Frittiertest hielten verschiedene Olivenöle deutlich länger durch als ein Pflanzenölgemisch.2 Natives Olivenöl extra raucht aber eher als raffiniertes Öl – also nicht auf höchster Stufe.5
„Was heißt ‚nativ extra‘?“
Die höchste Güteklasse für Olivenöl: höchstens 0,8 Gramm freie Fettsäuren je 100 Gramm, dazu eine Bewertung von Geruch und Geschmack.4 Auch diese Klasse fällt im Test manchmal durch.6
„Und was steckt in einfach ‚Olivenöl‘?“
Eine Mischung aus raffiniertem und nativem Olivenöl, mit höchstens 1 Gramm freien Fettsäuren je 100 Gramm.4 Raffiniert heißt: entsäuert, gebleicht und desodoriert.7
„Was bedeutet ‚kaltgepresst‘?“
Ohne Wärmezufuhr, rein mechanisch gewonnen und nicht raffiniert. „Nativ“ heißt nach den Leitsätzen des Lebensmittelbuchs: kaltgepresst, und auch die Saat wurde nur mechanisch vorbehandelt.7
„Welches Öl hat am meisten Omega-3?“
Leinöl mit 53,4 Gramm je 100 Gramm, dann Walnussöl mit 10,4 und Rapsöl mit 9,1. Olivenöl hat 0,8, klassisches Sonnenblumenöl keins.1
„Reicht Leinöl für mein Omega-3?“
Für EPA und DHA, die langkettigen Formen aus Fisch, kaum. Leinöl liefert die Vorstufe ALA. Bei jungen Männern war daraus kein neues DHA nachweisbar, bei jungen Frauen wurden geschätzt 9 Prozent zu DHA.8, 9
„Ist Kokosöl gesund?“
Fürs Cholesterin nicht. Im Vergleich mit anderen Pflanzenölen hob es das LDL-Cholesterin um gut 10 Milligramm je Deziliter; bei Gewicht, Blutzucker und Entzündungswerten zeigte es keinen Vorteil.3
„Enthält Rapsöl gefährliche Erucasäure?“
Speiseraps ist erucasäurearm gezüchtet. In erucasäurearmen Rapssorten wie Canola wurden 2,4 Gramm je Kilogramm gemessen – deutlich unter den 20, die als EU-Höchstgehalt vorgeschlagen waren.10 Kinder nehmen mehr über Feingebäck auf, Erwachsene über Senf.10
„Wie viele Kalorien hat ein Esslöffel Öl?“
Rund 120 – praktisch egal, welches Öl. 884 Kilokalorien je 100 Gramm mal 13,5 Gramm im Esslöffel ergeben 119.1
01Gilt das für Dich?

Wann welches Öl zu Deinem Ziel passt

Öl landet bei fast allen jeden Tag in Pfanne oder Salat. Finde Dich in einer der Karten wieder, dann weißt Du, welche Kapitel für Dich zählen.

Du willst abnehmen

Öl wird gemessen, nicht geschüttet

Ein Esslöffel hat rund 119 Kilokalorien, praktisch egal welches Öl.1 Wer aus der Flasche gießt, verliert schnell den Überblick. Kapitel 04 zeigt die Rechnung.

Dein Cholesterin ist erhöht

Ungesättigt statt gesättigt

Weniger gesättigte Fette senkten in Studien über mindestens zwei Jahre die Herz-Kreislauf-Ereignisse um rund ein Fünftel.11 Kokosöl ist dafür kein Ersatz – es hob das LDL.3 Deine Werte besprichst Du mit Deinem Arzt.

Du willst mehr Omega-3

Leinöl, Walnuss, Raps

Leinöl liefert 53,4 Gramm ALA je 100 Gramm, Rapsöl 9,1.1 Die langkettigen Formen EPA und DHA ersetzt das kaum.8, 9 Kapitel 04.

Du kochst viel

Zwei Flaschen reichen

Ein Öl mit viel Ölsäure für die Pfanne, ein natives für alles Kalte. Die DGE nennt Rapsöl ausdrücklich, daneben Walnuss-, Lein-, Soja- und Olivenöl.12 Kapitel 05.

Du trainierst hart

Fett ist kein Feind

Die DGE nennt für Erwachsene 30 Prozent der Energie aus Fett; wer sich sehr viel bewegt, kann mehr brauchen.13 Entscheidend ist, welches Fett. Kapitel 06.

Medizinische Vorgeschichte

Erst die Freigabe

Bei erhöhten Blutfetten, einer Herz-Kreislauf-Erkrankung oder einer Allergie gegen die Pflanze, aus der das Öl stammt, klärst Du vorher mit Deinem Arzt, welches Öl und wie viel davon für Dich passt.

Nicht Thema dieser Seite Nüsse, Getreide und Beeren haben eigene Seiten; Fischöl und Omega-3-Kapseln behandelt diese Seite nicht. Sie richtet sich an Erwachsene, die trainieren – vom Einsteiger bis zum Ambitionierten.
02So machst Du es

Pfanne, Salat, Einkauf: die Regeln für den Alltag

Wenn Du nur ein Kapitel liest, dann dieses. Die meisten Regeln laufen auf zwei Fragen hinaus: Wie viel mehrfach ungesättigtes Fett steckt drin, und wie viel landet im Essen?

✓Zwei Flaschen reichen. Für die Pfanne ein Öl mit viel Ölsäure und wenig mehrfach ungesättigten Fettsäuren, etwa Raps-, Oliven- oder ölsäurereiches Sonnenblumenöl; dazu ein natives Öl für alles Kalte.1, 14
✓Rapsöl als Alltagsöl. Die DGE nennt es ausdrücklich;12 es liefert 9,1 Gramm Omega-3 je 100 Gramm und hat von allen Ölen in der Tabelle das wenigste gesättigte Fett.1
✓Bei Olivenöl auf „nativ extra“ achten. Nur das ist die höchste Güteklasse; „Olivenöl“ allein ist eine Mischung mit raffinierter Ware.4
✓Öl mit dem Löffel abmessen. Ein Esslöffel sind rund 119 Kilokalorien, ein Teelöffel rund 40.1
~Braten mit nativem Olivenöl: ja, aber nicht rauchen lassen. Es hielt im Frittiertest lange durch,2 raucht aber eher als raffiniertes Öl.5 Rauch markiert den Beginn der Zersetzung.15
✕Leinöl und Walnussöl nicht in die Pfanne. Rund zwei Drittel ihrer Fettsäuren sind mehrfach ungesättigt1 – ein Anteil, der zusammen mit der Oxidationsstabilität, also wie gut ein Öl dem Sauerstoff standhält, vorhersagt, wie stark es beim Erhitzen leidet.14
✕Klassisches Sonnenblumenöl nicht als Bratöl. Es besteht zu zwei Dritteln aus Linolsäure; die ölsäurereiche Variante hat davon nur 3,6 Gramm je 100 Gramm.1 Auf der Flasche steht dann meist „High Oleic“.
✕Kokosöl nicht als Gesundheitsöl einsetzen. 82,5 Gramm gesättigte Fettsäuren je 100 Gramm,1 und es hob das LDL-Cholesterin.3
Wenn Du nur einen Absatz mitnimmst Rapsöl für den Alltag, natives Olivenöl extra für Salat und normales Braten, Leinöl nur kalt – und alles mit dem Esslöffel abgemessen. Wer bei mittlerer Hitze brät und kein Öl rauchen lässt, muss sich über Rauchpunkte kaum Gedanken machen.
03Etiketten

Nativ extra, nativ, kaltgepresst, raffiniert: was auf der Flasche steht

Vier Wörter, vier verschiedene Aussagen. Die Güteklassen für Olivenöl regelt das EU-Recht, die übrigen Begriffe beschreiben die Leitsätze des Deutschen Lebensmittelbuchs.

BegriffWas er bedeutet
Kaltgepresstohne Wärmezufuhr und ausschließlich mechanisch gewonnen, nicht raffiniert; Waschen, Rösten und schonendes Dämpfen sind erlaubt
Nativkaltgepresst, die Saat aber nur mechanisch vorbehandelt; danach nur Absetzen, Filtrieren, Winterisieren oder Zentrifugieren
Raffiniertentsäuert, gebleicht und desodoriert, gegebenenfalls auch entschleimt; raffiniert gilt auch, wenn nur ein Teil dieser Schritte angewendet wurde

Leitsätze Speisefette und Speiseöle, Fassung von 2020.7 Für die Herstellung raffinierter Öle werden auch Lösungsmittel wie Hexan eingesetzt.5

Die Güteklassen beim Olivenöl

Auf der FlascheFreie Fettsäuren je 100 g · was es ist
Natives Olivenöl extrahöchstens 0,8 g · die höchste Klasse, mit Bewertung von Geruch und Geschmack
Natives Olivenölhöchstens 2 g · nativ, aber mit höherem Säuregrad
Olivenölhöchstens 1 g · Mischung aus raffiniertem und nativem Olivenöl
OliventresterölMischung aus raffiniertem Oliventresteröl und nativem Olivenöl
Lampantölnicht für die Küche; der Name kommt von der Öllampe

Rechtsgrundlage EU-Vermarktungsnorm für Olivenöl, wiedergegeben nach einer öffentlich-rechtlichen Wissensseite.4 Den Verordnungstext selbst konnte ich bei der Prüfung im Oktober 2026 nicht abrufen.

Freie Fettsäuren sind ein Qualitätsmaß – deshalb hängen die Güteklassen daran, und bei den nativen Klassen kommt eine Prüfung von Geruch und Geschmack dazu.4 Je weniger freie Fettsäuren, desto später raucht das Öl in der Pfanne.15 Auch „nativ extra“ ist keine Garantie: In einem Test der Stiftung Warentest hätte eines der Öle dieser Klasse wegen Geschmacksfehlern nicht so heißen dürfen, ein weiteres war deutlich mit Schadstoffen belastet.6

Das Kratzen im Hals Frisches natives Olivenöl kratzt oft hinten im Hals. Das kommt von Oleocanthal, einem Inhaltsstoff, der im Labor dieselben Entzündungsenzyme hemmte wie das Schmerzmittel Ibuprofen.16 Ob das in den Mengen, die man isst, eine Wirkung hat, zeigt die Studie nicht. Ein Fehler ist das Kratzen jedenfalls nicht – es gehört zu frisch gepresstem Öl.16
Der Gesundheitshinweis auf manchen Flaschen Für Olivenöl-Polyphenole gibt es in der EU eine zugelassene gesundheitsbezogene Angabe. Ihren Wortlaut und ihre Bedingung konnte ich bei der Prüfung im Oktober 2026 nicht am Verordnungstext prüfen – deshalb steht hier keine Zahl.
04Fettsäuren

Fettsäuren und Omega-3: was in welchem Öl steckt

Speiseöl ist praktisch reines Fett. Was die Öle unterscheidet, ist das Fettsäuremuster – und das entscheidet über Gesundheit und Hitzeverträglichkeit.

Drei Gruppen genügen, um die Tabelle zu lesen. Gesättigte Fettsäuren stecken vor allem in Kokosöl und Butter. Einfach ungesättigte sind vor allem Ölsäure. Mehrfach ungesättigte sind Linolsäure aus der Omega-6-Familie und Alpha-Linolensäure, kurz ALA, aus der Omega-3-Familie. Je mehr mehrfach ungesättigte Fettsäuren, desto empfindlicher reagiert ein Öl auf Hitze.14

Je 100 gGesät­tigt gEinfach unge­sättigt gOmega-6 Linol­säure gOmega-3 ALA g
Leinöl9,018,414,353,4
Walnussöl9,122,852,910,4
Rapsöl7,463,319,09,1
Olivenöl13,873,09,80,8
Sonnen­blumenöl, ölsäure­reich9,983,73,60,2
Sonnen­blumenöl, klassisch10,319,565,70,0
Kokosöl82,56,31,70,0
Butter, zum Vergleich50,523,41,81,2

gemessen US-Nährwertdatenbank. Die Öle bestehen praktisch zu 100 Prozent aus Fett, Butter zu 81 Prozent. Sorte und Herkunft verschieben die Werte.1

Rapsöl hat das wenigste gesättigte Fett und unter den Alltagsölen das meiste Omega-3. Olivenöl besteht zu fast drei Vierteln aus Ölsäure. Leinöl ist das Omega-3-Öl schlechthin, Kokosöl das gesättigte Fett schlechthin – mit mehr gesättigten Fettsäuren als Butter.1

Omega-6 zu Omega-3

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung nennt für Linolsäure 2,5 und für Alpha-Linolensäure 0,5 Prozent der Nahrungsenergie, Letzteres als Schätzwert.13 Gerechnet ist das ein Verhältnis von 5 zu 1 – die DGE selbst nennt kein Verhältnis.

Omega-6 zu Omega-3 · so rechnest Du Linolsäure ÷ ALA, jeweils je 100 g Rapsöl: 19,0 ÷ 9,1 = 2 zu 1 Walnussöl: 52,9 ÷ 10,4 = 5 zu 1 Olivenöl: 9,76 ÷ 0,761 ≈ 13 zu 1 Leinöl: 14,3 ÷ 53,4 = 1 zu 3,7 – mehr Omega-3 als Omega-6 Klassisches Sonnenblumenöl: kein messbares ALA, kein Verhältnis berechenbar Raps- und Walnussöl liegen beim Richtwert oder darunter; Olivenöl punktet mit Ölsäure, nicht mit Omega-3

gerechnet Aus den Datenbankwerten der Tabelle und den DGE-Richtwerten.1, 13

Kalorien und Vitamin E

Ein Esslöffel Öl · so rechnest Du 884 kcal je 100 g × Gramm im Löffel ÷ 100 Esslöffel mit 13,5 g: 119 kcal Teelöffel mit 4,5 g: 40 kcal Drei Esslöffel am Tag sind rund 360 kcal

gerechnet Energie und Löffelgewichte für Olivenöl aus der US-Datenbank; Rapsöl hat ebenfalls 884 kcal je 100 g.1 Ein knapp gefüllter Löffel wiegt weniger.

Der einzige nennenswerte Mikronährstoff ist Vitamin E: Sonnenblumenöl liefert 41 Milligramm je 100 Gramm, Rapsöl 17,5, Olivenöl 14,4; Lein-, Walnuss- und Kokosöl kaum etwas.1 Die DGE nennt pflanzliche Öle ausdrücklich als Vitamin-E-Quelle.12

05Braten

Braten und Erhitzen: warum der Rauchpunkt allein wenig sagt

„Mit Olivenöl darf man nicht braten“ hält sich hartnäckig. Die Messungen zeigen ein anderes Bild – aber nicht jedes Öl gehört in die Pfanne.

Was der Rauchpunkt ist

Der Rauchpunkt markiert den Beginn der Zersetzung durch Hitze. Bestimmt wird er mit dem Auge und damit subjektiv. Bei nativen Olivenölen hing er vor allem an den freien Fettsäuren: je mehr davon, desto früher raucht das Öl. Gesättigte Fettsäuren und eine hohe Oxidationsstabilität verschoben ihn nach oben.15 Ein Öl mit wenig freien Fettsäuren raucht also später als eines mit vielen.

Was die Stabilität bestimmt

In einem Erhitzungsversuch über sechs Stunden bei 180 Grad bildete natives Olivenöl extra die wenigsten polaren Zersetzungsprodukte, knapp gefolgt von Kokosöl; Rapsöl lag deutlich höher. Der Rauchpunkt sagte das Verhalten nicht voraus – die Oxidationsstabilität und der Anteil mehrfach ungesättigter Fettsäuren schon.14

Wer die Studie gemacht hat, gehört dazu Den Erhitzungsversuch hat ein Labor in Australien durchgeführt, das zum Verbund eines großen Olivenölerzeugers gehört. Eine Erklärung zu Geldgebern und Interessenkonflikten enthält die Veröffentlichung nicht, und die Zeitschrift ist nicht in PubMed gelistet.14 Deshalb steht daneben eine zweite Messreihe einer Universität: Im Frittiertest hielten alle Olivenöle 24 bis 27 Stunden durch, bis der gesetzliche Grenzwert von 25 Prozent polarer Anteile erreicht war, ein Pflanzenölgemisch 15 Stunden – obwohl es mehr Vitamin E enthielt.2

Zur Ehrlichkeit gehört auch die Gegenstimme: Eine Verbraucherredaktion hält Olivenöl der höchsten Güteklasse für bratgeeignet, weil es hitzestabil ist – schreibt aber auch, dass es eher raucht als raffiniertes Öl, und rät, native Öle nicht stark zu erhitzen.5 Beides passt zusammen: Stabil gegen Zersetzung heißt nicht, dass man es auf höchster Stufe rauchen lassen sollte.

✓Mittlere Hitze und kein Rauch. Wo es raucht, beginnt die Zersetzung – egal bei welchem Öl.15
✓Für sehr hohe Hitze ein raffiniertes, ölsäurereiches Öl. Raffiniertes Öl ist beim Braten und Frittieren hitzebeständiger als natives,5 und viel Ölsäure bei wenig mehrfach ungesättigten Fettsäuren macht es stabil.1, 14
✕Lein- und Walnussöl nur kalt. Sie bestehen zu rund zwei Dritteln aus mehrfach ungesättigten Fettsäuren.1
✕Frittieröl nicht endlos weiterverwenden. Im Frittiertest stiegen die Zersetzungsprodukte Stunde um Stunde bis zum Grenzwert.2
06Gesundheit

Gesättigt oder ungesättigt, Olivenöl, Kokosöl: was die großen Studien zeigen

Bei der Gesundheit zählt weniger das einzelne Öl als die Frage, welches Fett es ersetzt.

Gesättigte gegen ungesättigte Fette

Wer in Studien über mindestens zwei Jahre weniger gesättigte Fette aß, hatte rund ein Fünftel seltener Herz-Kreislauf-Ereignisse. Auf die Gesamtsterblichkeit wirkte sich das kaum aus.11 Die Amerikanische Herzgesellschaft kommt zum Schluss, dass der Ersatz durch ungesättigte, vor allem mehrfach ungesättigte Pflanzenöle das Risiko senkt – der Ersatz durch Weißmehl und Zucker dagegen nicht.17

Olivenöl in der großen spanischen Studie

Menschen mit hohem Herz-Kreislauf-Risiko, die eine Mittelmeerkost mit nativem Olivenöl extra aßen, hatten rund 30 Prozent seltener Herzinfarkt, Schlaganfall oder Herz-Kreislauf-Tod als eine Gruppe, die nur zu fettarmer Kost beraten wurde.18

Die Einschränkungen gehören dazu Die Studie musste ihre erste Auswertung zurückziehen, weil an einzelnen Zentren nicht korrekt zufällig zugeteilt worden war; die neue Auswertung kam zu ähnlichen Ergebnissen. Getestet wurde die ganze Mittelmeerkost samt kostenlos gestelltem Olivenöl – nicht das Öl allein.18 Geldgeber und Interessenkonflikte habe ich nicht im Volltext geprüft.

Kokosöl

Kokosöl enthält 82,5 Gramm gesättigte Fettsäuren je 100 Gramm, den größten Teil davon als Laurinsäure; Butter kommt auf 50,5.1 Im Vergleich mit anderen Pflanzenölen hob Kokosöl das LDL-Cholesterin um 10,5 Milligramm je Deziliter, das HDL um 4; auf Gewicht, Körperfett, Blutzucker und Entzündungswerte hatte es keinen messbaren Vorteil.3 Die Ergebnisse der einzelnen Studien gingen allerdings weit auseinander.

Omega-3 aus Pflanzenöl

Leinöl und Rapsöl liefern ALA, die pflanzliche Vorstufe. Der Körper baut daraus nur wenig der langkettigen Formen EPA und DHA: Bei jungen Männern war in einer Studie mit markierter ALA kein neues DHA nachweisbar; bei jungen Frauen wurden geschätzt 21 Prozent zu EPA und 9 Prozent zu DHA.8, 9 Beide Studien waren sehr klein. Für die Omega-3-Versorgung aus Fisch ist Leinöl deshalb eine Ergänzung, kein Ersatz.

07Faktencheck

Was Du über Speiseöl hören wirst – und was davon stimmt

Kaum ein Lebensmittel hat so viele Faustregeln und Versprechen – Du hörst sie in der Küche, von Freunden, im Netz. Von diesen zehn Aussagen stimmt eine, fünf stimmen halb, vier stimmen so nicht. In dieser Liste heißt ✓ stimmt, ~ stimmt halb, ✕ stimmt so nicht.

✕„Mit Olivenöl darf man nicht braten.“ In zwei Messreihen hielt es beim Erhitzen sehr gut durch, im Frittiertest länger als ein Pflanzenölgemisch.2, 14
~„Je höher der Rauchpunkt, desto besser zum Braten.“ Der Rauchpunkt wird mit dem Auge bestimmt und hängt vor allem an den freien Fettsäuren;15 die Stabilität beim Erhitzen sagte er nicht voraus.14
✕„Kaltgepresst ist dasselbe wie nativ extra.“ Kaltgepresst beschreibt das Verfahren,7 nativ extra ist eine Güteklasse mit Grenzwert und Geschmacksprüfung.4
✕„Kokosöl ist ein gesundes Fett.“ Es hob das LDL-Cholesterin gegenüber anderen Pflanzenölen.3
~„Rapsöl enthält gefährliche Erucasäure.“ Speiseraps ist erucasäurearm; Rapsöl trägt zur Aufnahme wenig bei. Bei Kindern mit hohem Verzehr sah die EU-Behörde ein mögliches Risiko – vor allem über Feingebäck und Säuglingsnahrung.10
~„Leinöl deckt meinen Omega-3-Bedarf.“ Für ALA ja, für EPA und DHA kaum.8, 9
~„Olivenöl wirkt wie Ibuprofen.“ Oleocanthal hemmte im Labor dieselben Enzyme; eine Wirkung in Verzehrmengen ist damit nicht gezeigt.16
~„Olivenöl schützt das Herz.“ Als Teil einer Mittelmeerkost sank das Risiko in einer großen Studie um rund 30 Prozent – mit methodischen Problemen, die eine Neuauswertung nötig machten.18
✓„Rapsöl ist ein gutes Alltagsöl.“ Wenig gesättigtes Fett, 9,1 Gramm Omega-3 je 100 Gramm,1 und die DGE nennt es ausdrücklich.12
✕„Ein Esslöffel Öl hat unter 100 Kalorien.“ Bei 13,5 Gramm sind es rund 119.1
Kurz gesagt Viele dieser Aussagen beurteilen ein Öl nach einem einzigen Merkmal – Rauchpunkt, Etikett oder einem Inhaltsstoff. Für ein Urteil reicht das selten.
08Grenzen

Kokosöl, Erucasäure, Schadstoffe: was Öl nicht kann und wo Vorsicht gilt

Zur Ehrlichkeit gehört beides: was Öl nicht leistet, und wo es zum Risiko wird.

✕Kein Gesundheitsmittel. Auch das beste Öl bleibt Fett mit 884 Kilokalorien je 100 Gramm.1
✕Kein Ersatz für Fisch-Omega-3. Aus pflanzlicher ALA entsteht wenig EPA und DHA.8, 9
✕Keine Behandlung. Diese Seite erklärt, welches Öl wofür taugt – sie stellt keine Diagnose und ersetzt keine Therapie.
Kokosöl

Das LDL steigt

Gegenüber anderen Pflanzenölen hob es das LDL-Cholesterin um gut 10 Milligramm je Deziliter.3 Als gelegentliches Bratfett kein Drama, als „Superfood“ ein Missverständnis.

Erucasäure

Vor allem ein Thema für Kinder

Die EU-Behörde setzte eine tolerierbare tägliche Aufnahme von 7 Milligramm je Kilogramm Körpergewicht fest; Kinder mit hohem Verzehr können darüber liegen. Die Hauptquellen sind Feingebäck, Säuglingsnahrung und Senf – Rapsöl selbst trägt wenig bei.10

Schadstoffe

Auch nativ extra kann belastet sein

Die Stiftung Warentest prüft Olivenöle unter anderem auf Mineralöl-Kohlenwasserstoffe; im Test war eines der Öle der höchsten Klasse deutlich mit Schadstoffen belastet.6 Ein Blick in aktuelle Testberichte lohnt sich.

Frittieröl

Nicht endlos

Mit jeder Frittierstunde stiegen die Zersetzungsprodukte, bis der gesetzliche Grenzwert von 25 Prozent polarer Anteile erreicht war.2 Wer oft frittiert, wechselt das Öl regelmäßig.

Leinöl

Nur kalt

Gut zwei Drittel seiner Fettsäuren sind mehrfach ungesättigt, mehr als die Hälfte ist ALA.1 Genau das macht es wertvoll – und empfindlich gegen Hitze.14

Medizinische Vorgeschichte

Nicht untersucht

Die große spanische Studie zur Mittelmeerkost mit Olivenöl lief mit Menschen ohne bestehende Herz-Kreislauf-Erkrankung.18 Ob die Kost bei einer bestehenden Erkrankung dasselbe bewirkt, hat sie nicht untersucht. Welches Öl dann passt, klärst Du mit Deinem Arzt.

09Wie sicher

Wie sicher ist das alles?

Nicht jede Aussage auf dieser Seite steht gleich fest. Damit Du weißt, worauf Du Dich verlassen kannst, hier die Einordnung in Alltagssprache.

AussageEinordnung
Fettsäuremuster und Kalorien der Ölegemessen Datenbank; schwankt mit Sorte und Herkunft
Weniger gesättigte Fette, weniger Herz-Kreislauf-Ereignissebelegt – Cochrane-Übersicht, mäßige Sicherheit
Kokosöl hebt das LDL-Cholesterinbelegt – Meta-Analyse, Studien uneinheitlich
Mittelmeerkost mit Olivenöl senkt das Herz-Kreislauf-Risikobelegt, mit Einschränkung – eine große Studie, neu ausgewertet
Olivenöl ist beim Erhitzen stabilbelegt – zwei Messreihen, eine aus einem Olivenöl-Labor
Der Rauchpunkt sagt die Bratstabilität vorausnicht belegt – in einer Messreihe ohne Vorhersagekraft
Leinöl ersetzt Omega-3 aus Fischnicht belegt – kaum Umwandlung zu DHA
Oleocanthal wirkt entzündungshemmendim Labor gezeigt
Erucasäure aus Rapsöl gefährdet Erwachsenenicht belegt – Rapsöl trägt wenig bei
Bedingung des Olivenöl-Gesundheitshinweisesnicht geprüft – Verordnungstext nicht abrufbar

Sechs Zahlen zum Mitnehmen

Das Kurze · Fazit in Zahlen

Jede Zahl mit Quelle und Haken

Die sechs Zahlen stammen aus Studien, Behördenangaben, Verbrauchertests und der US-Nährwertdatenbank, Stand Oktober 2026; wo ich eine davon selbst gerechnet habe, steht es dabei. Zu jeder steht, was herauskam und wo der Haken liegt.

0,8 g
freie Fettsäuren je 100 g
Obergrenze nativ extra

Dazu eine Prüfung von Geruch und Geschmack: „nativ extra“ ist eine Güteklasse, kein Werbewort.

Haken

Auch Öle dieser Klasse fallen im Test durch; der Verordnungstext war nicht abrufbar.

Quelle: EU-Vermarktungsnorm nach Planet Wissen 2019; Stiftung Warentest 20204, 6
9,1 g
Omega-3 je 100 g
Rapsöl

Olivenöl hat 0,8, klassisches Sonnenblumenöl keins: Rapsöl ist das Omega-3-Alltagsöl.

Haken

Es ist ALA, die Vorstufe; zu EPA und DHA wird davon wenig.

Quelle: USDA FoodData Central; Burdge und Kollegen 20021, 8
24–27 / 15
Stunden Frittieren bis zum Grenzwert
Olivenöle / Pflanzenölgemisch

Gemessen bis 25 Prozent polarer Anteile: Olivenöl hält Hitze aus.

Haken

Eine Studie, ein Gemisch als Vergleich; Geldgeber nicht geprüft.

Quelle: Casal und Kollegen 2010 · Frittierversuch2
+10,5
mg/dl LDL-Cholesterin
Kokosöl gegen Pflanzenöle

Keine Vorteile bei Gewicht, Blutzucker oder Entzündung: kein Gesundheitsöl.

Haken

Die Ergebnisse der Einzelstudien gingen weit auseinander.

Quelle: Neelakantan und Kollegen 2020 · Meta-Analyse3
0,79
relatives Risiko
Herz-Kreislauf-Ereignisse

Weniger gesättigte Fette über mindestens zwei Jahre: rund ein Fünftel seltener.

Haken

Die Gesamtsterblichkeit änderte sich kaum.

Quelle: Hooper und Kollegen 2020 · Cochrane-Übersicht11
119 kcal
je Esslöffel Öl
mit 13,5 Gramm

Praktisch gleich für jedes Öl: der Löffel entscheidet, nicht die Sorte.

Haken

Gerechnet; Löffel sind unterschiedlich voll.

Quelle: USDA FoodData Central, gerechnet1

Jede Zahl ist an der Originalarbeit, der Datenbank oder der Behördenseite geprüft, Stand 08.10.2026; eine Stichprobe davon ist am 27.10.2026 erneut an der Quelle geprüft – die Ausnahmen stehen jeweils dabei. Die vollständigen Angaben, mit Teilnehmern, Geldgebern und Interessenkonflikten, folgen im Kapitel „Belegt“.

Der eine Satz, wenn Du Dir nur einen merkst Rapsöl für jeden Tag, natives Olivenöl extra für Salat und Pfanne, Leinöl nur kalt – und Öl immer mit dem Löffel.
10Belegt

Worauf sich diese Seite stützt

Zu jeder hochgestellten Zahl im Text: Studie oder Behörde, Teilnehmer, Ergebnis, Einschränkung, Geldgeber und Interessenkonflikte. Wo sich etwas nicht prüfen ließ, steht das dabei.

18 Quellen · hier aufklappenzuklappenGeldgeber und Interessenkonflikte
So liest Du die Angaben zu den Geldgebern PubMed, die Studiendatenbank der US-Nationalbibliothek für Medizin, ordnet Studien nach ihren Geldgebern ein: Stellen der US-Regierung – und „außerhalb der US-Regierung“ für alles andere. „Außerhalb der US-Regierung“ heißt also: Das Geld kam von Hochschulen, Stiftungen, anderen Staaten oder Firmen – wer genau, steht nur in der vollständigen Arbeit. Steht bei einer Studie kein Geldgeber, „nicht geprüft“ oder „nicht prüfbar“, habe ich die Finanzierung nicht selbst gelesen.
1U.S. Department of Agriculture, Agricultural Research Service. FoodData Central, SR Legacy (2018). fdc.nal.usda.gov Je 100 g – gesättigt / einfach ungesättigt / mehrfach ungesättigt / Linolsäure (18:2) / ALA (18:3) / Vitamin E: Leinöl kaltgepresst (FDC 167702) 8,98 / 18,4 / 67,8 / 14,3 / 53,4 / 0,47 mg · Walnussöl (171030) 9,10 / 22,8 / 63,3 / 52,9 / 10,4 / 0,40 mg · Rapsöl (172336) 7,36 / 63,3 / 28,1 / 19,0 / 9,14 / 17,5 mg, 884 kcal · Olivenöl (171413) 13,8 / 73,0 / 10,5 / 9,76 / 0,761 / 14,4 mg, 884 kcal, 1 Esslöffel = 13,5 g, 1 Teelöffel = 4,5 g · Sonnenblumenöl ölsäurereich, 70 % und mehr (172338) 9,86 / 83,7 / 3,80 / 3,61 / 0,192 / 41,1 mg · Sonnenblumenöl, Linolsäure etwa 65 % (171025) 10,3 / 19,5 / 65,7 / 65,7 / 0,000 / 41,1 mg · Kokosöl (171412) 82,5 / 6,33 / 1,70 / 1,68 / 0,019 / 0,11 mg, 892 kcal, Laurinsäure 41,8 g · Butter ungesalzen (173430) Fett 81,1, gesättigt 50,5 / 23,4 / 3,01 / 1,83 / 1,18. Hinweis: US-Ware; Kalorien und Gesamtfett teils berechnet. Avocado-, Erdnuss-, Sesam-, Kürbiskern-, Soja- und Maiskeimöl sowie Butterschmalz habe ich nicht geprüft und deshalb nicht in die Tabelle übernommen.
2Casal S, Malheiro R, Sendas A et al. (2010). Olive oil stability under deep-frying conditions. Food and Chemical Toxicology 48(10):2972–2979. DOI 10.1016/j.fct.2010.07.036 · PMID 20678538 Haushaltsübliches Frittieren mit verschiedenen Olivenöl-Handelsklassen und einem Pflanzenölgemisch; Proben alle 3 Stunden, bis die polaren Anteile den gesetzlichen Höchstwert von 25 % erreichten. Alle Olivenöle hielten länger durch (24 bis 27 h gegenüber 15 h). Das Pflanzenölgemisch enthielt mehr Vitamin E, oxidierte aber deutlich stärker. Natives Olivenöl extra mit geschützter Ursprungsbezeichnung hatte die meisten natürlichen Antioxidanzien; auch die Handelsklasse „Olivenöl“ schnitt ähnlich ab. Einschränkung: eine Messreihe aus Portugal (Universität Porto u. a.), ein einzelnes Gemisch als Vergleich. Geldgeber und Interessenkonflikte nicht geprüft.
3Neelakantan N, Seah JYH, van Dam RM (2020). The effect of coconut oil consumption on cardiovascular risk factors: a systematic review and meta-analysis of clinical trials. Circulation 141(10):803–814. DOI 10.1161/CIRCULATIONAHA.119.043052 · PMID 31928080 16 Veröffentlichungen, Studien von mindestens zwei Wochen. Gegenüber nicht-tropischen Pflanzenölen: LDL-Cholesterin +10,47 mg/dl (3,01–17,94; I² 84 %), HDL +4,00 mg/dl; Ergebnis stabil nach Ausschluss nicht randomisierter und schwacher Studien. Keine signifikanten Effekte auf Blutzucker, Entzündung und Körperfett. Einschränkung: Ergebnisse der Einzelstudien sehr uneinheitlich. Förderung laut PubMed außerhalb der US-Regierung; Einzelheiten und Interessenkonflikte nicht geprüft.
4Carrasco I. Qualität des Olivenöls. Planet Wissen (WDR), Stand 14.06.2019. planet-wissen.de Nach EU-Verordnung Nr. 2568/91 werden Oliven- und Oliventresteröle in acht Kategorien eingeteilt. Natives Olivenöl extra: höchstens 0,8 g freie Fettsäuren je 100 g; natives Olivenöl: höchstens 2 g; Olivenöl (Mischung aus raffiniertem und nativem Olivenöl): höchstens 1 g; Oliventresteröl: Mischung aus raffiniertem Oliventresteröl und nativem Olivenöl; Lampantöl wird etwa für Öllampen verwendet. Die sensorische Bewertung der nativen Öle hat in der Verordnung einen hohen Stellenwert. Hinweis: Wissensseite eines öffentlich-rechtlichen Senders, keine Primärquelle. Den Verordnungstext selbst konnte ich bei der Prüfung im Oktober 2026 nicht abrufen.
5ÖKO-TEST. Kalt gepresstes, natives oder raffiniertes Öl: Das sind die Unterschiede. Stand 09.08.2021. oekotest.de Native Öle sollten nicht stark erhitzt werden. Mit Olivenölen der höchsten Güteklasse kann man auch braten, da sie hitzestabil sind; sie rauchen jedoch eher als raffinierte Öle. Raffiniertes Öl ist beim Braten oder Frittieren hitzebeständiger; bei seiner Herstellung werden Lösungsmittel (Hexan oder Leichtbenzin) verwendet. Hinweis: Verbrauchermagazin; Rauchpunkte nennt der Artikel nicht.
6Stiftung Warentest. Olivenöl: Endlich bessere Ergebnisse. Presseinformation vom 29.01.2020. test.de 28 Olivenöle der Güteklasse „nativ extra“ geprüft, zwei mangelhaft: eines geschmacklich fehlerhaft und hätte nicht als natives Olivenöl extra verkauft werden dürfen, eines deutlich mit Schadstoffen belastet. Geprüft wurde unter anderem auf Mineralöl-Kohlenwasserstoffe. Hinweis: Verbrauchertest von 2020; welcher Schadstoff das belastete Öl betraf, nennt die Presseinformation nicht.
7Deutsche Lebensmittelbuch-Kommission. Leitsätze für Speisefette und Speiseöle vom 2. Juli 2020, BAnz AT 18.08.2020 B3; geändert BAnz AT 24.04.2024 B2. umwelt-online.de · Auszug Kaltgepresste Speisefette und Speiseöle werden ohne Wärmezufuhr ausschließlich durch mechanische Verfahren gewonnen und nicht raffiniert; zulässig sind auch Waschen, Rösten und schonende Dampfbehandlung, zur Reinigung üblich sind Dekantieren, Filtrieren, Winterisieren und Zentrifugieren. Native Speisefette und Speiseöle sind kaltgepresst; die Saat wird nur mechanisch vorbehandelt, die Nachbehandlung beschränkt sich auf Dekantieren, Filtrieren, Winterisieren und Zentrifugieren. Raffinierte Speisefette und Speiseöle sind entsäuert, gebleicht und desodoriert, gegebenenfalls auch entschleimt; als raffiniert gilt ein Öl auch, wenn nur ein Teil dieser Schritte angewendet wurde. Hinweis: Leitsätze beschreiben die Verkehrsauffassung, sie sind kein Gesetz. Gelesen habe ich nur den frei zugänglichen Auszug.
8Burdge GC, Jones AE, Wootton SA (2002). Eicosapentaenoic and docosapentaenoic acids are the principal products of alpha-linolenic acid metabolism in young men. British Journal of Nutrition 88:355–363. DOI 10.1079/BJN2002662 · PMID 12323085 Sechs junge Männer erhielten mit Kohlenstoff-13 markierte ALA zu einer gemischten Mahlzeit. Rund 33 % wurden binnen 24 Stunden veratmet; gebildet wurden EPA und DPA, eine Anreicherung von DHA war bis Tag 21 in keiner Blutfettfraktion nachweisbar. Einschränkung: sechs Personen, eine Einzelgabe. Geldgeber: laut PubMed Förderung außerhalb der US-Regierung, Einzelheiten nicht geprüft.
9Burdge GC, Wootton SA (2002). Conversion of alpha-linolenic acid to eicosapentaenoic, docosapentaenoic and docosahexaenoic acids in young women. British Journal of Nutrition 88:411–420. DOI 10.1079/BJN2002689 · PMID 12323090 Junge Frauen erhielten 700 mg markierte ALA, Messung über 21 Tage. Geschätzte Umwandlung: EPA 21 %, DPA 6 %, DHA 9 %; rund 22 % binnen 24 Stunden veratmet. Einschränkung: kleine Gruppe, Schätzwerte aus Plasmaverläufen. Geldgeber und Interessenkonflikte nicht geprüft.
10Bundesinstitut für Risikobewertung (2018). Erucasäure: BfR befürwortet vorgeschlagene Höchstgehalte, jedoch sollten auch Lebensmittel mit zugesetzten Fetten begrenzt werden. Stellungnahme Nr. 044/2018 vom 20. Dezember 2018. bfr.bund.de Erucasäure ist eine einfach ungesättigte Fettsäure aus Kreuzblütlern wie Raps und Senf. Die EFSA leitete 2016 eine tolerierbare tägliche Aufnahme von 7 mg/kg Körpergewicht ab; bei Vielverzehrern unter Säuglingen und Kindern lagen die Schätzungen darüber (bis 7,4 bzw. 9,5 mg/kg). Höchstgehalt für pflanzliche Öle und Fette: bisher 50, vorgeschlagen 20 g/kg; für Säuglingsnahrung 10 → 4 g/kg; Senf neu 30 g/kg. Erucasäurearme Sorten wurden eigens für die Ölgewinnung entwickelt; in erucasäurearmen Sorten wie Canola wurden nach Daten der EFSA 2,41 g/kg gemessen. Hauptquellen: Feingebäck (Kinder), Säuglingsnahrung, Senf (Erwachsene); Rapsöl selbst trägt relativ wenig bei. Hinweis: Behördenbewertung zum Vorschlag von 2018. Die EU hat die Höchstgehalte für Erucasäure mit der Verordnung (EU) 2019/1870 vom 7. November 2019 neu festgelegt; seit 2023 stehen die Höchstgehalte in der Verordnung (EU) 2023/915. Den Wert im Anhang habe ich nicht gelesen, weil der Verordnungstext bei der Prüfung im Oktober 2026 nicht abrufbar war.
11Hooper L, Martin N, Jimoh OF et al. (2020). Reduction in saturated fat intake for cardiovascular disease. Cochrane Database of Systematic Reviews 5:CD011737. DOI 10.1002/14651858.CD011737.pub2 · PMID 32428300 · PMC7388853 15 randomisierte Studien, rund 59.000 Teilnehmer, Dauer mindestens 24 Monate. Weniger gesättigte Fette senkten kombinierte Herz-Kreislauf-Ereignisse um 21 % (RR 0,79; 0,66–0,93; 11 Studien; mäßige Sicherheit); je stärker die Senkung, desto größer der Effekt. Gesamtsterblichkeit RR 0,96 (0,90–1,03), Herz-Kreislauf-Sterblichkeit 0,95 (0,80–1,12). Ersatz durch mehrfach ungesättigte Fette oder Kohlenhydrate erschien sinnvoll, durch einfach ungesättigte unklar. Primärprävention: 56 Menschen müssten etwa vier Jahre lang weniger gesättigte Fette essen, damit einer ein Ereignis vermeidet. Einschränkung: Studien sehr verschieden (I² 65 %). Förderung laut PubMed außerhalb der US-Regierung; Einzelheiten und Interessenkonflikte nicht geprüft.
12Deutsche Gesellschaft für Ernährung. Gut essen und trinken – die DGE-Empfehlungen. Infoblatt vom 30.04.2024. dge.de „Pflanzliche Öle bevorzugen“: Pflanzliche Öle sind reich an lebensnotwendigen Fettsäuren und Vitamin E. Bevorzugt werden sollen beispielsweise Rapsöl und daraus hergestellte Margarine; empfehlenswert sind außerdem Walnuss-, Lein-, Soja- und Olivenöl. Hinweis: Mengenangaben für Öl nennt die Seite nicht; das Datum gilt für das Infoblatt.
13Deutsche Gesellschaft für Ernährung. Referenzwerte Fett, essenzielle Fettsäuren. Stand der Ableitung 2000. dge.de Erwachsene: Fett 30 % der Energie (bei körperlicher Aktivität über PAL 1,7 gegebenenfalls mehr); Linolsäure 2,5 % der Energie; Alpha-Linolensäure 0,5 % der Energie (Schätzwert). Schwangere und Stillende im Mittel mindestens 200 mg DHA am Tag. Hinweis: Ein Verhältnis von Omega-6 zu Omega-3 nennt die Seite nicht; die 5 zu 1 auf dieser Seite sind daraus gerechnet. Die Herleitung stammt aus dem Jahr 2000.
14De Alzaa F, Guillaume C, Ravetti L (2018). Evaluation of chemical and physical changes in different commercial oils during heating. Acta Scientific Nutritional Health 2(6):2–11. actascientific.com · cooc.com · Porträt Boundary Bend Natives Olivenöl extra und andere gängige Speiseöle, erhitzt bis 240 °C und sechs Stunden bei 180 °C. Natives Olivenöl extra bildete die wenigsten polaren Verbindungen, knapp gefolgt von Kokosöl; Öle wie Rapsöl zeigten hohe Mengen an Abbauprodukten. Der Rauchpunkt sagte das Verhalten unter Hitze nicht voraus; Oxidationsstabilität und UV-Kennzahlen zusammen mit dem Anteil mehrfach ungesättigter Fettsäuren waren bessere Vorhersager. Interessenkonflikt: durchgeführt von Modern Olives Laboratory Services in Australien. Laut Porträt des kalifornischen Olivenölverbands gehört das Labor zum Verbund des Olivenölerzeugers Boundary Bend (Marke Cobram Estate), arbeitet aber als eigenständiges Unternehmen. Eine Erklärung zu Geldgebern und Interessenkonflikten enthält die Veröffentlichung nicht. Zeitschrift nicht in PubMed gelistet. Tabelle 1 nennt die Rauchpunkte der unerhitzten Öle, etwa 206,7 °C für natives Olivenöl extra, 208 °C für Olivenöl, 255,7 °C für Rapsöl und 191 °C für Kokosöl.
15Díez-Betriu A, Quintanilla-Casas B, Masdemont JJ et al. (2025). Deciphering the complexity of smoke point in virgin olive oils to develop simple predictive models. Foods 14(23):4099. DOI 10.3390/foods14234099 · PMID 41376035 · PMC12692607 48 native Olivenöle, Universität Barcelona. Der Rauchpunkt markiert den Beginn der thermischen Zersetzung, wird aber visuell und damit subjektiv bestimmt. Wichtigster Einflussfaktor: der Gehalt an freien Fettsäuren, mit starkem umgekehrtem Zusammenhang; gesättigte Fettsäuren und Oxidationsstabilität erhöhten den Rauchpunkt. Seine Verlässlichkeit als Kriterium für die Wahl eines Bratöls sei begrenzt. Einschränkung: nur native Olivenöle, keine anderen Öle. Geldgeber und Interessenkonflikte nicht geprüft.
16Beauchamp GK, Keast RS, Morel D et al. (2005). Phytochemistry: ibuprofen-like activity in extra-virgin olive oil. Nature 437(7055):45–46. DOI 10.1038/437045a · PMID 16136122 Frisch gepresstes natives Olivenöl extra enthält Oleocanthal, das ein starkes Stechen im Hals auslöst, ähnlich wie eine Ibuprofen-Lösung. Oleocanthal hemmte dieselben Cyclooxygenase-Enzyme wie Ibuprofen, mit ähnlicher Stärke. Einschränkung: Kurzmitteilung mit Laborbefunden; eine Wirkung beim Menschen in Verzehrmengen ist damit nicht gezeigt. Geldgeber und Interessenkonflikte nicht geprüft.
17Sacks FM, Lichtenstein AH, Wu JHY et al. (2017). Dietary fats and cardiovascular disease: a presidential advisory from the American Heart Association. Circulation 136(3):e1–e23. DOI 10.1161/CIR.0000000000000510 · PMID 28620111 Randomisierte Studien, die gesättigte Fette durch mehrfach ungesättigte Pflanzenöle ersetzten, senkten Herz-Kreislauf-Erkrankungen um rund 30 %; der Ersatz durch überwiegend raffinierte Kohlenhydrate und Zucker nicht. Schluss: Gesättigte durch ungesättigte, vor allem mehrfach ungesättigte Fette ersetzen. Hinweis: Stellungnahme einer Fachgesellschaft, keine eigene Studie. Interessenkonflikte der Autoren nicht geprüft.
18Estruch R, Ros E, Salas-Salvadó J et al. (2018). Primary prevention of cardiovascular disease with a Mediterranean diet supplemented with extra-virgin olive oil or nuts. New England Journal of Medicine 378(25):e34. DOI 10.1056/NEJMoa1800389 · PMID 29897866 7.447 Menschen in Spanien, 55 bis 80 Jahre, hohes Herz-Kreislauf-Risiko, aber noch ohne Herz-Kreislauf-Erkrankung. Mittelmeerkost mit kostenlos gestelltem nativem Olivenöl extra oder Nüssen gegen Beratung zu fettarmer Kost; Median 4,8 Jahre. Herzinfarkt, Schlaganfall oder Herz-Kreislauf-Tod: Olivenöl-Gruppe 3,8 %, Nuss-Gruppe 3,4 %, Kontrolle 4,4 %; Hazard Ratio 0,69 (0,53–0,91) bzw. 0,72 (0,54–0,95). Die Erstveröffentlichung von 2013 wurde wegen Abweichungen bei der Zufallszuteilung zurückgezogen; ohne die 1.588 betroffenen Teilnehmer ähnliche Ergebnisse. Einschränkung: getestet wurde ein Ernährungsmuster, nicht das Öl allein, und nur bei Menschen mit hohem Risiko. Geldgeber und Interessenkonflikte im Volltext nicht geprüft.
Was auf dieser Seite fehlt – und warum Einige Angaben habe ich weggelassen, weil ich sie an keiner prüfbaren Quelle festmachen konnte: eine allgemeine Rauchpunkt-Tabelle für alle Öle (gemessene Einzelwerte aus einer Studie stehen in Beleg 14), eine Anwendungstabelle mit Temperaturen, Olivensorten und Anbauländer, Haltbarkeiten nach dem Öffnen, Merkmale ranziger Öle, Polyphenolgehalte einzelner Öle, Weizenkeim-, Avocado-, Erdnuss-, Sesam-, Kürbiskern-, Soja- und Maiskeimöl, Butterschmalz sowie die Geschichte vom Marketing der Saatenölindustrie. Die Bedingungen des Olivenöl-Gesundheitshinweises und den Verordnungstext zu den Güteklassen konnte ich nicht abrufen. Lieber eine ehrliche Lücke als eine Angabe, für die niemand geradesteht.
Zum Schluss, in eigener Sache Ich bin Personal Trainer, kein Arzt. Ich behandle nichts – ich trainiere um Beschwerden herum und Schritt für Schritt in mehr Belastbarkeit hinein. Wo ärztliche Freigabe nötig ist, fange ich ohne sie nicht an. Diese Seite erklärt, was Studien zeigen, und ersetzt keine ärztliche oder ernährungstherapeutische Beratung.