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die fittermacher
Kartoffel oder Reis
Wissen · Stefan Trost
Ernährung · Kartoffeln · Reis · Abnehmen · Sättigung

Kartoffel oder Reis: Was ist besser zum Abnehmen?

Die Kartoffel macht mit weniger Kalorien satt – den größeren Unterschied macht aber das Fett auf dem Teller.

Kartoffel oder Reis? Gekocht liefern 100 Gramm Kartoffeln rund 87 Kilokalorien, 100 Gramm Reis rund 130.1 Der Grund ist Wasser: Die Kartoffel besteht zu gut drei Vierteln daraus. Für dieselben Kalorien bekommst Du rund anderthalbmal so viel auf den Teller – und in zwei Studien machte die Kartoffel je Kalorie besonders satt.2, 3

Einen Gesamtsieger gibt es trotzdem nicht. Die Kartoffel liefert fast elfmal so viel Kalium, Reis je 100 Gramm mehr Eiweiß, Zink und Selen.1 Den Blutzucker lassen Kartoffeln meist schnell steigen, Reis je nach Sorte schnell oder langsamer; kalt gegessene Kartoffeln und gekühlter, wieder erwärmter Reis ließen ihn in kleinen Studien weniger steigen.4, 5, 6 Den größten Unterschied macht das Fett: Ein Esslöffel Öl hat mehr Kalorien, als der Tausch von 200 Gramm Reis gegen Kartoffeln spart.1

87 : 130
Kilokalorien je 100 Gramm, gekochte Kartoffel gegen gekochten Reis1
323 %
Sättigung von Salzkartoffeln bei gleich vielen Kalorien – gut dreimal so viel wie Weißbrot (100 Prozent), von Freiwilligen eingeschätzt; Platz eins von 38 Lebensmitteln2
119 kcal
in einem Esslöffel Olivenöl – mehr als die rund 86 Kilokalorien, die der Tausch von 200 Gramm Reis gegen Kartoffeln spart; von mir gerechnet1

Kartoffel oder Reis in Fragen und Antworten

Auf einen Blick · Einordnung von Stefan Trost

Acht Fragen, kurz beantwortet

Wenn Du nur zwei Minuten hast, reicht dieser Kasten. Alles Weitere steht darunter.

„Was hat weniger Kalorien – Kartoffeln oder Reis?“
Die Kartoffel. Gekocht liefern 100 Gramm rund 87 Kilokalorien, gekochter Reis rund 130. Der Unterschied ist Wasser: Gekochte Kartoffeln bestehen zu gut drei Vierteln daraus, gekochter Reis zu gut zwei Dritteln.1
„Macht mich eine Kartoffel satter als Reis?“
Je Kalorie ja. In einem Vergleich von 38 Lebensmitteln mit gleich vielen Kalorien sättigten Salzkartoffeln am stärksten,2 und in einer gemischten Mahlzeit machte die Kartoffel satter als Reis.3 Bekamen alle gleich viel Wasser aus Essen und Getränk zusammen, fand eine Studie keinen Unterschied – Forscher vermuten, dass das Getränk den Wasservorteil der Kartoffel ausglich.3, 7
„Nehme ich ab, wenn ich Reis durch Kartoffeln ersetze?“
Vielleicht ein wenig – belegt ist es nicht. 200 Gramm Kartoffeln statt 200 Gramm Reis sparen rund 86 Kilokalorien, ein Esslöffel Öl hat 119.1 Eine Langzeitstudie zu genau diesem Tausch habe ich nicht gefunden.
„Was ist besser für meinen Blutzucker?“
Keine von beiden eindeutig. Kartoffeln lassen ihn meist schnell steigen, Reis je nach Sorte schnell oder langsamer.4 Kalt gegessene Kartoffeln und gekühlter, wieder erwärmter Reis ließen ihn in kleinen Studien weniger steigen; aufgewärmte Kartoffeln brachten gemischte Ergebnisse.5, 6, 8 Fürs Abnehmen spielte der Blutzuckeranstieg in den Studien dieser Seite keine erkennbare Rolle.7, 9
„Bekommt man von Reis Diabetes?“
Es gibt einen Zusammenhang – keine erwiesene Ursache. In einer Auswertung mehrerer Langzeitbeobachtungen stieg das Risiko für Typ-2-Diabetes mit jeder täglichen Portion weißem Reis, am deutlichsten in China und Japan, wo drei bis vier Portionen am Tag üblich sind. Für westliche Länder, wo deutlich weniger Reis gegessen wird, war der Zusammenhang in dieser Auswertung nicht gesichert.10
„Und was ist mit Pommes?“
Als Alltagsbeilage keine gute Wahl. 100 Gramm Pommes haben 312 Kilokalorien, gut dreieinhalbmal so viel wie gekochte Kartoffeln.1 In großen Langzeitstudien hingen Pommes mit mehr Typ-2-Diabetes zusammen, gekochte Kartoffeln nicht.11
„Welche hat mehr Vitamine und Mineralstoffe?“
Jede hat ihre Stärken. Die Kartoffel liefert fast elfmal so viel Kalium, dazu Vitamin C, Vitamin B6, Magnesium und mehr Ballaststoffe. Reis liefert mehr Zink, Mangan und Selen und je 100 Gramm mehr Eiweiß.1
„Kann ich gekochten Reis vom Vortag essen?“
Ja, wenn Du ihn schnell kühlst. Bestimmte Keime im Reis überstehen das Kochen und vermehren sich in Reis, der langsam abkühlt, binnen Stunden – sie können Übelkeit, Erbrechen und Durchfall auslösen. Also zügig in den Kühlschrank, große Mengen auf zwei Behälter verteilt.12
01Gilt das für Dich?

Für wen die Kartoffel die bessere Wahl ist – und für wen der Reis

Ob Kartoffel oder Reis besser zu Dir passt, hängt davon ab, was Du vorhast. Finde Dich in einer der Karten wieder, dann weißt Du, worauf Du achten solltest.

Du willst abnehmen

Die Kartoffel ist Dein Werkzeug

Für 200 Kilokalorien bekommst Du 230 Gramm gekochte Kartoffeln, aber nur 154 Gramm gekochten Reis.1 Und je Kalorie sättigte keins von 38 Lebensmitteln so stark wie die Salzkartoffel.2 Für Dich ist sie die bessere Beilage – solange sie nicht im Fett schwimmt.

Du willst Masse aufbauen

Hier ist der Reis praktischer

Wer jeden Tag viel essen muss, stößt mit Kartoffeln schnell an die Grenze des Magens. Reis bringt auf derselben Menge rund anderthalbmal so viele Kalorien mit.1 Für Dich ist er oft das bessere Werkzeug. Das ist meine Einschätzung, keine Studienregel.

Du isst fast täglich Reis

Achte auf die Menge

In China und Japan, wo drei bis vier Portionen am Tag üblich sind, hing viel weißer Reis mit mehr Typ-2-Diabetes zusammen; im Westen war das nicht gesichert.10 Ein Zusammenhang ist kein Beweis – aber ein guter Grund, Reis nicht zur Hauptsache auf dem Teller zu machen. Das ist meine Einschätzung.

Du kochst für mehrere Tage vor

Reis schnell kühlen

Bestimmte Keime im Reis überstehen das Kochen und vermehren sich, wenn er langsam abkühlt.12 Gekochten Reis deshalb zügig in den Kühlschrank, große Mengen auf zwei Behälter verteilt.

Du hast Typ-2-Diabetes

Kartoffeln sind nicht automatisch tabu

Oft heißt es, wer Diabetes hat, solle Kartoffeln meiden, weil sie den Blutzucker schnell steigen lassen.8 In einer kleinen Studie mit Menschen mit Typ-2-Diabetes lag der Blutzucker in der Nacht nach einem Abendessen mit Kartoffeln niedriger als nach einem mit Basmatireis; direkt nach dem Essen gab es keinen Unterschied.8 Bezahlt hat die Studie eine Forschungsorganisation, die die US-Kartoffelwirtschaft mitgegründet hat – ein möglicher Interessenkonflikt. Welche Beilage in welcher Menge zu Dir passt, planst Du mit Deinem Arzt oder Deiner Diabetesberatung.

Medizinische Vorgeschichte

Erst die Freigabe

Kartoffeln liefern fast elfmal so viel Kalium wie Reis.1 Mit gesunden Nieren ist das unbedenklich; sind sie krank, kann die Ausscheidung von Kalium gestört sein.13 Bei Erkrankungen von Nieren, Herz oder Stoffwechsel klärst Du vorher mit Deinem Arzt, ob und wie viel davon für Dich passt.

Nicht Thema dieser Seite Naturreis, Süßkartoffeln, Nudeln und die Frage, wie viele Kohlenhydrate Du insgesamt brauchst, stehen nicht hier. Mehr zu Kartoffeln und zu Reis, jeweils für sich, findest Du auf meinen Seiten zu beiden. Diese Seite vergleicht gekochte Kartoffeln mit gekochtem weißem Reis.
02So nutzt Du es

Kartoffel oder Reis im Alltag: sechs Regeln

Wenn Du nur ein Kapitel liest, dann dieses. Die Wahl der Beilage ist ein kleiner Hebel – Fett und Menge sind die großen.

✓Nimm die Kartoffel, wenn Du mit weniger Kalorien satt werden willst. Gekocht hat sie je 100 Gramm ein Drittel weniger Kalorien als Reis,1 und je Kalorie machte sie in zwei Studien satter.2, 3
✓Spar am Fett, nicht an der Beilage. Ein Esslöffel Öl hat 119 Kilokalorien – mehr, als der Tausch von 200 Gramm Reis gegen Kartoffeln spart.1 Die Rechnung steht in Kapitel 03.
✕Nimm Pommes nicht als Kartoffelbeilage. Sie bringen gut dreieinhalbmal so viele Kalorien mit wie gekochte Kartoffeln.1 In großen Langzeitstudien hingen Pommes mit mehr Typ-2-Diabetes zusammen, gekochte Kartoffeln nicht.11
✓Iss Kartoffeln kalt, etwa als Salat, wenn Dir der Blutzucker wichtig ist. Kalt gegessen ließ eine Sorte in einer Messung den Blutzucker deutlich weniger steigen als heiß; aufgewärmt war das Ergebnis gemischt.5, 8 Gekochter Reis, einen Tag gekühlt und wieder erwärmt, ließ den Blutzucker in einer kleinen Studie weniger steigen als frisch gekochter.6
✓Kühl gekochten Reis schnell herunter. Bestimmte Keime überstehen das Kochen. Kühlschrank möglichst unter 5 Grad, große Mengen auf zwei Behälter verteilt.12
✓Iss Reis ruhig weiter – achte auf Menge und Fett. 200 Gramm Reis haben rund 86 Kilokalorien mehr als 200 Gramm Kartoffeln, also weniger als ein Esslöffel Öl.1 Entscheidend ist, wie viel auf dem Teller landet und was dazukommt.
Wenn Du nur einen Absatz mitnimmst Willst Du abnehmen, nimm öfter die gekochte Kartoffel und spar beim Fett. Reis bleibt erlaubt – in normaler Menge, und wenn Du vorkochst, schnell gekühlt. Das ist meine Einschätzung aus der Arbeit als Trainer, keine Studienregel.
03Satt werden

Kartoffel oder Reis zum Abnehmen: Wasser, Volumen und Sättigung

Gekochte Kartoffeln bestehen zu gut drei Vierteln aus Wasser, gekochter Reis zu gut zwei Dritteln.1 Mehr Wasser heißt weniger Kalorien je Gramm – Fachleute sprechen von einer geringeren Energiedichte.

Je 100 g gekochtKartoffelReis
Kilokalorien87130
Wasser77,0 g68,4 g
Kohlenhydrate20,1 g28,2 g
Eiweiß1,87 g2,69 g
Ballaststoffe1,8 g0,4 g
Kalium379 mg35 mg
Vitamin C13 mg0 mg
Vitamin B60,30 mg0,09 mg
Magnesium22 mg12 mg
Zink0,30 mg0,49 mg
Mangan0,14 mg0,47 mg
Selen0,3 µg7,5 µg

gemessen Messwerte der US-Nährwertdatenbank, nicht von mir gemessen: Kartoffeln in der Schale gekocht und ohne Schale gegessen, weißer Langkornreis gekocht, nicht angereichert, also ohne zugesetzte Vitamine und Mineralstoffe.1 Die Abkürzung µg steht für Mikrogramm, ein Tausendstel Milligramm. Geschält gekocht hat die Kartoffel 86 Kilokalorien und 328 Milligramm Kalium. Auf vielen Reispackungen stehen die Werte für rohen Reis; roh hat er 365 Kilokalorien je 100 Gramm. Vergleich deshalb immer gekocht mit gekocht.

In einem klassischen Vergleich bekamen Freiwillige 38 Lebensmittel, jeweils in Portionen mit gleich vielen Kalorien, und gaben zwei Stunden lang an, wie satt sie sich fühlten. Salzkartoffeln landeten auf Platz eins, mit gut dem Dreifachen von Weißbrot. Am engsten hing das Sättigungsgefühl mit dem Gewicht der Portion zusammen, fast genauso eng mit ihrem Wassergehalt. Und je besser ein Lebensmittel schmeckte, desto weniger satt fühlten sich die Freiwilligen danach.2

In einer gemischten Mahlzeit zeigte sich dasselbe. In einer Studie aßen Erwachsene ein Mittagessen mit Bolognese-Soße und Gemüse, dazu Kartoffeln, Reis oder Nudeln, jeweils mit gleich viel Kohlenhydraten und gleich vielen Kalorien. Für dieselben 45 Gramm Kohlenhydrate lagen 337 Gramm Kartoffeln auf dem Teller, aber nur 142 Gramm Reis. Nach der Tabelle oben wären es rund 224 Gramm Kartoffeln gewesen (gerechnet: 45 ÷ 0,201) – die Sorte dieser Studie enthielt rechnerisch weniger Kohlenhydrate. Nach der Kartoffelmahlzeit waren die Teilnehmer weniger hungrig und fühlten sich satter – die Forscher führen das auf die größere Menge im Magen zurück.3

In einer weiteren Studie hatten alle Beilagen gleich viele Kalorien, und die Wassermenge aus Essen und Getränk war angeglichen. Dort unterschieden sich Hunger und Sättigung nach Ofenkartoffel, Kartoffelpüree aus Flocken, Naturreis und Nudeln – also anderen Gerichten als auf dieser Seite – nicht; nur die Lust zu essen war nach den beiden Kartoffelgerichten niedriger als nach den Nudeln.3, 7 Die Autoren der Studie mit dem Mittagessen vermuten, dass dort das Getränk den Wasservorteil der Kartoffel ausglich.3 Und in einer Studie, in der sich Freiwillige zu einem Steak an Kartoffeln, Reis oder Nudeln satt essen durften, nahmen sie mit Kartoffeln weniger Kalorien auf. In der vierten Stunde waren sie nach den Kartoffeln wieder so hungrig wie vor dem Essen, nach Reis noch nicht – bei der nächsten Mahlzeit aßen sie trotzdem nicht mehr als nach Reis oder Nudeln.14

Was der Tausch spart · gerechnet Je Gramm: Kartoffel 87 ÷ 100 = 0,87 kcal · Reis 130 ÷ 100 = 1,30 kcal · Olivenöl 884 ÷ 100 = 8,84 kcal Für 200 kcal: 200 ÷ 0,87 = 230 g Kartoffeln · 200 ÷ 1,30 = 154 g Reis 200 g Kartoffeln: 200 × 0,87 = 174 kcal · 200 g Reis: 200 × 1,30 = 260 kcal Ersparnis je Mahlzeit: 260 − 174 = 86 kcal Ein Esslöffel Olivenöl: 13,5 g × 8,84 kcal je Gramm = 119 kcal Beispiel, dreimal pro Woche getauscht: 3 × 86 = 258 kcal – so viel wie gut zwei Esslöffel Öl (258 ÷ 119 = 2,2) Ein Esslöffel Öl mehr wiegt den Tausch einer ganzen Beilage auf

gerechnet Von mir aus den Werten der US-Nährwertdatenbank gerechnet.1 Für dieselben Kalorien bekommst Du also rund anderthalbmal so viel Kartoffel auf den Teller wie Reis.

Was das für die Waage heißt Eine Studie, die über Monate prüft, ob Menschen mit Kartoffeln statt Reis mehr abnehmen, habe ich nicht gefunden. In einer Studie über zwölf Wochen sollten Übergewichtige fünf- bis siebenmal pro Woche Kartoffeln essen; zwei der drei Gruppen sollten zudem täglich 500 Kilokalorien weniger essen, die dritte bekam keine Vorgaben. Alle drei nahmen ähnlich viel ab – die Kartoffeln standen dem Abnehmen also nicht im Weg. Mit Reis verglich die Studie nicht, und die Autoren verbinden das Abnehmen mit weniger aufgenommener Energie.9 Bezahlt hat diese Studie die Vermarktungsorganisation der US-Kartoffelbauern – ein möglicher Interessenkonflikt.

Was sonst drinsteckt

Die Kartoffel liegt bei Kalium, Vitamin C, Vitamin B6, Magnesium und Ballaststoffen vorn, der Reis bei Zink, Mangan, Selen und beim Eiweiß je 100 Gramm.1 Je Kalorie gleicht sich das Eiweiß aus. Beim Kalium deckt schon eine einzige Kartoffel knapp 13 Prozent der Menge, die die Deutsche Gesellschaft für Ernährung als angemessene Zufuhr am Tag schätzt.13

Kalium und Eiweiß · gerechnet Kalium je Gramm: Kartoffel 3,79 mg · Banane 3,58 mg · Reis 0,35 mg (379, 358 und 35 mg je 100 g) Kartoffel, ein Stück von 136 g: 136 × 3,79 mg = 515 mg Kalium Zum Vergleich die Banane, die oft als Kaliumlieferant gilt, mittelgroß, 118 g: 118 × 3,58 mg = 422 mg Kalium Reis, eine Portion gekocht, 158 g: 158 × 0,35 mg = 55 mg Kalium Anteil am Schätzwert von 4.000 mg am Tag: 515 ÷ 4.000 = knapp 13 % Eiweiß je 100 kcal: Reis 2,69 ÷ 1,30 = 2,1 g · Kartoffel 1,87 ÷ 0,87 = 2,1 g Beim Kalium liegt die Kartoffel weit vorn, beim Eiweiß je Kalorie liegen beide gleichauf

gerechnet Von mir aus den Werten der US-Nährwertdatenbank und dem Schätzwert der Deutschen Gesellschaft für Ernährung gerechnet.1, 13 Kalium aus Lebensmitteln ist laut dieser Fachgesellschaft unbedenklich, solange die Nieren gut arbeiten.13

04Blutzucker

Kartoffel oder Reis für den Blutzucker: was Studien zeigen

Der glykämische Index zeigt, wie schnell und wie stark ein Lebensmittel den Blutzucker steigen lässt – gemessen mit einer Portion, die 50 Gramm verwertbare Kohlenhydrate enthält, also Kohlenhydrate ohne Ballaststoffe, und verglichen mit reinem Traubenzucker, der den Wert 100 hat.5 Als niedrig gilt ein Wert bis 55. Kartoffeln liegen meist hoch, Reis je nach Sorte hoch, mittel oder niedrig.4

Und fürs Abnehmen? In einer Abnehmstudie über zwölf Wochen nahmen Gruppen mit Kost von niedrigem und von hohem glykämischem Index ähnlich ab – allerdings fiel es den Teilnehmern schwer, sich an die Vorgaben zu halten, und bezahlt hat die Studie die Vermarktungsorganisation der US-Kartoffelbauern.9 In einer kleinen Sättigungsstudie sagte der Index weder voraus, wie satt eine Beilage machte, noch wie viel danach gegessen wurde.7 Dass ein schneller Blutzuckeranstieg das Abnehmen bremst, zeigen die Studien dieser Seite also nicht.

Abkühlen: am deutlichsten bei kalten Kartoffeln

Beim Abkühlen ordnet sich ein Teil der Stärke neu und wird im Dünndarm schwerer verdaulich – Fachleute nennen das resistente Stärke. In einer Messung lag dieselbe Kartoffelsorte heiß gegessen bei 89, gekocht, gekühlt und kalt gegessen bei 56 – knapp über der Grenze zu niedrig.5 Kalt enthielten Kartoffeln in einer Laboranalyse mehr resistente Stärke als aufgewärmt.15

Aufgewärmt ist das Bild gemischt. Vorgekocht, gekühlt und wieder erwärmt lag der Blutzucker bei einer Sorte niedriger als frisch gekocht, bei einer anderen nicht.5 Bei Menschen mit Typ-2-Diabetes schnitten gekühlte und wieder erwärmte Kartoffeln beim Blutzucker nicht besser ab als frisch gekochte, und das Insulin – das Hormon, das den Zucker aus dem Blut in die Zellen bringt – stieg nach ihnen stärker als nach Reis. In derselben Studie lag der Blutzucker nachts nach allen Kartoffelvarianten niedriger als nach Reis. Bezahlt hat sie eine Forschungsorganisation, die die US-Kartoffelwirtschaft mitgegründet hat.8

Bei Reis stieg der Gehalt an resistenter Stärke nach einem Tag im Kühlschrank und erneutem Erwärmen von 0,64 auf 1,65 Gramm je 100 Gramm, und der Blutzucker stieg danach weniger stark als nach frisch gekochtem Reis.6 Weniger Kalorien bringt das kaum: Es geht um rund ein Gramm mehr resistente Stärke, bei gut 28 Gramm Kohlenhydraten je 100 Gramm gekochtem Reis.1, 6 Alle diese Befunde stammen aus kleinen Studien.

Reis vom Vortag – aber richtig In trockenem Reis stecken Keime, deren widerstandsfähige Formen das Kochen überstehen. Kühlt gekochter Reis nur langsam ab, vermehren sie sich in wenigen Stunden stark und können Übelkeit, Erbrechen und Durchfall auslösen. Deshalb: zügig in den Kühlschrank, möglichst unter 5 Grad, große Mengen auf zwei Behälter verteilt.12

Diabetes: was Langzeitstudien zeigen

Beobachtungsstudien begleiten viele Menschen über Jahre und zeigen Zusammenhänge, keine Ursachen. In einer Auswertung mehrerer solcher Studien hing viel weißer Reis mit mehr Typ-2-Diabetes zusammen – vor allem in China und Japan, wo drei bis vier Portionen am Tag üblich sind. Wer dort am meisten aß, hatte ein um 55 Prozent höheres Risiko als die, die am wenigsten aßen. Das ist ein relativer Wert: Das Risiko lag um gut die Hälfte höher – es heißt nicht, dass 55 von 100 Menschen erkrankten. Über alle Studien gerechnet stieg es mit jeder täglichen Portion um 11 Prozent; eine Portion setzten die Forscher mit 158 Gramm gekochtem Reis an. Was das heißt, haben sie für Menschen mittleren Alters in den USA geschätzt: je zusätzlicher Portion am Tag rund 167 Erkrankungen mehr pro Jahr unter 100.000 Menschen. In westlichen Ländern, mit ein bis zwei Portionen pro Woche, war der Zusammenhang in dieser Auswertung nicht statistisch gesichert, könnte also Zufall sein.10

Bei Kartoffeln entscheidet die Zubereitung. In drei großen US-Langzeitstudien hingen gekochte, gebackene Kartoffeln und Püree nicht mit Typ-2-Diabetes zusammen, Pommes schon: je drei Portionen pro Woche ein um 20 Prozent höheres Risiko. Die Forscher haben außerdem durchgerechnet, wie sich das Risiko ändert, wenn man Kartoffeln durch etwas anderes ersetzt: durch Vollkorn niedriger, durch weißen Reis höher. Für westliche Länder ist das ein deutlicherer Hinweis als die Auswertung oben, dass viel weißer Reis das Risiko erhöhen könnte – allerdings aßen die Teilnehmer wenig Reis, und die Autoren mahnen deshalb selbst zur Vorsicht.11

05Faktencheck

Was Du über Kartoffeln und Reis hören wirst – und was davon stimmt

Über Kartoffel und Reis kursieren viele Aussagen – Du hörst sie im Studio, von Freunden, im Netz. Von diesen zehn Aussagen stimmt eine, sieben stimmen halb, zwei stimmen so nicht. In dieser Liste heißt ✓ stimmt, ~ stimmt halb, ✕ stimmt so nicht.

✕„Kartoffeln machen dicker als Reis.“ Stimmt so nicht. Gekocht liefert die Kartoffel je 100 Gramm ein Drittel weniger Kalorien als Reis.1 Dick macht, was dazukommt: Pommes bringen gut dreieinhalbmal so viele Kalorien mit wie gekochte Kartoffeln.1
~„Kartoffeln machen satter als Reis.“ Stimmt halb. Je Kalorie ja: Unter 38 Lebensmitteln mit gleich vielen Kalorien sättigten Salzkartoffeln am stärksten, und in einer gemischten Mahlzeit mit gleich viel Kohlenhydraten und Kalorien machte die Kartoffel satter als Reis.2, 3 Wer sich satt essen durfte, nahm mit Kartoffeln weniger Kalorien auf, war aber in der vierten Stunde wieder so hungrig wie vorher, nach Reis noch nicht.14 Und als das Wasser aus Essen und Getränk angeglichen war, fand eine Studie keinen Unterschied bei Hunger und Sättigung.7
✓„Kartoffeln haben weniger Kalorien als Reis.“ Stimmt, gekocht verglichen: 87 gegen 130 Kilokalorien je 100 Gramm.1 Der Grund ist das Wasser, das die Kartoffel mitbringt.
~„Weißer Reis liefert nur leere Kalorien, die Kartoffel steckt voller Nährstoffe.“ Stimmt halb. Die Kartoffel liefert fast elfmal so viel Kalium, dazu Vitamin C und mehr Ballaststoffe. Reis liefert mehr Zink, Mangan und Selen, und beim Eiweiß liegt er je 100 Gramm vorn – je Kalorie liegen beide gleichauf.1
✕„Für Kalium gibt es nichts Besseres als Bananen.“ Stimmt so nicht. Die Kartoffel hält mindestens mit: Je Stück liefert eine Kartoffel von 136 Gramm rund 515 Milligramm Kalium, mehr als eine mittelgroße Banane mit rund 422. Je 100 Gramm liegen beide etwa gleichauf, je nachdem, ob die Kartoffel mit oder ohne Schale gekocht wurde.1
~„Abgekühlt lassen Kartoffeln und Reis den Blutzucker weniger steigen.“ Stimmt halb. Kalt gegessen lag dieselbe Kartoffelsorte bei 56 statt 89 auf dem glykämischen Index.5 Aufgewärmt war das Ergebnis bei Kartoffeln gemischt.5, 8 Gekühlter und wieder erwärmter Reis ließ den Blutzucker in einer kleinen Studie weniger steigen als frisch gekochter.6
~„Reis macht Diabetes.“ Stimmt halb. In China und Japan, wo drei bis vier Portionen am Tag üblich sind, hatten Menschen mit dem höchsten Verzehr ein um 55 Prozent höheres Risiko für Typ-2-Diabetes; in einer Auswertung westlicher Studien war der Zusammenhang nicht gesichert.10 In US-Daten ging der rechnerische Ersatz von Kartoffeln durch weißen Reis aber mit höherem Risiko einher.11 Beobachtungsstudien zeigen einen Zusammenhang, keine Ursache.
~„Kartoffeln erhöhen das Risiko für Diabetes.“ Stimmt vor allem für Pommes. In großen US-Langzeitstudien hingen je drei Portionen Pommes pro Woche mit 20 Prozent mehr Typ-2-Diabetes zusammen, Kartoffeln insgesamt mit 5 Prozent mehr; gekochte, gebackene Kartoffeln und Püree für sich genommen nicht.11
~„In Japan wird viel Reis gegessen, trotzdem ist kaum jemand dick – also macht Reis nicht dick.“ Stimmt halb. Richtig ist: In Japan gibt es deutlich weniger Übergewicht. Laut der OECD, der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, waren dort weniger als 40 Prozent der Menschen ab 15 Jahren übergewichtig; im Mittel der OECD-Länder, in denen Gewicht und Größe gemessen statt nur erfragt werden, waren es 60 Prozent – erfragte Werte fallen laut OECD meist niedriger aus.16 „Kaum jemand“ ist aber übertrieben, und das „also“ trägt nicht: Länder unterscheiden sich in vielem, was aufs Gewicht wirkt, und ein Ländervergleich zeigt keine Ursache.
~„Iss Kartoffeln statt Reis, dann nimmst Du ab.“ Stimmt halb. Der Tausch spart etwas: 200 Gramm Kartoffeln statt Reis rund 86 Kilokalorien – ein Esslöffel Öl hat 119.1 Ob Du damit abnimmst, hängt davon ab, was Du sonst isst. Eine Langzeitstudie zu diesem Tausch habe ich nicht gefunden; die einzige Abnehmstudie mit Kartoffeln auf dieser Seite verglich nicht mit Reis, und ihre Autoren verbinden das Abnehmen mit insgesamt weniger aufgenommener Energie.9
Kurz gesagt Bei den meisten dieser Aussagen hängt die Antwort am Maßstab – je 100 Gramm, je Kalorie, je Stück – oder an der Zubereitung.
06Grenzen

Was der Vergleich nicht leisten kann

Zur Ehrlichkeit gehört beides: was die Studien zeigen, und was sie offenlassen.

✕Kein Abnehmmittel. Die Kartoffel kann helfen, weil sie je Kalorie gut sättigt – mehr nicht.2 In einer Abnehmstudie mit Kartoffeln hing der Gewichtsverlust mit weniger aufgenommener Energie zusammen.9
✕Keine Langzeitstudie zum Tausch. Die Sättigungsstudien maßen über einige Stunden, nicht über Monate.3, 7, 14 Ob Menschen mit Kartoffeln statt Reis auf Dauer leichter abnehmen, hat keine Studie geprüft, die ich gefunden habe.
✕Kleine Gruppen. Die Studien zu Sättigung und Blutzucker arbeiteten mit wenigen Freiwilligen; die genauen Zahlen stehen im Kapitel „Belegt“.
✕Zusammenhang ist keine Ursache. Was diese Seite zum Diabetesrisiko sagt, stammt aus Beobachtungsstudien.10, 11
✕Keine Behandlung. Diese Seite vergleicht zwei Beilagen – sie stellt keine Diagnose und ersetzt keine Therapie.
Geldgeber

Mindestens zwei Studien bezahlte die Kartoffelwirtschaft mit

Eine Abnehmstudie und eine Diabetesstudie auf dieser Seite hat die US-Kartoffelwirtschaft bezahlt oder mitbezahlt.8, 9 Bei sechs weiteren Studien habe ich die Geldgeber nicht selbst gelesen. Das macht keine Ergebnisse falsch – es ist aber ein Grund, sie nicht allein stehen zu lassen.

Nährwerte

US-Werte, US-Sorten

Die Nährwerte stammen aus der US-Datenbank; Sorte, Lagerung und Garzeit verschieben sie.1 Mit der deutschen Nährwertdatenbank, dem Bundeslebensmittelschlüssel, habe ich sie nicht abgeglichen.

Medizinische Vorgeschichte

Im Mittel, nicht im Einzelfall

Die Studien auf dieser Seite zeigen, was im Mittel für eine Gruppe gilt. Mit einer Vorerkrankung zählt Dein eigener Fall – den klärst Du mit Deinem Arzt.

07Wie sicher

Wie sicher ist das alles?

Nicht jede Aussage auf dieser Seite steht gleich fest. Damit Du weißt, worauf Du Dich verlassen kannst, hier die Einordnung in Alltagssprache.

So lesen sich die Stufen: gemessen – Messwerte aus der Nährwertdatenbank, nicht von mir gemessen · belegt – mehrere Studien, gleiche Richtung · erste Hinweise – eine oder zwei kleine Studien · uneinheitlich – Studien kommen zu verschiedenen Ergebnissen · nicht belegt – keine passende Studie gefunden · Empfehlung einer Fachbehörde – Rat einer staatlichen Stelle, keine eigene Studie.

AussageEinordnung
Gekochte Kartoffeln haben ein Drittel weniger Kalorien als gekochter Reisgemessen – Sorte und Garzeit verschieben die Werte etwas
Kartoffeln liefern mehr Kalium, Reis je 100 Gramm mehr Eiweißgemessen – je Kalorie liegt das Eiweiß gleichauf
Je Kalorie macht die Kartoffel satteruneinheitlich – kleine Studien; mit angeglichener Wassermenge aus Essen und Getränk kein Unterschied bei Hunger und Sättigung
Pommes hängen mit Typ-2-Diabetes zusammen, gekochte Kartoffeln nichtbelegt – große Beobachtungsstudien; ein Zusammenhang, keine Ursache
Kalt gegessene Kartoffeln und gekühlter, wieder erwärmter Reis lassen den Blutzucker weniger steigenerste Hinweise – je eine kleine Studie
Aufgewärmte Kartoffeln vom Vortag lassen den Blutzucker weniger steigenuneinheitlich – zwei kleine Studien, gemischte Ergebnisse
Viel weißer Reis hängt mit Typ-2-Diabetes zusammenbelegt – Beobachtungsstudien, je mehr Reis, desto höher das Risiko; in westlichen Studien nicht durchgehend gesichert; ein Zusammenhang, keine Ursache
Der Tausch von Reis gegen Kartoffeln hilft beim Abnehmennicht belegt – keine Langzeitstudie gefunden; die Rechnung spricht für einen kleinen Vorteil
Gekochten Reis schnell kühlenEmpfehlung einer Fachbehörde

Sechs Zahlen zum Mitnehmen

Das Kurze · Fazit in Zahlen

Jede Zahl mit Quelle und Haken

Die sechs Zahlen stammen aus Studien und der US-Nährwertdatenbank, Stand Oktober 2026; wo ich eine davon selbst gerechnet habe, steht es dabei. Zu jeder steht, was herauskam und wo der Haken liegt.

87 : 130
Kilokalorien je 100 g
Kartoffel gegen Reis, gekocht

Der Unterschied ist Wasser: Für dieselben Kalorien bekommst Du rund anderthalbmal so viel Kartoffel auf den Teller.

Haken

Werte aus der US-Datenbank; Sorte und Garzeit verschieben sie. Auf vielen Packungen stehen Rohwerte: Roh hat Reis 365 Kilokalorien je 100 Gramm – vergleich deshalb gekocht mit gekocht.

Quelle: USDA FoodData Central · gemessen; Tellermenge gerechnet1
323 %
Sättigung von Salzkartoffeln
gegenüber Weißbrot

Platz eins von 38 Lebensmitteln mit gleich vielen Kalorien: Je Kalorie macht die Kartoffel besonders satt.

Haken

Eine Studie aus den 1990er-Jahren, kleine Gruppen je Lebensmittel, ein Gefühl statt eines Messwerts, einzelne Lebensmittel statt Mahlzeiten.

Quelle: Holt und Kollegen 1995 · Vergleichsstudie2
337 g : 142 g
Kartoffel gegen Reis
für 45 g Kohlenhydrate

In einer gemischten Mahlzeit: Nach der Kartoffel weniger Hunger und mehr Sättigung – laut den Autoren wegen der größeren Menge.

Haken

Wenige Teilnehmer, drei Stunden abgefragt. Mit angeglichener Wassermenge aus Essen und Getränk fand eine andere Studie keinen Unterschied bei Hunger und Sättigung.

Quelle: Zhang und Kollegen 2018 · 14 Erwachsene; Geliebter und Kollegen 20133, 7
119 kcal
in einem Esslöffel
Olivenöl

Mehr als die rund 86 Kilokalorien, die der Tausch von 200 Gramm Reis gegen Kartoffeln spart: Das Fett wiegt mehr als die Wahl der Beilage.

Haken

Eine Rechnung, keine Studie. Ob der Tausch über Monate beim Abnehmen hilft, hat keine Studie geprüft, die ich gefunden habe.

Quelle: USDA FoodData Central · gerechnet1
+55 %
Diabetesrisiko bei viel weißem Reis
in China und Japan

Relatives Risiko, höchster gegen niedrigsten Verzehr; gegessen wurden dort im Mittel drei bis vier Portionen am Tag. Im Westen war der Zusammenhang nicht gesichert.

Haken

Beobachtungsstudien: ein Zusammenhang, keine Ursache.

Quelle: Hu und Kollegen 2012 · vier Studien, 352.384 Personen10
+20 %
Diabetesrisiko je drei Portionen
Pommes pro Woche

Gekochte, gebackene Kartoffeln und Püree hingen nicht damit zusammen: Die Zubereitung zählt.

Haken

Beobachtungsstudien mit Fragebögen, Teilnehmer aus US-Gesundheitsberufen: ein Zusammenhang, keine Ursache.

Quelle: Mousavi und Kollegen 2025 · 205.107 Personen11

Jede Zahl ist an der Studie, der Datenbank oder der Seite der Fachstelle geprüft, Stand 25.10.2026 – meist an der Kurzfassung in PubMed, der großen Datenbank für medizinische Studien, bei fünf Studien an der vollständigen Arbeit. Welche das sind, und die vollständigen Angaben mit Teilnehmern, Geldgebern und Interessenkonflikten, stehen im Kapitel „Belegt“.

Der eine Satz, wenn Du Dir nur einen merkst Kartoffel oder Reis ist die kleinere Frage. Die größere: wie viel Fett dazukommt und wie viel auf dem Teller landet.
08Belegt

Worauf sich diese Seite stützt

Zu jeder hochgestellten Zahl im Text: Studie oder Quelle, Teilnehmer, Ergebnis, Einschränkung, Geldgeber und Interessenkonflikte. Alle Studien habe ich über PubMed geprüft. Wo sich etwas nicht prüfen ließ, steht das dabei.

16 Quellen · hier aufklappenzuklappenGeldgeber und Interessenkonflikte

Zu den Zahlen in den Belegen: Ein relatives Risiko von 1,55 heißt 55 Prozent mehr als in der Vergleichsgruppe, und die Klammer dahinter gibt den Bereich an, in dem der wahre Wert mit großer Wahrscheinlichkeit liegt. P unter 0,05 gilt als statistisch gesichert, also kaum Zufall; r beschreibt, wie eng zwei Werte zusammenhängen – 1 hieße vollständig, 0 gar nicht; ein Minus davor heißt: je mehr das eine, desto weniger das andere. Hinter ± steht die Streuung um den Mittelwert. Die Fläche unter der Kurve fasst einen Verlauf über Stunden in einer Zahl zusammen, etwa beim Blutzucker oder beim Hunger – je größer, desto mehr insgesamt.

So liest Du die Angaben zu den Geldgebern PubMed, die Studiendatenbank der US-Nationalbibliothek für Medizin, ordnet Studien nach ihren Geldgebern ein: Stellen der US-Regierung – und „außerhalb der US-Regierung“ für alles andere. „Außerhalb der US-Regierung“ heißt also: Das Geld kam von Hochschulen, Stiftungen, anderen Staaten oder Firmen – wer genau, steht nur in der vollständigen Arbeit. Steht bei einer Studie kein Geldgeber, „nicht geprüft“ oder „nicht prüfbar“, habe ich die Finanzierung nicht selbst gelesen.
1U.S. Department of Agriculture, Agricultural Research Service. FoodData Central, Datensatz SR Legacy. Abgerufen am 23.10.2026. fdc.nal.usda.gov · FDC 170438, 170440, 169757, 168878, 168877, 173944, 170698, 171413 Je 100 g: Kartoffeln in der Schale gekocht, ohne Schale gegessen (170438): 87 kcal, 77,0 g Wasser, 20,1 g Kohlenhydrate, 1,87 g Eiweiß, 1,8 g Ballaststoffe, 379 mg Kalium, 13 mg Vitamin C, 0,299 mg Vitamin B6, 22 mg Magnesium, 0,30 mg Zink, 0,138 mg Mangan, 0,3 µg Selen; eine Kartoffel von gut 6 cm Durchmesser = 136 g. Kartoffeln geschält gekocht (170440): 86 kcal, 328 mg Kalium, 7,4 mg Vitamin C. Weißer Langkornreis gekocht, nicht angereichert (169757): 130 kcal, 68,4 g Wasser, 28,2 g Kohlenhydrate, 2,69 g Eiweiß, 0,4 g Ballaststoffe, 35 mg Kalium, 0 mg Vitamin C, 0,093 mg Vitamin B6, 12 mg Magnesium, 0,49 mg Zink, 0,472 mg Mangan, 7,5 µg Selen; eine Portion (in der Datenbank „1 cup“) = 158 g. Derselbe Reis angereichert (168878): bei allen hier genannten Werten gleich; zugesetzt sind dort unter anderem Eisen und Folsäure. Angereicherter Reis roh (168877): 365 kcal. Banane roh (173944): 358 mg Kalium; eine mittelgroße = 118 g. Pommes frites aus dem Schnellrestaurant, in Pflanzenöl frittiert (170698): 312 kcal, 14,7 g Fett. Olivenöl (171413): 884 kcal; ein Esslöffel = 13,5 g. Einschränkung: US-Datenbank mit US-Sorten; Werte schwanken mit Sorte, Lagerung und Garzeit. Mit der deutschen Nährwertdatenbank, dem Bundeslebensmittelschlüssel, habe ich die Werte nicht abgeglichen.
2Holt SH, Miller JC, Petocz P, Farmakalidis E (1995). A satiety index of common foods. European Journal of Clinical Nutrition 49(9):675–690. PMID 7498104 · keine DOI verzeichnet 38 Lebensmittel in Portionen zu je 1.000 kJ (240 kcal), getestet an Gruppen von 11 bis 13 Personen; Sättigung alle 15 Minuten über 120 Minuten abgefragt, Weißbrot = 100 %. Salzkartoffeln erreichten den höchsten Wert (323 ± 51 %), Croissants den niedrigsten (47 ± 17 %). Wer sich satter fühlte, aß danach weniger (r = −0,37). Die Sättigung hing am engsten mit dem Gewicht der Portion zusammen (r = 0,66), ebenso eng mit dem Wassergehalt (r = 0,64) und umgekehrt mit dem Geschmacksurteil (r = −0,64), dazu negativ mit dem Fettgehalt. Einschränkung: subjektive Angaben, kleine Gruppen, einzelne Lebensmittel statt Mahlzeiten; Volltext nicht gelesen. Geldgeber laut PubMed außerhalb der US-Regierung, Einzelheiten und Interessenkonflikte nicht geprüft.
3Zhang Z, Venn BJ, Monro J, Mishra S (2018). Subjective Satiety Following Meals Incorporating Rice, Pasta and Potato. Nutrients 10(11):1739. DOI 10.3390/nu10111739 · PMID 30424537 · PMC6267283 14 gesunde Erwachsene (9 Frauen, 5 Männer, 28 bis 70 Jahre), drei Mittagessen in zufälliger Reihenfolge: je 200 g Bolognese-Soße und Mischgemüse, dazu Jasminreis (142 g), Penne (138 g) oder gekochte Kartoffeln der Sorte Agria (337 g), laut Methodenteil mit gleich viel Kohlenhydraten (45 g) und gleich vielen Kalorien, dazu 250 ml Wasser; alle Mahlzeiten vorab gekocht, eingefroren und vor dem Essen im Ofen erwärmt. Rechnerisch enthielten die Kartoffeln damit 13,4 g Kohlenhydrate je 100 g, der Reis 31,7 g (45 g geteilt durch die Portion, gerechnet). Hunger und Sättigung drei Stunden lang auf einer Skala abgefragt. Nach den Kartoffeln weniger Hunger (Fläche unter der Kurve 263 gegenüber 374 nach Reis und 444 nach Nudeln) und mehr Sättigung (alle P < 0,01). Die Autoren führen das auf die geringere Energiedichte der Kartoffel zurück. In der Einleitung beschreiben sie eine frühere Studie (Beleg 7), in der das Wasser aus Essen und Getränk zusammen auf 400 ml angeglichen war, und vermuten, dass das dort den Unterschied verdeckte. Volltext gelesen. Einschränkung: 14 Personen, ein Gefühl statt eines Messwerts; wie viel danach gegessen wurde, wurde nicht gemessen; laut den Autoren nicht an Übergewichtigen untersucht. Geldgeber laut Verlagsseite: ein Zuschuss des neuseeländischen Ministeriums für Wirtschaft, Innovation und Beschäftigung an das Forschungsinstitut Plant & Food Research, an dem zwei Autoren arbeiten. Die Autoren erklären keine Interessenkonflikte.
4Atkinson FS, Brand-Miller JC, Foster-Powell K, Buyken AE, Goletzke J (2021). International tables of glycemic index and glycemic load values 2021: a systematic review. American Journal of Clinical Nutrition 114(5):1625–1632. DOI 10.1093/ajcn/nqab233 · PMID 34258626 Systematische Sammlung von über 4.000 gemessenen Werten. Laut Kurzfassung gibt es Reis in Varianten mit hohem, mittlerem und niedrigem glykämischem Index; die meisten Kartoffelsorten haben einen hohen, einzelne Sorten mit niedrigem Index sind inzwischen bekannt. Einschränkung: Die Einzelwerte der Tabellen im Anhang habe ich nicht abgerufen. Geldgeber laut PubMed außerhalb der US-Regierung, Einzelheiten und Interessenkonflikte nicht geprüft.
5Fernandes G, Velangi A, Wolever TMS (2005). Glycemic index of potatoes commonly consumed in North America. Journal of the American Dietetic Association 105(4):557–562. DOI 10.1016/j.jada.2005.01.003 · PMID 15800557 Studie 2: zwölf Personen (11 Männer, 1 Frau), Portionen mit 50 g Kohlenhydraten, nüchtern, Messung über zwei Stunden. Glykämischer Index (Traubenzucker = 100): rote Kartoffeln gekocht und heiß gegessen 89, gekocht, gekühlt und kalt gegessen 56. Studie 1 (zehn Personen, je 200 g Kartoffeln): Vorkochen, Kühlen und Aufwärmen senkte den Blutzuckeranstieg bei Russet-Kartoffeln, bei gekochten weißen Kartoffeln nicht. Einschränkung: kleine Gruppen, nordamerikanische Sorten. Geldgeber laut PubMed außerhalb der US-Regierung, Einzelheiten und Interessenkonflikte nicht geprüft.
6Sonia S, Witjaksono F, Ridwan R (2015). Effect of cooling of cooked white rice on resistant starch content and glycemic response. Asia Pacific Journal of Clinical Nutrition 24(4):620–625. DOI 10.6133/apjcn.2015.24.4.13 · PMID 26693746 Resistente Stärke in weißem Reis je 100 g: frisch gekocht 0,64 g, zehn Stunden bei Raumtemperatur abgekühlt 1,30 g, 24 Stunden bei 4 °C gekühlt und wieder erwärmt 1,65 g. Mit dem gekühlten und erwärmten Reis bei 15 gesunden Erwachsenen (5 Männer, 10 Frauen), zufällige Reihenfolge, einfach verblindet – die Teilnehmer sollten nicht wissen, welchen Reis sie aßen: Blutzuckerfläche 125 gegenüber 152 mmol·min/l bei frisch gekochtem Reis (P = 0,047), ausgewertet bei 14 Personen, weil sich einer vor einem Termin ungewöhnlich stark körperlich belastet hatte. Volltext gelesen. Einschränkung: 14 ausgewertete Personen, eine Sorte, statistisch nur knapp gesichert; laut den Autoren erkannten manche Teilnehmer den Reis, die Verblindung gelang also womöglich nicht. Die Variante mit zehn Stunden bei Raumtemperatur ist aus hygienischen Gründen nicht zu empfehlen (Beleg 12). Geldgeber: ein Publikationszuschuss der Indonesian Danone Institute Foundation; die Autoren erklären keine Interessenkonflikte.
7Geliebter A, Lee MI, Abdillahi M, Jones J (2013). Satiety following intake of potatoes and other carbohydrate test meals. Annals of Nutrition and Metabolism 62(1):37–43. DOI 10.1159/000342638 · PMID 23221259 12 normalgewichtige Erwachsene (6 Männer, 6 Frauen, 22 bis 30 Jahre), an fünf Morgen je eine Beilage mit gleich vielen Kalorien oder Weißbrot als Vergleich, danach ein Mittagessen nach Belieben. Laut einer späteren Studie (Beleg 3) waren es Ofenkartoffel, Kartoffelpüree aus Fertigflocken, Naturreis und Nudeln, das Wasser aus Essen und Getränk zusammen auf 400 ml angeglichen. Kein Unterschied bei Hunger und Sättigung; nach beiden Kartoffelgerichten war die Lust zu essen niedriger als nach Nudeln (P = 0,002); beim Mittagessen aßen alle gleich viel. Der glykämische Index sagte die Sättigung nicht voraus. Einschränkung: 12 junge, normalgewichtige Personen, zwei Stunden Messung; Volltext nicht gelesen. Geldgeber laut PubMed außerhalb der US-Regierung, Einzelheiten und Interessenkonflikte nicht geprüft.
8Devlin BL, Parr EB, Radford BE, Hawley JA (2021). Lower nocturnal blood glucose response to a potato-based mixed evening meal compared to rice in individuals with type 2 diabetes. Clinical Nutrition 40(4):2200–2209. DOI 10.1016/j.clnu.2020.09.049 · PMID 33069511 24 Erwachsene mit Typ-2-Diabetes (18 Männer, 6 Frauen, im Mittel 58 Jahre, BMI 31,7), behandelt mit Ernährung oder Metformin, einem gängigen Diabetes-Medikament; vier Abendessen mit gleich vielen Kalorien in zufälliger Reihenfolge: Hähnchen und Gemüse mit gekochten, gerösteten oder gekochten, einen Tag gekühlten und wieder erwärmten Kartoffeln – oder mit Basmatireis. Direkt nach dem Essen kein Unterschied beim Blutzucker; nach den gekühlten Kartoffeln stieg das Insulin stärker. Nachts, von 0 bis 6 Uhr, lag der Blutzucker nach allen Kartoffelvarianten niedriger als nach Reis (Fläche unter der Kurve: gekocht 44,5, geröstet 46,0, gekühlt und erwärmt 46,1, Reis 52,6 mmol/l × h). Volltext gelesen (frei zugängliche Fassung der Universität). Einschränkung: 24 Personen, eine Mahlzeit je Variante. Geldgeber: die Alliance for Potato Research and Education (APRE), laut den Autoren ohne Einfluss auf Studie und Auswertung. APRE wurde vom United States Potato Board mitgegründet und von ihm mitfinanziert (Branchenzeitschrift Potato Grower, November 2012) – ein möglicher Interessenkonflikt.
9Randolph JM, Edirisinghe I, Masoni AM, Kappagoda T, Burton-Freeman B (2014). Potatoes, glycemic index, and weight loss in free-living individuals: practical implications. Journal of the American College of Nutrition 33(5):375–384. DOI 10.1080/07315724.2013.875441 · PMID 25302575 90 übergewichtige Erwachsene (mittlerer BMI 29,6), zufällig verteilt auf drei Gruppen für zwölf Wochen: zwei mit 500 kcal weniger pro Tag und Kost mit niedrigem oder hohem glykämischem Index, eine ohne Vorgaben. Alle sollten fünf bis sieben Portionen Kartoffeln pro Woche essen. Kein Unterschied zwischen den Gruppen; in allen Gruppen leichter Gewichtsverlust. Schluss der Autoren: Das Abnehmen hing mit verringerter Energiezufuhr zusammen; Kartoffeln führten nicht zu Gewichtszunahme. Einschränkung: Die Vorgaben wurden im Alltag schlecht eingehalten; kurze Dauer; kein Vergleich mit Reis. Geldgeber laut Verlagsseite: United States Potato Board, nach eigener Beschreibung die Vermarktungsorganisation der US-Kartoffelbauern, heute Potatoes USA (Branchenportal PotatoPro, 21.03.2016) – ein möglicher Interessenkonflikt. Interessenkonflikte der Autoren nicht geprüft.
10Hu EA, Pan A, Malik V, Sun Q (2012). White rice consumption and risk of type 2 diabetes: meta-analysis and systematic review. BMJ 344:e1454. DOI 10.1136/bmj.e1454 · PMID 22422870 · PMC3307808 Vier Artikel mit sieben Auswertungen aus Langzeitbeobachtungen (Kohorten) in Asien (China, Japan) und westlichen Ländern; 352.384 Teilnehmer, 13.284 neue Fälle von Typ-2-Diabetes, beobachtet über 4 bis 22 Jahre. Verzehr in Asien im Mittel drei bis vier Portionen am Tag, im Westen ein bis zwei pro Woche. Höchster gegen niedrigsten Verzehr: in Asien relatives Risiko 1,55 (1,20 bis 2,01), im Westen 1,12 (0,94 bis 1,33, nicht gesichert). Je zusätzlicher Portion am Tag: 1,11 (1,08 bis 1,14); eine Portion setzten die Autoren dafür mit 158 g gekochtem Reis an. Daraus schätzen sie für Menschen mittleren Alters in den USA je zusätzlicher Portion am Tag rund 167 Erkrankungen mehr pro Jahr unter 100.000 Menschen. Volltext gelesen. Einschränkung: Beobachtungsstudien, ein Zusammenhang, keine Ursache; Verzehr per Fragebogen. Verzerrungen etwa durch Einkommen und Bildung sind laut den Autoren nicht ganz auszuschließen. Geldgeber laut Verlagsseite: ein Nachwuchsstipendium des US-Instituts für Herz-, Lungen- und Bluterkrankungen (NHLBI) für einen Autor. Die Autoren erklären keine Interessenkonflikte.
11Mousavi SM, Gu X, Imamura F et al. (2025). Total and specific potato intake and risk of type 2 diabetes: results from three US cohort studies and a substitution meta-analysis of prospective cohorts. BMJ 390:e082121. DOI 10.1136/bmj-2024-082121 · PMID 40769531 · PMC12326520 205.107 Frauen und Männer aus drei US-Langzeitstudien mit Krankenschwestern und Gesundheitsberufen, zu Beginn ohne Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankung oder Krebs; 22.299 neue Fälle von Typ-2-Diabetes. Je drei Portionen pro Woche: Kartoffeln insgesamt Risiko 1,05 (1,02 bis 1,08), Pommes 1,20 (1,12 bis 1,28), gekocht, gebacken oder als Püree 1,01 (0,98 bis 1,05, nicht gesichert). Rechnerischer Ersatz von drei Portionen pro Woche durch Vollkorn: 4 % weniger (gekocht, gebacken, Püree), 19 % weniger (Pommes); Ersatz durch weißen Reis: höheres Risiko. Dazu eine Auswertung von 13 Kohorten mit 587.081 Teilnehmern: je drei Portionen pro Woche Kartoffeln insgesamt 1,03 (1,02 bis 1,05), frittierte Kartoffeln 1,16 (1,09 bis 1,23). Volltext gelesen. Einschränkung: Beobachtungsstudien, Verzehr per Fragebogen. Reis aßen die Teilnehmer insgesamt wenig, die Autoren mahnen deshalb selbst zur Vorsicht; nur mit weißen Teilnehmern gerechnet – Teilnehmer asiatischer Herkunft aßen mehr Reis –, wurde der Reis-Befund schwächer, blieb aber gesichert. Geldgeber laut Verlagsseite: US-Gesundheitsbehörde NIH und die private Initiative Friends of FACES/Kids Connect, für einzelne Autoren britische Forschungsförderer und eine kuwaitische Herzstiftung. Die Autoren erklären keine Beziehungen zu Organisationen mit Interesse am Ergebnis.
12Österreichische Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES). Bacillus cereus. Aktualisiert am 30.01.2026. ages.at Die Keime stecken schon in trockenem Reis und in Nudeln, können sich dort aber nicht vermehren. Wörtlich: „Das Kochen überstehen die besonders widerstandsfähigen Formen problemlos.“ In gekochten Speisen vermehren sie sich, sobald diese etwas abgekühlt sind, in wenigen Stunden stark, vor allem ohne Kühlung; bei großen Reis- oder Nudelmengen dauert es lange, bis auch die inneren Schichten abgekühlt sind. Die Keime können Übelkeit, Erbrechen und Durchfall auslösen. Rat: Kühlschrank möglichst unter 5 °C, größere Mengen auf zwei Behälter verteilen. Hinweis: Position einer Fachbehörde, keine eigene Studie.
13Deutsche Gesellschaft für Ernährung (2016). Ausgewählte Fragen und Antworten zu Kalium, Dezember 2016. dge.de Schätzwert für eine angemessene Zufuhr: 4.000 mg Kalium am Tag für Frauen und Männer ab 15 Jahren. Wörtlich: „Die Zufuhr über die Ernährung ist bei intakter Nierenfunktion unbedenklich.“ Bei akutem oder chronischem Nierenversagen kann die Ausscheidung über die Nieren gestört sein. Kalium-Präparate nur unter ärztlicher Aufsicht. Hinweis: Position einer Fachgesellschaft; ein Schätzwert, keine exakt ermittelte Bedarfszahl.
14Erdmann J, Hebeisen Y, Lippl F, Wagenpfeil S, Schusdziarra V (2007). Food intake and plasma ghrelin response during potato-, rice- and pasta-rich test meals. European Journal of Nutrition 46(4):196–203. DOI 10.1007/s00394-007-0649-8 · PMID 17497076 11 Personen (laut den Schlagwörtern, unter denen PubMed die Studie führt, junge Männer), Technische Universität München. Zu 150 g Schweinesteak gab es Kartoffeln, Reis oder Nudeln, so viel, bis sie satt waren. Die gegessene Menge war ähnlich, die aufgenommene Energie mit Kartoffeln statistisch gesichert niedriger. Nach Reis und Nudeln blieben Hunger und Sättigung vier Stunden lang verändert, nach Kartoffeln waren sie in der vierten Stunde wieder auf dem Stand vor dem Essen. Das Hungerhormon Ghrelin stieg nach Kartoffeln an; bei der nächsten Mahlzeit aßen trotzdem alle gleich viel. Einschränkung: 11 Personen, eine Mahlzeit je Beilage. Wie viel weniger Energie es genau war, steht nur in der vollständigen Arbeit, die ich nicht gelesen habe. Geldgeber und Interessenkonflikte nicht geprüft.
15Raatz SK, Idso L, Johnson LK, Jackson MI, Combs GF (2016). Resistant starch analysis of commonly consumed potatoes: content varies by cooking method and service temperature but not by variety. Food Chemistry 208:297–300. DOI 10.1016/j.foodchem.2016.03.120 · PMID 27132853 Drei Sorten, gebacken oder gekocht, serviert heiß (65 °C), gekühlt (4 °C) oder gekühlt und aufgewärmt (sechs Tage bei 4 °C, dann 65 °C). Gekühlt enthielten die Kartoffeln mehr resistente Stärke als heiß oder aufgewärmt, gebacken mehr als gekocht; die Sorte machte keinen Unterschied. Einschränkung: Laboranalyse, keine Messung am Menschen. Vier Autoren arbeiten laut PubMed für das US-Landwirtschaftsministerium, einer bei einem Tierfutterhersteller; Geldgeber und Interessenkonflikte nicht geprüft.
16OECD (2025). Health at a Glance 2025: OECD Indicators. Kapitel „Overweight and obesity“, 13.11.2025. oecd.org In den 13 OECD-Ländern mit gemessenen statt selbst angegebenen Werten waren 2023 oder im letzten verfügbaren Jahr im Mittel 60 % der Menschen ab 15 Jahren übergewichtig, 26 % stark übergewichtig (Adipositas); in Japan und Korea waren weniger als 40 % übergewichtig. Selbst angegebene Werte fallen laut Bericht meist niedriger und weniger verlässlich aus als gemessene. Einschränkung: Ländervergleich, sagt nichts über Ursachen. Für Japan nenne ich nur „weniger als 40 %“ aus dem Text des Berichts; einen genaueren Wert habe ich nicht aus den Grafiken abgelesen.
Was auf dieser Seite fehlt – und warum Naturreis, Süßkartoffeln und Nudeln vergleicht diese Seite nicht. Eine Studie, die über Monate prüft, ob Menschen mit Kartoffeln statt Reis mehr abnehmen, habe ich nicht gefunden. Die meisten Studien habe ich an ihrer Kurzfassung in PubMed geprüft; wo mir dabei Geldgeber oder Interessenkonflikte fehlten, steht „nicht geprüft“. Mit der deutschen Nährwertdatenbank, dem Bundeslebensmittelschlüssel, habe ich die Werte nicht abgeglichen. Lieber eine ehrliche Lücke als eine Angabe, für die niemand geradesteht.
Zum Schluss, in eigener Sache Ich bin Personal Trainer, kein Arzt. Ich behandle nichts – ich trainiere um Beschwerden herum und Schritt für Schritt in mehr Belastbarkeit hinein. Wo ärztliche Freigabe nötig ist, fange ich ohne sie nicht an. Diese Seite erklärt, was Studien zeigen, und ersetzt keine ärztliche Beratung.