ST
die fittermacher
Magnesium
Wissen · Stefan Trost
Nahrungsergänzung · Magnesium · Mineralstoff

Magnesium: Brauchst Du es – und welches?

Wer abwechslungsreich isst, ist meist ausreichend versorgt. Ein Präparat ist eine Überlegung, wenn übers Essen wenig kommt. Gegen nächtliche Wadenkrämpfe brachte Magnesium in Studien keinen gesicherten Nutzen; zu Krämpfen beim Sport fehlen gute Studien.

Magnesium ist ein Mineralstoff, den Dein Körper für Muskeln, Nerven und den Energiestoffwechsel braucht; rund 25 Gramm davon stecken in Dir, fast alles in Knochen, Muskeln und anderem Gewebe.1, 2 Erwachsene brauchen laut der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) 300 bis 350 Milligramm am Tag. Viel davon liefern Samen, Nüsse, Vollkorn, Hülsenfrüchte und magnesiumreiches Mineralwasser.2, 3

Bei ausgewogener Ernährung ist ein Mangel laut DGE relativ selten.2 Aus Präparaten empfiehlt das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) höchstens 250 Milligramm am Tag, auf mindestens zwei Portionen verteilt – mehr kann Durchfall machen.2, 4 Welche Form Du nimmst – also die Verbindung, in der das Magnesium steckt, etwa Citrat oder Oxid –, ist weniger wichtig, als oft angenommen wird; Menge und Aufteilung zählen mehr.5

300–350 mg
Magnesium am Tag brauchen Erwachsene – Frauen 300, Männer 350, geschätzt von der DGE2
250 mg
höchstens am Tag aus Präparaten, auf mindestens zwei Portionen verteilt – Empfehlung des BfR4
0
Studien mit ausgeloster Vergleichsgruppe, die Magnesium allein gegen Krämpfe beim Sport prüften – zwei Übersichtsarbeiten zum Stand der Forschung fanden nur Laborversuche mit Salzgetränken6, 7

Magnesium in Fragen und Antworten

Auf einen Blick · Einordnung von Stefan Trost

Neun Fragen, kurz beantwortet

Wenn Du nur zwei Minuten hast, reicht dieser Kasten. Alles Weitere steht darunter.

„Brauche ich zusätzlich Magnesium?“
Meist nicht. Bei ausgewogener Ernährung ist ein Mangel laut DGE relativ selten, und die Verbraucherzentrale hält die meisten Menschen in Deutschland für ausreichend versorgt.1, 2 Eine Überlegung wert ist ein Präparat, wenn Du wenig Vollkorn, Hülsenfrüchte, Nüsse und Samen isst oder in einer Diät steckst – das ist meine Einschätzung. Nimmst Du Medikamente, die Magnesium kosten können, klärst Du es mit Deinem Arzt.2, 8
„Hilft Magnesium gegen Krämpfe – nachts oder beim Sport?“
Dafür gibt es keinen Beleg. Bei nächtlichen Wadenkrämpfen – untersucht meist bei Menschen um die 60 bis 70 – brachte Magnesium in Studien keinen gesicherten Nutzen.6, 7 Zu Krämpfen beim Sport fanden zwei Übersichtsarbeiten – Arbeiten, die den Stand der Forschung zusammenfassen – keine Studie, die Magnesium allein prüfte und dabei per Los eine Vergleichsgruppe bildete; getestet wurden nur Salzgetränke im Labor.6, 7
„Welches Magnesium soll ich kaufen?“
Ein gut lösliches wie Citrat – aber die Form ist nicht alles. In Präparaten steckt Magnesium immer in einer Verbindung, etwa als Citrat oder Oxid; diese Verbindungen heißen Formen. Magnesiumoxid wurde in mehreren Studien schlechter aufgenommen als gut lösliche Formen wie Citrat.8, 9, 10 Fachleute halten die Unterschiede zwischen den Formen aber für kleiner, als oft angenommen wird; mehr zählen Menge und Aufteilung.5
„Wie viel darf ich nehmen?“
Aus Präparaten höchstens 250 Milligramm am Tag, auf mindestens zwei Portionen verteilt. So empfiehlt es das BfR.4 Ab etwa 300 Milligramm aus Präparaten kann es zu Durchfall kommen. Zur Obergrenze zählt laut DGE auch Magnesium aus Mineralwasser und angereicherten Lebensmitteln, das aus Deinem normalen Essen nicht.2
„Wann nehme ich es?“
Verteilt über den Tag. Das BfR rät zu mindestens zwei Portionen, weil Du sie vermutlich besser verträgst; eine bestimmte Tageszeit nennt es nicht.4 Von kleinen Mengen nimmt der Darm anteilig mehr auf als von einer großen.5, 11
„Hilft Magnesium beim Einschlafen?“
Vielleicht ein wenig – sicher ist das nicht. Ältere mit Schlafstörungen schliefen in einer Auswertung kleiner Studien mit Magnesium im Mittel rund 17 Minuten schneller ein als mit einem Scheinmittel, einem Präparat ohne Wirkstoff – Fachleute sagen Placebo; die Studien sind aber von niedriger Qualität.12 Bei Erwachsenen, die schlecht schliefen, besserten sich die Beschwerden in einer neueren Studie etwas stärker als mit Scheinmittel.13
„Bringt Magnesium mehr Leistung im Training?“
Nur, wenn Dir Magnesium fehlt. Bei guter Versorgung zeigten Studien keinen Leistungsschub.14 In einer kleinen Studie mit regelmäßig Trainierenden schnitten sie nach neun Tagen mit Magnesium in zwei von drei Leistungstests sogar etwas schlechter ab.15
„Kann ich meinen Magnesiumwert im Blut messen lassen?“
Ja, aber er sagt wenig. Nur rund ein Prozent des Magnesiums liegt außerhalb der Zellen, und der Wert im Blut bleibt lange stabil, auch wenn Du knapp versorgt bist. Einen geeigneten Laborwert für die Versorgung mit Magnesium gibt es laut DGE derzeit nicht.2, 8
„Kann ich mein Magnesium übers Mineralwasser bekommen?“
Zum Teil – es kann viel beitragen. „Magnesiumhaltig“ darf auf einem Mineralwasser stehen, wenn es mehr als 50 Milligramm pro Liter enthält – anderthalb Liter enthalten dann von mir gerechnet mehr als 75 Milligramm.3 In zwei Studien nahm der Körper Magnesium aus Mineralwasser gut auf, in einer so gut wie aus Brot oder einem Präparat; beide kamen aus der Wasserbranche.16, 17
01Gilt das für Dich?

Für wen die Werte auf dieser Seite gelten

Die Studien auf dieser Seite liefen meist mit gesunden Erwachsenen. Finde Dich in einer der Karten wieder, dann weißt Du, was für Dich gilt.

Du isst abwechslungsreich

Wahrscheinlich gut versorgt

Samen, Nüsse, Vollkorn, Hülsenfrüchte und grünes Blattgemüse enthalten viel Magnesium; bei ausgewogener Ernährung ist ein Mangel laut DGE relativ selten.2 Im Mittel bekommen Frauen in Deutschland mit Essen und Trinken 284 Milligramm am Tag, Männer 345 – nah an den Werten der DGE.2 Ein Präparat brauchst Du dann meist nicht.

Du trainierst hart und viel

Vielleicht etwas mehr Bedarf

Eine ältere Übersicht schätzt, dass hartes Training den Bedarf über Urin und Schweiß um 10 bis 20 Prozent erhöhen kann.14 Die DGE nennt das umstritten – womöglich hängt es davon ab, wie hart und wie viel Du trainierst; neuere Studien fanden keine höheren Verluste, und über den Schweiß geht relativ wenig verloren.2 Wer viel trainiert und mehr isst, bekommt meist auch mehr Magnesium – das ist meine Einschätzung.

Du machst Diät oder hältst Dein Gewicht niedrig

Hier kann es knapp werden

Unter etwa 260 Milligramm am Tag bei Männern und 220 bei Frauen kann bei Sportlern laut einer Übersicht ein Mangel entstehen; Sportarten, in denen das Gewicht niedrig gehalten wird, etwa Ringen und Turnen, gelten als besonders gefährdet.14 Wer weniger isst, bekommt meist auch weniger Magnesium – prüf zuerst Deinen Teller, das ist mein Rat.

Du hast nachts Wadenkrämpfe

Kein gesicherter Nutzen

Bei Erwachsenen mit nächtlichen Krämpfen – untersucht meist bei Menschen um die 60 bis 70 – brachte Magnesium in Studien keinen gesicherten Nutzen; Magen-Darm-Beschwerden waren mit Magnesium dagegen häufiger.6, 7 Häufige Krämpfe lässt Du ärztlich abklären – das ist mein Rat.

Du nimmst Medikamente

Erst ärztlich klären

Bestimmte Entwässerungstabletten – Fachleute sagen Diuretika – und Magensäureblocker über mehr als ein Jahr können Magnesium kosten; die DGE nennt außerdem Antibiotika und die Pille, wenn Du sie dauerhaft nimmst.2, 8 Umgekehrt bremst Magnesium die Aufnahme mancher Antibiotika und Mittel gegen Osteoporose.8 Ob und wann Du Magnesium dazu nimmst, klärst Du mit Deinem Arzt.

Du bist schwanger oder stillst

Kein höherer Schätzwert

Die DGE nennt für Schwangere und Stillende denselben Schätzwert wie für andere Frauen, 300 Milligramm.2 Gegen Wadenkrämpfe in der Schwangerschaft sind die Ergebnisse uneinheitlich: Eine Übersicht hält die Studien für widersprüchlich. Eine neuere fand zusammengerechnet häufiger eine Besserung mit Magnesium – zählt dabei aber eine Studie als Erfolg, die selbst keinen gesicherten Effekt fand; das Ergebnis ist deshalb wackelig.6, 7 Ob Du Magnesium nimmst, besprichst Du mit Deinem Arzt.

Deine Nieren sind krank

Nur nach ärztlicher Rücksprache

Überschüssiges Magnesium scheiden die Nieren aus; arbeiten sie schlecht, kann es sich im Körper anreichern.1, 8 Ein Präparat nimmst Du dann nur, wenn Dein Arzt es Dir rät.

Medizinische Vorgeschichte

Erst die Freigabe

Bei Erkrankungen von Herz, Kreislauf, Darm oder Stoffwechsel klärst Du vorher mit Deinem Arzt, ob und wie viel davon für Dich passt.

Nicht Thema dieser Seite Magnesium als Arzneimittel – etwa als Infusion oder als Abführmittel –, Magnesium zur Behandlung von Krankheiten wie Migräne, Diabetes oder Herzrhythmusstörungen und Präparate für Kinder stehen nicht hier. Zum Blutdruck fasst Kapitel 06 kurz zusammen, was Studien im Mittel fanden – eine Behandlung ersetzt das nicht. Diese Seite erklärt, wie viel Magnesium gesunde Erwachsene brauchen, woher sie es bekommen, welches Präparat sinnvoll ist – und was an den gängigen Versprechen dran ist.
02So nutzt Du es

Magnesium im Alltag: was Du tust – und was Du lässt

Wenn Du nur ein Kapitel liest, dann dieses. Bei Magnesium kommen zuerst Teller und Wasser – das Präparat kommt danach.

✓Schau zuerst auf Dein Essen und Dein Wasser. Kürbiskerne, Mandeln, Vollkorn, Bohnen und Spinat liefern viel Magnesium;2, 8 ein Mineralwasser mit der Angabe „magnesiumhaltig“ enthält mehr als 50 Milligramm pro Liter.3
✓Nimmst Du ein Präparat, dann höchstens 250 Milligramm am Tag – auf mindestens zwei Portionen verteilt. So empfiehlt es das BfR; ab etwa 300 Milligramm aus Präparaten kann es zu Durchfall kommen.2, 4
✓Lies die Zeile „Magnesium“ in der Nährwerttabelle – nicht die große Zahl auf der Vorderseite. Die Tabelle nennt die Menge pro Tagesdosis und den Anteil an der Referenzmenge für Magnesium, 375 Milligramm – ein fester Rechenwert für Etiketten, nicht Dein Bedarf.1, 18 650 Milligramm Magnesiumbisglycinat – Magnesium, gebunden an einen Eiweißbaustein – enthalten zum Beispiel nur rund 92 Milligramm Magnesium; die Rechnung steht in Kapitel 05.
~Greif lieber zu einer gut löslichen Form wie Citrat als zu Oxid – erwarte aber keine Wunder. Magnesiumoxid wurde in Studien schlechter aufgenommen;9, 10 Fachleute halten die Unterschiede zwischen den Formen insgesamt aber für kleiner, als oft angenommen wird.5
✓Halt Abstand zu bestimmten Medikamenten. Antibiotika aus den Gruppen der Tetrazykline und Chinolone nimmst Du mindestens 2 Stunden vor oder 4 bis 6 Stunden nach Magnesium; Mittel gegen Osteoporose, sogenannte Bisphosphonate, mit mindestens 2 Stunden Abstand.8 Ob Dein Mittel dazugehört, steht im Beipackzettel – sprich das mit Deinem Arzt oder Apotheker ab.
✕Nimm Magnesium nicht als Mittel gegen Krämpfe – weder nachts noch beim Sport. Bei nächtlichen Wadenkrämpfen brachte es in Studien keinen gesicherten Nutzen; zu Krämpfen beim Sport fanden zwei Übersichtsarbeiten keine Studie mit ausgeloster Vergleichsgruppe, die Magnesium allein prüfte.6, 7
✕Erwarte keine bessere Leistung, wenn Du gut versorgt bist. Mehr Leistung brachte Magnesium in Studien nur bei einem Mangel.14, 15
✕Verlass Dich nicht auf den Blutwert. Er bleibt lange normal, auch wenn Du knapp versorgt bist; einen geeigneten Laborwert gibt es laut DGE nicht.2
Wenn Du nur einen Absatz mitnimmst Erst Teller und Wasser, dann – wenn überhaupt – ein Präparat mit höchstens 250 Milligramm am Tag, auf mindestens zwei Portionen verteilt. Eine gut lösliche Form wie Citrat ist eine vernünftige Wahl; die Menge zählt mehr als die Form. Gegen Krämpfe – nachts oder beim Sport – und für mehr Leistung ist Magnesium nicht belegt. Mit kranken Nieren und mit bestimmten Medikamenten klärst Du es ärztlich.

Zwei Profile – such Dir Deins aus

„Für Sportler“ gilt, wenn Du regelmäßig und hart trainierst, viel schwitzt oder Dein Gewicht für den Sport niedrig hältst. „Für alle anderen“ gilt, wenn Du Magnesium für Alltag, Schlaf oder Deine Versorgung erwägst.

Für Sportler

Hart trainieren, Gewicht niedrig halten

Wofür: wenn Du zu wenig bekommst – etwa in einer Diät oder in Sportarten, in denen das Gewicht niedrig gehalten wird.14 Wie stark Training den Bedarf erhöht, ist umstritten.2

Wann unnötig: bei guter Versorgung – für mehr Leistung ist Magnesium dann nicht belegt;14, 15 gegen Krämpfe beim Sport fehlen Studien mit ausgeloster Vergleichsgruppe zu Magnesium allein.6, 7

Menge: erst übers Essen; als Präparat höchstens 250 Milligramm am Tag.4

Zeitpunkt: auf mindestens zwei Portionen verteilt; eine bestimmte Tageszeit nennt das BfR nicht.4

Training und Wettkampf: Über den Schweiß geht wenig verloren – in einer Studie enthielt er rund 1,3 Milligramm pro Liter.2, 19

Risiken und Wechselwirkungen: Durchfall bei großen Mengen; Abstand zu bestimmten Antibiotika und Osteoporose-Mitteln.2, 8

Für alle anderen

Alltag, Schlaf, Versorgung

Wofür: wenn Du wenig Vollkorn, Hülsenfrüchte, Nüsse oder Samen isst und Dein Wasser wenig Magnesium enthält – oder wenn Dein Arzt einen Mangel vermutet.2

Wann unnötig: bei abwechslungsreicher Ernährung;2, 4 gegen nächtliche Wadenkrämpfe – dort brachte Magnesium in Studien keinen gesicherten Nutzen.6, 7

Menge: höchstens 250 Milligramm am Tag aus Präparaten; für Schwangere und Stillende nennt die DGE denselben Schätzwert wie für andere Frauen.2, 4

Zeitpunkt: verteilt über den Tag.4

Risiken und Wechselwirkungen: Mit kranken Nieren nur nach ärztlicher Rücksprache. Bestimmte Entwässerungstabletten und Magensäureblocker über lange Zeit können Magnesium kosten; Magnesium bremst bestimmte Antibiotika und Osteoporose-Mittel.1, 8

Evidenz gemischt Gemischt heißt: Die Studienlage – Fachleute sagen Evidenz – ist uneinheitlich. Das gilt für Magnesium und Schlaf: Ältere mit Schlafstörungen schliefen in kleinen Studien schneller ein, die Qualität dieser Studien ist aber niedrig.12 Bei Erwachsenen, die schlecht schliefen, besserten sich die Beschwerden mit Magnesiumbisglycinat etwas stärker als mit Scheinmittel – ein kleiner Effekt;13 mit Threonat, einer weiteren Form, dauerte das Einschlafen in einer Studie sogar etwas länger.20 Und es gilt für Wadenkrämpfe in der Schwangerschaft: Eine Übersicht hält die Studien für widersprüchlich. Eine neuere fand zusammengerechnet häufiger eine Besserung mit Magnesium – zählt dabei aber eine Studie als Erfolg, die selbst keinen gesicherten Effekt fand; das Ergebnis ist deshalb wackelig.6, 7 Meine Einordnung: Schläfst Du schlecht, kannst Du Magnesium im Rahmen der 250 Milligramm ausprobieren – Wunder erwarte ich nicht. Dass es bei geringer Zufuhr übers Essen mehr bringt, zeigte nur eine nachträgliche Auswertung.13

Entscheidungs-Check

Fünf Fragen, bevor Du Magnesium kaufst

„Wofür will ich es nehmen – gegen Krämpfe, für den Schlaf, für mehr Leistung?“
Gegen Krämpfe und für mehr Leistung ist Magnesium nicht belegt; beim Schlaf sind die Ergebnisse uneinheitlich und die Effekte klein.6, 12, 14 Sinnvoll ist ein Präparat vor allem, wenn übers Essen zu wenig kommt – das ist meine Einschätzung.
„Esse ich regelmäßig Vollkorn, Hülsenfrüchte, Nüsse oder Samen – oder trinke ich ein magnesiumhaltiges Mineralwasser?“
Ja: Du brauchst wahrscheinlich nichts zusätzlich. Nein: Fang beim Teller und beim Wasser an.2, 3
„Stecke ich in einer Diät oder halte ich mein Gewicht für den Sport niedrig?“
Dann kann die Zufuhr knapp werden.14 Rechne Dein Essen nach, bevor Du ein Präparat kaufst – das ist mein Rat.
„Nehme ich Medikamente – bestimmte Entwässerungstabletten, Magensäureblocker über lange Zeit, Antibiotika, Mittel gegen Osteoporose oder dauerhaft die Pille?“
Dann klärst Du Magnesium mit Deinem Arzt – wegen der Abstände und weil manche Medikamente Magnesium kosten.2, 8
„Sind meine Nieren krank?“
Dann nur nach ärztlicher Rücksprache. Arbeiten die Nieren schlecht, kann sich Magnesium anreichern.1, 8
03So funktioniert Magnesium

So funktioniert Magnesium: ein Mineralstoff, der fast nur in den Zellen sitzt

Magnesium ist kein Wundermittel, sondern Grundausstattung. Dein Körper braucht es jeden Tag – und regelt selbst, wie viel er behält.

Magnesium trägt zu einer normalen Funktion von Muskeln und Nerven und zum Energiestoffwechsel bei – mit diesen Aussagen darf es in der EU beworben werden.1 Sie beschreiben, wofür der Körper Magnesium braucht; einen Schutz vor Krämpfen versprechen sie nicht – das ist meine Einordnung. Erwachsene haben etwa 25 Gramm im Körper, 99 Prozent davon in den Zellen von Knochen, Muskeln und anderem Gewebe; nur rund 1 Prozent liegt außerhalb der Zellen.2 Vom Magnesium im Essen nimmt der Darm typischerweise 30 bis 40 Prozent auf.8 Was zu viel ist, scheiden die Nieren aus – sie können die Ausscheidung laut DGE bis auf das Doppelte steigern.2

Wie viel Du brauchst

Die DGE nennt für Erwachsene einen Schätzwert von 350 Milligramm am Tag für Männer und 300 für Frauen; die EU-Lebensmittelbehörde EFSA kommt auf dieselben Werte.2, 21 Schätzwert heißt: Für eine genaue Empfehlung fehlen laut DGE belastbare Studien zum Bedarf und ein geeigneter Laborwert.2 Auf Packungen steht ein anderer Wert: Die Referenzmenge für die Kennzeichnung liegt bei 375 Milligramm.1

Im Mittel bekommen Frauen in Deutschland laut der Nationalen Verzehrsstudie mit Essen und Trinken 284 Milligramm am Tag, Männer 345.2 Ein Mangel ist bei ausgewogener Ernährung laut DGE relativ selten. Er entsteht eher durch Durchfälle, Erbrechen, Darmerkrankungen, Nierenerkrankungen, viel Alkohol über lange Zeit oder bestimmte Medikamente.2

Warum der Blutwert so wenig sagt

Weil fast alles Magnesium in den Zellen liegt, spiegelt der Wert im Blut den Bestand im Körper schlecht.8 Der Körper hält ihn in einem engen Bereich und lässt ihn erst nach längerer knapper Versorgung sinken – laut DGE nach mehr als 80 Tagen. Bei einer leichten Unterversorgung, die keine Beschwerden macht, bleibt er sogar stabil; Beschwerden zeigen sich erst bei sehr niedrigen Werten.2 Einen geeigneten Laborwert für die Versorgung mit Magnesium gibt es laut DGE derzeit nicht.2 Im Leistungssport wird manchmal das Magnesium in den roten Blutkörperchen gemessen – Fachleute sagen Erythrozyten-Magnesium.22 Als verlässliches Maß für die Versorgung gilt auch dieser Wert nicht; keine einzelne Messung gilt als befriedigend.2, 8

Das Bild dazu Der Wert im Blut ist wie die Kasse an der Ladentheke – nicht das Konto. Der Körper füllt die Kasse ständig aus seinen Reserven nach. Solange die Kasse stimmt, siehst Du nicht, wie viel noch auf dem Konto liegt. Das Bild stammt von mir, nicht aus einer Studie.
04Essen und Wasser

Essen und Wasser: Woher Du Magnesium bekommst

Die meisten decken ihren Bedarf übers Essen. Samen, Nüsse, Vollkorn und Hülsenfrüchte liefern am meisten – und ein passendes Mineralwasser hilft kräftig mit.

LebensmittelPortionMagnesium
Kürbiskerne, geröstet1 Unze, rund 28 g156 mg
Chiasamen1 Unze, rund 28 g111 mg
Mandeln, geröstet1 Unze, rund 28 g80 mg
Spinat, gekocht½ US-Tasse, rund 120 ml78 mg
Cashewkerne, geröstet1 Unze, rund 28 g74 mg
Schwarze Bohnen, gekocht½ US-Tasse, rund 120 ml60 mg
Kartoffel mit Schale, gebacken3,5 Unzen, rund 100 g43 mg
Banane1 mittelgroße32 mg
Milch1 US-Tasse, rund 240 ml27 mg
Lachs, gegart3 Unzen, rund 85 g26 mg
Vollkornbrot1 Scheibe23 mg
Hähnchenbrust, im Ofen gegart3 Unzen, rund 85 g22 mg
Apfel1 mittelgroßer9 mg

gemessen Die Magnesiumwerte stehen so in der US-Nährwertdatenbank, wie sie das Faktenblatt der US-Gesundheitsbehörde NIH auflistet; die Portionen sind dort in US-Maßen angegeben, die Gramm und Milliliter habe ich umgerechnet und gerundet (1 Unze = 28,35 Gramm, 1 US-Tasse = knapp 240 Milliliter).8 Die Werte zeigen die Größenordnung – je nach Sorte und Zubereitung weichen sie ab.

Wie ein Tag auf gut 300 Milligramm kommt – ein Beispiel 1 Unze Kürbiskerne 156 mg · 2 Scheiben Vollkornbrot 46 mg · ½ US-Tasse schwarze Bohnen 60 mg 1 Banane 32 mg · 1 US-Tasse Milch 27 mg 156 + 46 + 60 + 32 + 27 = 321 mg Zusammen rund 320 Milligramm – ohne Präparat und ohne Mineralwasser; der Rest des Tages kommt noch dazu

gerechnet Von mir aus den Werten der Tabelle zusammengezählt.8 Nur ein Beispiel – Dein Speiseplan sieht anders aus.

Was die Aufnahme bremst – und was nicht

Phytat – ein Stoff in Vollkorn, Hülsenfrüchten und Nüssen – senkt die Aufnahme, je mehr davon, desto stärker; Oxalat, ein Stoff in Spinat, ebenso.5 In einer Studie nahm der Körper aus einer Mahlzeit mit Spinat knapp 27 Prozent des Magnesiums auf, aus einer mit Grünkohl gut 36 Prozent – Spinat bringt aber von vornherein mehr Magnesium mit.23 Aus Mandeln wurde Magnesium in einer anderen Studie so gut aufgenommen wie aus einer gut löslichen Verbindung.11 Manche Ballaststoffe, die im Darm vergären, verbessern die Aufnahme sogar.5 Unterm Strich bleiben magnesiumreiche Lebensmittel gute Quellen – das ist meine Einschätzung.

Mineralwasser: die unterschätzte Quelle

„Magnesiumhaltig“ darf auf einem Mineralwasser stehen, wenn es mehr als 50 Milligramm pro Liter enthält; wie viel genau drin ist, steht in der Analyse auf dem Etikett.3 In einer Studie nahmen Frauen aus einem Wasser mit 110 Milligramm pro Liter knapp die Hälfte des Magnesiums auf, zu einer Mahlzeit getrunken gut die Hälfte.16 In einer anderen nahm der Körper Magnesium aus vier Mineralwässern, aus Brot und aus einem Präparat gleich gut auf.17 Beide Studien kamen aus der Wasserbranche: die erste aus einem Forschungsinstitut eines Wasserherstellers, die zweite bezahlte der Verband Deutscher Mineralbrunnen – ein möglicher Interessenkonflikt.16, 17

Was anderthalb Liter Wasser mit 110 Milligramm pro Liter bringen 1,5 Liter × 110 mg pro Liter = 165 mg Magnesium davon aufgenommen: 165 mg × 45,7 % ≈ 75 mg · zu einer Mahlzeit: 165 mg × 52,3 % ≈ 86 mg Rund 75 bis 86 Milligramm nimmt der Körper davon auf

gerechnet Von mir aus den Werten der Studie mit 110 Milligramm pro Liter gerechnet.16 Angenommen ist dabei, dass der Körper aus anderthalb Litern, über den Tag getrunken, denselben Anteil aufnimmt wie in der Studie.

Zählt das Wasser zur Höchstmenge? Das BfR nennt seine 250 Milligramm für Präparate; laut DGE gilt die Obergrenze von 250 Milligramm aber für leicht lösliches Magnesium in Präparaten, Wasser und angereicherten Lebensmitteln zusammen – laut BfR zählt dazu auch Oxid.2, 24 Rechnest Du wie die DGE, kommst Du mit anderthalb Litern eines Wassers mit 110 Milligramm pro Liter und einem Präparat mit 250 Milligramm auf 165 + 250 = 415 Milligramm – von mir gerechnet, und klar über der Obergrenze. Trinkst Du viel magnesiumhaltiges Wasser, brauchst Du ein Präparat meist nicht – und wenn, dann weniger. Das ist meine Einschätzung. Über den Tag verteilt getrunken, kommt das Magnesium ohnehin in vielen kleinen Portionen, und die verwertet der Darm am besten.5

05Präparate

Präparate: Form, Menge, Etikett – und was zu viel ist

Im Regal stehen viele Formen. Wichtiger als die Form sind die Menge, das Aufteilen – und was wirklich drinsteckt.

Wie viel Magnesium in der Verbindung steckt

In Präparaten steckt Magnesium immer in einer Verbindung – als Oxid, Citrat, Bisglycinat und so weiter. Der Partner wiegt mit: Je schwerer er ist, desto weniger Magnesium enthält ein Gramm der Verbindung.

So viel Magnesium steckt in 100 Milligramm der Verbindung Rechenweg: Gewicht des Magnesiums ÷ Gewicht der ganzen Verbindung – beim Oxid wiegt ein Teilchen Magnesium 24,3 Einheiten, Magnesium und Sauerstoff zusammen 40,3: 24,3 ÷ 40,3 ≈ 60 % Magnesiumoxid 60 mg · Magnesiumcarbonat 29 mg · Magnesiumchlorid 26 mg · Magnesiumcitrat 16 mg · Magnesiummalat 16 mg Magnesiumbisglycinat 14 mg · Magnesiumlactat 12 mg · Magnesiumtaurat 9 mg · Magnesium-L-Threonat 8 mg Ein Beispiel-Etikett: „650 mg Magnesiumbisglycinat“ je Kapsel, drei Kapseln am Tag 650 mg × 14,1 % ≈ 92 mg Magnesium je Kapsel · drei Kapseln: 3 × 92 mg = 276 mg Eine solche Kapsel liefert höchstens rund 92 Milligramm Magnesium – drei davon lägen schon über der Höchstmenge des BfR

gerechnet Von mir aus den Molmassen – dem Gewicht der Bausteine – der Verbindungen ohne gebundenes Wasser gerechnet. Enthält ein Rohstoff fest eingebautes Wasser – Fachleute sagen Kristallwasser –, ist der Anteil kleiner: Magnesiumchlorid mit Kristallwasser enthält rund 12 statt 26 Prozent Magnesium. Steht auf einem Etikett mehr Magnesium, als die genannte Verbindung höchstens enthalten kann, ist noch etwas anderes beigemischt.

Die Zeile, die zählt

Auf der Packung muss die Menge pro Tagesdosis in einer Tabelle stehen, dazu der Anteil an der Referenzmenge – getrennt vom Zutatenverzeichnis.18 Bei Magnesium bezieht sich dieser Prozentwert auf 375 Milligramm Magnesium.1 Steht in der Tabelle „Magnesium 100 mg“ und daneben 27 Prozent, sind also 100 Milligramm Magnesium gemeint – von mir gerechnet: 100 ÷ 375 ≈ 27 Prozent. Die große Zahl auf der Vorderseite kann dagegen das Gewicht der ganzen Verbindung sein.

Welche Form wird am besten aufgenommen?

Gut lösliche Formen wie Citrat, Lactat, Aspartat und Chlorid wurden in kleinen Studien vollständiger aufgenommen als Oxid und Sulfat.8 In einer Studie, die die Aufnahme über die Ausscheidung im Urin schätzte, nahm der Körper von Magnesiumoxid nur 4 Prozent auf, von Chlorid, Lactat und Aspartat deutlich mehr.9 In einer anderen über 60 Tage hob Citrat den Wert im Blut am stärksten; Oxid unterschied sich nicht vom Scheinmittel.10 Eine systematische Übersicht – sie sucht und bewertet Studien nach festen Regeln – fand unter 433 Veröffentlichungen nur 14 passende Vergleiche: Anorganische Verbindungen – zu ihnen gehört Oxid – schienen schlechter verfügbar als organische wie Citrat; welcher Anteil ankam, hing von der Menge ab. Bei Gesunden ohne Mangel halten laut den Autoren aber alle Präparate normale Werte.25 Gemessen wird die Aufnahme in solchen Studien meist nur indirekt, über die Ausscheidung im Urin oder über den Wert im Blut; den Wert im Blut regelt der Körper schnell nach, deshalb taugt er dafür nur bedingt.5

Andere Fachleute halten die Unterschiede für kleiner, als oft angenommen wird: In einem Vergleich von Citrat und Oxid schieden die Teilnehmer mit Citrat über 24 Stunden knapp 14 Milligramm mehr Magnesium mit dem Urin aus, ein Zeichen für etwas mehr Aufnahme. Bei rund 800 Milligramm, die sie an diesem Tag insgesamt bekamen, ist das für den Körper bedeutungslos, urteilen die Autoren einer Übersicht; andere Studien fanden zwischen verschiedenen Formen gar keinen Unterschied, der sich vom Zufall abhob.5 Die Verbraucherzentrale hält die bessere Aufnahme von Citrat für nicht geklärt und betont: Aufgenommen werden alle Formen.1

Wie gut sich ein Präparat löst, hängt auch vom einzelnen Produkt ab. Im Labor lösten sich 15 handelsübliche Präparate sehr unterschiedlich gut – nicht nur wegen der Form, sondern auch wegen der übrigen Zutaten. Das Präparat, das im Labor am besten abschnitt – eine Tablette aus Oxid und einer organischen Verbindung –, hob den Wert im Blut stärker als das schlechteste, eine reine Oxid-Tablette mit mehr als doppelt so viel Magnesium; mit der reinen Oxid-Tablette stieg er so wenig, dass es Zufall sein kann. Zwei Tabletten des besseren Präparats brachten nicht mehr als eine. Bezahlt hat die Studie der Hersteller des besseren Präparats, der auch alle Präparate lieferte – ein möglicher Interessenkonflikt.26 Und als Brausetablette, in Wasser aufgelöst, stieg mit Oxid in einer Studie die Ausscheidung im Urin doppelt so stark wie mit Oxid-Kapseln derselben Menge.5

Meine Einordnung Eine gut lösliche Form wie Citrat ist eine vernünftige Wahl; ob Citrat, Bisglycinat oder Lactat, entscheiden eher Verträglichkeit und Preis. Das ist meine Einschätzung, keine Studienregel – wichtiger als die Form sind eine Menge bis 250 Milligramm und das Aufteilen.

Menge und Aufteilung zählen mehr

In einer Studie nahm der Darm von einer kleinen Menge zu einer Mahlzeit rund 65 Prozent auf, von rund einem Gramm nur 11 Prozent – in Milligramm kam zwar mehr an, anteilig aber viel weniger.5, 11 Ein Teil der Aufnahme läuft über einen Weg, der sich sättigt; ein anderer nimmt stetig etwa 7 Prozent auf.11 Deshalb kommt von mehreren kleinen Portionen über den Tag anteilig mehr an als von einer großen.5

Wie viel ist zu viel?

Aus normalem Essen sind bei Gesunden keine unerwünschten Wirkungen bekannt; überschüssiges Magnesium scheiden die Nieren aus.2, 24 Aus Präparaten kann es laut DGE schon ab etwa 300 Milligramm am Tag zu Durchfall kommen; die Obergrenze stützt sich auf Studien, in denen er ab etwa 360 Milligramm auftrat.2, 24 Das BfR empfiehlt deshalb ab vier Jahren höchstens 250 Milligramm am Tag aus Nahrungsergänzung, auf mindestens zwei Portionen verteilt. Die Beschwerden sind laut BfR leicht und nach ein bis zwei Tagen vorbei; für Gesunde mit normaler Nierenfunktion sieht es darin kein nennenswertes Risiko.4 Rechtlich verbindlich ist die Empfehlung nicht.27 In Studien gegen Krämpfe hatten mit Magnesium 11 bis 37 Prozent der Teilnehmer vor allem Magen-Darm-Beschwerden, mit Scheinmittel 10 bis 14 Prozent.6 Arbeiten Deine Nieren schlecht, kann sich Magnesium anreichern – dann nur nach ärztlicher Rücksprache.1, 8

Wechselwirkungen mit Medikamenten

Magnesium kann im Darm manche Medikamente binden: Antibiotika aus den Gruppen der Tetrazykline und Chinolone nimmst Du mindestens 2 Stunden vor oder 4 bis 6 Stunden nach Magnesium, Bisphosphonate gegen Osteoporose mit mindestens 2 Stunden Abstand.8 Umgekehrt können bestimmte Entwässerungstabletten Magnesium kosten, und Magensäureblocker – sogenannte Protonenpumpenhemmer – können, über mehr als ein Jahr genommen, den Magnesiumwert senken; die US-Arzneimittelbehörde FDA hat davor gewarnt.8 Die DGE nennt außerdem Antibiotika und die Pille unter den möglichen Ursachen eines Mangels.2 Was das für Dich heißt, klärst Du mit Deinem Arzt oder Apotheker.

Besondere Formen und ihre Versprechen

Bisglycinat ist Magnesium, gebunden an den Eiweißbaustein Glycin; es wird oft für den Abend und für besseren Schlaf empfohlen. In einer Studie mit Erwachsenen, die schlecht schliefen, besserten sich die Beschwerden mit 250 Milligramm Magnesium als Bisglycinat über vier Wochen etwas stärker als mit Scheinmittel. Mit dem Magnesium bekamen die Teilnehmer gut 1,5 Gramm Glycin; eine Gruppe nur mit Glycin gab es nicht – ob das Magnesium wirkte oder das Glycin, lässt sich so nicht sagen. Die Kapseln stellte ein Hersteller von Nahrungsergänzung her, und ein Mitautor leitet eine Firma für Auftragsforschung, die Geld von solchen Herstellern bekommt – mögliche Interessenkonflikte.13 In einer anderen Studie wurde ein Aminosäure-Chelat – Magnesium, gebunden an Eiweißbausteine wie beim Bisglycinat – besser aufgenommen als Oxid; den Wert im Blut hob dort aber Citrat am stärksten.10

Magnesium-L-Threonat wird als Form beworben, die besonders gut ins Gehirn gelangt – für Gedächtnis und Schlaf. In Versuchen mit Ratten hob es das Magnesium im Gehirn und verbesserte Lernen und Gedächtnis.28 Am Menschen gibt es nur wenige kleine Studien, darunter offene ohne Vergleichsgruppe, bei denen alle Teilnehmer wissen, was sie nehmen.20 In einer Studie mit Scheinmittel schnitten Erwachsene von 50 bis 70 Jahren mit nachlassender geistiger Leistung – die zugleich Angst- und Schlafbeschwerden hatten – nach zwölf Wochen in Tests besser ab. Bezahlt, mitgeplant und geschrieben hat diese Studie die Firma, von der das Präparat stammt, und sie rechnete die Tests zur geistigen Leistung selbst aus.29 In einer zweiten schnitten Erwachsene, die schlecht schliefen, nach drei Wochen bei einzelnen Werten eines Rings, der den Schlaf misst, besser ab – die Threonat-Gruppe hielt ihre Werte, die Gruppe mit Scheinmittel ließ nach. Auf den meisten Fragebogen-Werten besserten sich beide Gruppen ähnlich, und das Einschlafen dauerte mit Threonat sogar etwas länger. Drei der sechs Autoren arbeiten für ein Unternehmen, das das Scheinmittel lieferte und an der Vermarktung des Rohstoffs beteiligt ist – ein möglicher Interessenkonflikt.20 Dazu liefert Threonat wenig Magnesium: In dieser Studie steckten in einem Gramm rund 75 Milligramm.20

Magnesiumtaurat wird mit Herz und Blutdruck beworben. Die Idee stammt aus einer theoretischen Arbeit ohne eigene Messung; ihr Autor gab als Anschrift einen Anbieter von Nahrungsergänzung an – ein möglicher Interessenkonflikt.30 Am Menschen gibt es dazu eine Beobachtung ohne Vergleichsgruppe, in der Taurat zusammen mit Kalium und Lebensstilberatung gegeben wurde; was davon wirkte, lässt sich so nicht trennen.31

Mischungen mehrerer Formen versprechen das Beste aus allen. In der Studie mit 15 Präparaten – bezahlt vom Hersteller der Mischung – wurde eine Tablette aus Oxid und einer organischen Verbindung besser aufgenommen als reines Oxid; ob eine Mischung mehr bringt als eine rein organische Form, ist laut den Autoren offen.26

06Was es bringt

Was Magnesium bringt – und was nicht: Krämpfe, Leistung, Schlaf

Fehlt Dir Magnesium, hilft es. Bist Du gut versorgt, zeigen die Studien meist nur kleine oder gar keine Effekte.

Krämpfe: viel erhofft, wenig belegt

Bei nächtlichen Wadenkrämpfen – untersucht meist bei Menschen um die 60 bis 70 – brachte Magnesium in einer großen Übersicht keinen gesicherten Nutzen: im Mittel 0,18 Krämpfe pro Woche weniger als mit Scheinmittel, ein Unterschied, der Zufall sein kann. Die Autoren halten einen spürbaren Nutzen für Ältere für unwahrscheinlich und vertrauen diesem Ergebnis mittel bis stark.6 Eine neuere Auswertung, die die Ergebnisse mehrerer Studien zusammenrechnet, kam bei nächtlichen und immer wiederkehrenden Krämpfen Erwachsener zum selben Ergebnis.7 Magen-Darm-Beschwerden waren in den Krampfstudien mit Magnesium häufiger: je nach Studie bei 11 bis 37 Prozent der Teilnehmer, mit Scheinmittel bei 10 bis 14 Prozent.6

Zu Krämpfen beim Sport fand die große Übersicht keine Studie mit ausgeloster Vergleichsgruppe. Die neuere fand dazu nur Versuche im Labor: Krämpfe wurden per Stromreiz ausgelöst, getestet wurden Getränke mit Salzen – Fachleute sagen Elektrolyte –, eines davon mit viel Natrium und Kalium und einer Spur Magnesium, 5 Milligramm. Magnesium allein prüfte keine dieser Studien.6, 7 In einer kleinen ausgelosten Studie mit 20 Sportlern, deren Magnesiumwert im Blut im unteren Normalbereich lag, änderten 500 Milligramm Magnesiumoxid am Tag über drei Wochen weder die Leistung noch Beschwerden an den Muskeln.32 In der Schwangerschaft sind die Ergebnisse uneinheitlich: Die große Übersicht hält die Studien für widersprüchlich und anfällig für Verzerrungen. Die neuere fand zusammengerechnet häufiger eine Besserung mit Magnesium – zählt dabei aber eine Studie als Erfolg, die selbst keinen gesicherten Effekt fand; das Ergebnis ist deshalb wackelig.6, 7 Auch die DGE sieht bei nächtlichen Krämpfen Älterer keinen gesicherten Nutzen und bei Schwangeren keinen eindeutigen.2 Sind Krämpfe ein Zeichen für Mangel? Sie können zu einem ausgeprägten Mangel gehören; ein solcher Mangel ist bei Gesunden aber selten, macht laut DGE erst bei sehr niedrigen Blutwerten Beschwerden und entsteht meist durch Krankheiten von Darm oder Nieren, viel Alkohol oder bestimmte Medikamente.2, 8

Leistung: nur bei Mangel

Eine Übersicht fasst zusammen: Fehlt Magnesium, leidet die Leistung, und Magnesium hilft; bei ausreichender Versorgung zeigte sich durch mehr Magnesium kein Leistungsplus.14 In einer kleinen Studie mit regelmäßig Trainierenden sanken nach neun Tagen Magnesium die maximale Sauerstoffaufnahme – ein Maß für die Ausdauerleistung – und die mittlere Leistung im 30-Sekunden-Sprint auf dem Rad etwas; ein Zeitfahren über 10 Kilometer blieb gleich. Die Teilnehmer nahmen zweimal täglich 300 Milligramm Magnesiumchlorid; ob die Zahl das Magnesium oder die ganze Verbindung meint, gibt die Studie nicht an. Mit Magnesium gab es mehr Meldungen über Durchfall. Bezahlt hat die Studie der Anbieter des geprüften Präparats, der auch Präparat und Scheinmittel lieferte – ein möglicher Interessenkonflikt, auch wenn das Ergebnis gegen das Präparat ausfiel. Die Autoren raten Trainierenden ohne Mangel von Magnesium ab.15

Sportler: knapper versorgt?

Eine ältere Übersicht schätzt, dass hartes Training den Bedarf über Urin und Schweiß um 10 bis 20 Prozent erhöhen kann; unter etwa 260 Milligramm am Tag bei Männern und 220 bei Frauen drohe ein Mangel, besonders in Sportarten, in denen das Gewicht niedrig gehalten wird, etwa Ringen und Turnen.14 Die DGE nennt höhere Verluste durch Sport umstritten – womöglich hängt es von Härte und Umfang des Trainings ab; neuere Studien bestätigten sie nicht.2 Über den Schweiß geht wenig verloren: In einer Studie enthielt Schweiß beim Gehen in der Wärme rund 1,3 Milligramm Magnesium pro Liter.19 Bei britischen Spitzen-Leichtathleten aus dem Olympia- und Paralympics-Kader lag das Magnesium in den roten Blutkörperchen über acht Jahre bei gut jedem Fünften mindestens einmal unter der Grenze, die die Studie als Mangel wertete; wer Schmerzen an der Achilles- oder der Kniescheibensehne gehabt hatte, hatte im Schnitt niedrigere Werte – ein Zusammenhang, kein Beweis für eine Ursache.22

Schlaf: kleine Effekte, dünne Studien

Ältere mit Schlafstörungen schliefen in einer Auswertung kleiner Studien mit Magnesium im Mittel rund 17 Minuten schneller ein als mit Scheinmittel; länger schliefen sie nicht gesichert. Die Belege sind von niedriger bis sehr niedriger Qualität, und die Mengen lagen mit 320 bis 729 Milligramm am Tag über der Höchstmenge des BfR.12 Bei Erwachsenen, die schlecht schliefen, besserten 250 Milligramm Magnesium als Bisglycinat über vier Wochen die Beschwerden etwas stärker als Scheinmittel – ein kleiner Effekt, gemessen nur mit Fragebögen.13 In einer kleinen Studie mit Threonat über drei Wochen zeigten sich Unterschiede vor allem auf einem Schlafring; drei ihrer Autoren arbeiten für ein Unternehmen, das das Scheinmittel lieferte und an der Vermarktung des Rohstoffs beteiligt ist.20 In einer anderen Studie mit Threonat ließ sich die Wirkung auf den Schlaf nicht beurteilen, weil er sich auch mit Scheinmittel stark besserte.29

Blutdruck: bei hohem Blutdruck ein wenig

In einer Auswertung von 38 Studien senkte Magnesium den oberen Blutdruckwert im Mittel um knapp 3 und den unteren um gut 2 Millimeter Quecksilbersäule, der Einheit, in der Blutdruck gemessen wird. Deutlicher war der Effekt bei Menschen mit hohem Blutdruck, die schon Blutdruckmittel nahmen, und bei zu wenig Magnesium im Blut. Ohne Blutdruckmittel sank bei hohem Blutdruck nur der untere Wert, um knapp 2; bei normalem Blutdruck war der Effekt nicht gesichert. Die Ergebnisse der einzelnen Studien unterschieden sich stark, und die Mengen lagen meist zwischen 300 und 500 Milligramm am Tag – über der Höchstmenge des BfR.33 Hast Du hohen Blutdruck, gehört das in die Hände Deines Arztes.

Testosteron: dünne Belege

Im Kraftsport heißt es oft, Magnesium treibe das Testosteron – allein oder als ZMA, ein Präparat aus Zink, Magnesium und Vitamin B6. In einer Studie bekamen untrainierte Männer und Taekwondo-Sportler vier Wochen lang 10 Milligramm Magnesium je Kilo Körpergewicht – bei 80 Kilo von mir gerechnet 800 Milligramm, mehr als das Dreifache der Höchstmenge des BfR. Danach war ihr Testosteron höher, berichten die Autoren. Eine Gruppe mit Scheinmittel gab es laut der Zusammenfassung der Studie aber nicht: Die Vergleichsgruppe trainierte und bekam einfach nichts.34 In zwei Studien, die ZMA-Präparate mit 450 Milligramm Magnesium am Tag prüften, stieg das Testosteron nicht.35, 36

07Faktencheck

Was Du über Magnesium hören wirst – und was davon stimmt

Rund um Magnesium kursieren viele Aussagen – Du hörst sie im Studio, von Freunden, im Netz. Von diesen zehn Aussagen stimmt eine, vier stimmen halb, fünf stimmen so nicht. In dieser Liste heißt ✓ stimmt, ~ stimmt halb, ✕ stimmt so nicht. Wie sicher die Studienlage jeweils ist, steht in Kapitel 09.

✕„Magnesium hilft gegen Krämpfe.“ Stimmt so nicht – belegt ist es nicht. Bei nächtlichen Wadenkrämpfen brachte Magnesium in einer großen Übersicht keinen gesicherten Nutzen; zu Krämpfen beim Sport fanden zwei Übersichtsarbeiten keine Studie mit ausgeloster Vergleichsgruppe, die Magnesium allein prüfte.6, 7 In der Schwangerschaft sind die Ergebnisse uneinheitlich.6, 7
~„Krämpfe sind ein Zeichen für Magnesiummangel.“ Stimmt halb. Krämpfe können auftreten, wenn sich ein Mangel verschlimmert.8 Ein solcher Mangel macht laut DGE aber erst bei sehr niedrigen Blutwerten Beschwerden und entsteht meist durch Krankheiten von Darm oder Nieren, viel Alkohol oder bestimmte Medikamente.2 Bei gewöhnlichen nächtlichen Wadenkrämpfen brachte Magnesium in Studien keinen gesicherten Nutzen – ein Mangel steckt dort meist nicht dahinter, das ist meine Einschätzung.6
~„Sportler brauchen mehr Magnesium.“ Stimmt halb. Eine ältere Übersicht schätzt bei hartem Training 10 bis 20 Prozent mehr Bedarf;14 die DGE hält höhere Verluste durch Sport für umstritten.2 Bei Spitzen-Leichtathleten lag der Wert in den roten Blutkörperchen bei gut jedem Fünften mindestens einmal unter der Mangelgrenze der Studie.22 Wer viel trainiert, isst meist auch mehr – das ist meine Einschätzung.
✕„Beim Schwitzen verlierst Du viel Magnesium.“ Stimmt so nicht. In einer Studie enthielt Schweiß rund 1,3 Milligramm Magnesium pro Liter;19 laut DGE sind die Verluste über den Schweiß relativ gering.2 Von mir gerechnet: Selbst 3 Liter Schweiß kosten damit knapp 4 Milligramm (3 × 1,3) – rund ein Prozent des Tagesbedarfs.
✕„Magnesium steigert die Leistung.“ Stimmt so nicht – jedenfalls nicht bei guter Versorgung. Mehr Leistung zeigte sich nur bei einem Mangel;14 in einer kleinen Studie mit Trainierenden schnitten sie mit Magnesium in zwei von drei Tests sogar etwas schlechter ab.15
~„Magnesiumoxid taugt nichts.“ Stimmt halb. Oxid wurde in mehreren Studien schlechter aufgenommen als andere Formen;9, 10, 25 wie viel das ausmacht, ist umstritten.5 Bei Gesunden ohne Mangel halten laut einer Übersicht alle Präparate normale Werte,25 und mit Oxid als Brausetablette, in Wasser aufgelöst, stieg die Ausscheidung im Urin in einer Studie doppelt so stark wie mit Oxid-Kapseln derselben Menge – es kommt auch auf das Produkt an.5
~„Magnesium hilft beim Einschlafen.“ Stimmt halb. Ältere mit Schlafstörungen schliefen in kleinen Studien im Mittel rund 17 Minuten schneller ein – bei niedriger Qualität der Belege und mit Mengen über der Höchstmenge des BfR;12 bei Erwachsenen mit Schlafproblemen war der Effekt in einer neueren Studie klein.13
✕„Mein Blutwert ist normal, also habe ich genug Magnesium.“ Stimmt so nicht. Nur rund 1 Prozent des Magnesiums liegt außerhalb der Zellen; der Wert im Blut sinkt erst nach längerer knapper Versorgung, und einen geeigneten Laborwert gibt es laut DGE nicht.2, 8
✓„Zu viel Magnesium aus Kapseln macht Durchfall.“ Stimmt. Ab etwa 300 Milligramm am Tag aus Präparaten kann es zu Durchfall kommen; deshalb empfiehlt das BfR höchstens 250 Milligramm, verteilt.2, 4 Aus normalem Essen sind bei Gesunden keine unerwünschten Wirkungen bekannt.24
✕„Magnesium erhöht das Testosteron.“ Stimmt so nicht – belegt ist es nicht. Eine Studie dazu fand zwar mehr Testosteron, gab aber sehr hohe Mengen und hatte keine Gruppe mit Scheinmittel;34 zwei Studien mit Zink-Magnesium-Präparaten fanden keinen Anstieg.35, 36
Kurz gesagt Drei der fünf Aussagen, die so nicht stimmen, versprechen mehr Wirkung, als die Studien zeigen – gegen Krämpfe, für Leistung, für Testosteron; die anderen beiden überschätzen, was beim Schwitzen verloren geht und was der Blutwert verrät.
08Grenzen

Was Magnesium nicht kann – und was die Studien offenlassen

Zur Ehrlichkeit gehört beides: was die Studien zeigen, und was sie nicht zeigen.

✕Kein Mittel gegen Krämpfe. Bei nächtlichen Wadenkrämpfen brachte es keinen gesicherten Nutzen; zu Krämpfen beim Sport fanden zwei Übersichtsarbeiten keine Studie mit ausgeloster Vergleichsgruppe zu Magnesium allein.6, 7
✕Kein Leistungsbooster. Bei guter Versorgung brachte mehr Magnesium keine bessere Leistung.14, 15
✕Kein Ersatz für Essen. Den Bedarf decken die meisten übers Essen; ein Präparat ist eine Ergänzung, wenn dort wenig zusammenkommt.2
✕Kleine, kurze Studien. Die Studien zu Schlaf, Leistung und den besonderen Formen waren klein und liefen neun Tage bis drei Monate; mehrere wurden von Firmen bezahlt oder mitgeschrieben.12, 13, 15, 20, 29
✕Keine Behandlung. Diese Seite erklärt Magnesium – sie stellt keine Diagnose und ersetzt keine Therapie.
Wird besser aufgenommen

Heißt nicht: wirkt besser

Citrat hob den Wert im Blut in einer Studie stärker als Oxid. Daraus könnte man schließen, Citrat helfe auch besser gegen Krämpfe oder beim Schlaf. Das haben diese Studien nicht untersucht – sie maßen, wie viel Magnesium ankommt, nicht, was es bewirkt.10, 25

Mineralwasser

Gute Quelle, bezahlte Studien

Dass Magnesium aus Mineralwasser gut aufgenommen wird, zeigen zwei Studien. Daraus könnte man schließen, die Frage sei unabhängig geklärt. Beide kamen aus der Wasserbranche: die eine aus einem Institut eines Wasserherstellers, die andere bezahlte der Verband Deutscher Mineralbrunnen.16, 17 Das macht die Ergebnisse nicht falsch – es ist aber ein Grund, genau hinzuschauen.

Medizinische Vorgeschichte

Kaum untersucht: Krämpfe bei Krankheiten

Für Krämpfe bei Krankheiten – etwa bei der Nervenkrankheit ALS – fand die große Übersicht keine Studie mit ausgeloster Vergleichsgruppe, außer einer kleinen bei Leberzirrhose, einer schweren Lebererkrankung, ohne klares Ergebnis.6 Ob Magnesium dann für Dich passt, klärst Du mit Deinem Arzt.

09Wie sicher

Wie sicher ist das alles?

Nicht jede Aussage auf dieser Seite steht gleich fest. Damit Du weißt, worauf Du Dich verlassen kannst, hier die Einordnung in Alltagssprache.

So lesen sich die Stufen: gut belegt – große Auswertungen oder Studien, alle in dieselbe Richtung · belegt – mehrere kleinere Studien oder Bewertungen von Fachgremien, gleiche Richtung · erste Hinweise – eine Studie, wenige Fälle oder nur indirekt gemessen · uneinheitlich – Studien widersprechen sich · nicht belegt – Studien fanden keinen Effekt, oder es gibt keine passenden Studien. Die Zeichen im Faktencheck sagen, ob eine Aussage stimmt; die Stufen hier, wie sicher das ist.

AussageEinordnung
Bei abwechslungsreicher Ernährung ist ein Mangel seltenbelegt – Einschätzung von DGE und Verbraucherzentrale; die mittlere Zufuhr liegt nah an den Schätzwerten
Zu viel aus Präparaten kann Durchfall machen, deshalb höchstens 250 Milligramm am Tagbelegt – Bewertungen von BfR und DGE, gestützt auf Studien mit Präparaten: Durchfall ab etwa 360 Milligramm, erste Hinweise schon ab 300
Gut lösliche Formen werden besser aufgenommen als Oxiderste Hinweise – mehrere kleine Studien und eine systematische Übersicht in dieselbe Richtung, aber nur indirekt gemessen; wie groß der Unterschied ist, ist umstritten
Von kleinen Portionen nimmt der Darm anteilig mehr aufbelegt – eine Studie mit fünf verschiedenen Mengen, eine Übersichtsarbeit fasst weitere zusammen
Magnesium aus Mineralwasser wird gut aufgenommenbelegt – zwei kleine Studien in dieselbe Richtung, beide aus der Wasserbranche
Magnesium hilft gegen nächtliche Wadenkrämpfenicht belegt – gut untersucht: Eine große Übersicht, meist mit Menschen um die 60 bis 70, und eine neuere Auswertung mit Erwachsenen fanden keinen gesicherten Effekt; die Autoren der großen Übersicht vertrauen diesem Ergebnis mittel bis stark
Magnesium hilft gegen Krämpfe beim Sportnicht belegt – kaum untersucht: Zwei Übersichtsarbeiten fanden keine Studie mit ausgeloster Vergleichsgruppe zu Magnesium allein, nur Laborversuche mit Salzgetränken; eine kleine Studie mit Sportlern fand keine Wirkung auf Beschwerden an den Muskeln
Wadenkrämpfe in der Schwangerschaft werden wenigeruneinheitlich – eine Übersicht hält die Studien für widersprüchlich; eine neuere fand häufiger eine Besserung, zählt aber eine Studie als Erfolg, die selbst keinen gesicherten Effekt fand
Mehr Magnesium steigert bei guter Versorgung die Leistungnicht belegt – eine Übersicht fand kein Leistungsplus, eine kleine neuere Studie sogar etwas schlechtere Werte
Hartes Training erhöht den Bedarfuneinheitlich – eine ältere Übersicht schätzt 10 bis 20 Prozent mehr, die DGE hält höhere Verluste für umstritten
Magnesium hilft beim Einschlafenuneinheitlich – kleine Studien mit Älteren von niedriger Qualität fanden schnelleres Einschlafen, mit Mengen über 250 Milligramm; neuere Studien fanden kleine oder keine Unterschiede zum Scheinmittel
Magnesium senkt hohen Blutdruck ein wenigbelegt – eine große Auswertung von 38 Studien, aber nicht alle in dieselbe Richtung: deutlich vor allem mit Blutdruckmitteln und bei wenig Magnesium im Blut, ohne Blutdruckmittel nur beim unteren Wert; die Studien unterscheiden sich stark
Threonat verbessert das Gedächtniserste Hinweise – Versuche mit Ratten und eine kleine Studie am Menschen, bezahlt, geschrieben und bei den Gedächtnistests ausgewertet von der Herstellerfirma
Threonat verbessert den Schlafuneinheitlich – in einer kleinen Studie besserten sich beide Gruppen auf den Fragebögen ähnlich, auf einem Schlafring schnitt Threonat bei einzelnen Werten besser ab, das Einschlafen dauerte länger; in einer zweiten war der Schlaf nicht beurteilbar
Magnesium erhöht das Testosteronnicht belegt – die Studie mit Anstieg hatte keine Gruppe mit Scheinmittel; zwei Studien mit Zink-Magnesium-Präparaten fanden keinen Anstieg
Ein normaler Blutwert zeigt eine gute Versorgungnicht belegt – laut DGE gibt es keinen geeigneten Laborwert; der Wert im Blut sinkt erst spät

Sechs Zahlen zum Mitnehmen

Das Kurze · Fazit in Zahlen

Jede Zahl mit Quelle und Haken

Die sechs Zahlen stammen aus Studien, aus Auswertungen, die viele Studien zusammenrechnen, und aus Angaben einer Fachgesellschaft und einer Behörde, Stand Oktober 2026. Zu jeder steht, was herauskam und wo der Haken liegt.

300–350 mg
Magnesium am Tag für Erwachsene –
Frauen 300, Männer 350

Im Mittel kommen Frauen und Männer in Deutschland nah an diese Werte heran: erst der Teller, dann vielleicht ein Präparat.

Haken

Ein Schätzwert: Für eine genaue Empfehlung fehlen laut DGE belastbare Studien zum Bedarf und ein geeigneter Laborwert.

Quelle: Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) 2022 · Schätzwerte für Erwachsene; dieselben Werte nennt die EU-Lebensmittelbehörde EFSA2, 21
250 mg
höchstens am Tag aus Präparaten,
auf mindestens zwei Portionen verteilt

Mehr macht eher Durchfall als gesünder: lieber zweimal wenig als einmal viel.

Haken

Eine Empfehlung, rechtlich nicht verbindlich. Laut DGE zählt Magnesium aus Mineralwasser und angereicherten Lebensmitteln mit, das aus normalem Essen nicht.

Quelle: Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) 2017 · Bewertung der Tageshöchstmenge für Nahrungsergänzung2, 4, 27
0,18
nächtliche Krämpfe pro Woche weniger
mit Magnesium als mit Scheinmittel

Ein Unterschied, der Zufall sein kann: gegen nächtliche Wadenkrämpfe kein gesicherter Nutzen.

Haken

Untersucht meist bei Menschen um die 60 bis 70 mit vermutlich nächtlichen Wadenkrämpfen; für Jüngere und für Krämpfe beim Sport sagt die Zahl nichts.

Quelle: Garrison und Kollegen 2020 · 5 Studien mit 307 Teilnehmern, mittleres Vertrauen in das Ergebnis6
0
Studien mit ausgeloster Vergleichsgruppe
zu Magnesium allein gegen Krämpfe beim Sport

Gegen Krämpfe beim Sport ist Magnesium nicht belegt: Kauf es nicht dafür.

Haken

Nicht belegt heißt nicht widerlegt. Getestet wurden nur Salzgetränke an Krämpfen, die im Labor per Stromreiz ausgelöst wurden; eines enthielt eine Spur Magnesium.

Quelle: Garrison und Kollegen 2020 · Suche bis 2019; Patil und Kollegen 2026 · Suche bis August 20256, 7
11 %
nahm der Darm von rund einem Gramm
Magnesium auf – von wenig rund 65 %

Viel auf einmal bringt anteilig wenig: kleine Portionen über den Tag schlagen eine große.

Haken

Eine ältere Studie – laut PubMed mit Männern –, mit einer gut löslichen Verbindung zu einer Standardmahlzeit; die größte Menge lag weit über der Höchstmenge des BfR.

Quelle: Fine und Kollegen 1991 · gesunde Teilnehmer, laut PubMed Männer; Teilnehmerzahl nicht geprüft11
17 min
schneller eingeschlafen – Ältere
mit Schlafstörungen, im Mittel

Ein kleiner Effekt: kein Schlafmittel, höchstens einen Versuch wert.

Haken

Belege von niedriger bis sehr niedriger Qualität, die Zahl stammt aus zwei kleinen Studien; die Mengen lagen über der Höchstmenge des BfR, länger schliefen die Teilnehmer nicht gesichert.

Quelle: Mah und Pitre 2021 · 3 Studien mit 151 Älteren, die Einschlafzeit aus 2 davon12

Jede dieser sechs Zahlen ist an der Quelle selbst geprüft, Stand 27.10.2026 – Studien an ihrer Kurzfassung, dem Überblick am Anfang jeder Studie, in PubMed, der großen Datenbank für medizinische Studien, und, wo frei zugänglich, an der vollständigen Arbeit; die Angaben von DGE und BfR an ihren eigenen Dokumenten. Die ausführlichen Angaben, mit Teilnehmern, Geldgebern und Interessenkonflikten, soweit ich sie prüfen konnte, folgen im Kapitel „Belegt“.

Der eine Satz, wenn Du Dir nur einen merkst Erst Teller und Wasser, dann – wenn überhaupt – höchstens 250 Milligramm am Tag, verteilt: Magnesium deckt einen Bedarf; gegen Krämpfe und für mehr Leistung ist es nicht belegt.
10Belegt

Worauf sich diese Seite stützt

Zu jeder hochgestellten Zahl im Text: Quelle, Teilnehmer, Ergebnis, Einschränkung, Geldgeber und Interessenkonflikte. Studien habe ich über PubMed geprüft, Angaben von Behörden, Fachgesellschaft und Verbraucherzentrale an ihren eigenen Dokumenten. Wo sich etwas nicht prüfen ließ, steht das dabei.

36 Quellen · hier aufklappenzuklappenGeldgeber und Interessenkonflikte

Ein paar Begriffe, die in den Belegen vorkommen: Eine Auswertung – Fachleute sagen Meta-Analyse – rechnet die Ergebnisse vieler Studien zusammen; eine Übersichtsarbeit fasst den Stand der Forschung zusammen, eine systematische Übersicht sucht und bewertet die Studien dabei nach festen Regeln. Cochrane ist ein internationales Netzwerk, das systematische Übersichten nach strengen Regeln erstellt. Ausgelost – Fachleute sagen randomisiert – heißt: Das Los entscheidet, wer das Mittel bekommt und wer in die Vergleichsgruppe kommt. Gesichert heißt: so deutlich, dass Zufall als Erklärung unwahrscheinlich ist. Zwei Zahlen mit „bis“ in Klammern, etwa (−0,84 bis 0,49), sind der Vertrauensbereich, in dem der wahre Wert vermutlich liegt. Ein Scheinmittel – Fachleute sagen Placebo – sieht aus wie das echte Mittel, enthält es aber nicht. Verblindet heißt: Die Teilnehmer wissen nicht, wer das echte Mittel bekommt; doppelt verblindet: auch die Untersucher nicht. In einer Überkreuz-Studie bekommt jeder Teilnehmer nacheinander beides. Serum ist der flüssige Teil des Blutes ohne die Blutzellen. mmol und mEq (Milliäquivalent) sind chemische Mengenangaben: 1 mmol Magnesium wiegt 24,3 mg, 1 mEq die Hälfte. mmHg – Millimeter Quecksilbersäule – ist die Einheit des Blutdrucks. Verzerrungsrisiko heißt: Die Art, wie eine Studie gemacht wurde, könnte ihr Ergebnis in eine Richtung verschoben haben. Das relative Risiko vergleicht, wie oft etwas in zwei Gruppen eintritt; 1 heißt gleich oft. Eine erkundende Auswertung sucht nachträglich nach Mustern, die vorher nicht geplant waren; ihr Ergebnis ist ein Hinweis, kein Beleg. Nach Plan ausgewertet heißt: nur die Teilnehmer, die sich an den Studienplan gehalten haben. Das Vertrauen in die Belege – von sehr niedrig bis hoch – sagt, wie sicher die Autoren einer Übersicht sind, dass das Ergebnis stimmt. Schlagworte in PubMed sind Stichwörter, mit denen PubMed jede Studie einordnet, etwa nach Geschlecht der Teilnehmer. Ein standardisierter Effekt macht Ergebnisse vergleichbar, die auf verschiedenen Skalen gemessen wurden; 0,2 gilt als klein, 0,8 als groß. Die Fläche unter der Kurve fasst zusammen, wie stark und wie lange ein Wert über eine Zeit erhöht war. Markierte Formen eines Stoffes – Fachleute sagen stabile Isotope – strahlen nicht und zeigen, wie viel der Körper davon aufnimmt. ZMA ist ein Präparat aus Zink, Magnesium und Vitamin B6.

So liest Du die Angaben zu den Geldgebern PubMed, die Studiendatenbank der US-Nationalbibliothek für Medizin, ordnet Studien nach ihren Geldgebern ein: Stellen der US-Regierung – und „außerhalb der US-Regierung“ für alles andere. „Außerhalb der US-Regierung“ heißt also: Das Geld kam von Hochschulen, Stiftungen, anderen Staaten oder Firmen – wer genau, steht nur in der vollständigen Arbeit. Steht bei einer Studie kein Geldgeber, „nicht geprüft“ oder „nicht prüfbar“, habe ich die Finanzierung nicht selbst gelesen.
1Verbraucherzentrale Baden-Württemberg (2016). Magnesiumhaltige Nahrungsergänzungsmittel: Häufig überdosiert! Marktcheck der Verbraucherzentralen (Stand Dezember 2016). verbraucherzentrale-bawue.de Marktcheck im August und September 2016. Die überwiegende Zahl der Menschen in Deutschland ist laut Verbraucherzentrale mit Magnesium ausreichend versorgt; ein gesunder Mensch deckt seinen Bedarf meist über eine ausgewogene Ernährung. Referenzmenge für die Kennzeichnung (NRV) 375 mg am Tag. Das BfR empfiehlt höchstens 250 mg am Tag aus Nahrungsergänzung, möglichst auf zwei Portionen verteilt; schon zusätzliche 300 mg am Tag können Durchfall und Magen-Darm-Beschwerden auslösen, sehr hohe Mengen Muskelschwäche oder einen Blutdruckabfall. Menschen mit eingeschränkter Nierenfunktion sind besonders gefährdet, weil sie überschüssiges Magnesium schlecht ausscheiden. Hersteller verwenden vor allem Oxid, Carbonat und Citrat, im Internet auch Bisglycinat; nach derzeitiger Datenlage werden alle Formen aufgenommen, eine bessere Aufnahme von Citrat ist unklar. Zugelassene Werbeaussagen unter anderem: Magnesium trägt zu einer normalen Muskelfunktion, einer normalen Funktion des Nervensystems, einem normalen Energiestoffwechsel und zur Verringerung von Müdigkeit und Ermüdung bei. Kinder unter vier Jahren sollen keine magnesiumhaltigen Nahrungsergänzungsmittel nehmen. Hinweis: Verbraucherinformation, keine eigene Studie; Stand 2016. Die Verbraucherzentrale nennt dort noch ältere Referenzwerte der DGE; maßgeblich ist Beleg 2.
2Deutsche Gesellschaft für Ernährung (2022). Ausgewählte Fragen und Antworten zu Magnesium (Januar 2022). dge.de Die Referenzwerte gelten als Schätzwerte für eine angemessene Zufuhr, weil es kaum belastbare Studiendaten zum durchschnittlichen Bedarf und keinen geeigneten Biomarker – Laborwert – für den Magnesiumstatus gibt: Männer ab 19 Jahren 350 mg, Frauen 300 mg am Tag; Schwangere und Stillende wie andere Frauen; ein höherer Bedarf ab 65 Jahren ist nicht belegt. Erwachsene enthalten etwa 25 g Magnesium, 99 % davon in den Zellen, vor allem in Knochen, Muskeln und weiterem Weichteilgewebe, 1 % außerhalb. Die Konzentration im Serum wird in einem engen Bereich gehalten (0,75 bis 0,96 mmol/l) und sinkt erst nach längerer unzureichender Versorgung (über mehrere Wochen, mehr als 80 Tage); bei chronisch unbemerkter Unterversorgung bleibt sie stabil, Mangelzeichen treten erst unter 0,5 mmol/l auf. Mittlere Zufuhr laut Nationaler Verzehrsstudie II: Frauen 284, Männer 345 mg am Tag. Gute Quellen: Nüsse und Samen (Mandeln, Sonnenblumen- und Kürbiskerne, Leinsamen, Sesam), Vollkorn, Hülsenfrüchte, grünes Blattgemüse, Kakao, Fisch und Meeresfrüchte, hartes Wasser. Ein Mangel ist bei ausgewogener Ernährung bei stoffwechselgesunden Personen relativ selten; Ursachen sind Durchfälle, Erbrechen, Aufnahmestörungen und Operationen am Dünndarm, Nierenerkrankungen, chronischer Alkoholkonsum und die dauerhafte Einnahme bestimmter Medikamente, unter anderem Entwässerungsmittel, Antibiotika und die Pille. Die Nieren können die Ausscheidung um bis zu 100 % steigern; aus Lebensmitteln sind bei Gesunden keine negativen Wirkungen bekannt. Obergrenze laut EFSA und dem früheren wissenschaftlichen Lebensmittelausschuss der EU (SCF): 250 mg am Tag für leicht lösliche Magnesiumsalze in Nahrungsergänzungsmitteln, Wasser oder angereicherten Lebensmitteln – die Zufuhr über die Nahrung ist darin nicht berücksichtigt; schon ab 300 mg am Tag über Nahrungsergänzung kann es bei Erwachsenen zu Durchfall kommen. Sport: Verluste über den Schweiß sind relativ gering; ob körperliche Aktivität die Verluste über Urin und Stuhl erhöht, ist umstritten und hängt womöglich von Intensität und Umfang ab, neuere Studien bestätigten das nicht. Krämpfe: In einer systematischen Übersicht keine signifikanten Effekte auf Häufigkeit, Schwere und Dauer nächtlicher Muskelkrämpfe bei Älteren; für Schwangere ist ein Nutzen nicht eindeutig nachgewiesen. Hinweis: Information einer Fachgesellschaft, keine eigene Studie; Stand Januar 2022.
3Mineral- und Tafelwasser-Verordnung (Min/TafelWV), Anlage 6. Verordnung vom 1. August 1984, zuletzt geändert am 20.6.2023. lxgesetze.de Die Angabe „magnesiumhaltig“ darf ein Mineralwasser tragen, wenn gilt: „Der Magnesiumgehalt beträgt mehr als 50 mg/l.“ Hinweis: Rechtstext, gelesen in einer Gesetzessammlung; die amtliche Seite gesetze-im-internet.de war im Oktober 2026 nicht abrufbar.
4Bundesinstitut für Risikobewertung (2017). Presseinformation 50/2017 zur Tageshöchstmenge für Magnesium in Nahrungsergänzungsmitteln (12.12.2017). bfr.bund.de Die Tageshöchstmenge für Magnesium in Nahrungsergänzungsmitteln sollte 250 mg nicht überschreiten – für Menschen ab vier Jahren, zusätzlich zur normalen Ernährung; für jüngere Kinder ließ sich mangels Daten kein Wert ableiten. Die Menge sollte auf mindestens zwei Portionen am Tag verteilt werden, was die Verträglichkeit vermutlich verbessert. Mehr Magnesium aus Nahrungsergänzung kann leichte Durchfälle auslösen; sie sind innerhalb von ein bis zwei Tagen vollständig reversibel und für Gesunde mit normaler Nierenfunktion kein signifikantes Gesundheitsrisiko, gelten aber als unerwünscht. Bis 250 mg zusätzlich am Tag wurde kein Durchfall beobachtet; der Wert entspricht der Obergrenze des wissenschaftlichen Lebensmittelausschusses der EU (SCF) von 2001. Aus der normalen Ernährung sind bei Gesunden keine unerwünschten Wirkungen bekannt; für Gesunde sind Nahrungsergänzungsmittel laut BfR meist unnötig, eine abwechslungsreiche Ernährung ist der bessere Weg. Hinweis: Empfehlung einer Behörde, rechtlich nicht verbindlich (Beleg 27). Mineralwasser erwähnt die Presseinformation nicht.
5Schuchardt JP, Hahn A (2017). Intestinal Absorption and Factors Influencing Bioavailability of Magnesium – An Update. Current Nutrition and Food Science 13(4):260–278. DOI 10.2174/1573401313666170427162740 · PMID 29123461 · PMC5652077 Übersichtsarbeit. Der Körper enthält 22 bis 26 g Magnesium; bei 370 mg Zufuhr am Tag werden 30 bis 50 % aufgenommen, in Studien insgesamt 10 bis 75 %. Die Menge ist der wichtigste Faktor: Mit steigender Menge wird absolut mehr, anteilig weniger aufgenommen – von 973 mg am Tag nur 11 %; über den Tag verteilte kleine Mengen werden anteilig besser aufgenommen. Phytat senkt die Aufnahme dosisabhängig, Oxalat aus Spinat ebenso, manche Fasern hemmen sie; Eiweiß, mittelkettige Fette und schwer verdauliche Kohlenhydrate wie resistente Stärke, Oligosaccharide und Inulin fördern sie – in einer Studie stieg die Aufnahme mit einem fermentierbaren Ballaststoff von 30,4 auf 50,9 %. Die Art des Salzes ist weniger wichtig als oft gedacht: Manche Studien fanden eine etwas bessere Aufnahme organischer Salze, andere nicht; in einer Studie schieden die Teilnehmer mit Citrat über 24 Stunden 13,7 mg mehr Magnesium mit dem Urin aus als mit Oxid – bei einer Zufuhr von etwa 800 mg oder mehr am Testtag laut den Autoren physiologisch bedeutungslos. Als Brausetablette, in Wasser aufgelöst, verdoppelte Oxid in einer Studie mit 13 Männern den Anstieg der Ausscheidung im Urin gegenüber Kapseln mit derselben Menge (450 mg). Den Wert im Blut regelt der Körper schnell nach; Studien, die nur ihn verfolgen, reichen nicht, um die Aufnahme zu messen. Mineralwasser wird in vielen kleinen Portionen und zu einer Mahlzeit besser aufgenommen. Weil Magnesium kaum gespeichert wird, folgt auf eine höhere Aufnahme meist eine höhere Ausscheidung. Einschränkung: Übersichtsarbeit, keine Auswertung nach festen Regeln. Die Autoren erklären keine Interessenkonflikte; Geldgeber nicht geprüft. Andreas Hahn ist Mitautor der Wasserstudie, die der Verband Deutscher Mineralbrunnen bezahlte (Beleg 17), und der Schlafstudie mit Bisglycinat (Beleg 13).
6Garrison SR, Korownyk CS, Kolber MR, Allan GM, Musini VM, Sekhon RK, Dugré N (2020). Magnesium for skeletal muscle cramps. Cochrane Database of Systematic Reviews 9:CD009402. DOI 10.1002/14651858.CD009402.pub3 · PMID 32956536 · PMC8094171 Systematische Übersicht mit Auswertung im Cochrane-Netzwerk, nur ausgeloste Studien, Suche bis 9.9.2019: 11 Studien mit 735 Teilnehmern. Bei Krämpfen ohne erkennbare Ursache – meist Ältere (im Mittel 61,6 bis 69,3 Jahre) mit vermutlich nächtlichen Wadenkrämpfen – kein gesicherter Unterschied zum Scheinmittel: 0,18 Krämpfe pro Woche weniger (−0,84 bis 0,49; 5 Studien), der Anteil mit mindestens 25 % weniger Krämpfen gleich (relatives Risiko 1,04); Vertrauen in diese Belege moderat bis hoch. Schwangerschaft (5 Studien, alle mit hohem Verzerrungsrisiko): widersprüchlich, nicht zusammenrechenbar. Keine solche Studie zu Krämpfen beim Sport oder bei Krankheiten wie der Nervenkrankheit ALS, außer einer kleinen Studie bei Leberzirrhose ohne klares Ergebnis. Nebenwirkungen meist Magen-Darm-Beschwerden wie Durchfall: bei 11 % (Scheinmittel 10 %) bis 37 % (14 %) der Teilnehmer; schwere Nebenwirkungen nicht häufiger als mit Scheinmittel. Laut der Laienzusammenfassung bezahlte in zwei der eingeschlossenen Studien ein Hersteller von Magnesiumtabletten. Einschränkung: kleine Studien, zur Schwangerschaft mit hohem Verzerrungsrisiko. Geldgeber laut PubMed außerhalb der US-Regierung, Einzelheiten und Erklärungen der Autoren zu Interessenkonflikten nicht geprüft (nur Kurzfassung abrufbar).
7Patil S, Falkowski A, Venkataiah VS, Bhandi S, Licari FW, Patil AG (2026). The Role of Electrolytes in Muscle Pain Syndromes: A Systematic Review and Meta-Analysis With Implications for Temporomandibular Disorder. International Dental Journal 76(3):109488. DOI 10.1016/j.identj.2026.109488 · PMID 41812583 · PMC12994056 Systematische Übersicht mit Auswertung, Suche Januar 1995 bis August 2025: 13 Studien zu Elektrolyten – Salzen wie Natrium, Kalium und Magnesium – gegen Krämpfe oder Muskelschmerzen, davon 10 ausgeloste zu Magnesium. Schwangerschaft (4 Studien, rund 364 Teilnehmerinnen): mit Magnesium häufiger eine Besserung (relatives Risiko 1,35; 1,05 bis 1,74); gezählt wurde laut Methodenteil ein Ja-oder-nein-Ergebnis, etwa mindestens halb so viele Krämpfe. Eine dieser Studien, mit 360 mg Magnesium am Tag bei Schwangeren in Norwegen, gibt die Arbeit als Erfolg wieder; laut ihrer eigenen Kurzfassung fand sie keinen gesicherten Effekt auf Häufigkeit und Stärke der Krämpfe (Nygaard und Kollegen 2008, PMID 18768245, DOI 10.1016/j.ejogrb.2008.07.005). Nächtliche oder anhaltende Wadenkrämpfe Erwachsener (4 Studien, rund 400 Teilnehmer): kein gesicherter Effekt (0,42 Krämpfe pro Woche weniger; −1,15 bis 0,31). Magnesium als Infusion half Älteren nicht. Getränke mit Salzen prüften drei Studien: zwei im Labor an Krämpfen, die per Stromreiz ausgelöst wurden – ein Getränk mit 840 mg Natrium, 320 mg Kalium und 5 mg Magnesium bei 9 jungen Erwachsenen, die zu Krämpfen neigten (Earp und Kollegen 2019, PMID 31350753, DOI 10.1002/mus.26650; Krämpfe ließen sich etwas schwerer auslösen, verhindert wurden sie bei niemandem), und eine Trinklösung beim Sport in der Hitze –, dazu Gurkenwasser bei Leberzirrhose. Eine Studie zu Magnesium allein gegen Krämpfe beim Sport enthält die Arbeit nicht. Einschränkung: Die Arbeit zielt auf Beschwerden der Kaumuskulatur und erschien in einer zahnmedizinischen Zeitschrift; das Verzerrungsrisiko der Studien schätzen die Autoren als gering bis mittel ein. Sie gibt mindestens eine der eingeschlossenen Studien anders wieder als diese selbst (siehe oben). Laut Arbeit keine Förderung; Interessenkonflikte nicht geprüft.
8National Institutes of Health, Office of Dietary Supplements (2026). Magnesium – Fact Sheet for Health Professionals (aktualisiert 6.1.2026). ods.od.nih.gov Erwachsene enthalten etwa 25 g Magnesium, 50 bis 60 % davon in den Knochen, weniger als 1 % im Serum; der Serumwert spiegelt den Gesamtbestand und die Gehalte einzelner Gewebe nicht genau wider, keine einzelne Messmethode gilt als befriedigend. Verschlimmert sich ein Mangel, können unter anderem Muskelzuckungen und Krämpfe auftreten. Vom Magnesium im Essen werden typischerweise 30 bis 40 % aufgenommen. Gut lösliche Formen werden vollständiger aufgenommen; kleine Studien fanden für Aspartat, Citrat, Lactat und Chlorid eine höhere Aufnahme als für Oxid und Sulfat. Gehalte ausgewählter Lebensmittel nach der US-Nährwertdatenbank FoodData Central (2019), unter anderem geröstete Kürbiskerne 156 mg je Unze (rund 28 g), Chiasamen 111 mg, Mandeln 80 mg, gekochter Spinat 78 mg je halbe US-Tasse, Cashewkerne 74 mg, schwarze Bohnen 60 mg, Ofenkartoffel mit Schale 43 mg je 3,5 Unzen, Banane 32 mg, Milch 27 mg je US-Tasse, Lachs 26 mg und Hähnchenbrust 22 mg je 3 Unzen, Vollkornbrot 23 mg je Scheibe, Apfel 9 mg. Wechselwirkungen: Bisphosphonate mindestens 2 Stunden Abstand; Tetrazykline und Chinolone mindestens 2 Stunden vor oder 4 bis 6 Stunden nach Magnesium; bestimmte Entwässerungsmittel (Schleifen- und Thiaziddiuretika) erhöhen die Ausscheidung; Protonenpumpenhemmer können bei Einnahme meist über mehr als ein Jahr einen zu niedrigen Magnesiumwert im Blut verursachen – Warnung der US-Arzneimittelbehörde FDA vom 2.3.2011; in etwa einem Viertel der dort geprüften Fälle half ein Präparat nicht, das Medikament musste abgesetzt werden. Obergrenze in den USA: 350 mg am Tag aus Präparaten und Arzneimitteln; hohe Mengen können Durchfall, Übelkeit und Bauchkrämpfe auslösen; das Risiko einer Vergiftung steigt bei eingeschränkter Nierenfunktion. Hinweis: Faktenblatt einer US-Gesundheitsbehörde, keine eigene Studie. Die US-Obergrenze von 350 mg liegt höher als die Empfehlung des BfR (250 mg).
9Firoz M, Graber M (2001). Bioavailability of US commercial magnesium preparations. Magnesium Research 14(4):257–262. PMID 11794633 Vier handelsübliche Präparate an gesunde Freiwillige, je etwa 21 mEq Magnesium am Tag (von mir gerechnet rund 255 mg); gemessen wurde der Anstieg der Magnesiumausscheidung im Urin. Magnesiumoxid: geschätzter Anteil der Aufnahme 4 %; Chlorid, Lactat und Aspartat deutlich höher und untereinander gleich. Die Autoren schließen, dass anorganische Salze – wie das Chlorid – je nach Präparat so gut verfügbar sein können wie organische. Einschränkung: Aufnahme nur indirekt über den Urin geschätzt; nur Kurzfassung gelesen, Teilnehmerzahl nicht geprüft. Geldgeber und Interessenkonflikte nicht geprüft.
10Walker AF, Marakis G, Christie S, Byng M (2003). Mg citrate found more bioavailable than other Mg preparations in a randomised, double-blind study. Magnesium Research 16(3):183–191. PMID 14596323 46 gesunde Erwachsene, zufällig zugeteilt, doppelt verblindet, 60 Tage lang 300 mg Magnesium am Tag als Aminosäure-Chelat, Citrat oder Oxid oder ein Scheinmittel. Nach 60 Tagen wurden die organischen Formen – Citrat und Chelat – laut Ausscheidung im Urin besser aufgenommen als Oxid; Citrat hob den Serumwert nach 24 Stunden und nach 60 Tagen am stärksten, nach 60 Tagen auch den Wert im Speichel. Beim Magnesium in den roten Blutkörperchen gab es keine Unterschiede. Oxid unterschied sich nicht vom Scheinmittel. Einschränkung: kleine Gruppen; gemessen wurde die Aufnahme, nicht eine Wirkung; nur Kurzfassung gelesen. Geldgeber laut PubMed außerhalb der US-Regierung, Einzelheiten und Interessenkonflikte nicht geprüft.
11Fine KD, Santa Ana CA, Porter JL, Fordtran JS (1991). Intestinal absorption of magnesium from food and supplements. Journal of Clinical Investigation 88(2):396–402. DOI 10.1172/JCI115317 · PMID 1864954 · PMC295344 Gesunde Teilnehmer – laut den Schlagworten in PubMed Männer – aßen eine Standardmahlzeit mit 0, 10, 20, 40 oder 80 mEq Magnesiumacetat (80 mEq sind von mir gerechnet rund 970 mg Magnesium); gemessen wurde die Netto-Aufnahme im Darm. Mit jeder Stufe wurde absolut mehr aufgenommen, anteilig aber immer weniger: von 65 % bei der kleinsten bis 11 % bei der größten Menge. Das passt zu einem Weg, der sich sättigt, plus einem Weg, der stets etwa 7 % aufnimmt. Magnesium aus Mandeln wurde so gut aufgenommen wie aus löslichem Magnesiumacetat, aus magensaftresistent überzogenem Magnesiumchlorid deutlich schlechter. Einschränkung: ältere Studie; die Teilnehmerzahl habe ich nicht geprüft. Geldgeber laut PubMed der US-Gesundheitsdienst und Stellen außerhalb der US-Regierung, Einzelheiten und Interessenkonflikte nicht geprüft.
12Mah J, Pitre T (2021). Oral magnesium supplementation for insomnia in older adults: a Systematic Review & Meta-Analysis. BMC Complementary Medicine and Therapies 21(1):125. DOI 10.1186/s12906-021-03297-z · PMID 33865376 · PMC8053283 Systematische Übersicht mit Auswertung: 3 Studien mit Scheinmittel, laut Kurzfassung 151 Ältere in drei Ländern (die Tabelle der Arbeit ergibt zusammen 158): Iran, 46 Personen, 500 mg Magnesium als Oxid, 8 Wochen; Deutschland, 12 Personen, bis 729 mg als Oxid, zweimal 20 Tage; USA, 100 Personen, 320 mg als Citrat, 8 Wochen. Zusammengerechnet aus 2 Studien schliefen die Teilnehmer mit Magnesium 17,36 Minuten schneller ein (−27,27 bis −7,44); die Gesamtschlafzeit war um 16 Minuten länger, nicht gesichert. Alle Studien mit mittlerem bis hohem Verzerrungsrisiko, Vertrauen in die Belege niedrig bis sehr niedrig. In der deutschen Studie hatten alle Teilnehmer weichen Stuhl. Die Autoren halten die Studien für zu schwach für fundierte Empfehlungen; weil Magnesium billig und leicht erhältlich sei, könnten sie Präparate gegen Schlafprobleme aber stützen. Laut Arbeit keine gesonderte Förderung, keine Interessenkonflikte.
13Schuster J, Cycelskij I, Lopresti A, Hahn A (2025). Magnesium Bisglycinate Supplementation in Healthy Adults Reporting Poor Sleep: A Randomized, Placebo-Controlled Trial. Nature and Science of Sleep 17:2027–2040. DOI 10.2147/NSS.S524348 · PMID 40918053 · PMC12412596 155 Erwachsene von 18 bis 65 Jahren, die ihren Schlaf als schlecht angaben, zufällig zugeteilt, doppelt verblindet: 4 Wochen lang zwei Kapseln 30 bis 60 Minuten vor dem Schlafen mit zusammen 250 mg Magnesium als Bisglycinat und 1523 mg Glycin, oder Scheinmittel; 134 bis zum Ende dabei. Der Wert auf einem Fragebogen zur Schwere von Schlafstörungen (Insomnia Severity Index, 0 bis 28 Punkte) sank mit Magnesium um 3,9, mit Scheinmittel um 2,3 Punkte; Unterschied 1,6 (0,0 bis 3,3), knapp gesichert, ein kleiner Effekt (standardisiert 0,2). Andere Fragebögen ohne Unterschied. Ein stärkerer Effekt bei geringer Magnesiumzufuhr zeigte sich nur in einer erkundenden Auswertung mit einem nicht erprobten Fragebogen; die Kurzfassung stellt ihn deutlicher dar als der Text. Nebenwirkungen: 2 Meldungen mit Magnesium, 7 mit Scheinmittel. Geldgeber: das Institut der Autoren (Leibniz Universität Hannover). Die Kapseln stellte der Hersteller Biogena (Salzburg) her. Adrian Lopresti leitet Clinical Research Australia, eine Firma für Auftragsforschung, die Geld von Herstellern von Nahrungsergänzung bekommt, und erhielt Vortragshonorare von solchen Firmen – ein möglicher Interessenkonflikt. Einschränkung laut den Autoren: nur Selbstauskunft, kein Magnesiumstatus gemessen, kurze Dauer.
14Nielsen FH, Lukaski HC (2006). Update on the relationship between magnesium and exercise. Magnesium Research 19(3):180–189. PMID 17172008 Übersichtsarbeit: Ein leichter Mangel beeinträchtigt die Leistung. Hartes Training erhöht offenbar die Verluste über Urin und Schweiß, was den Bedarf um 10 bis 20 % erhöhen kann; unter etwa 260 mg (Männer) und 220 mg (Frauen) am Tag kann bei Sportlern ein Mangel entstehen; Sportarten mit Gewichtskontrolle wie Ringen und Turnen sind offenbar besonders gefährdet. Mehr Magnesium hilft bei einem Mangel; bei ausreichender Versorgung zeigte Magnesium keine Leistungssteigerung. Einschränkung: Übersichtsarbeit, keine Auswertung nach festen Regeln; die 10 bis 20 % sind eine Schätzung. Die Autoren arbeiten für den Forschungsdienst des US-Landwirtschaftsministeriums; Geldgeber und Interessenkonflikte nicht geprüft.
15Bomar MC, Ewell TR, Brown RL et al. (2025). Short-Term Magnesium Supplementation Has Modest Detrimental Effects on Cycle Ergometer Exercise Performance and Skeletal Muscle Mitochondria and Negligible Effects on the Gut Microbiota: A Randomized Crossover Clinical Trial. Nutrients 17(5):915. DOI 10.3390/nu17050915 · PMID 40077784 · PMC11901567 22 regelmäßig Trainierende begonnen, 15 bis zum Ende dabei (8 Männer, 7 Frauen, im Mittel 26 Jahre); zufällige Reihenfolge, doppelt verblindet, Überkreuz-Studie: 9 Tage lang zweimal täglich Magnesiumchlorid „300 mg“ (Produkt ReMag) oder Scheinmittel, 3 Wochen Pause dazwischen. Ob die 300 mg das Magnesium oder das Salz meinen, nennt die Arbeit nicht; als Salz wären es von mir gerechnet rund 150 mg Magnesium am Tag (600 mg × 25,5 %). Mit Magnesium: maximale Sauerstoffaufnahme 41,3 statt 44,4 ml je kg und Minute, mittlere Leistung im 30-Sekunden-Sprint auf dem Fahrradergometer 415 statt 439 Watt (13 ausgewertet), 10-Kilometer-Zeitfahren unverändert (1281 gegen 1282 Sekunden); weniger Atmung der Mitochondrien, der Kraftwerke der Muskelzellen, mit Fettsäuren. Durchfall: 8 Meldungen mit Magnesium, 2 mit Scheinmittel. Die Autoren raten Trainierenden ohne Magnesiummangel von Magnesium ab. Geldgeber: New Capstone, Inc. (USA), der Anbieter des geprüften Präparats ReMag; die Firma lieferte Präparat und Scheinmittel – ein möglicher Interessenkonflikt, auch wenn das Ergebnis gegen das Präparat ausfiel. Laut den Autoren hatte sie keine Rolle bei Planung, Datenerhebung, Auswertung, Manuskript und der Entscheidung zur Veröffentlichung. Die Abstimmung mit dem Geldgeber lief über eine Beratungsfirma, die laut Arbeit an Gesprächen über die Planung teilnahm und zur Veröffentlichung ermutigte. Die Autoren erklären keine Interessenkonflikte. Einschränkung laut den Autoren: kleine Zahl, kurze Dauer, Ernährung nicht erfasst.
16Sabatier M, Arnaud MJ, Kastenmayer P, Rytz A, Barclay DV (2002). Meal effect on magnesium bioavailability from mineral water in healthy women. American Journal of Clinical Nutrition 75(1):65–71. DOI 10.1093/ajcn/75.1.65 · PMID 11756061 10 gesunde junge Frauen, Überkreuz-Studie mit markiertem Magnesium in einem Mineralwasser mit 110 mg Magnesium pro Liter, allein oder zu einer Mahlzeit getrunken. Aufgenommen wurden allein 45,7 %, zu einer Mahlzeit 52,3 %; im Körper behalten 37,4 und 41,5 %. Die Autoren halten regelmäßiges magnesiumreiches Mineralwasser für einen wertvollen Beitrag zur Versorgung. Einschränkung: 10 Frauen, ein kurzer Versuch; wie viel Wasser je Versuch getrunken wurde, habe ich nicht geprüft (nur Kurzfassung). Die Erstautorin arbeitete laut Anschrift am Perrier Vittel Water Institute, dem Forschungsinstitut eines Wasserherstellers – ein möglicher Interessenkonflikt. Geldgeber laut PubMed außerhalb der US-Regierung, Einzelheiten nicht geprüft.
17Schneider I, Greupner T, Hahn A (2017). Magnesium bioavailability from mineral waters with different mineralization levels in comparison to bread and a supplement. Food & Nutrition Research 61(1):1384686. DOI 10.1080/16546628.2017.1384686 · PMID 29056894 · PMC5642192 22 Gesunde (11 Männer, 11 Frauen, im Mittel 24 Jahre), zufällige Reihenfolge, Überkreuz-Studie: an sechs Tagen je 100 mg Magnesium aus vier Mineralwässern (108 bis 241 mg pro Liter) oder aus Brot, dazu 110 mg aus einer Tablette mit Magnesiumcarbonat. Weder die Ausscheidung im Urin über 24 Stunden noch der Verlauf im Serum über 10 Stunden unterschieden sich; Sulfat, Hydrogencarbonat und Calcium im Wasser änderten die Aufnahme nicht. Geldgeber: der Verband Deutscher Mineralbrunnen (VDM) – ein möglicher Interessenkonflikt; das Präparat stellte der Hersteller Dr. Paul Lohmann. Die Autoren erklären keine Interessenkonflikte. Einschränkung: einzelne Gaben, Aufnahme nur indirekt gemessen.
18Verbraucherzentrale (2025). Kennzeichnung von Nahrungsergänzungsmitteln: Darauf sollten Sie achten (Stand 17.12.2025). verbraucherzentrale.de Pflichtangaben: die Menge der Nährstoffe bezogen auf die tägliche Verzehrmenge, je nach Nährstoff in Gramm, Milli- oder Mikrogramm, in Tabellenform und nicht im Zutatenverzeichnis; dazu der Anteil an der Referenzmenge (NRV) in Prozent, bezogen auf gesunde Erwachsene. Die angegebene Tagesmenge darf nicht überschritten werden; Nahrungsergänzungsmittel ersetzen keine ausgewogene Ernährung. Hinweis: Verbraucherinformation zur Rechtslage, keine eigene Studie.
19Montain SJ, Cheuvront SN, Lukaski HC (2007). Sweat mineral-element responses during 7 h of exercise-heat stress. International Journal of Sport Nutrition and Exercise Metabolism 17(6):574–582. DOI 10.1123/ijsnem.17.6.574 · PMID 18156662 7 an Hitze gewöhnte Erwachsene (6 Männer, 1 Frau) gingen fünfmal 60 Minuten auf dem Laufband, bei 27 und bei 35 °C. Im Schweiß bei 27 °C im Mittel 1265 Nanogramm Magnesium pro Milliliter, also rund 1,3 mg pro Liter, über 7 Stunden gleichbleibend. Einschränkung: 7 Personen, Schweiß vom oberen Rücken gesammelt. Der Erstautor arbeitet am Umweltmedizin-Institut der US-Armee; Geldgeber laut PubMed außerhalb der US-Regierung, Einzelheiten und Interessenkonflikte nicht geprüft.
20Hausenblas HA, Lynch T, Hooper S, Shrestha A, Rosendale D, Gu J (2024). Magnesium-L-threonate improves sleep quality and daytime functioning in adults with self-reported sleep problems: A randomized controlled trial. Sleep Medicine: X 8:100121. DOI 10.1016/j.sleepx.2024.100121 · PMID 39252819 · PMC11381753 80 Erwachsene von 35 bis 55 Jahren mit selbst eingeschätzten Schlafproblemen, zufällig zugeteilt, doppelt verblindet, 21 Tage lang 1 g Magnesium-L-Threonat am Tag (Magtein, laut Arbeit rund 75 mg Magnesium je Gramm) oder Reiseiweiß als Scheinmittel; 76 ausgewertet. Auf dem Fragebogen zur Schwere von Schlafstörungen besserten sich beide Gruppen, ohne gesicherten Unterschied; ebenso auf den meisten übrigen Fragebogen-Werten. Auf einem Ring, der den Schlaf misst, schnitt Threonat bei einzelnen Werten besser ab, etwa beim Wert für Tiefschlaf; laut den Autoren hielt die Threonat-Gruppe ihre Werte, während die Scheinmittel-Gruppe nachließ. Bis zum Einschlafen dauerte es mit Threonat etwas länger. Einzelne Werte zu Stimmung, Wachheit und Verhalten nach dem Aufwachen waren besser als mit Scheinmittel. Drei der sechs Autoren arbeiten bei AIDP; das Unternehmen lieferte das Scheinmittel und erhielt laut dem Fachmagazin Nutritional Outlook (16.06.2011) die exklusiven Vertriebsrechte für Magtein. Laut dem Fachdienst Nutrition Insight (19.12.2024) hält AIDP die Rechte an den Daten, mit denen Magnesium-L-Threonat in der EU als neuartiges Lebensmittel zugelassen wurde, mit dem Hersteller ThreoTech als Lizenznehmer – ein möglicher Interessenkonflikt. Hergestellt und geliefert hat Magtein laut Arbeit ThreoTech (USA). Bezahlt hat die Studie laut Arbeit eine Stelle in Kalifornien; den Namen habe ich nicht geprüft. Die Erklärung zu Interessenkonflikten enthält beide Mustersätze des Verlags – keine Interessenkonflikte und eine Liste möglicher –; was in der Liste steht, habe ich nicht geprüft. Einschränkung: 3 Wochen, starke Placeboeffekte auf den Fragebögen.
21EU-Lebensmittelbehörde EFSA (2015). Mitteilung vom 28.07.2015 zu Referenzwerten für die Zufuhr von Magnesium; Stellungnahme im EFSA Journal. efsa.europa.eu · DOI 10.2903/j.efsa.2015.4186 Angemessene Zufuhr für Erwachsene: 350 mg am Tag für Männer, 300 mg für Frauen. Eine angemessene Zufuhr beschreibt, was eine typische gesunde Bevölkerung im Mittel täglich aufnimmt; sie wird genutzt, wenn die Daten für einen durchschnittlichen Bedarf nicht reichen. Hinweis: Bewertung einer Behörde, gelesen an der Mitteilung; die Stellungnahme selbst habe ich nicht geprüft.
22Pollock N, Chakraverty R, Taylor I, Killer SC (2020). An 8-year Analysis of Magnesium Status in Elite International Track & Field Athletes. Journal of the American College of Nutrition 39(5):443–449. DOI 10.1080/07315724.2019.1691953 · PMID 31829845 192 Olympia- und Paralympics-Athleten der britischen Leichtathletik, 510 Blutproben über 8 Jahre; gemessen wurde das Magnesium in den roten Blutkörperchen. 22 % lagen mindestens einmal unter der Grenze, die die Studie als klinischen Mangel wertet (1,19 mmol/l). Niedriger lagen Frauen und Athleten schwarzer oder gemischter Herkunft, höher Werfer. Wer Schmerzen an der Achilles- oder der Kniescheibensehne gehabt hatte, hatte niedrigere Werte. Einschränkung: Beobachtung, kein Nachweis einer Ursache; Spitzensportler, nicht ohne Weiteres auf den Freizeitsport übertragbar. Drei der vier Autoren arbeiten für den britischen Leichtathletikverband. Geldgeber und Interessenkonflikte nicht geprüft.
23Bohn T, Davidsson L, Walczyk T, Hurrell RF (2004). Fractional magnesium absorption is significantly lower in human subjects from a meal served with an oxalate-rich vegetable, spinach, as compared with a meal served with kale, a vegetable with a low oxalate content. British Journal of Nutrition 91(4):601–606. DOI 10.1079/BJN20031081 · PMID 15035687 9 gesunde Erwachsene, Überkreuz-Studie mit markiertem Magnesium: Weißbrot mit 300 g Spinat oder 300 g Grünkohl. Aus der Spinat-Mahlzeit wurden 26,7 % aufgenommen, aus der Grünkohl-Mahlzeit 36,5 %. Die Autoren führen den Unterschied auf das Oxalat im Spinat zurück und halten ihn für teilweise ausgeglichen, weil Spinat mehr Magnesium mitbringt. Einschränkung: 9 Personen; dass das Oxalat den Unterschied macht, ist laut den Autoren nur indirekt belegt. Geldgeber und Interessenkonflikte nicht geprüft.
24Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR). Höchstmengenvorschläge für Magnesium in Lebensmitteln inklusive Nahrungsergänzungsmitteln (Teil der aktualisierten Höchstmengenvorschläge für Vitamine und Mineralstoffe). bfr.bund.de Vorschlag: höchstens 250 mg Magnesium pro Tagesverzehrempfehlung eines Nahrungsergänzungsmittels, verteilt auf zwei oder mehr Portionen. Grundlage ist die Obergrenze des wissenschaftlichen Lebensmittelausschusses der EU (SCF, 2001) von 250 mg am Tag für die zusätzliche Zufuhr ab vier Jahren; sie gilt für leicht lösliche Magnesiumsalze und Verbindungen wie Magnesiumoxid. Maßgeblich sind leichte, vorübergehende Durchfälle, die bei einem kleinen Teil der Erwachsenen ab etwa 360 bis 365 mg zusätzlich auftreten können; inzwischen gibt es laut BfR aus zwei Studien erste Hinweise, dass leichte Durchfälle schon bei 300 mg am Tag vorkommen. Aus normalen Lebensmitteln wurden bisher keine unerwünschten Wirkungen beobachtet. Für angereicherte Lebensmittel schlägt das BfR höchstens 31 mg je 100 g und 8 mg je 100 ml vor. Hinweis: Empfehlung einer Behörde, rechtlich nicht verbindlich; ein Datum nennt das Dokument nicht.
25Pardo MR, Garicano Vilar E, San Mauro Martín I, Camina Martín MA (2021). Bioavailability of magnesium food supplements: A systematic review. Nutrition 89:111294. DOI 10.1016/j.nut.2021.111294 · PMID 34111673 Systematische Übersicht zu Studien, die verschiedene Magnesiumformen vergleichen: 433 Studien gefunden, 14 ausgewählt. Anorganische Formen scheinen weniger verfügbar als organische, der Anteil der Aufnahme hängt von der Menge ab. Alle Präparate können bei Gesunden ohne vorherigen Mangel normale Werte halten; für Ältere, Kranke oder bei vorherigem Mangel lässt sich das nicht sicher sagen. Einschränkung: nur Kurzfassung gelesen. Geldgeber und Interessenkonflikte nicht geprüft.
26Blancquaert L, Vervaet C, Derave W (2019). Predicting and Testing Bioavailability of Magnesium Supplements. Nutrients 11(7):1663. DOI 10.3390/nu11071663 · PMID 31330811 · PMC6683096 15 handelsübliche Präparate im Labor, in einem Modell des Verdauungstrakts und in Löslichkeitstests: Sie gaben ihr Magnesium sehr unterschiedlich frei, abhängig vom Salz und von den übrigen Zutaten; Präparate mit organischen Verbindungen schnitten meist besser ab, aber nicht alle. Danach am Menschen das beste und das schlechteste Präparat: eine Tablette aus Magnesiumoxid und Magnesiumglycerophosphat (196 mg Magnesium) und eine reine Oxid-Tablette (450 mg). In der Hauptphase nahmen 30 Erwachsene (15 Männer, 15 Frauen) im Wechsel eine oder zwei Tabletten des besseren oder eine des schlechteren Präparats; gemessen wurde 6 Stunden lang das Magnesium im Serum. Die bessere Tablette hob den Serumwert um bis zu 6,2 %, die reine Oxid-Tablette um 4,6 % – nicht gesichert über dem Ausgangswert und im Bereich dessen, was in einer Vorphase das Scheinmittel bewirkte (4,8 %). Fläche unter der Kurve 6,87 gegen 0,31 mmol·min/l. Zwei Tabletten des besseren Präparats hoben den Wert nicht stärker als eine. Im Urin keine Unterschiede. Ein rein organisches Präparat wurde am Menschen nicht getestet – auch kein Bisglycinat; ob es sich von einer Mischung unterscheidet, ist laut den Autoren offen. Geldgeber: Oystershell Laboratories (Belgien), laut Produktangaben im Handel Hersteller des besseren Präparats (Ultractive Magnesium); die Firma lieferte alle Präparate für Labor und Versuch am Menschen – ein möglicher Interessenkonflikt. Laut den Autoren war sie nicht an Planung, Datenerhebung, Auswertung, Manuskript und der Entscheidung zur Veröffentlichung beteiligt. Einschränkung: einmalige Einnahme, nur 6 Stunden und nur im Serum gemessen, das etwa 1 % des Magnesiums enthält; in der Hauptphase nicht verblindet.
27Verbraucherzentrale (2026). Mikronährstoffe – Ab wann ist es zu viel? (Stand 19.08.2026). verbraucherzentrale.de Vom BfR empfohlene Höchstmengen für Nahrungsergänzungsmittel pro Tag, unter anderem Magnesium 250 mg, auf zwei oder mehr Portionen verteilt. Die Empfehlungen sind rechtlich nicht verbindlich; gesetzliche Höchstmengen gibt es in Deutschland bisher nicht, einheitliche Werte der EU ebenfalls nicht. Hinweis: Verbraucherinformation auf Grundlage der BfR-Vorschläge, keine eigene Studie.
28Slutsky I, Abumaria N, Wu LJ et al. (2010). Enhancement of learning and memory by elevating brain magnesium. Neuron 65(2):165–177. DOI 10.1016/j.neuron.2009.12.026 · PMID 20152124 Versuche mit Ratten: Eine neu entwickelte Verbindung, Magnesium-L-Threonat, hob das Magnesium im Gehirn und verbesserte Lernfähigkeit, Arbeitsgedächtnis sowie Kurz- und Langzeitgedächtnis; dazu mehr Verbindungsstellen zwischen Nervenzellen im Hippocampus, einer für das Gedächtnis wichtigen Hirnregion. Einschränkung: Tierversuch, nicht auf den Menschen übertragbar. Geldgeber laut PubMed die US-Gesundheitsbehörde NIH und Stellen außerhalb der US-Regierung; Interessenkonflikte nicht geprüft. Letztautor ist Guosong Liu; in der von Neurocentria bezahlten Studie am Menschen, deren Erstautor ebenfalls Guosong Liu ist (Beleg 29), schreiben die Autoren, sie hätten die Verbindung entwickelt – ein möglicher Interessenkonflikt.
29Liu G, Weinger JG, Lu ZL, Xue F, Sadeghpour S (2016). Efficacy and Safety of MMFS-01, a Synapse Density Enhancer, for Treating Cognitive Impairment in Older Adults: A Randomized, Double-Blind, Placebo-Controlled Trial. Journal of Alzheimer's Disease 49(4):971–990. DOI 10.3233/JAD-150538 · PMID 26519439 · PMC4927823 Erwachsene von 50 bis 70 Jahren mit nachlassender geistiger Leistung, die zugleich Angst- und Schlafbeschwerden hatten, doppelt verblindet, 12 Wochen lang MMFS-01 – ein Präparat mit Magnesium-L-Threonat der Firma Neurocentria – oder Scheinmittel; ausgewertet 44 (23 mit Präparat, 21 mit Scheinmittel). Ein Gesamtwert aus Tests in vier Bereichen der geistigen Leistung verbesserte sich gegenüber Scheinmittel deutlich (standardisiert 0,91). Wirkungen auf Schlaf und Angst ließen sich wegen starker Placeboeffekte – Besserungen schon durch das Scheinmittel – nicht beurteilen, obwohl die Teilnehmerzahl auf eine Senkung des Angstwerts ausgelegt war. Bezahlt hat die Studie Neurocentria; die Firma plante sie mit, rechnete die Auswertung der Tests zur geistigen Leistung selbst und schrieb die Veröffentlichung. Drei der fünf Autoren arbeiten laut Anschrift bei Neurocentria – ein möglicher Interessenkonflikt. Einschränkung: kleine Gruppen, eine einzelne Studie; ob das Präparat auch ohne Angst- und Schlafbeschwerden wirkt, ist laut den Autoren offen.
30McCarty MF (1996). Complementary vascular-protective actions of magnesium and taurine: a rationale for magnesium taurate. Medical Hypotheses 46(2):89–100. DOI 10.1016/s0306-9877(96)90007-9 · PMID 8692051 Theoretische Arbeit ohne eigene Messung in einer Zeitschrift für Hypothesen: Magnesium und Taurin – ein Stoff, der Eiweißbausteinen ähnelt, aber selbst keiner ist – senken auf verschiedenen Wegen das freie Calcium in den Zellen und zeigten in Tier- und klinischen Studien ähnliche Wirkungen auf Blutdruck, Gefäße und Herzrhythmus; Magnesiumtaurat könne deshalb ein gefäßschützendes Nahrungsergänzungsmittel sein. Einschränkung: Hypothese, keine Studie. Der Autor gab als Anschrift Nutrition 21 in San Diego an, laut der US-Handelsbehörde FTC (Mitteilung vom 7.11.1996) ein Anbieter von Nahrungsergänzung – ein möglicher Interessenkonflikt. Geldgeber nicht geprüft.
31Dereli S (2026). Effects of magnesium taurate-potassium citrate on blood pressure and vascular stiffness in low-risk adults with elevated blood pressure. Magnesium Research 38(4):118–125. DOI 10.1684/mrh.2026.0552 · PMID 42439043 Beobachtung ohne Vergleichsgruppe: 121 Erwachsene mit erhöhtem Blutdruck oder leichtem Bluthochdruck und geringem Herz-Kreislauf-Risiko, die keine Blutdruckmittel wollten, bekamen 3 Monate lang Lebensstilberatung und Magnesiumtaurat mit Kaliumcitrat (121 mg Magnesium und 180 mg Kalium am Tag); 110 nach Plan ausgewertet. Der Blutdruck sank um rund 11 bis 12 mmHg oben und 8 bis 9 mmHg unten, die Gefäßsteifigkeit nahm ab. Der Autor nennt den Schluss auf eine Ursache selbst eingeschränkt und fordert ausgeloste Studien; zugleich wertet er das Ergebnis als Stütze für das Präparat als sichere Möglichkeit ohne Medikamente. Einschränkung: keine Vergleichsgruppe, Beratung und Kalium zugleich. Geldgeber und Interessenkonflikte nicht geprüft.
32Weller E, Bachert P, Meinck HM, Friedmann B, Bärtsch P, Mairbäurl H (1998). Lack of effect of oral Mg-supplementation on Mg in serum, blood cells, and calf muscle. Medicine and Science in Sports and Exercise 30(11):1584–1591. DOI 10.1097/00005768-199811000-00005 · PMID 9813870 Laut PubMed ausgeloste Studie, doppelt verblindet: Sportler mit Magnesium im Serum im unteren Normalbereich, je 10 in zwei Gruppen, 3 Wochen lang 500 mg Magnesiumoxid am Tag oder Scheinmittel. Keine Wirkung auf Leistung, Nerv-Muskel-Funktion und Beschwerden an den Muskeln; auch der Magnesiumgehalt in Serum, Blutzellen und Wadenmuskel stieg nicht. Einschränkung: 20 Teilnehmer, 3 Wochen; ob die 500 mg das Magnesium oder die ganze Verbindung meinen, sagt die Kurzfassung nicht eindeutig; nur Kurzfassung gelesen. Geldgeber und Interessenkonflikte nicht geprüft.
33Argeros Z, Xu X, Bhandari B, Harris K, Touyz RM, Schutte AE (2025). Magnesium Supplementation and Blood Pressure: A Systematic Review and Meta-Analysis of Randomized Controlled Trials. Hypertension 82(11):1844–1856. DOI 10.1161/HYPERTENSIONAHA.125.25129 · PMID 41000008 · PMC12529988 Systematische Übersicht mit Auswertung, Suche bis 19.5.2024: 38 Studien mit Scheinmittel oder Kontrollgruppe, 2709 Teilnehmer, mindestens 4 Wochen (im Median 12), 82 bis 637 mg Magnesium am Tag (Median 365; die meisten Studien 300 bis 500 mg). Insgesamt sank der obere Wert um 2,81 mmHg (−4,32 bis −1,29), der untere um 2,05 mmHg (−3,23 bis −0,88). Bei hohem Blutdruck −2,96/−2,10 mmHg; bei hohem Blutdruck mit Blutdruckmitteln −7,68/−2,96 (in 4 der 6 Studien dazu nahmen Teilnehmer Entwässerungsmittel), ohne Blutdruckmittel oben kein gesicherter Effekt (−0,90; −3,94 bis 2,14), unten −1,88 mmHg (−3,70 bis −0,06); bei zu wenig Magnesium im Blut −5,97/−4,75; bei normalem Blutdruck kein gesicherter Effekt. Kein Zusammenhang mit der Menge. Große Unterschiede zwischen den Studien; 9 mit geringem, 25 mit gewissem, 4 mit hohem Verzerrungsrisiko. Geldgeber: ein persönliches Forschungsstipendium einer Autorin (Investigator Grant APP2017504; den Namen des Geldgebers habe ich nicht geprüft). Aletta Schutte erhielt Vortragshonorare von Arzneimittel- und Medizingeräteherstellern und sitzt in deren wissenschaftlichen Beiräten; die übrigen Autoren erklären keine Interessenkonflikte. Einschränkung laut den Autoren: Ernährung der Teilnehmer meist nicht erfasst, große Unterschiede zwischen den Studien.
34Cinar V, Polat Y, Baltaci AK, Mogulkoc R (2011). Effects of magnesium supplementation on testosterone levels of athletes and sedentary subjects at rest and after exhaustion. Biological Trace Element Research 140(1):18–23. DOI 10.1007/s12011-010-8676-3 · PMID 20352370 Drei Gruppen über 4 Wochen: Untrainierte mit 10 mg Magnesium je kg Körpergewicht, Taekwondo-Sportler (90 bis 120 Minuten Training am Tag) mit derselben Menge und Taekwondo-Sportler ohne Magnesium. Laut den Autoren stiegen freies und gesamtes Testosteron mit Magnesium, bei den Sportlern stärker. Laut den Schlagworten in PubMed Männer und Magnesiumsulfat. Einschränkung: keine Gruppe mit Scheinmittel, Verblindung in der Kurzfassung nicht genannt; sehr hohe Menge. Teilnehmerzahl, Geldgeber und Interessenkonflikte nicht geprüft (vollständige Arbeit nicht frei zugänglich).
35Wilborn CD, Kerksick CM, Campbell BI et al. (2004). Effects of zinc magnesium aspartate (ZMA) supplementation on training adaptations and markers of anabolism and catabolism. Journal of the International Society of Sports Nutrition 1(2):12–20. DOI 10.1186/1550-2783-1-2-12 · PMID 18500945 · PMC2129161 42 krafttrainierte Männer (27 ± 9 Jahre, mindestens ein Jahr Training), acht Wochen standardisiertes Krafttraining viermal pro Woche; doppelt verblindet ein ZMA-Produkt (Z-Mass PM) oder Traubenzucker als Scheinmittel, 30 bis 60 Minuten vor dem Schlafen. Das Produkt lieferte am Tag 30 mg Zink, 450 mg Magnesium und 11 mg Vitamin B6, dazu Kalium, einen Extrakt aus der Juckbohne mit 50 mg L-Dopa (eine Vorstufe des Botenstoffs Dopamin) und einen Pflanzenextrakt mit 30 mg 20-Hydroxyecdyson. Kein Unterschied zum Scheinmittel bei Testosteron (gesamt und frei), dem Wachstumsfaktor IGF-1, Wachstumshormon, Cortisol, Körperzusammensetzung, Maximalkraft, Kraftausdauer und Sprintleistung. Geldgeber: ein Forschungszuschuss von Cytodyne Technologies, dem Hersteller des geprüften Produkts. Die Forscher erklären, sie hätten die Ergebnisse unabhängig erhoben, ausgewertet und gedeutet und hätten keine finanziellen Interessen am Ergebnis. Einschränkung: Hormone und Mineralstoffe nur bei 26 Teilnehmern gemessen (13 je Gruppe), weil Proben verloren gingen; das Produkt enthielt mehr als Zink, Magnesium und Vitamin B6. Volltext gelesen.
36Koehler K, Parr MK, Geyer H, Mester J, Schänzer W (2009). Serum testosterone and urinary excretion of steroid hormone metabolites after administration of a high-dose zinc supplement. European Journal of Clinical Nutrition 63(1):65–70. DOI 10.1038/sj.ejcn.1602899 · PMID 17882141 · Tagungsbeitrag 2006 Deutsche Sporthochschule Köln. 14 gesunde, regelmäßig trainierende Männer (22 bis 33 Jahre), die vorher 11,9 bis 23,2 mg Zink am Tag aßen. ZMA erhöhte Zink im Serum und im Urin, aber weder das gesamte noch das freie Testosteron; die Ausscheidung von Abbauprodukten des Testosterons blieb unverändert. Schluss der Autoren: Bei ausreichender Zinkzufuhr hat ZMA keinen nennenswerten Effekt auf das Testosteron. Den Aufbau beschreibt die Kurzfassung nicht; ein Tagungsbeitrag derselben Arbeitsgruppe von 2006 (Koehler, Parr, Geyer, Bode, Schänzer) beschreibt eine Studie mit ebenfalls 14 Männern, vermutlich dieselbe: zufällige Zuteilung, doppelt verblindet, Scheinmittel, acht Wochen; das ZMA lieferte laut Etikett 30 mg Zink, 450 mg Magnesium und 10,5 mg Vitamin B6 je Tagesdosis. Einschränkung: 14 Männer mit ausreichender Zinkzufuhr; der Studienaufbau ist nur über den Tagungsbeitrag belegt. Der Tagungsbeitrag dankt der Manfred-Donike-Gesellschaft für Unterstützung; Geldgeber der Arbeit von 2009 laut PubMed außerhalb der US-Regierung, Einzelheiten und Interessenkonflikte nicht geprüft.
Was auf dieser Seite fehlt – und warum Magnesium als Arzneimittel – als Infusion, gegen Verstopfung oder bei Krankheiten wie Migräne, Diabetes oder Herzrhythmusstörungen – behandelt diese Seite nicht, ebenso wenig Präparate für Kinder. Welches Produkt im Handel enthält, was das Etikett verspricht, kann ich nicht sagen; Produkttests, etwa von Verbraucherorganisationen, habe ich nicht ausgewertet. Was gegen Wadenkrämpfe sonst hilft, behandelt diese Seite nicht. Wie viel Magnesium Dein Leitungswasser oder ein bestimmtes Mineralwasser enthält, steht hier nicht – das sagt Dir die Analyse auf dem Etikett oder Dein Wasserversorger. Weitere Formen wie Orotat oder Ascorbat habe ich nicht einzeln geprüft, Malat nur in seinem Magnesiumanteil. Geldgeber und Interessenkonflikte stehen meist nur in der vollständigen Arbeit; wo ich sie nicht selbst gelesen habe – meist, weil nur die Kurzfassung frei zugänglich war –, steht „nicht geprüft“. Lieber eine ehrliche Lücke als eine Angabe, für die niemand geradesteht.
Zum Schluss, in eigener Sache Ich bin Personal Trainer, kein Arzt. Ich behandle nichts – ich trainiere um Beschwerden herum und Schritt für Schritt in mehr Belastbarkeit hinein. Wo ärztliche Freigabe nötig ist, fange ich ohne sie nicht an. Diese Seite erklärt, was Studien zeigen, und ersetzt keine ärztliche Beratung.