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die fittermacher
Proteinbiosynthese
Wissen · Stefan Trost
Training · Muskelaufbau · Eiweiß · Steroide

Protein­biosynthese: Wie aus dem Eiweiß auf Deinem Teller Muskel wird

Aus 20 Gramm Eiweiß werden keine 20 Gramm Muskel: Gut die Hälfte der Eiweißbausteine, der Aminosäuren, kommt in den ersten Stunden im Blut an, ein gutes Zehntel steckt nach einigen Stunden im Muskeleiweiß – und auch das ist noch kein Zuwachs, weil der Muskel zugleich eigenes Eiweiß zerlegt, Abbau genannt.

Ohne anabole Steroide – Testosteron und seine Abkömmlinge aus dem Labor – wächst er vor allem, wenn Training den Auftrag gibt und über Wochen genug Eiweiß und Energie da sind. Oft heißt es, mit Steroiden hole der Körper mehr aus dem Eiweiß heraus und brauche weniger davon: Dass dabei mehr vom Essen im Muskel ankommt, ist nicht gezielt gemessen, und ob der Bedarf sinkt oder steigt, ist bei Trainierenden nicht untersucht.

Die Proteinbiosynthese ist der Aufbau von Eiweiß im Körper: Zellen setzen Aminosäuren zu neuen Eiweißen zusammen. Im Muskel nenne ich das Neubau – wie viel Eiweiß er in den Stunden nach dem Essen neu zusammensetzt; Fachleute sagen Muskelproteinsynthese. Neubau ist noch kein Wachstum: Muskelaufbau heißt, der Muskel wird über Wochen größer. Forscher haben den Weg mit markiertem Eiweiß verfolgt, dessen Bausteine sich im Körper wiederfinden lassen: Von 20 Gramm erschienen rund 55 Prozent binnen fünf Stunden im Blut, rund 11 Prozent steckten danach im Muskeleiweiß.1

Meine Einordnung: Eiweiß ist Baumaterial, Training ist der Bauauftrag. Fast die Hälfte der Bausteine behalten zuerst Darm und Leber, und der Körper baut jeden Tag mehr Eiweiß um, als Du isst.1, 2, 3 Dass nach Stunden nur ein kleiner Teil im Muskel steckt, heißt deshalb nicht, dass der Rest verschwendet ist – Muskel wächst über Wochen, nicht nach einer Mahlzeit.

55 %
der Bausteine aus 20 g Eiweiß erschienen binnen fünf Stunden im Blut1
2–4 g
von rund 22 g Steak-Eiweiß stecken nach fünf bis zwölf Stunden im Muskeleiweiß, der Rest wird anderswo gebraucht – von mir gerechnet, aus Studien mit Milcheiweiß übertragen1, 4, 5
1,1 kg
fettfreie Masse – alles außer Fett – brachte Krafttraining ohne Eiweißzusatz in Studien über mindestens sechs Wochen – zusätzliches Eiweiß 0,3 kg mehr6

Vom Eiweiß zum Muskel in Fragen und Antworten

Auf einen Blick · Einordnung von Personal Trainer Stefan Trost

Neun Fragen, kurz beantwortet

Wenn Du wenig Zeit hast, reicht dieser Kasten. Alles Weitere steht darunter.

„Wie viel Eiweiß brauche ich am Tag?“
Für Muskelaufbau rund 1,6 Gramm je Kilo Körpergewicht – bei 70 Kilo rund 112 Gramm (gerechnet, Kapitel 02). Bis dahin brachte mehr Eiweiß in einer großen Auswertung im Mittel mehr fettfreie Masse; die obere Grenze der Schätzung, 2,2, ist keine Grenze, ab der es schadet.6 Ohne Aufbauziel empfiehlt die Deutsche Gesellschaft für Ernährung 0,8 Gramm, ab 65 Jahren schätzt sie 1,0.7 Mehr auf meiner Seite „Protein: wie viel Eiweiß am Tag, wie verteilt, wie sicher“.
„Wie viel von meinem Eiweiß wird Muskel?“
Nach Stunden ein kleiner Teil. In Studien mit markiertem Eiweiß steckten nach fünf bis zwölf Stunden rund 11 bis 18 Prozent im Muskeleiweiß, der obere Wert nach einer Krafteinheit.1, 5 Auch das ist noch kein Zuwachs, weil der Muskel gleichzeitig abbaut.8 Muskel wächst über Wochen.
„Wird der Rest zu Fett?“
Vor allem wird er gebraucht. Darm und Leber behalten zunächst rund 45 Prozent der Bausteine, ein Teil wird zu Eiweiß im Blut, rund ein Fünftel verbrennt der Körper binnen acht Stunden als Energie – Anteile aus verschiedenen Studien, die nicht 100 Prozent ergeben.1, 9, 10 Fett entsteht aus zu viel Energie insgesamt: Bei Überessen stieg es mit viel Eiweiß nicht stärker als mit wenig.11
„Muss das Eiweiß direkt nach dem Training kommen?“
Nein. Nach dem Training floss aus einer Mahlzeit mehr in den Neubau als in Ruhe,12 aber über Wochen spielte der Zeitpunkt nach einer großen Auswertung höchstens eine kleine Rolle.6
„Wachsen meine Muskeln auch ohne Training, wenn ich mehr Eiweiß esse?“
Über Wochen kommt der Zuwachs vor allem vom Training. Eiweiß hebt den Neubau auch in Ruhe, für ein paar Stunden.1 In einer großen Auswertung brachte Krafttraining ohne Eiweißzusatz rund 1,1 Kilo fettfreie Masse, zusätzliches Eiweiß 0,3 Kilo mehr.6 Wer ohne Training mit genug Eiweiß deutlich zu viel isst, legt auch fettfreie Masse zu, aber ebenso Fett – ob Muskel, ist offen.11
„Brauche ich im Alter mehr Eiweiß?“
Wahrscheinlich je Mahlzeit mehr – sicher ist das nicht. Männer um die 70 brauchten in einer Auswertung früherer Laborstudien für die volle Reaktion rund 0,4 statt 0,24 Gramm Eiweiß je Kilo und Mahlzeit, knapp nicht gesichert.13 Eine andere Studie fand keinen Unterschied zwischen Jung und Alt.12 Frauen waren nicht dabei.
„Schadet viel Eiweiß den Nieren?“
Bei gesunden Nieren gibt es dafür keinen Beleg, Langzeitdaten fehlen aber – so ordnet es meine Seite zu Protein mit ihren Quellen ein. Mit einer Nierenerkrankung legt Dein Arzt die Menge fest.
„Holen Steroide mehr aus dem Eiweiß?“
Dass mehr vom Essen im Muskel ankommt, ist nicht gezielt untersucht. Was stimmt: Steroide verschieben die Bilanz im Muskel – Neubau minus Abbau – Richtung Plus,14, 15, 16 und der Muskel wächst, auch ohne Training.17 Mehr Bausteine aus dem Blut nahm die Muskelzelle dabei in Kurzzeitstudien nicht auf, und zusätzlich gegebene Bausteine verstärkten die Wirkung nicht (Kapitel 05).14, 15, 18
„Brauche ich mit Steroiden weniger Eiweiß?“
Das weiß niemand. Bei Trainierenden ist das nicht untersucht. Die einzige Studie, die über Monate zwei Eiweißmengen mit und ohne Hormon verglich, lief mit älteren Männern ohne Krafttraining: Mehr Eiweiß verstärkte die Wirkung des Hormons nicht – brachte dort aber auch ohne Hormon nichts – bei höchstens 1,3 Gramm je Kilo, also unter den rund 1,6 Gramm für Muskelaufbau.19 Für Deine Menge folgt daraus nichts.
01Gilt das für Dich?

Wer Du bist – und was das für Dein Eiweiß heißt

Wie viel aus Deinem Eiweiß wird, hängt davon ab, wie lange Du schon trainierst, wie alt Du bist und was Du gerade vorhast. Lies die Karten, die auf Dich passen. Wo ich etwas einordne, statt eine Quelle wiederzugeben, steht „Meine Einordnung“ oder „Mein Rat“ davor.

Du bist im ersten Trainingsjahr

Training ist der größte Hebel

Wer neu anfängt, reagiert lange auf eine Einheit: In einer kleinen Studie mit Untrainierten lag der Neubau im Muskel zwei Tage danach noch rund ein Drittel über dem Ruhewert.8 Am Anfang fließt ein Teil davon nach Deutung von Forschern in die Reparatur kleiner Schäden – gewachsen wird vor allem danach.20 Den größten Teil des Zuwachses bringt das Training selbst, Eiweiß ist der Zusatz.6 Mein Rat: Trainier regelmäßig und iss über den Tag genug Eiweiß. Was in den ersten Wochen im Muskel passiert, steht auf meiner Seite „Muskelwachstum: Warum Du Muskelaufbau erst nach Wochen siehst“.

Du trainierst länger als ein Jahr

Kürzerer Schub, mehr Nutzen vom Eiweiß

Ein trainierter Muskel reagiert kürzer: Schon nach acht Wochen Training war der Neubau im trainierten Bein gut einen Tag nach der Einheit zurück am Ruhewert, im untrainierten Bein noch deutlich darüber; wie es nach Jahren aussieht, hat die Studie nicht gemessen.21 Zusätzliches Eiweiß brachte Krafttrainierten in einer großen Auswertung mehr als Untrainierten.6 Meine Einordnung: Regelmäßiges Training und jeden Tag genug Eiweiß zählen mehr als eine einzelne große Portion.

Du bist Anfang 20 oder jünger

Dein Hebel ist das Training

In Studien mit Erwachsenen brachte Krafttraining über Wochen den größten Teil des Zuwachses, zusätzliches Eiweiß den kleineren Teil.6 Die Studien zu Steroiden auf dieser Seite liefen mit erwachsenen Männern. Was solche Mittel bei Jugendlichen im Wachstum bewirken, steht hier nicht, weil ich es nicht geprüft habe. Mein Rat: Gib dem Training Monate. Was belegt ist und was nicht, steht in Kapitel 05; alles zu Testosteron selbst auf meiner Seite „Testosteron: Normalwerte, Ersatztherapie und was die Ester unterscheidet“.

Du bist 65 oder älter

Gleiche Verdauung, wahrscheinlich größere Portion

Erste Hinweise. In einer Auswertung früherer Laborstudien brauchten Männer um die 70 für die volle Reaktion rund 0,4 statt 0,24 Gramm Eiweiß je Kilo und Mahlzeit; je Kilo Körpergewicht war der Unterschied knapp nicht gesichert.13 Eine andere Studie fand aus derselben Portion keinen Unterschied zwischen Jung und Alt, und die Verdauung war im Alter nicht schlechter.12 Frauen waren in beiden Studien nicht dabei, und in der großen Auswertung wurde der Zusatznutzen von Eiweiß mit dem Alter kleiner.6 Meine Einordnung: Ob ältere Menschen, die trainieren, je Mahlzeit mehr brauchen, ist offen – nach dem Training war der Neubau aus 20 Gramm bei älteren Männern so hoch wie bei jungen.12 Wer auf Nummer sicher gehen will, nimmt im Alter größere Portionen: bei 70 Kilo 0,4 × 70 = 28 Gramm Eiweiß je Mahlzeit – gerechnet, die 70 Kilo frei gewählt.

Du willst abnehmen

Gewichte halten dagegen

In einer kleinen Studie mit jungen Erwachsenen sank der Neubau im Muskel nach fünf Tagen Kaloriendefizit in Ruhe um gut ein Viertel; Krafttraining brachte ihn zurück, Eiweiß danach hob ihn darüber.22 Für eher schlanke Kraftsportler in der Diät schätzt eine Übersicht 2,3 bis 3,1 Gramm je Kilo fettfreier Masse – das ist alles außer Fett, nicht das Körpergewicht.23 Mein Rat: Trainier in der Diät weiter mit Gewichten und spar beim Eiweiß zuletzt. Was gilt, wenn Du nicht schlank und nicht Kraftsportler bist, steht auf meiner Seite zu Protein.

Du isst pflanzlich

Gereinigtes Pflanzeneiweiß wird fast genauso gut aufgenommen

In kleinen Studien mit einer Sonde im Darm wurden von gereinigtem Sojaeiweiß 91 Prozent im Dünndarm aufgenommen, von erhitzter Erbse 89 – von Milch- und Rindfleischeiweiß rund 90 bis 95.10, 24, 25, 26 Gemessen ist damit nur die Aufnahme im Darm; ganze Hülsenfrüchte wie Linsen oder Bohnen waren nicht dabei, und ob Pflanzeneiweiß den Neubau im Muskel genauso stark anregt, prüft diese Seite nicht. Meine Seite zu Protein berichtet: Mit 1,6 Gramm je Kilo bauten junge Veganer in einer Studie gleich viel auf; über viele Studien lag tierisches Eiweiß leicht vorn. Quark ist Milcheiweiß – das Eiweiß, mit dem die meisten Messungen auf dieser Seite liefen.

Du hast von Steroiden gehört

Was sie ändern – und was nicht untersucht ist

Anabole Steroide verschieben die Bilanz im Muskel Richtung Plus, und der Muskel wächst, auch ohne Training.14, 15, 17 Ob dafür mehr vom Eiweiß einer Mahlzeit im Muskel ankommt, ist nicht gezielt gemessen; ob sich der Eiweißbedarf ändert, ist bei Trainierenden nicht untersucht. Was belegt ist, was nicht und was es kostet, steht in Kapitel 05.

Medizinische Vorgeschichte

Erst die Freigabe

Bei Erkrankungen von Herz, Kreislauf, Gelenken oder Stoffwechsel klärst Du vorher mit Deinem Arzt, ob und wie viel davon für Dich passt.

Nicht Thema dieser Seite Die Tagesmenge im Detail, Eiweißquellen, Pulver und die Nieren stehen auf meiner Seite zu Protein; was in den ersten Trainingswochen im Muskel passiert, auf meiner Seite zum Muskelwachstum; alles zu Testosteron selbst – Normalwerte und die ärztliche Behandlung bei Mangel – auf meiner Seite zu Testosteron. Diese Seite erklärt, wie aus dem Eiweiß auf dem Teller Muskel wird, was den Ausschlag gibt und was anabole Steroide daran ändern – und was nicht.
02So nutzt Du es

Eiweiß und Muskelaufbau im Alltag: was Du tust – und was Du lässt

Wenn Du nur ein Kapitel liest, dann dieses. Die meisten Regeln laufen auf zwei Dinge hinaus: dem Muskel mit Training einen Auftrag geben und ihm über Tage und Wochen genug Baumaterial liefern.

✓Trainier – und iss über den Tag genug Eiweiß. Nach dem Training floss aus einer Mahlzeit mehr in den Neubau im Muskel als in Ruhe, bei jungen wie bei älteren Männern.12 Auf die Minute kommt es dabei nicht an: Über Wochen spielte der Zeitpunkt nach einer großen Auswertung höchstens eine kleine Rolle.6 Mehr in Kapitel 04.
✓Iss für Muskelaufbau rund 1,6 Gramm Eiweiß je Kilo Körpergewicht am Tag. Bis dahin brachte mehr Eiweiß im Mittel mehr fettfreie Masse; wo genau die Grenze liegt, ist unsicher.6 Was das in Gramm heißt, steht im Kasten unten.
✓Verteil das Eiweiß so, wie es in Deinen Tag passt – drei, vier Mahlzeiten sind praktisch. In einer Laborstudie über zwölf Stunden hoben viermal 20 Gramm den Neubau stärker als achtmal 10 oder zweimal 40 Gramm;27 in einer anderen wurden auch 100 Gramm auf einmal genutzt.5 Dass es genauer sein muss, ist nicht belegt, und eine feste Obergrenze je Mahlzeit gibt es nicht (Kapitel 04).
✓Nimm im Alter größere Portionen je Mahlzeit. Männer um die 70 brauchten für die volle Reaktion rund 0,4 statt 0,24 Gramm Eiweiß je Kilo und Mahlzeit – erste Hinweise aus Laborstudien mit Männern; für Frauen ist das nicht eigens untersucht.13 An der Verdauung lag es nicht.12
✓Trainier in der Diät weiter mit Gewichten. Im Kaloriendefizit sank der Neubau in Ruhe; Krafttraining brachte ihn zurück, Eiweiß danach hob ihn darüber – in einer kleinen Studie über fünf Tage.22
✓Rechne Schlaf zum Training dazu. Nach einer Nacht ganz ohne Schlaf lag der Neubau am nächsten Tag in einer kleinen Studie um 18 Prozent niedriger.28 Mein Rat: Schlaf genug. Wie stark ein paar kurze Nächte den Muskelaufbau über Wochen bremsen, ist nicht untersucht.
✕Mehr Eiweiß als Ersatz fürs Training. Über Wochen kam der Zuwachs vor allem vom Training;6 bei älteren Männern ohne Krafttraining brachte mehr Eiweiß keine zusätzliche fettfreie Masse.19
✕Einer Leucin-Zahl hinterherjagen. Leucin, eine der Aminosäuren im Eiweiß, löst den Neubau aus. Mit so viel Leucin wie in einer vollen Portion hielt eine kleine Portion den Neubau nach dem Training kürzer hoch als die volle; erst mit deutlich mehr Leucin kam sie für ein paar Stunden an die volle heran.29, 30 Einfacher ist die volle Portion Eiweiß.
Deine Tagesmenge · gerechnet Beispiel 70 kg, frei gewählt: 70 × 1,6 g = 112 g Eiweiß am Tag Obere Grenze der Schätzung: 70 × 2,2 g = 154 g Auf vier Mahlzeiten verteilt: 112 ÷ 4 = 28 g je Mahlzeit Zum Vergleich, allgemeine Empfehlung für Erwachsene: 70 × 0,8 g = 56 g · ab 65 Jahren 70 × 1,0 g = 70 g Dein Wert für Muskelaufbau: 1,6 × Dein Gewicht in Kilo, bei Übergewicht Dein Normalgewicht

gerechnet Von mir gerechnet aus der großen Auswertung zum Eiweiß beim Krafttraining und den Referenzwerten der Deutschen Gesellschaft für Ernährung.6, 7 Die 70 Kilo sind frei gewählt; bei Übergewicht rechnet die Gesellschaft mit dem Normalgewicht, und so rechnet auch meine Seite zu Protein bei den 1,6 Gramm. Die 1,6 Gramm gelten für gesunde Erwachsene, die mit Krafttraining Muskeln aufbauen wollen; mit dem Alter wurde der Zusatznutzen von Eiweiß kleiner. Die 2,2 ist die obere Grenze der Schätzung: Bis dorthin könnte mehr Eiweiß noch etwas bringen; über Schaden sagt sie nichts. Für Schäden an gesunden Nieren gibt es nach meiner Seite zu Protein keinen Beleg; mit einer Nierenerkrankung legt Dein Arzt die Menge fest.

So viel Eiweiß steckt in einer Portion

LebensmittelPortionEiweiß
Hähnchenbrust, gebraten150 g46,5 g
Lachs aus Zucht, gegart150 g33,2 g
Tofu, fest150 g26,0 g
Hüttenkäse, 2 % Fett200 g20,8 g
Eier, je 50 g3 Stück18,9 g
Linsen, gekocht200 g18,0 g

gerechnet Portion mal Wert je 100 Gramm aus der US-Nährwertdatenbank, dieselben Werte wie auf meiner Seite zu Protein.31 Es ist US-Ware; steht auf Deiner Packung etwas anderes, gilt die Packung. Magerquark fehlt, weil für deutsche Ware kein geprüfter Datenbankwert vorlag – nimm bei ihm und bei Eiweißpulver den Wert von der Packung.

Wenn Du nur einen Absatz mitnimmst Eiweiß ist Baumaterial, Training ist der Bauauftrag – und Muskel wächst über Wochen, nicht nach einer Mahlzeit. Von 20 Gramm Eiweiß steckt nach Stunden nur ein kleiner Teil im Muskeleiweiß; der Rest versorgt Darm, Leber, Blut und andere Gewebe, rund ein Fünftel dient als Energie.1, 5, 9 Über Wochen brachte das Training den größten Teil des Zuwachses, Eiweiß bis rund 1,6 Gramm je Kilo den Zusatz.6 Mein Rat: Trainier regelmäßig, iss über den Tag genug Eiweiß, schlaf genug und gib Dir Zeit. Und wenn Dir jemand erzählt, mit Steroiden brauche man weniger Eiweiß: Bei Trainierenden ist das nicht untersucht – stütz Deine Menge nicht darauf.
03Vom Teller zum Muskel

Was mit dem Eiweiß aus 100 Gramm Steak passiert – Stunde für Stunde

Eiweiß wandert nicht als Ganzes in den Muskel, und aus 20 Gramm Eiweiß werden keine 20 Gramm Muskel. Seine Bausteine werden im Darm aufgenommen und verteilt – und der Muskel ist nur einer von vielen Abnehmern.

Was auf dem Teller liegt

100 Gramm mageres Rindfleisch aus der Hüfte enthalten roh gewogen 22,1 Gramm Eiweiß.4, 31 Dasselbe Stück gebraten gewogen hat rund 30 Gramm je 100 Gramm, weil es beim Braten Wasser verliert: Im Datensatz sinkt das Wasser von 73 auf 65 Gramm je 100 Gramm.4, 31 Wer Eiweiß zählt, muss also wissen, ob roh oder gebraten gewogen wurde. Die Rechnung unten geht vom rohen Gewicht aus.

Die Verdauung ist nicht der Engpass

Wie viel Eiweiß der Darm aufnimmt, haben Forscher mit einer dünnen Sonde gemessen, die Proben am Ende des Dünndarms nimmt. Von Rindfleisch, das fünf Minuten bei 55 Grad gegart war, waren 94 Prozent des Eiweißes aufgenommen, nach einer halben Stunde bei 90 Grad 90 Prozent – ein Unterschied, der knapp nicht gesichert war.10 Bei Milcheiweiß waren es rund 95 Prozent, bei gereinigtem Sojaeiweiß 91 und bei erhitzter Erbse 89.24, 25, 26 Gemessen wurde dabei das Eiweiß insgesamt; einzelne Bausteine aus Soja kamen etwas schlechter durch als aus Milch.32 Das waren kleine Studien mit je einer Mahlzeit. Was danach mit den Bausteinen passiert, entscheidet über den Muskel – nicht die Verdauung.

Der Weg der Bausteine

Den weiteren Weg haben Forscher mit markiertem Eiweiß verfolgt: Seine Bausteine tragen eine Markierung, die sich in Blutproben und in Gewebeproben aus dem Oberschenkel wiederfinden lässt. Die meisten dieser Studien liefen mit Milcheiweiß, einige mit Rindfleisch.

1

Stunde null: der Teller

Rund 22 Gramm Eiweiß aus 100 Gramm rohem Rindfleisch.4 Wie schnell die Bausteine im Blut ankommen, hängt auch an der Form: Bei älteren Männern kamen aus Hackfleisch über sechs Stunden 61 Prozent im Blut an, aus Steak 49.33

2

Aufnahme im Dünndarm, über acht Stunden gemessen

Rund 90 bis 95 Prozent des Eiweißes sind bis zum Ende des Dünndarms aufgenommen.10, 26 Bei Erbse war gut zwei Drittel schon im oberen Dünndarm durch.25 Aufgenommen heißt: aus dem Darm in den Körper. Im Blut des Kreislaufs kommt davon nur an, was Darm und Leber nicht zuerst behalten – siehe Schritt 3.

3

Die ersten fünf Stunden: Darm und Leber zuerst

Von 20 Gramm markiertem Kasein, dem Haupteiweiß der Milch, erschienen in fünf Stunden 55 Prozent der Bausteine im Blut. Rund 45 Prozent behielten Darm und Leber beim ersten Durchgang – nach Deutung der Autoren als Baustoff für ihr eigenes Eiweiß.1 Bei jungen Männern, die nach einer Krafteinheit Rindfleisch aßen, kamen in fünf Stunden 64 Prozent im Blut an, bei Milch 57 – auch dieser Unterschied war knapp nicht gesichert.34

4

Nach fünf Stunden: der Muskel

Rund ein Fünftel der Bausteine, die im Blut ankamen, nahm der Muskel auf. Nach fünf Stunden steckten 11 Prozent des gegessenen Eiweißes in neuem Muskeleiweiß – 2,2 von 20 Gramm, hochgerechnet auf die Muskeln von Armen und Beinen. Der Neubau im Muskel stieg dabei auch ohne Training um rund die Hälfte: Der Muskel setzte für ein paar Stunden anderthalbmal so schnell Eiweiß zusammen wie nüchtern.1

5

Stunde acht bis zwölf: was übrig bleibt

Rund ein Fünftel des Eiweißes hatte der Körper nach acht Stunden abgebaut, bei Ei wie bei Rindfleisch – nach der Eimahlzeit war dieser Teil als Energie verbrannt. Sieben bis gut acht Prozent steckten in Eiweißen des Blutes.9, 10 Nach einer Krafteinheit und 25 Gramm Milcheiweiß waren nach zwölf Stunden 66 Prozent der Bausteine im Blut erschienen und 18 Prozent im Muskeleiweiß eingebaut. Nach 100 Gramm war die Aufnahme nach zwölf Stunden noch nicht abgeschlossen.5

Was von 100 Gramm Steak im Muskel landet · gerechnet 100 g mageres Rindfleisch (Hüfte), roh gewogen: 22,1 g Eiweiß · gebraten gewogen rund 30 g je 100 g Im Blut binnen 5 Stunden, 55,3 %: 22,1 × 0,553 ≈ 12,2 g Im Muskeleiweiß nach 5 Stunden in Ruhe, 11 %: 22,1 × 0,11 ≈ 2,4 g Im Muskeleiweiß 12 Stunden nach einer Krafteinheit, 18 %: 22,1 × 0,18 ≈ 4,0 g Zum Vergleich, mit Milcheiweiß gemessen, nach einer Krafteinheit: 25 g × 0,12 bis 0,18 = 3,0 bis 4,5 g nach 4 bis 12 Stunden Rund 2 bis 4 g im Muskeleiweiß – nicht 22

gerechnet Von mir aus den Werten der Studien gerechnet: das Eiweiß aus der deutschen und der US-Nährwertdatenbank, die Anteile aus zwei Studien mit markiertem Eiweiß.1, 4, 5, 31 Fünf Haken gehören dazu. Eingebaut ist nicht Zuwachs: Gemessen wird, wie viele Bausteine aus der Mahlzeit im Muskeleiweiß stecken; der Muskel baut gleichzeitig ab, ein Teil ersetzt also nur Abgebautes.8 Hochgerechnet: Gemessen wurde in einer Gewebeprobe aus dem Oberschenkel; hochgerechnet haben die Forscher mit der Annahme, dass alle Muskeln gleich viel aufnehmen, beziehungsweise mit einer geschätzten Muskelmasse. Milch statt Fleisch: Die Anteile im Muskel stammen aus Studien mit Kasein und Milcheiweiß, der obere Wert nach einer Krafteinheit; für Rindfleisch ist auf dieser Seite nur belegt, wie viel im Blut ankommt. Die Übertragung auf Steak ist deshalb eine Annahme.33, 34 Zeitfenster: Nach 100 Gramm war die Aufnahme nach zwölf Stunden nicht abgeschlossen; was danach kommt, ist nicht gemessen. Wer: gesunde junge Männer, Frauen waren nicht dabei. Die erste Studie finanzierten Milch- und Lebensmittelkonzerne über eine öffentlich-private Forschungspartnerschaft mit; in der zweiten arbeitete ein Mitautor bei einem Molkereikonzern – mögliche Interessenkonflikte.

Wohin der Rest geht

Darm und Leber behalten zunächst rund 45 Prozent der Bausteine.1 In Eiweiße des Blutes flossen in den Studien 4 bis gut 8 Prozent.5, 9 Rund ein Fünftel baut der Körper in den ersten acht Stunden ab; nach einer Eimahlzeit war dieser Teil als Energie verbrannt.9, 10 Zum Blutzucker trägt das Eiweiß dabei wenig bei: Von rund 50 Gramm Zucker, die der Körper in acht Stunden nach einer Mahlzeit aus Eiern ohne Kohlenhydrate selbst bildete, stammten knapp 4 Gramm aus dem Eiweiß der Eier – ein Teil des abgebauten Fünftels nahm also den Umweg über Zucker.9 Und selbst nach 100 Gramm Eiweiß auf einmal stieg die Verbrennung kaum. Die Forscher schließen daraus, dass der größte Teil in Eiweiß im ganzen Körper eingebaut wurde – im Muskel steckten nach zwölf Stunden 13 Prozent.5 Diese Anteile stammen aus verschiedenen Studien, Mahlzeiten und Zeitpunkten; zusammen ergeben sie nicht 100 Prozent.

Verloren ist das, was nicht im Muskel landet, deshalb nicht. Der Körper baut am Tag mehr Eiweiß um, als Du isst – bei 75 Kilo rund 300 Gramm –, und der Muskel trägt dazu gut ein Viertel bei (Kapitel 04).2, 3 Die meisten Bausteine werden immer wieder verwendet.

Meine Einordnung: Stell Dir das Eiweiß als Lieferung Baumaterial vor, die an viele Abnehmer zugleich geht – Darm, Leber, Blut, Muskel und andere Gewebe. Der Muskel ist einer davon, und er ruft mehr ab, wenn Training einen Bauauftrag erteilt hat (Kapitel 04). Dass von einer Lieferung nur ein kleiner Teil bei ihm ankommt, heißt nicht, dass der Rest verloren ist: Er versorgt Darm, Leber, Blut und andere Gewebe, rund ein Fünftel dient als Energie.

04Neubau und Abbau

Neubau, Abbau, Bilanz – warum Muskel über Wochen wächst

Ein Muskel ist kein Lager, in das man Eiweiß stapelt. Er wird ständig ab- und wieder neu aufgebaut – wachsen tut er nur, wenn der Neubau über Wochen überwiegt.

Der Umbau läuft ständig

Ein Mensch mit 75 Kilo baut am Tag rund 300 Gramm Eiweiß neu auf und ebenso viel ab. Gemessen hat eine kleine Studie den Neubau im ganzen Körper, nüchtern über einige Stunden; ich habe ihn für 75 Kilo auf einen Tag hochgerechnet, und eine Übersicht nennt dieselbe Größenordnung für den täglichen Umsatz.2, 3 Der Muskel trug dazu gut ein Viertel bei, der Rest entfiel auf andere Gewebe.2 Sein eigenes Eiweiß erneuert der Muskel zu rund einem Prozent am Tag – gerechnet aus Messungen über Stunden und nur als Größenordnung, denn einzelne Eiweiße im Muskel erneuern sich verschieden schnell.1, 2

Wie viel Eiweiß der Körper am Tag umbaut · gerechnet Neubau im ganzen Körper, nüchtern gemessen: 167,8 mg je kg und Stunde × 24 = 4,03 g je kg und Tag Bei 75 kg Körpergewicht (frei gewählt): 4,03 × 75 ≈ 302 g am Tag Gegenprobe bei 60 kg: 4,03 × 60 ≈ 242 g – die Übersicht nennt für 60 kg rund 300 g Davon im Muskel: 44,7 mg × 24 = 1,07 g je kg · × 75 ≈ 80 g, gut ein Viertel Erneuerung des Muskeleiweißes: 0,029 bis 0,046 % je Stunde × 24 = 0,7 bis 1,1 % am Tag Rund 300 g Eiweiß baut ein Mensch mit 75 kg am Tag um – der Muskel erneuert rund 1 % seines Eiweißes

gerechnet Von mir aus den Werten zweier Studien gerechnet.1, 2 Gemessen wurde nüchtern und über einige Stunden; die Hochrechnung auf 24 Stunden unterstellt, dass es über den Tag so bleibt, obwohl Mahlzeiten Neubau und Abbau verschieben. Die Muskelmasse schätzte die erste Studie über ein Abbauprodukt im Urin. Die 75 Kilo sind frei gewählt. Eine Übersicht nennt rund 300 Gramm für einen Mann mit 60 Kilo – das ist dieselbe Größenordnung, nicht dieselbe Zahl.3

Die Bilanz entscheidet

Ob ein Muskel wächst, entscheidet die Bilanz: Neubau minus Abbau. Nach einer Krafteinheit steigt der Neubau im Muskel – bei Untrainierten nach drei Stunden auf gut das Doppelte des Ruhewerts, und zwei Tage später ist er noch erhöht. Der Abbau steigt aber mit, und ohne Essen blieb die Bilanz deshalb an allen Messpunkten im Minus, nur weniger tief als in Ruhe.8 In einer anderen Studie hob Eiweiß aus dem Essen die Bilanz am Bein schon ohne Training im Mittel ins Plus.1 Bei trainierten Muskeln ist der Schub kürzer: Nach acht Wochen Training war der Neubau im trainierten Bein gut einen Tag nach der Einheit zurück am Ruhewert, im untrainierten Bein lag er noch rund 70 Prozent darüber.21 Alle drei Studien waren klein.

Eiweiß allein hebt den Neubau auch in Ruhe, in einer Studie um rund die Hälfte.1 Training verstärkt das: Mit reichlich Bausteinen im Blut stieg der Neubau nach dem Training rund doppelt so stark wie in Ruhe,35 und aus einer Mahlzeit floss nach dem Training mehr in neues Muskeleiweiß, bei jungen wie bei älteren Männern.12 Über Wochen gilt dieselbe Reihenfolge: In einer großen Auswertung von 49 Studien über mindestens sechs Wochen brachte Krafttraining ohne Eiweißzusatz – bei ohnehin rund 1,4 Gramm Eiweiß je Kilo – rund 1,1 Kilo fettfreie Masse, zusätzliches Eiweiß 0,3 Kilo mehr; bei Krafttrainierten mehr als bei Neulingen. Einer der Autoren erhielt Forschungsgeld und Honorare aus der US-Milchwirtschaft, zwei waren bei Firmen für Trainingsinformation tätig – mögliche Interessenkonflikte.6 Kurzfristig regt Eiweiß den Neubau an; über Wochen kam der Zuwachs in Studien vor allem vom Training. Wer ohne Training deutlich zu viel isst, legt zwar auch fettfreie Masse zu – in einer Studie rund 3 Kilo in acht Wochen, sofern das Essen normal viel oder viel Eiweiß enthielt –, aber ebenso Fett; wie viel davon Muskel ist, zeigt das nicht.11 Unter anabolen Steroiden wächst der Muskel auch ohne Training (Kapitel 05).

Muskel ist vor allem Wasser

In Gewebeproben aus vier verschiedenen Muskeln kamen auf 100 Gramm Trockenmasse rund 320 Milliliter Wasser, in allen gleich.36 Muskel ist damit zu rund drei Vierteln Wasser. Wie viel davon Eiweiß ist, dafür nennt keine der Studien auf dieser Seite eine Messung; die Forschergruppe der Studie mit 100 Gramm Eiweiß rechnet mit einem Fünftel.5 Angenommen, das stimmt, stecken in einem Kilo Muskel rund 200 Gramm Eiweiß: Wer ein Kilo Muskel aufbaut, baut rund 200 Gramm Eiweiß ein, nicht ein Kilo – über Wochen und Monate verteilt. Nach harter Belastung steigt der Wasseranteil vorübergehend: Nach intensivem Radfahren kamen im Oberschenkel 359 Milliliter auf 100 Gramm Trockenmasse.36

Wie viel Wasser im Muskel steckt · gerechnet Gemessen: 320 ml Wasser je 100 g Trockenmasse (Spanne 313 bis 330) 1 ml Wasser wiegt 1 g: 320 g Wasser + 100 g Trockenmasse = 420 g frischer Muskel Wasseranteil: 320 ÷ 420 ≈ 0,76 · Spanne: 313 ÷ 413 bis 330 ÷ 430 = 75,8 bis 76,7 % Muskel ist zu rund 76 % Wasser – rund drei Viertel

gerechnet Von mir aus den Werten der Studie gerechnet.36 Die Studie gibt das Wasser je Trockenmasse an; für den Anteil am frischen Muskel habe ich 1 Milliliter Wasser gleich 1 Gramm gesetzt. Gemessen wurde in Ruhe, an Männern und Frauen. Die 200 Gramm Eiweiß je Kilo Muskel sind angenommen, nicht gemessen.

Fasern werden vor allem dicker

Muskeln wachsen beim Menschen vor allem, indem die vorhandenen Fasern dicker werden – Fachleute sagen Hypertrophie. Eine Übersicht nennt das einen, wenn nicht den wichtigsten Weg des Wachstums.37 Dass Training neue Fasern entstehen lässt – Fachleute sagen Hyperplasie –, ist beim Menschen nicht belegt: Bodybuilder hatten im Bizeps nicht mehr Fasern als Untrainierte gleichen Alters, wobei die Faserzahl geschätzt, nicht gezählt wurde.38 Die wenigen Hinweise auf neue Fasern stammen aus Tierversuchen und aus Vergleichen mit Anwendern von Steroiden; die Übersicht hält die Frage für offen.37, 39 Was in den ersten Wochen im wachsenden Muskel passiert, steht auf meiner Seite zum Muskelwachstum.

Was den Einbau beeinflusst

Wie viel aus Deinem Eiweiß wird, hängt an mehreren Hebeln. Training und Tagesmenge sind mit vielen Studien untersucht, das Alter mit einer Auswertung früherer Laborstudien, Energie, Schlaf und die Menge trainierter Muskeln mit je einer kleinen Laborstudie, die Verteilung über den Tag mit zwei, die sich widersprechen. Wie sicher das jeweils ist, steht fett am Anfang der Karte.

Training

Der stärkste Hebel

Belegt. Nach dem Training floss mehr aus der Mahlzeit in den Neubau, und mit reichlich Bausteinen stieg der Neubau rund doppelt so stark wie in Ruhe.12, 35 Über Wochen bringt das Training den größten Teil des Zuwachses.6

Tagesmenge

Bis rund 1,6 Gramm je Kilo

Gut belegt, mit unsicherer Grenze. Bis rund 1,6 Gramm je Kilo Körpergewicht brachte mehr Eiweiß im Mittel mehr fettfreie Masse; der Knick war statistisch nicht gesichert, die Spanne reicht bis 2,2.6 Wie viel das für Dich in Gramm ist, steht in Kapitel 02.

Alter

Ältere brauchen je Mahlzeit wahrscheinlich mehr

Erste Hinweise. In einer Auswertung früherer Laborstudien brauchten Männer um die 70 für die volle Reaktion rund 0,4 Gramm je Kilo und Mahlzeit, junge 0,24; je Kilo Körpergewicht war der Unterschied knapp nicht gesichert, je Kilo fettfreier Masse deutlich.13 Eine andere Studie fand aus 20 Gramm Eiweiß keinen Unterschied zwischen Jung und Alt. Die Verdauung war im Alter nicht schlechter.12

Energie

Im Defizit weniger Neubau

Erste Hinweise. Nach fünf Tagen Kaloriendefizit lag der Neubau in Ruhe gut ein Viertel niedriger. Krafttraining glich das aus; 15 oder 30 Gramm Molkeneiweiß danach – Molke ist die Flüssigkeit, die beim Käsemachen übrig bleibt, ihr Eiweiß heißt auf Englisch Whey – hoben ihn um rund 16 oder 34 Prozent darüber.22 Wer abnimmt, trainiert also besser weiter. Wie viel Energie über dem eigenen Verbrauch es zum Aufbauen braucht, prüft diese Seite nicht.

Schlaf

Eine Nacht ohne kostet

Erste Hinweise. Nach einer Nacht ganz ohne Schlaf lag der Neubau am nächsten Tag um 18 Prozent niedriger – bei allen Männern, nicht bei allen Frauen; das Stresshormon Cortisol lag um 21 Prozent höher, das Testosteron um 24 Prozent niedriger, wobei sich sein Verlauf über den Tag nicht gesichert unterschied.28 Eine kleine Studie, eine Nacht, zwei Stunden Messung; die Auswertung war nur auf eine Richtung ausgelegt, was einen Befund leichter macht.

Trainierte Muskelmenge

Nach Ganzkörpertraining wirkte mehr Eiweiß stärker

Erste Hinweise. Nach einem Training für den ganzen Körper hoben 40 Gramm Molkeneiweiß den Neubau rund 20 Prozent stärker als 20 Gramm; wie viel fettfreie Masse die Männer insgesamt hatten, spielte keine Rolle.40 Dass die Menge trainierter Muskeln der Grund ist, ist die Deutung der Autoren. Das Molkeneiweiß kam von einem Konsumgüterkonzern, bei dem eine Mitautorin angestellt war.

Verteilung über den Tag

Uneinheitlich

Uneinheitlich. Über zwölf Stunden hoben viermal 20 Gramm Molkeneiweiß den Neubau stärker als achtmal 10 oder zweimal 40 Gramm.27 In einer anderen Studie wirkten 100 Gramm auf einmal aber stärker und länger als 25 Gramm.5 Beides sind Messungen über Stunden, kein Zuwachs über Wochen. Meine Einordnung: Drei, vier Mahlzeiten mit Eiweiß sind praktisch, eine Obergrenze je Mahlzeit gibt es nicht.

Leucin

Auslöser, keine feste Schwelle

Erste Hinweise. Leucin, eine der Aminosäuren im Eiweiß, löst den Neubau aus. Mit viel zugesetztem Leucin – 6,25 Gramm Molkeneiweiß, aufgefüllt auf 5 Gramm Leucin – wirkte eine kleine Portion in einer Studie über ein paar Stunden fast wie 25 Gramm.30 In einer anderen Studie, mit nur so viel Leucin wie in der vollen Portion, hielt die kleine Portion den Neubau nach dem Training kürzer hoch als die volle.29 Vier Mitautoren der ersten Studie kamen von einem Lebensmittelkonzern – ein möglicher Interessenkonflikt. Eine Fachgesellschaft für Sporternährung nennt 0,7 bis 3 Gramm Leucin je Portion, eine Spanne, keine Schwelle.41

Wie viel Eiweiß am Tag

Für Muskelaufbau gelten rund 1,6 Gramm Eiweiß je Kilo Körpergewicht am Tag; die obere Grenze der Schätzung liegt bei 2,2 (Kapitel 02).6 Eine Fachgesellschaft für Sporternährung nennt 1,4 bis 2,0 Gramm als ausreichend für die meisten Trainierenden und hält die Sorge, solche Mengen seien ungesund, bei gesunden Trainierenden für unbegründet; zwei ihrer Autoren arbeiten bei einem Hersteller von Nahrungsergänzungsmitteln – ein möglicher Interessenkonflikt.41 Menge je Mahlzeit, Quellen, Diät und Nieren ordnet meine Seite zu Protein ausführlich ein.

05Anabole Steroide

Anabole Steroide: was sie am Weg vom Eiweiß zum Muskel ändern – und was nicht

Dieses Kapitel nennt keine Dosierungen, keine Präparate und keine Bezugsquellen. Was stimmt: Unter Steroiden wächst der Muskel, auch ohne Training. Nicht gezielt untersucht ist, ob dafür mehr Eiweiß aus dem Essen im Muskel ankommt – und ob man damit mehr oder weniger Eiweiß braucht.

Anabole, also aufbauende, Steroide sind das männliche Hormon Testosteron und Mittel, die im Labor aus ihm abgeleitet wurden.42 In den meisten Studien unten wurde Testosteron selbst gegeben – teils in Mengen weit über dem eigenen Spiegel, teils nur bis in den Normalbereich, bei Männern mit niedrigem Ausgangswert.16, 17 Steroide wirken vor allem über eine Andockstelle in den Muskelzellen – Fachleute sagen Androgenrezeptor – und verändern, welche Gene dort abgelesen werden. Bei älteren Männern war die Menge dieser Andockstellen nach einem Monat Testosteron erhöht, nach sechs Monaten wieder auf dem Ausgangswert.16, 43

Mit den eigenen Hormonen ist das nicht zu verwechseln. Manche sagen, schwere Kniebeugen trieben das eigene Testosteron so hoch, dass auch die Arme mehr wachsen. In einer kleinen Studie stiegen nach einer schweren Beineinheit Wachstumshormon und Testosteron kurz an – die Armbeuger wuchsen über 15 Wochen trotzdem nicht stärker als ohne diesen Anstieg.44

Verdauung: nicht gezielt untersucht

Ob anabole Steroide verändern, wie gut Eiweiß verdaut oder im Darm aufgenommen wird, ist am Menschen nicht gezielt untersucht – weder für die eine noch für die andere Richtung. Gemessen wurde im Muskel: Nach einer Testosteronspritze und nach fünf Tagen eines anderen Steroids als Tablette nahmen die Muskelzellen nicht mehr Bausteine aus dem Blut auf als vorher. Gestiegen war stattdessen, wie viele Bausteine innerhalb der Zelle wiederverwendet wurden.14, 15

Die Bilanz verschiebt sich Richtung Plus

In kleinen Studien verschob sich die Bilanz im Muskel – Neubau minus Abbau – Richtung Plus: mal, weil mehr neu aufgebaut, mal, weil weniger abgebaut wurde. Bei gesunden Männern stieg vor allem der Neubau: Nach einer einzigen Testosteronspritze verdoppelte er sich, der Abbau blieb gleich; bei jungen Männern hob ein anderes Steroid als Tablette den Neubau um 44 Prozent.14, 15 Auch über zwölf Wochen Testosteron in einer Menge über dem eigenen Spiegel stieg der Neubau, ebenso bei Männern mit Hormonmangel nach sechs Monaten ärztlicher Behandlung.45, 46 Bei älteren Männern mit niedrigem eigenem Spiegel, die über Monate auf Normalwerte gebracht wurden, und bei Schwerverbrannten sank dagegen vor allem der Abbau.16, 18, 47 Ob das am Alter, an der Menge, an der Dauer oder an der Messung liegt, zeigen diese Studien nicht. In einem starken Kaloriendefizit fand eine neuere Studie unter Testosteron über vier Wochen insgesamt keinen höheren Neubau.48

Nach der Spritze wurde auch die Stickstoffbilanz am Bein besser – das, was an Eiweißbausteinen mit dem Blut hineinfloss, minus das, was hinausfloss. Gemessen wurde nüchtern, also ohne Eiweiß aus einer Mahlzeit, und nüchtern war die Bilanz danach ausgeglichen oder blieb im Minus, nicht im Plus.14, 18 Die Studien waren klein, teils ohne Vergleichsgruppe, und liefen über Tage bis Monate.

Mehr Masse – auch ohne Training

Die fettfreie Masse steigt mit der Menge: In einer Studie mit fünf Stufen nahm sie bei den drei höheren deutlich zu, bei den beiden niedrigsten nicht gesichert.49 Training ist keine Voraussetzung: In einer Studie mit vier Gruppen wuchsen unter Testosteron auch bei Männern, die während der Studie nicht trainierten, Muskelquerschnitt und Kraft stärker als mit einem Scheinpräparat ohne Wirkstoff; mit Training und Testosteron nahmen fettfreie Masse, Muskelgröße und Kraft stärker zu als in beiden Gruppen ohne Training.17

Wie viel von diesem Zuwachs echter Muskel ist, ist nicht einheitlich geklärt. In einer Studie mit erfahrenen Bodybuildern stieg unter einem gespritzten Steroid die fettfreie Masse, ohne dass sich ihr Wasseranteil verschob – die Forscher werten das als Muskel.50 In einer anderen Studie mit jungen Männern in einem starken Kaloriendefizit stieg unter Testosteron die fettfreie Masse, die eigens gemessene Muskelmasse in dieser Zeit aber nicht; erst in der Erholungsphase danach lag sie höher als mit Scheinpräparat.48, 51 Was die Waage oder ein Messgerät für Körperfett anzeigt, sagt deshalb nur ungefähr, wie viel Muskel tatsächlich dazukommt. Und dieser Zuwachs hat einen Preis; er steht weiter unten.

Meine Einordnung: Wenn Dir im Studio große Anwender auffallen, ist das kein Zufall – Muskel wächst unter Steroiden, das zeigen auch die Studien hier. Woran es im Einzelnen liegt, an den Mitteln, am Training, am Essen oder an den Anlagen, zeigt der Blick nicht, und Du siehst vor allem die, bei denen es geklappt hat und die geblieben sind.

Mehr Muskelstammzellen – über Wochen

Muskelstammzellen – Fachleute sagen Satellitenzellen – sitzen am Rand der Muskelfasern und springen bei Belastung ein. Unter Testosteron wurden es über 20 Wochen mehr, und zwar mit der Menge; auch die Zahl der Zellkerne je Faser stieg, und die Fasern wurden dicker.52, 53 Bei Kraftdreikämpfern, die über Jahre Steroide genommen hatten, war die Zahl der Muskelstammzellen nicht höher als bei Kraftdreikämpfern ohne Mittel;43 ihre Muskelfasern waren aber dicker und hatten mehr Zellkerne.54 Bei ihnen fanden Vergleiche auch mehr Fasern mit Merkmalen neu gebildeter oder sich erneuernder Fasern; ob dabei neue Fasern entstehen, ist offen.39, 54 Das sind Vergleiche zu einem Zeitpunkt an wenigen Sportlern – sie zeigen Unterschiede, keine Ursache.

Erholung: nicht belegt

Dass Steroide die Erholung beschleunigen oder mehr Training verträglich machen, ist nicht belegt. Eine Übersicht hält die Daten zur Erholung für zu dünn für einen Schluss.42 Eine kleine kontrollierte Studie, die Erholungswerte im Blut gezielt gemessen hat, fand über einen Monat mit hartem Ausdauertraining keinen Unterschied zu einem Scheinpräparat. Sie lief mit Tabletten in Mengen unter denen, die Anwender nehmen, mit Ausdauer- statt Krafttraining, und sie stammt aus einem Dopinganalyselabor.55 Ob Anwender häufiger trainieren können, ist nicht gezielt untersucht.

Das Eiweiß auf dem Teller: nicht gezielt gemessen

Wie viel vom Eiweiß einer Mahlzeit unter Steroiden im Muskel landet, ist nicht gezielt gemessen. Jede Zahl dazu ist geraten – schon ohne solche Mittel stecken nach Stunden rund 2 bis 4 von 22 Gramm Steak-Eiweiß im Muskeleiweiß (Kapitel 03). Gemessen ist etwas anderes: Bei Männern mit schweren Verbrennungen baute der Muskel unter Testosteron nicht mehr neu auf, aber deutlich weniger ab. Dadurch floss von den Bausteinen, die in der Muskelzelle verfügbar waren, ein doppelt so großer Anteil in neues Eiweiß; zusätzliche Bausteine über eine Ernährungssonde brachten dort keine weitere Wirkung.47 Das ist ein Befund aus der Intensivmedizin, über zwei Wochen, an wenigen Männern in starkem Muskelabbau – nicht aus dem Kraftsport.

Der Eiweißbedarf: offen

Der Eiweißbedarf unter anabolen Steroiden ist bei trainierenden Menschen nicht untersucht. Die einzige Studie, die über Monate zwei Eiweißmengen mit und ohne Hormon verglich, lief mit älteren Männern mit körperlichen Einschränkungen und ohne Krafttraining: Über sechs Monate änderte mehr Eiweiß die fettfreie Masse nicht, mit Testosteron so wenig wie mit Scheinpräparat. Ihre höhere Menge lag mit 1,3 Gramm je Kilo unter den rund 1,6 Gramm, die für Muskelaufbau gelten.19 In einer kleinen Studie mit älteren Männern regten zugeführte Bausteine den Neubau nach sechs Monaten Testosteron sogar schwächer an als vorher; eine Zusatzwirkung zeigte sich nicht.18

Ob der Bedarf unter Steroiden steigt oder sinkt, ist damit offen. Mehr Neubau könnte mehr Baumaterial brauchen, bessere Verwertung weniger. Beide Richtungen lassen sich begründen – deshalb begründet der Mechanismus keine von beiden. Meine Einordnung: Steroide verschieben die Bilanz im Muskel – je nach Studie über mehr Neubau oder über weniger Abbau. Mehr Baumaterial aus dem Blut holte sich der Muskel dabei in den Kurzzeitstudien nicht. Ob man unter Steroiden mehr oder weniger Eiweiß braucht, weiß niemand; für weniger gibt es keine Grundlage, für mehr ebenso wenig.

Eigene Hormonbildung und Fruchtbarkeit

Testosteron von außen drosselt die eigene Hormonbildung und mit ihr die Bildung von Spermien – mit steigender Menge stärker, bis zu einer Grenze.56 In Studien zur Verhütung mit Hormonen kam die Spermienbildung nach dem Absetzen meist zurück, bei 90 von 100 Männern binnen eines Jahres, bei 10 von 100 also noch nicht. Das ist der günstigste Fall – auf Anwender mit mehreren Mitteln über lange Zeit lassen sich diese Zahlen nicht übertragen.57

Tabletten: zusätzlich die Leber

Tabletten, die chemisch umgebaut wurden, damit sie den Weg durch die Leber überstehen, belasten die Leber; welche Schäden beschrieben sind, steht auf meiner Seite zu Testosteron.58 Auch das günstige HDL-Cholesterin senken sie besonders stark – in einem direkten Vergleich an Gewichthebern um ein Drittel.59 Eine Entwarnung für die Spritze ist das nicht: Auch gespritztes Testosteron senkte das HDL-Cholesterin, umso stärker, je mehr gegeben wurde, und es drosselte in diesem Vergleich die eigene Hormonbildung sogar stärker als die Tablette.49, 59 Die Befunde zu Herz und Blutfetten im nächsten Abschnitt gelten für Anwender allgemein.

Herz und Blutfette

Bei Kraftsportlern, die mehrere Mittel zugleich nahmen, fiel das HDL-Cholesterin auf rund 40 Prozent des Ausgangswerts und war sechs Wochen nach dem Absetzen noch nicht zurück.60 Bei Kraftsportlern zwischen 34 und 54, die seit mindestens zwei Jahren Mittel nahmen, pumpte die linke Herzkammer schwächer als bei Kraftsportlern ohne Mittel,61 und in Daten aus dänischen Gesundheitsregistern hatten Männer, die bei Kontrollen in Fitnessstudios wegen Steroiden gesperrt worden waren, über etwa elf Jahre ein fast neunfaches Risiko für eine Herzmuskelerkrankung und ein dreifaches für einen Herzinfarkt.62 Beides sind Beobachtungen; sie zeigen Zusammenhänge, keine Ursache.

Abhängigkeit

Nach einer Übersicht scheinen rund 30 von 100 Anwendern ein Abhängigkeitsbild zu entwickeln: Sie nehmen die Mittel weiter, obwohl sie körperlich, seelisch, im Umgang mit anderen oder im Beruf darunter leiden; eine ältere Übersicht hielt das noch für selten.42, 63

Gefälschte Ware

Auf dem Schwarzmarkt war im Mittel gut jede dritte Probe gefälscht – der Wirkstoff passte nicht zum Etikett –, und viele weitere hatten eine falsche Menge.64

Recht

In Deutschland verbietet das Anti-Doping-Gesetz unter anderem, Dopingmittel in nicht geringer Menge zu Dopingzwecken zu erwerben oder zu besitzen.65 Wie viel eine „nicht geringe Menge“ ist, legt eine eigene Verordnung fest. Nach meiner Seite zu Testosteron gilt das Verbot von Erwerb und Besitz unabhängig davon, ob jemand Wettkampfsport betreibt; dort steht auch alles Weitere.

Mein Rat, wenn Du jung bist und schneller vorankommen willst Am besten belegt sind Training und genug Eiweiß; genug Energie, Schlaf und Zeit gehören dazu. Auch unter Testosteron wuchs der Muskel mit Training stärker als ohne – um das Training kommst Du also nicht herum, und die Risiken aus diesem Kapitel trägst Du zusätzlich. Bietet Dir jemand etwas an, weiß er nicht, was drin ist – gut jede dritte Probe vom Schwarzmarkt war gefälscht –, und nicht, was es mit Dir macht. Ein „Nein, danke“ reicht als Antwort. Willst Du darüber reden, sprich mit Deinem Arzt.
06Faktencheck

Was Du über Eiweiß, Muskelaufbau und Steroide hören wirst – und was davon stimmt

Rund um Eiweiß und Muskelaufbau kursieren feste Überzeugungen – im Studio, unter Freunden, im Netz. Von diesen zehn Aussagen stimmt eine, fünf stimmen halb, vier stimmen so nicht. In dieser Liste heißt ✓ stimmt, ~ stimmt halb, ✕ stimmt so nicht. Wie sicher die Datenlage jeweils ist, steht in Kapitel 08.

✓„Training bringt mehr als der Eiweißshake.“ Stimmt. In einer großen Auswertung von 49 Studien brachte Krafttraining ohne Eiweißzusatz rund 1,1 Kilo fettfreie Masse, zusätzliches Eiweiß 0,3 Kilo mehr – im Mittel und bei Menschen, die ohnehin schon rund 1,4 Gramm Eiweiß je Kilo aßen.6
~„Eiweiß baut auch ohne Training Muskeln auf.“ Stimmt halb. Eiweiß hebt den Neubau im Muskel auch in Ruhe, für ein paar Stunden.1 Wer ohne Training deutlich zu viel isst, legte in einer Studie mit normal viel oder viel Eiweiß in acht Wochen rund 3 Kilo fettfreie Masse zu, aber ebenso Fett; ob das Muskel war, zeigt die Studie nicht.11 Bei älteren Männern ohne Krafttraining brachte mehr Eiweiß über sechs Monate keine zusätzliche fettfreie Masse.19
✕„Mehr als 25 Gramm Eiweiß pro Mahlzeit sind verschwendet.“ Stimmt so nicht. In einer Laborstudie wurden auch 100 Gramm genutzt – die Wirkung war stärker und hielt länger an; untersucht waren junge Männer.5 Nach einem Training für den ganzen Körper wirkten 40 Gramm stärker als 20.40
~„Es gibt eine Leucin-Schwelle.“ Stimmt halb. Leucin löst den Neubau aus. Eine feste Schwelle ist aber nicht belegt: Mit so viel Leucin wie in einer vollen Portion hielt eine kleine Portion den Neubau nach dem Training kürzer hoch, mit noch mehr Leucin wirkte sie für ein paar Stunden fast wie eine große.29, 30
~„Im Alter braucht der Muskel mehr Eiweiß pro Mahlzeit.“ Stimmt halb. In einer Auswertung früherer Laborstudien brauchten Männer um die 70 für die volle Reaktion rund 0,4 statt 0,24 Gramm je Kilo und Mahlzeit; je Kilo Körpergewicht war der Unterschied aber knapp nicht gesichert,13 und in einer anderen Studie bauten ältere Männer aus derselben Portion gleich viel ein wie junge. An der Verdauung lag es nicht.12
~„Zu viel Eiweiß wird zu Fett.“ Stimmt halb. Wer deutlich zu viel isst, legt Fett zu – in einer Studie mit Überessen stieg das Fett aber mit viel Eiweiß nicht stärker als mit wenig; es zählten die Extrakalorien, nicht ihre Herkunft. Das war eine kleine Studie mit jungen Erwachsenen, die auf einer Klinikstation lebten, wo alles Essen abgemessen wurde, und dort acht Wochen lang zu viel aßen.11
~„Mit Steroiden holt der Körper mehr aus dem Eiweiß raus.“ Stimmt halb. Die Bilanz im Muskel – Neubau minus Abbau – verschiebt sich unter Steroiden Richtung Plus.14, 15, 16 Dass dafür mehr vom Eiweiß aus dem Essen im Muskel ankommt, ist aber nicht gezielt gemessen: Mehr Bausteine aus dem Blut nahmen die Muskelzellen nicht auf, und wo unter Testosteron zusätzlich Bausteine gegeben wurden, verstärkten sie die Wirkung nicht – bei älteren Männern regten sie den Neubau sogar schwächer an.14, 15, 18, 47
✕„Mit Steroiden brauchst Du weniger Eiweiß.“ Stimmt so nicht – belegt ist das nicht. Bei Trainierenden ist das nicht untersucht, und für weniger lassen sich so gut Gründe finden wie für mehr. Die einzige Studie, die über Monate zwei Eiweißmengen mit und ohne Hormon verglich, lief mit älteren Männern ohne Krafttraining.19
✕„Steroide wirken nur mit Training.“ Stimmt so nicht. In einer Studie wuchsen Muskelquerschnitt und Kraft unter Testosteron auch bei Männern, die während der Studie nicht trainierten; mit Training wuchsen sie stärker.17 Die Risiken aus Kapitel 05 gelten in beiden Fällen.
✕„Steroide lassen Dich schneller regenerieren.“ Stimmt so nicht – belegt ist das nicht. Eine kleine kontrollierte Studie mit Ausdauertraining fand bei Erholungswerten im Blut keinen Unterschied, und eine Übersicht hält die Datenlage für zu dünn für einen Schluss.42, 55
Kurz gesagt Von den sechs Aussagen über Eiweiß und Training stimmt eine – Training bringt mehr als der Shake –, vier stimmen halb, eine stimmt so nicht. Von den vier über Steroide stimmt eine halb, drei stimmen so nicht; zwei davon, weil sie nicht belegt sind.
07Grenzen

Was Eiweiß nicht kann – und was die Daten offenlassen

Zur Ehrlichkeit gehört beides: was Eiweiß leistet, was es nicht leistet – und wo die Daten dünn sind.

✕Kein Ersatz für den Auftrag. Eiweiß regt den Neubau für Stunden an; über Wochen kam der Zuwachs vor allem vom Training.1, 6
✕Kein Tausch Gramm gegen Gramm. Von rund 22 Gramm Steak-Eiweiß stecken nach Stunden rund 2 bis 4 Gramm im Muskeleiweiß; der Rest versorgt Darm, Leber, Blut und andere Gewebe, rund ein Fünftel dient als Energie (Kapitel 03).1, 5, 9
✕Kein Ersatz für Energie und Schlaf. Im Kaloriendefizit und nach einer Nacht ohne Schlaf lag der Neubau niedriger.22, 28
✕Keine sichere Abkürzung über Leucin. Erst mit deutlich mehr zugesetztem Leucin wirkte eine kleine Portion in einer Studie fast wie eine große; mit weniger Leucin reichte sie in einer anderen nach dem Training nicht – gemessen nur über Stunden.29, 30
✕Keine Behandlung. Diese Seite erklärt, wie aus Eiweiß Muskel wird – sie stellt keine Diagnose und ersetzt keine Therapie.

Wo die Daten dünn sind

Die meisten Zahlen auf dieser Seite stammen aus Laborstudien, die über Stunden messen, nicht über Wochen; wie viel davon zu Muskelzuwachs wird, zeigen sie nicht.1, 5 Die Anteile im Muskel stammen aus Studien mit Milcheiweiß; für Fleisch ist auf dieser Seite nur belegt, wie viel im Blut ankommt.33, 34 Untersucht wurden fast nur junge Männer, in einigen Studien ältere Männer; Frauen waren nur in wenigen, kleinen Studien dabei.8, 10, 22, 28 Die Studien zu Steroiden sind klein, oft alt und laufen über Tage bis Monate. Über Anwender, die seit Jahren Steroide nehmen, gibt es nur Beobachtungen – Vergleiche zu einem Zeitpunkt und Auswertungen von Registern; sie zeigen Zusammenhänge, aber keine Ursache.43, 61, 62 Mengen, wie Anwender sie tatsächlich nehmen, haben die kontrollierten Studien meist nicht untersucht.42 Wo auf dieser Seite steht, dass etwas nicht untersucht ist, heißt das: Ich habe gezielt danach gesucht und keine Studie gefunden.

Nur 2 bis 4 Gramm landen im Muskel

Heißt nicht: Der Rest ist verschwendet

Daraus könnte man schließen, mehr Eiweiß lohne sich nicht. Der Rest versorgt Darm, Leber, Blut und andere Gewebe, rund ein Fünftel dient als Energie – und bis rund 1,6 Gramm je Kilo brachte mehr Eiweiß im Mittel mehr fettfreie Masse.1, 6, 9

Eiweiß hebt den Neubau auch in Ruhe

Heißt nicht: Eiweiß allein lässt Muskel wachsen

Daraus könnte man schließen, Eiweiß allein reiche. Über Wochen kam der Zuwachs vor allem vom Training. Ohne Krafttraining brachte mehr Eiweiß älteren Männern keine zusätzliche fettfreie Masse; wer ohne Training deutlich zu viel isst, legt zwar fettfreie Masse zu, aber ebenso Fett – ob das Muskel ist, ist offen.6, 11, 19

Medizinische Vorgeschichte

Gemessen an gesunden Männern

Die Zahlen dazu, wie viel vom Eiweiß im Blut und im Muskel ankommt, stammen aus Studien mit gesunden jungen und älteren Männern.1, 5, 12, 33 Erkrankungen von Darm, Leber, Nieren oder Stoffwechsel haben sie nicht untersucht. Wie viel Eiweiß bei einer Erkrankung für Dich passt, klärst Du mit Deinem Arzt.

08Wie sicher

Wie sicher ist das alles?

Nicht jede Aussage auf dieser Seite steht gleich fest. Damit Du weißt, worauf Du Dich verlassen kannst, hier die Einordnung in Alltagssprache.

So lesen sich die Stufen: gut belegt – viele Studien oder eine große Auswertung, alle in dieselbe Richtung; belegt – gute Daten, aber mit Grenzen; erste Hinweise – wenige oder kleine Studien; uneinheitlich – Studien widersprechen sich; nicht belegt – Studien fanden keinen Effekt, oder es gibt keine.

AussageEinordnung
Eiweiß aus Fleisch, Milch, Soja und Erbse wird zum größten Teil im Dünndarm aufgenommenbelegt – mehrere kleine Studien mit Darmsonde, gleiche Richtung; je eine Mahlzeit, Soja und Erbse als gereinigtes Eiweiß
Gut die Hälfte der Bausteine einer Mahlzeit kommt in den ersten Stunden im Blut anbelegt – mehrere kleine Studien mit markiertem Milcheiweiß, Kasein und Rindfleisch, über Stunden
Darm und Leber behalten zunächst einen großen Teil der Bausteineerste Hinweise – eine Studie misst es direkt; wofür sie ihn nutzen, ist die Deutung der Autoren
Nach Stunden steckt nur ein kleiner Teil des Eiweißes im Muskeleiweißbelegt – zwei Studien mit markiertem Milcheiweiß; aus Gewebeproben hochgerechnet, für Fleisch nicht direkt gemessen
Eingebautes Eiweiß ist noch kein Muskelzuwachsbelegt – der Muskel baut gleichzeitig ab; Messungen mit markierten Bausteinen
Einen Teil des Eiweißes verbrennt der Körper in den ersten Stunden als Energieerste Hinweise – zwei kleine Studien mit Ei und Rindfleisch
Der Körper baut am Tag mehr Eiweiß um, als Du isstbelegt – Messung über Stunden, von mir auf den Tag hochgerechnet; eine Übersicht nennt dieselbe Größenordnung
Eiweiß allein hebt den Neubau im Muskel auch in Ruhebelegt – mehrere Studien mit markierten Bausteinen, über Stunden
Training verstärkt den Neubau aus dem Eiweißbelegt – mehrere kleine Studien, jung und alt
Über Wochen kommt der Zuwachs vor allem vom Training, Eiweiß ist der Zusatzgut belegt – große Auswertung von 49 Studien
Bis rund 1,6 Gramm je Kilo bringt mehr Eiweiß mehr fettfreie Massegut belegt – dieselbe Auswertung; wo genau die Grenze liegt, ist unsicher
Wer ohne Training deutlich zu viel isst, legt fettfreie Masse und Fett zuerste Hinweise – eine kleine Studie mit jungen Erwachsenen bei abgemessener Kost, fettfreie Masse nur mit normal viel oder viel Eiweiß; ob sie Muskel war, zeigt die Studie nicht
Extra-Eiweiß wird beim Überessen nicht eher zu Fett als andere Extrakalorienerste Hinweise – dieselbe Studie
Ältere brauchen je Mahlzeit mehr Eiweiß für dieselbe Reaktionerste Hinweise – Auswertung früherer Laborstudien, nur Männer; je Kilo Körpergewicht knapp nicht gesichert, eine andere Studie ohne Unterschied
Im Kaloriendefizit sinkt der Neubau, Training hält dagegenerste Hinweise – eine kleine Studie über fünf Tage
Eine Nacht ohne Schlaf senkt den Neubauerste Hinweise – eine kleine Studie, Auswertung auf eine Richtung ausgelegt
Nach Ganzkörpertraining nutzt der Muskel eine größere Portionerste Hinweise – eine Studie; der Grund ist die Deutung der Autoren
Wie Du das Eiweiß über den Tag verteilst, verändert den Neubauuneinheitlich – zwei Laborstudien mit verschiedenem Ergebnis, nur über Stunden
Eine kleine Portion mit viel Leucin ersetzt eine großeerste Hinweise – eine kleine Laborstudie über Stunden; mit weniger zugesetztem Leucin reichte die kleine Portion in einer zweiten Studie nicht
Muskel ist zu rund drei Vierteln Wasserbelegt – eine Messreihe an vier Muskeln, in allen gleich
Muskeln wachsen vor allem über dickere Fasernbelegt – Übersicht über viele Studien
Training lässt beim Menschen neue Fasern entstehennicht belegt – ein Vergleich von Bodybuildern mit Untrainierten ohne Unterschied, Hinweise nur aus Tierversuchen; die Übersicht hält die Frage für offen
Bei langjährigen Steroid-Anwendern entstehen neue Fasernerste Hinweise – Vergleiche zu einem Zeitpunkt fanden mehr Fasern mit Merkmalen neu gebildeter Fasern; ob neue entstehen, ist offen
Steroide verschieben die Bilanz im Muskel Richtung Plusbelegt in der Richtung – kleine Studien über Tage bis Monate; ob mehr Neubau oder weniger Abbau überwiegt, ist uneinheitlich
Steroide verändern Verdauung oder Aufnahme von Eiweiß aus dem Essennicht belegt – nicht gezielt untersucht
Unter Steroiden landet mehr vom Eiweiß einer Mahlzeit im Muskelnicht belegt – nicht gezielt gemessen
Fettfreie Masse und Kraft steigen mit der Menge, auch ohne Trainingbelegt – eine Studie über 10 Wochen, in der das Los über Wirkstoff oder Scheinpräparat ohne Wirkstoff entschied, und eine mit fünf ausgelosten Mengenstufen über 20 Wochen, beide an jungen Männern
Wie viel vom Zuwachs unter Steroiden Muskel istuneinheitlich – Studien mit verschiedenen Messverfahren kommen zu verschiedenen Ergebnissen
Über Wochen mehr Muskelstammzellen unter Testosteronerste Hinweise – eine Studienreihe mit Mengenstufen, kleine Teilgruppen
Bei Langzeitanwendern nicht mehr Muskelstammzellen als bei Kraftsportlern ohne Mittelerste Hinweise – Vergleiche zu einem Zeitpunkt an wenigen Kraftdreikämpfern
Steroide verbessern die Erholungnicht belegt – eine kleine kontrollierte Studie ohne Unterschied; eine Übersicht sieht keine Grundlage für einen Schluss
Der Eiweißbedarf ändert sich unter Steroidennicht belegt – bei Trainierenden nicht untersucht; die einzige Studie, die über Monate zwei Eiweißmengen mit und ohne Hormon verglich, lief an älteren Männern ohne Krafttraining
Tabletten senken das HDL-Cholesterin stärker als gespritztes Testosteronerste Hinweise – eine kleine Vergleichsstudie mit je einem Wirkstoff; mit mehreren Mitteln zugleich sank es in einer anderen Studie stark

Sechs Zahlen zum Mitnehmen

Das Kurze · Fazit in Zahlen

Jede Zahl mit Quelle und Haken

Die sechs Zahlen stammen aus Studien mit markiertem Eiweiß, aus großen Auswertungen, aus der deutschen Nährwertdatenbank und aus einer gezielten Suche in der Studiendatenbank PubMed, Stand Oktober 2026; wo ich eine davon selbst gerechnet habe, steht es dabei. Zu jeder steht, wer untersucht wurde, was herauskam und wo der Haken liegt.

55 %
der Bausteine aus 20 g Kasein
im Blut binnen fünf Stunden

Gut die Hälfte kommt im Blut an, rund 45 Prozent behalten Darm und Leber zunächst. In einer zweiten Studie waren es nach 25 Gramm Milcheiweiß 51 bis 66 Prozent über 4 bis 12 Stunden.

Haken

Junge Männer in Ruhe, Kasein statt Fleisch, fünf Stunden. Mitfinanziert über eine öffentlich-private Forschungspartnerschaft, an der Milch- und Lebensmittelkonzerne beteiligt waren – ein möglicher Interessenkonflikt.

Quelle: Groen und Kollegen 2015 · 12 gesunde junge Männer; Trommelen und Kollegen 2023 · 12 freizeitaktive Männer in der 25-Gramm-Gruppe1, 5
2–4 g
von 22,1 g Eiweiß aus 100 g Steak
im Muskeleiweiß, gerechnet

Nicht 22 Gramm, sondern ein paar – der Rest wird anderswo gebraucht. Gemessen mit Milcheiweiß nach einer Krafteinheit: von 25 Gramm 3 bis 4,5 Gramm nach 4 bis 12 Stunden.

Haken

Die Anteile stammen aus Studien mit Milcheiweiß, der obere Wert nach einer Krafteinheit; für Rindfleisch ist nur der Anteil im Blut gemessen – die Übertragung ist eine Annahme. Eingebaut ist noch kein Zuwachs: Der Muskel baut gleichzeitig ab.

Quelle: Bundeslebensmittelschlüssel 4.0; Anteile aus Groen 2015 und Trommelen 2023; gerechnet: 22,1 × 0,11 ≈ 2,4 · 22,1 × 0,18 ≈ 4,0 · 25 × 0,12 = 3,0 · 25 × 0,18 = 4,51, 4, 5
1,1 kg
fettfreie Masse durch Krafttraining –
zusätzliches Eiweiß 0,3 kg mehr

Training bringt den größten Teil, Eiweiß den Zusatz. Gemessen in Studien über mindestens sechs Wochen.

Haken

Mittelwerte bei Menschen, die ohnehin rund 1,4 Gramm Eiweiß je Kilo aßen; bei Krafttrainierten brachte Eiweiß mehr, mit dem Alter weniger. Einer der Autoren erhielt Geld aus der US-Milchwirtschaft, zwei waren bei Firmen für Trainingsinformation tätig – mögliche Interessenkonflikte.

Quelle: Morton und Kollegen 2018 · 49 Studien, 1.863 gesunde Erwachsene6
1,6 g
Eiweiß je Kilo Körpergewicht am Tag
für Muskelaufbau

Bis dahin brachte mehr Eiweiß im Mittel mehr fettfreie Masse. Bei 70 Kilo sind das rund 112 Gramm am Tag, gerechnet: 70 × 1,6.

Haken

Der Knick war statistisch nicht gesichert; die obere Grenze der Schätzung liegt bei 2,2 – das ist keine Sicherheitsgrenze, sondern die Unsicherheit der Schätzung. Dieselbe Linie vertritt meine Seite zu Protein.

Quelle: Morton und Kollegen 2018 · Knickpunkt 1,62, Spanne 1,03 bis 2,20 g je kg6
0,4 g
Eiweiß je Kilo und Mahlzeit brauchten
Männer um die 70 – junge 0,24

Im Alter wahrscheinlich größere Portionen. Bei 70 Kilo sind 0,4 Gramm je Kilo rund 28 Gramm je Mahlzeit, gerechnet: 0,4 × 70.

Haken

Erste Hinweise aus einer Auswertung früherer Laborstudien, nur Männer; je Kilo Körpergewicht knapp nicht gesichert, und eine andere Studie fand aus derselben Portion keinen Unterschied zwischen Jung und Alt.

Quelle: Moore und Kollegen 2015 · Männer um 71 und um 22 Jahre; Pennings und Kollegen 201112, 13
0
Studien zum Eiweißbedarf unter anabolen
Steroiden bei trainierenden Menschen

Ob man damit weniger oder mehr Eiweiß braucht, weiß niemand. Null heißt: bei gezielter Suche keine gefunden.

Haken

Null heißt nicht „weniger Eiweiß“, sondern: niemand weiß es. Die einzige Studie, die über Monate zwei Eiweißmengen mit und ohne Hormon verglich, lief mit älteren Männern ohne Krafttraining; mehr Eiweiß brachte dort auch ohne Hormon nichts, und die höhere Menge lag mit 1,3 Gramm je Kilo unter den rund 1,6 Gramm für Muskelaufbau.

Quelle: Suche in PubMed, Oktober 2026; Bhasin und Kollegen 2018 · 92 Männer ab 6519

Jede dieser sechs Zahlen ist an der Quelle geprüft, Stand 28.10.2026. Die ausführlichen Angaben, mit Teilnehmern, Geldgebern und Interessenkonflikten, soweit ich sie prüfen konnte, folgen im Kapitel „Belegt“.

Der eine Satz, wenn Du Dir nur einen merkst Von 20 Gramm Eiweiß auf dem Teller stecken nach Stunden nur ein paar Gramm im Muskeleiweiß – wachsen tut der Muskel durch Training, genug Eiweiß und Energie, Schlaf und Wochen, nicht durch eine einzelne Mahlzeit.
09Belegt

Worauf sich diese Seite stützt

Zu jeder hochgestellten Zahl im Text: Quelle, Teilnehmer, Ergebnis, Einschränkung, Geldgeber und Interessenkonflikte. Alle Studien habe ich über PubMed geprüft, die Nährwertdatenbanken an der Quelle selbst. Wo sich etwas nicht prüfen ließ, steht das dabei. Dosierungen aus den Studien zu Steroiden stehen bewusst auch hier nicht.

65 Quellen · hier aufklappenzuklappenGeldgeber und Interessenkonflikte

Ein paar Begriffe, die in den Belegen vorkommen: Markiertes Eiweiß trägt in seinen Bausteinen eine schwerere Form von Kohlenstoff oder Stickstoff, die sich in Blut und Gewebe nachweisen lässt; in den englischen Zitaten heißt das „labeled“ oder „tracer“. „Splanchnic“ meint die Organe im Bauch, vor allem Darm und Leber; „ileal“ heißt: am Ende des Dünndarms gemessen. Desaminiert heißt: Vom Baustein wurde der Stickstoff abgespalten, er wird abgebaut. MPS, MyoPS und FSR stehen für die Neubaurate im Muskel, meist in Prozent je Stunde, FBR für die Abbaurate; die Nettobilanz ist Neubau minus Abbau. LBM und FFM stehen für fettfreie Masse. AAS sind anabol-androgene Steroide, T, TE und TEST stehen für Testosteron beziehungsweise die Testosterongruppe, PLA für die Gruppe mit Scheinpräparat, AR für den Androgenrezeptor; in der Studie zum trainierten Bein heißen T und UT trainiertes und untrainiertes Bein. RET heißt Krafttraining, REX eine Krafteinheit, ED und EB Energiedefizit und ausgeglichene Energiebilanz; CON und DEP stehen in der Schlafstudie für die Nacht mit und ohne Schlaf; LH und HH in der Hormonstudie für den Arm mit niedrigem und hohem Hormonanstieg. VL ist der äußere Oberschenkelmuskel, SPI ein Sojaeiweiß-Isolat. Randomisiert heißt: Das Los entschied über die Gruppe; doppelt verblindet: Weder Teilnehmer noch Untersucher wussten, wer was bekam; ein Scheinpräparat, auch Placebo, enthält keinen Wirkstoff. Im Kreuzversuch durchlaufen dieselben Personen nacheinander beide Varianten. Ein Vergleich zu einem Zeitpunkt, Querschnitt genannt, zeigt Unterschiede, aber keine Ursache. Die Kurzfassung ist der Überblick am Anfang einer Studie. P ist ein Maß dafür, wie gut ein Befund gegen Zufall abgesichert ist; unter 0,05 gilt er als gesichert. CI oder KI ist der Vertrauensbereich, in dem der wahre Wert mit hoher Wahrscheinlichkeit liegt; aHR ist ein Risikoverhältnis, bereinigt um andere Einflüsse. RDA ist die Zufuhrempfehlung in den USA, beim Eiweiß 0,8 Gramm je Kilo.

So liest Du die Angaben zu den Geldgebern PubMed, die Studiendatenbank der US-Nationalbibliothek für Medizin, ordnet Studien nach ihren Geldgebern ein: Stellen der US-Regierung, etwa die Gesundheitsinstitute NIH oder der US-Gesundheitsdienst – und „außerhalb der US-Regierung“ für alles andere. „Außerhalb der US-Regierung“ heißt also: Das Geld kam von Hochschulen, Stiftungen, anderen Staaten oder Firmen – wer genau, steht nur in der vollständigen Arbeit. Steht bei einer Studie kein Geldgeber, „nicht geprüft“ oder „nicht prüfbar“, habe ich die Finanzierung nicht selbst gelesen.
1Groen BBL, Horstman AM, Hamer HM, de Haan M, van Kranenburg J, Bierau J, Poeze M, Wodzig WKWH, Rasmussen BB, van Loon LJC (2015). Post-Prandial Protein Handling: You Are What You Just Ate. PLoS One 10(11):e0141582. DOI 10.1371/journal.pone.0141582 · PMID 26556791 · PMC4640549 Eine Versuchsreihe ohne Kontrollgruppe: 12 gesunde junge Männer (23 ± 1 Jahre) tranken in Ruhe und nüchtern 20 g Kasein mit markiertem Phenylalanin, einem Baustein; dazu Infusionen mit drei weiteren Markern, Blut aus Arterie und Vene des Oberschenkels, Gewebeproben über 5 Stunden. „55.3±2.7% of the protein-derived phenylalanine was released in the circulation during the 5 h post-prandial period“; laut Volltext blieben 44,7 % „in the splanchnic area“, nach Deutung der Autoren „providing precursors for gut and liver protein synthesis“. „~11% of the dietary protein derived amino acids (2.2±0.3 g) were incorporated in muscle protein within the 5 h post-prandial period.“ „About 20% of the dietary protein derived amino acids released in the circulation are taken up in skeletal muscle tissue“. Neubaurate 0,029 auf 0,044 % je Stunde; Bilanz am Bein „from -291±72 to 103±66“. Einschränkung: 12 Männer, Ruhe, Kasein, 5 Stunden; die 2,2 g beruhen auf der Annahme, dass die gesamte Muskulatur von Armen und Beinen so angereichert ist wie die Gewebeprobe. Geldgeber laut PubMed außerhalb der US-Regierung; laut Verlagsseite „funded by TI Food and Nutrition, a public-private partnership on precompetitive research“, die Sponsoren Danone, FrieslandCampina und Kellogg's finanzierten teilweise mit und „did have a role in the study design“ – mögliche Interessenkonflikte. Die Erklärung spricht von Fertiggetränken, laut Methodenteil wurde markiertes Kasein getrunken.
2Nair KS, Halliday D, Griggs RC (1988). Leucine incorporation into mixed skeletal muscle protein in humans. American Journal of Physiology 254(2 Pt 1):E208–E213. DOI 10.1152/ajpendo.1988.254.2.E208 · PMID 3279803 10 gesunde Männer, nüchtern, Infusion von markiertem Leucin, Gewebeproben aus dem Oberschenkel; Muskelmasse über ein Abbauprodukt im Urin, das Kreatinin, geschätzt. „FMPS in our subjects was 0.046 +/- 0.003%/h.“ „MPS (44.7 +/- 3.4 mg.kg-1.h-1) and WBPS (167.8 +/- 8.5 mg.kg-1.h-1)“; „The contribution of MPS to WBPS was 27 +/- 1%“ – WBPS ist der Neubau im ganzen Körper. Einschränkung: 10 Männer, nüchtern, Messung über Stunden; die Hochrechnung auf einen Tag ist von mir (Kapitel 04). Geldgeber laut PubMed außerhalb der US-Regierung und US-Gesundheitsdienst; Interessenkonflikte nicht geprüft.
3Louden JD, Roberts RG, Goodship TH (2000). What have isotope studies in humans told us about the nutritional effects of acidosis in dialysis? Seminars in Dialysis 13(4):247–251. DOI 10.1046/j.1525-139x.2000.00067.x · PMID 10923353 Übersicht aus der Dialyseforschung, keine eigene Messung zum Umsatz. „body protein is in a dynamic state with a daily turnover of approximately 300 g of protein in a 60 kg man. This is significantly greater than the daily protein intake at a level of 1 g.kg-1.day-1.“ Einschränkung: Woher die 300 g stammen, belegt die Kurzfassung nicht; hier nur als Gegenprobe zur eigenen Rechnung. Geldgeber und Interessenkonflikte nicht geprüft.
4Max Rubner-Institut, Standort Karlsruhe. Bundeslebensmittelschlüssel (BLS) 4.0. blsdb.de · Bundeslebensmittelschlüssel · abgerufen am 28.10.2026 Je 100 g essbarer Anteil: Rind Hüfte roh (U284100) 22,1 g Eiweiß, 73,2 g Wasser, 2,35 g Fett, 110 kcal; Rind Hüfte gebraten ohne Fett, im Ofen (U284162) 30,3 g Eiweiß, 64,7 g Wasser, 2,69 g Fett, 145 kcal, laut Datenbank aus einer Rezeptberechnung. Wasser, Eiweiß und Fett ergeben jeweils knapp 98 g – stimmig. Einschränkung: Wie viel gebratenes Fleisch aus 100 g rohem wird, steht in den Datensätzen nicht. Die Datensätze für Filetsteak ergaben zusammen mehr als 100 g und wurden deshalb nicht verwendet. Werte über die Einzelseiten der Datenbank gelesen; die Fassung 4.0 steht nur auf der Startseite. Bundesbehörde.
5Trommelen J, van Lieshout GAA, Nyakayiru J und 9 weitere (2023). The anabolic response to protein ingestion during recovery from exercise has no upper limit in magnitude and duration in vivo in humans. Cell Reports Medicine 4(12):101324. DOI 10.1016/j.xcrm.2023.101324 · PMID 38118410 · PMC10772463 Randomisiert, doppelblind: 36 gesunde, freizeitaktive Männer (18 bis 40 Jahre), je 12 pro Gruppe („n = 12 per group“), bekamen nach einer Ganzkörper-Krafteinheit 0, 25 oder 100 g markiertes Milcheiweiß; Messung mit vier Markern über 12 Stunden. Nach 25 g erschienen „51%, 62%, and 66% over 4, 8, and 12 h“ der Bausteine im Blut, nach 100 g 26, 44 und 53 %, ohne Plateau. „12%, 15%, and 18% of the ingested protein was incorporated into skeletal muscle following ingestion of 25 g protein throughout 4-, 8-, and 12-h periods“; nach 100 g 13 g, also 13 %. In Eiweiße des Blutes flossen 6 % (25 g) und 4 % (100 g). Die Verbrennung von Bausteinen stieg kaum. Methodenteil: Eiweißanteil des Muskels mit 20 % angesetzt. Zu den höheren Anteilen als in früheren Studien laut Volltext: „The higher values observed in the present study are attributed to the prior exercise bout“. Einschränkung: eine Einheit, 12 Stunden, nur junge, freizeitaktive Männer mit ein bis drei Trainingseinheiten pro Woche; Milcheiweiß, laut den Autoren zu rund 80 % Kasein; Muskelmasse geschätzt, Eiweißanteil angenommen; nach 100 g war die Aufnahme nicht abgeschlossen. Interessenkonflikt: Ein Mitautor arbeitet bei FrieslandCampina, einem Molkereikonzern; laut Erklärung in der Forschungsdatenbank der Universität Maastricht hatte die Firma keine Rolle bei Finanzierung, Datenerhebung, Auswertung und Manuskript; einen eigenen Geldgeber nennt die Erklärung nicht. In der Fassung bei PubMed Central habe ich keine Erklärung gefunden.
6Morton RW, Murphy KT, McKellar SR und 8 weitere (2018, online 2017). A systematic review, meta-analysis and meta-regression of the effect of protein supplementation on resistance training-induced gains in muscle mass and strength in healthy adults. British Journal of Sports Medicine 52(6):376–384. DOI 10.1136/bjsports-2017-097608 · PMID 28698222 · PMC5867436 49 randomisierte Studien mit 1.863 gesunden Erwachsenen, Krafttraining über mindestens 6 Wochen. Eiweiß zusätzlich: fettfreie Masse +0,30 kg (0,09 bis 0,52), bei Krafttrainierten 0,75 kg mehr als bei Untrainierten. Laut Volltext: „RET alone … resulted in an increase in FFM (1.1±1.2 kg)“; „break point=1.62 (1.03, 2.20) g/kg/day … despite not being statistically significant (p=0.079)“; „it may be prudent to recommend ~2.2 g protein/kg/d for those seeking to maximise resistance training-induced gains in FFM“. Die Eiweißzufuhr lag zu Beginn im Mittel bei „~1.4 g protein/kg/day“. Zum Zeitpunkt: „the specifics of protein supplementation (eg, timing, postexercise protein dose or protein source) play a minor, if any, role in determining RET-induced gains in FFM and strength over a period of weeks“. Einschränkung: Der Knick war statistisch nicht gesichert; mit dem Alter wurde der Zusatzeffekt kleiner. Interessenkonflikt: Seniorautor, also Leiter der Forschungsgruppe, Stuart Phillips erhielt Forschungsgeld, Reisekosten und Vortragshonorare vom US National Dairy Council, der auch ausgewertete Studien unterstützt hat (Europe PMC, Volltext). Zwei Mitautoren laut PubMed bei Firmen für Trainingsinformation (Bayesian Bodybuilding, Weightology LLC); in der Erklärung der Autoren steht nur der Milch-Bezug, als möglichen Interessenkonflikt ordne ich die Firmen ein.
7Deutsche Gesellschaft für Ernährung. Referenzwerte Protein. Stand der Ableitung 2017. dge.de · Referenzwerte Protein Empfohlene Zufuhr: 19 bis unter 65 Jahre 0,8 g je kg Körpergewicht und Tag; ab 65 Jahren 1,0 g je kg – „Hierbei handelt es sich um Schätzwerte“, weil sich der Bedarf älterer Erwachsener nicht mit wünschenswerter Genauigkeit bestimmen lässt. Die Angaben beziehen sich auf Normalgewicht; bei Übergewicht („BMI > 25 kg/m² bei Erwachsenen“) soll das Normalgewicht zugrunde gelegt werden. Einschränkung: Referenzwerte einer Fachgesellschaft für gesunde Erwachsene, keine Studie und kein Wert für Muskelaufbau. Wortlaut wie auf meiner Seite zu Protein, dort am 21.10.2026 an der Seite der Gesellschaft geprüft; für diese Seite nicht erneut abgerufen.
8Phillips SM, Tipton KD, Aarsland A, Wolf SE, Wolfe RR (1997). Mixed muscle protein synthesis and breakdown after resistance exercise in humans. American Journal of Physiology 273(1 Pt 1):E99–E107. DOI 10.1152/ajpendo.1997.273.1.E99 · PMID 9252485 8 Untrainierte (4 Männer, 4 Frauen), nüchtern gemessen in Ruhe sowie 3, 24 und 48 Stunden nach acht Sätzen mit acht Wiederholungen bei 80 % der Maximalkraft. Neubau über Ruhe „3 h = 112%, 24 h = 65%, 48 h = 34%“; Abbau „increased by exercise at 3 h (31%…) and 24 h (18%…) postexercise but returned to resting levels by 48 h“. Die Nettobilanz wurde an allen Zeitpunkten weniger negativ, blieb aber „significantly different from zero“; Neubau und Abbau hingen eng zusammen (r = 0,88). Einschränkung: 8 Personen, nüchtern, Untrainierte. Geldgeber laut PubMed außerhalb der US-Regierung und US-Gesundheitsdienst; Interessenkonflikte nicht geprüft.
9Fromentin C, Tomé D, Nau F, Flet L, Luengo C, Azzout-Marniche D, Sanders P, Fromentin G, Gaudichon C (2013, online 2012). Dietary proteins contribute little to glucose production, even under optimal gluconeogenic conditions in healthy humans. Diabetes 62(5):1435–1442. DOI 10.2337/db12-1208 · PMID 23274906 · PMC3636601 8 Gesunde (3 Frauen, 5 Männer, 24 ± 3 Jahre) aßen nach einer Nacht ohne Essen vier Eier mit 23 g markiertem Eiweiß, ohne Kohlenhydrate; Messung über 8 Stunden. „The cumulative amount of dietary amino acids (AAs) deaminated over this 8-h period was 18.1 ± 3.5%“. „During the 8 h after egg ingestion, 50.4 ± 7.7 g of glucose was produced, but only 3.9 ± 0.7 g originated from dietary AA.“ Laut Volltext erreichte der Anteil in Eiweißen des Blutes nach rund sieben Stunden seinen Höchststand: „7.1 ± 0.5 and 8.5 ± 1.4% of ingested AA“, je nach Markierung. Ebenfalls laut Volltext: „18% of AAs were deaminated, producing carbon skeletons that were entirely oxidized within 8 h of the meal.“ Einschränkung: 8 Personen; eine Mahlzeit ohne Kohlenhydrate ist für die Bildung von Zucker aus Eiweiß die günstigste Bedingung. Volltext über PubMed Central gelesen; Geldgeber und Interessenkonflikte dort nicht gefunden, nicht geprüft. Die Eier stellte die französische Behörde für Lebensmittelsicherheit her.
10Oberli M, Marsset-Baglieri A, Airinei G und 9 weitere (2015). High True Ileal Digestibility but Not Postprandial Utilization of Nitrogen from Bovine Meat Protein in Humans Is Moderately Decreased by High-Temperature, Long-Duration Cooking. Journal of Nutrition 145(10):2221–2228. DOI 10.3945/jn.115.216838 · PMID 26290008 · Studienregister NCT01685307 Randomisiert, einfach verblindet: 16 Erwachsene (5 Frauen, 11 Männer, 28 ± 8 Jahre) mit einer Sonde am Ende des Dünndarms aßen 120 g markiertes Rindfleisch, 5 Minuten bei 55 °C oder 30 Minuten bei 90 °C gegart, je 8 Personen; Messung über 8 Stunden. „Proteins tended to be less digestible for the meat cooked at 90°C for 30 min than at 55°C for 5 min (90.1% ± 2.1% vs. 94.1% ± 0.7% of ingested N; P = 0.08).“ „The amount of exogenous nitrogen lost through deamination did not differ between groups (21.2% ± 0.8% of ingested N).“ Einschränkung: je 8 Personen, eine Mahlzeit nur aus Fleisch. Geldgeber laut PubMed außerhalb der US-Regierung, Einzelheiten nicht geprüft; die Autoren kommen vom staatlichen französischen Agrarforschungsinstitut INRA. Interessenkonflikte nicht geprüft.
11Bray GA, Smith SR, de Jonge L, Xie H, Rood J, Martin CK, Most M, Brock C, Mancuso S, Redman LM (2012). Effect of dietary protein content on weight gain, energy expenditure, and body composition during overeating: a randomized controlled trial. JAMA 307(1):47–55. DOI 10.1001/jama.2011.1918 · PMID 22215165 · PMC3777747 · Studienregister NCT00565149 Randomisiert, einfach verblindet: 25 gesunde Männer und Frauen, 18 bis 35 Jahre, lebten 10 bis 12 Wochen auf einer Stoffwechselstation und aßen in den letzten 8 Wochen rund 40 % mehr Energie als zum Gewichthalten, mit 5, 15 oder 25 % der Energie aus Eiweiß. „Body fat increased similarly in all 3 protein diet groups and represented 50% to more than 90% of the excess stored calories.“ „body protein (lean body mass) (normal protein diet: 2.87 kg [95% CI, 2.11-3.62 kg]; high protein diet: 3.18 kg [95% CI, 2.37-3.98 kg]) increased significantly with the normal and high protein diets“; mit wenig Eiweiß nahm sie nicht zu. Schluss: „calories alone account for the increase in fat; protein affected energy expenditure and storage of lean body mass, but not body fat storage.“ Einschränkung: 25 Personen, eine Stoffwechselstation, starkes Überessen; laut Volltext ohne Trainingsprogramm: „participants resided in a metabolic unit for 10 to 12 weeks with no prescribed or regular exercise program“. Die fettfreie Masse wurde mit einer Röntgenmessung bestimmt; ob der Zuwachs Muskel war, zeigt die Studie nicht. Geldgeber laut PubMed US-Regierungsstellen und außerhalb der US-Regierung, Einzelheiten nicht geprüft; Interessenkonflikte nicht geprüft.
12Pennings B, Koopman R, Beelen M, Senden JMG, Saris WHM, van Loon LJC (2011, online 2010). Exercising before protein intake allows for greater use of dietary protein-derived amino acids for de novo muscle protein synthesis in both young and elderly men. American Journal of Clinical Nutrition 93(2):322–331. DOI 10.3945/ajcn.2010.29649 · PMID 21084649 · Studienregister NCT00557388 Randomisiert: junge und ältere Männer bekamen 20 g markiertes Eiweiß in Ruhe oder nach Training. „No differences were observed in plasma phenylalanine availability between the young (51 ± 2%) and elderly (51 ± 1%) men or between the rest (52 ± 1%) and exercise (49 ± 1%) conditions.“ Neubau aus dem markierten Eiweiß in Ruhe 0,0620 und 0,0560, nach Training 0,0719 und 0,0727 % je Stunde (jung, alt); „exercise effect: P < 0.05“; zwischen jungen und älteren Männern kein Unterschied: „age effect: P = 0.62“. Einschränkung: Gruppengrößen, Eiweißart und Messdauer stehen nicht in der Kurzfassung; Volltext nicht gelesen. Geldgeber in PubMed nicht angegeben; der Erstautor arbeitete für TI Food and Nutrition, eine öffentlich-private Forschungspartnerschaft mit der Lebensmittelindustrie. Interessenkonflikte nicht geprüft.
13Moore DR, Churchward-Venne TA, Witard O, Breen L, Burd NA, Tipton KD, Phillips SM (2015, online 2014). Protein ingestion to stimulate myofibrillar protein synthesis requires greater relative protein intakes in healthy older versus younger men. Journals of Gerontology A 70(1):57–62. DOI 10.1093/gerona/glu103 · PMID 25056502 Rückblickende Auswertung von Laborstudien mit gesunden älteren (rund 71 Jahre) und jüngeren Männern (rund 22 Jahre) nach 0 bis 40 g hochwertigem Eiweiß. Die Neubau-Reaktion erreichte ihr Plateau bei „0.40 ± 0.19 and 0.24 ± 0.06 g/kg body mass (p = .055) and 0.60 ± 0.29 and 0.25 ± 0.13 g/kg lean body mass (p < .01)“. Nüchtern unterschied sich der Neubau nicht. Einschränkung: Auswertung früherer Studien, nur Männer; je Kilo Körpergewicht knapp nicht gesichert. Geldgeber laut PubMed außerhalb der US-Regierung, Einzelheiten nicht geprüft; Seniorautor ist Stuart Phillips (siehe Beleg 6).
14Ferrando AA, Tipton KD, Doyle D, Phillips SM, Cortiella J, Wolfe RR (1998). Testosterone injection stimulates net protein synthesis but not tissue amino acid transport. American Journal of Physiology 275(5):E864–E871. DOI 10.1152/ajpendo.1998.275.5.E864 · PMID 9815007 Vorher-nachher ohne Kontrollgruppe: 7 gesunde Männer, gemessen vor und 5 Tage nach einer einzigen Testosteronspritze, über Blut aus Arterie und Vene am Bein und Gewebeproben, nüchtern. „Protein synthesis increased twofold after injection (P < 0.05), whereas protein breakdown was unchanged“; die Nettobilanz „became more positive … and was not different from zero“; „T injection increased arteriovenous essential and nonessential nitrogen balance across the leg (P < 0.05) in the fasted state, without increasing amino acid transport“; Schluss: „increased net protein synthesis and reutilization of intracellular amino acids“. Einschränkung: 7 Männer, keine Kontrollgruppe, 5 Tage, eine Gabe, nur nüchtern; gemessen ist der Eintritt in die Muskelzelle, nicht der Darm. Geldgeber laut PubMed US-Gesundheitsdienst und außerhalb der US-Regierung; Interessenkonflikte nicht geprüft.
15Sheffield-Moore M, Urban RJ, Wolf SE, Jiang J, Catlin DH, Herndon DN, Wolfe RR, Ferrando AA (1999). Short-term oxandrolone administration stimulates net muscle protein synthesis in young men. Journal of Clinical Endocrinology & Metabolism 84(8):2705–2711. DOI 10.1210/jcem.84.8.5923 · PMID 10443664 Vorher-nachher: 6 gesunde Männer (22 ± 1 Jahre), nüchtern gemessen vor und nach 5 Tagen Oxandrolon, einem Steroid als Tablette. „Inward transport of amino acids remained unchanged with OX, whereas outward transport decreased“; „The fractional synthetic rate increased 44% (P < 0.05) … with no change in fractional breakdown rate“; die Nettobilanz war danach „not different from zero“; die Ablesung des Gens für den Androgenrezeptor stieg. Einschränkung: 6 Männer, keine Kontrollgruppe, 5 Tage, nur nüchtern; ein anderer Wirkstoff als Testosteron. Geldgeber laut PubMed US-Gesundheitsdienst; Interessenkonflikte nicht geprüft. Die Autoren kommen aus der Verbrennungsmedizin, einer aus der Dopinganalytik.
16Ferrando AA, Sheffield-Moore M, Yeckel CW, Gilkison C, Jiang J, Achacosa A, Lieberman SA, Tipton K, Wolfe RR, Urban RJ (2002). Testosterone administration to older men improves muscle function: molecular and physiological mechanisms. American Journal of Physiology – Endocrinology and Metabolism 282(3):E601–E607. DOI 10.1152/ajpendo.00362.2001 · PMID 11832363 Randomisiert, doppelt verblindet: 12 Männer ab 60 Jahren mit niedrigem Testosteron bekamen über 6 Monate Scheinpräparat (5) oder Testosteron (7), eingestellt auf Werte nahe am Normalbereich. „LBM accretion resulted from an increase in muscle protein net balance, due to a decrease in muscle protein breakdown“; „TE treatment increased expression of AR protein at 1 mo, but expression returned to pre-TE treatment levels by 6 mo.“ Einschränkung: 12 Männer; ältere Männer mit niedrigem Ausgangswert, nicht junge Trainierende; die Menge wurde je Person eingestellt. Geldgeber laut PubMed US-Gesundheitsdienst und außerhalb der US-Regierung; Interessenkonflikte nicht geprüft.
17Bhasin S, Storer TW, Berman N, Callegari C, Clevenger B, Phillips J, Bunnell TJ, Tricker R, Shirazi A, Casaburi R (1996). The effects of supraphysiologic doses of testosterone on muscle size and strength in normal men. New England Journal of Medicine 335(1):1–7. DOI 10.1056/NEJM199607043350101 · PMID 8637535 Randomisiert, doppelt verblindet: 43 gesunde Männer in vier Gruppen – Scheinpräparat oder Testosteron, jeweils mit oder ohne standardisiertes Krafttraining, 10 Wochen. Ohne Training, Testosteron gegen Scheinpräparat: Trizepsquerschnitt „424 +/- 104 vs. −81 +/- 109 square millimeters“, Quadrizeps „607 +/- 123 vs. −131 +/- 111“, Bankdrücken „9 +/- 4 vs. −1 +/- 1 kg“, Kniebeuge „16 +/- 4 vs. 3 +/- 1 kg“, jeweils P < 0,05. Mit Training und Testosteron: fettfreie Masse „6.1 +/- 0.6 kg“, Bankdrücken +22, Kniebeuge +38 kg – „greater increases … than those assigned to either no-exercise group“. „Neither mood nor behavior was altered in any group.“ Einschränkung: rund 11 Männer je Gruppe, 10 Wochen, nur eine Menge; ob die Männer vor der Studie trainiert hatten, ist nicht geprüft; Energie- und Eiweißzufuhr nicht geprüft, der Verlagsvolltext war bei der Prüfung im Oktober 2026 nicht abrufbar. Zur Stimmung widerspricht dieser Arbeit eine andere randomisierte Studie; eingeordnet ist das auf meiner Seite zu Testosteron. Geldgeber laut PubMed US-Gesundheitsdienst; Interessenkonflikte nicht geprüft.
18Ferrando AA, Sheffield-Moore M, Paddon-Jones D, Wolfe RR, Urban RJ (2003). Differential anabolic effects of testosterone and amino acid feeding in older men. Journal of Clinical Endocrinology & Metabolism 88(1):358–362. DOI 10.1210/jc.2002-021041 · PMID 12519877 Dieselbe Gruppe wie in Beleg 16: 12 gesunde ältere Männer, Testosteron (7) oder Scheinpräparat (5) über 6 Monate; Messungen nüchtern und unter zugeführten Aminosäuren. „T improved fasting net protein balance, although it remained significantly negative. The improvement in net balance was due to a decrease in muscle protein breakdown, as protein synthesis was unchanged.“ „Exogenous amino acids increased protein synthesis in both placebo and T groups, but to a lesser degree after 6 months of T treatment“; „no additive effect is demonstrated when combined with amino acid feedings“. Einschränkung: 12 Männer, kein Training; Art und Menge der Aminosäuren stehen nicht in der Kurzfassung, der Volltext war bei der Prüfung im Oktober 2026 nicht abrufbar. Geldgeber laut PubMed US-Gesundheitsdienst und außerhalb der US-Regierung; Interessenkonflikte nicht geprüft.
19Bhasin S, Apovian CM, Travison TG und 22 weitere (2018). Effect of Protein Intake on Lean Body Mass in Functionally Limited Older Men: A Randomized Clinical Trial. JAMA Internal Medicine 178(4):530–541. DOI 10.1001/jamainternmed.2018.0008 · PMID 29532075 · PMC5885156 · Studienregister NCT01275365 Randomisiert, doppelt verblindet, zwei mal zwei Gruppen, 6 Monate mit gelieferter Kost: 92 Männer ab 65 Jahren (im Mittel 73) mit körperlichen Einschränkungen und gewohnter Eiweißzufuhr bis 0,83 g je kg; 0,8 oder 1,3 g Eiweiß je kg, jeweils mit Testosteron oder Scheinspritze. Fettfreie Masse „(0.31 kg; 95% CI, −0.46 to 1.08 kg; P = .43)“ ohne Unterschied zwischen 0,8 und 1,3 g, „regardless of whether they received testosterone or placebo“; Schluss: „protein intake exceeding the RDA does not promote LBM accretion or augment anabolic response to testosterone“. Laut Verlagstext sollten die Teilnehmer „avoid vigorous resistance and endurance exercise“. Einschränkung: ältere Männer mit Einschränkungen und niedriger gewohnter Zufuhr, kein Krafttraining; die Hormonmenge bildet eine Ersatztherapie nach; 1,3 g je kg liegen unter den rund 1,6 g je kg für Muskelaufbau (Beleg 6). Die Studie zeigt nur, dass in diesem Rahmen mehr Eiweiß die Hormonwirkung nicht vergrößerte. Zahlen zur Wirkung des Testosterons selbst, die Geldgeber im Einzelnen und die Interessenkonflikte konnte ich nicht lesen; laut PubMed förderte die US-Gesundheitsbehörde NIH. Erst- und Letztautor forschen seit Langem zu Testosteron und nennen in anderen Arbeiten Verbindungen zu Herstellern – für diese Arbeit nicht geprüft.
20Damas F, Phillips SM, Libardi CA und 10 weitere (2016). Resistance training-induced changes in integrated myofibrillar protein synthesis are related to hypertrophy only after attenuation of muscle damage. Journal of Physiology 594(18):5209–5222. DOI 10.1113/JP272472 · PMID 27219125 · PMC5023708 10 junge Männer (27 Jahre), 10 Wochen Krafttraining; Neubau der Muskelfasereiweiße mit schwerem Wasser über Tage gemessen, dazu Faserquerschnitt und Zeichen von Muskelschäden in Woche 1, 3 und 10. „Initial MyoPS response post-RE in an RT programme is not directed to support muscle hypertrophy, coinciding with the greatest muscle damage.“ In Woche 3 und 10, nicht aber in Woche 1, hing der Neubau eng mit dem Wachstum zusammen („r ≈ 0.9“). RE heißt Krafteinheit, RT Krafttraining. Einschränkung: 10 Männer; dass der frühe Neubau in die Reparatur geht, ist die Deutung der Autoren. Nur Kurzfassung gelesen. Geldgeber laut PubMed außerhalb der US-Regierung; Interessenkonflikte nicht geprüft; Mitautor ist Stuart Phillips (siehe Beleg 6).
21Tang JE, Perco JG, Moore DR, Wilkinson SB, Phillips SM (2008, online 2007). Resistance training alters the response of fed state mixed muscle protein synthesis in young men. American Journal of Physiology – Regulatory, Integrative and Comparative Physiology 294(1):R172–R178. DOI 10.1152/ajpregu.00636.2007 · PMID 18032468 10 gesunde junge Männer (21 Jahre) trainierten 8 Wochen lang ein Bein; Messung in beiden Beinen in Ruhe sowie 4 und 28 Stunden nach einer Einheit, nach dem Essen. „Acute resistance exercise increased muscle protein FSR in both legs at 4 h (T: 162 +/- 76%; UT: 108 +/- 62%…)“; „At 28 h postexercise, FSR in the T leg had returned to resting levels; however, the rate of protein synthesis in the UT leg remained elevated above resting (70 +/- 49%…)“. Einschränkung: 10 Männer; acht Wochen Training sind kein jahrelanges Training. Geldgeber laut PubMed außerhalb der US-Regierung; Interessenkonflikte nicht geprüft; Seniorautor ist Stuart Phillips (siehe Beleg 6).
22Areta JL, Burke LM, Camera DM, West DWD, Crawshay S, Moore DR, Stellingwerff T, Phillips SM, Hawley JA, Coffey VG (2014). Reduced resting skeletal muscle protein synthesis is rescued by resistance exercise and protein ingestion following short-term energy deficit. American Journal of Physiology – Endocrinology and Metabolism 306(8):E989–E997. DOI 10.1152/ajpendo.00590.2013 · PMID 24595305 15 junge Erwachsene (8 Männer, 7 Frauen). Nach 5 Tagen Energiedefizit: „Postabsorptive rates of MPS were 27% lower in ED than EB“; Krafttraining brachte den Neubau auf das Niveau ausgeglichener Energiebilanz; „Ingestion of 15 and 30 g of protein after REX in ED increased MPS ~16 and ~34% above resting EB“. Einschränkung: kleine Studie, wenige Tage, Neubauraten statt Muskelmasse. Geldgeber laut PubMed außerhalb der US-Regierung, Einzelheiten und Interessenkonflikte nicht geprüft.
23Helms ER, Zinn C, Rowlands DS, Brown SR (2014, online 2013). A systematic review of dietary protein during caloric restriction in resistance trained lean athletes: a case for higher intakes. International Journal of Sport Nutrition and Exercise Metabolism 24(2):127–138. DOI 10.1123/ijsnem.2013-0054 · PMID 24092765 Übersicht aus 6 Studien mit 13 Gruppen: Erwachsene im Kaloriendefizit, über 6 Monate krafttrainiert, eher schlank (Männer bis 23 %, Frauen bis 35 % Körperfett). „Protein needs for energy-restricted resistance-trained athletes are likely 2.3-3.1g/kg of FFM scaled upwards with severity of caloric restriction and leanness.“ Einschränkung: wenige kleine Studien. Geldgeber und Interessenkonflikte nicht geprüft.
24Mariotti F, Mahé S, Benamouzig R, Luengo C, Daré S, Gaudichon C, Tomé D (1999). Nutritional value of [15N]-soy protein isolate assessed from ileal digestibility and postprandial protein utilization in humans. Journal of Nutrition 129(11):1992–1997. DOI 10.1093/jn/129.11.1992 · PMID 10539774 10 Gesunde tranken 30 g markiertes Sojaisolat mit 100 g Zucker; Sonde im Dünndarm, 8 Stunden. „True oro-ileal digestibility of SPI nitrogen was 91%.“ Einschränkung: Isolat, kein ganzes Lebensmittel; 10 Personen. Geldgeber laut PubMed außerhalb der US-Regierung, Einzelheiten nicht geprüft; Interessenkonflikte nicht geprüft.
25Gausserès N, Mahè S, Benamouzig R, Luengo C, Drouet H, Rautureau J, Tomè D (1996). The gastro-ileal digestion of 15N-labelled pea nitrogen in adult humans. British Journal of Nutrition 76(1):75–85. DOI 10.1079/bjn19960010 · PMID 8774218 12 Gesunde mit einer Sonde im oberen Dünndarm (5) oder am Ende des Dünndarms (7) aßen markierte, erhitzte Erbse. „The overall true gastro-ileal absorption of pea N was 89.4 (SD 1.1)% with 69 (SD 14)% absorbed between the stomach and the proximal jejunum and 20.4% between the proximal jejunum and the terminal ileum.“ Einschränkung: kleine Gruppen, erhitzte Erbse. Geldgeber in PubMed nicht angegeben, nicht geprüft; Interessenkonflikte nicht geprüft.
26Gaudichon C, Mahé S, Benamouzig R, Luengo C, Fouillet H, Daré S, Van Oycke M, Ferrière F, Rautureau J, Tomé D (1999). Net postprandial utilization of [15N]-labeled milk protein nitrogen is influenced by diet composition in humans. Journal of Nutrition 129(4):890–895. DOI 10.1093/jn/129.4.890 · PMID 10203566 25 Personen mit einer Sonde im Dünndarm tranken markiertes Milcheiweiß allein, mit Milchfett oder mit Zucker; Messung über 8 Stunden. „the ileal digestibility did not differ among groups (94.5-94.8%)“. Einschränkung: gereinigtes Milcheiweiß; Gruppengrößen nicht in der Kurzfassung. Geldgeber laut PubMed außerhalb der US-Regierung, Einzelheiten nicht geprüft; Interessenkonflikte nicht geprüft.
27Areta JL, Burke LM, Ross ML und 9 weitere (2013). Timing and distribution of protein ingestion during prolonged recovery from resistance exercise alters myofibrillar protein synthesis. Journal of Physiology 591(9):2319–2331. DOI 10.1113/jphysiol.2012.244897 · PMID 23459753 · PMC3650697 Randomisiert: 24 gesunde, trainierte Männer, je 8 pro Gruppe, nahmen nach Krafttraining über 12 Stunden 80 g Molkeneiweiß als 8 × 10 g, 4 × 20 g oder 2 × 40 g. „All ingestion protocols increased MPS above rest throughout 1-12 h recovery (88-148%…), but INT elicited greater MPS than PULSE and BOLUS (31-48%…)“ – INT steht für 4 × 20 g. Einschränkung: 12 Stunden, Neubauraten statt Muskelmasse, nur Männer. Geldgeber laut PubMed außerhalb der US-Regierung; Einzelheiten und Interessenkonflikte nicht geprüft.
28Lamon S, Morabito A, Arentson-Lantz E, Knowles O, Vincent GE, Condo D, Alexander SE, Garnham A, Paddon-Jones D, Aisbett B (2021). The effect of acute sleep deprivation on skeletal muscle protein synthesis and the hormonal environment. Physiological Reports 9(1):e14660. DOI 10.14814/phy2.14660 · PMID 33400856 · PMC7785053 Randomisierter Kreuzversuch: 13 gesunde junge Erwachsene (7 Männer, 6 Frauen), eine Nacht ohne Schlaf gegen normalen Schlaf; Messung nach Mahlzeiten zwischen 13 und 15 Uhr. „Acute sleep deprivation reduced muscle protein synthesis by 18% (CON: 0.072 ± 0.015% vs. DEP: 0.059 ± 0.014%·h, p = .040)“; „sleep deprivation increased plasma cortisol by 21% (p = .030) and decreased plasma testosterone by 24% (p = .029)“. Laut Volltext: „All male, but not female, participants experienced a numerical decrease in protein synthesis“; beim Testosteron „the interaction effect of sleep × time for plasma testosterone levels did not reach statistical significance (.063)“. Einschränkung: Laut Volltext wurde einseitig getestet („single-tailed paired t tests“), also nur in eine Richtung, was einen Befund leichter gesichert erscheinen lässt; 13 Personen, eine Nacht, eine Messung über zwei Stunden; die Kontrollnacht verbrachten die Teilnehmer zu Hause. Interessenkonflikte: „The authors have no conflict of interest to declare.“ Geldgeber in der Fassung bei PubMed Central nicht gefunden.
29Churchward-Venne TA, Burd NA, Mitchell CJ, West DWD, Philp A, Marcotte GR, Baker SK, Baar K, Phillips SM (2012). Supplementation of a suboptimal protein dose with leucine or essential amino acids: effects on myofibrillar protein synthesis at rest and following resistance exercise in men. Journal of Physiology 590(11):2751–2765. DOI 10.1113/jphysiol.2012.228833 · PMID 22451437 · PMC3424729 24 Männer, Training mit einem Bein, danach 25 g Molkeneiweiß (WHEY), 6,25 g mit Leucin auf die Menge der vollen Portion aufgefüllt („6.25 g whey protein with total leucine equivalent to WHEY (LEU)“) oder 6,25 g mit den übrigen unentbehrlichen Aminosäuren (EAA-LEU). EX-FED heißt: trainiertes Bein nach dem Getränk, FAST: nüchtern. „At 3–5 h, only WHEY remained significantly elevated above FAST in EX-FED (WHEY 184% vs. LEU 55% and EAA-LEU 35%…)“; „a low dose of whey protein supplemented with leucine … was as effective as a complete protein (WHEY) in stimulating postprandial MPS; however only WHEY was able to sustain increased rates of MPS post-exercise“. Einschränkung: kleine Gruppen, Messung bis 5 Stunden. Geldgeber laut PubMed außerhalb der US-Regierung; Interessenkonflikte nicht geprüft; Seniorautor ist Stuart Phillips (siehe Beleg 6).
30Churchward-Venne TA, Breen L, Di Donato DM und 8 weitere (2014, online 2013). Leucine supplementation of a low-protein mixed macronutrient beverage enhances myofibrillar protein synthesis in young men: a double-blind, randomized trial. American Journal of Clinical Nutrition 99(2):276–286. DOI 10.3945/ajcn.113.068775 · PMID 24284442 Randomisiert, doppelblind: 40 Männer (21 Jahre), Training mit einem Bein; 25 g Molkeneiweiß mit 3,0 g Leucin, 6,25 g mit 0,75 g Leucin, 6,25 g mit Leucin auf 3,0 oder 5,0 g aufgefüllt, oder mit den drei verzweigtkettigen Aminosäuren. „Over 1.5-4.5 h, MPS remained increased above baseline after all treatments but was greatest after W25 (∼267%) and W6+High-Leu (∼220%) treatments (P = 0.002).“ W25 steht für 25 g Molkeneiweiß, W6+High-Leu für 6,25 g mit 5,0 g Leucin. Schluss: „A low-protein (6.25 g) mixed macronutrient beverage can be as effective as a high-protein dose (25 g) at stimulating increased MPS rates when supplemented with a high (5.0 g total leucine) amount of leucine.“ Einschränkung: fünf kleine Gruppen; ein Getränk mit Kohlenhydraten und Fett; 4,5 Stunden; gemessen im trainierten und im untrainierten Bein, die Werte nur für das trainierte Bein stehen nicht in der Kurzfassung, den Volltext konnte ich nicht lesen. Geldgeber laut PubMed außerhalb der US-Regierung; laut Anschriften kommen vier Mitautoren vom Nestlé Research Centre (Nestec Ltd), einem Lebensmittelkonzern – ein möglicher Interessenkonflikt; die Erklärung habe ich nicht gelesen.
31U.S. Department of Agriculture, Agricultural Research Service. FoodData Central, Datensatz SR Legacy, Stand 04/2019. fdc.nal.usda.gov · FoodData Central · abgerufen am 28.10.2026 Je 100 g: 174055 „Beef, top sirloin, steak, separable lean only, trimmed to 1/8" fat, all grades, raw“ 22,1 g Eiweiß, 72,9 g Wasser, 4,08 g Fett. Gegrillt, nur Muskelfleisch: 168634 (all grades) 30,6 g, 168635 (choice) 30,3 g, 168636 (select) 30,8 g Eiweiß. Für die Portionstabelle in Kapitel 02, Eiweiß je 100 g wie auf meiner Seite zu Protein: Hähnchenbrust, gebraten (FDC 171477) 31,0 g · Lachs, Atlantik, Zucht, gegart (175168) 22,1 g · Tofu, fest, mit Calciumsulfat (172475) 17,3 g · Hüttenkäse 2 % Fett (172182) 10,4 g · Ei, roh (171287) 12,6 g, 1 Ei Größe „large“ = 50 g · Linsen, gekocht (172421) 9,02 g. Gerechnet: 31,0 × 1,5 = 46,5 · 22,1 × 1,5 ≈ 33,2 · 17,3 × 1,5 ≈ 26,0 · 10,4 × 2 = 20,8 · 12,6 × 1,5 = 18,9 · 9,02 × 2 ≈ 18,0 g. Einschränkung: US-Ware und US-Zuschnitt, „top sirloin“ entspricht grob der Hüfte. Die Werte der gegrillten Einträge und Wasser und Fett des rohen Eintrags stammen aus der Ergebnisliste der Datenbanksuche; die Einzelabfrage der gegrillten Einträge war bei der Prüfung im Oktober 2026 nicht abrufbar. Die Werte der Portionstabelle sind für meine Seite zu Protein an der Datenbank geprüft und für diese Seite nicht erneut abgerufen; US-Ware, deutsche Produkte können abweichen. Behörde.
32Gaudichon C, Bos C, Morens C, Petzke KJ, Mariotti F, Everwand J, Benamouzig R, Daré S, Tomé D, Metges CC (2002). Ileal losses of nitrogen and amino acids in humans and their importance to the assessment of amino acid requirements. Gastroenterology 123(1):50–59. DOI 10.1053/gast.2002.34233 · PMID 12105833 13 Freiwillige aßen eine Mahlzeit mit markiertem Milch- oder Sojaeiweiß; Sonde am Ende des Dünndarms, 8 Stunden. „With soy protein, the digestibilities of valine, threonine, histidine, tyrosine, alanine, and proline were significantly lower than with milk.“ Einschränkung: kleine Gruppen, eine Mahlzeit. Geldgeber laut PubMed außerhalb der US-Regierung, Einzelheiten nicht geprüft; Interessenkonflikte nicht geprüft.
33Pennings B, Groen BBL, van Dijk JW, de Lange A, Kiskini A, Kuklinski M, Senden JMG, van Loon LJC (2013). Minced beef is more rapidly digested and absorbed than beef steak, resulting in greater postprandial protein retention in older men. American Journal of Clinical Nutrition 98(1):121–128. DOI 10.3945/ajcn.112.051201 · PMID 23636241 · Studienregister NCT01145131 Randomisierter Kreuzversuch: 10 ältere Männer (74 ± 2 Jahre) aßen 135 g markiertes Rindfleisch als Steak oder als Hack. Im Blut erschienen über 6 Stunden „61 ± 3% compared with 49 ± 3%“ (Hack gegen Steak). „Skeletal muscle protein synthesis rates did not differ between treatments“. Einschränkung: 10 Männer; Eiweißmenge in den 135 g und Anteil im Muskeleiweiß stehen nicht in der Kurzfassung, Volltext nicht gelesen. Geldgeber in PubMed nicht angegeben; Erstautor bei TI Food and Nutrition (siehe Beleg 12). Interessenkonflikte nicht geprüft.
34Burd NA, Gorissen SH, van Vliet S, Snijders T, van Loon LJC (2015). Differences in postprandial protein handling after beef compared with milk ingestion during postexercise recovery: a randomized controlled trial. American Journal of Clinical Nutrition 102(4):828–836. DOI 10.3945/ajcn.114.103184 · PMID 26354539 · Studienregister NCT01578590 Kreuzversuch: 12 gesunde junge Männer nahmen nach Krafttraining 30 g Eiweiß aus markiertem Rindfleisch oder markierter Milch. „The availability of phenylalanine during the 5-h postexercise period tended to be higher after beef (64% ± 3%) ingestion than after milk ingestion (57% ± 3%; P = 0.08).“ Neubau der Muskelfasereiweiße von Stunde 0 bis 2 mit Milch höher (P = 0,013), über 5 Stunden kein gesicherter Unterschied (P = 0,114). Einschränkung: kleine Gruppe, nur Männer, eine Mahlzeit; der Anteil im Muskeleiweiß steht nicht in der Kurzfassung, Volltext nicht gelesen. Geldgeber laut PubMed außerhalb der US-Regierung; laut Studienregister das niederländische Bildungsministerium, laut Verlagsangaben die Universität Maastricht. Interessenkonflikte nicht geprüft.
35Biolo G, Tipton KD, Klein S, Wolfe RR (1997). An abundant supply of amino acids enhances the metabolic effect of exercise on muscle protein. American Journal of Physiology 273(1 Pt 1):E122–E129. DOI 10.1152/ajpendo.1997.273.1.E122 · PMID 9252488 6 gesunde, untrainierte Männer bekamen in Ruhe und nach Beintraining über 3 Stunden Aminosäuren als Infusion. „Increases in muscle protein synthesis were also greater after exercise than at rest (291 +/- 42% vs. 141 +/- 45%). Muscle protein breakdown was not significantly affected by hyperminoacidemia either at rest or after exercise.“ Einschränkung: 6 Personen, Infusion statt Mahlzeit. Geldgeber laut PubMed außerhalb der US-Regierung und US-Gesundheitsdienst; Interessenkonflikte nicht geprüft.
36Sjøgaard G, Saltin B (1982). Extra- and intracellular water spaces in muscles of man at rest and with dynamic exercise. American Journal of Physiology 243(3):R271–R280. DOI 10.1152/ajpregu.1982.243.3.R271 · PMID 7114288 Gewebeproben von 13 Männern und 6 Frauen aus vier Muskeln – Schollenmuskel, äußerer Oberschenkelmuskel, Wadenmuskel, Trizeps – in Ruhe; 6 Männer zusätzlich nach dreimal drei Minuten intensivem Radfahren. „The total water content was the same for all muscles, 320 (313-330) ml/100 g dry wt.“ Nach dem Radfahren „total water content increased in VL from 313 to 359 ml/100 g dry wt“. Einschränkung: Wasser je Trockenmasse; die Umrechnung auf den frischen Muskel ist von mir (Kapitel 04). Geldgeber laut PubMed außerhalb der US-Regierung, Einzelheiten nicht geprüft; Interessenkonflikte nicht geprüft.
37Jorgenson KW, Phillips SM, Hornberger TA (2020). Identifying the Structural Adaptations that Drive the Mechanical Load-Induced Growth of Skeletal Muscle: A Scoping Review. Cells 9(7):1658. DOI 10.3390/cells9071658 · PMID 32660165 · PMC7408414 Übersicht. Laut Volltext: „the radial growth of myofibers (i.e., myofiber hypertrophy) is one of, if not the, primary contributor to the growth that occurs in response to increased mechanical loading“; zu neuen Fasern unter Belastung im natürlichen Rahmen „we are only aware of two studies“, an Katze und Ratte, „a firm conclusion … remains elusive“. Einschränkung: Übersicht; die Hinweise auf neue Fasern stammen aus Tierversuchen. Geldgeber laut PubMed die US-Gesundheitsbehörde NIH; Interessenkonflikte im Text bei PubMed Central nicht gefunden; Mitautor ist Stuart Phillips (siehe Beleg 6).
38MacDougall JD, Sale DG, Alway SE, Sutton JR (1984). Muscle fiber number in biceps brachii in bodybuilders and control subjects. Journal of Applied Physiology 57(5):1399–1403. DOI 10.1152/jappl.1984.57.5.1399 · PMID 6520032 Vergleich zu einem Zeitpunkt: 5 Spitzen-Bodybuilder („5 elite male bodybuilders“), 7 mittlere Bodybuilder und 13 Untrainierte gleichen Alters – dass alle Männer waren, nennt die Kurzfassung nur für die Spitzengruppe; Faserzahl im Bizeps aus dem Querschnitt im Computertomogramm und der Faserfläche in Gewebeproben geschätzt. „both bodybuilder groups possessed the same number of muscle fibers as the group of untrained controls“; „We conclude that in humans, heavy resistance training directed toward achieving maximum size in skeletal muscle does not result in an increase in fiber numbers.“ Einschränkung: Faserzahl geschätzt, nicht gezählt; kein Verlauf über die Zeit; ob die Bodybuilder Steroide nahmen, steht nicht in der Kurzfassung. Geldgeber laut PubMed außerhalb der US-Regierung; Interessenkonflikte nicht geprüft.
39Kadi F, Eriksson A, Holmner S, Thornell LE (1999). Effects of anabolic steroids on the muscle cells of strength-trained athletes. Medicine and Science in Sports and Exercise 31(11):1528–1534. DOI 10.1097/00005768-199911000-00006 · PMID 10589853 Vergleich zu einem Zeitpunkt: Gewebeproben aus dem Trapezmuskel von Kraftdreikämpfern auf hohem Niveau, die nach eigener Angabe seit Jahren Steroide nahmen, und von solchen, die nie welche genommen hatten. Bei den Anwendern waren die Fasern dicker und hatten mehr Zellkerne; „the frequency of fibers expressing developmental protein isoforms was significantly higher in the reported steroid users group (P < 0.05)“. Schluss der Autoren: „Intake of anabolic steroids and strength-training induce an increase in muscle size by both hypertrophy and the formation of new muscle fibers.“ Einschränkung: Vergleich zu einem Zeitpunkt, Teilnehmerzahl nicht in der Kurzfassung, Anwendung nach eigener Angabe; neue Fasern sind ein Schluss aus Merkmalen, nicht gezählt. Die Autoren selbst: „the possibility of genetic differences between the two groups cannot be completely excluded“. Nur Kurzfassung gelesen. Geldgeber laut PubMed außerhalb der US-Regierung; Interessenkonflikte nicht geprüft.
40Macnaughton LS, Wardle SL, Witard OC, McGlory C, Hamilton DL, Jeromson S, Lawrence CE, Wallis GA, Tipton KD (2016). The response of muscle protein synthesis following whole-body resistance exercise is greater following 40 g than 20 g of ingested whey protein. Physiological Reports 4(15):e12893. DOI 10.14814/phy2.12893 · PMID 27511985 · PMC4985555 Randomisierter, doppelblinder Kreuzversuch: 30 krafttrainierte Männer, je 15 mit eher wenig oder viel fettfreier Masse; Ganzkörpertraining, dann 20 oder 40 g Molkenisolat. „MPS was stimulated to a greater extent following ingestion of 40 g (0.059 ± 0.020%·h-1) compared with 20 g (0.049 ± 0.020%·h-1; P = 0.005)“; laut Volltext „~20% higher“; „the total amount of LBM does not seem to influence the response“. Einschränkung: nur zwei Mengen; dass die Menge trainierter Muskeln der Grund ist, ist die Deutung der Autoren. Das Molkenisolat stellte GlaxoSmithKline; laut Volltext war eine Mitautorin während der Studie bei GSK Consumer Healthcare angestellt, die Erklärung nennt trotzdem keine Interessenkonflikte. Geldgeber laut PubMed außerhalb der US-Regierung.
41Jäger R, Kerksick CM, Campbell BI und 19 weitere (2017). International Society of Sports Nutrition Position Stand: protein and exercise. Journal of the International Society of Sports Nutrition 14:20. DOI 10.1186/s12970-017-0177-8 · PMID 28642676 · PMC5477153 Positionspapier der Fachgesellschaft für Sporternährung ISSN. „an overall daily protein intake in the range of 1.4-2.0 g protein/kg body weight/day (g/kg/d) is sufficient for most exercising individuals“; „Acute protein doses should strive to contain 700-3000 mg of leucine“. Laut Volltext: „Concerns that protein intake within this range is unhealthy are unfounded in healthy, exercising individuals.“ Eine Obergrenze von 2,2 g je kg und das Wort „threshold“ kommen im Volltext nicht vor. Einschränkung: Positionspapier, keine eigene Studie. Interessenkonflikte: Laut Anschriften arbeiten zwei Autoren bei BioTRUST Nutrition, einem Hersteller von Nahrungsergänzungsmitteln, zwei bei Increnovo LLC, einer Beratungsfirma; eine Erklärung habe ich in der Fassung bei PubMed Central nicht gefunden.
42Hartgens F, Kuipers H (2004). Effects of androgenic-anabolic steroids in athletes. Sports Medicine 34(8):513–554. DOI 10.2165/00007256-200434080-00003 · PMID 15248788 Übersicht. „Androgenic-anabolic steroids (AAS) are synthetic derivatives of the male hormone testosterone.“ „Strength gains of about 5-20% of the initial strength and increments of 2-5 kg bodyweight … have been observed.“ „Little data about the effects of AAS on metabolic responses during exercise training and recovery are available and, therefore, do not allow firm conclusions.“ „most laboratory studies did not investigate the actual doses of AAS currently abused in the field“. Zur Abhängigkeit: „AAS dependence or withdrawal effects (such as depression) seem to occur only in a small number of AAS users.“ Einschränkung: Übersicht, Stand 2004; die untersuchten Mengen lagen laut den Autoren meist unter den tatsächlich verwendeten. Geldgeber laut PubMed außerhalb der US-Regierung; Interessenkonflikte nicht geprüft; der Erstautor war am niederländischen Dopingzentrum tätig.
43Kadi F (2008). Cellular and molecular mechanisms responsible for the action of testosterone on human skeletal muscle. A basis for illegal performance enhancement. British Journal of Pharmacology 154(3):522–528. DOI 10.1038/bjp.2008.118 · PMID 18414389 · PMC2439525 Übersicht. Laut Volltext: „The number of satellite cells in skeletal muscle of powerlifters using anabolic steroids for a period of 9±3.3 years is higher than in healthy young men, but it remains similar to that seen in non-steroid-using powerlifters“; die Wirkung ist „thought to be mediated via androgen receptors expressed in myonuclei and satellite cells“; „AR expression is enhanced after 1 month of treatment with testosterone“, nach 6 Monaten „returns to pretreatment levels“; „The long-term consequences on the regenerative capacity of skeletal muscle are unknown.“ Weiter: „the mean number of myonuclei per fibre cross-section is significantly higher in steroid users compared with non-users“; „Some evidence also suggests the existence of an androgen-receptor-independent pathway.“ Einschränkung: Übersicht ohne eigene Messung; die Aussage zu den Muskelstammzellen bei Langzeitanwendern stützt sich auf eine frühere Arbeit des Autors (Kadi F, 2000, Beiheft 646 der Acta Physiologica Scandinavica, S. 1–52, PMID 10717767, in PubMed ohne Kurzfassung, nicht gelesen) und auf Vergleiche zu einem Zeitpunkt. Interessenkonflikte: „The author states no conflict of interest.“ Geldgeber nicht geprüft.
44West DWD, Burd NA, Tang JE, Moore DR, Staples AW, Holwerda AM, Baker SK, Phillips SM (2010, online 2009). Elevations in ostensibly anabolic hormones with resistance exercise enhance neither training-induced muscle hypertrophy nor strength of the elbow flexors. Journal of Applied Physiology 108(1):60–67. DOI 10.1152/japplphysiol.01147.2009 · PMID 19910330 · PMC2885075 12 gesunde junge Männer trainierten 15 Wochen lang einen Arm nur mit Bizepscurls, den anderen mit Curls und anschließend viel Beintraining, das Wachstumshormon, IGF-1 und Testosteron kurz ansteigen ließ. „Muscle cross-sectional area (CSA) increased by 12% in LH and 10% in HH (P < 0.001) with no difference between conditions“. Einschränkung: 12 Männer, ein Muskel; sagt nichts über Hormonmengen weit über dem eigenen Spiegel. Geldgeber laut PubMed außerhalb der US-Regierung; Interessenkonflikte nicht geprüft; Seniorautor ist Stuart Phillips (siehe Beleg 6).
45Griggs RC, Kingston W, Jozefowicz RF, Herr BE, Forbes G, Halliday D (1989). Effect of testosterone on muscle mass and muscle protein synthesis. Journal of Applied Physiology 66(1):498–503. DOI 10.1152/jappl.1989.66.1.498 · PMID 2917954 9 gesunde Männer, 12 Wochen Testosteron in einer Menge über dem eigenen Spiegel („pharmacological dose“); der Neubau im Muskel wurde bei 4 von ihnen mit markiertem Leucin gemessen. „Muscle mass estimated by creatinine excretion increased in all nine subjects (20% mean increase, P less than 0.02)“; „Testosterone increased muscle protein synthesis in all subjects (27% mean increase, P less than 0.05)“; „Muscle morphometry showed no significant increase in muscle fiber diameter.“ Einschränkung: 9 Männer, Neubau nur bei 4 gemessen, eine Vergleichsgruppe nennt die Kurzfassung nicht; Muskelmasse über ein Abbauprodukt im Urin geschätzt. Nur Kurzfassung gelesen. Geldgeber laut PubMed US-Gesundheitsdienst und außerhalb der US-Regierung; Interessenkonflikte nicht geprüft.
46Brodsky IG, Balagopal P, Nair KS (1996). Effects of testosterone replacement on muscle mass and muscle protein synthesis in hypogonadal men – a clinical research center study. Journal of Clinical Endocrinology & Metabolism 81(10):3469–3475. DOI 10.1210/jcem.81.10.8855787 · PMID 8855787 Vorher-nachher: 5 Männer mit Hormonmangel, gemessen vor und 6 Monate nach Beginn einer Testosteron-Ersatzbehandlung. Fettfreie Masse im Mittel +15 %, Muskelmasse +20 %, „such that 65% of the increase in fat-free mass could be attributed to accretion of muscle“; „The accumulation of muscle was associated with a 56% (P = 0.015) increase in the fractional synthesis rate of mixed skeletal muscle proteins“. Einschränkung: 5 Männer mit Hormonmangel, eine Vergleichsgruppe nennt die Kurzfassung nicht; ärztliche Ersatzbehandlung, keine Anwendung im Sport. Nur Kurzfassung gelesen. Geldgeber laut PubMed US-Gesundheitsdienst; Interessenkonflikte nicht geprüft. Mitautor Nair ist Erstautor von Beleg 2.
47Ferrando AA, Sheffield-Moore M, Wolf SE, Herndon DN, Wolfe RR (2001). Testosterone administration in severe burns ameliorates muscle catabolism. Critical Care Medicine 29(10):1936–1942. DOI 10.1097/00003246-200110000-00015 · PMID 11588456 Vorher-nachher ohne Kontrollgruppe: 6 Männer mit Verbrennungen auf mehr als 70 % der Körperoberfläche, 2 Wochen Testosteron. „Protein synthesis was unchanged, however, protein synthetic efficiency increased 2-fold (p <.01). Protein breakdown decreased almost 2-fold … resulting in an improvement in net amino acid balance to a value that was approximately zero (p <.0001). Amino acid supplementation at either time point provided no additional effects.“ Mit Syntheseeffizienz ist der Anteil der in der Muskelzelle verfügbaren Bausteine gemeint – aus dem Blut und aus dem eigenen Abbau –, der in Eiweiß eingebaut wird. So definiert es eine Arbeit derselben Forschergruppe (Hart DW, Wolf SE, Ramzy PI, Chinkes DL, Beauford RB, Ferrando AA, Wolfe RR, Herndon DN, 2001, Annals of Surgery 233(4):556–564, DOI 10.1097/00000658-200104000-00012, PMID 11303139), laut Volltext „the fraction of the available intracellular pool of amino acids directed toward synthesis“; die Bausteine „can come from either the blood or the process of muscle protein breakdown“. Einschränkung: 6 Männer auf der Intensivstation, mit starkem Muskelabbau, keine Kontrollgruppe, 2 Wochen – auf Gesunde nicht übertragbar. Geldgeber laut PubMed US-Gesundheitsdienst und außerhalb der US-Regierung; Interessenkonflikte nicht geprüft.
48Howard EE, Shankaran M, Evans WJ und 14 weitere (2022). Effects of Testosterone on Mixed-Muscle Protein Synthesis and Proteome Dynamics During Energy Deficit. Journal of Clinical Endocrinology & Metabolism 107(8):e3254–e3263. DOI 10.1210/clinem/dgac295 · PMID 35532889 Randomisiert, doppelt verblindet, mit Scheinpräparat; dieselbe Studie wie Beleg 51: 50 gesunde Männer, 28 Tage Energiedefizit von 55 % mit Testosteron (TEST, 24) oder Scheinpräparat (PLA, 26), danach bis zu 42 Tage Erholung mit freiem Essen. Neubau über Wochen mit schwerem Wasser und Gewebeproben gemessen, die Muskelmasse eigens mit einem Verdünnungsverfahren über markiertes Kreatin. „Mixed-MPS was lower than Pre at Mid and Post (P < 0.0005), with no difference between TEST and PLA.“ „Muscle mass was unchanged during energy deficit but was greater in TEST than PLA during recovery (P < 0.05).“ Gegen Ende des Defizits lag der Neubau bei vielen einzelnen Muskeleiweißen unter Testosteron höher: „The proportion of individual proteins with numerically higher FSR in TEST than PLA was significant … at Post (52/67; P < 0.05)“. Einschränkung: dieselbe kleine Gruppe, extremes Defizit, vier Wochen. Nur Kurzfassung gelesen. Geldgeber laut PubMed US-Regierungsstellen und außerhalb der US-Regierung, Einzelheiten nicht geprüft; laut Anschrift arbeitet ein Mitautor bei der MyoSyntax Corporation, einer Firma; Interessenkonflikte nicht geprüft.
49Bhasin S, Woodhouse L, Casaburi R und 13 weitere (2001). Testosterone dose-response relationships in healthy young men. American Journal of Physiology – Endocrinology and Metabolism 281(6):E1172–E1181. DOI 10.1152/ajpendo.2001.281.6.E1172 · PMID 11701431 Randomisiert: 61 gesunde Männer, 18 bis 35 Jahre; die eigene Hormonbildung wurde mit einem Medikament abgeschaltet, dann bekamen sie Testosteron in fünf Mengenstufen, 20 Wochen; „Energy and protein intakes were standardized.“ Fettfreie Masse bei den drei höchsten Stufen +3,4, +5,2 und +7,9 kg, „highly dependent on testosterone dose (P = 0.0001)“; „changes in fat mass and plasma high-density lipoprotein (HDL) cholesterol were negatively correlated“ mit dem Testosteronspiegel. Für die beiden niedrigsten Stufen nennt die Kurzfassung keinen gesicherten Zuwachs. Einschränkung: rund 12 Männer je Stufe, 20 Wochen, ohne vorgesehenes Training; junge Gesunde mit künstlich abgeschalteter eigener Hormonbildung. Der Verlagsvolltext war bei der Prüfung im Oktober 2026 nicht abrufbar. Geldgeber laut PubMed US-Gesundheitsdienst; Interessenkonflikte nicht geprüft.
50van Marken Lichtenbelt WD, Hartgens F, Vollaard NBJ, Ebbing S, Kuipers H (2004). Bodybuilders' body composition: effect of nandrolone decanoate. Medicine and Science in Sports and Exercise 36(3):484–489. DOI 10.1249/01.mss.0000117157.06455.b0 · PMID 15076791 Randomisiert, doppelt verblindet, mit Scheinpräparat: 16 erfahrene männliche Bodybuilder (19 bis 44 Jahre), 8 Wochen ein gespritztes Steroid (im Titel genannt, ND) oder Scheinpräparat. Körperzusammensetzung im Vier-Komponenten-Modell aus Unterwasserwiegen, Röntgenmessung und Verdünnung von markiertem Wasser, einem besonders genauen Verfahren. „ND administration resulted in significant increments of body mass (+2.2 kg), fat-free mass (FFM: +2.6 kg), and total body water (+1.4 kg). No significant changes in fat mass, percentage fat, ECW, ICW, ECW/ICW ratio, hydration of the FFM, and on bone mineral measurements were observed.“ ECW und ICW sind das Wasser außerhalb und innerhalb der Zellen. Schluss: „These data indicate that the changes can be attributed to an increase of muscle mass.“ Einschränkung: 16 Männer, 8 Wochen, ein einzelner Wirkstoff in einer festen Menge; über längere Anwendung, die eigene Hormonbildung und die Fruchtbarkeit sagt die Studie nichts. Muskel wurde nicht eigens gemessen, die Deutung beruht auf dem gleichbleibenden Wasseranteil. Dieselbe Forschergruppe, dieselbe Zahl Bodybuilder und dieselbe Dauer wie Teil 2 von Beleg 60 – wahrscheinlich derselbe Versuch, nicht am Volltext geprüft. Nur Kurzfassung gelesen. Geldgeber in PubMed nicht angegeben, nicht geprüft; Interessenkonflikte nicht geprüft.
51Pasiakos SM, Berryman CE, Karl JP und 14 weitere (2019). Effects of testosterone supplementation on body composition and lower-body muscle function during severe exercise- and diet-induced energy deficit: A proof-of-concept, single centre, randomised, double-blind, controlled trial. EBioMedicine 46:411–422. DOI 10.1016/j.ebiom.2019.07.059 · PMID 31358477 · PMC6711889 · Studienregister NCT02734238 Randomisiert, doppelt verblindet, mit Scheinpräparat: nicht übergewichtige Männer, 28 Tage auf einer Station mit einem Energiedefizit von 55 % durch Training und knappe Kost, mit Testosteron (24) oder Scheinpräparat (26), danach 14 Tage freie Erholung, in denen die Körperzusammensetzung gemessen wurde; die Folgeauswertung (Beleg 48) nennt bis zu 42 Tage Erholung. „Following energy deficit, lean body mass increased in Testosterone and remained stable in Placebo, such that lean body mass significantly differed between groups [mean difference between groups (95% CI), 2.5 kg (3.3, 1.6); P < .0001].“ „Fat mass decreased similarly in both treatment groups“; „Supplemental testosterone had no effect on lower-body muscle function or health-related biomarkers.“ Schluss: „supplemental testosterone may increase lean body mass during short-term severe energy deficit in non-obese, young men, but it does not appear to attenuate lower-body functional decline.“ Einschränkung: 50 junge Männer, vier Wochen, militärisches Umfeld mit sehr hohem Defizit; Magermasse ist nicht dasselbe wie Muskel – die eigens gemessene Muskelmasse steht in Beleg 48. Wörtlich übernommen nur aus der Kurzfassung. Geldgeber laut Kurzfassung das US-Verteidigungsministerium; laut Anschrift arbeitet ein Mitautor bei der MyoSyntax Corporation, einer Firma; Interessenkonflikte nicht geprüft.
52Sinha-Hikim I, Roth SM, Lee MI, Bhasin S (2003). Testosterone-induced muscle hypertrophy is associated with an increase in satellite cell number in healthy, young men. American Journal of Physiology – Endocrinology and Metabolism 285(1):E197–E205. DOI 10.1152/ajpendo.00370.2002 · PMID 12670837 Gewebeproben aus dem Oberschenkel vor und nach 20 Wochen, bei drei der fünf Mengenstufen derselben Studienreihe. Anteil der Satellitenzellen bei den beiden höchsten Stufen „5.0 and 15.0%“ gegen „2.5 and 2.5%“ vorher; Zahl je Millimeter „1.5 and 4.0/mm“ gegen „0.3 and 0.6/mm“; mehr Zellkerne je Faser; die Zunahme hing mit dem Testosteronspiegel zusammen (r = 0,548). Einschränkung: kleine Teilgruppen; Zählungen an Gewebeschnitten, deshalb zwei Zählverfahren; kein Training. Geldgeber laut PubMed US-Gesundheitsdienst und außerhalb der US-Regierung; Interessenkonflikte nicht geprüft.
53Sinha-Hikim I, Artaza J, Woodhouse L, Gonzalez-Cadavid N, Singh AB, Lee MI, Storer TW, Casaburi R, Shen R, Bhasin S (2002). Testosterone-induced increase in muscle size in healthy young men is associated with muscle fiber hypertrophy. American Journal of Physiology – Endocrinology and Metabolism 283(1):E154–E164. DOI 10.1152/ajpendo.00502.2001 · PMID 12067856 Begleitauswertung derselben Studie wie Beleg 49, Gewebeproben bei 39 der 61 Männer. Bei den beiden höchsten Stufen wurden die langsamen Fasern dicker, bei der höchsten auch die schnellen; „The relative proportions of type I and type II fibers did not change significantly“; „The myonuclear number per fiber increased significantly“ bei den beiden höchsten Stufen. Einschränkung: rund 8 Männer je Stufe mit Gewebeprobe, 20 Wochen; Zuwächse nur bei den beiden höchsten Stufen. Geldgeber laut PubMed US-Gesundheitsdienst; Interessenkonflikte nicht geprüft.
54Eriksson A, Kadi F, Malm C, Thornell LE (2005). Skeletal muscle morphology in power-lifters with and without anabolic steroids. Histochemistry and Cell Biology 124(2):167–175. DOI 10.1007/s00418-005-0029-5 · PMID 16059740 Vergleich zu einem Zeitpunkt: Gewebeproben aus dem äußeren Oberschenkelmuskel und dem Trapezmuskel von Kraftdreikämpfern auf hohem Niveau mit langjähriger Steroid-Anwendung (PAS) und ohne (P). „The PAS group had larger type I, IIA, IIAB and IIC fiber areas (p<0.05). The number of myonuclei/fiber and the proportion of central nuclei were significantly higher in the PAS group (p<0.05).“ Im Trapezmuskel zusätzlich: „the proportion of fibers expressing developmental myosin isoforms was higher in the PAS group“. „The initial effects from AS appear to be maintained for several years.“ Einschränkung: Vergleich zu einem Zeitpunkt, Teilnehmerzahl nicht in der Kurzfassung; gezählt wurden laut Kurzfassung auch die Satellitenzellen, deren Ergebnis die Kurzfassung nicht nennt. Nur Kurzfassung gelesen. Geldgeber laut PubMed außerhalb der US-Regierung; Interessenkonflikte nicht geprüft. Mitautor Kadi ist Autor von Beleg 43.
55Baume N, Schumacher YO, Sottas PE, Bagutti C, Cauderay M, Mangin P, Saugy M (2006). Effect of multiple oral doses of androgenic anabolic steroids on endurance performance and serum indices of physical stress in healthy male subjects. European Journal of Applied Physiology 98(4):329–340. DOI 10.1007/s00421-006-0271-0 · PMID 16896724 Doppelt verblindet, drei Gruppen mit 9, 8 und 8 Männern: über einen Monat zwölfmal Scheinpräparat oder eines von zwei Steroiden als Tablette, dazu hartes Ausdauertraining; gemessen wurden Kreatinkinase, der Leberwert ASAT, Harnstoff, Hormone, Stresshormone im Urin und die Laufleistung. „no effect of multiple oral doses of AAS on endurance performance or bioserum recovery markers was found.“ Einschränkung: 25 Männer, ein Monat; laut den Autoren Mengen unter denen der Anwender; Ausdauer- statt Krafttraining; Blutwerte sind nur indirekte Maße der Erholung. Die Arbeit stammt aus dem Schweizer Dopinganalyselabor. Geldgeber laut PubMed außerhalb der US-Regierung; Interessenkonflikte nicht geprüft.
56Matsumoto AM (1990). Effects of chronic testosterone administration in normal men: safety and efficacy of high dosage testosterone and parallel dose-dependent suppression of luteinizing hormone, follicle-stimulating hormone, and sperm production. Journal of Clinical Endocrinology & Metabolism 70(1):282–287. DOI 10.1210/jcem-70-1-282 · PMID 2104626 Randomisiert: 51 gesunde Männer, Scheinpräparat oder Testosteron in vier Mengen über 6 Monate. „Chronic T administration in physiological to moderately supraphysiological dosages resulted in parallel dose-dependent suppression of LH, FSH, and sperm production.“ LH und FSH sind die Steuerhormone der Hirnanhangdrüse. Die höchste Stufe drosselte nicht stärker als die zweithöchste („was no more effective than“). Einschränkung: 9 bis 12 Männer je Gruppe, 6 Monate. Geldgeber laut PubMed US-Regierungsstellen; Interessenkonflikte nicht geprüft.
57Liu PY, Swerdloff RS, Christenson PD, Handelsman DJ, Wang C (2006). Rate, extent, and modifiers of spermatogenic recovery after hormonal male contraception: an integrated analysis. Lancet 367(9520):1412–1420. DOI 10.1016/S0140-6736(06)68614-5 · PMID 16650651 Zusammenführung der Einzeldaten aus 30 Studien zur hormonellen Verhütung beim Mann: 1.549 gesunde Männer, 18 bis 51 Jahre. Wieder 20 Millionen Spermien je Milliliter erreichten „67% (61-72) within 6 months, 90% (85-93) within 12 months, 96% (92-98) within 16 months, and 100% within 24 months“. Einschränkung: gesunde Freiwillige in kontrollierten Studien mit einem Mittel in bekannter Menge und monatlicher Kontrolle – auf Anwendung mit mehreren Mitteln, höheren Mengen und über längere Zeit nicht übertragbar. Geldgeber laut PubMed US-Gesundheitsbehörde NIH und außerhalb der US-Regierung; Interessenkonflikte nicht geprüft.
58Nieschlag E, Vorona E (2015). Doping with anabolic androgenic steroids (AAS): Adverse effects on non-reproductive organs and functions. Reviews in Endocrine and Metabolic Disorders 16(3):199–211. DOI 10.1007/s11154-015-9320-5 · PMID 26373946 Übersicht. „17α-alkylated AAS are liver toxic leading to cholestasis, peliosis, adenomas and carcinomas.“ Gemeint sind Wirkstoffe, die am 17. Kohlenstoffatom chemisch verändert wurden, damit sie geschluckt den Abbau in der Leber überstehen; Gallestau heißt Cholestase, Adenome und Karzinome sind gut- und bösartige Tumoren. Einschränkung: Übersicht ohne eigene Messung. Geldgeber und Interessenkonflikte nicht geprüft.
59Thompson PD, Cullinane EM, Sady SP, Chenevert C, Saritelli AL, Sady MA, Herbert PN (1989). Contrasting effects of testosterone and stanozolol on serum lipoprotein levels. JAMA 261(8):1165–1168. DOI in PubMed nicht hinterlegt · PMID 2915439 Kreuzversuch an 11 Gewichthebern: je 6 Wochen Stanozolol, ein chemisch umgebautes Steroid als Tablette, und Testosteron als Spritze. „Stanozolol reduced HDL-cholesterol and the HDL2 subfraction by 33% and 71%, respectively. In contrast, testosterone decreased HDL-cholesterol concentration by only 9%“; „The low-density lipoprotein cholesterol concentration increased 29% with stanozolol and decreased 16% with testosterone treatment.“ Zugleich drosselte die Spritze die Steuerhormone der eigenen Hormonbildung stärker: „testosterone was more effective in suppressing gonadotropic hormones“. Schluss: „the undesirable lipoprotein effects of 17-alpha-alkylated steroids given orally are different from those of parenteral testosterone“. Einschränkung: 11 Männer, kein Scheinpräparat, je ein Wirkstoff – der Schluss auf alle Tabletten und alle Spritzen ist eine Verallgemeinerung. Wenn die Autoren die Spritze „preferable in many clinical situations“ nennen, meinen sie die ärztliche Anwendung, keine Entwarnung für Anwender. Geldgeber laut PubMed US-Gesundheitsdienst; Interessenkonflikte nicht geprüft.
60Hartgens F, Rietjens G, Keizer HA, Kuipers H, Wolffenbuttel BHR (2004). Effects of androgenic-anabolic steroids on apolipoproteins and lipoprotein (a). British Journal of Sports Medicine 38(3):253–259. DOI 10.1136/bjsm.2003.000199 · PMID 15155420 · PMC1724824 Zwei Teile. Teil 1, nicht verblindet: 19 gesunde Kraftsportler, die sich 8 oder 14 Wochen selbst mehrere Steroide zugleich gaben, und 16 ohne Mittel. „AAS administration led to decreases in serum concentrations of HDL-C (from 1.08 (0.30) to 0.43 (0.22) mmol/l)“ – gerechnet 0,43 ÷ 1,08 ≈ 0,40, also rund 40 % des Ausgangswerts; „Six weeks after AAS cessation, serum HDL-C, HDL2-C, Apo-A1, Apo-B, and Lp(a) had still not returned to baseline concentrations.“ HDL-C ist das HDL-Cholesterin. Teil 2, randomisiert, doppelt verblindet, mit Scheinpräparat: 16 Bodybuilder, 8 Wochen ein einzelnes gespritztes Steroid: „Eight weeks of administration of nandrolone decanoate does not affect lipid and lipoprotein concentrations“. Einschränkung: Teil 1 nicht verblindet, Mittel und Mengen selbst gewählt, kleine Gruppen. Teil 2 nur ein Wirkstoff in einer festen Menge über acht Wochen; über längere Anwendung, die eigene Hormonbildung und die Fruchtbarkeit sagt er nichts, und er ist wahrscheinlich derselbe Versuch wie Beleg 50 (nicht am Volltext geprüft). Nur Kurzfassung gelesen. Geldgeber in PubMed nicht angegeben, nicht geprüft; Interessenkonflikte nicht geprüft. Der Erstautor war am niederländischen Dopingzentrum tätig.
61Baggish AL, Weiner RB, Kanayama G, Hudson JI, Lu MT, Hoffmann U, Pope HG (2017). Cardiovascular Toxicity of Illicit Anabolic-Androgenic Steroid Use. Circulation 135(21):1991–2002. DOI 10.1161/CIRCULATIONAHA.116.026945 · PMID 28533317 · PMC5614517 Vergleich zu einem Zeitpunkt: 140 erfahrene Kraftsportler, 34 bis 54 Jahre, 86 mit mindestens zwei Jahren Anwendung, 54 ohne. Auswurfleistung der linken Herzkammer „52±11% versus 63±8%“; mehr Ablagerungen in den Herzkranzgefäßen, mit der Dauer der Anwendung zunehmend. Einschränkung: zeigt einen Zusammenhang, keine Ursache; die Gruppen können sich auch in Training, Ernährung und weiteren Mitteln unterscheiden. Geldgeber und Interessenkonflikte nicht geprüft.
62Windfeld-Mathiasen J, Heerfordt IM, Dalhoff KP, Andersen JT, Andersen MA, Johansson KS, Biering-Sørensen T, Olsen FJ, Horwitz H (2025). Cardiovascular Disease in Anabolic Androgenic Steroid Users. Circulation 151(12):828–834. DOI 10.1161/CIRCULATIONAHA.124.071117 · PMID 39945117 Dänische Registerauswertung: 1.189 Männer, die zwischen 2006 und 2018 bei Kontrollen in Fitnessstudios wegen Steroiden gesperrt wurden, gegen 59.450 Männer aus der Bevölkerung, im Mittel 11 Jahre beobachtet. Herzmuskelerkrankung „aHR 8.90 [95% CI, 4.99-15.88]“, Herzinfarkt „aHR 3.00 [95% CI, 1.67-5.39]“, Herzschwäche 3,63-fach. Einschränkung: Beobachtungsdaten; die Anwender sind eine ausgewählte Gruppe von Aufgefallenen. Schlaganfall und Herzstillstand waren wegen zu weniger Fälle nicht auswertbar. Geldgeber und Interessenkonflikte nicht geprüft.
63Kanayama G, Brower KJ, Wood RI, Hudson JI, Pope HG (2009). Anabolic-androgenic steroid dependence: an emerging disorder. Addiction 104(12):1966–1978. DOI 10.1111/j.1360-0443.2009.02734.x · PMID 19922565 · PMC2780436 Übersicht. „About 30% of AAS users appear to develop a dependence syndrome, characterized by chronic AAS use despite adverse effects on physical, psychosocial or occupational functioning.“ Einschränkung: Übersicht ohne eigene Erhebung; die 30 % fassen sehr unterschiedliche Studien zusammen. Geldgeber laut PubMed US-Gesundheitsbehörde NIH; Interessenkonflikte nicht geprüft.
64Magnolini R, Falcato L, Cremonesi A, Schori D, Bruggmann P (2022). Fake anabolic androgenic steroids on the black market – a systematic review and meta-analysis on qualitative and quantitative analytical results found within the literature. BMC Public Health 22(1):1371. DOI 10.1186/s12889-022-13734-4 · PMID 35842594 · PMC9288681 19 Untersuchungen mit 5.413 Proben, zu 74 % von Behörden beschlagnahmt. „The overall mean estimate for counterfeit anabolic steroids found on the black market was 36% (95% CI = 29, 43). An additional 37% (95% CI = 17, 63) were of substandard quality.“ Begriffe: „Counterfeit means that the active ingredient does not match the label“; „substandard means that the active ingredient matches the label, but the concentration is not as labeled.“ Einschränkung: sehr große Unterschiede zwischen den Einzeluntersuchungen; nur Proben aus Amerika und Europa. Laut Verlag: „No funding sources to declare.“ „The authors declare that they have no competing interests.“
65Anti-Doping-Gesetz (AntiDopG) vom 10. Dezember 2015 (BGBl. I S. 2210), zuletzt geändert durch Artikel 1 der Verordnung vom 10. März 2023 (BGBl. 2023 I Nr. 67); in Kraft seit 18. Dezember 2015. gesetze-im-internet.de · AntiDopG Paragraf 2 verbietet unter anderem, Dopingmittel zu Dopingzwecken herzustellen, damit Handel zu treiben, sie in Verkehr zu bringen, bei anderen anzuwenden sowie sie in nicht geringer Menge zu erwerben oder zu besitzen; Paragraf 4 sieht Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder Geldstrafe vor. Die nicht geringe Menge legt eine eigene Verordnung fest. Rechtstext, sinngemäß wiedergegeben wie auf meiner Seite zu Testosteron, dort im Oktober 2026 am Normtext geprüft; für diese Seite nicht erneut abgerufen. Ob eine Handlung „zu Dopingzwecken“ erfolgt, ist eine Frage der Rechtsanwendung und wird hier nicht bewertet.
Was auf dieser Seite fehlt – und warum Wie viel vom Eiweiß aus Fleisch im Muskeleiweiß landet, habe ich nicht direkt gefunden: Zwei Studien mit markiertem Rindfleisch nennen in ihrer Kurzfassung nur den Anteil im Blut, ihren Volltext konnte ich nicht lesen. Eine Messung, wie viel Eiweiß ein Kilo menschlicher Muskel enthält, habe ich nicht gefunden. Die Laborstudien messen über Stunden; wie viel davon über Wochen zu Muskel wird, beantworten sie nicht. Frauen sind in den Studien zum Weg des Eiweißes kaum vertreten; wie Frauen nach den Wechseljahren reagieren, habe ich nicht geprüft. Ob Entzündungen oder anhaltender Stress den Einbau bremsen, wie viel Energie über dem eigenen Verbrauch es zum Aufbauen braucht und wie viele Trainingseinheiten pro Woche nötig sind, habe ich nicht geprüft. Zu anabolen Steroiden fehlen Studien zur Verdauung, zum Einbau von Eiweiß aus einer Mahlzeit, zum Eiweißbedarf bei Trainierenden und zur Frage, ob häufigeres Training vertragen wird; die einzige Studie, die über Monate zwei Eiweißmengen mit und ohne Hormon verglich, konnte ich nur in der Kurzfassung und in Auszügen lesen. Welche Folgen Steroide für Jugendliche im Wachstum haben, was nach dem Absetzen mit der Muskelmasse passiert und wie sich Haut, Haare und Stimmung verändern, habe ich nicht geprüft, deshalb steht dazu hier nichts. Mehrere Volltexte waren nicht frei zugänglich; dort stehen nur Angaben aus der Kurzfassung. Geldgeber und Interessenkonflikte stehen meist nur in der vollständigen Arbeit; wo ich sie nicht selbst gelesen habe, steht „nicht geprüft“. Lieber eine ehrliche Lücke als eine Angabe, für die niemand geradesteht.
Zum Schluss, in eigener Sache Ich bin Personal Trainer, kein Arzt. Ich behandle nichts – ich trainiere um Beschwerden herum und Schritt für Schritt in mehr Belastbarkeit hinein. Wo ärztliche Freigabe nötig ist, fange ich ohne sie nicht an. Diese Seite erklärt, was Studien zeigen, und ersetzt keine ärztliche Beratung.